13 Filter

Auf Knopfdruck machen Sie eine Bildpartie schärfer, lassen sie wie ein Gemälde oder wie eine eherne Statue aussehen, Sie knüllen eine Partie zusammen oder spannen sie über eine Kugel. Die entsprechenden Funktionen finden Sie im Filter-Menü. Die Filter tragen Namen wie Facetteneffekt, Stark scharfzeichnen, Störungen hinzufügen, Windeffekt, Schwingungen oder Kreide & Kohle. Zu unterscheiden sind dabei Effektfilter, die ein Foto zur effektvollen Illustration aufwerten sollen, und nützliche digitale Helfer, die Schwächen des Fotos wie Unschärfe oder auch zuviel Schärfe ausbügeln. Über 90 Befehle drängeln sich in den Filter-Untermenüs.

Der wohl wichtigste Filter heißt Unscharf maskieren; nicht jeder weiß, dass es ein Scharfzeichner ist.

Abbildung 13.1:  Mit Filtern verändern Sie einen ausgewählten Bereich oder das ganze Bild .

13.1 Grundlagen

Filter verändern einen Auswahlbereich oder das ganze Bild. Haben Sie keinen Bildteil markiert, wirkt sich der Filter aufs ganze Bild aus. Vorsicht: Manche Filter, wie etwa Kristallisieren oder Beleuchtungseffekte, brauchen viel Zeit. Hier probt man zunächst mit einer kleinen Auswahl oder mit einem heruntergerechneten Duplikat.

Die Bildpunkte, die sich Photoshop dabei zum Teil neu ausdenkt, werden nach einer der drei Interpolationsmethoden ermittelt, die Sie in den Voreinstellungen zur Auswahl haben; in der Regel sollten Sie auf Bikubisch entscheiden - langsam, aber gut (vergleiche Seite 137). Dies gilt insbesondere für die Verzerrungsfilter.

Photoshop und ImageReady bieten in etwa dasselbe. Teilweise sind bei Photoshop die Untermenüs besser gefüllt, doch ImageReady hat den Befehl Sonstige Filter: Kacheln erstellen (Seite 308) für sich. Hier orientieren wir uns im Weiteren an Photoshop.

13.1.1 Filtervergleich

Zu den wichtigen digitalen Helfern zählen Unscharfmaskierung, Gaußscher Weichzeichner und Störungen hinzufügen. Eigenen Stellenwert haben auch einige Verzerrungsfilter, die solitären Beleuchtungseffekte und die Blendenflecke.

Abbildung 13.2:  Links: Die komplette Vorlage wurde mit dem Befehl »Filter: Weichzeichnungsfilter: Radialer Weichzeichner« bearbeitet, dabei verwenden wir die Option »Strahlenförmig«.  Mitte: Hier wurde zunächst die »Hintergrund«-Ebene dupliziert und das Duplikat gefiltert.  Rechts: Die Bild mitte wird per Ebenenmaske von der Darstellung ausgeschlossen, so dass an dieser Stelle die unveränderte »Hintergrund«-Ebene sichtbar ist.  Vorlage: Else_1, Ergebnis: Else_2

Doch bei der kreativen Verfremdung geht es drunter und drüber; die vormals separat zu erwerbende Filtersammlung »Gallery Effects« wurde ab Photoshop 4 nachträglich ans Programm geklebt und überschneidet sich vielfach mit vorhandenen Funktionen. Freilich ist jeder Filter etwas anders, der eine verwendet Struktur, der andere nimmt nur die Vordergrundfarbe, der eine erlaubt Skalierung, der andere nur Veränderung der Intensität. Gleichwohl: Hier sollte man Filterabbau betreiben und Funktionen zusammenfassen. Lästig, dass Photoshop keinen Filterwechsel bei geöffnetem Dialogfeld oder eine Vielfach-Vorschau für verschiedenste Filter in einem Tableau erlaubt - die Konkurrenz ist weiter.

Vergleichbare Filter

Filter, die ähnliche Wirkungen erzeugen:

Schnelle Tests

Wenn Sie mit unterschiedlichen Filtern oder Filter-Einstellungen experimentieren, sollten Sie eine Datei vielfach über sich selbst kopieren und die einzelnen Ebenen zunächst als Miniatur vergleichen. Sie können dann auch mit verschiedensten Mischungen arbeiten. Schnellster Weg:

1. Laden Sie die Datei.
2. Strg+A (Alles auswählen, am Mac Befehlstaste+A)
3. Strg+C (in die Zwischenablage kopieren)
4. Mehrfach Strg+V (wiederholt als neue Ebene einsetzen)

Klicken Sie mit der Alt-Taste in die Augen-Leiste der Ebenenpalette, um eine Einzelebene zu betrachten; neuerlicher Alt-Klick blendet alle Ebenen übereinander. Sie können sich direkt im Bild auch alle Ebenen im Kontextmenü auflisten lassen, wenn das Verschieben-Werkzeug  aktiv ist. Ziehen in der Augenleiste blendet ganze Ebenenfolgen aus und ein.

13.1.2 Rücknahme und Wiederholung

Wollen Sie eine oder mehrere Reglerveränderungen im Dialogfeld annullieren, dann drücken Sie die Alt-Taste. Die Schaltfläche Abbrechen erhält dann den Titel Zurück: Sie kehren per Klick zu den ursprünglichen Einstellungen des Filters zurück, ohne ihn schließen und neu starten zu müssen.

Ein wachsender Balken signalisiert Fortschritte der Filteraktion. Mit Strg+Z beziehungsweise Bearbeiten: Widerrufen heben Sie den letzten Schritt wieder auf; haben Sie zum Widerrufen einmal zuviel gefiltert, greifen Sie zur Protokollpalette. Vor langwierigen Experimenten sollte man ein Bild duplizieren mit dem entsprechenden Bild-Befehl oder auch eine neue Ebene des Werks anlegen.

Der Bearbeiten-Befehl Verblassen (Strg+Umschalt+F) nimmt einen Filter - aber auch eine Kontrastkorrektur - stufenlos zurück, indem er die Vorher-Version des Werks mit wählbarer Deckkraft darüber blendet (Seite 99). Wohlgemerkt fahren Sie damit nicht etwa Filterwerte zurück - den Scharfzeichner von »200« auf »80« -, sondern Sie mixen zwei Versionen des Werks.

Der Griff Strg+F wiederholt einen Filter mit den vorherigen Einstellungen, ohne das zugehörige Dialogfeld noch einmal zu zeigen; einen entsprechenden Menübefehl finden Sie auch im Filtermenü und im Kontextmenü der Auswahlwerkzeuge, sofern eine Auswahl im Bild aktiv ist. Mit Strg+Alt+F kommen Sie zum Dialogfeld, falls vorhanden.

13.1.3 Auswahlkante

Damit der Übergang zwischen der womöglich grell gefilterten Auswahl und dem unberührten Drumherum nicht allzu abrupt gerät, sollten Sie beim Erzeugen der Auswahl auf Glätten achten oder eine Weiche Auswahlkante anlegen (Details ab Seite 592).

Sie können die Filterwirkung passgenau mit Alphakanal oder Schnellmaske im Zaum halten und so etwa den Filtereffekt stufenlos zunehmen lassen. Alternative mit Bild-zurück-Garantie: Legen Sie ein Duplikat auf die Ebene über dem Original, filtern Sie es und kontrollieren Sie die Sichtbarkeit der gefilterten Version durch eine Ebenenmaske (Seite 803). Sie können den Übergang zwischen dem unveränderten Original und dem komplett veränderten Duplikat durch Bearbeiten der Ebenenmaske immer neu gestalten und Sie können mit Deckkraft, Tonwertbegrenzung und Füllmethoden experimentieren.

Für behutsame nachträgliche Anpassung zwischen gefiltertem und naturbelassenem Bereich sorgen Sie mit dem Protokollpinsel  (Seite 105); suchen Sie sich dazu aus der Werkzeugspitzenpalette ein Malutensil mit weicher Kante. Auch Weichzeichner-Werkzeug  oder Wischfinger  (Seite 569) vertuschen die Grenzen zwischen gefiltertem und naturbelassenem Pixelanbau. Um von vornherein den Übergang ohne störende Fließmarkierung zu beurteilen, wählen Sie im Ansicht-Menü die Option Extras einblenden ab (Strg+H).

Abbildung 13.3:  Um Filterwirkungen stufenlos zunehmen zu lassen, legen Sie einen Schwarzweißverlauf im Alphakanal an, den Sie als Auswahl laden (Mitte). Alternative mit Bild -zurück-Garantie: Legen Sie ein Duplikat auf die Ebene darüber und kontrollieren Sie die Sichtbarkeit des gefilterten Duplikats mit einer Ebenenmaske (Rechts). Datei: Filter

13.1.4 Mit Filtereffekt malen

Photoshop bietet nur wenige Retuschewerkzeug, die einen Filtereffekt bei wählbarer Werkzeugspitzengröße auf das Bild tuschen - darunter Weichzeichner  , Scharfzeichner  und in gewisser Weise der Wischfinger  . Dennoch können Sie auf verschiedene Arten auch jeden anderen Filtereffekt mit Pinseln auftragen. Selbstverständlich eignen sich die Verfahren auch für eine gezielte Anwendung der Tonwertveränderungen aus dem Untermenü Bild: Einstellen.

Filtereffekt mit Protokollpinsel auftragen

So tragen Sie den Filtereffekt mit dem Protokollpinsel  auf:

1. Wenden Sie den Filter auf die gewünschte Ebene an.
2. Rufen Sie die Protokollpalette mit dem Fenster-Menü auf, und gehen Sie einen Schritt zurück; damit ist der Filter-Befehl annulliert.
3. Markieren Sie in der Protokollpalette das Objekt für den Filter-Befehl - in unserem Beispiel also das Objekt ganz unten - als Ursprung für den Protokollpinsel  . Dazu klicken Sie neben der Befehlsbezeichnung in das leere Kästchen, so dass dort ein Pinsel-Symbol erscheint.
4. Schalten Sie mit der Taste Y den Protokollpinsel  ein, wählen Sie in den Optionen eine passende Werkzeugspitze und malen Sie den Filtereffekt aus dem widerrufenen Zwischenstadium ins Bild.

Filtereffekt per Duplikat und Ebenenmaske auftragen

Noch flexibler sind Sie beim »Aufmalen« eines Filtereffekts, wenn Sie eine Ebenenmaske anwenden (Details ab Seite 803):

1. Rufen Sie die Ebenenpalette mit F7 auf, aktivieren Sie die gewünschte Ebene und duplizieren Sie die Ebene zum Beispiel mit dem Befehl Ebene duplizieren aus dem Kontextmenü über dem Namen der Ebenenminiatur.
2. Wenden Sie den Filter-Befehl auf die »Kopie«-Ebene an.
3. Legen Sie für diese Ebene eine neue Ebenenmaske an, welche die gefilterte Ebene zunächst komplett verbirgt. Dies erledigt der Befehl Ebene: Ebenenmaske hinzufügen: Alles maskiert.
4. Wenn diese Ebenenmaske aktiviert ist, achten Sie auf weiße Vordergrundfarbe und tragen Sie mit dem Pinsel oder einem anderen Malwerkzeug Weiß in der Maske auf; an diesen Stellen tritt die gefilterte »Kopie«-Ebene wieder hervor.

13.1.5 Vorschau

Viele Photoshop-Filter kommen mit einem Vorschaufeld, in dem Sie die Optionen einstellen und gleichzeitig eine Vorschau erhalten. Freilich geriet dieses Vorschaufenster viel zu klein und die Sofort-Vorschau am Originalbild bieten nur wenige Befehle.

Abbildung 13.4:  In den meisten Dialogfeldern bietet Photoshop ein Vorschaufenster für die Filterwirkung. Der Abbildungsmaßstab ist regelbar.

Die Vorschauabbildung zeigt Ihnen zunächst einen Ausschnitt des Werks in 100-Prozent-Auflösung: ein Pixel des Originals wird mit einem Monitorpixel abgebildet. So verändern Sie die Ansicht und den Abbildungsmaßstab im Filterdialog und in der Originaldatei:

Dialogfelder mit Vorschau-Option bieten zunächst eine Vorschau im eigenen kleinen Fenster. Aber im gleichen Prozessortakt wenden sie die Einstellungen sofort auch auf die Originaldatei an, so dass Sie die Filterwirkung schon dort beurteilen können. Nach jeder Änderung einer Einstellung berechnet Photoshop auch die Darstellung in der Originaldatei neu, ohne dass Sie ihn dazu auffordern müssen. Sie können die Vorschau zwischendurch ausschalten, um Vorher und Nachher zu vergleichen oder wenn die Neuberechnung zu lange dauert. Ein schnelles Vorher-Nachher haben Sie auch nach Anwendung des Filters, wenn Sie mit mehrfachem Strg+Z die Ausführung widerrufen und wiederherstellen.

Mit der Alt-Taste verändert sich das Schaltfeld Abbrechen wie immer zum Zurück - damit bringen Sie alle Regler zurück auf die zuletzt angewendete Einstellung.

13.1.6 Filterbeurteilung

Manche Filter laufen so langsam ab, dass es Sinn macht, zunächst nur eine verkleinerte Vorlage zu bearbeiten. Doch auch wenn Sie das Original bearbeiten, gelten die folgenden Regeln. Je nach Filter verwenden Sie für die Vorschau einen Ausschnitt des Bildes oder eine heruntergerechnete Version.

Filterbeurteilung im 100-Prozent-Maßstab

Lassen Sie das Bild in Originalgröße und filtern Sie testhalber nur einen schnell markierten Ausschnitt in einem wichtigen Bildteil, wenn der Filter auf kleinstem Raum wirkt und Mikrostrukturen verändert - so etwa die Strukturierungsfilter, die Scharfzeichnungsfilter oder die Störungsfilter: Um die Körnung zu beurteilen, reichen ein paar Quadratpixel, aber zuverlässig ist die Beurteilung nur, wenn Sie das Bild in der 100-Prozent-Darstellung begutachten - das gilt gleichermaßen für das Original wie für die Vorschau im Dialogfenster (vergleiche Seite 69).

Filterbeurteilung am Gesamtbild

Arbeitet der Filter aber unterschiedlich über das Bild hinweg, hat er ein Zentrum und Außenbereiche - so etwa Blendenflecke oder Beleuchtungseffekt -, dann sollten Sie für langwierige Testarbeiten eine verkleinerte Version eines Duplikats bearbeiten und im Dialogfeld deutlich verkleinern; das gilt auch für die Verzerrungsfilter. Sie müssen nicht unbedingt das Bild duplizieren. Alternativ kopieren Sie das Werk nur auf eine höhere Ebene und schieben es dort mit der Transformieren-Funktion (Strg+T) zusammen; drücken Sie die Umschalt-Taste, um die Proportionen zu wahren (Seite 764).

13.1.7 Troubleshooting

Wenn der Filter bei Ihnen nichts ausrichtet, Murks macht oder gar nicht erst angeboten wird, kann das viele Gründe haben. Unter anderem diese:

Wenn schlicht der Arbeitsspeicher nicht reicht, entfernen Sie zunächst überflüssige Kanäle und Ebenen; notfalls versuchen Sie, Einzelkanäle zu bearbeiten.

13.1.8 Filter verändern und nachbearbeiten

Die Wirkung vieler Effektfilter lässt sich leicht verstärken und verändern. Typische Maßnahmen:

Wenden Sie eventuell Filter nur auf Einzelkanäle an, experimentieren Sie mit Füllmethoden (Seite 536) und Tonwerteingrenzung (Seite 800).

13.1.9 Plug-ins

Sie können Photoshop und ImageReady durch Zusatzmodule - Plug-ins - von Fremdherstellern erweitern. Diese neuen Funktionen erscheinen meist unten im Filter-Menü. Dateiformat-Funktionen finden Sie in den Untermenüs Datei: Importieren oder Datei: Exportieren sowie unmittelbar in Dialogfeldern wie Speichern unter oder Öffnen. Zu den bekanntesten Plug-ins gehören »Kai's Power Tools« (KPT) und die Produkte von Nik, Alien Skin, Extensis und Andromeda. Sollten Sie Probleme mit Photoshop haben, starten Sie das Programm versuchsweise ohne Fremdhersteller-Plug-ins; entfernen Sie dazu dubiose Module aus den gewählten Ordnern. Sie finden Plug-ins von Fremdherstellern auf der Photoshop-CD und auf der CD zu diesem Buch (Hinweise ab Seite 955).

Abbildung 13.5:  Seine hauseigenen Plug-ins verstaut Photoshop in verschiedenen Unterverzeichnissen innerhalb des Verzeichnisses »Zusatzmodule«. Zusätzliche Plug-ins von Fremdanbietern sollten Sie in weiteren, neuen Unterverzeichnissen anlegen. Alternativ legen Sie mit dem Befehl »Bearbeiten: Voreinstellungen: Zusatzmodule & Virtueller Speicher« ein weiteres Hauptverzeichnis für Plug-ins fest, auch außerhalb des Photoshop-Verzeichnisses (siehe unten).

Plug-ins installieren

Die Installation eines Plug-ins ist denkbar einfach: Sie kopieren Plug-in-Dateien - oft mit einer Endung wie ».8bf« - in ein Verzeichnis, das Photoshop nach Plug-ins absucht (siehe unten). Beim nächsten Programmstart stehen die Befehle zur Verfügung.

Bedenken Sie, dass Sie nicht immer die Originaldateien kopieren müssen: Sie können auch Verknüpfungen anlegen.

Abbildung 13.6:  »MuRa's Copies«, ein kostenloses Plug-in, verteilt ein Objekt vielfach - allerdings nur auf einer einzigen Ebene. Dabei lassen sich verschiedene Anordnungen vorgeben, auch Zufallsverteilungen und nahtlose Muster sind möglich. Adresse: http://www.geocities.com/murakuma/mmplugins.html

Verzeichnisse für Plug-ins

Generell gibt es zwei Verzeichnisse mit zugehörigen Unterverzeichnissen, in denen Photoshop und ImageReady nach Plug-ins suchen:

Abbildung 13.7:  Das kostenlose Windows-Plug-in »Filter-Farm« erzeugt vielschichtige künstlerische Verfremdungen. Die Vorschau bietet Variationen nach dem Zufallsprinzip. Adresse: http://www.kees.cc/ffarm/ffarm.html

Unterverzeichnisse

Wie Sie schon an der werkseitigen Photoshop-Installation erkennen, lassen sich innerhalb des »Zusatzmodule«-Verzeichnisses weitere Ordner anlegen, in denen Sie die vorhandenen Plug-ins sortieren. Packen Sie neue Plug-ins in jeweils eigene Unterverzeichnisse, so dass man sie bei Bedarf schnell aus dem Verkehr ziehen kann. Außerdem fällt es bei getrennten Ordnern leichter, andere Programme gezielt auf diese Drittanbieter-Plug-ins zugreifen zu lassen, ohne gleichzeitig auch die Photoshop-eigenen Plug-ins zu laden - die nämlich laufen bei der Konkurrenz nicht unbedingt.

Abbildung 13.8:  Das kostenlose Windows-Plug-in »Lens Flare« geht in seiner Vielseitigkeit über die Möglichkeiten der Photoshop-Befehle »Blendenflecke« und »Beleuchtungseffekte« aus dem Untermenü »Filter: Rendering-Filter« hinaus. Adresse: http://www.axionfx.com/downloads.htm#Freebies

Plug-ins aus dem Internet

Zahlreiche Querverweise zu meist englischsprachigen Plug-ins, darunter auch viele kostenlose, finden Sie im Internet. Zum einen bieten viele Hobbyprogrammierer ihre Ergebnisse an, oft nur für Windows-Rechner; zum anderen finden Sie Lock-Angebote von Plug-in-Herstellern, die durch Herschenken von einzelnen Plug-ins zum Kauf der ganzen Sammlung animieren möchten.

Abbildung 13.9:  Verblüffend plastische Verzerrungen errechnet das kostenlose Windows-Plug-in »Jama 3D«. Adresse: http://www.mtu-net.ru/redfield/Download.htm

Wer die schlichten, kunterbunten Sammlungen der »Filter Factory Gallery« und weitere, oft kostenlose Plug-ins herunterladen möchte, ist mit den folgenden Übersichten gut bedient:

http://www.netins.net/showcase/wolf359/adobepc.htm
http://yuhsin.simplenet.com/filters

Prüfen Sie für weitere Übersichten auch die folgenden Adressen:

http://www.thepluginsite.com/
http://perso.club-internet.fr/gpl/index.html
http://www.pluginhead.i-us.com/
http://www.planete.net/~pbardou/download/
http://www.deepspaceweb.com/plugins.shtml

Die genannten Adressen boten zum Zeitpunkt der Manuskriptabgabe kommentierte Verweise auf Englisch, oft auch Beispielbilder. Beachten Sie, dass kostenlose Plug-ins nicht immer überzeugen und gelegentlich nicht einmal funktionieren. Manche Gratismodule bilden gleichwohl eine gute Erweiterung von Photoshop. Eigene Zusatzmodule entwickeln Sie unter anderem mit der Filter Factory aus dem Verzeichnis »Zugaben/Optionale Zusatzmodule/Factory« von der Photoshop-CD.

13.1.10 Befehle im Überblick: Filter

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
Esc
(während Filter läuft)
    Filter abbrechen
Strg+Z -   Filter widerrufen
Strg+F -   Letzten Filter wiederholen
Strg+F Alt   Letzten Filterdialog aufrufen
Strg+F Umschalt   Verblassen-Dialog

»Struktur«Einige Filter arbeiten mit Struktur, das heißt, sie legen ein Relief aus Sandstein oder Leinen zugrunde - so etwa bei den Befehlen Conté-Stifte, Grobes Pastell, Glas und Malgrund. Der Strukturierungsfilter: Mit Struktur versehen appliziert das Relief unabhängig von weiterer Verfremdung. Sie haben damit eine schöne Möglichkeit, glatte Flächen aufzurauen - etwa Verläufe oder Produkte des Wolken-Filters. Ihre Optionen:

Für die Beleuchtungseffekte gelten die Beschreibungen in diesem Abschnitt nicht, vergleiche Seite 896.

Abbildung 13.10:  Die Wirkung der »Struktur« hängt von der Druckauflösung ab. Links: »Sackleinen« mit 300 dpi, daneben mit 200 dpi. Bei geringerer Druckauflösung wirkt die »Struktur« größer.

13.1.11 »Struktur laden«

Das einschlägige Einblendmenü bietet auch den Punkt Struktur laden. Hier können Sie eine beliebige Datei im Photoshop-Format - auch in Farbe - anwählen; die Helligkeitsinformationen werden als Struktur auf das Bild oder auf die Auswahl gelegt. Sie können hier Ihr Firmenlogo ebenso einweben wie eine gescannte Textur. Kleine Motive werden vielfach wiederholt, zu große Motive lassen sich aber nicht zurechtschieben.

Mitunter setzen Sie nicht nur ein einzelnes Objekt in die Strukturdatei ein, beispielsweise ein Logo, statt dessen verwenden Sie eine Textur; diese Datei sollte sich vielfach nahtlos aneinander setzen lassen, damit Sie keine Kachelwirkung erhalten. Wie Sie nahtlose Muster produzieren, lesen Sie ab Seite 307.

Sie sollten die PSD-Datei, die Sie als Struktur laden möchten, auf eine reine »Hintergrund«-Ebene beschränken, sonst lässt sie sich nicht korrekt verwenden. Dies erledigt der Befehl Ebene: Auf Hintergrundebene reduzieren.

Mitgelieferte Dateien für Strukturen

Einige reizvolle Dateien, die Sie sofort mit dem Befehl Struktur laden aus den Filterdialogfeldern verwenden können, finden Sie im Photoshop-Unterverzeichnis »Vorgaben/Strukturen«. Zahlreiche weitere Strukturen, die sich problemlos nutzen lassen, beherbergt zudem das Verzeichnis »Zugaben/Strukturen für Beleuchtungseffekte« auf der Photoshop-CD.

Abbildung 13.11:  Wo die Photoshop-Filter auf eine »Struktur« zugreifen, können Sie auch eine eigene Datei im Photoshop-Format laden - so beim Filter »Mit Struktur versehen« (links).

13.1.12 Struktur von Hand

Sie können eine Struktur auf verschiedene Art auch von Hand einweben.

Struktur mit Auswahlen

Die folgende Variante ist besonders einfach:

1. Legen Sie die Strukturdatei in einem Alphakanal ab.
2. Laden Sie den Alphakanal als Auswahl.
3. Hellen Sie die Auswahl deutlich auf.
4. Verschieben Sie die Auswahl geringfügig mit einem Auswahlwerkzeug oder mit den Pfeil-Tasten, während ein Auswahlwerkzeug aktiv ist.
5. Dunkeln Sie die Auswahl deutlich ab.

Experimentieren Sie mit weichen Auswahlkanten oder Weichzeichnung im Alphakanal und mit dem Versatz der zwei Auswahlen.

Struktur mit Ebenentechnik

Besonders flexibel sind Sie, wenn Sie die Struktur auf eigenen Ebenen anlegen:

1. Erzeugen Sie zwei Ebenen über dem geplanten Bild. Dazu klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste auf das Symbol Neue Ebene  der Ebenenpalette, damit Sie das Dialogfeld Neue Ebene sehen. Als Modus verwenden Sie Hartes Licht; dann klicken Sie auf die Option Mit der neutralen Farbe für den Modus 'Hartes Licht' füllen (50 Prozent Grau). Eine farbige Alternative bieten die Modi Farbig abwedeln und Farbig nachbelichten, wenn Sie jeweils die passende »neutrale Farbe« verwenden.
2. Laden Sie die Auswahl und dunkeln Sie die obere graue Ebene ab.
3. Aktivieren Sie die darunter liegende Ebene, verschieben Sie die Auswahl und hellen Sie die Auswahl auf. (Alternative: Sie definieren ein Muster mit Strukturen auf Grau, das Sie einmal unverändert und einmal invertiert einsetzen.)
4. Bewegen Sie die Struktur frei über dem Bild. Experimentieren Sie mit Weichzeichnern und mit Verschieben von Einzelebenen. Bei Bedarf gruppieren Sie die Ebenen, um sie gemeinsam zu verschieben.

13.1.13 »Rendering-Filter: Struktur laden«

Der Befehl Struktur laden befindet sich im Filter-Untermenü Rendering-Filter. Als eigenständigen Filter kann man die Funktion Struktur laden aber wohl kaum betrachten. Der Befehl setzt bloß ein Bild kachelartig so oft aneinander, bis der (Alpha-)Kanal voll ist. Gedacht ist das vor allem als Zubringer für den Reliefkanal der Beleuchtungseffekte, aber Sie können auch einen Farbkanal damit füllen. Voraussetzung: Die Ausgangsdatei mit der Struktur muss ein Graustufenbild im Format Photoshop 2.5 oder 3.0 sein, möglichst eine reine »Hintergrund«-Ebene. Dann geht es los:

1. Aktivieren Sie den Farb- oder Alphakanal.
2. Wählen Sie den Filter-Befehl Rendering-Filter: Struktur laden.
3. Klicken Sie im Dialogfeld eine Graustufen-PSD-Datei doppelt an. Photoshop lädt das Bild vielfach gekachelt.

Flexibler finden Sie vielleicht die Funktion Bearbeiten: Fläche füllen, »Füllen mit: Muster« (Seite 548).

13.2 »Scharfzeichnungsfilter«

Was Photo CD, Digitalkamera oder Heimscanner von sich geben, das sollten Sie zumeist noch scharfzeichnen. Auch wenn Sie Bilder oder Bildteile mit der Interpolationsmethode Bikubisch vergrößert oder »transformiert« haben - ein gezielter Scharfzeichnereinsatz wirkt den Aufweichungstendenzen dieser Prozeduren entgegen. Das Scharfzeichnen sollte stets am Ende einer Bildverbesserung stehen, nach Dichte- und Farbkorrektur.

Der Scharfzeichnungseffekt entsteht durch Kontrastanhebung in Bildbereichen, die ohnehin stark kontrastieren. Dadurch wirken scharfgezeichnete Bilder oft etwas frischer oder greller. Geraten die Farben zu satt, wandeln Sie das Bild in den Modus: Lab um und wenden die Scharfzeichnung nur auf den L-Kanal an; er enthält ausschließlich die Helligkeitsinformationen. Sie können die anderen Kanäle währenddessen mit dem Augensymbol einblenden und so die Gesamtwirkung kontrollieren.

Achten Sie auch auf Lichtsäume, die um eine scharfgezeichnete Kontur herum entstehen können. Sie lassen das Bild ausgefressen wirken, noch stärkere Anwendung führt zu einem körnigen Effekt. Diesen Effekt begrenzen Sie, indem Sie die einzelnen Grundfarbenkanäle mit unterschiedlichen Werten scharfzeichnen; klicken Sie die Kanäle in der Kanälepalette an. Allerdings wirkt die Scharfzeichnung am Monitor mit seiner niedrigen Auflösung drastischer als im Druck, so dass eine überstarke Scharfzeichnung für Ihr Projekt genau das Richtige sein kann. Scharfzeichner lassen sich nur in der Zoomstufe 100 Prozent sinnvoll beurteilen (Seite 69).

Vorlage

Scharfzeichnen

Stark scharfzeichnen

Konturen Scharfzeichnen

Abbildung 13.12: Die Scharfzeichnungsfilter erhöhen den Kontrast an ohnehin kontrastierenden Bild stellen. Das Bild wird mit 300 dpi gedruckt. Datei: Close-up

Einen Scharfzeichner finden Sie auch als Werkzeug auf der Werkzeugpalette: Der Scharfzeichner  (Kurztaste R, Seite 569) teilt sich dort eine Schaltfläche mit Weichzeichner und Wischfinger. Beachten Sie jedoch, dass es zu diesen Werkzeugen sinnvolle Alternativen gibt: Sie bearbeiten eine komplette Ebene mit einem Filter-Befehl und machen dieses Ergebnis nur lokal sichtbar (Seite 874).

13.2.1 »Unscharf maskieren«

Unscharf maskieren ist das Standard-Scharfzeichnungsgerät der Desktop-Profis und hat einen Platz auf der Aktionenpalette verdient, samt Kurztaste. Das Verfahren ahmt eine Technik aus der klassischen Dunkelkammer nach.

Sie können die Unschärfemaskierung mit niedrigen Werten durchaus mehrfach hintereinander anwenden (Strg+F). Während die anderen Schärfefilter hier schnell zu Über-Körnigkeit tendieren, lässt sich dieser unschöne Effekt beim unscharfen Maskieren durch angehobenen Schwellenwert vermeiden.

»Stärke«

Als Stärke nennen Sie einen Wert zwischen 1 und 500 Prozent; je höher der Wert, desto deutlicher der Effekt - gemeint ist der erzeugte Kontrastunterschied. In der Regel reichen 80 bis 200 Prozent, für plakative Grafiken erhöhen Sie auf 500.

»Radius«

Mit dem Radius legen Sie fest, in welchem Umkreis einer Kontur Pixel scharfgestellt werden sollen; je höher der Wert, umso mehr Bildpunkte links und rechts der Kontur werden mit erfasst, und umso eher erhalten Sie die Lichtsäume um eine Kontur herum. Je kleiner die Bildauflösung, desto niedriger sollte der Radius sein. Aber auch bei 300 dpi probieren Sie es mit einigen wenigen Pixeln; aber nicht nur einem, sonst bekommen Sie eventuell eine zu harte Konturlinie. Einen deutlich weichgezeichneten Bildbereich beispielsweise im Alphakanal können Sie mit hohem Radius teilweise scharfstellen. Hohe Werte führen schnell zu plakativer Wirkung; die übersatten Farben bei hohem Radius dämpfen Sie, indem Sie nur den L-Kanal eines Lab-Bildes scharfstellen (Details zum Lab-Modus ab Seite 441) (siehe Abbildung 13.22).

80 Prozent 200 Prozent 200 Prozent, nur L-Kanal 500 Prozent

Abbildung 13.13:  Bei der Unschärfemaskierung reichen meist Stärkewerte zwischen 80 und 200 Prozent. Als Radius wurde durchgängig 1,0 verwendet, als Schwellenwert 0.

»Schwellenwert«

Mit dem Schwellenwert geben Sie an, wie viel Kontrastunterschied zwischen benachbarten Pixeln tatsächlich eine Scharfstellung auslösen soll; je niedriger der Wert, desto eher wird scharfgestellt, desto stärker die Filterwirkung. Durch Heraufsetzen des Schwellenwerts verhindern Sie, dass zu viele vorhandene Störungen mit scharfgestellt werden. Hautunreinheiten, Filmkorn oder Scannerfehler geraten bei einer Scharfzeichnung leicht zu unruhig. Die körnige Wirkung lässt sich durch einen höheren Schwellenwert aber wieder glätten; hohe Schwellenwerte reduzieren die Scharfstellung auf harte Kontraste wie Glanzlichter.

Radius 3 Radius 80 Schwellenwert 5 Schwellenwert 30

Abbildung 13.14:  Der Radiusregler legt fest, in welchem Bereich um eine Kontur herum Photoshop scharfstellen soll. Ein sinnvoller Wert hängt stark von der Druckauflösung ab, hohe Werte führen schnell zu plakativer Wirkung. Der Schwellenwert definiert den Kontrast, der zu einer Scharfstellung führen soll - hohe Schwellenwerte reduzieren die Scharfstellung auf harte Kontraste wie Glanzlichter und Konturen; sie verhindern, dass sich vorhandene Störungen stark herauskristallisieren. Alle Beispiele bei Stärke 200.

Wie schon gesagt: Am Schirm wirkt die Scharfstellung drastischer als im Druck. In hoch auflösenden Bildern verwenden Sie höhere Werte als in niedrig aufgelösten Dateien (siehe Abbildung 13.27).

13.2.2 Weitere Scharfzeichnungsfilter

Einige Scharfzeichnungsfilter kommen ganz ohne Dialogfeld aus und eignen sich für die schnelle Korrektur zwischendurch:

  • Scharfzeichnen und Stark scharfzeichnen erhöhen den Kontrast zwischen ohnehin kontrastierenden Pixeln und sorgen so für gesteigerten Schärfeeindruck.
  • Genauso, nur weniger differenziert, funktioniert das Konturen-Scharfzeichnen. Dieser Filter lässt das Bild weich und bearbeitet nur harte Konturen. So könnten Sie die unerwünschte Körnung etwa in Hauttönen oder anderen unregelmäßigen Bereichen vermeiden. Differenzierter geht das mit erhöhten Schwellenwerten des Filters Unscharf maskieren (siehe oben).

13.3 Weichzeichnungsfilter

Die Weichzeichnungsfilter bügeln Bildteile glatt, indem sie Kontraste herausnehmen. Sie eignen sich, um Vorder- und Hintergrund stärker zu trennen - wichtig bei Montagen - oder um von vornherein Fototapeten zu schaffen, auf die Text oder Schatten gestellt werden soll. Auch soften Sie mit Weichzeichnern Konturen in Schnellmasken, Alphakanälen und Ebenenmasken. Verwenden Sie einen schwachen Filter mehrfach hintereinander, ganz einfach durch Strg+F.

Ein Weichzeichner-Werkzeug  finden Sie auf der Werkzeugpalette (Kurztaste R, Seite 569). Allerdings gibt es zu diesem Werkzeug lohnende Alternativen (Seite 874).

13.3.1 Schnelle Weichzeichner

Zwei der Weichzeichnungsfilter arbeiten auf die Schnelle ganz ohne Dialogfeld:

  • Weichzeichnen dämpft harte Farbübergänge; der Filter hellt Pixel auf, die neben den harten Kanten von vorhandenen Linien oder Schattenzonen liegen.
  • Stark Weichzeichnen wirkt drei- bis viermal so stark.

Vorlage Weichzeichnen Stark weichzeichnen Stark weichzeichnen, 200 dpi

Abbildung 13.15:  Weichzeichnungsfilter glätten Konturen durch Kontrastausgleich. Die Vorlage hat 300 dpi, bei geringerer Druckauflösung (ganz rechts) wirkt die Weichzeichnung stärker. Datei: Skyline3

13.3.2 Gaußscher Weichzeichner

Der Gaußsche Weichzeichner zeichnet eine Auswahl mit einem regelbaren Betrag weich; niedrige Werte ab 0,1 zeigen wenig Effekt, hohe Eingaben (bis 250) putzen alles weg. Damit eignet sich der Gaußsche Weichzeichner auch, beliebige hart konturierte Motive zur sanften Tapete umzufunktionieren - jedes Bild mit passenden Farben lässt sich in eine flockige Fläche verwandeln, schöne Farbkombinationen mutieren zum luftigen Pixelgespinst. Bearbeiten Sie Fototapeten noch mit Tonwertkorrektur und Farbton/Sättigung, mit Störfilter und den Filtern Beleuchtungseffekte oder Blendenflecke. Wichtig ist die Funktion auch, um Auswahlen im Alphakanal aufzuweichen und um handgefertigten Schatten den luftigen Look zu geben.

Radius 1,5 Radius 4 Radius 15 Radius 50

Abbildung 13.16:  Der »Gaußsche Weichzeichner« löst scharf konturierte Motive mit regelbarer Stärke zu flächigen Fototapeten auf.

Verfeinerte Weichzeichnung

Einen duftigen, fotografischen Weichzeichner-Effekt erzielen Sie, wenn Sie ein weichgezeichnetes Bild mit verminderter Deckkraft über sein naturbelassenes Duplikat legen. Verwenden Sie für eine aufhellende Wirkung die Füllmethode Negativ multiplizieren, während Multiplizieren abdunkelt; Hartes Licht und Weiches Licht heben den Kontrast an (Details auf den Seiten 536 und 776). Schnelle Alternative, wenn Sie aufhellen möchten: der Verzerrungsfilter: Weiches Licht (Seite 918).

Abbildung 13.17:  Die Vorlage wird dupliziert, die »Kopie«-Ebene zeichnen wir mit dem »Gaußschen Weichzeichner« kräftig weich. Dann experimentieren wir in der Ebenenpalette mit verschiedenen Vorgaben für Überblendmodus und Deckkraft. Vorlage: Pflanze; Ergebnis: Pflanze_2

Abbildung 13.18:  Links: Die Füllmethode »Negativ multiplizieren« für die obere Ebene erzeugt eine aufhellende Weichzeichnung.  Rechts: Für eine abdunkelnde Weichzeichnung sorgt die Füllmethode »Multiplizieren«. Testen Sie in beiden Fällen auch Kontrastkorrekturen für die »Kopie«-Ebene.

Testen Sie statt des Befehls Gaußscher Weichzeichner auch die Funktionen Bewegungsunschärfe und Radialer Weichzeichner (siehe unten).

13.3.3 »Selektiver Weichzeichner«

Der Selektive Weichzeichner erinnert bei Anwendung der Option Flächen an den Stilisierungsfilter: Facetteneffekt (Seite 902), erlaubt jedoch eine feinere Kontrolle per Schieberegler. Kleinere oder größere Pixelbereiche werden zu einheitlichen Farbflächen zusammengeschlossen, so dass eine plakative Grafik entsteht, die aber nicht so grob wirkt wie der Befehl Einstellen: Tontrennung und die Farbstimmung besser erhält.

Der Radius-Regler kontrolliert die Wirkung, niedrige Werte bringen glatte Ergebnisse. Nutzen Sie die Option Kanten nutzen, entsteht eine Schwarzweißgrafik; anders als beim Schwellenwert-Befehl kommen jedoch keine groben Flächen, sondern fein gezeichnete Konturen zustande. Es kann Sinn machen, dieses Ergebnis umzukehren (Strg+I) und eventuell im Modus Abdunkeln über eine andere Version des Bildes zu blenden, so dass nur die schwarzen Konturen herauskommen - zu sehen im Bildbeispiel ganz rechts.

Flächen Kante Beides Kombination

Abbildung 13.19:  Der »Selektive Weichzeichner« glättet Kontraste und hebt Konturen heraus.

13.3.4 »Radialer Weichzeichner«, »Bewegungsunschärfe«

Zwei weitere Befehle aus dem Untermenü Filter: Weichzeichnungsfilter imitieren fotografische Effekte:

»Radialer Weichzeichner«

Ein Radialer Weichzeichner ahmt eine zoomende oder rotierende Kamera nach; Sie geben als Weichzeichnungsmethode kreisförmig oder strahlenförmig an und dazu einen Wert von -999 bis +999. Beim kreisförmigen Modus gibt dieser Wert den Drehungsgrad an; beim strahlenförmigen Weichzeichnen nennt er die Stärke des Effekts. Natürlich verwendet man den Filter, um Rotation etwa von Reifen zu zeigen. Aber der dynamische Effekt brezelt alle möglichen Motive auf, so auch Hintergründe oder Schriftzüge.

Sie erhalten grobkörnige Qualität, wenn Sie den schnellen Entwurf wählen; weichere Ergebnisse erzielen gut und sehr gut, die nur in großen Auswahlen unterschiedliche Ergebnisse bringen - auf langsamen Rechnern ein Geduldsspiel.

Kreisförmig, Stärke 5 Strahlen, Stärke 13 Bewegungsunschärfe Nur Rand

Abbildung 13.20:  Der »Radiale Weichzeichner« erzeugt Rotations- und Zoomeffekte. Der Filter »Bewegungsunschärfe« ahmt einen fotografischen Wischeffekt nach. Es kann sinnvoll sein, ihn nur auf den Rand eines Objekts wirken zu lassen. Dateien: Skyline, Ball

13.3.5 »Bewegungsunschärfe«

Die Bewegungsunschärfe ahmt ein Phänomen der Fotografie nach: Schnelle Bewegungen, die Sie mit langer Belichtungszeit aufnehmen, verwischen; nicht anders ergeht es statischen Motiven, wenn der Fotograf die Kamera verreißt.

Tippen Sie im Dialogfeld einen Winkel ein oder ziehen Sie die Kreislinie im Uhrzeigersinn für einen positiven, gegen den Uhrzeigersinn für einen negativen Winkel; unter Distanz notieren Sie mit Werten von 1 bis 999, wie stark die Wirkung ausfallen soll, wie lang der Wischeffekt gerät. Dieser Filter bietet überdies eine interessante Alternative zum Gaußschen Weichzeichner, wenn Schatten anzulegen oder Hintergründe glattzustreichen sind; die Ergebnisse wirken lebendiger. An Schriftzügen oder Objekten vor einfarbigem Hintergrund lässt sich sogar eine Art 3D-Effekt herausarbeiten.

Die Bewegungsunschärfe soll oft nur am Rand eines Objekts wirken. Laden Sie dazu zunächst die Auswahl für das Objekt (Strg-Klick auf die Ebenenminiatur), dann verwenden Sie den Befehl Auswahl: Auswahl verändern: Rahmen erstellen und geben Sie eine Pixelbreite ein. Damit ist nur die Objektkontur von einem Rahmen umflossen. Diesen Rahmen verschieben Sie mit einem Verschieben-Werkzeug  in die Richtung, in die die Bewegungsunschärfe laufen soll, dann geben Sie ihm eine Weiche Auswahlkante und lassen den Filter los. Alternative: die Objektauswahl umkehren und leicht verschieben. Mitunter überblendet man auch zwei Objekte mit und ohne Bewegungsunschärfe.

Der Filter Bewegungsunschärfe kann auch Oberflächenrelief erzeugen, zum Beispiel auf Verläufen und sonstigen glatten Flächen. Bringen Sie zunächst einen leichten Störungsfilter an (Seite 904), dann sorgt die Bewegungsunschärfe für feine Riffelung. Dieses Ergebnis lässt sich wiederum mit Kontrastanhebung auffrischen. Prinzipiell leistet Ähnliches auch der Strukturierungsfilter: Körnung (Seite 901) mit den Optionen Horizontal oder Vertikal.

Abbildung 13.21:  Hier wenden wir die Bewegungsunschärfe auf ein Duplikat der »Hintergrund«-Ebene an. Das Hauptmotiv wird auf dem Duplikat durch eine weichgezeichnete Ebenenmaske ausgespart, so dass das ungefilterte Original an dieser Stelle erkennbar bleibt.  Vorlage: Erika_1; Ergebnis: Erika_2

13.4 »Kreative« Verfremdung

Letzte Rettung für fade Scans, Computerspiel für Grafikfexe oder ernsthaftes Imaging? Die zahllosen Effekte der Menüs Kunstfilter, Malfilter, Stilisierungsfilter und Zeichenfilter verfremden eine Datei mit künstlerischem oder grafischem Touch. Sie alle haben das Zeug, glatte Computergrafik »menschlicher« zu machen. Aber oft sieht es erst recht nach Computerschrott aus. Zu empfehlen sind Filterkombinationen, nachträgliche Kontrastanhebung, Versuche mit Füllmethoden und Deckkraft - auch zu haben per Verblassen - sowie Bearbeitung von Einzelkanälen in Graustufendateien, die in den RGB-Modus konvertiert wurden.

Eine Leinwandstruktur aus dem Strukturierungsfilter: Mit Struktur versehen betont noch den handwerklichen Charakter, einzelne Filter verwenden ohnehin Strukturen. Sie bieten im Einblendmenü den Punkt Struktur laden (Details zur »Struktur«-Funktion ab Seite 880).

Abbildung 13.22:  Kunst am Bild : Die Untermenüs »Kunstfilter«, »Malfilter«, »Stilisierungsfilter« und »Zeichenfilter« (v.l.n.r.) verfremden Vorlagen grafisch.

Das Resultat gerät eher künstlich als künstlerisch: Mit den namensgebenden Kunsttechniken haben die Kunstfilter-Resultate so viel zu tun wie das »Klarinetten«-Register einer Heim-Orgel mit dem Klang des gleichnamigen Holzblasinstruments. Weder erinnert das Fresko an Malerei auf frischem Kalkbewurf, noch denkt man beim Mezzotint-Output an einen entsprechenden Kupferstich. Das Basrelief hat nur vage mit einem typischen Flachrelief zu tun.

Wollen Sie Motivteile aus einer Bildfassung, die in der Protokollpalette noch zugänglich ist, mit künstlerischem Touch aufs Bild malen, verwenden Sie den Kunst-Protokollpinsel (Seite 107).

13.4.1 »Stilisierungsfilter«

Die Stilisierungsfilter verwandeln Ihre Bilddateien in poppige Grafiken. Sie arbeiten mit Pixelverschiebung und Kontrastmanipulation. Nicht immer wird alles »Kunst statt Kitsch«. Mit Verzerrungen arbeiten die Stilisierungsfilter: Kacheleffekt, Extrudieren und Windeffekt. Im Einzelnen:

»Extrudieren«

Beim Extrudieren wird die Vorlage in ein Feld von dreidimensionalen Quadern oder Pyramiden verwandelt. Wählen Sie beim Quader geschlossene Oberflächen, füllt Photoshop die oberen Seiten jedes Quaders mit dem mittleren Farbwert - das Ergebnis wirkt grafischer, flächiger. Alternativ verwenden Sie die Originalbildpunkte aus der Datei. Sie bestimmen außerdem die Grösse, also die Grundfläche, der Objekte und die Tiefe - wie weit sie hervorstehen. Sie können die Tiefe auch zufällig regeln lassen; helligkeitsabhängig bedeutet dagegen, dass helle Bildteile mehr hervorstehen. Blenden Sie Quader oder Pyramiden, die sich nur teilweise innerhalb der Auswahl befinden, aus - dafür sorgt die Option unvollständige Blöcke maskieren.

»Kacheleffekt«

Der Kacheleffekt zerbricht das Bild in zahlreiche Platten. Geben Sie an, wie viele Kacheln Sie mindestens in jeder Reihe sehen wollen und wie der Zwischenraum zwischen den Platten gefüllt werden soll - am sinnvollsten wohl mit einer ausgewählten Hintergrundfarbe. Sie haben insgesamt die Wahl zwischen Vordergrund- und Hintergrundfarbe, der farbverkehrten oder der unveränderten Version des Ursprungsbildes.

»Windeffekt«

Der Windeffekt ahmt mit kleinen horizontalen Linien eine Luftbewegung nach. Dabei ist Sturm stärker als Wind und der Orkan verschiebt gar die Windlinien. Der Effekt wirkt ausgesprochen grob; die Befehle Bewegungsunschärfe (Seite 888) oder Verwackelungseffekt (Seite 902) agieren differenzierter.

Die Streifen dieses Filters Windeffekt geraten immer weiß; um schwarze Streifen zu erhalten, kehren Sie die Vorlage zunächst um (Strg+I, für Invert), dann filtern Sie, dann kehren Sie erneut um.

»Konturen finden«

Lassen Sie den einschlägigen Filter Konturen finden, wenn Sie Objekte in einem Bild mit einem dunklen Rand umgeben und gleichzeitig den Hintergrund dämpfen wollen. Der Filter eignet sich auch zur Überblendung mit dem naturbelassenen Original zum Beispiel in den Modi Abdunkeln oder Hartes Licht.

»Konturwerte finden«

Beim Filter Konturwerte nennen Sie zusätzlich im Feld Stufe einen Schwellenwert zum Ermitteln der Farbwerte. Der Wert bezieht sich auf den Tonwertbereich von 0 bis 255; fahren Sie mit dem Mauszeiger ins Bild und lassen Sie sich von der Infobox nach dem RGB- oder CMYK-Schema zeigen, welche Werte Sie betonen wollen. Die tippen Sie dann ein. Die Option Unterhalb wendet den Filter auf Farbwerte unterhalb des festgelegten Werts an; die Option Oberhalb bearbeitet die helleren Farbwerte darüber. Wollen Sie die Konturen in ein Halbtonbild einblenden, legen Sie es auf eine Ebene darüber und blenden in den Ebenenoptionen die hellsten Lichter der »aktuellen Ebene« aus. Es kann sinnvoll sein, vorab weichzuzeichnen und/oder die Kontraste anzuheben (siehe Abbildung 13.23).

Vorlage Extrudieren Extrudieren Kacheleffekt

Konturen finden Konturwerte finden Leuchtende Konturen Korneffekt

Relief Relief Solarisation Windeffekt

Abbildung 13.23:  »Stilisierungsfilter«: Diese Funktionen erzeugen grafische Verfremdungen und Pixelverschiebungen. Die Beispieldatei wird mit 300 dpi gedruckt. Vorlage: Flora

»Leuchtende Konturen«

Der Filter Leuchtende Konturen ist quasi die Neonausgabe der anderen Konturen-Befehle. Stellen Sie mit dem Glätten-Regler einen mittleren Wert ein, um auch raue Flächen glatt wiederzugeben. Das Farbenspiel lässt sich mit dem Befehl Farbton/Sättigung (Strg+U, Seite 488) leicht ändern. Ist der Hintergrund rein schwarz, eignet sich das Ergebnis zum Beispiel gut zum Überblenden mit aufhellenden Modi wie Negativ multiplizieren oder Aufhellen. Natürlich können Sie das Ergebnis auch umkehren (Strg+I) oder die schwarzen Bereiche per Fülloptionen von der Bildfläche verbannen (vergleiche Seite 800).

Alternativen zu den Konturen-Kommandos finden Sie im Untermenü Malfilter (siehe unten): Der Befehl Kanten betonen ist eine diskrete Fassung von Konturen finden oder Leuchtende Konturen; er verdrängt nicht die eigentliche Bildinformation. Konturen nachzeichnen wirft noch Farbspritzer ein.

»Relief«

Der Relief-Filter lässt eine Auswahl erhöht oder geprägt erscheinen. Dazu werden Konturen nachgezeichnet. Dabei greift das Programm seit Version 5 Farben aus der Datei auf. Benötigen Sie ein eher graues Bild nach Art der Vorversionen, nehmen Sie die Sättigung mit dem Regler Farbton/Sättigung zurück.

Benötigt werden klare Kontraste. Geben Sie einen Winkel zwischen +360 und -360 Grad an oder bewegen Sie die Linie innerhalb des Relief-Dialogfeldes. Um die Oberfläche zu erhöhen, tippen Sie einen positiven Wert ein; ein negativer Wert lässt das Bild eingedrückt erscheinen. Legen Sie dann die Höhe des Reliefs fest und die Stärke von 1 bis 500 Prozent. 1 nimmt besonders viel Farben aus der Auswahl, 500 erhält die Farbwerte entlang den Kanten, wirkt aber grell. Wollen Sie kräftigere Reliefs herausholen, machen Sie das Bild zuvor kontrastreicher, zum Beispiel mit Tonwertkorrektur oder Helligkeit/Kontrast aus dem Bild-Untermenü Einstellen. Der Relieffilter ist ein Klassiker in allen möglichen Bildprogrammen und war in Computerprospekten und Multimedia-Oberflächen zu häufig anzutreffen. Alternativen zum Relief auf Basis von Vorder- und Hintergrundfarbe bieten die Zeichenfilter: Stuck und Basrelief (siehe unten).

Wiederholen Sie den Relief-Effekt ein zweites Mal mit sehr niedrigen Werten - Strg+Alt+F bringt den letzten Filterdialog wieder her.

Relief-Effekt von Hand

Einen handgemachten Relief-Effekt erzeugen Sie folgendermaßen:

1. Legen Sie zwei Versionen des Bildes in der Ebenenpalette übereinander, indem Sie zum Beispiel die »Hintergrund«-Ebene auf das Symbol Neue Ebene  ziehen.
2. Kehren Sie die obere Ebene um (Strg+I) und vermindern Sie die Deckkraft.
3. Verschieben Sie die obere Ebene um wenige Pixel - zum Beispiel mit den Pfeil-Tasten, wenn Sie das Verschieben-Werkzeug  aktivieren (Strg+V).
4. Experimentieren Sie mit Füllmethoden wie Hartes Licht, Ausschluss oder Ineinanderkopieren und mit dem Deckkraft-Regler.

»Korneffekt«

Der Korneffekt-Filter simuliert das Filmkorn eines hochempfindlichen Films, allerdings ist die Stärke nicht regelbar. Er mischt Pixel, um sie weniger scharf erscheinen zu lassen. Sie können die Bildpunkte Normal, also zufallsgesteuert, verteilen lassen. Wenn Sie Abdunkeln, ersetzt Photoshop hellere Pixel durch dunklere. Umgekehrt werden beim Aufhellen dunklere Pixel durch hellere ersetzt. Der Korneffekt kann den Störungsfilter ersetzen und einen Alphakanal oder eine Ebenenmaske aufrauen.

»Solarisation«

Die Solarisation erzeugt poppige Kontraste und Farbverfälschungen, sie erinnert an eine gleichnamige Dunkelkammertechnik. Präziser basteln Sie eine Solarisation, indem Sie die Gradationskurve gegen den Strich verzerren - mit dem Bleistift-Werkzeug und der Glätten-Option (Seite 484); ebenfalls schillernde Verfremdungen erzeugt die Funktion Bild: Einstellen: Verlaufsumsetzung (Seite 556).

13.4.2 »Kunstfilter«

Mal flächig, mal körnig geraten die Ergebnisse mit den Filtern im Untermenü Kunstfilter. Sie finden hier schöne Funktionen für flächige Hintergründe, so etwa Grobes Pastell, Farbpapier-Collage, Malmesser bei hoher Strichstärke oder Ölfarbe getupft. Zu den vielen Photoshop-Variationen des Themas »Korn und Kanten« gehören die weniger reizvollen Filter Grobe Malerei, Fresko sowie Tontrennung & Kantenbetonung.

Aquarell Buntstiftschraffur Diagonal verwischen Farbpapier-Collage

Fresko Grobe Malerei Grobes Pastell Körnung & Aufhellung

Kunststoffverpackung Malgrund Malmesser Neonschein

Ölfarbe getupft Ölfarbe getupft Schwamm Tontrennung & Kantenbetonung

Abbildung 13.24:  »Kunstfilter«: Flächige und körnige Ergebnisse produzieren die Funktionen aus dem Untermenü »Kunstfilter«. Einige verwenden Strukturen. Datei: Flora

13.4.3 »Malfilter«

Die Malfilter setzen den Trend der Kunstfilter fort: Verzerren und Farbe untermischen. Etwas schwarzen Farbauftrag bringen etwa Dunkle Malstriche und Sumi-e ins Spiel. Kanten betonen ist eine diskrete Fassung von Konturen finden oder Leuchtende Konturen, während Konturen nachzeichnen quasi ein Kanten betonen mit Farbspritzern ist. Spritzer und Verwackelte Striche wetteifern um die gleiche, kleinflächige Verzerrung, während die Kreuzschraffur immerhin kreuzförmig verzerrt. Insgesamt wirkt das Angebot in diesem Untermenü weniger prickelnd.

Dunkle Malstriche Gekreuzte Malstriche Kanten betonen Konturen nachzeichnen

Kreuzschraffur Spritzer Sumi-e Verwackelte Striche

Abbildung 13.25:  »Malfilter«: Die Filter dieser Gruppe arbeiten mit feinen Verzerrungen und Farbspritzern.

13.4.4 »Zeichenfilter«

Zahlreiche Zeichenfilter greifen auf Vorder- und Hintergrundfarbe zu (vergleiche Seite 526). Denken Sie daran, dass Sie diese Tonwerte besonders einfach über die Farbfelder oder mit dem Farbregler einstellen können, erhältlich im Fenster-Menü. Oft empfiehlt sich als Hintergrundfarbe Weiß; die Standardfarben Schwarz und Weiß richten Sie mit der Kurztaste D (für Default Colors) ein.

Abbildung 13.26:  Die Portrait-Ebene wurde mit dem Befehl »Filter: Zeichenfilter: Rasterungseffekt« bearbeitet; dabei nutzten wir die Vorgabe »Linien«. So entstand ein Graustufenbild mit dem typischen Linienmuster einer schlechten TV-Übertragung. Da es jedoch zu trostlos wirkt, mischen wir es mit dem farbigen Portrait von »Ebene 1«, dessen Deckkraft wir auf 70 Prozent senken. In der Ebenenpalette schalten wir für Ebene 2 die Füllmethode »Negativ multiplizieren« ein und senken die Deckkraft ebenfalls auf 80 Prozent. Vorlagen: TV, TV_3; Ergebnis: TV_4

Basrelief Chrom Conté-Stifte Feuchtes Papier

Fotokopie Fotokopie Gerissene Kanten Kohleumsetzung

Kreide & Kohle Prägepapier Prägepapier Punktierstich

Rasterungseffekt Stempel Strichumsetzung Stuck

Abbildung 13.27:  »Zeichenfilter«: Die Ergebnisse basieren auf Vorder- und Hintergrundfarbe.

Die Resultate lassen sich problemlos umfärben mit dem Farbton-Regler im Dialogfeld Farbton/Sättigung (Strg+U); auch eine Tonwerterweiterung ist oft angezeigt (Strg+L). Sie sehen zwar nicht so aus, aber die entstehenden Bilder haben meist mehr als 256 Tonwerte und lassen sich damit nicht verlustfrei als 8-Bit-Datei speichern, um sie etwa im GIF-Format auf einer Internet-Seite zu verwenden. Sichtbare Verluste entstehen jedoch kaum, wenn Sie in den Modus: Indizierte Farben wechseln und dabei eine Palette anwählen, die sich an den wichtigsten Bildfarben orientiert, etwa Adaptiv (Details zu Farbpaletten bei Indizierten Farben ab Seite 381).

Als Alternativen zum Relief-Filter fungieren Basrelief und Stuck, wenn man mit der Vordergrundfarbe arbeiten möchte. Eine Verstärkung der Plastikverpackung bietet der Materialwechsel zu Chrom. Der Stempel-Befehl mit seinen Strichgrafiken ist einmal mehr eine Alternative zu Schwellenwert plus Hochpaß (Seite 504). Auch der Rasterungseffekt basiert auf Vorder- und Hintergrundfarbe und unterscheidet sich damit deutlich vom Vergröberungsfilter: Farbraster; der Rasterungseffekt erzeugt eher eine »digitale« Anmutung, lässt an Monitorzeilen oder Radiowellen denken. Die Fotokopie ermöglicht das, wonach alle Computerdesigner lechzen: Eine perfekte, gelackte Vorlage wieder billig und lebendig wirken lassen (Parallele: DJs mischen historische Schallplattenknackser in Synthesizer-Klänge). Das Feuchte Papier wurde offenbar falsch einsortiert: Mit seinen Lichtsäumen und feinen Verzerrungen auf Mikroebene erinnert es eher an Kreuzschraffur und andere.

13.5 Beleuchtungseffekte

Er ist der Solitär unter den Filtern: Der Befehl Filter: Rendering-Filter: Beleuchtungseffekte taucht flaue Motive ins rechte Licht, blendet visuellen Schrott mildtätig aus, haucht flachen Hintergründen Leben ein, schafft digitales Drama und verleiht Pixelflächen Wärme und Ambiente. Die Beleuchtungseffekte harmonieren mit vielen anderen Filtern; oft reicht behutsame Anwendung.

Abbildung 13.28:  Die »Beleuchtungseffekte« tauchen Bild dateien in Flutlicht.

Das Prinzip: Sie haben eine Lichtquelle - oder mehrere - und darum herum ein Umgebungslicht. Sie definieren die Farbe und die Intensität sowohl für Lichtquellen als auch für das Umgebungslicht. So kann es innen heller und außen herum dunkler werden. Insgesamt stehen Ihnen maximal 16 Lichtquellen, drei Lichtarten und fünf regelbare Eigenschaften, darunter Glanz, Material und Grundhelligkeit, zur Verfügung. Zusätzlich können Sie Struktur per Alphakanal einflechten und mit Reliefwirkung ausleuchten lassen.

Die Beleuchtungseffekte funktionieren nur bei RGB-Bildern - so wie sich auch Licht nach dem RGB-Schema mischt. Richten Sie diesen Modus bei Bedarf mit dem Befehl Bild: Modus: RGB-Farbe ein (Details zu diesem Modus ab Seite 433).

Abbildung 13.29:  Links: Diese Vorlage bearbeiten wir mit dem Befehl »Filter: Rendering-Filter: Beleuchtungseffekte«. Zweites Bild : Der erste Strahler betont das Hauptobjekt und blendet unerwünschte Bereiche aus. Drittes Bild : Ein zweiter Strahler setzt oranges Licht auf den Handrücken. Viertes Bild : Wir wählen den Hintergrund mit Lasso und Zauberstab aus, wenden anschließend den Befehl »Auswahl: Weiche Auswahlkante« an und setzen einen blauen »Spot«; dabei kommt es auf hohe Werte für »Radius« und »Intensität« an. Vorlage: Kette

13.5.1 Stil und Lichtquellenarten

Im Einblendmenü Stil wählen Sie eine Beleuchtungsart. Der Stil speichert alle Einstellungen für alle Lichtquellen, die zur gleichen Zeit brennen. Adobe liefert schon eine Reihe Stile mit; Ihre eigenen Lichtkreationen lassen sich mit den entsprechenden Schaltflächen Speichern und auch wieder Löschen; jede Komposition erscheint im Einblendmenü Stil.

Im Einblendmenü Lichtart wählen Sie Spot, Strahler oder Diffuses Licht.

»Diffuses Licht«

Diffuses Licht ist am wenigsten regulierbar und scheint über die ganze Fläche gleichmäßig hell. Mit der Linie in der Vorschau bestimmen Sie Winkel, Richtung und Standort. Je mehr Sie die Linie verkürzen, umso heller scheint das diffuse Licht. Ziehen mit gedrückter Umschalt-Taste hält den Winkel konstant und verändert nur die Länge der Linie. Umgekehrt korrigieren Sie den Winkel bei geschützter Länge mit gedrückter Strg-Taste.

»Strahler«

Ein Strahler dagegen leuchtet direkt von oben auf das Bild. Im Vorschaufeld erscheint deshalb stets ein konzentrischer Kreis. Sie können ihn durch Ziehen am mittleren Griff bewegen oder mit einem der vier äußeren Griffe vergrößern oder verkleinern.

»Spots«

Ein Spot erzeugt ellipsenförmiges Licht, das von einem definierbaren Strahlerstandpunkt ausgeht. Die Linie im Vorschau-Feld legt Richtung und Winkel fest, die vier Griffpunkte zeigen die Begrenzung. Sie bewegen die Lichtquelle durch Ziehen des mittleren Griffpunkts in der Strahlerfarbe; an den äußeren Griffpunkten regulieren Sie Winkel und Länge des Lichtstrahls. Mit gedrückter Umschalt-Taste halten Sie die Winkel konstant und verändern nur die Größe. Umgekehrt hält die gedrückte Strg-Taste die Größe konstant, so dass Sie nur die Richtung des Spots und den Winkel ändern können (siehe Abbildung 13.30).

Abbildung 13.30:  Links: An dieser Datei zeigen wir die verschiedenen Lichtarten. Zweites Bild : Das »diffuse Licht« scheint über die ganze Fläche gleichmäßig. Drittes Bild : Der »Strahler« leuchtet direkt von oben. Viertes Bild : Ein »Spot« leuchtet stets aus einer festgelegten Richtung. Vorlage: Devisen

13.5.2 »Lichtart«

Im Feld Lichtart stellen Sie die Eigenschaften der markierten Lichtquelle ein.

  • Im Einblendmenü wählen Sie einen Lichtquellentyp, also Spot, Strahler oder Diffuses Licht (siehe oben).
  • Der Regler Intensität kontrolliert die Stärke des Effekts. Ziehen Sie den Regler nach rechts in Richtung auf Aufhellen, nimmt der Effekt zu.
  • Der Fokus-Regler bestimmt bei der Lichtquelle Spot, wie weit sich das Licht innerhalb der Begrenzung ausbreiten kann. Nur wenn der Regler auf Weit steht, füllt das Licht die ganze Begrenzung aus, ansonsten verteilt es sich schwächer nur im Bereich des Zentrums. So lässt sich ein helles, aber schwach ausstrahlendes Licht ebenso einstellen wie ein schwaches, aber über die gesamte Begrenzung verteiltes Licht. Ist bei Weit der Anschlag erreicht, brennt das Licht mit einer unangenehm harten Kante.
  • Klicken Sie in das Farbfeld, um im Farbwähler eine Lichtfarbe zu definieren. Informationen zum Farbwähler finden Sie ab Seite 528.
  • Mit dem Ein-Schalter knipsen Sie das Licht vorübergehend aus, ohne es dauerhaft zu entfernen.

13.5.3 »Eigenschaften«

Mit vier Reglern definieren Sie die Lichteigenschaften näher:

  • Der Glanz-Regler stellt stufenlos Oberflächen von Matt bis Glänzend her.
  • Neben Material legen Sie fest, ob Lichtquelle oder Objekt stärker reflektiert: Bei Plastik wird stärker die Farbe der Lichtquelle gespiegelt, während Metall die Objektfarbe betont.
  • Die Belichtung hellt das Bild auf, wenn ein positiver Wert eingestellt ist; bei negativen Werten wird das Motiv abgedunkelt.
  • Mit der Umgebung legen Sie den Einfluss des Umgebungslichts fest. Ein positiver Wert macht die Lichtquelle allein wirksam, ein negativer Wert nimmt ihren Einfluss zurück.
  • Nach einem Klick auf das Farbfeld im Abschnitt Eigenschaften stellen Sie im Farbwähler die Farbe des Umgebungslichts ein.

Stellen Sie die Grundhelligkeit auf Plus-Werte und Intensität auf einen Minus-Betrag, um einen Schatten zu erzeugen oder um anderweitig abgedunkelte Bereiche zu definieren.

13.5.4 Vorschaufeld

Über dem Vorschaubild stellt Photoshop die Strahler dar. Die einzelnen Lichtquellen bewegt man durch Ziehen an den Mittelpunkten, die gleichzeitig die Lichtfarbe darstellen. Begrenzung und Winkel stellt man mit den Griffpunkten an den Begrenzungskreisen ein. Sie können nur einen Strahler gleichzeitig bearbeiten, nur bei ihm sind Griffpunkte und Begrenzung sichtbar. Den nächsten Strahler aktivieren Sie durch Klick auf einen Strahler-Mittelpunkt oder per Tab-Taste. Dass man nicht einige oder alle Strahler zugleich verschieben kann, macht die Arbeit an komplexen Kreationen nicht leichter.

Ziehen Sie das Lichtquellen-Symbol  auf die Vorschaufläche, um eine neue Lichtquelle einzubringen - maximal 16 dürfen strahlen. Mit gedrückter Alt-Taste duplizieren Sie eine vorhandene Lichtquelle. Überflüssige Lichtquellen entsorgen Sie in den Mülleimer n. gef. D:\Photo_Shop_Komp\mmuelleimer oder per Entf-Taste. Der Ein-Schalter im Abschnitt Lichtart knipst eine Lampe vorübergehend aus, ohne sie zu entfernen.

Abbildung 13.31:  Die »Beleuchtungseffekte« beleben eine Hintergrundfläche, die mit dem Befehl »Filter: Rendering-Filter: Wolken« entstand. Zweites Bild : Hier wurde eine Struktur als »Reliefkanal« verwendet. Drittes Bild : Die Auswahl des Objekts wurde im Alphakanal weichgezeichnet und als Reliefkanal eingesetzt. Viertes Bild : Weißer Text auf Schwarz wurde im Alphakanal mit dem Befehl »Filter: Weichzeichnungsfilter: Bewegungsunschärfe« verzerrt, auf neutralgrauem Grund als Reliefkanal ausgeleuchtet und mit der »Färben«-Option des Dialogs »Farbton/Sättigung« bearbeitet. Vorlagen: Western, HD

13.5.5 »Reliefkanal«

Alphakanäle (vergleiche Seite 641) oder Grundfarbenkanäle können Sie nutzen, um Relief ins Werk zu weben. Photoshops Prinzip: Graustufen werden in Höhenwerte umgesetzt. So geht's:

  • Als Reliefkanal wählen Sie einen Alphakanal oder einen Grundfarbenkanal, der eine Struktur enthält, die Photoshop als Relief ausleuchten soll.
  • Mit der Option Weiss entspricht voller Höhe kehren Sie die Auswahlwirkung des Kanals um - statt der schwarzen Bereiche markieren jetzt die Weißzonen im Alphakanal die Bildteile, die Photoshop erhaben darstellen soll.
  • Mit dem Höhe-Regler bestimmen Sie, wie markant das Relief hervortritt.

Schade nur, dass hier ein Regler für Skalierung fehlt, wie ihn viele andere Filter zu bieten haben. Als Füllung für die Reliefkanäle kommen zum Beispiel Strukturen von Stoff, Papier, Holz, Stein oder Stoff in Frage. Photoshop liefert einige Strukturen mit, zu finden im Programmordner »Vorgaben/Strukturen«. Zahlreiche weitere Strukturen beherbergt das Verzeichnis »Zugaben/Strukturen für Beleuchtungseffekte« auf der Photoshop-CD. Einfachste Lösung: Laden Sie eine Struktur in einen Alphakanal - zum Beispiel per Filter: Rendering-Filter: Struktur laden (Seite 881) -, dann verwenden Sie den Alphakanal in den Beleuchtungseffekten.

Packen Sie gleich diverse Alphakanäle mit unterschiedlichen Strukturen voll, so dass man sie im Dialogfeld hintereinanderweg ausprobieren kann.

Reliefkanal variieren

Verwenden Sie auch einmal eine Objektkontur als Reliefkanal. Damit umfließt das Licht Ihr Objekt nur an den Rändern - sollten Sie jedoch Schwarz sehen, schalten Sie die Option Weiss entspricht voller Höhe um. Verkleinern Sie diese Alphakanalauswahl auch einmal mit dem Befehl Dunkle Bereiche vergrößern aus dem Filter-Untermenü Sonstige Filter. Zuvor duplizieren Sie aber den guten Auswahlkanal, indem Sie ihn in der Kanälepalette auf das Symbol Neuer Kanal  ziehen. Zu harte Ränder zeichnen Sie weich.

Haben Sie keinen Maskenkanal für Ihr Objekt angelegt, tut es mitunter auch der Grundfarbenkanal - jedenfalls wenn sich das Objekt kontrastreich vom Hintergrund abhebt. Klicken Sie vor Aufruf des Filters die Einzelkanäle in der Kanälepalette an, um herauszufinden, welcher Kanal das Motiv am besten herausstellt.

Man kann sich jede beliebige Graustufendatei in ein Gebirge umrechnen lassen, zum Beispiel Buchstaben. Laden Sie den Text in den Alphakanal und zeichnen Sie ihn weich. Damit der volle Tonwertbereich ausgenutzt wird und große Höhenunterschiede zustande kommen, erweitern Sie mit dem Befehl Tonwertkorrektur aus dem Bild-Untermenü Einstellen das Tonwertspektrum - ein Klick auf die Auto-Schaltfläche spreizt den Tonwertumfang weitgehend von Schwarz bis Weiß; Sie können dort noch mit dem grau dargestellten Gammaregler die mittleren Tonwerte mehr aufhellen oder abdunkeln - je nachdem, ob das virtuelle Gebirge schnell oder langsam in die Höhe schießen soll. Sie können auch die Textauswahl in einen Kanal mit einer Struktur laden. Dunkeln Sie das Textinnere ab, hellen Sie die umgekehrte Auswahl auf. Eventuell sollten Sie weichzeichnen und Kontrast herausnehmen, wenn einerseits die Schrift hoch aufragen, aber die Struktur nicht zu stark hervortreten soll.

Abbildung 13.32:  Links: Diese schlichte Grafik verwenden wir für unseren Test. Zweites Bild : Wir nutzen die »RGB«-Voreinstellung aus den »Beleuchtungseffekten«. Drittes Bild : Hier wurde der Rotkanal als Reliefkanal verwendet. Viertes Bild : Hier diente ein weichgezeichnetes Duplikat des Rotkanals als Reliefkanal.

13.5.6 Beleuchtungseffekte verschieben und animieren

Um einen Beleuchtungseffekt (oder die Blendenflecke, siehe Seite 911) flexibel über einer Datei verschieben zu können, wenden Sie den Filter auf eine separate, neutralgraue Ebene an:

1. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste auf das Symbol Neue Ebene  in der Ebenenpalette.
2. Entscheiden Sie sich im Dialogfeld Neue Ebene für den Modus Hartes Licht und für die Füllung mit der neutralen Farbe, hier Grau.
3. Wenden Sie die Beleuchtungseffekte auf diese Ebene an.

Damit der Beleuchtungseffekt nicht gleich am aktuellen Bildrand abgeschnitten wird, können Sie diese Ebene mit der »Transformieren«-Funktion über den aktuellen Dateirand hinaus vergrößern (Details zu diesem Verfahren ab Seite 544). Die Isolierung auf einer separaten Ebene ermöglicht es auch, den Lichtschein in einer GIF-Animation über das Bild wandern und ausklingen zu lassen. Dazu verwenden Sie die Animation-Palette in ImageReady und dort den Befehl Dazwischen einfügen (Seite 282).

13.6 »Vergröberungsfilter«, »Strukturierungsfilter«

Die zwei Untermenüs Vergröberungsfilter und Strukturierungsfilter bieten vor allem Funktionen, die Pixelflächen zusammenfassen oder aufrauen.

13.6.1 »Strukturierungsfilter«

Die Strukturierungsfilter rauen Bildoberflächen auf. Die Ergebnisse lassen sich teilweise auch mit anderen Filtern erzielen. Dieses Untermenü zielt aber mehr auf malerische Ergebnisse und weniger auf Zweckentfremdung, die weiterbearbeitet wird. Der Filter Mit Struktur versehen und die allgemeinen Struktur-Funktionen wurden bereits im Abschnitt »Struktur« besprochen (Seite 880). Sie finden außerdem im Folgenden:

  • Ein sehr abstraktes »Mosaikfenster« produziert der Filter Buntglas-Mosaik. Die Größe der Fugen ist regelbar, die Farbe der Fugen wird aus der aktuellen Vordergrundfarbe hergeleitet. Hohe Lichtintensität führt zu einer malerischen Überstrahlung.
  • Grobe Mosaiksteinchen mit festgelegter Oberflächenstruktur erzeugt der Filter Kacheln. Die Tiefe der Fugen ist regelbar. Im Grunde ist dieser Filter nur eine Teilfunktion von Mit Struktur versehen.
  • Statt Störungen hinzufügen (Seite 904) können Sie auch eine Körnung anbringen. Dieser Filter bietet schöne Varianten des Themas »Zufällige Pixelverteilung«, so etwa mit den Optionen Horizontal und Vertikal, die eine Art Maserung aufbringen. Die Intensität ist regelbar, nicht so die Skalierung. Testen Sie nach einer die Überblendung per Verblassen, zum Beispiel im Modus Hartes Licht.
  • Patchwork? Der Filter erinnert eher an Legobausteine; verwandte Verfremdungen stellen Sie her mit Kacheleffekt oder Extrudieren.
  • Ähnlich den Kacheln fressen auch die Risse tiefe Gräben in ein Bild, freilich unregelmäßiger und ohne eine allgemeine Oberflächenstruktur. Hier ist die Breite der Gräben regelbar.

Vorlage Facetteneffekt Farbraster Kristallisieren

Mezzotint Mosaikeffekt Punktieren Verwackelungseffekt

Buntglas-Mosaik Kacheln Körnung Körnung

Mit Struktur Mit Struktur Patchwork Risse

Abbildung 13.33:  Die Wirkung der »Vergröberungsfilter« hängt stark von der Druckauflösung ab. Auch die »Strukturierungsfilter« verändern scheinbar die Bild oberfläche. Datei: Auge

13.6.2 »Vergröberungsfilter«

Die Vergröberungsfilter fassen Bereiche unterschiedlicher Pixel zu geschlossenen Blöcken zusammen. So soll ein malerischer Effekt oder eine Struktur entstehen. Die Wirkung hängt stark von der Druckauflösung ab.

»Mosaikeffekt«

Der Mosaikeffekt fasst Bildpunkte zu quadratischen Blöcken zusammen. Das Bildergebnis mutet pixelig und »digital« an. Manche Zeitschriften anonymisieren Personen nicht mit schwarzem Augenbalken, sondern per Mosaikeffekt über den Augen. Geben Sie eine Zellengröße zwischen 2 und 64 Bildpunkten vor. Spätere Kontrastanhebung verstärkt den Effekt.

»Verwackelungseffekt«

Der Verwackelungseffekt erzeugt vier Kopien der Pixel, berechnet ihren Durchschnitt und platziert sie versetzt zueinander. Das eignet sich manchmal auch für einen verwischten Hintergrund. Alternative: Manuell mehrere Ebenen hintereinander setzen, mit abnehmender Deckkraft (per Zifferntaste) und verschiedenen Füllmethoden experimentieren.

»Facetteneffekt«

Der Facetteneffekt gibt Bildern ein handgemaltes Aussehen. Der Effekt wirft Farbnuancen raus und lässt die Datei so sehr flächig wirken. Probieren Sie den Facetteneffekt mehrfach hintereinander, dann sieht man seine Wirkung erst richtig. Eine Alternative mit Regelmöglichkeit bietet der Weichzeichnungsfilter: Selektiv weichzeichnen (Seite 887) mit der Option Fläche.

»Punktieren«

Beim Punktieren bricht die Farbe in zufällig platzierte Punkte auf wie in einem pointilistischen Gemälde. Quasi als Leinwandfläche zwischen den Punkten dient die Hintergrundfarbe, die auf einem hellen, wenig gesättigten Wert stehen sollte; Weiß richten Sie mit Kurztaste D ein. Wählen Sie eine Zellengrösse zwischen 3 und 300 Bildpunkten. Dieser Filter eignet sich auch, um Farbflächen diskret aufzurauen.

»Kristallisieren«

Beim Kristallisieren werden Bildpunkte zu flächig eingefärbten »Kristallen« zusammengefasst. Die Zellengröße bei diesem rechenintensiven Filter rangiert zwischen 3 und 300 Pixeln.

»Mezzotint«

Schraffur-Verfremdungen produziert der Befehl Mezzotint. Er hat verschiedene Parallelen in den Zeichenfiltern (siehe oben). Es kann sinnvoll sein, die Sättigung zurückzunehmen, zu kolorieren oder gleich ein Graustufenbild zu bearbeiten.

»Farbraster«

Das Farbraster erzeugt in jedem Farbkanal ein grobes, stilisiertes Druckraster. Der Filter löst das Bild in Rechtecke auf, jedes Rechteck wird durch einen Kreis ersetzt, die Größe der Kreise verhält sich proportional zur Helligkeit des Rechtecks. Sie bestimmen den Radius eines Rasterpunkts und den Winkel, in dem die Rasterlinien angeordnet sein sollen. Geben Sie für jede Grundfarbe einen eigenen Winkel ein und probieren Sie auch die Modusänderung zu CMYK. Im Druck kann es leicht zu Moiré kommen.

13.6.3 Gerasterter Rand

Mit Befehlen wie Kristallisieren oder Farbraster können Sie Auswahlränder aufrastern. Die folgende Sequenz zeigt einen möglichen Weg.

Abbildung 13.34:  Augengrauen: Markieren Sie zunächst den gewünschten Bild bereich mit dem Lasso. Soften Sie den Auswahlübergang mit dem Befehl »Auswahl: Weiche Auswahlkante« deutlich ab, zum Beispiel um 15 Pixel. Dann klicken Sie in der Ebenenpalette auf das Symbol »Maske hinzufügen«; die Auswahl wird in eine Ebenenmaske umgesetzt, der Bereich außerhalb der Ebenenmaske ist verborgen. (Das funktioniert nicht auf einer »Hintergrund«-Ebene; falls Sie auf einer »Hintergrund«-Ebene arbeiten, klicken Sie doppelt auf die Ebenenminiatur, um sie in eine reguläre Ebene zu verwandeln.) Datei: Auge

Abbildung 13.35:  Achten Sie darauf, dass weiterhin die Ebenenmaske aktiviert ist und nicht etwa die Ebene selbst - zu erkennen an dem Masken-Symbol neben der Ebenenminiatur sowie in der Titelleiste des Bild es. Starten Sie den »Vergröberungsfilter: Farbraster« mit einem Wert von etwa »12«. Bei größeren Dateien erhöhen Sie die Angabe. Der weiche Übergang in der Ebenenmaske wird aufgerastert, entsprechend erscheint auch der Bild rand aufgerastert. Wenn Sie die Verbindung zwischen Maske und Ebene aufheben - erkenntlich an dem Kettensymbol -, können Sie das Motiv innerhalb des unbeweglichen Rahmens verschieben.

Abbildung 13.36:  Um den Effekt zu verstärken, kommen hier nach einem Doppelklick auf die Ebenenminiatur die Ebeneneffekte hinzu. Aktivieren Sie zuvor die Bild ebene, nicht mehr die Maske. Datei: Auge_2

Abbildung 13.37:  Auch »Mosaikeffekt« (links) und »Kristallisieren« aus dem Untermenü »Filter: Vergröberungsfilter« eignen sich, um einen weichen Rand in der Ebenenmaske aufzurastern.

13.7 Störungsfilter

Die Störungsfilter verändern die Struktur eines Bildes. Störungen hinzufügen vergröbert das Motiv, die anderen sorgen für eine Weichstellung. In allen Fällen sollten Sie die Wirkung der Filter im Abbildungsmaßstab 100 Prozent prüfen (vergleiche Seite 69).

13.7.1 »Störungen hinzufügen«

Der Filter Störungen hinzufügen fügt nach einem Zufallsschema kontrastierend gefärbte Pixel ein und lässt so eine glatte Fläche körniger und rauer wirken. Damit wirken Bereiche, die Sie mit dem Pinsel  , mit Füllwerkzeug  oder Verlauf gemalt haben, weniger glatt und gelackt, ebenso Erzeugnisse aus Grafik- oder Renderingprogrammen. Auch wenn Sie einen der vielen »künstlerischen« Filter auf eine glatte Grafik anwenden wollen, empfiehlt sich vorab ein Störungsfilter. Wer im Photoshop viel malt und illustriert, wird diese Filter brauchen. Ihre Optionen:

  • Unter Menge geben Sie an, wie stark die Stör-Pixel von den bereits vorhandenen Farbwerten abweichen dürfen; von 1 bis 999 ist alles möglich.
  • Dann wählen Sie, ob die Farbwerte gleichmässig abweichen sollen oder nach der Gaussschen Normalverteilung - diese Variante bevorzugt kleine Abweichungen, lässt aber auch starke zu und wirkt auffälliger.
  • Die Option Monochrom wendet den Filter nur auf den Grauanteil des Bildes an und wahrt so die Farbbalance.

Die Wirkung des Störungsfilters ist stark abhängig von der Druckauflösung. Je höher aufgelöst Sie drucken, desto weniger auffällig wirkt ein bestimmter Filterwert. Mit Scharfzeichnung oder Kontrastanhebung lässt sich die Wirkung verstärken. Vor Bewegungsunschärfe oder einem Verzerrungsfilter angewandt, eignet sich die Funktion auch, um Oberflächenstrukturen aus dem Nichts heraus zu schaffen - eine Rauhfasertapete ist das Mindeste. Eine Alternative mit künstlerischen Ambitionen ist der Strukturierungsfilter: Körnung (Seite 901), dessen Sparversion Korneffekt heißt. Weitere Alternative: der Mal- und Montagemodus Sprenkeln, zu finden in der Ebenenpalette beziehungsweise bei den Werkzeugoptionen; testen Sie hier verschiedene Werte für Deckkraft.

Abbildung 13.38:  Links: Dieses Objekt aus einem Rendering-Programm wirkt in der Montage zu glatt. »Störungen hinzufügen« dämpft den künstlichen Eindruck. Rechts: Die Wirkung des Filters hängt von der Druckauflösung ab. Hier wurden die Einstellungen »30«, »60« und »60« monochrom verwendet - einmal mit 200, einmal mit 150 dpi. Datei: Baum

13.7.2 »Störungen entfernen«

Störungen entfernen möchten Sie etwa nach dem Scannen eines bereits gerasterten Bildes, bei dem ein deutliches Moiré stört. Dieser Filter zeichnet die gesamte Auswahl weich, indem er Farbkontraste mildert, tastet aber Konturen nicht an. Auch für Scannerstreifen kann er gut sein - doch die Gefahr einer Weichstellung besteht. Er eignet sich auch zum Glätten von unruhigen Strichscans.

13.7.3 »Helligkeit interpolieren«

Zu starke Helligkeitsunterschiede merzt der Filter Helligkeit interpolieren aus. In einem Radius, den Sie von 1 bis 16 definieren, werden Helligkeiten gemessen und stark abweichende Pixel, die als Störenfriede gelten, mit Mittelwerten übertüncht.

Alternativ zu Störungen entfernen und Helligkeit interpolieren können Sie auch die Pixelzahl des Bildes mit dem Bild-Befehl Bildgröße neu berechnen (Seite 177). Aktivieren Sie das Neuberechnen und geben Sie eine geringfügig geänderte Auflösung an. Stellen Sie in den Voreinstellungen (Strg+K) die Interpolationsmethode auf Bikubisch - dieses Verfahren errechnet neue Pixel aus Mittelwerten zwischen vorhandenen Bildpunkten (Seite 137) und kann so die harte Wirkung von Störstreifen deutlich mildern. Danach ist eine behutsame Scharfzeichnung fällig.

Abbildung 13.39:  Dieser missratene Scan hat grobe Fehler. Der Filter »Störungen entfernen« kann sie teilweise beheben (2. Bild ), sorgt aber auch für eine leichte Weichzeichnung. Auch der Filter »Helligkeit interpolieren« mit den Werten »1« und »2« sorgt nicht für eine Verbesserung. Datei: Dach

13.7.4 »Staub & Kratzer entfernen«

Als digitales Pixelstaubtuch fungiert der Filter Staub & Kratzer entfernen. Innerhalb einer markierten Fläche merzt er aus, was allzu sehr heraussticht. Verstaubte Scans plagen vor allem die AnwenderInnen von Flachbettscannern. Freilich: Besser als jede Retusche wirkt die Vermeidung von Staub und Schlieren schon beim Scannen und Fotografieren. So geht's:

1. Ziehen Sie im Dialogfeld den Schwellenwertregler auf 0. Sie können dort die Werte von 0 bis 255 per Regler einstellen. Der Schwellenwertregler definiert, wie groß der Unterschied zwischen Flusen und Umfeld sein muss, damit die Flusen getilgt werden. Bei 0 haben Sie noch den Überblick über das ganze Bild.
2. Dann stellen Sie den Radiusregler ein. Er legt fest, in welchem Radius nach abweichenden Pixeln gefahndet wird. Ziehen Sie ihn nur bis zum kleinsten Radius, der den Fehler noch ausmerzt.
3. Jetzt erhöhen Sie den Schwellenwert so weit, wie es geht, ohne dass Fehler ins Bild kommen. In der Regel sollten Werte zwischen »60« und »140« ausreichen.

Ganz ohne Unschärfe geht das jedoch nicht vonstatten, auch nicht, wenn Sie mit verschiedenen Kombinationen experimentieren; und einfacher scheinen oft zwei andere Techniken, die im Kapitel »Füllen, malen, retuschieren« ausführlich beschrieben werden:

  • Kopieren Sie mit dem Kopierstempel  benachbarte gute Pixel über den Schandfleck (Seite 572) oder
  • markieren Sie brauchbare Pixel mit weicher Auswahlkante und ziehen Sie ein Duplikat dieses Bereichs (Strg+Alt) über den Fehler.

Abbildung 13.40:  »Staub & Kratzer entfernen«: Dieser Filter entfernt herausstechende Tonwerte in einem markierten Bereich. Datei: Flasche2

Mehrere Kratzer bearbeiten

Hat ein Bild gleich mehrere Kratzer, gibt es ein verkürztes Verfahren. Sie brauchen nicht jeden Fleck einzeln mit dem Lasso  zu umzingeln und zu filtern. So geht es schneller:

1. Heben Sie jede Auswahl im Bild mit Strg+D auf.
2. Wenden Sie den Filter Staub & Kratzer entfernen auf das Gesamtbild an.
3. Blenden Sie die Protokollpalette mit dem Fenster-Menü ein und klicken Sie auf das Symbol Neuer Schnappschuss  (Seite 100); der Schnappschuss erscheint oben in der Protokollpalette.
4. Heben Sie den gefilterten Zustand des Bildes mit der Protokollpalette wieder auf, indem Sie auf den Befehl klicken, den Photoshop dort noch vor Anwendung des Filters Staub & Kratzer entfernen auflistet. Verwenden Sie nicht Strg+Z oder Bearbeiten: Rückgängig.
5. Klicken Sie in der Protokollpalette neben dem Schnappschuss in die Pinsel-Leiste ganz links, so dass Sie im Folgenden von diesem Schnappschuss weiterarbeiten.
6. Aktivieren Sie den Protokollpinsel  und malen Sie die gefilterte Version dort ins Bild, wo es erforderlich ist.

13.8 »Digimarc«

Ein eigenes Untermenü beanspruchen die Digimarc-Filter zur Einblendung eines »digitalen Wasserzeichens«. Mit diesen Filtern können Sie Ihren Bildern Urheberrechtsinformationen hinzufügen. Das Wasserzeichen ist nicht sichtbar und soll über viele Bearbeitungen hin erhalten bleiben. Auch nach dem Scannen eines gedruckten Bildes soll es aufzuspüren sein. Findet Photoshop ein Wasserzeichen, zeigt er das Copyrightsymbol © in der Titelleiste des Bildes und unten im Abschnitt für die Systembeanspruchung (sofern Sie die Digimarc-Erkennung verwenden).

Die Digimarc Corporation unterhält eine Datenbank mit Fotodesignern. Dort lassen Sie sich registrieren, um eine eigene Urheber-Nummer (ID) zu erhalten. Diese ID können Sie dann in Ihre Bilder einbetten; dazu gehören auch Informationen, wie das Bild verwendet werden darf - zum Beispiel ohne Lizenzgebühren oder nur mit Einschränkungen. Wer Ihr Bild kaufen will, kann Sie anhand der Urheber-Nummer über Digimarcs Internet- und Faxdienste kontaktieren. Digimarc-Filter werden nicht exklusiv mit Photoshop geliefert, sondern gehören auch zum Standardumfang von anderen Grafikprogrammen. Die rein englischen Internet-Seiten von Digimarc finden Sie unter folgender Adresse:

http://www.digimarc.com

Hat der Pixelklau mit Digimarc ein Ende? Nicht ganz. Noch stecken Schwächen im System: Manche Bildbearbeitung kann das Wasserzeichen zerstören, so etwa leichtes Drehen oder Weichzeichnen, auch die Verwendung des nicht verlustfreien JPEG-Formats ist kritisch bei sehr starker Datenverdichtung. Eine deutliche Beschneidung schadet nicht unbedingt. In einem gedruckten Bild, das Sie erneut einscannen, lässt sich das PictureMarc-Logo entgegen den Versprechungen nicht unbedingt wiederfinden. Nur wenn Sie das Bild bei niedrigster Auflösung und höchster Haltbarkeit drucken und scannen, überlebt das Wasserzeichen - nicht aber die Bildqualität.

13.8.1 Übersicht

Photoshop liefert drei Digimarc-Filter mit:

  • Der Filter Mit Wasserzeichen versehen webt die verborgene Kennung ins Bild.
  • Der Filter Wasserzeichen anzeigen sucht per Menübefehl nach einem Wasserzeichen und meldet das Ergebnis.
  • Der Filter Wasserzeichen entdecken sucht eine Datei automatisch beim Öffnen nach einem Wasserzeichen ab.

Voraussetzungen

Der Hersteller empfiehlt Mindestmaße für Digimarc-geschützte Bilder:

  • 100 Pixel x 100 Pixel, wenn das Bild vor der Verwendung nicht verändert oder komprimiert wird.
  • 256 Pixel x 256 Pixel, wenn das Bild nach der Ausstattung mit dem Wasserzeichen beschnitten, gedreht, komprimiert oder sonstwie verändert werden könnte, nachdem Sie es mit einem Wasserzeichen versehen haben.
  • 750 Pixel x 750 Pixel oder 2,5 x 2,5 Zoll (6,35 x 6,35 Zentimeter), sofern das Bild mit 300 dpi oder höher gedruckt werden soll.

Sie erhalten Bildschirmwarnungen, wenn diese Werte unterschritten werden. Das Motiv sollte überdies gewisse Farbvariationen enthalten, damit das Wasserzeichen unsichtbar eingebettet werden kann - Halbtonfotos eignen sich also eher als Grafiken. Bilder im Modus Indizierte Farben verwandeln Sie für die Digimarkierung in den RGB-Modus und dann wieder zurück - testen Sie aber die Lesbarkeit des Wasserzeichens (siehe unten). Bauen Sie das Wasserzeichen erst nach jeder anderen Bildbearbeitung, aber vor einer Farbseparation nach CMYK ein. Mit dem Signalstärkenleser prüfen Sie schließlich, ob das Wasserzeichen stark genug geriet.

»Wasserzeichen entdecken«

Der Filter Wasserzeichen entdecken erscheint gar nicht erst im Menü. Photoshop meldet aber beim Öffnen einer Datei in der Info-Leiste, dass das Bild auf Digimarc-Informationen abgesucht wird. Wenn Sie sich die Zeit sparen wollen, entfernen Sie den Filter »digiopen.8bf« aus dem Photoshop-Unterverzeichnis »Zusatzmodule/Digimarc«. Lagern Sie »Wasserzeichen suchen.8be« irgendwo außerhalb des »Zusatzmodule«-Ordners, zum Beispiel in einem »Reserve«-Ordner direkt unterhalb der »Photoshop«-Ebene. Photoshop zeigt Wasserzeichen immer noch nach ausdrücklichem Befehl: Er heißt Filter: Digimarc: Wasserzeichen anzeigen.

Abbildung 13.41:  Links: Der Befehl »Filter: Digimarc: Mit Wasserzeichen versehen« fügt ein digitales Wasserzeichen mit Urheber-Informationen in Ihr Bild ein. Anschließend können Sie die Signalstärke prüfen.

13.8.2 »Mit Wasserzeichen versehen«

Pro Bild können Sie nur ein Wasserzeichen einbauen. Ist also schon eins drin, geht es nicht mehr. So betten Sie ein Wasserzeichen ein:

1. Öffnen Sie ein Bild, das noch kein Wasserzeichen enthält.
2. Klicken Sie auf Filter: Digimarc: Mit Wasserzeichen versehen.
3. Benutzen Sie den Filter erstmalig, klicken Sie auf »Personalisieren«. Sie können eine Urheber-ID erhalten, indem Sie auf »Registrieren« klicken. Damit starten Sie Ihr Internet-Programm und erhalten Zugang zu Digimarcs Internet-Seite www.digimarc.com; dort können Sie über das Internet eine Urheber-ID erhalten.
4. Geben Sie die Urheber-ID in das entsprechende Feld ein und klicken Sie auf OK. Haben Sie eine Urheber-ID eingegeben, ändert sich die Option »Personalisieren« in »Ändern«; damit können Sie eine andere ID eingeben.
5. Wählen Sie als Nutzung Eingeschränkt oder Gebührenfrei und geben Sie Copyright-Jahre an.
6. Wählen Sie bei Bedarf Nur für Erwachsene. Diese Option beschränkt innerhalb von Photoshop den Zugang zum Bild nicht, aber andere Programme könnten die Information nutzen.
7. Wählen Sie unter Zielausgabe zwischen Monitor, World Wide Web und Drucken.
8. Wählen Sie mit dem Regler einen Wert für die Haltbarkeit des Wasserzeichens (siehe unten).
9. Die Prüfen-Option untersucht die Haltbarkeit des Wasserzeichens nach dem Einbetten automatisch (siehe unten).

»Haltbarkeit«

Je nach Einsatz Ihres Bildes wählen Sie eine Haltbarkeit für das Wasserzeichen:

  • Der Wert 1 erzeugt ein fast unsichtbares Wasserzeichen.
  • Der Wert 2 wurde für übliche, gerasterte Druckausgabe mit Rasterweiten zwischen 135 und 155 dpi (52 bis 62 Linien pro Zentimeter) optimiert.
  • Noch haltbarer ist der Wert 3, der mehr Bearbeitungen übersteht.
  • 4 erzeugt besonders schnell sichtbare Muster.

Das Wasserzeichen kann durch verschiedene Kontrastkorrekturen zerstört werden, aber auch beim Wechsel des Farbmodus. Um Indizierte Farben mit Wasserzeichen auszustatten, wechseln Sie zunächst in den RGB-Modus, betten das Wasserzeichen ein und wechseln wieder zurück. Auch ein Beschneiden des Bildes kann die Information zerstören. Bei Ebenendateien wird das Wasserzeichen in die aktive Ebene geschrieben - Sie sollten das Bild vorab mit dem Befehl Ebene: Auf Hintergrundebene reduzieren flachlegen; oder erzeugen Sie mit dem Befehl Bild: Duplizieren ein Duplikat und nutzen Sie dabei die Option Auf Hintergrundebene reduzieren.

Abbildung 13.42:  Links: Die Vorlage erfüllt die Digimarc-Voraussetzungen für den Druck: 6,35x6,35 Zentimeter, 300 dpi, 750x750 Pixel.  Rechts: Das Wasserzeichen wurde mit der Vorgabe »Drucken« eingebettet. Hier der Wert 2. Vorlage-Datei: Raum

Abbildung 13.43:  Je höher die »Haltbarkeit«, desto deutlicher ist das Wasserzeichen auch im Druck zu erkennen. Links: Haltbarkeit 3. Rechts: 4.

13.8.3 »Wasserzeichen anzeigen«

So spüren Sie ein Wasserzeichen auf:

  • Klicken Sie auf Filter: Digimarc: Wasserzeichen anzeigen. Findet der Filter ein Wasserzeichen, zeigt er in einem Dialog die Urheber-ID und die Nutzungsart an.
  • Klicken Sie auf OK oder verlangen Sie weitere Informationen:

Klicken Sie auf Im WWW suchen, um mehr Informationen über den Künstler zu erhalten. Der Browser wählt dann die Digimarc-Webseite an und zeigt die Kontaktinformationen des Künstlers an, zu dem die Urheber-ID gehört.

Signalstärke prüfen

Der Signalstärkeleser prüft, ob ein Wasserzeichen für den beabsichtigten Einsatz kräftig genug geriet. Er funktioniert nur mit Wasserzeichen, die Sie selbst eingebettet haben. Zum Beispiel nach mehrfachem Komprimieren und Bearbeiten Ihrer Dateien empfiehlt sich dieses Gerät. Der Signalstärkeleser erscheint automatisch, wenn Sie beim Einbau des Wasserzeichens Prüfen wählen.

13.9 Kleinere Filter

Alle Filter der Rubrik Sonstige Filter leisten reine Zuträgerdienste für andere Photoshop-Funktionen und wurden bereits in diesem Buch besprochen:

  • Helle Bereiche vergrößern und Dunkle Bereiche vergrößern finden Sie ab Seite 588.
  • Der Verschiebungseffekt erscheint ab Seite 741.
  • Der Hochpaß steht im Zusammenhang mit dem Schwellenwert-Befehl ab Seite 504.
  • Der ImageReady-Befehl Kacheln erstellen wird ab Seite 308 erläutert.

13.9.1 »Rendering-Filter«

Schnelle Effekte haben Sie mit den Rendering-Filtern Blendenflecke, Wolken und Differenz-Wolken zur Hand. Die Beleuchtungseffekte wurden bereits ab Seite 896 besprochen, Struktur laden erschien ab Seite 880. 3D-Transformieren, diesen Befehl aus dem Rendering-Untermenü finden Sie ab Seite 769.

»Blendenflecke«

Der Filter Blendenflecke ahmt die Gegenlicht-Reflexe nach, die beim Fotografieren in eine Lichtquelle hinein entstehen können. Geben Sie die Helligkeit vor in Werten zwischen 10 und 300 Prozent. Klicken Sie in die Vorschau des Bildes, um den Mittelpunkt für die Blendenflecke zu platzieren. Dann wählen Sie ein Objektiv aus.

Die Blendenflecke sind das kleine, schnelle Pendant zu den Beleuchtungseffekten: Allzu glatte Oberflächen, ob von Foto oder Photoshop, bekommen mit diesem Filter ein packendes Live-Element, ebenso fade Himmel. Auch für Blitzlichtgewitter und Nachtbilder eignet sich der Effekt. Ganze Bildbereiche können Sie im Gleißen auflösen.

Um die Lichtreflexe frei über dem Bild zu verschieben, werden sie auf einer eigenen, neutralgrauen Ebene im Modus Hartes Licht angebracht (vergleiche Seite 544). Bei der Konkurrenz sieht man inzwischen viel differenziertere Lichtreflexe; dort können Sie die Zahl der Strahlen, den Lichthof, die Lichtfarbe und ein knappes Dutzend weiterer Parameter einstellen.

»Wolken«

Der Wolken-Filter erzeugt ein luftiges Farbgemisch aus Vorder- und Hintergrundfarbe. Adobe stattete die Wolken-Filter sehr sachlich aus - kein Schieberegler, kein Überblendmodus, gar nichts; nur eine magere Umschalt-Taste. Drücken Sie diese beim Wählen des Befehls, macht Photoshop das Muster kontrastreicher. Mit der gleichen Wirkung können Sie freilich nachträglich Sättigung oder Tiefen anheben oder eine solche Korrektur flexibel als Einstellungsebene über eine Wolken-Ebene legen. Nachbearbeiten lässt sich das Ergebnis mit allen Arten von Tonwert- und Farbreglern, etwa Farbton/Sättigung oder Tonwertkorrektur. Lösen Sie das Muster mit dem Gaußschen Weichzeichner noch auf oder konturieren Sie es mit einer starken Unscharfmaskierung. Sie können das Gebilde mit den Beleuchtungseffekten beleben, Mit Struktur versehen oder mit einem der Zeichenfilter ein Gemälde daraus machen. Per Transformieren oder Verzerrungsfilter verändern Sie die Wolken-Formationen. Beide Wolken-Filter erzeugen bei jedem Anlauf ein neues Muster. Aber nicht auf Lab-Bildern. Verwenden Sie Seitenlängen von 128 Pixeln oder einem Vielfachen davon, um Muster mit einem nahtlos kombinierbaren Rand zu erhalten (Details ab Seite 311).

»Differenz-Wolken«

Differenz-Wolken erzeugt ein vergleichbares Muster, blendet dies aber nach dem Differenz-Modus in den Hintergrund; das erinnert an ein Negativ. Hell-Dunkel-Gegensätze, also Strukturen, bleiben dabei ansatzweise erhalten. So können Sie den Filter auch nutzen, um ein Licht-Schatten-Spiel auf einförmige Flächen zu bringen. Blenden Sie den Filter mit Strg+F immer wieder neu ins Bild - das Ergebnis erinnert zunehmend an eine Marmorierung.

Alternative mit Bild-zurück-Garantie: Legen Sie den normalen Wolken-Filter auf eine Ebene über der Vorlage und richten Sie den Modus Differenz ein. Um nur ein Licht-Schatten-Spiel ohne Farbveränderung zu erzeugen, richten Sie

1. Schwarz und Weiß als Vorder- und Hintergrundfarbe ein (Kurztaste D),
2. legen über der Zielebene eine neue, leere Ebene an, die Sie mit Neutralgrau füllen,
3. wenden Wolken auf diese neue, graue Ebene an und
4. steuern die Intensität mit dem Deckkraftregler.

Eine elegante Alternative zu solchen Mustern bildet der Ebeneneffekt Glanz (Seite 795).

Abbildung 13.44:  Links: Der Filter »Wolken« erzeugt ein luftiges Muster aus Vorder- und Hintergrundfarbe; etwas kräftiger gerät das Bild , wenn Sie den Filter mit gedrückter Umschalt-Taste anwählen. Rechts: Der Filter »Blendenflecke« rechnet Gegenlicht-Reflexe ins Bild . Datei: Skyline3

13.9.2 »Videofilter«

Mit den Videofiltern werden digitalisierte Video-Standbilder aus TV-Quellen bearbeitet.

»NTSC-Farben«

NTSC-Farben schränkt die Farben so ein, dass das Fernsehbild nicht durch Übersättigung überstrahlt wird. Die NTSC-Norm gilt in den USA, Europa hat Farben nach Pal-Norm.

»De-Interlace«

Der Filter De-Interlace entstört digitalisierte Fernsehbilder, indem er die ungeraden oder die geraden Zeilen entfernt und durch Pixelwiederholung oder Interpolation ersetzt.

Der Hintergrund: Fernsehbilder werden mit Zeilensprung (interlaced) aufgebaut - es stehen immer abwechselnd alle geraden und alle ungeraden Zeilen auf dem Schirm; wird mit einem Video-Digitizer ein bewegtes Bild eingefangen, kann es sein, dass die Bildzeilengruppen nicht zueinander passen.

13.10 Verzerrungsfilter

Die Verzerrungsfilter erzeugen eine geometrische Verzerrung. Das Bild wirkt, als sei es über eine Kugel gespannt, zusammengeknäult oder als spiegele es sich auf einer unruhigen Wasserfläche. Damit passen Sie Bildteile an, die Sie auf eine unregelmäßige Oberfläche montieren wollen oder bringen erfrischende Unruhe in allzu gleichförmige Flächen. Außerdem lassen sich verschiedene geometrische Figuren erzeugen.

Jedoch fehlt immer noch ein Warping-Filter, der sich als Gitternetz übers Bild legt und präzise örtliche Verzerrungen erlaubt; der Befehl Bild: Verflüssigen (Strg+Umschalt+X, Seite 771) mit seinem Knautschpinsel ist kein vollwertiger Ersatz. Der Versetzen-Filter leistet diese Dienste zwar - jedoch nur in Grenzen und umständlich (siehe Abbildung 13.45).

Abbildung 13.45:  Oben: Das Stadtfoto wird zunächst exakt horizontal ausgerichtet und um 180 Grad gedreht. Mit der Auswahlellipse erzeugen wir eine Markierung, anschließend nutzen wir den Befehl »Filter: Verzerrungsfilter: Polarkoordinaten« (siehe unten) mit der Vorgabe »Rechteckig -> Polar«. Das Ergebnis heben wir mit Strg+J auf eine eigene Ebene, mit Strg+T schieben wir es zu einer Kugel zusammen. Anschließend müssen mit dem Stempel Nahtstellen korrigiert werden. Für solche Ergebnisse benötigen Sie Bild er, deren linker und rechter Rand sich gut aneinander setzen lassen. Wenn Sie die Vorlage nicht auf den Kopf stellen, erscheint der Himmel im Innern der Kugel. Vorlage: Stadt; Ergebnis: Stadt_2

13.10.1 Grundlagen

Beachten Sie einige Grundlagen bei der Arbeit mit den Verzerrungsfiltern:

  • Verzerren Sie nur einen Teil eines Bildes, sollten Sie eine Weiche Auswahlkante einsetzen (Seite 592), um den Übergang zwischen verzerrtem Bereich und Restbild fließend zu gestalten.
  • Arbeiten Sie mit einer Auswahl, markieren Sie das Objekt großräumig, damit der Filter Platz zur Ausdehnung hat.
  • Die Option Transparente Pixel fixieren  in der Ebenenpalette muss abgewählt sein.
  • Stößt die Verzerrung an einen Bildrand, wird sie nicht über diese Grenze hinaus fortgesetzt; erweitern Sie also beizeiten die Datei mit dem Befehl Bild: Arbeitsfläche (Seite 201) oder mit dem Freistellwerkzeug  .

Denken Sie daran, dass Photoshop hier massiv Pixel neu erfinden (interpolieren) muss, und das kostet Qualität. Dabei wird die Interpolationsmethode angewandt, die Sie nach dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine wählen. Empfehlenswert ist in der Regel die Methode Bikubisch (137), manchmal gefolgt von einem Scharfzeichner.

»Undefinierte Bereiche«

Mit Bildteilen, die nicht verzerrt werden, passiert bei den Verzerrungsfiltern, aber auch beim Befehl Filter: Sonstige Filter: Verschiebungseffekt Folgendes:

  • Die Option Durch verschobenen Teil ersetzen füllt die undefinierten Bereiche durch den verschobenen Teil von der gegenüberliegenden Seite des Bildes.
  • Die Option Kantenpixel wiederholen verlängert die Farben der Pixel entlang der Kanten des Bildes. Unterschiedlich gefärbte Randpixel erzeugen einen Streifeneffekt.

13.10.2 »Polarkoordinaten«

Der Polarkoordinaten-Filter verwandelt die Koordinaten einer rechteckigen Auswahl in Polarkoordinaten und umgekehrt. In der Einstellung Rechteckig->Polar werden rechteckige Bildbereiche quasi in einem Metallzylinder gespiegelt. In der Praxis können Sie Linien, Text oder Flächen mit den Enden aufeinander zu drehen. Die Strategien:

  • Fassen Sie die Auswahl eng und quadratisch, wenn Sie einen geschlossenen Kreis erhalten möchten.
  • Fassen Sie die Auswahl weit, wenn nur ein Halbkreis entstehen soll.
  • Erzeugen Sie eine Auswahl mit ungleichen Seitenverhältnissen, damit ein Oval entsteht.

Bei geschlossenen Figuren sollten die Enden möglichst nahtlos aneinander anschließen. Dazu kopieren Sie beispielsweise eine weich ausgewählte, gespiegelte Version des linken Rands auf die rechte Seite. Der Modus Polar->Rechteckig kann die Verzerrung genau rückgängig machen.

Abbildung 13.46:  »Rechteckig->Polar«: Fassen Sie das Motiv in eine quadratische Auswahl, die links und rechts eng ansitzt, wenn Sie einen Kreis erzeugen möchten. Drittes Bild : Lassen Sie links und rechts Platz, wenn nur ein Halbkreis entstehen soll. Fassen Sie das Objekt in eine enge Auswahl mit ungleichmäßigen Seitenverhältnissen, wenn Sie ein Oval erzeugen möchten. Datei: 500

Abbildung 13.47:  Als Grundlage für diesen Erdball dient eine Bitmap-Füllung aus CorelDraw. Gearbeitet wurde mit einem bearbeiteten quadratischen Ausschnitt, dessen linke Seite nahtlos an die rechte anschließt. Links: Dazu wurde mit dem Rechteckwerkzeug ein Ausschnitt im Verhältnis 1:2 erzeugt und gespiegelt dupliziert. Mitte: Dann wurde eine Kreisauswahl erzeugt, die bis an die Bild ränder reicht; der Filter »Polarkoordinaten« mit der Option »Rechteckig->Polar« erzeugt die kreisförmige Spiegelung nach innen. Dateien: Polar, Polar_2

13.10.3 »Versetzen«

Der Versetzen-Filter verwendet ein zweites Bild, um den Auswahlbereich zu verzerren. Sie können damit das Bild auf eine beliebige Fläche projizieren, es zum Beispiel durchhängen lassen oder ausbeulen. Man definiert die Verschiebung nicht unmittelbar in Zahlen. Statt dessen orientiert sich der Filter an Tonwerten aus einem zweiten Bild. Sie erzeugen so dreidimensionale Verzerrungen. Wenden Sie zum Beispiel den Wellen-Filter auf eine Graufläche an, heben Sie den Kontrast an und laden Sie das Bild als Matrix; damit wellt sich das Objekt.

Trifft der Filter im kontrollierenden Bild - der Verschiebungsmatrix - auf ein weißes Pixel mit Tonwert 255, erhalten Sie die maximale positive Verschiebung; Schwarz mit Tonwert 0 führt zur maximalen negativen Verschiebung; mittleres Grau mit Tonwert 128 lässt das Bild unverändert.

Die Bildpunkte im Originalbild können vertikal, horizontal oder diagonal verschoben werden. Besteht die Verschiebungsmatrix nur aus einem Kanal, wird das Bild entlang einer Diagonalen verschoben, die durch Ihre Vorgaben für horizontale Skalierung und vertikale Skalierung definiert ist. Ein Wert von 100 Prozent bewirkt eine Verschiebung um 128 Pixel, also die höchste Abweichung. Besteht die Matrix jedoch aus zwei Kanälen, kontrolliert der erste Kanal die horizontale, der zweite die vertikale Verschiebung.

Sie werden aufgefordert, das Bild für die Verschiebungsmatrix von der Festplatte zu laden. Sie können also nicht mit einer Neu-erstellten Datei, etwa einer Kopie, loslegen, die noch nie gespeichert wurde.

Abbildung 13.48:  »Versetzen«: Dieser Filter verzerrt ein Motiv auf Basis von Tonwerten in einer zweiten Datei. Neutralgrau bewirkt keine Veränderung. Datei: Devise

Matrix anpassen

Am durchschaubarsten gerät das Manöver und das Anlegen einer Verschiebungsmatrix, wenn diese exakt die gleiche Größe hat wie die Auswahl, die Sie verzerren wollen. Hat die Verschiebungsmatrix jedoch andere Maße als die Auswahl, die Sie manipulieren wollen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Nutzen Sie die Option Auf Auswahlgrösse skalieren, die die Matrix automatisch in der Größe anpasst.
  • Dagegen füllt die Option Wiederholen den Auswahlbereich, indem die jeweilige Matrix wie Musterteile aneinander gesetzt wird.

Die Option Undefinierte Bereiche erklären wir auf Seite 914.

13.10.4 »Schwingungen«

Der Schwingungen-Filter arbeitet ähnlich wie Kräuseln, Glas oder Ozeanwellen, bietet aber weit mehr Wirkung und Kontrollmöglichkeiten:

  • Sie präzisieren die Zahl der Wellengeneratoren zwischen 1 und 999.
  • Sie legen auch die minimale und die maximale Länge der Wellen (die Entfernung von einem Wellenkamm zum nächsten) zwischen 1 und 999 fest.
  • Sie regeln die Wellenhöhe (Amplitude).
  • Den Wellentyp definieren Sie als Sinus (rollend), Dreieck oder Quadrat.
  • Die Stärke der Verzerrung kontrollieren Sie mit der Skalierung zwischen -9999 und +9999.

Zusätzlich testen Sie mit dem Schalter Zufallsparameter verschiedene Varianten durch.

Der Verzerrungsfilter eignet sich, um einen Schriftzug oder ein Objekt in Schwingungen zu versetzen oder erzittern zu lassen. Er bringt Bewegung in glatte Flächen. Um nur ein sanftes Wogen zu erzeugen, hält man die Anzahl Generatoren klein, die Wellenlänge hoch, die Amplitude klein und die Skalierung ebenfalls klein. Per Skalierung können Sie vertikale und horizontale Veränderung separat einstellen. Die Option Undefinierte Bereiche erklären wir auf Seite 914.

Abbildung 13.49:  »Schwingungen«: Dieser Filter eignet sich für sanfte Veränderung ebenso wie für komplette Verfremdung.

13.10.5 Weitere »Verzerrungsfilter«

Zahlreiche Verzerrungsfilter werfen das Bild in Wellen. Dabei wirken die einen gleichmäßig über die Fläche hin - so etwa Ozeanwellen, Kräuseln und Glas; die Wirkung dieser Filter lässt sich in etwa auch mit dem Schwingungen-Dialog erzeugen. Andere Filter ziehen von der Mitte aus ihre Kreise - darunter Wellen und Strudel. Hier ließe sich einiges zusammenfassen.

»Ozeanwellen«

Die Ozeanwellen zeigen das Bild in kleineren oder größeren Wellen - nicht spektakulär, aber mitunter praktisch. Anders als die Wellen arbeiten die Ozeanwellen gleichmäßig übers Bild hin und gehen nicht von einem Zentrum aus. Das Kräuseln ist ein verwandter Effekt.

»Kräuseln«

Der Kräuseln-Filter verzerrt den ausgewählten Bereich wellenförmig. Verwenden Sie den Filter, um ein Objekt als Spiegelung auf eine Wasseroberfläche zu montieren. Die Wellen-Grösse regeln Sie zwischen -

999 und +999. Die Zahl der Wellen geben Sie im Feld für Frequenz vor.

»Glas«

Der Glas-Filter zeigt die Datei durch verzerrtes Glas. Er bietet einen Struktur-Bereich; hier stehen Glassorten wie Blockglas oder Riffelung parat, aber Sie können auch eine eigene Struktur laden (vergleiche Seite 880). In homogenen Flächen ist von einer Filterwirkung nichts zu erkennen.

Abbildung 13.50:  Die Filter »Ozeanwellen«, »Kräuseln« und »Glas« (v.l.n.r.) verzerren die Bild fläche gleichmäßig.

Abbildung 13.51:  Der Filter »Wellen« verzerrt von einem Zentrum aus nach außen; von oben: »Diagonal wellenförmig«, »konzentrisch aus der Mitte« oder »kreisförmig um die Mitte«.

Abbildung 13.52:  Der Filter »Strudel« verzerrt kreisförmig, während »Distorsion« das Objekt wölbt; »Weiches Licht« erzeugt eine fotografische Weichzeichnerstimmung.

»Wellen«

Kreisförmige Verzerrungen produziert der Wellen-Filter. Man denkt an einen Stein, der ins Wasser geworfen wurde. Sie können die Stärke und die Zahl der »Wellen« einstellen. Als Modus stehen zu Gebot:

  • Diagonal wellenförmig verschiebt die Bildpunkte schräg.
  • Konzentrisch aus der Mitte verschiebt die Pixel gleichmäßig vom Zentrum her.
  • Kreisförmig um die Mitte erzeugt Wellenlinien, die sich vom Zentrum wegbewegen und um das Zentrum drehen.

»Strudel«

Der Strudel-Filter zieht eine Auswahl sogartig in die Mitte: Er dreht sie in der Mitte stärker als außen. Sie geben einen Winkel zwischen +999 und -999 vor. Der Filter wird häufig auf Verläufe angewendet.

»Distorsion«

Der Filter Distorsion verzerrt kreisförmig. Sie können die Auswahl auf die Mitte hin zusammenschieben; dazu geben Sie einen positiven Wert im entsprechenden Dialogfeld ein. Oder Sie zerren die Auswahl von der Mitte her auseinander; dies erfolgt mit einem negativen Wert. Bei einer Rechteckauswahl gehen manipulierter Bildteil und Drumherum fließend ineinander über. Bei einer freien Form sollten Sie eine Weiche Auswahlkante verwenden, um den Filter zum Auswahlrand hin abzuschwächen und so einen glatteren Übergang zu schaffen.

»Weiches Licht«

Weiches Licht wirkt fehlplatziert im Untermenü Verzerrungsfilter. Geboten wird eine luftig-leichte Überbelichtung, wie sie auch bei gekonntem Weichzeichner-Einsatz auf einem Kameraobjektiv entstehen kann. Der Filter kann leicht strukturierte Oberflächen sanft beleben oder zu harte Motive stimmungsvoll dämpfen. Alternative: Duplizieren Sie die Zielebene, zeichnen Sie die »Kopie« weich, wählen Sie die Füllmethode Negativ multiplizieren und eine reduzierte Deckkraft (Seite 887).

»Wölben«

Der Wölben-Filter spannt das Bild auf eine Kugel und lässt flächige Objekte dreidimensional aussehen. Benutzen Sie die Funktion, wenn Sie auf eine Litfasssäule, eine Flasche oder einen Ball montieren, etwas unter die Lupe nehmen oder nur Dramatik erzeugen wollen - auch bei Text. Die Optionen Vertikal und Horizontal simulieren die Projektion auf einen Zylinder, etwa eine Flasche. Innerhalb einer Rechteckauswahl greift sich der Filter nur einen runden Bereich. Soll also wirklich die komplette Auswahl bis in die letzte Ecke verzerrt werden, müssen Sie die Auswahl entsprechend vergrößern.

Abbildung 13.53:  »Wölben«: Dieser Filter spannt die Auswahl auf eine Kugel. Datei: Banknote

Wiederholen des Filters steigert die Wirkung.

»Verbiegen«

Der Filter Verbiegen verzerrt das Bild entlang einer Kurve, die Sie festlegen können. Im Dialogfeld ziehen Sie an der dargestellten Linie eine Kurve, nach der das Bild verzerrt werden soll. Per Mausklick setzen Sie Punkte, an denen sich die Kurvenrichtung ändert. Nicht benötigte Punkte ziehen Sie aus dem Diagramm heraus.

Abbildung 13.54:  »Verbiegen«: Mit einer Linie legen Sie die Verzerrung des Objekts fest. Datei: Test


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Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 13 Filter