Eine besondere Form der Auswahl- und Ebenentechnik ist die Textfunktion. Sie können alle installierten Type-1- oder TrueType-Schriftarten verwenden.
Sie können mit Photoshop und ImageReady spezielle »Text«-Ebenen speichern, die sich jederzeit wieder als »Text« wie in einem Textprogramm bearbeiten lassen - Sie können die Schriftzüge also umformulieren oder umformatieren, beispielsweise die Schriftart ändern. Sie können auch mehrere Formatierungen in einem Textobjekt verwenden. Allerdings sind in diesem »Text«-Modus andere Dinge unmöglich, zum Beispiel Filter (siehe unten). Das erlauben die Programme erst, wenn Sie die Textebene mit dem Befehl Ebene: Rastern: Text in eine normale Bildpunktebene verwandelt haben. Damit gerinnen die Buchstaben zu üblichen Pixeln unter Pixeln und lassen sich nicht mehr als Text verändern.
Abbildung 12.1: Durch Überblendverfahren und Ebenenstile lassen sich Worte mit dem Untergrund mischen und gleichzeitig plastisch abheben. Die Funktion »Text verkrümmen« sorgt für Verzerrungen, die Schrift bleibt im Textmodus korrigierbar. Datei: Business-Gallery
Mit dem Pixelprinzip hängt auch zusammen, dass die Qualität von Photoshop-Text nicht in jeder Situation befriedigt. Einfacher, schwarzer Text über einem Bild wird besser, wenn man das Bild in ein Zeichen- oder Layoutprogramm lädt und dort den Text über das Foto legt; in diesen Programmen werden Buchstaben aus Kurven abgeleitet, die Sie ohne Qualitätsverlust vergrößern und drucken. Zu Papier gelangen sie mit der Höchstauflösung des Druckers oder Belichters. Schwarze Headlines in einer Illustrierten erscheinen also zum Beispiel mit 2540 dpi und wirken deshalb so gestochen scharf. Die Stärke von Konturen lässt sich viel präziser definieren.
Abbildung 12.2: Um saubere Konturen in Pixelschrift zu bringen, benötigen Sie eine Auflösung von mindestens 300 dpi (links); bei 100 dpi wirkt Schrift deutlich grober. Ideal wird scharf konturierte, nicht bearbeitete Schrift gedruckt, wenn man sie in einem Layoutprogramm eingibt (rechts).
Das Punkt-für-Punkt-Prinzip der Bildprogramme ist für filigrane Buchstaben zu grob. Folge: Die Lettern wirken treppig oder unterbrochen. Arbeiten Sie also mit hoher Auflösung und platzieren Sie die Lettern mit einer der »Glätten«-Varianten. 300 dpi Auflösung sollten es mindestens sein, 400 sind besser. Freilich sind Höchstauflösungen nicht mehr so wichtig, wenn Sie keine ganz haarfeinen und gestochenen Konturen verwenden. Ein Schriftzug, der weich im Bild aufgeht, ist unkritisch.
Das Faszinierende bei der Textbearbeitung in Photoshop und ImageReady ist, dass sich die Grenzen von Zeichen und von Gegenständen verwischen, Worte wirken wie Dinge, die Sie mit Schatten und dreidimensionaler Wirkung in den Raum stellen. Photoshop und ImageReady erlauben einen Umgang mit textförmigen Pixelbereichen, den Illustrations- oder Layoutprogramme nicht bieten können:
Entscheiden Sie sich für oder gegen Photoshops Textwerkzeug je nach Aufgabe:
Gegenüber den Versionen 5.5 und 5.0 zeigt Photoshop 6.0 eine deutlich veränderte Textfunktion. Sie erinnert stark an ImageReady 2.0, das Photoshop 5.5 beilag. Einige markante Änderungen zwischen Photoshop 6 und 5.5:
wird nicht mehr über die Werkzeugleiste, sondern über die Optionen zum Textwerkzeug
aufgerufen; beim Aufruf zeigt Photoshop vorübergehend einen Alphakanal an.
Abbildung 12.3: So sehen die Textwerkzeug-Optionen aus, wenn Sie das Textwerkzeug aktiviert, mit der Texteingabe aber noch nicht begonnen haben: Mit den Schaltflächen links haben Sie noch die Wahl zwischen Textebenen und Textmaskierung sowie zwischen horizontalem und vertikalem Verlauf. Nur in diesem Zustand können Sie teilweise ohne Markieren die gesamte Textebene umformatieren oder Befehle wie »Zeichen zurücksetzen« verwenden.
Abbildung 12.4: Sobald Sie jedoch mit dem Textwerkzeug erstmals ins Bild geklickt und mit der Texteingabe begonnen haben, reduziert Photoshop die Möglichkeiten. Sie können jedoch immer noch für die kommenden Buchstaben Schriftart, Größe oder Kantenglättung verändern. Später lassen sich auch die bereits eingetippten Lettern beliebig korrigieren.
Sie können die Schriftarten verwenden, die auf Ihrem System installiert sind. Zusätzlich lassen sich Schriftarten aus Ordnern nutzen, auf die nur Adobe-Programme zugreifen. Unter Windows ist es der Ordner »Programme/Gemeinsame Dateien/Adobe/Fonts«, am Mac nehmen Sie »Systemordner/Application Support/Adobe/Fonts«
Photoshop und ImageReady legen den Schriftzug, der nach Einschalten des Textwerkzeugs entsteht, automatisch auf eine neue Ebene. Dies ist eine spezielle »Text«-Ebene, kenntlich am Zeichen
in der Ebenenminiatur.
Im »Text«-Modus haben Sie - auch nach dem Speichern und erneuten Öffnen - folgende Möglichkeiten:
verbiegen.
lässt sich der Text verschieben.
Wie gesagt: Alle diese Änderungen sind im Textmodus möglich. Auch Text, der bereits gedreht ist und Ebeneneffekte zeigt, kann also noch im Textmodus umformatiert werden.
Solange Sie eine spezielle »Text«-Ebene bearbeiten, müssen Sie auf andere Photoshop-Funktionen verzichten:
, Verlauf
, Musterstempel
oder Füllwerk-zeug
. Statt des Werkzeugsymbols zeigt Photoshop über der Datei nur ein Parkver-bot
. (Sie können die Einschränkung aber durch Anwendung von teil-maskierten Einstellungsebenen, durch Ebenenmasken, Ebenen-Beschneidungspfade, Ebeneneffekte oder durch Beschnittgruppen wettmachen; siehe unten.)
Wenn Sie Funktionen wie Filter oder Einstellungen benötigen, verwandeln Sie den Text erst in eine ganz normale Ebene. Dazu dient der Befehl Ebene: Rastern: Text. Die Schriftinformationen werden nun in ganz normale Bildpunkte verwandelt; Sie haben keine speziellen »Text«-Möglichkeiten mehr. Sie haben einen schriftförmigen Pixelbereich vor sich, der sich bearbeiten lässt wie andere Bildteile auch - aber Sie können nicht mehr umformatieren oder umformulieren.
Mit weiteren Befehlen aus dem Untermenü Ebene: Text können Sie die Textebene in einen Arbeitspfad oder in eine Formebene verwandeln. Das Kontextmenü zum Textwerkzeug bietet ebenfalls die in diesem Abschnitt genannten Befehle an.
Wann sollten Sie den »Text«-Modus« verwenden und wann verwandelt man die Textebene per Ebene: Rastern: Text in eine übliche Pixelfläche?
Selbstverständlich bleiben Sie im Textmodus, solange Text oder Schriftart noch nicht endgültig feststehen. Beim Transformieren empfiehlt sich dringend der Textmodus oder Pfadmodus: Wenn Sie »Text« verzerren, erhalten Sie auch nach dem 17. Mal immer saubere, glatte Kanten, die aus den Schriftkoordinaten errechnet werden. Nach dem Rastern, im normalen Pixelmodus, leiden die Kanten beim Verzerren, Drehen oder Skalieren zunehmend, sie zeigen Treppen oder weichen auf. Auch das Verbiegen mit dem Verkrümmen-Befehl funktioniert nur im Textmodus.
Wenn Sie mehr machen wollen mit dem Schriftzug, müssen Sie ihn meist in eine normale Ebene umrastern und auf weitere »Text«-Bearbeitung verzichten - zum Beispiel, wenn Sie einen Weichzeichnungsfilter oder einen Verzerrungsfilter einsetzen möchten. Der Einbau von Verläufen, Strukturen oder Bildern ist auch im Textmodus möglich, wenn Sie Ebenenstile oder eine Beschnittgruppe verwenden (siehe unten).
In diesem Abschnitt besprechen wir, wie Sie Text in der Praxis anlegen.
Zunächst klären wir die Begriffe Punkttext, Absatztext, Textebene und Textmaskierung.
Je nach Vorgabe erzeugt Photoshop automatisch Zeilenschaltungen oder überlässt diese Aufgabe Ihnen.
Mit beiden Textwerkzeugen können Sie sowohl Absatztext als auch Punkttext anlegen:
erzeugt. Sie wählen dazu in den Textwerkzeug-Optionen die schwarz gefüllte »T«-Schaltfläche mit der Einblenderklärung Textebene erstellen (und nicht das gestrichelte Symbol für Textauswahlbegrenzung
rechts daneben). Hierbei entsteht ein Text in der aktuellen Vordergrundfarbe als neue Ebene. Diese ist in der Ebenenpalette klar als spezielle »Text«-Ebene gekennzeichnet. Sie können den Text jederzeit nach Belieben im Textmodus bearbeiten.
legt dagegen textförmige Auswahlbereiche an, es entsteht keine neue Ebene.
Abbildung 12.5: Links sehen Sie Punkttext: Der Zeilenumbruch entstand mit der Eingabetaste, jede weitere Texteingabe bleibt zunächst auf derselben Zeile. Mitte: Hier sehen Sie Absatztext. Vor der Texteingabe wurde mit dem Textwerkzeug zunächst ein Rahmen aufgezogen, Photoshop sorgt automatisch für Zeilenumbrüche und Trennungen innerhalb des Rahmens. Rechts: Ändern Sie die Proportionen des Absatztextrahmens durch Ziehen an den Anfasspunkten, erzeugt Photoshop automatisch einen neuen Zeilenumbruch.
durch Klicken in die Werkzeugleiste oder mit der Taste T.
aktiviert ist.
zu wechseln; Sie können den Wortbeitrag nun über dem Bild verschieben.
Während der Texteingabe stehen Ihnen keine Menübefehle zur Verfügung. Photoshop bietet verschiedene Möglichkeiten, vom Texteingabemodus wieder zur üblichen Bildbearbeitung zurückzukehren, wenn Sie die Bearbeitung vorerst abschließen möchten:
in den Werkzeugoptionen.
Wenn Sie den Text später ändern wollen, speichern Sie sicherheitshalber im Dateiformat »Photoshop« (*.psd, *.pdd). Für alle Textvarianten gilt: Möchten Sie die Textproduktion ganz wortlos abbrechen, dann bereiten Sie dem Vorgang mit der Esc-Taste oder mit der Abbruch-Schaltfläche
ein Ende.
Bei Absatztext erzeugt Photoshop die Zeilenumbrüche automatisch:
aktiviert ist.
zu wechseln; Sie können den Text samt Rahmen nun über dem Bild bewegen.
in den Werkzeugoptionen.
Abbildung 12.6: Wenn Sie mit dem üblichen Textwerkzeug arbeiten, entsteht eine neue Textebene in der aktuellen Vordergrundfarbe. Sie können alle Texteigenschaften jederzeit im Textmodus bearbeiten, etwa Wortlaut, die Schriftart oder Größe.
Eventuell ist der Textrahmen zu klein, so dass die letzten Stücke Absatztext ein unsichtbares Dasein jenseits des Rahmens fristen. In diesem Fall zeigt Photoshop am rechten unteren Anfasser des Textrahmens ein Kreuz. Sie können den herausgefallenen Mengentext auf verschiedene Arten ins Bild holen:
Mit dem Textmaskierungswerkzeug
entsteht keine neue Textebene. Statt dessen erhalten Sie nur einen buchstabenförmigen Auswahlbereich. Nur in wenigen Fällen benötigt man tatsächlich eine solche Textauswahl:
Arbeiten Sie in den Farbmodi Mehrkanal, Bitmap oder Indizierte Farben, wechselt Photoshop automatisch zur Textmaskierungsfunktion. Eine solche Auswahl lässt sich jedoch nur umständlich verändern und Veränderungen von Größe, Proportion oder Neigung führen zu Beschädigungen des Randbereichs. Darum empfiehlt sich das Verfahren nur in seltenen Fällen; unten nennen wir eine Alternative. Sie können mit dem Textmaskierungswerkzeug
wahlweise Absatztext oder Punkttext (siehe vorhergehende Abschnitte) erzeugen. So geht's:
. Der Mauszeiger erscheint als Textcursor.
mit der Einblenderklärung Maske oder Auswahl erstellen erscheint.
in den Werkzeugoptionen. Nun erscheint der Text als schillernde Auswahlmarkierung.
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Sie können die Maskenfarbe und die Deckkraft verändern, wenn Sie mit dem
Textmaskierungswerkzeug
arbeiten möchten. Dazu
klicken Sie vor oder nach der Textbearbeitung auf die Schaltfläche
Bearbeitung im Maskierungsmodus
rechts in der
Werkzeugleiste (Details zum Maskierungsmodus ab Seite 609).
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Abbildung 12.7: Arbeiten Sie mit dem Textmaskierungswerkzeug, zeigt Photoshop zunächst eine rötliche Schnellmaske. Nur an Stellen, an denen Sie Text eingeben, ist das darunter liegen Bild voll sichtbar. In dieser Phase können Sie noch einzelne Buchstaben markieren und umformatieren oder die Warping-Funktion anwenden. Sobald Sie jedoch zu einem anderen Werkzeug wechseln oder auf die OK-Schaltfläche in den Text-Optionen klicken, entsteht eine textförmige Fließmarkierung über dem Bild ; sie lässt sich so bearbeiten oder speichern wie andere Auswahlen auch, kann jedoch nicht mehr im Textmodus verändert werden.
Fertige Textauswahlen lassen sich nicht mehr wie übliche Textebenen korrigieren. Aber während der Texterstellung - wenn Sie die Farbe der Schnellmaske noch sehen - haben Sie folgende Möglichkeiten:
zu wechseln; Sie können den Text samt Rahmen nun über dem Bild verschieben.
in den Werkzeugoptionen, wenn Sie den Text verbiegen möchten.
Diese Möglichkeiten bestehen nach Abschluss der Erstellung einer Textmaske nicht mehr.
Behandeln Sie die textförmige Auswahl genauso weiter wie jede andere Auswahl auch (Details im »Auswahl«-Kapitel weiter vorn ab Seite 587):
oder Rechteck bei gedrückter Alt-Taste.
Mit dem Textmaskierungswerkzeug
entsteht keine neue Textebene. Statt dessen erhalten Sie lediglich einen buchstabenförmigen Auswahlbereich; der lässt sich nur mühsam verändern und wird allzu schnell versehentlich entfernt. Weitere Gefahr: Sie beschädigen den Rand der Textauswahl durch weiche Kanten oder Zacken. Dieses Problem besteht bei Textebenen generell nicht: Hier greift Photoshop immer neu auf die ursprünglichen Informationen zur Buchstabenkontur zurück.
Deshalb: Selbst wenn Sie nur eine textförmige Auswahl benötigen und keine eigene Textebene, sollten Sie zunächst eine Ebene anlegen und daraus die Auswahl ableiten. Bei Bedarf verändern Sie die vorhandene Ebene nun bequem mit allen Text-Funktionen und leiten alsdann eine neue Auswahl ab. So geht's:
mit der Einblenderklärung Textebene erstellen gewählt ist (und nicht das gestrichelte Symbol
).
in der Ebenenpalette. (Alternativen: Reduzieren Sie die Deckkraft, ändern Sie den Mischmodus oder verstecken Sie die Ebene unter einem anderen Objekt.)
Wenn Sie den Text ändern möchten, blenden Sie die ursprüngliche Textebene wieder ein und korrigieren sie im Textmodus. Anschließend erzeugen Sie mit Strg-Klick auf die Miniatur abermals einen Auswahlbereich.
Text, der sich noch im »Text«-Modus auf einer eigenen Textebene befindet, können Sie jederzeit korrigieren. So greifen Sie die gewünschten Teile heraus:
durch einen Mausklick oder mit der Taste T.
Ganz wie in einem Textprogramm können Sie Textteile markieren. Folgende Möglichkeiten bietet Photoshop:
und aktivierter Textebene durch Ziehen mit der Maus.
Sie können Datei mit Textebenen auch mit PCs öffnen, auf denen diese Schriftart gar nicht installiert ist. Photoshop zeigt das Schriftbild zunächst korrekt, denn intern ist auch ein Pixelbild der Schrift abgelegt. Sobald Sie allerdings den Text bearbeiten, setzt Photoshop eine verfügbare andere Schriftart ein. Dadurch ändert sich natürlich das Gesamtbild und Photoshop präsentiert eine Warnung: Einige Textebenen müssen möglicherweise aktualisiert werden... Außerdem zeigt die Miniatur in der Ebenenpalette bei nicht verfügbarer Schriftart ein gelbes Warndreieck.
Abbildung 12.8: Öffnen Sie ein Bild mit einer Schriftart, die auf dem Rechner gar nicht installiert ist, so zeigt Photoshop eine Warnung und ein Warndreieck in der Miniatur der Textebene. Die Schrift erscheint zunächst trotzdem korrekt im Bild , da Photoshop intern auch eine gerasterte Darstellung des Schriftzugs ablegt. Sobald Sie den Text aber bearbeiten, wird eine andere Schriftart eingesetzt, das Gesamtbild verändert sich.
Beachten Sie weitere Besonderheiten:
Generell gilt: Wenn Sie Text nachbearbeiten, also zum Beispiel noch die Schriftart ändern, müssen Sie den Text im Dialogfeld zumeist durch Ziehen mit der Maus markieren (siehe vorhergehende Absätze). Wollen Sie ein komplettes Wort markieren, reicht ein Doppelklick ins Wort. Mit Strg+A markieren Sie alles.
Den Text formatieren Sie mit drei Bildschirmelementen: Zeichen-Palette und Absatz-Palette sowie die Textwerkzeug-Optionen, die einige Funktionen aus beiden Paletten bieten.
So rufen Sie die Paletten zur Textformatierung auf:
Einige Optionen finden Sie nicht direkt auf der Paletten-Oberfläche, sondern nur im Palettenmenü; das erreichen Sie nach einem Klick auf die Dreieck-Schaltfläche
rechts oben in der Palette. Die Menüoptionen, die für die aktuell markierten Lettern zutreffen, zeigen ein Häkchen. Haben Sie dagegen etwa drei Buchstaben durchgestrichen, um diese dann gemeinsam mit weiteren Lettern zu markieren, erscheint neben dem Befehl Durchgestrichen ein Punkt: denn diese Eigenschaft passt nur für einige, aber nicht für alle markierten Buchstaben.
Im Folgenden behandeln wir die zwei Photoshop-Paletten für Zeichen und Absatz; die gängigsten Funktionen finden Sie auch in den Textwerkzeug-Optionen. Die Asiatischen Textoptionen haben wir dabei in den Voreinstellungen abgewählt.
Abbildung 12.9: Mit der Zeichen-Palette legen Sie die Eigenschaften für einzelne Buchstaben fest.
Als Maßeinheit für die Grösse verwenden Sie Pixel, Punkt oder Millimeter. Dies richten Sie mit dem Befehl Datei: Voreinstellungen: Maßeinheiten und Lineale im Bereich Text ein. Folgende Möglichkeiten haben Sie, um die Buchstabengröße zu verändern:
, aktivieren Sie die Textebene, und noch bevor Sie einen Textcursor im Bild sehen, nennen Sie eine neue Größe in der Zeichen-Palette oder in den Textwerkzeug-Optionen. Dadurch verändern Sie den gesamten Schriftzug.
ein. Anschließend wählen Sie Bearbeiten: Frei Transformieren oder kurz Strg+T. Nun können Sie den Gesamtschriftzug beliebig in die Breite oder in die Höhe ziehen. Wenn Sie das Seitenverhältnis nicht verzerren wollen, drücken Sie zusätzlich die Umschalt-Taste (Details zur Transformieren-Funktion ab Seite 764). Alternativ tippen Sie neue Maße in die Höhe- und Breite-Felder der Optionen zum Verschieben-Werkzeug.
Mit der Transformieren-Funktion können Sie den Gesamtschriftzug in die Breite oder in die Höhe verzerren. Photoshop bietet zusätzlich die Möglichkeit, auch einzelne Buchstaben innerhalb eines größeren Textobjekts zu misshandeln. Dazu dienen die Eingabefelder Vertikal skalieren und Horizontal skalieren in der Zeichenpalette. Markieren Sie zunächst Lettern, die Sie dehnen oder stauchen möchten; anschließend nennen Sie für Höhe oder Breite eine prozentuale Veränderung.
Beachten Sie, dass sich Punkt- und Millimeter-Werte an den gespeicherten Druckmaßen des Bildes orientieren. Daraus folgt: In einem 300-dpi-Bild erfordert ein Schriftzug mit 72 Punkt oder 25,4 Millimeter Größe mehr Pixelfläche als in einem Bild, das mit einer Druckauflösung von 200 oder 100 dpi gesichert wurde. Denn die 72-Punkt-Größe erfordert in 300 dpi mehr Pixel. Ändern Sie die Druckauflösung mit dem Befehl Bild: Bildgröße, ohne die Pixelzahl zu ändern - die Option Bild neuberechnen ist also abgeschaltet -, so zeigt Photoshop nach dem Eingriff andere Millimeter- und Punktwerte für Ihre Lettern auf der Textebene an.
Oft am übersichtlichsten: Schalten Sie in den Voreinstellungen oder im Kontextmenü über den Linealen die Maßeinheit für Text auf Pixel - unabhängig von der dpi-Druckauflösung erscheint Text dann bei gleicher Zoomstufe gleich groß auf dem Schirm.
Sie können horizontal, aber auch vertikal schreiben. Sie müssen sich damit nicht schon bei der Texteingabe festlegen. Diese Möglichkeiten haben Sie:
Abbildung 12.10: Links: In diesem Schriftzug haben wir bereits den »Zeilenabstand« verändert. Mitte: Mit dem Befehl »Ebene: Text: Vertikal« ordnen wir den Schriftzug vertikal an. Rechts: Hier wurde der ursprüngliche, horizontale Schriftzug mit dem Befehl »Bearbeiten: Transformieren: 90° im UZS drehen« verändert. Datei: Top-Tip
Photoshop und ImageReady bieten weitere Einstellmöglichkeiten für Ihren Text:
Als Schrift wählen Sie jede installierte Schrift, egal ob Druckerschrift, TrueType, OpenType oder Adobe Type 1. In der Regel eignen sich zum Füllen und Montieren breitlaufende Headline-Schriften am besten. Beachten Sie, dass besonders schlanke Schriften in Bildern oft zu mager wirken.
Sind zusätzlich zur normalen Schriftart gefettete oder kursive Schriftvarianten auf Ihrem Rechner installiert, so rufen Sie diese aus dem Klappmenü neben dem Schriftartnamen auf.
Sie können Schriftarten jedoch auch dann Fett und Kursiv darstellen, wenn eine entsprechende Schriftartinformation nicht auf Ihrem Rechner gespeichert ist. Photoshop errechnet dann den geänderten Schriftschnitt auf eigene Faust. Die entsprechenden Optionen heißen Faux Kursiv und Faux Fett. Photoshop bietet sie im Palettenmenü an. Ebenso erscheinen die Optionen im Kontextmenü zum Textwerkzeug
, sofern bereits ein Textteil markiert wurde.
Die Normal-Darstellung erscheint bei englischen Schriftarten oft als Regular oder Plain. Fett läuft als Bold, Kursiv heißt Italic.
Benötigen Sie einen Text in Großbuchstaben, müssen Sie Ihre Worte nicht gleich bei gedrückter Umschalt-Taste eintippen. Statt dessen lässt sich der Text auch für Großbuchstaben formatieren - so wechseln Sie durch einen einfachen Menübefehl bei Bedarf wieder zurück zur üblichen gemischten Schreibweise. Diese Möglichkeiten bietet Photoshop im Menü der Zeichen-Palette:
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Beachten Sie, dass sich die Breite des Gesamttextes ändern kann, wenn Sie zu
Großbuchstaben oder Kapitälchen wechseln. |
Die Laufweite - der allgemeine Buchstabenabstand - erzeugt einen gleichmäßigen Abstand zwischen mehr als zwei Zeichen eines markierten Textteils. Maßeinheit ist wieder Pixel oder Punkt. Der Wert Null bedeutet Standardlaufweite. Negative Werte rücken die Buchstaben enger zusammen, positive Eingaben machen den Schriftzug luftiger. Die Möglichkeiten reichen von -1000
Sofern Sie keinen Textteil markieren, verändert Ihre Eingabe die gesamte Textebene.
Den individuellen Abstand zwischen zwei Buchstaben übernimmt Photoshop aus der Information, die im Schriftsatz gespeichert ist. Dies gilt, solange Sie im Datenfeld Abstand zwischen zwei Zeichen der Zeichen-Palette die Metrik-Anzeige oder eine Null sehen. Je nach Buchstabenpaar fällt die Distanz vorprogrammiert größer oder kleiner aus.
Sie verändern den Abstand zwischen zwei Zeichen - oft auch »Kerning« genannt - nach eigenem Belieben. Es gilt wie schon bei der Laufweite: Negative Werte verringern die Distanz, positive Werte schaffen Freiraum. Achtung: Wollen Sie den Abstand zwischen zwei Lettern per Kerning korrigieren, muss sich der Mauszeiger zwischen den beiden Buchstaben befinden, es darf kein Text markiert sein.
Sie verändern Laufweite und Kerning auch um 20/1000 Geviert mit den Links- und Rechts-Pfeil-Tasten bei gedrückter Alt-Taste. Nehmen Sie Strg dazu, wenn Sie den Zwischenraum in Schritten von 100/1000 Geviert verändern wollen.
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Sobald Sie Text markieren, bietet Photoshop das »Kerning« nicht mehr an. |
Abbildung 12.11: Laufweite und Zeilenabstand: Links wurden diese Felder gar nicht ausgefüllt; in der Mitte wurde als »Zeilenabstand« ein kleinerer Wert als die »Größe« eingegeben, um die Zeilen zusammenzurücken; Rechts wurde zusätzlich ein negativer Wert als »Laufweite« eingegeben, um den Buchstabenabstand zu verkleinern.
Den Zeilenabstand regeln Sie mit der gleichen Maßeinheit wie die Schriftgröße, also meist Punkt, Pixel oder Millimeter. Das Verfahren funktioniert gleichermaßen bei Punkttext wie bei Absatztext. Zunächst verwendet Photoshop den zur Schriftart gehörigen Zeilenabstand - solange Sie als Eintrag Auto oder ein leeres Feld vorfinden. Arbeiten Sie mit umbrochener 80-Punkt-Schrift, dann
Sie verändern den Zeilenabstand, wenn Sie die Alt-Taste zusammen mit den Pfeil-Tasten nach oben und unten benutzen. Für größere Verschiebungen nehmen Sie die Strg-Taste hinzu. Dabei muss das Textwerkzeug aktiviert und der Text markiert sein. Bei Mengentext berücksichtigt Photoshop nur solche Zeilen, die Sie vollständig markieren.
Sie können einzelne Buchstaben über oder unter die Grundlinie stellen, so dass sie tiefer sinken oder höher rücken. Markieren Sie die Buchstaben, dann tippen Sie einen Wert neben Grundlinie ein oder drücken Umschalt+Alt-Taste zusammen mit aufwärts oder abwärts weisenden Pfeil-Tasten. Ein positiver Wert bugsiert horizontalen Text nach oben, vertikalen Text nach rechts. Negativeingaben schieben die Lettern nach unten beziehungsweise nach links. Dabei verändert sich die Buchstabengröße nicht.
Sie können den Text auch hoch- oder tiefstellen und dabei die Buchstaben verkleinern - so wie es für wissenschaftliche Formeln erforderlich ist. Die Befehle Hochgestellt und Tiefgestellt bietet Photoshop im Menü zur Zeichen-Palette an.
Ab Werk verwenden ImageReady und Photoshop gebrochene Zeichenbreiten. Die Abstände zwischen den einzelnen Textzeichen sind also unterschiedlich groß und betragen zwischen einigen Zeichen auch den Bruchteil eines Pixels. Dies ist meist die optimale Vorgabe. Kleine Schriftgrößen, die am Monitor dargestellt werden, können jedoch ineinander laufen. Sie können darum die Gebrochenen Breiten abschalten und damit Buchstabenabstände von ganzen Pixeln erzwingen; dies erledigen Sie im Menü zur Zeichen-Palette.
Photoshop bietet weitere Optionen zur Zeichenformatierung im Menü der Zeichen-Palette:
Photoshop bietet verschiedene Optionen, wie Sie den Zeilenfluss innerhalb eines Absatzes regeln. Wenn Sie keinen Text markieren, verändert sich per Eingabe die gesamte Ebene. Setzen Sie den Textcursor in einen Absatz, um nur diesen zu formatieren.
Abbildung 12.12: Mit der Absatz-Palette verändern Sie den Zeilenfall bei mehrzeiligem Text. Einige Funktionen lassen sich gleichermaßen für Absatztext wie auch für Punkttext verwenden.
Als Ausrichtung zeigen die Symbole in der Absatz-Palette linksbündig, zentriert oder rechtsbündig. Die Funktion eignet sich gleichermaßen für Punkttext wie für Absatztext, für das Anlegen von Neu-Text wie zum Formatieren von vorhandenen Sentenzen.
Abbildung 12.13: Links: Dieser Absatztext wurde in der Absatz-Palette mit Blocksatz und erhöhtem Abstand zwischen den Absätzen formatiert. Die Option »Silbentrennung« sorgt für automatische Worttrennungen am Rand des Textrahmens. - Rechts: Hier wurde die »Silbentrennung« ausgeschaltet; Photoshop umbricht Wörter nur noch an Bindestrichen. Die auffällig hohen Buchstabenabstände reduzieren Sie bei Bedarf mit dem Dialogfeld »Ausrichtung« aus dem Menü der Absatz-Palette. Datei: Absatz-Text_1
Die Angaben wie Linksbündig beziehen sich stets auf den Punkt, an dem Sie in die Bilddatei geklickt haben. Die Vorschau über der Datei passt sich sofort an. So geht's:
Ebenso verändern Sie den Zeilenfall in einem vorhandenen mehrzeiligen Text: Linksbündig sorgt zum Beispiel für einen unregelmäßigen Rand rechts.
Photoshop bietet auch Blocksatz an, so dass linker und rechter Textrand gleichermaßen glatt und bündig verlaufen. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, die Textausrichtung für Blocksatz festzulegen: Mit den Schaltflächen in der Absatz-Palette wählen Sie, ob die letzte Zeile eines jeden Absatzes linksbündig, rechtsbündig oder mittig gesetzt werden soll. Weitere Alternative: Photoshop spreizt durch übergroße Wortabstände auch die letzte Zeile auf volle Spaltenbreite.
Den Textumbruch über die gesamte Absatzlänge hin steuert Photoshop nach verschiedenen Prinzipien, die Sie im Menü der Absatz-Palette nennen:
Mit der Option Silbentrennung in der Absatz-Palette entscheiden Sie, ob Photoshop bei Absatztext lange Wörter automatisch trennen soll. Wirksam ist die Option nur, wenn Sie für die entsprechenden Abschnitte den Befehl Kein Umbruch aus der Zeichenpalette ausgeschaltet haben (siehe unten). Photoshop verwendet dabei ein deutsches Wörterbuch, das sich nicht ändern lässt.
Abbildung 12.14: Das Dialogfeld »Silbentrennung« rufen Sie mit dem Menü der Absatz-Palette auf; hier bestimmen Sie, in welchem Bereich Photoshop Wörter trennt.
Rufen Sie im Menü der Absatz-Palette die Silbentrennung auf. Hier haben Sie folgende Optionen:
Sie können auch harte Trennstriche verwenden: Tippen Sie einen Trennstrich ein - Photoshop umbricht den Text an dieser Stelle, sofern sich der Trennstrich am Rand des Textrahmens befindet und Sie die Option Kein Umbruch ausgeschaltet haben.
Den Befehl Kein Umbruch aus dem Menü der Zeichen-Palette verwenden Sie in folgenden Situationen:
In allen Fällen markieren Sie zunächst den fraglichen Text und verwenden dann die Vorgabe Kein Umbruch im Menü der Zeichen-Palette (das Häkchen muss anschließend dort sichtbar sein).
Eventuell markieren Sie freilich so viele Wörter, dass diese gar nicht in eine einzige Zeile passen. Dann füllt Photoshop die Zeile bis zum Rand mit Buchstaben und umbricht ohne Trennstrich und ohne Trennregeln in die nächste Zeile. Dabei erscheinen Leerzeichen auch am Beginn einer Zeile.
Abbildung 12.15: Links: Dieser Absatztext hat die gewünschte Breite, zeigt jedoch unschöne Trennungen. - Mitte: Also werden die Zeichen, die gemeinsam in einer Zeile erscheinen sollen, mit der Maus markiert; anschließend schalten wir im Menü der Zeichen-Palette die Option »Kein Umbruch« ein. - Rechts: Den zuvor markierten Textteil nimmt Photoshop nun komplett in die nächste Zeile. Datei: Absatz-Text 2
Regeln lässt sich in der Absatz-Palette auch, ob und wie weit Photoshop Zeilen eines Absatzes nach rechts einzieht:
Wenn Sie die Option Roman hängende Interpunktion einschalten, landen Satzzeichen wie Kommata, Punkte oder Anführungszeichen außerhalb des Rahmens für den Absatztext.
Abbildung 12.16: Dieser Absatz wurde markiert, dann haben wir im Feld »Einzug am linken Rand« der Absatz-Palette den Wert 20 Millimeter eingetragen - so wird der gesamte Absatz schmaler und entfernt sich vom linken Rand. Hier haben wir nach dem Markieren des Absatzes einen Blocksatz mit rechtsbündiger letzter Zeile vorgesehen; ein Eintrag im Feld »Einzug erste Zeile« sorgt für den Einzug der ersten Zeile. Wir haben im Menü der Absatz-Palette die »Roman hängende Interpunktion« eingeschaltet; Trennstriche und der Punkt liegen deshalb außerhalb des Textrahmens. Bei diesem Blocksatz mit linksbündiger letzter Zeile verzichteten wir auf »Roman hängende Interpunktion«, so dass die Satzzeichen innerhalb des Textrahmens erscheinen. Datei: Absatz-Text_3
Photoshop und ImageReady bieten ausgefeilte Möglichkeiten, um Schriftzüge umzufärben und die Kanten zu glätten.
Um eine Textebene - oder nur ein paar Buchstaben darin - umzufärben, haben Sie diese Möglichkeiten:
und wechseln Sie die Vordergrundfarbe zum Beispiel mit dem Farbwähler oder mit den Farbfeldern - die markierten Lettern färben sich entsprechend mit.
Markieren Sie Buchstaben mit mehreren, unterschiedlichen Farben, zeigt das Farbfeld in den Textwerkzeug-Optionen ein Fragezeichen.
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Sie müssen die Textfarbe nicht dauerhaft ändern. Sie können auch die Ebeneneffekte Farbüberlagerung (Seite 795) oder Verlaufsüberlagerung (Seite 796) verwenden. Alternativ legen Sie eine Einstellungsebene über die Textebene (Seite 813). |
»Glätten« macht die äußersten Randpixel der Buchstaben halbtransparent und sorgt so für einen geschmeidigen - aber nicht aufgeweichten - Übergang zwischen Schrift und umgebendem Bild. Allzu harte Kanten, die wie unschön aufgeklebt wirken, werden vermieden. Nur bei sehr kleinen Schriftgrößen können feine Konturen gänzlich untergehen, dann verzichten Sie aufs Glätten (die Option heißt in anderen Programmen häufig »Anti-Aliasing«). Wollen Sie den Text ohnehin noch weichzeichnen, verzichten Sie auf die Option, die etwas Zeit kostet. Das Glätten erhöht überdies die Zahl der Farbtöne im Bild, so dass die Dateigröße je nach Speicherverfahren steigen kann. Photoshop bietet »Glätten« ja auch für die Auswahlkanten an, die mit Zauberstab
oder Lasso
entstehen.
Photoshop bietet das »Glätten«-Klappmenü in der Optionenleiste und im Kontextmenü zum Textwerkzeug. Die Glätten-Vorgabe gilt generell für die gesamte Textebene und nicht nur für markierte Buchstaben. Sie finden das »Glätten«-Klappmenü nur vor, wenn noch kein Textcursor im Buchstabenfeld blinkt. Beenden Sie notfalls die Texteingabe durch Strg+Eingabetaste, aber lassen Sie das Textwerkzeug aktiviert.
Abbildung 12.17: Hier sehen Sie verschiedene Pixelgrößen für die Schriftart Arial mit unterschiedlichen Vorgaben beim »Glätten«: »Ohne«, »Scharf«, »Stark« und »Glätten« (in ImageReady »Abgerundet»). Wir drucken die Schrift hier in einer typischen Bild schirmauflösung von 72 dpi, deshalb wirkt es grob. Datei: 72-dpi-Text
Sie finden verschiedene Glättungsverfahren, um die Buchstabenränder optimal an verschiedene Größen und Auflösungen anzupassen. Im Test verursachte die Option Scharf manchmal die deutlichste Kantenaufweichung bei niedrigem Schriftgrad, manchmal erhielt sie aber auch einen harten Kern der Schrift besser als die anderen Varianten. Die Glätten-Option Glätten aus Photoshop erscheint bei ImageReady unter der Bezeichnung Abgerundet.
Beurteilen Sie die Kantenglättung in der Zoomstufe 100 Prozent, die Sie unter anderem durch einen Doppelklick auf die Lupe
einrichten. Alternativ verwenden Sie ganzzahlige Vergrößerungsstufen wie 200 oder 300 Prozent, zum Beispiel per Strg+Plus-Taste. In sehr hohen Zoomstufen können Sie die Unterschiede bei der Kantenglättung gut erkennen. Alle anderen Maßstäbe verzerren deutlich.
Abbildung 12.18: Hier sehen Sie verschiedene Punktgrößen, diesmal in einer typischen Druckauflösung von 300 dpi, mit den unterschiedlichen Varianten für das »Glätten«. Die Pixelgrößen sind hier wesentlich höher. Datei: 300-dpi-Text
Sie können Text durch ungewöhnliche Verzerrungen reizvoller machen. Zum Teil müssen Sie dabei die Textebene rastern, so dass weitere Korrekturen im Textmodus ausscheiden.
Mit dem Befehl Text verkrümmen können Sie Textebenen vielseitig verzerren. Das Wichtige dabei: Der Schriftzug bleibt im Textmodus erhalten, er lässt sich also weiterhin mit Zeichen- und Absatz-Palette korrigieren. Sämtliche Dehnübungen, die Sie mit der Funktion Text verkrümmen durchführen, beschädigen auch nicht den empfindlichen Rand der Buchstaben.
Abbildung 12.19: Das Beispiel zeigt verschiedene »Verkrümmungen«. Die Textebenen wurden außerdem mit Ebenenstilen bearbeitet. Alle Wörter wurden nachträglich mit der Funktion »Frei Transformieren« skaliert und gedreht, um sie optimal an die Umgebung anzupassen. Datei: Bullauge
So starten Sie die Funktion »Text verkrümmen«: Klicken Sie auf das Symbol Verkrümmten Text erstellen
in der Optionenleiste zum Textwerkzeug. Alternativ verwenden Sie den Befehl Ebene: Text: Text verkrümmen, den Sie auch im Kontextmenü zum Textwerkzeug wiederfinden. Textebenen mit »Verkrümmung« kennzeichnet Photoshop durch ein spezielles, verzerrtes »T«-Symbol in der Ebenenpalette.
Möchten Sie den Text wieder entzerren? Wählen Sie erneut den Dialog Text verkrümmen und klicken Sie im Stil-Menü auf Ohne.
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Beachten Sie: Auch bei geöffnetem Dialogfeld Text verkrümmen können Sie
den Schriftzug mit der Maus im Bild verschieben. |
Abbildung 12.20: Links: Der Befehl »Text verkrümmen« bietet verschiedene Grundformen, die sich noch verändern lassen. Freie Verzerrungen und Text entlang von Pfaden ist nicht möglich. Rechts: »Verkrümmte« Textebenen erscheinen in der Ebenenpalette mit einem speziellen Symbol.
Diese Optionen bietet das Dialogfeld:
Abbildung 12.21: Links sehen Sie die »Flagge«-Vorgabe des Dialogfelds »Text verkrümmen«. Rechts: »Flagge« mit positiver horizontaler Verzerrung. Datei: Aussicht
Abbildung 12.22: Sie können den Warping-Effekt auch animieren: Veränderungen innerhalb einer Warping-Vorgabe - hier »Flagge« - lassen sich in einen Trickfilm umsetzen. Dazu verwenden Sie in ImageReady den Befehl »Dazwischen einfügen« aus der Animation-Palette und variieren den Ebeneneffekt (Details und weitere Beispiele ab Seite 282). Datei: Ost-West.psd, Ost-West.gif
Weitere Verzerrungsmöglichkeiten für Textebenen bietet der Befehl Bearbeiten: Frei transformieren (Strg+T). Hier ziehen Sie - teils mit Zusatztasten - an den Anfasspunkten um die Rechteckbox herum oder Sie tippen Werte in die Eingabefelder der Optionenleiste, die Photoshop automatisch einblendet. Sie können dabei die Schrift skalieren (auch unproportional), drehen oder neigen, allerdings nicht perspektivisch verzerren. Wollen Sie die Textproportionen wahren, drücken Sie beim Skalieren die Umschalt-Taste oder zuvor die Schaltfläche Seitenverhältnis erhalten
. Diese Funktionen lassen sich zusätzlich zum Verkrümmen oder statt dessen verwenden. Details zum Transformieren finden Sie auf Seite 764. Ihr Slogan verbleibt dabei im praktischen Textmodus.
Abbildung 12.23: Diese Möglichkeiten haben Sie erst nach Anwendung des Befehls »Ebene: Rastern: Text«. Links: »Bearbeiten: Transformieren: Perspektivisch verzerren«; Mitte: »Filter: Verzerrungsfilter: Wölben«; Rechts: »Filter: Verzerrungsfilter: Polarkoordinaten«
Weitere attraktive Verzerrungsmöglichkeiten für gerasterten Text finden Sie in den Menüs:
Freilich gilt hier jedes Mal: Photoshop rastert zunächst die Ebene - Sie können den Schriftzug also nicht mehr im Textmodus bearbeiten und sollten auch auf beschädigte Kanten achten. Beim Verzerren schalten Sie die Ebenenoption Transparente Pixel fixieren
oben in der Ebenenpalette aus (vergleiche Seite 761).
Abbildung 12.24: Verwenden Sie die Funktion »Bearbeiten: Frei Transformieren« (Strg+T) auch bei Textebenen, die Sie bereits »verkrümmt« haben. Datei: Bullauge
Die Schriftzüge lassen sich auf vielfältige Art für die jeweiligen Zwecke anpassen. Sie können die Laufweite ändern, die Schriften verformen, einzelne Buchstaben verformen oder den ganzen Schriftzug. Für viele Veränderungen müssen Sie freilich die Textebene rastern (siehe oben), so dass anschließend keine Bearbeitung im Textmodus mehr möglich ist.
Abbildung 12.25: So füllen Sie die Textebene mit einem Bild : Bringen Sie das Bild auf eine Ebene über dem Text. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste auf den Begrenzungsstrich zwischen den Ebenen. Damit wird der Schriftzug zur »Basisebene«, die Struktur erscheint nur innerhalb der Lettern. Hier wurden zusätzlich noch Ebeneneffekte angewandt. Der Text bleibt korrigierbar. Datei: Laden
Abbildung 12.26: Auch hier wurde mit einer Basisebene gearbeitet, die durch einen Ebeneneffekt verändert wird. Der Filter »Beleuchtungseffekte« hat die darüber liegende Struktur aufgefrischt. Eine unveränderte Variante der Struktur liegt unter der Basisebene und kann sich so in vollem Umfang zeigen. Datei: Laden_2
Generell können Sie in Textebenen kein Bild einsetzen. Auf verschiedenen Umwegen erreichen Sie das aber leicht doch:
Die Ebeneneffekte eignen sich vorzüglich für Textveränderungen (Einführung ab Seite 778). Dabei bleibt der Text voll korrigierbar. Ändern Sie die Textform, passen sich die Effekte unverzüglich an. Beispiele für Text mit Ebeneneffekten finden Sie an verschiedenen Stellen im Buch, unter anderem auf den Seiten 350 und 808. Die interessantesten Funktionen:
Abbildung 12.27: Bei jedem Buchstaben wurde der Ebenen-Stil um einen Effekt oder einen Mischmodus erweitert. Der jeweils vorhandene Ebenen-Stil wurde mit den Befehlen »Ebenenstil kopieren« und »Ebenen-Stil einfügen« auf die nächste Ebene übertragen und weiter bearbeitet. Es beginnt mit dem Effekt »Schlagschatten«, dann kommt »Kontur« hinzu. Anschließend verwendeten wir »Abgeflachte Kante und Relief«, dann »Abgeflachte Kante und Relief« mit zusätzlicher »Kontur«. Im letzten Schritt haben wir die Textfarbe auf Neutralgrau gestellt und die Füllmethode »Hartes Licht« eingerichtet. Rechts: Die Palette zeigt die Einstellungen für den Buchstaben »r«. Datei: Wasser.psd
Oft müssen Sie den Text erst mit dem Befehl Ebene: Rastern: Text in eine übliche Bildpunkt-Ebene verwandeln, ehe Photoshop Änderungen erlaubt. Bei Filter-Befehlen bietet Photoshop diesen Schritt von sich aus an. Alle folgenden Korrekturen erfordern eine gerasterte Ebene.
Bevor Sie den Befehl Ebene: Rastern: Text anwählen, sollten Sie ein Duplikat der »Text«-Ebene erzeugen. Ziehen Sie die Ebene dazu in der Palette auf das Symbol Neue Ebene
; das Duplikat machen Sie mit dem Augensymbol
unsichtbar. Sie haben nun auch bei gescheiterten Versuchen mit der gerasterten Textversion immer noch Zugriff auf die ursprünglichen Lettern, die Sie gegebenenfalls auch noch im Textmodus verändern können. (Natürlich können Sie bei Bedarf auch mit der Protokollpalette zurück zur Textebene springen.)
Auch den gerasterten Text sollten Sie auf einer eigenen Ebene lassen und nicht mit darunter liegenden Ebenen verschmelzen. Sind die Lettern von Transparenz umgeben, lassen sie sich wesentlich sauberer auswählen und bewegen als buchstabenförmige Bereiche, die zum Beispiel von weißen Pixeln eingefasst werden.
Sie können die Buchstabenposition zum Teil einfacher verändern, wenn Sie den Text erst gerastert haben. Wollen Sie einzelne Lettern bewegen, werden diese nach dem Rendern zunächst mit Zauberstab
oder Lasso
markiert und dann mit dem Verschieben-Werkzeug
verschoben. Denken Sie dabei an ein paar Regeln aus der Ebenentechnik:
aktiviert ist; nehmen Sie für Zehnersprünge die Umschalt-Taste dazu.
Möchten Sie Bildteile innerhalb eines Schriftzugs zeigen, kommt es auf möglichst breit laufende Schriften an. Doch sogar Posterschriften zuzüglich Faux Fett kann man (nach dem Rastern) mit verschiedenen Funktionen noch weiter aufpumpen, so dass mehr Bildmaterial hineinpasst.
Verwenden Sie zum Beispiel den Filter-Befehl Sonstige: Dunkle Bereiche vergrößern (vergleiche Seite 615). Er wirkt auch bei hellen Schriftfarben, sofern die Letter von Transparenz umgeben ist. Sie können die Schrift bis zu zehn Pixel verbreitern und erzeugen so sehr wuchtige Lettern. Harte Ecken in den Umrissen bleiben in etwa erhalten, aber auch die Randglättung überlebt.
Abbildung 12.28: Links: Diese Schrift soll breiteren Raum einnehmen, damit sie deutlicher mit Bild material gefüllt werden kann. Mitte, rechts: Diese Aufgabe übernimmt der Befehl »Filter: Sonstige: Dunkle Bereiche vergrößern« mit unterschiedlichen Intensitäten. Die Option »Transparente Pixel fixieren« muss abgewählt sein. Datei: E
Abbildung 12.29: Links: Hier wurde die Schrift zunächst deutlich weichgezeichnet und dann mit dem »Schwellenwert«-Befehl bearbeitet. Dabei kommt es aber zu harten Rändern. Mitte: Glattere Ränder entstehen, wenn man statt des »Schwellenwerts« den Befehl »Helligkeit/Kontrast« verwendet, den Kontrast auf etwa 98 Prozent stellt und mit der Helligkeit die Schriftstärke reguliert. Rechts: Auch schlankere Lettern sind möglich, dieses Beispiel entstand mit der »Tonwertkorrektur« auf Basis des weichgezeichneten Schriftzugs.
Ein weiterer Weg zu fetteren (aber auch schlankeren) Typen: Soften Sie zunächst die Lettern mit dem Befehl Weichzeichnungsfilter: Gaußscher Weichzeichner deutlich ab - die Umrisse müssen aber erhalten bleiben. Anschließend machen Sie die Kontur wieder hart. Dazu verwenden Sie verschiedene Befehle aus dem Untermenü Bild: Einstellen. Besonders schnell arbeitet der Schwellenwert; hohe Vorgaben wie 160 oder 180 blähen die Schrift auf. Allerdings erzeugt diese Funktion unschöne, krachharte Ränder. Glattere Ränder erhalten Sie mit dem Befehl Helligkeit/Kontrast; stellen Sie den Kontrast etwa auf 98 Prozent und nehmen Sie die Helligkeit soweit zurück, dass sich die Schriftumrisse ausweiten.
Auf diesem Weg können Sie auch schlankere Schriftschnitte hervorbringen; probieren Sie auch andere Tonwertbefehle wie die Tonwertkorrektur. In jedem Fall erhalten Sie durch das vorherige Weichzeichnen gerundete Umrisse ohne Ecken und Kanten.
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Bei diesem Verfahren darf sich die Schrift nicht in einer transparenten Ebene befinden; am besten verschmilzt man sie mit einer neuen, weiß gefüllten Ebene. |
Mitunter möchte man einzelne Buchstaben umformen - damit sie besser aussehen oder sich exakt Motivteilen anpassen. Sie können natürlich schlicht mit dem Pinsel arbeiten, doch besser geeignet sind die Pfadfunktionen, die Sie überwiegend nur bei Photoshop finden (Details im »Pfade«-Kapitel ab Seite 679). Aktivieren Sie die Textebene und verwenden Sie den Befehl Ebene: Text: In Form konvertieren. Photoshop erstellt eine Form mit einem Pfad, den Sie in der Pfadpalette erkennen. Mit dem Direkt-Auswahlwerkzeug
(Kurztaste A) und anderen Pfadwerkzeugen verändern Sie den Pfad, bis Sie eine gelungene Schriftform gefunden haben. Testen Sie verschiedene Stile aus der Stile-Palette.
Abbildung 12.30: Links: Hier wird mit dem Zeichenstift-Werkzeug die Textkontur erweitert und anschließend mit dem Befehl »Pfad füllen« eingefärbt. Rechts: Ein Teil des Buchstabens wurde markiert und mit der »Transformieren«-Funktion gedehnt und geneigt.
Mitunter möchte man nur einzelne Buchstabenteile in die Länge ziehen, stauchen oder verzerren. Markieren Sie den gewünschten Bereich der (bereits gerenderten) Lettern und wählen Sie Bearbeiten: Transformieren (Strg+T). In der Regel sollte in den Voreinstellungen die Interpolationsmethode Bikubisch eingerichtet sein. Prüfen Sie jedoch, ob es zu Randunschärfen kommt.
Füllen Sie gerenderten Text auf einer Ebene mit Muster oder Motiv, sollten Sie die Option Transparente Pixel fixieren
in der Ebenenpalette einschalten. Sonst wird die gesamte Bildfläche zugeschüttet. Wollen Sie dagegen den Text verzerren oder weichzeichnen, schalten Sie die Option aus - die Wirkung der Filter wird sonst an den vorhandenen Texträndern abgeschnitten.
Sie können auch gerenderte, ehemalige »Text«-Ebenen skalieren und mit den Transformieren-Funktionen verbiegen, zumal die Varianten Verzerren und Perspektivisch verzerren für »Text« gar nicht im Angebot sind. Aber belassen Sie es bei ein, zwei Durchgängen, weil die Randschärfe sonst leiden kann. In der Regel sollten Sie als Interpolationsmethode in den Voreinstellungen Bikubisch vorgeben, sofern Sie nicht mit kleinsten, einfarbigen Lettern hantieren; dann hilft, wenn überhaupt, eher die Pixelwiederholung (Details zu diesen Verfahren ab Seite 137).
Abbildung 12.31: Links: Diese Lettern wurden mit dem »Gaußschen Weichzeichner« abgesoftet. Mitte: Eine verschlungene »Gradationskurve« verteilte die Tonwerte um. Rechts: Der Regler »Helligkeit/Kontrast« sorgte für flächigere Töne.
Beim Verzerren gerenderter Textebenen entstehen leicht unschön ausgefranste Ränder. Sie lassen sich oft wieder glätten, zumindest wenn die Buchstaben eine gewisse Breite nicht unterschreiten:
| © Copyright Markt+Technik Verlag, ein Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 12 Text |