10 Pfade und Formen

Neben der Kanalarbeit gibt es noch eine ganz andere Möglichkeit, Auswahlen zu speichern: als Pfade. Diese Pfade liegen quasi über dem eigentlichen Bild und können, wie die Alphakanäle, unabhängig vom Bild selbst korrigiert werden.

10.1 Übersicht

Pfade sind nur Hilfslinien, sie werden nicht gedruckt. Sie können aber Pfade oder ihre Umrisse mit Bildpunkten füllen - dauerhaft oder als korrigierbaren Ebeneneffekt. Dabei unterscheidet sich ein Pfad grundlegend von allem, was Sie an pixelorientierter Bildbearbeitung gewohnt sind. Die Linien eines Pfads sind keine Pixel unter Pixeln im Pixeldschungel einer Fotodatei. Pfade - eigentlich üblich in Illustrationsprogrammen wie Illustrator oder CorelDraw - setzen sich vielmehr zusammen aus Ankerpunkten und den Linien dazwischen. Die Variante Ebenen-Beschneidungspfad grenzt den sichtbaren Bereich von Ebenen ein - zum Beispiel auch von Formebenen, also von so genannten Vektorebenen (siehe Abbildung 10.1).

Abbildung 10.1:  Pfade eignen sich besonders für geschwungene Formen, harte Ecken und Geraden. Beim Skizzieren helfen Grundraster, die auch den Pfad magnetisch anziehen können. Dieser Pfad entsteht mit dem Zeichenstift. Er wird über den Scan einer Steinoberfläche gezogen und in einen Ebenen-Beschneidungspfad umgewandelt. Den verbleibenden sichtbaren Bereich bearbeiten wir mit den Ebeneneffekten für »Schlagschatten« sowie »Abgeflachte Kante und Relief«. Datei: Stein

10.1.1 Verwendung

Pfade können Sie in Photoshop vielseitig verwenden:

Geeignete Motive

Mit Pfadtechniken erstellen Sie einfach fließende und präzise Formen, die gut nachzubearbeiten sind; diese Formen bekommen Sie mit pixelorientierten Werkzeugen wie Lasso  oder Pinsel  kaum hin. Auch Auswahlkanten, die unschön ausfransen, lassen sich mit einem Pfad elegant glätten. Besonders solche Figuren sollten Sie mit dem Zeichenstift-Werkzeug bearbeiten:

Dazu kommen Formen, welche die Formwerkzeuge anbieten. Keinesfalls eignen sich Pfadfunktionen für weiche Übergänge oder komplexe Umrisse, etwa einen Haarschopf.

Einen Pfad erstellen

Pfade kommen auf verschiedene Arten zustande:

Orientierung an »Extras«

Die Figuren der Pfad- und Formwerkzeuge docken bei Bedarf magnetisch an verschiedenen »Extras« an, so etwa an Hilfslinien, Grundraster oder Bildgrenzen. Die entsprechenden Vorgaben machen Sie im Untermenü Ansicht: Ausrichten an und mit dem Befehl Ansicht: Ausrichten (Details ab Seite 82).

10.1.2 Dateiformate

Am Mac können Sie Pfade in beliebigen Dateiformaten speichern, unter Windows sind Sie auf JPEG, EPS, DCS, PDF und TIFF beschränkt. Bedenken Sie jedoch, dass der Pfad weg sein kann, wenn Sie eine Datei mit Pfad in einem anderen Programm bearbeitet und neu gespeichert haben. Gegenüber einem Alphakanal bietet ein Pfad die Möglichkeit, Auswahlen speichersparend zu sichern. Ein Pfad kostet meist nur wenige Kbyte Speicherplatz.

Sie müssen einen Pfad nicht in einer Bilddatei speichern - er begnügt sich auch mit einem Platz auf der Aktionenpalette. Beachten Sie dabei jedoch die Wahl der Maßeinheiten; sie entscheidet darüber, in welcher Größe der Pfad in späteren Bilddateien erscheint.

Ein schlichter Pfad, den Sie noch nicht als Beschneidungspfad definiert haben, wird von Layoutprogrammen mitunter als Freistellpfad interpretiert, so dass Bildteile außerhalb des Pfads nicht mehr auf der Seite erscheinen. Entfernen Sie den Pfad im Zweifelsfall.

10.1.3 Pfade bei ImageReady

Nur Photoshop bietet alle Pfadfunktionen; ImageReady enthält weder Zeichenstift-Werkzeuge noch die Formwerkzeuge für Polygone  und eigene Formen  ; so können Sie in ImageReady Pfade zwar bewegen und transformieren, aber nicht auf Punktebene bearbeiten. Wir konzentrieren uns im Folgenden allein auf Photoshop.

Speichern Sie in ImageReady eine JPG-Datei mit Pfad per Optimiert-Version speichern, so geht der Pfad verloren. Aber auch, wenn Sie mit Speichern unter eine Photoshop-Datei schreiben oder mit Original exportieren eine TIFF-Datei anlegen, bleiben ursprünglich vorhandene Pfade auf der Strecke. Dagegen erzeugt der ImageReady-Befehl Speichern unter eine Photoshop-Datei einschließlich vorhandener Pfade (siehe Abbildung 10.2-10.4).

Abbildung 10.2:  Links: Diese Figur kann nur mit einem Pfadwerkzeug wie Zeichenstift oder Freiform-Zeichenstift entstehen. Sie zeigt einen offenen Pfad, den man auch als »Pfadsegment« oder als »Unterpfad« bezeichnet.  Mitte: Hier wurde der offene Pfad mit dem Zeichenstift geschlossen; eine solche Figur könnte auch als Form gespeichert und mit dem Werkzeug »Eigene Form« in verschiedenen Proportionen ins Bild gesetzt werden.  Rechts: Die Figur wurde als Vorgabe aus der Formenbibliothek gewählt und mit dem Werkzeug »Eigene Form« angebracht. Sie könnte jedoch auch Ankerpunkt für Ankerpunkt mit einem Zeichenstift-Werkzeug gezeichnet werden. Alle drei Figuren entstanden mit der Vorgabe »Neuen Arbeitspfad erstellen«, nicht mit der Vorgabe »Neue Formebene erstellen« (vergleiche nächster Abschnitt). Deswegen sehen Sie hier nur einen Pfad ohne jede Füllung. Sie könnten jedoch in allen drei Situationen auch mit der Option »Neue Formebene erstellen« beginnen; dann wird die Figur von Anfang an als neue Formebene angelegt und mit verschiedenen Füll- und 3D-Ebeneneffekten ausgestattet. Es spielt für die Weiterbearbeitung keine Rolle, ob Sie mit dem Zeichenstift oder mit einem Formwerkzeug beginnen.

10.2 Pfade oder Formen beginnen

In diesem Abschnitt besprechen wir, wie Sie einen Pfad neu anlegen.

Abbildung 10.3:  So beginnt die Arbeit mit einem Pfad: Sie haben ein Pfad- oder Formwerkzeug gewählt, aber noch keine Figur ins Bild gesetzt. In der Optionenleiste wählen Sie, ob Sie einen »neuen Arbeitspfad« oder eine »neue Formebene« erstellen wollen (siehe unten).

Abbildung 10.4:  So geht die Arbeit mit dem Pfad weiter: Haben Sie eine Figur ins Bild geklickt, ändert sich die Optionenleiste. Photoshop bietet jetzt verschiedene Vorgaben für den Fall an, dass Sie dem vorhandenen Pfad weitere Pfadkomponenten hinzufügen wollen. So können Sie nur die Schnittmenge der beiden Pfadkomponenten verwenden.

10.2.1 Verschiedene Pfadergebnisse

Schon bevor Sie den Pfad ins Bild klicken, bestimmen Sie in den Optionen zum Pfad- oder Formwerkzeug Ihr Ziel:

  • Ein neuer Arbeitspfad: Sie verwenden die Schaltfläche Neuen Arbeitspfad erstellen  in den Optionen zu Form- oder Pfadwerkzeugen. ImageReady bietet diese Option nicht.
  • Eine neue Formebene, also eine neue Füllebene mit Ebenen-Beschneidungspfad: Wählen Sie zunächst die Schaltfläche Neue Formebene erstellen  in den Optionen zu den Form- oder zu den Pfadwerkzeugen. Hier können Sie sofort einen Ebenenstil (Seite 778) festlegen, also eine Kombination aus verschiedenen Ebeneneffekten plus Informationen über Deckkraft und Überblendmodus. Dazu gibt es separate Optionen für Überblendmodus (Seite 536), Deckkraft und Kantenglättung (Seite 592). Falls Sie keinen Ebenenstil nennen, produziert Photoshop eine Formebene mit einer Füllung in der aktuellen Vordergrundfarbe.
  • Eine gerasterte, gefüllte Figur auf der aktuellen Ebene: Nutzen Sie die Schaltfläche Gefüllten Bereich erstellen  in den Optionen zu den Formwerkzeugen. Diese Vorgabe führt schneller zu einem beschädigten Original, Sie können das Ergebnis nicht frei umformen.

Abbildung 10.5:  Ausgangsbasis für dieses Bild war eine weiße »Hintergrund«-Ebene. Wir haben das Formwerkzeug »Abgerundetes Rechteck« eingeschaltet und die Option »Neuen Arbeitspfad erstellen« angewählt. Dann haben wir den Mauszeiger diagonal über das Bild gezogen. Die Pfadpalette zeigt, dass ein neuer »Arbeitspfad« entstanden ist. Einen solchen Arbeitspfad können Sie auch mit Zeichenstift oder Freiform-Zeichenstift erstellen. Sie können den Arbeitspfad füllen oder nachzeichnen, als Auswahl verwenden oder in einen Ebenen-Beschneidungspfad umwandeln.

Abbildung 10.6:  Dieses Bild haben wir mit einer weißen »Hintergrund«-Ebene begonnen. In den Optionen zum Formwerkzeug »Abgerundetes Rechteck« wurde die Vorgabe »Neue Formebene erstellen« verwendet und im Klappmenü »Ebenenstil« ein Stil angewählt (Details zu Ebenenstilen ab Seite 778). Dann haben wir den Mauszeiger diagonal über das Bild gezogen. Die Ebenenpalette zeigt, dass eine neue »Formebene« entstand; der Umriss wird durch den Ebenen-Beschneidungspfad begrenzt (Details ab Seite 808); Ebeneneffekte wie »Abgeflachte Kante und Relief« und weitere, die im gewählten Ebenenstil zusammengefasst waren, bestimmen das Aussehen der Formebene. Auch die Pfadpalette zeigt den »Ebenen-Beschneidungspfad« für die neue Formebene an. Eine solche Formebene können Sie auch mit Zeichenstift oder Freiform-Zeichenstift erstellen.

10.2.2 Vorgehen: einen Pfad oder eine Form beginnen

Planen Sie einen neuen Pfad oder eine neue Form, rufen Sie zuerst mit dem Fenster-Menü die Pfadpalette auf. Vorhandene Pfade werden dort aufgelistet. So zeichnen Sie einen Pfad oder eine Form:

1. Falls Sie soeben an einem Pfad gearbeitet haben, schließen Sie die Bearbeitung durch einen Klick auf die OK-Schaltfläche  in den Werkzeugoptionen oder per Eingabetaste ab.
2. Falls bereits ein Pfad aktiviert ist, heben Sie diese Auswahl auf, indem Sie in den Frei-Raum der Pfadpalette klicken; der Pfad verschwindet.
3. Entscheiden Sie mit den Schaltflächen in den Optionen, ob Sie einen Arbeitspfad oder eine Form auf neuer Ebene anlegen wollen (siehe vorhergehender Abschnitt).
4. Klicken Sie unten in der Pfadpalette auf das Symbol Neuer Pfad . In der Pfadpalette erscheint eine Miniatur für den neuen Pfad.
5. Wählen Sie eines der Pfad- oder Formwerkzeuge in der Werkzeugleiste, mit denen man einen Pfad beginnen kann (siehe unten).
6. Setzen Sie Punkte für den Pfad.
7. Wenn Sie den Pfad schließen möchten, klicken Sie wieder auf den zuerst gesetzten Punkt; dabei erscheint ein Kreis neben dem Zeichenstift. Um den Pfad zu beenden, ohne ihn zu schließen, klicken Sie auf die OK-Schaltfläche. (Die Pfade der Formwerkzeuge werden ohnehin automatisch geschlossen.)

Abbildung 10.7:  Dieses Bild begann mit weißer »Hintergrund«-Ebene und dem Formwerkzeug »Abgerundetes Rechteck«. In den Optionen haben wir die Vorgabe »Gefüllten Bereich erstellen« angeklickt. Dann haben wir den Mauszeiger diagonal über das Bild gezogen. Photoshop füllt die aktuelle Ebene sofort mit der aktuellen Vordergrundfarbe, hier mit Schwarz; die ursprünglichen Bild punkte an dieser Stelle sind verloren. Es entsteht kein Pfad und keine neue Ebene. Dieses Vorgehen lässt sich mit Zeichenstift oder Freiform-Stift nicht unmittelbar nachvollziehen. Sie können jedoch mit diesen Werkzeugen einen Pfad zeichnen und anschließend die Funktionen »Pfadkontur füllen« oder »Pfadfläche füllen« aus der Pfadpalette nutzen (Seite 715).

Beginnen ohne »Neuen Pfad«

Sie können auch mit einem Zeichenstift- oder Formwerkzeug loslegen, ohne erst einen neuen leeren Pfad zu erstellen. Es gilt:

  • Wenn Sie den neuen Pfad erstellen, während ein anderer Pfad aktiv ist, ergänzt der neue Pfad den vorhandenen als Pfadsegment; bisheriger Pfad und neues Pfadsegment erscheinen also in einer einzigen Miniatur in der Palette.
  • Ist kein Pfad aktiv, entsteht beim ersten Klick ein »Arbeitspfad« (vergleiche Seite 704).

Vorsicht: Wenn Sie den »Arbeitspfad« abschalten, das Bild schließen und später zu einem neuen Arbeitspfad ansetzen, ist der bisherige Arbeitspfad verloren. Sie sollten ihn deshalb in einen üblichen Pfad verwandeln, zum Beispiel durch Doppelklick auf den Namen »Arbeitspfad« in der Palette.

10.2.3 Formebenen rastern

Wenn Sie Formebenen nicht mit den Zeichenstiften, sondern mit Pinseln, Füllfunktionen, mit den Korrekturbefehlen aus dem Untermenü Bild: Einstellen oder mit Filter-Befehlen bearbeiten möchten, müssen Sie den Pfad in eine neue Pixelebene verwandeln. Photoshop bietet das Rastern immerhin automatisch an, wenn Sie bei aktivierter Form- oder Textebene einen Filter-Befehl wählen. Im Zusammenhang mit Formebenen interessieren uns die folgenden Befehle aus dem Untermenü Ebene: Rastern:

»Form«

Der Befehl Ebene: Rastern: Form entfernt den Ebenen-Beschneidungspfad und erzeugt eine dauerhafte Pixelfüllung in den Bereichen, die durch den bisherigen Ebenen-Beschneidungspfad sichtbar waren. Sie können also die Umrisse nicht mehr mit dem Zeichenstift korrigieren. Dieser Befehl wirkt nur bei Formebenen, nicht aber bei üblichen Bildpunktbereichen, die Sie durch einen Ebenen-Beschneidungspfad eingegrenzt haben (siehe Abbildung 10.8).

Abbildung 10.8:  Oben links: Das Untermenü »Ebene: Rastern« enthält Befehle, mit denen sich die Formebene auf übliche Bild punkte zurückführen lässt.  Oben rechts, unten links: Diese Figur besteht aus einer Formebene; mehrere Pfadkomponenten, die als Ebenen-Beschneidungspfad angelegt wurden, legen den sichtbaren Bereich der dynamischen Füllebene fest. Datei: Eigene_Form

»Füllfläche«

Der Befehl Ebene: Rastern: Füllfläche verwandelt die bisherige dynamische Füllebene in eine neue Bildpunktebene, die dauerhaft in voller Fläche mit Pixeln in der aktuellen Vordergrundfarbe gefüllt wird. Weil der Ebenenbeschneidungspfad erhalten bleibt, ist jedoch unverändert nur ein Ausschnitt der Gesamtebene sichtbar.

»Ebenen-Beschneidungspfad«

Ebene: Rastern: Ebenen-Beschneidungspfad verwandelt den Ebenen-Beschneidungspfad in eine Ebenenmaske. Diese steuert ebenso wie der Ebenen-Beschneidungspfad die Sichtbarkeit einzelner Ebenenpartien; sie lässt sich jedoch mit Pinseln, Füllfunktionen, Filter- und Kontrastbefehlen verändern oder auch weichzeichnen, um sanfte Übergänge zu erzeugen (Details ab Seite 803).

Die weiteren Befehle aus dem Untermenü Ebene: Rastern beziehen sich auf das Rastern von Textebenen (Seite 839) und von normalen Bildpunktebenen mit Ebenen-Beschneidungspfad (Seite 809).

Abbildung 10.9:  Oben links: Der Befehl »Form« entfernt den Ebenen-Beschneidungspfad und erzeugt eine dauerhafte Pixelfüllung.  Oben rechts: Der Befehl »Füllfläche« verwandelt die bisherige dynamische Füllebene in eine normale Bild punktebene, die hier mit Schwarz gefüllt wird.  Unten links: Der Befehl »Ebenen-Beschneidungspfad« konvertiert den Ebenen-Beschneidungspfad in eine Ebenenmaske.

Effekte rastern

In allen Fällen entsteht eine Ebene in der aktuellen Vordergrundfarbe. Die bisherigen Ebeneneffekte bleiben jedoch von den Befehlen aus dem Untermenü Ebene: Rastern völlig unberührt. Das heißt, eine Verlaufsüberlagerung, eine Farbüberlagerung oder Abgeflachte Kante befindet sich weiterhin als Ebeneneffekt im Bild und lässt sich nicht mit üblichen Werkzeugen oder Korrekturbefehlen verändern. Möchten Sie auch die Wirkung der Effekte in übliche, lokal und manuell korrigierbare Ebenen umsetzen, verwenden Sie Ebene: Ebenenstil: Ebene erstellen (vergleiche Seite 784).

10.2.4 Gemeinsame Optionen der Zeichenstift-Werkzeuge

Mit den Werkzeugen Zeichenstift  und Freiform-Zeichenstift  erstellen Sie Pfade. Sie haben einige gemeinsame Optionen, auf die wir zunächst eingehen. Die Korrekturwerkzeuge wie Ankerpunkt hinzufügen  eignen sich sowohl zur Bearbeitung von Pfaden als auch von Formen (also geschlossenen Pfaden).

Abbildung 10.10:  Mit Zeichenstift und Freiform-Zeichenstift erzeugen Sie Pfade, die anderen Werkzeuge aus diesem Klappmenü in der Werkzeugleiste dienen zur Korrektur vorhandener Pfade.

Pfad beenden, ohne ihn zu schließen

Möchten Sie einen Pfad beenden, ohne ihn zu schließen, klicken Sie doppelt auf das Werkzeugsymbol in der Werkzeugleiste, wechseln Sie das Werkzeug oder verwenden Sie die OK-Schaltfläche  .

Pfad schließen

Wenn Sie das Zeichenstift-Werkzeug über den ersten Punkt halten, den Sie gesetzt haben, oder wenn Sie die Strg-Taste drücken (am Mac Befehlstaste), erscheint ein kleiner Kreis neben dem Werkzeugsymbol über der Datei. Damit signalisiert Photoshop, dass die Auswahl geschlossen werden kann beziehungsweise dass der Ausgangspunkt wieder erreicht ist.

Pfadkomponente fortsetzen  

  

Halten Sie ein Werkzeug über den letzten Punkt eines nicht geschlossenen Unterpfades. Sofern Sie den Pfadabschnitt nicht unmittelbar zuvor erstellt haben, erscheint zunächst ein Kästchen mit zwei Strichen neben dem Werkzeug; Sie befinden sich also über dem Endpunkt eines Unterpfades. Klicken Sie den Ankerpunkt an, damit ein Schrägstrich neben dem Werkzeug erscheint. Sie können jetzt an den vorhandenen Pfad anknüpfen und diesen fortsetzen, bei Bedarf auch schließen.

Vorübergehender Wechsel zum Werkzeug »Ankerpunkt hinzufügen«  

Halten Sie Zeichenstift oder Freiform-Zeichenstift über eine Stelle des Pfads, die keinen Ankerpunkt hat, erscheint ein kleines Pluszeichen neben dem Werkzeug. Sie können nun durch Klicken weitere Ankerpunkte einfügen. Sie können darauf verzichten, wenn Sie die Option Automatisch hinzufügen/Löschen abwählen.

Vorübergehender Wechsel zum Werkzeug »Ankerpunkt entfernen«  

Halten Sie Zeichenstift oder Freiform-Zeichenstift über eine Stelle des Pfads, die bereits einen Ankerpunkt hat, erscheint ein kleines Minuszeichen neben dem Werkzeug. Sie können durch Klicken diesen Ankerpunkt entfernen. Die Automatik lässt sich mit der Option Automatisch hinzufügen/Löschen abschalten.

Vorübergehender Wechsel zum Werkzeug »Direktauswahl«  

Drücken Sie die Strg-Taste, um vorübergehend das »Direktauswahl«-Werkzeug zu erhalten. Damit markieren Sie Pfadpunkte durch Einrahmen, die Sie bewegen oder löschen können (siehe unten).

Vorübergehender Wechsel zum Werkzeug »Punkt umwandeln«  

Drücken Sie die Alt-Taste, um vorübergehend das Werkzeug »Punkt umwandeln« zu erhalten. Damit verwandeln Sie harte Eckpunkte in weiche Übergänge und umgekehrt (siehe unten).

10.2.5 Der Zeichenstift  

Der Zeichenstift ist das traditionelle Pfadwerkzeug in Photoshop, mit dem sich ein neuer Pfad beginnen lässt. Es eignet sich für schnurgerade wie für geschwungene Pfade. Dabei haben Sie mehrere Möglichkeiten, die Linien zu gestalten:

  • Klicken Sie nur Eckpunkte an, um diese durch Linien über harte Ecken zu verbinden.
  • Um diese Linie auf die nächste 45-Grad-Achse einzuschränken, drücken Sie beim nächsten Klick die Umschalt-Taste.
  • Klicken Sie Eckpunkte an und ziehen Sie gleichzeitig auch zumindest kurz mit gedrückter Maustaste, um den nachfolgenden Punkt mit einer weichen Kurve anzuschließen.

Ankerpunkte löschen

Mit der Entf-Taste löschen Sie den letzten Ankerpunkt; Entf-Taste mal zwei löscht den zuletzt gezeichneten Pfad; Entf-Taste mal drei löscht alle Pfadkomponenten im aktuellen Pfad.

Kurven zeichnen

Beim Zeichenstift wirkt es oft sinnvoll, zunächst Geraden ins Bild zu klicken und diese nachträglich in Kurvenform zu biegen. Wollen Sie jedoch von vornherein Kurven ins Bild setzen, ziehen Sie die Maus zumindest kurz in die geplante Richtung; dabei verwandelt sich der Zeiger in eine Pfeilspitze. Beim Ziehen erscheint außerdem eine Grifflinie, deren Griffpunkte sich um den feststehenden Ankerpunkt bewegen; Länge und Neigung der Linie bestimmen die Größe und Biegung der Kurve. Setzen Sie den zweiten Punkt, werden die Punkte mit einer geschwungenen Kurve verbunden. Sie können jederzeit auf das Ziehen verzichten und zwei Punkte mit einer schlichten Geraden verbinden. Alternative:

Um sofort eine Vorschau auf die entstehende Kurve zu erhalten, wählen Sie in den Optionen das Gummiband an. Hier erhalten Sie eine Vorschau auf das kommende Segment, noch bevor Sie den Punkt ins Bild klicken.

Wie oben schon besprochen, müssen Sie den Pfad noch abschließen, indem Sie zum Beispiel das OK-Symbol  in den Optionen anklicken - sonst verbindet Photoshop den folgenden Ankerpunkt mit dem zuvor gesetzten durch eine Linie.

10.2.6 Freiform-Zeichenstift  

Der Freiform-Zeichenstift  erinnert teilweise an das Auswahlwerkzeug Lasso  oder an ein Pinsel-Werkzeug. Die Optionen:

  • Ziehen Sie bei gedrückter Maustaste beliebig geformte Pfade ins Bild.
  • Wenn Sie die Maustaste loslassen und später neu ansetzen, beginnt ein neues Pfadsegment; die Strecke, die Sie ohne Maustaste zurückgelegt haben, wird nicht verbunden.
  • Drücken Sie bei noch gedrückter Maustaste auf Strg, um den Pfad auf dem kürzestmöglichen Weg zu schließen.
  • Drücken Sie die Entf-Taste, um den bisherigen Pfad komplett zu löschen.

»Kurvenanpassung«

In den Optionen zum Freiform-Zeichenstift finden Sie das Kästchen Kurvenanpassung. Hier stellen Sie ein, wie genau die Ankerpunkte gesetzt werden sollen. Photoshop produziert zunächst eine grobe Vorschau für den Kurvenverlauf und erzeugt den exakten Pfad erst, wenn Sie die Erstellung abschließen, zum Beispiel durch Doppelklick auf das Werkzeugsymbol in der Leiste. Eine niedrige Kurvenanpassung von zum Beispiel 0,5 (Mindestwert) oder 1,5 erzeugt viele Ankerpunkte; Sie haben so eine exakte Kontrolle bei der späteren Korrektur, aber die Änderung größerer Bereiche des Pfads ist mühsam, da der Pfad zu oft unterteilt ist. Der Höchstwert ist 10.

Die Pfade heben sich oft nicht deutlich vom Bild ab. Um sie besser zu erkennen, erzeugen Sie eine neue, weiße Ebene als Hintergrund. Wollen Sie etwas vom Bild sehen, drosseln Sie die Deckkraft der weißen Ebene; später verbergen Sie die Ebene oder löschen sie.

Magnetischer Zeichenstift  

Mit der Option Magnetisch verbindet das Freiform-Zeichenwerkzeug die Pfadpunkte entlang von markanten Bildkonturen. Setzen Sie per Mausklick einen ersten Punkt direkt an der gewünschten Kontur. Nun bewegen Sie den Mauszeiger ohne Drücken der Maustaste weiter - die Auswahl-Vorschau folgt automatisch der Kontur. Per Eingabe-Taste oder Doppelklick schließen Sie den Pfad.

Die Regelmöglichkeiten zu dieser speziellen Funktion erhalten Sie nach einem Klick auf die Schaltfläche Magnetischer-Zeichenstift-Optionen. Sie gleichen vollständig den Einstellungen für das magnetische Lasso  ; wir besprechen darum beide Werkzeuge gemeinsam ab Seite 599.

Mit der Alt-Taste schalten Sie den Magnetismus vorübergehend aus und ziehen bei gedrückter Maustaste beliebig geformte Umrisse. Klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste, wenn Sie Geraden durch Eckpunkte verbinden wollen.

Abbildung 10.11:  Links: Mit der Vorgabe »Magnetisch« orientiert sich der Freiform-Zeichenstift an Bild konturen.  Rechts: Die Empfindlichkeit stellen Sie im Dialogfeld »Magnetischer-Zeichenstift-Optionen« ein.

10.2.7 Beispiel: Einen Pfad zeichnen und korrigieren

Die folgende Sequenz zeigt, wie Sie die Arbeit mit einem Pfad oder einer Form beginnen könnten.

Abbildung 10.12:  Links: Das Zeichenwerkzeug setzt beim Klick Ankerpunkte, die Photoshop durch Geraden verbindet. Rechts: Ziehen des Zeichenwerkzeugs beim Klicken erzeugt einen Ankerpunkt mit Grifflinien, die das Formen von Kurven erlauben. Wir bearbeiten hier ein Pfadsegment, noch keinen geschlossenen Pfad oder eine geschlossene Pfadkomponente.

Abbildung 10.13:  Links: Im »Gummiband«-Modus zeigt Photoshop den Weg des nächsten Pfadsegments schon an, bevor der Ankerpunkt durch Klicken gesetzt wurde.  Rechts: Befindet sich das Zeichenwerkzeug wieder über dem ersten Ankerpunkt, signalisiert ein Kreis neben dem Zeiger, dass der Pfad geschlossen wird.

Abbildung 10.14:  Links: Zwei Ankerpunkte wurden mit dem Direktauswahl-Werkzeug durch Einrahmen markiert; jetzt kann der untere Teil des Pfads in die Länge gezogen werden.  Rechts: Das Werkzeug »Ankerpunkt einfügen« mit dem Pluszeichen setzt einen weiteren Ankerpunkt ein.

Abbildung 10.15:  Links: Das Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln« macht aus dem flüssigen Übergang wieder einen harten Eckpunkt; weiteres Ziehen würde wieder einen flüssigen Übergang erzeugen.  Rechts: Um den Gesamtpfad zu verschieben, klickt man ihn mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl« an oder rahmt ihn mit dem Werkzeug »Direkt-Auswahl« komplett ein; dann lässt er sich bewegen.

10.3 Pfade korrigieren

Zu den Stärken der Pfadtechnik gehört es, dass man Pfade vielfältig und präzise korrigieren kann - ein völlig anderes Arbeiten als mit Auswahlen oder Alphakanälen.

10.3.1 Schritte rückgängig machen und speichern

Mit Strg+Z machen Sie den letzten Schritt rückgängig, mit der Entf-Taste löschen Sie den letzten Punkt oder alle - annullierbar wiederum per Strg+Z. Die Protokollpalette (siehe Seite 100) notiert akribisch, was Sie mit den Zeichenstift-Werkzeugen anrichten: Hier können Sie die Entstehung des Pfads stufenweise nachvollziehen und zurücksetzen. Auf der Aktionenpalette können Sie ganze Pfade speichern.

10.3.2 »Ankerpunkt einfügen«  

Sie wollen weitere Ankerpunkte einfügen, wenn sich eine Kurve nicht genau kontrollieren lässt oder wenn Sie in einer Kurve oder Linie eine Ecke brauchen. Wählen Sie das Werkzeug »Ankerpunkt einfügen«  , und klicken Sie mit diesem Werkzeug an die gewünschte Stelle im Pfad. Photoshop baut sofort einen Ankerpunkt ein und stellt ihn mit den entsprechenden Grifflinien dar.

Vorübergehend einblenden

Häufig reicht es, wenn Sie das Werkzeug »Ankerpunkt einfügen« nur vorübergehend einblenden: Halten Sie eines der Zeichenwerkzeuge über einen Pfadabschnitt ohne Ankerpunkt. Dann erscheint ein Pluszeichen neben dem Werkzeug; es signalisiert, dass Sie nun einen Ankerpunkt einfügen können. Wenn diese automatische Umschaltung unerwünscht ist, drücken Sie die Umschalt-Taste. Oder wählen Sie die Option Automatisch hinzufügen/Löschen ab, um dem Wechsel vorzubeugen.

10.3.3 »Ankerpunkt löschen«  

Umgekehrt geht es genauso - Sie können einzelne Ankerpunkte herausnehmen, um sich beispielsweise einer Ecke zu entledigen und fließendere Übergänge zu erstellen. Wählen Sie das Werkzeug »Ankerpunkt löschen«.

Vorübergehend einblenden

Auch das Werkzeug »Ankerpunkt einfügen« lässt sich bequem nur vorübergehend einblenden: Halten Sie ein Zeichenwerkzeug wie Freiform-Zeichenstift oder Zeichenstift über den Ankerpunkt. Dann erscheint ein Minuszeichen neben dem Werkzeug; Sie können den Ankerpunkt nun entfernen. Wiederum bewahrt Sie die Umschalt-Taste oder Abwahl der Option Automatisch hinzufügen/Löschen vor dem automatischen Wechsel zu diesem Werkzeug.

Wollen Sie viele Ankerpunkte gleichmäßig entfernen, gehen Sie einen anderen Weg: Verwandeln Sie den Pfad in eine Auswahl (Seite 711) und die verwandeln Sie zurück in einen Pfad - mit höherer Toleranz (Seite 709).

10.3.4 Das Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln«

Das Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln«  verwandelt harte, eckige Übergänge in weiche, geschwungene Übergänge und vice versa. Klicken Sie mit dem Werkzeug auf einen harten Eckpunkt und ziehen Sie: Jetzt erscheinen die Grifflinien, an denen Sie die zwei umliegenden Kurventeile bauchig ausformen können. Schieben Sie einen Griffpunkt ganz zurück auf den Eckpunkt, erhalten Sie ein gerades Teilstück. Noch ein Klick mit dem Umwandler macht den Übergangspunkt bei Bedarf wieder zum harten Eckpunkt.

Ziehen Sie die Grifflinien in die Länge, dann ändert sich die Wirkung des Griffs auf die Pfadkurve. Haben Sie eine Gerade (eine »einfache Kurve«) gezogen, kontrolliert der erste Griff Richtung und Winkel der Kurve; der zweite Griff kontrolliert bereits das nächste Pfadsegment. Beim Zeichnen einer Kurve dagegen setzen Sie Ankerpunkte als Übergangspunkte: Beide Griffhälften bewegen sich als Einheit und kontrollieren auch Kurventeile gleichzeitig links und rechts vom Punkt. Das Problem: Ziehen Sie am Griff über dem Kurventeil links, ändert sich die Kurve rechts vom Ankerpunkt mit, weil sich automatisch auch dort der Griff mitbewegt. Das sorgt zwar einerseits für sehr flüssige Kurvenverläufe, verhindert aber zum anderen harte Richtungsänderungen im Pfad. Schieben Sie die Grifflinie auf einer Seite des Punkts wieder ganz auf den Punkt zu, um nach dieser Seite eine harte Ecke zu erhalten.

Wenn das Direktauswahl-Werkzeug  aktiviert ist, halten Sie es über einen Ankerpunkt und drücken Strg+Umschalt+Alt - Photoshop bietet nun das Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln«.

Abbildung 10.16:  Links: Die Bearbeitung dieses Pfads wurde vorübergehend unterbrochen. Hält man danach den Zeiger des Zeichenstifts über einen äußeren Ankerpunkt, erscheint das Zeichen, dass es sich um einen Endpunkt handelt. Klicken Sie einmal darauf, um den Pfad fortsetzen zu können. Mitte: Nun erscheint neben dem Werkzeug der Schrägstrich; er signalisiert, dass Sie beim nächsten Klick den vorhandenen Pfad fortsetzen und nicht etwa einen neuen Pfad beginnen.  Rechts: Hier wurde der Pfad bereits fortgesetzt. Er wird durch Klick auf das OK-Symbol in der Optionenleiste vorerst nicht weiter verlängert.

Abbildung 10.17:  Links: Klicken Sie den mittleren Ankerpunkt mit dem Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln« an und ziehen Sie, um die zwei Pfadabschnitte zu verformen. Dabei erscheinen zwei Griffpunkte.  Mitte: Schieben Sie einen der Griffpunkte wieder auf den Ankerpunkt zurück, damit das zweite Pfadsegment seine ursprüngliche Richtung wieder erhält.  Rechts: Oder bewegen Sie den Griffpunkt in Gegenrichtung, um das zweite Pfadsegment so auszurichten wie das erste.

Abbildung 10.18:  Links: Klicken Sie den mittleren Ankerpunkt mit dem Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln« an, um wieder einen harten Eckpunkt herzustellen. Mitte: Ziehen Sie diesen Punkt mit dem Direktauswahl-Werkzeug, so dass ein Dreieck entsteht.  Rechts: Wenn Sie wieder zum Werkzeug »Ankerpunkt umwandeln« wechseln, können Sie einen gleichmäßigen Halbkreis herstellen.

10.3.5 Transformieren (Skalieren, Drehen, Verzerren)

Sie können Pfade, Pfadkomponenten oder einzelne Pfadabschnitte mit den typischen Transformieren-Befehlen dehnen, stauchen oder verzerren. Ihre Möglichkeiten im Überblick:

  • Das Untermenü Bearbeiten: Pfad transformieren bietet Befehle wie Skalieren, Drehen oder Verzerren. Sie können hier durch die entsprechenden Tastenkombinationen immer noch zu einer anderen Art der Veränderung schalten. Sofern nur Pfadsegmente, also einzelne Punkte, aktiviert sind, heißt es Frei Transformieren Punkte und Punkte transformieren.
  • Der Befehl Bearbeiten: Frei transformieren Pfad (Strg+T) gibt über die entsprechenden Kurztasten die Möglichkeit, den Pfad zu verzerren, zu skalieren oder zu drehen.
  • Sobald Sie eine Transformieren-Funktion gestartet haben, erscheint auch die spezielle Bearbeitungsleiste. Hier können Sie neue Werte für Größen oder Drehwinkel eintragen, der Pfad verändert sich sofort mit.

Das Transformieren von Pfaden gleicht dem Transformieren von Ebenen und Auswahlen. Wir besprechen die Funktion deshalb für alle drei Bereiche gemeinsam ab Seite 764. Dort lernen Sie alle Tastengriffe und Schaltsymbole kennen.

Abbildung 10.19:  Mit den Transformieren-Optionen lässt sich der Pfad per Zahlen-Eingabe drehen, vergrößern oder neigen. Die Optionen erscheinen, sobald Sie die »Transformieren«-Funktion einschalten, zum Beispiel per Strg+T.

Die Befehle zum Transformieren von Pfaden stehen nur bereit, wenn auch ein Pfad existiert und aktiviert wurde. Sonst finden Sie an derselben Stelle Befehle zum Transformieren von Ebenen.

Solange die Begrenzungsbox des Transformieren-Zustands angezeigt ist, können Sie kaum andere Dinge unternehmen. Zur Verfügung steht nur der Schließen-Befehl, einiges aus dem Ansicht-Menü und das Untermenü Transformieren, wo Sie einzelne Verzerrungsfunktionen ausdrücklich anwählen können. Um die Veränderung endgültig anzuwenden, klicken Sie doppelt in die Box, auf das OK-Häkchen  , oder drücken Sie die Eingabetaste. Um den Begrenzungsrahmen folgenlos zu entfernen - auch nach mehreren Verzerrungen, doch vor dem Bestätigen -, drücken Sie Esc oder klicken auf die Abbrechen-Schaltfläche  . Mit Strg+Z annullieren Sie nur Ihren letzten Zug an den Griffpunkten.

Abbildung 10.20:  Pfade können Sie mit den Transformieren-Funktionen verzerren. Dabei lassen sich auch Bereiche außerhalb der Bild datei nutzen. Schalten Sie dazu in einen Vollschirm-Modus, zum Beispiel mit der Taste F. Auch Pfadteile, die außerhalb des sichtbaren Bereichs liegen, werden gespeichert und lassen sich später wieder ins Bild bewegen.

Veränderungen der Bilddaten

Der Pfad wächst oder schrumpft mit, wenn Sie mit dem Befehl Bild: Bildgröße die Pixelgröße neu berechnen. Auch wenn Sie die Arbeitsfläche drehen oder spiegeln, hat das Konsequenzen für den Pfad.

Vergleichbare Veränderungen einer einzelnen Ebene tangieren den Pfad indes nicht. Ein Pfad orientiert sich in keiner Weise an Einzelebenen.

10.3.6 Pfadoperationen

Sie können Pfadsegmente beziehungsweise Formen miteinander verrechnen - beispielsweise ziehen Sie die Fläche einer Pfadkomponente von der Fläche einer anderen Pfadkomponente ab oder zeigen nur die Schnittmenge beider Pfade. Die Vorgabe lässt sich bereits vor dem Erstellen der zweiten Pfadkomponente machen; alternativ schalten Sie die Verrechnung aber auch nachträglich um.

Abbildung 10.21:  Legen Sie fest, welche Bereiche von zwei überlappenden Pfaden Sie zeigen möchten.

Sie sollten einen oder mehrere Pfadkomponenten mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«  markieren, so dass die Ankerpunkte sichtbar werden. Zum Mischen von Pfaden bietet Photoshop nun folgende Möglichkeiten:

Abbildung 10.22:  Oben Links: Die Option »Dem Formbereich hinzufügen« zeigt die Summe beider Pfadflächen. Rechts: Die Vorgabe »Vom Formbereich subtrahieren« zeigt nur den Bereich der ursprünglichen Fläche, den der zweite Pfad nicht belegt. Unten Links: »Schnittmenge von Formbereichen« zeigt die Schnittmenge der beiden Pfade. Rechts: »Überlappende Formbereiche ausschließen« zeigt nur die Zone, in der sich die Pfadsegmente nicht überdecken. Sie können die Darstellung überlappender Bereiche jederzeit umschalten. Datei: Operationen

  • Die Option Dem Formbereich hinzufügen  baut die Fläche des zweiten Bereichs an die vorhandene Fläche an. Die Option lässt sich auch mit der Plus-Taste einschalten.
  • Vom Formbereich subtrahieren  zeigt nur den Bereich der ersten Fläche, in dem die zweite Fläche nicht zu sehen ist. Wählen Sie diesen Modus kurzerhand mit der Minus-Taste an.
  • Die Vorgabe Schnittmenge von Formbereichen  zeigt nur die Schnittmenge der zwei Pfade, jenen Bereich also, in dem sie sich überschneiden.
  • Wählen Sie Überlappende Formbereiche ausschliessen , um nur den Bereich anzuzeigen, in dem sich die Pfade nicht überlagern.

10.4 Pfade und Pfadteile auswählen

Mit zwei Werkzeugen wählen Sie Pfade, Unterpfade oder einzelne Ankerpunkte eines Pfads aus. Die Werkzeuge dienen überdies dazu, Pfade oder Pfadbereiche zu bewegen oder umzuformen.

Abbildung 10.23:  In der Werkzeugpalette bietet Photoshop zwei Werkzeuge zur Auswahl von Pfadbereichen.

10.4.1 Das Werkzeug »Direktauswahl«

Sie können beliebige Segmente eines Pfads markieren, etwa um sie

  • zu löschen,
  • zu duplizieren,
  • umzuformen oder
  • als »Unterpfad« nachmalen zu lassen.

Dazu gibt es das Direktauswahl-Werkzeug  , mit dem Sie einen angepeilten Ankerpunkt anklicken und verschieben oder gleich eine Reihe von Punkten einrahmen.

Haben Sie das Direktauswahl-Werkzeug nicht direkt eingeschaltet, aktivieren Sie es vorübergehend von anderen Zeichenstift-Werkzeugen aus mit der Strg- Taste. Außerdem schaltet jederzeit die Kurztaste A zu diesem Werkzeug.

Darstellung der Ankerpunkte

So stellt Photoshop die Ankerpunkte dar:

  • Markierte Punkte zeigt Photoshop als gefülltes Quadrat,
  • nicht markierte Punkte stellt er als lichtes Geviert dar;
  • orten Sie überhaupt keine Kästchen, ist der Pfadbereich nicht aktiv.

Pfadauswahl erweitern

Leicht erweitern Sie die Auswahl um zusätzliche Pfadsegmente:

  • Klicken Sie benachbarte Segmente mit der Umschalt-Taste an, um sie in die Auswahl aufzunehmen.
  • Mit gedrückter Alt-Taste markieren Sie ein komplettes Pfadsegment (alternativ verwenden Sie gleich das Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«  , siehe unten). Dabei erscheint ein Plus-Zeichen neben dem Werkzeug.
  • Umschalt-Taste+Alt markiert mehrere Pfadsegmente hintereinander.
  • Wenn Sie mit dem Direktauswahl-Werkzeug ziehen, öffnet sich ein Rechteckrahmen, mit dem Sie beliebige Ankerpunkte einfangen.

Außerdem können Sie mit dem Direktauswahl-Werkzeug einzelne Punkte, markierte Pfadbereiche oder auch den gesamten Pfad verschieben - je nachdem, was markiert ist. In 1-Pixel-Schritten lassen Sie den Pfad oder markierte Pfadteile per Richtungstasten wandern, zehn Pixel bewegt sich der Pfadabschnitt bei zugleich gedrückter Umschalt-Taste weiter.

Pfadteile duplizieren

Ziehen Sie mit gedrückter Alt-Taste, um das markierte Pfadsegment zu duplizieren und zu bewegen. Dabei erscheint ein Plus-Zeichen neben dem Werkzeug »Direktauswahl«.

10.4.2 Das Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«

Das Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl« wählt per Anklicken sofort eine komplette Pfadkomponente aus, nicht nur einzelne Griffpunkte. Dieselbe Wirkung erzielen Sie, wenn Sie beim Direktauswahl-Werkzeug  die Alt-Taste drücken (siehe oben). Anschließend lässt sich der markierte Bereich bewegen. Ihre Optionen:

  • Wie auch beim Direktauswahl-Werkzeug erweitern Sie die Auswahl bei gedrückter Umschalt-Taste. Verwenden Sie die Schaltflächen in der Optionenleiste, um die Auswahl zu verkleinern oder auf Schnittmengen zu begrenzen.
  • Die Schaltfläche Kombinieren verschmilzt mehrere Pfadkomponenten zu einer einzigen Pfadkomponente.
  • Mit den Schaltflächen rechts in der Optionenleiste zum Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl« können Sie Unterpfade gleichmäßig verteilen oder ausrichten. Diese Funktion gibt es in der gleichen Art auch für Ebenen, wir besprechen sie ausführlich ab Seite 742.

Abbildung 10.24:  In den Optionen zum Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl« legen Sie fest, wie das Werkzeug bei der Auswahl von Unterpfaden arbeitet.

10.5 Form-Funktionen

Mit den Formwerkzeugen wie »Abgerundetes Rechteck«  oder »Eigene Form«  erzeugen Sie sofort einen fertigen, geschlossenen Pfad, zum Beispiel Rechtecke, Pfeile und andere Figuren. Anders als bei Zeichenstift  oder Freiform-Zeichenstift  zeichnen Sie die Konturen also nicht von Hand. Sie wählen das Werkzeug und eine Option wie Neue Formebene erstellen  , dann ziehen Sie bei gedrückter Maustaste über die Bilddatei. Im Bereich der Mausbewegung erhalten Sie anschließend die gewünschte Form - entweder einen Arbeitspfad, eine Formebene oder eine Farbfüllung auf der aktuellen Ebene (vergleiche Seite 682). Bei der Option Neue Formebene erstellen legen Sie sofort Ebenenstil (Seite 778), Überblendmodus (Seite 536), Deckkraft und Kantenglättung (Seite 592) fest.

Sie können die Formen jederzeit mit allen Pfadfunktionen korrigieren (Seite 689) - zum Beispiel einzelne Punkte bewegen oder mehrere Punkte oder den gesamten Pfad dehnen, drehen und verzerren. Neue Ergebnisse sichern Sie bei Bedarf dauerhaft als »Eigene Form« (Seite 700).

Es passiert leicht, dass man mehrere Figuren in einer einzigen Formebene anlegt. Einzelne Figuren müssen dann mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten- Auswahl« aktiviert werden. Klicken Sie nach jeder Figur das OK-Häkchen  an; dann entsteht bei der nächsten Anwendung eines Formwerkzeugs eine gänzlich neue Formebene.

Abbildung 10.25:  Mit den Formwerkzeugen entstehen sofort geschlossene Pfade oder Pfadkomponenten wie Rechtecke, Pfeile oder andere Figuren.

10.5.1 Übersicht: Formwerkzeuge

Die folgenden Formwerkzeuge bietet Photoshop:

  • »Rechteck«  und »Abgerundetes Rechteck«  verhelfen, tatsächlich, zu Rechtecken, das Ellipsen-Werkzeug  produziert Ovale oder Kreise.
  • Das Polygon-Werkzeug  setzt mehreckige Figuren in die Welt.
  • Der Linienzeichner  steuert Linien und Pfeile bei.
  • Das Werkzeug »Eigene Form«  übernimmt Formen aus der Formen-Bibliothek.

Mit der dreieckigen Schaltfläche  blenden Sie die Optionen für das aktuelle Werkzeug ein. Geben Sie einen Ebenenstil vor, sonst verwendet Photoshop die aktuelle Vordergrundfarbe.

Abbildung 10.26:  In den Optionen zu Rechteck, Abgerundetem Rechteck oder Ellipse bestimmen Sie das Seitenverhältnis oder eine feste Größe.

10.5.2 Rechtecke und Ellipse

     

Die Rechtecke und Ellipsen lassen sich mit Hilfe der aufgeklappten Optionen vielseitig steuern:

  • So bestimmen Sie eine feste Grösse, tippen Sie die gewünschte Maßeinheit wie »px« oder »cm« hinter die Zahlen.
  • Alternativ bietet Photoshop ein beliebiges Seitenverhältnis an oder bedient Sie mit makellosen Quadraten sowie Kreisen.
  • Zudem besteht die Möglichkeit, die Figur von der Mitte aufzuziehen.
  • An Pixeln ausrichten platziert die Figur glatt entlang von Bildpunkten. Beobachten lässt sich das nur bei sehr hohen Zoomstufen. Damit wird es leichter, die Figur später exakt auszuschneiden und mit anderen Ebenen passgenau zu kombinieren. Auch bei sehr kleinen Bilddateien ist die Option von Bedeutung.
  • Beim »Abgerundeten Rechteck« legen Sie zudem direkt in der permanent sichtbaren Optionenleiste die Kantenrundung in Pixel- oder »cm«-Werten fest.

10.5.3 Polygon  

Beim Polygon-Werkzeug  bestimmen Sie die Zahl der gewünschten Ecken direkt in den permanent sichtbaren Optionen. Weitere Einstellungen bieten die Polygon Options:

  • Der Radius definiert in Pixel- oder »cm«-Werten den Abstand von der Objektmitte bis zu einem Außenpunkt.
  • Ecken abrunden sorgt für weichere Außenecken.
  • Seiten einziehen knickt die Außenecken quasi nach innen, so dass ein Stern entsteht. Hier geben Sie einen Prozentwert vor. Je höher der Wert, desto spitzer geraten die Strahlen.
  • Einzüge glätten glättet die Innenecken, die mit der Vorgabe Seiten einziehen entstanden.

Nicht immer sind Linienzeichner  und Polygon-Werkzeug  erste Wahl. Beachten Sie, dass auch die Formen- Bibliothek entsprechende Formen bereithält. Sie lassen sich mit dem Werkzeug »Eigene Form«  ins Bild setzen (siehe unten).

Abbildung 10.27:  Diese Figuren entstanden mit dem Polygon-Werkzeug. Dabei haben wir durchgängig fünf Ecken und zwei Zentimeter Radius vorgegeben. Zweite Figur von links: Die Vorgabe »Seiten einziehen« mit einem Wert von 50 Prozent erzeugt Strahlen. Dritte Figur: Die Option »Einzüge glätten« sorgt für gerundete Innenecken. Rechts außen: »Ecken abrunden« bewirkt gerundete Außenecken. Hier entstanden alle Figuren in einer einzigen Formebene auf Basis eines Ebenenstils; Photoshop füllt die Gesamtebene mit dem Ebeneneffekt »Verlaufsüberlagerung«, doch nur im Innern der neu entstandenen Ebenen-Beschneidungspfade (Seite 922) ist der Verlauf sichtbar, Ebeneneffekte wie »Abgeflachte Kante« oder »Schlagschatten« produzieren eine plastische Wirkung. Das Verschieben-Werkzeug verschiebt generell nur alle Figuren gemeinsam, da sich alle Figuren innerhalb eines einzigen Pfads befinden, wie die Pfadpalette zeigt. Sie können jedoch jede Figur als so genannte Pfadkomponente einzeln aktivieren und bewegen oder verzerren; dazu dient das Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«. Sobald Sie mehrere Figuren bei gedrückter Umschalt-Taste aktivieren, stehen die Schaltflächen für gleichmäßiges Verteilen und Ausrichten zur Verfügung. Der Bild rand wurde mit dem Befehl »Bild : Zuschneiden« (Seite 203) automatisch so gekappt, dass keine überflüssige weiße Fläche entsteht. Datei: Polygone

10.5.4 Linienzeichner

Der Linienzeichner  erzeugt gerade Linien sowie Pfeile. Die Umschalt-Taste beschränkt den Winkel der Linie auf 45 Grad oder ein Vielfaches davon. Sie können die Linienbreite in Pixel- oder Zentimeterwerten einstellen - und Sie können Pfeilspitzen anbringen.

Wenn Sie keinen Ebenenstil festlegen, verwendet die Funktion die aktuelle Vordergrundfarbe. Wie bei allen anderen Formebenen auch, können Sie natürlich die Farbe per Ebenenstil und die Form mit den Zeichenstiften oder Transformieren-Funktionen weiter bearbeiten.

Abbildung 10.28:  Der Linienzeichner erzeugt Linien und Pfeile.

Pfeilspitzen

Um den Linienzeichner  mit Pfeilspitzen arbeiten zu lassen, klicken Sie in den Linienzeichner-Optionen zunächst auf die Schaltfläche Form. Sie erhalten dann das Dialogfeld »Pfeilspitzenform« mit folgenden Möglichkeiten:

  • Klicken Sie Anfang, Ende oder beides an - je nachdem, wo Sie den Pfeil sehen möchten.
  • Geben Sie für die Breite der Pfeilspitze Werte zwischen zehn und 1500 Prozent an. Dies ist die Relation zur Breite der Linie. Verwenden Sie eine 20-Pixel-Linie und eine Vorgabe von 200 Prozent für die Breite der Pfeilspitze, so wird die Spitze 40 Pixel breit.
  • Benennen Sie auch die länge der Pfeilspitze mit einem Wert zwischen zehn und 1500 Prozent, bezogen auf die in der Optionenleiste genannte Breite.
  • Bestimmen Sie einen Prozentwert zwischen +50 und -50 für die Rundung. Damit nehmen Sie Einfluss auf jene Stelle, an der Spitze und Linie aufeinandertreffen. Je höher der Rundungswert, umso spitzer der innere Winkel zwischen Pfeilflanken und Linie.

Eine schnelle Alternative zum Linienzeichner  bilden der Pinsel  oder andere Malwerkzeuge (ab Seite 565): Klicken Sie bei gedrückter Umschalt-Taste Punkte ins Bild, Photoshop wird sie durch Geraden verbinden.

Abbildung 10.29:  Alle Pfeile entstanden mit derselben Vorgabe für die Linienbreite und mit der Vorgabe »Ende«.  Links: Für die Pfeilspitze verwenden wir die Werte 200 Prozent bei »Breite« und »Länge«. Die Spitze wird also doppelt so breit und doppelt so lang wie die Grundlinie.  Mitte: Hier wurde zusätzlich die »Rundung« auf +50 Prozent gesetzt.  Rechts: Wir nutzen eine »Breite« von 300 Prozent und eine »Länge« von nur 50 Prozent. Datei: Pfeile

10.5.5 Werkzeug »Eigene Form«

Das Werkzeug »Eigene Form«  setzt Figuren aus der aktuellen Formen-Bibliothek als Pfad ins Bild. Die Optionen sind mit Rechteck  , Abgerundetem Rechteck  und Ellipse  vergleichbar (siehe oben): Sie können also Außenmaße oder Seitenverhältnisse festlegen oder die Figur von der Mitte her aufziehen. Wie immer geben Sie separat einen Ebenenstil vor, Sie können vorhandene Formen nach Belieben korrigieren (Seite 689) und neu in der Formen-Bibliothek verewigen.

Die Darstellung des Werkzeugs »Eigene Form« kann verwirren: Photoshop zeigt das Werkzeugsymbol in den Optionen wie auch in der Werkzeugleiste immer mit der aktuell gewählten Form. Das Werkzeugsymbol ändert sich also jedes Mal, wenn Sie eine neue Figur in der Form-Bibliothek anwählen.

Abbildung 10.30:  Die Optionen zum Werkzeug »Eigene Form« bieten verschiedene Vorgaben für Größe oder Seitenverhältnis.

10.5.6 Eigene Formen anlegen und verwalten

So legen Sie in Photoshop Ihre eigenen Formen an, die sich später über die Formen-Bibliothek abrufen lassen:

1. Erzeugen Sie einen Pfad mit beliebigen Werkzeugen, zum Beispiel mit »Eigene Form«  oder mit Zeichenstift  , oder aktivieren Sie einen in der Pfadpalette vorhandenen Pfad. Ob der Pfad als Ebenen-Beschneidungspfad mit Füllung erscheint oder ob Sie bloß die Pfadkonturen sehen, spielt keine Rolle.
2. Korrigieren Sie den Pfad nach Bedarf, zum Beispiel durch Transformieren oder Verändern einzelner Ankerpunkte.
3. Wählen Sie Bearbeiten: Eigene Form festlegen. Geben Sie einen Namen im Dialogfeld Name der Form an.

Abbildung 10.31:  Die Formen-Bibliothek listet Ihre »Eigenen Formen« auf. Sie können die vorhandene Sammlung durch neue »Bibliotheken« ergänzen oder ersetzen und Sie können einzelne Figuren löschen oder umbenennen. In dieser Grafik haben wir verschiedene Formen nacheinander als Pfadkomponenten eingesetzt und mit den Schaltflächen »Vom Formbereich subtrahieren« und »Schnittmenge vom Formbereich« gemischt. Die Arbeit begann mit der Vorgabe »Neue Formebene erstellen«. Dabei erzeugt Photoshop eine so genannte »Füllebene«, deren Sichtbarkeit durch einen Ebenen-Beschneidungspfad begrenzt wird. Datei: Eigene_Form

Damit lässt sich der Pfad über die Formen-Bibliothek abrufen; sie erscheint in der Optionenleiste zum Werkzeug »Eigene Form« oder mit dem Befehl Bearbeiten: Vorgaben-Manager. Dort sichert Photoshop wohlgemerkt nur die Pfadkontur. Die eventuelle Füllung per Ebenenstil wird für eine »Eigene Form« nicht mitgesichert. Speichern Sie bei Bedarf einen separaten Ebenenstil oder speichern Sie Pfad samt Ebenenstil-Füllung als Photoshop-Datei - Umriss wie Inhalt lassen sich jederzeit verlustfrei ändern.

Pfadkomponenten in der Formen-Bibliothek

Legen Sie eine Form in der Formen-Bibliothek ab, die aus mehreren Pfadkomponenten besteht (wie auf der letzten Abbildung), so verschmelzen alle Pfadkomponenten zu einem Gesamtpfad. Sie können also nicht mehr eine einzelne Pfadkomponente durch Anklicken mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«  aktivieren und verschieben. Abhilfe: Rahmen Sie den gewünschten Bereich des Pfads beziehungsweise der Form mit dem Direktauswahl-Werkzeug  ein, klicken Sie einen Ankerpunkt an und ziehen Sie. Dieses Verfahren können Sie auch verwenden, wenn Sie Pfadkomponenten mit der Kombinieren-Schaltfläche aus den Optionen zum Werkzeug Pfadkomponenten-Auswahl verschmolzen haben.

Die Formen-Bibliothek

Die Formen-Bibliothek listet Ihre »Eigenen Formen« auf. Mit der Schaltfläche  erhalten Sie das Palettenmenü. Sie haben verschiedene Darstellungsmöglichkeiten für diese Galerie und Sie können neue »Bibliotheken« anlegen und laden. Die Bearbeitung ähnelt weitgehend dem Umgang mit »Vorgaben« für Verläufe oder Werkzeugspitzen; Details lesen Sie ab Seite 57.

Bei der Beurteilung einer Form in der Formebene stören oft die eingeblendeten Pfade. Sie können die Pfade ausblenden, ohne sie abzuschalten: Dies erledigt der Befehl Ansicht: Einblenden: Zielpfad. Alternativ wählen Sie Ansicht: Extras einblenden, um zugleich auch Auswahlmarkierungen oder Hilfslinien zu verbergen (Details ab Seite 79).

10.6 Pfade verwalten

Die Pfade verwalten Sie über die Pfadpalette und einige weitere Befehle.

10.6.1 Die Pfadpalette

Die Pfadpalette, hervorgerufen vom Fenster-Menü, ermöglicht Speichern, Neu-Erstellen, Duplizieren, Anzeigen, Abschalten und Löschen von Pfaden; außerdem werden hier Auswahlen in Pfade oder Pfade in Auswahlen verwandelt sowie Pfade und Pfadkonturen gefüllt. Das Palettenmenü erreichen Sie wie stets über das Dreieck  . Viele Befehle aus dem Palettenmenü handeln Sie schneller ab, wenn Sie die Symbole unten in der Palette verwenden.

Die Reihenfolge der aufgelisteten Pfade ändern Sie durch Verschieben. Arbeitspfad und Ebenen-Beschneidungspfad sind allerdings unverrückbar.

Abbildung 10.32:  Die Palette verwaltet Ihre Pfade. Viele Befehle aus dem Palettenmenü erreichen Sie schneller über die Schaltflächen unten in der Palette oder im Kontextmenü über den Pfadminiaturen. In den Paletten-Optionen regeln Sie die Darstellung der Pfadminiaturen.

Paletten-Optionen

Nach dem Palettenbefehl Paletten-Optionen entscheiden Sie, ob Photoshop Pfade in der Palette nur namentlich auflisten oder auch in einer von drei Größen darstellen soll. Zwar beschleunigt es die Arbeit, wenn Sie auf die bildliche Darstellung verzichten. Die Abbildung macht sich jedoch verdient, wenn zum Beispiel über einem vielfarbigen Motiv der Originalpfad kaum noch zu erkennen ist oder wenn Sie bei kurvenreichen Pfaden nicht mehr zwischen Grifflinien und dem eigentlichen Pfad unterscheiden können - die Palette zeigt den Pfad auf jeden Fall pur, ohne Grifflinien. Übersichtlich wirkt der Minipfad in der Palette auch, wenn Sie von der Originaldatei nur einen Ausschnitt sehen oder mit Pfadnamen wie »Pfad 1« bis »Pfad 77« nichts anfangen können.

Photoshop stellt Pfade (wie auch Ebenen) in der Palettenminiatur immer relativ zur Gesamtdatei dar. Das heißt: Erstreckt sich der Pfad innerhalb nur über wenig Bildfläche, erscheint er in der Miniatur besonders klein.

10.6.2 Pfade umbenennen, duplizieren und löschen

Die Techniken zum Löschen, Duplizieren oder Umbenennen von Pfaden sind weitgehend mit den Verfahren vergleichbar, die Sie auch bei den Paletten für Ebenen, Alphakanäle oder Aktionen verwenden.

Umbenennen

Um einen Pfad umzubenennen, klicken Sie doppelt auf den Pfadnamen in der Palette; Sie erhalten dann das Dialogfeld Pfad umbenennen, wo Sie einen neuen Namen eintippen können.

Löschen

Um einen Pfad ohne weitere Rückfragen zu löschen, ziehen Sie ihn auf den Mülleimer  . Wie immer können Sie auch auf den Mülleimer klicken: Photoshop meldet sich dann mit der Frage, ob Sie den aktiven Pfad löschen wollen; Alt-Klick verhindert die Rückfrage.

Gesamten Pfad duplizieren

Bevor Sie einen gelungenen Pfad weiterbearbeiten, sollten Sie ein Duplikat zurücklegen; Sie erzeugen den Doppelgänger, indem Sie den Pfad auf das Symbol Neuer Pfad  ziehen. Das Duplikat erhält den Namenszusatz »Kopie«; drücken Sie jedoch die Alt-Taste, während Sie den Pfad über dem Symbol loslassen, präsentiert Photoshop ein Dialogfeld, in dem Sie einen Namen vergeben. Weitere Alternative: der Palettenbefehl Pfad duplizieren.

Pfadbereiche duplizieren

Ziehen Sie bei gedrückter Alt-Taste mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«  oder mit dem Direktauswahl-Werkzeug  an einem markierten Pfadbereich oder einem kompletten Pfadsegment - die Zone wird innerhalb des aktiven Pfads als neues Pfadsegment dupliziert und kann bewegt werden.

Pfade in andere Dateien übertragen

Ohne Weiteres lassen sich Pfade oder Pfadbereiche in andere Dateien übertragen:

  • Ziehen Sie den Pfad aus der Palette in das Fenster einer anderen Bilddatei, dann wird der Pfad in dieses Dokument kopiert. Der Pfad oder Pfadbereich im Herkunftsbild bleibt unverändert erhalten.
  • Markierte Pfadteile lassen sich mit Strg+C in die Zwischenablage kopieren und in einer anderen Datei per Strg+V wieder zutage fördern; sie erscheinen dort zunächst als »Arbeitspfad«.

Ist beim Übertragen eines Pfads im Zielbild bereits ein Pfad aktiv, fügt Photoshop den Neuankömmling dem vorhandenen Pfad als neues Pfadsegment an. Es ist auf jeden Fall übersichtlicher, im Zielbild zunächst alle Pfade auszuschalten - zum Beispiel durch Klick in den grauen Bereich der Pfadpalette. Oder legen Sie mit der Schaltfläche Neuer Pfad  einen neuen, leeren Pfad an.

10.6.3 Pfade anzeigen und aktivieren

Der aktive Pfad ist in der Pfadpalette hervorgehoben. Klicken Sie einen anderen Pfad an, wenn Sie diesen bearbeiten wollen. Photoshop zeigt immer nur einen Pfad auf einmal.

Vorsicht: Drücken Sie bei aktiviertem Pfad die Entf-Taste, ist der Pfad gelöscht - das passiert leicht ungewollt, wenn man eigentlich Pixel löschen wollte und nicht den Pfad - der immer noch aktiv, aber längst vergessen ist. Deshalb sollte man einen nicht benötigten Pfad zügig ausschalten.

Pfade ausschalten

Um einen Pfad zugleich auszublenden und auszuschalten, ziehen Sie die Pfadpalette so weit auf, dass zwischen dem letzten Pfad und der Symbolleiste noch freier Raum ist, und klicken Sie in diesen leeren Raum. Klicken Sie wieder auf den Pfadnamen, um den entsprechenden Pfad erneut zu aktivieren.

Pfade ausblenden

Sie können die Pfade ausblenden, ohne sie abzuschalten: Dies erledigt der Befehl Ansicht: Einblenden: Zielpfad. Alternativ wählen Sie Ansicht: Extras einblenden (Details ab Seite 79). Bildergebnisse lassen sich ohne die Pfadlinien oft besser beurteilen. Sobald Sie mit einer Pfadfunktion arbeiten, erscheinen die Konturen wieder.

10.6.4 Pfade exportieren

Sie können Photoshop-Pfade auch im speziellen Illustrator-Format mit der Endung ».ai« speichern, um sie in einem Illustrationsprogramm weiterzubearbeiten, das dieses Format öffnet. So geht's:

1. Öffnen Sie das Dokument mit dem Pfad, den Sie exportieren wollen.
2. Wählen Sie den Datei-Befehl Exportieren: Pfade -> Illustrator. Geben Sie im Dialogfeld dem Kind einen Namen und wählen Sie neben Exportieren jenen Pfad aus dem Listenfeld, der es sein soll. Sie können auch alle Pfade einschließen.
3. Öffnen Sie dieses Dokument in Illustrator oder einem anderen kompatiblen Grafikprogramm.

Dabei geben die Schnittmarken im Illustrator-Dokument die Größe der Photoshop-Datei wieder. Die Position des Pfads im Photoshop-Dokument bleibt erhalten, wenn Sie Schnittmarken und Pfad nicht bewegen. Sie haben so beispielsweise die Möglichkeit, im Grafikprogramm einen Text an der Kontur des Pfads entlanglaufen zu lassen.

Abbildung 10.33:  Die Pfade einer Bild datei können Sie im Illustrator-Format mit der Endung ».ai« ablegen, um sie in einem Grafikprogramm weiterzuverwenden.

10.7 Verschiedene Pfadtypen

Sie sollten sich mit den Unterschieden zwischen Pfaden, Unterpfaden, Beschneidungspfaden, Arbeitspfaden und Ebenen-Beschneidungspfaden auseinander setzen.

10.7.1 »Arbeitspfade« und Pfade

Wenn Sie einen neuen Pfad erstellen, sollten Sie den Unterschied zwischen »Pfad« und »Arbeitspfad« kennen.

Mit einem »Arbeitspfad« beginnen

Sobald Sie den ersten Klick mit einem Pfadwerkzeug tun und die Option Neuen Arbeitspfad erstellen  verwenden, zeigt Photoshop in der Pfadpalette einen »Arbeitspfad« - dies ist ein vorübergehender, nicht gesicherter Pfad. Auch wenn Sie eine Auswahl in einen Pfad verwandeln, entsteht zunächst ein »Arbeitspfad«. Schließen Sie das Bild, dann ist der Arbeitspfad perdu. Ein solcher Arbeitspfad lässt sich nicht als Beschneidungspfad speichern (siehe unten). Dieser »Arbeitspfad« gilt außerdem immer als »Pfadkomponente«. Sie haben volle Kontrolle erst, wenn Sie das Ergebnis als normalen »Pfad« sichern.

Vom »Arbeitspfad« zum »Pfad«

Wenn bereits ein Arbeitspfad in der Palette aktiviert ist, verwandeln Sie ihn folgendermaßen in einen regulären Pfad:

  • Wählen Sie den Palettenmenü-Befehl Pfad speichern, oder klicken Sie doppelt auf den Arbeitspfad in der Pfadpalette. Photoshop öffnet dann das Dialogfeld Pfad speichern, in dem Sie einen Namen vergeben.
  • Oder ziehen Sie den Arbeitspfad aus der Pfadpalette auf das Symbol Neuer Pfad  unten in der Palette. Auch damit ist der Pfad gesichert, Photoshop verpasst ihm automatisch eine Nummer. Wie immer: Drücken Sie dabei die Alt-Taste, erkundigt sich Ihr Pixelprogramm nach dem gewünschten Pfadnamen.

Ist der Pfad erstmal gesichert, wird Photoshop ihn immer wieder aktualisiert zusammen mit Ihrem Bild auf Festplatte verewigen (Windows-Nutzer müssen freilich auf das passende Dateiformat achten, vergleiche Seite 680).

Mit einem regulären »Pfad« beginnen

Besser ist es, von vornherein mit einem »Pfad« und nicht mit einem »Arbeitspfad« zu hantieren. Dazu wählen Sie vor jedem neuen Pfad den Palettenbefehl Neuer Pfad oder klicken auf das Symbol Neuer Pfad  in der Pfadpalette. Diese Maßnahme verhindert auch, dass Sie eine neue Zeichnung nicht als separaten Pfad anlegen, sondern ungewollt als Pfadkomponente in einem größeren Pfadgebilde unterbringen. Beenden Sie die Arbeit an einem Pfad deshalb auch sicherheitshalber immer per Klick auf das OK-Häkchen  in der Optionenleiste.

Abbildung 10.34:  Links: Wenn Sie ohne den Befehl »Neuer Pfad« mit dem Zeichenstift-Werkzeug zu arbeiten beginnen oder wenn Sie eine Auswahl in einen Pfad verwandeln, ohne zuvor einen leeren Pfad erstellt zu haben, dann verwendet Photoshop zunächst einen Arbeitspfad.  Rechts: Sie sollten den Pfad schnellstmöglich sichern, indem Sie die Miniatur für den Arbeitspfad auf das Symbol »Neuer Pfad« ziehen; damit erhält der Pfad einen Namen. Jetzt arbeiten Sie an einem regulären Pfad.

10.7.2 Pfade und Pfadsegmente

Sie arbeiten zunächst immer am selben Pfad. Selbst wenn Sie zwischendurch doppelt auf das Zeichenwerkzeug klicken und zu einer ganz neuen Figur ansetzen, die mit der vorherigen nicht verbunden ist - Sie haben damit nicht zwei neue Pfade, sondern nur zwei neue Pfadkomponenten innerhalb eines Pfads. Wollen Sie nur eine dieser Pfadkomponenten separat bearbeiten, dann klicken Sie ihn mit dem Werkzeug »Pfadkomponenten-Auswahl«  an.

Pfadfiguren, die Sie getrennt verwenden, sollten Sie auch als getrennte Pfade anlegen und nicht als Sammlung von Pfadkomponenten in einem Pfad. Es passiert leicht, dass man zwei Figuren innerhalb eines Pfads übereinander legt und nur erschwert einzeln korrigieren kann. Um einen neuen Pfad anzulegen, wählen Sie den Palettenbefehl Neuer Pfad oder klicken auf das Symbol Neuer Pfad  in der Pfadpalette. Jetzt können Sie die ganze Bildfläche mit einem neuen, unabhängigen Pfad überziehen.

Abbildung 10.35:  Links: In der Regel legen Sie getrennte Konturen auch als getrennte Pfade an; dazu verwenden Sie vor Erstellen der zweiten Figur den Befehl »Neuer Pfad«.  Rechts: Sie können aber auch beliebig viele Konturen als Pfadkomponenten innerhalb eines einzigen Pfads ablegen, wenn Sie diese gemeinsam als Auswahl laden, füllen oder mit Operationen wie »Schnittmenge von Formbereichen« mischen wollen.

10.7.3 Ebenen-Beschneidungspfade

Ein Ebenen-Beschneidungspfad grenzt die Sichtbarkeit einer Montage-Ebene ein: Die Bildpunkte der Ebene sind nur innerhalb der Pfadumrisse sichtbar. Außenliegendes wird verborgen. Photoshop zeigt den Ebenen-Beschneidungspfad neben der zugehörigen Ebene in der Ebenenpalette an. Ist diese Ebene aktiviert, erscheint der Ebenen-Beschneidungspfad auch als aktiver Pfad in der Pfadpalette.

Sie können diesen Ebenen-Beschneidungspfad zusätzlich in einen üblichen Pfad verwandeln, der sich unabhängig von der betreffenden Ebene bearbeiten lässt. Wählen Sie eines der folgenden Verfahren:

  • Klicken Sie doppelt auf den Ebenen-Beschneidungspfad in der Pfadpalette (nicht in der Ebenenpalette) und tragen Sie im Dialog Pfad speichern einen Namen ein.
  • Ziehen Sie den Ebenen-Beschneidungspfad in der Pfadpalette auf das Symbol Neuer Pfad  , um ohne Rückfrage einen neuen Pfad zu erstellen.

Weitere Details zu dieser Funktion finden Sie ab Seite 808.

10.7.4 Beschneidungspfad

Eine Besonderheit ist der »Beschneidungspfad«, auch Clipping-Pfad oder Freistellpfad geheißen und nicht mit dem Ebenen-Beschneidungspfad zu verwechseln. Der Beschneidungspfad hilft bei der Weitergabe eines Motivs an ein Layout-Programm. Die Umgebung eines ausgewählten Objekts wird hier transparent in ein Layoutprogramm geladen. So erscheint nur das freigestellte Objekt, ansonsten wäre es mindestens von einem weißen Rechteck umgeben.

Abbildung 10.36:  Die Datei »Ball.psd« wurde zweimal im EPS-Format gesichert und in einem Layout-Programm in eine Aufmacher-Seite eingesetzt. Links wurde die Kontur des Balls als Auswahl geladen, die Auswahl wurde in einen Arbeitspfad, dann in einen Pfad und schließlich in einen Beschneidungspfad umgesetzt. Deswegen erscheint das Objekt freigestellt auf der Layout-Seite. Bei dem rechten Beispiel haben wir auf den Beschneidungspfad verzichtet, deswegen erscheint das Bild mit der üblichen Rechteck-Umgebung. Dateien: Ball_Pfad, Ball_Keinpfad

Dieser Freistellpfad hat nichts zu tun mit den Freistellern, die vor allem mit dem Dateiformat GIF auf Internet-Seiten möglich sind (Details zu Transparenz in WWW-Objekten ab Seite 352).

Traditionell unterstützt nur das EPS-Format Freistellpfade. Einige Layout- Programme interpretieren aber auch normale Pfade in TIFF- und JPG-Dateien als Beschneidungspfad. Wollen Sie also das ganze Bild zeigen, entfernen Sie den Pfad vor der Weitergabe.

Vorgehen

So legen Sie einen speziellen Beschneidungspfad an:

1. Erzeugen Sie einen geschlossenen Pfad, der das gewünschte Objekt präzise umgibt.
2. Verwandeln Sie einen »Arbeitspfad« zunächst in einen regulären Pfad, indem Sie den »Arbeitspfad« auf das Symbol Neuer Pfad  in der Pfadpalette ziehen.
3. Wählen Sie im Palettenmenü Beschneidungspfad.
4. Wählen Sie im Dialogfeld Beschneidungspfad den gewünschten Pfadnamen und eine Kurvennäherung (siehe unten). Sie können also pro Datei nur einen Beschneidungspfad angeben.
5. Klicken Sie auf OK. Nun erscheint der Pfadname in der Palette in Fettschrift, um ihn als Beschneidungspfad herauszustellen.
6. Speichern Sie das Bild im Dateiformat Photoshop EPS, DCS oder PDF. Der in der Pfadpalette benannte Beschneidungspfad wird dabei automatisch übernommen. Alternativ nutzen Sie das TIFF-Format, wenn Sie keinen EPS-Drucker zur Ausgabe verwenden.

Halbautomatisch legen Sie einen Beschneidungspfad mit dem Befehl Hilfe: Transparentes Bild exportieren an. Dabei muss der gewünschte Freistellbereich entweder ausgewählt sein oder über transparentem Hintergrund liegen; geben Sie Drucken-Verwendung an, nicht Online-Veröffentlichung. Alles Weitere erledigt Photoshop.

Beim Speichern im EPS-Format haben Sie auch die Option Mit Vektordaten. Schriften oder Formebenen werden dann eventuell vom Layout-Programm oder von der Druckfunktion als größenunabhängige Vektoren verwendet - dies kann beim Skalieren im Layoutprogramm die Qualität erhalten. Photoshop selbst wird die Vektordaten beim nächsten Öffnen allerdings in Bildpunkte aufrastern.

»Kurvennäherung«

Für den Beschneidungspfad kann man eine Kurvennäherung vorgeben. Eine niedrigere Kurvennäherung führt zu etwas gröberen Freistellpfaden, vermeidet aber auch Belichtungsfehler. In der Regel verwendet man eine Kurvennäherung von acht bis zehn für hoch auflösende Belichter über 1200 dpi, Werte zwischen eins und drei empfehlen sich zwischen 300 und 600 dpi. Häufig trägt man gar nichts ein; dann wird die Voreinstellung des Druckgeräts verwendet.

Abbildung 10.37:  Ein Beschneidungspfad unterdrückt Außenbereiche der Bild datei bei der Platzierung in einem Layoutprogramm.

Probleme mit der »Kurvennäherung«

Es kann passieren, dass ein komplexer Freistellpfad auf einem niedrig auflösenden Drucker korrekt ausgegeben wird, weil der Drucker den Pfad automatisch vereinfacht hat; bei der endgültigen hoch auflösenden Wiedergabe erscheinen aber Fehlermeldungen. In diesem Fall erhöht man den Wert für Kurvennäherung (Flatness) im Dialogfeld für den Freistellpfad. Mit hohen Werten für die Kurvennäherung erzeugt der PostScript-Interpreter im Drucker eine flachere Kurve; für Drucker über 1200 dpi eignen sich Werte von 8 bis 10, 300 oder 600 dpi werden mit einer Kurvennäherung von 1 bis 3 angesteuert. Setzt man die Kurvennäherung auf hohe Werte wie 25, kann die freigestellte Kontur grob wirken. Geben Sie keinen Wert ein, erscheint das freigestellte Motiv nach Vorgabe des Druckers - meist die beste Wahl. Erhöhen Sie den Wert eventuell für sehr lange Kurven, um überhaupt einen Druck zu ermöglichen.

Innerhalb der EPS-Datei wird eine eigene Bildversion nur für die Vorschau im Layout-Programm angelegt (vergleiche Seite 247). Es kann sein, dass diese Vorschau keinen korrekten Aufschluss über die Wirkung des Freistellpfades gibt - bei hoch auflösendem Ausdruck erscheint das Bild gleichwohl trotzdem wie gewünscht, weil das druckende Programm nun auf die Feindaten zurückgreift.

Ankerpunkte verringern

Bringt der Pfad wegen zu zahlreicher Ankerpunkte den Belichter aus dem Takt, reduzieren Sie die Ankerpunkte eines Pfads nachträglich zum Beispiel wie folgt:

1. Mit dem Palettenbefehl Auswahl erstellen laden Sie den Beschneidungspfad noch einmal als Auswahl.
2. Rechnen Sie die Auswahl jetzt mit dem Palettenbefehl Pfad erstellen wieder in einen Pfad um - mit einer hohen Toleranz von zum Beispiel 6.
3. Definieren Sie diesen Pfad als Beschneidungspfad.

10.8 Auswahlen und Pfade

Sie können Auswahlen in Pfade umrechnen und Pfade wieder in Auswahlen verwandeln. Dies ist oft eine elegante Möglichkeit, Auswahlen zu korrigieren, und es spart Platz gegenüber der Auswahlspeicherung im Alphakanal. Sie können den Pfad auch als Freistellpfad abspeichern und in einem EPS-Dokument an ein Layoutprogramm weiterreichen - dort erscheint dann nur das freigestellte Objekt ohne viereckiges Umfeld (siehe unten).

10.8.1 Auswahl in Pfad verwandeln

Der Menüpunkt Pfad erstellen in der Pfadpalette macht aus einer schillernden Auswahlumrandung einen Pfad. Haben Sie einen Bildteil ausgewählt und klicken Sie auf Pfad erstellen, dann geben Sie an, wie genau der Pfad an einer Pixel für Pixel definierten Auswahllinie entlanggeführt werden soll. Als Toleranz nennen Sie Werte zwischen 0,5 und 10 Pixeln. Je höher der Wert, umso ungenauer, aber auch fließender gerät der Pfad. Er hat dann weniger Ankerpunkte.

Abkürzung: Um die Auswahl mit der zuletzt verwendeten Toleranz in einen Pfad zu verwandeln, klicken Sie auf das Symbol Arbeitspfad aus Auswahl erstellen  .

Abbildung 10.38:  Photoshop kann Auswahlen mit unterschiedlicher »Toleranz« in Pfade umrechnen. Je höher die »Toleranz«, umso ungenauer, aber auch fließender gerät der Pfad; er hat dann weniger Ankerpunkte. Ein Pfad spart Speicherplatz gegenüber der Auswahlspeicherung mit Alphakanälen.

Bedenken Sie jedoch, dass Auswahlen grundsätzlich an Pixeln entlang laufen, während Pfade freischwebend darüber liegen und sich statt an Pixeln an Kurven und Ankerpunkten orientieren; das heißt: eine als Pfad gespeicherte Auswahl, die Sie wieder in eine Auswahl zurückverwandeln, hat nicht unbedingt den exakt gleichen Verlauf. Arbeiten Sie indes mit niedriger Toleranz, kann man Pfade in der Regel problemlos als Auswahlen speichern und spart eine Menge Speicherplatz gegenüber einem Alphakanal. Vor allem, wenn Sie mehrere Auswahlen haben, die sich überschneiden - dafür bräuchten Sie mehrere Alphakanäle -, speichern Sie ökonomischer im Pfadverfahren. Allerdings können Sie im Pfad keine präzisen stufenlosen Auswahlveränderungen speichern, wie es in einem Alphakanal mit seinen 256 Graustufen Pixel für Pixel einzeln möglich ist.

Die Umwandlung von der Auswahl zum Pfad kostet Zeit - je niedriger Ihre Toleranz, desto mehr. Auf kleinen, niedrig aufgelösten Bildern wirkt sich eine Toleranzänderung viel stärker aus als in hoch aufgelösten Dateien.

Eine hohe Zahl von Ankerpunkten kann ein Layoutprogramm zum Kollaps bringen, wenn Sie den gespeicherten Pfad als Beschneidungspfad verwenden (siehe oben). Versuchen Sie es dann mit einer höheren Toleranz.

Auswahlkorrektur per Pfad

Insbesondere wenn Sie eine Auswahl abschnittweise enger oder weiter fassen und dabei Befehle verwenden wie Auswahl verändern: Erweitern (Seite588) oder Sonstige Filter: Dunkle Bereiche vergrößern (Seite 615), empfiehlt sich die Pfadtechnik als handliche Alternative:

1. Um auf jeden Fall eine Reserve der aktuellen Auswahl beizubehalten, sichern Sie diese in einem Alphakanal mit dem Befehl Auswahl: Auswahl speichern (Seite 644).
2. Verwandeln Sie die Auswahl mit dem Befehl Pfad erstellen aus der Pfadpalette in einen »Arbeitspfad«. Dabei verwendet man in der Regel keine ganz niedrige Toleranz, da sich die resultierende Vielzahl von Ankerpunkten kaum in den Griff bringen lässt; testen Sie einen Wert wie 3,0.
3. Verwandeln Sie diesen »Arbeitspfad« in einen Pfad, indem Sie ihn in der Pfadpalette auf das Symbol Neuer Pfad  ziehen.
4. Markieren Sie den Pfadbereich, der verändert werden soll, mit dem Werkzeug »Direkt-Auswahl«  (vergleiche Seite 694).
5. Bewegen oder transformieren Sie den markierten Pfadbereich, um ihn dem Bildmotiv anzupassen.
6. Entfernen Sie eventuell einzelne Ankerpunkte oder fügen Sie einzelne Ankerpunkte hinzu und korrigieren Sie bei Bedarf Grifflinien. Wenn diese Korrektur aufwendig ausfällt, sollten Sie die Auswahl mit einer anderen Toleranz neu in einen Pfad verwandeln.
7. Verwandeln Sie den korrigierten Pfad zurück in eine Auswahl, indem Sie ihn auf das runde, gepunktete Symbol Pfad als Auswahl laden  ziehen.

Es hat meist wenig Zweck, ein Objekt ganz präzise am vorhandenen Rand auszuschneiden. Oft spart es Zeit - und macht die spätere Montage realistischer -, wenn Sie ein oder zwei Pixel des äußersten Objektrandes weglassen, also die Auswahl etwas nach innen schieben. Sie haben so auch die Möglichkeit, das Objekt geringfügig zu formen. Alternative: das Untermenü Ebene: Hintergrund, dessen Befehle Randpixel entfernen (Seite 735).

Abbildung 10.39:  Links: Der schwarze Hintergrund der »Paprika« soll ausgewählt werden, um mit umgekehrter Auswahl das Gemüse allein selektieren zu können. Doch der Übergang ist, bedingt durch Schatten und Scharfzeichnung, sehr unruhig.  Rechts: Auch der Maskierungsmodus, hier mit weißer Deckfarbe, zeigt, dass die Auswahl ausgefranst ist und noch nicht sitzt. Datei: Paprika

Abbildung 10.40:  Links: Um die Paprika sauber auswählen zu können, wird ein Pfad erstellt. Doch bei niedriger Toleranz von »0,5« entstehen zu viele Ankerpunkte.  Rechts: Ein neuer Versuch mit einer Pfadtoleranz von »4« erzeugt nur noch wenige Ankerpunkte. Wo der Pfad außerhalb der Frucht verläuft, werden mehrere Segmente markiert und leicht nach innen geschoben. Durch die Neu-Platzierung der Kontur und durch die Grifflinien kann man die Frucht nach Geschmack formen.

Abbildung 10.41:  Der korrigierte Pfad wird in eine geglättete Auswahl verwandelt; dazu dient der Befehl »Auswahl erstellen« aus dem Menü zur Pfadpalette. Durch das Verschieben der Konturen nach innen entsteht ein sauber geformter Freisteller.

Unsaubere Ränder glätten per Pfad

Oft entstehen bei Auswahltechniken via Zauberstab  oder Alphakanalretusche unsaubere, gezackte Ränder. Typische Beispiele:

  • Der Übergang zwischen Hauptmotiv und Hintergrund ist abgeschattet und lässt sich weder mit Lasso  noch Zauberstab präzise erfassen.
  • Sie haben eine Auswahl im Alphakanal mit Tonwertbefehlen wie Dunkle Bereiche vergrößern oder Helligkeit/Kontrast verändert, dazu womöglich noch skaliert, rotiert, weichgezeichnet und den Kontrast wieder angehoben, zum Beispiel bei Text - eine schöne Randglättung dürfen Sie nach solcher Manipulation nicht mehr erwarten.

In diesen Fällen verwandeln Sie die unschöne Auswahl bei niedriger bis mittlerer Toleranz von zum Beispiel »2« oder »3« in einen Pfad. Konvertieren Sie diesen zurück in eine Auswahl, wobei Sie das Glätten anwählen - Sie erhalten eine saubere Kante.

Abbildung 10.42:  Links: Die Kanten dieses Objekts wurden durch mehrfaches Interpolieren entstellt, wie sich in der fünffachen Vergrößerung deutlich zeigt.  2. Bild : Das Objekt wurde als Auswahl geladen, die Auswahl wurde in einen Pfad verwandelt - doch bei nur 0,5 Pixel Toleranz gerät der Pfad zu unruhig. 3. Bild : Bei 2,0 Pixel Toleranz lässt sich der Pfad besser korrigieren.  Rechts: Der Pfad wird gefüllt, dabei ist die Option »Glätten« aktiv; die Vergrößerung zeigt, dass ein sauber geglätteter Rand entstanden ist. Datei: Objekt

10.8.2 Pfad in Auswahl verwandeln  

Einen vorhandenen Pfad können Sie in eine Auswahl verwandeln. Dazu gibt es verschiedene Wege:

  • Wählen Sie Auswahl erstellen im Palettenmenü; Photoshop zeigt das Dialogfeld Auswahl erstellen.
  • Wählen Sie den Befehl Auswahl erstellen im Kontextmenü über einer Pfadminiatur.
  • Möchten Sie die vorhandenen Einstellungen aus dem Dialogfeld übernehmen, klicken Sie auf das runde, gepunktete Symbol Pfad als Auswahl laden  .
  • Oder klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste auf die Pfadminiatur in der Palette.
  • Drücken Sie bei aktiviertem Auswahlwerkzeug die Eingabetaste auf dem Ziffernblock.

Offene Pfade schließt Photoshop auf direktem Weg zwischen den beiden Pfadenden.

»Weiche Kante«

Im Dialogfeld Auswahl erstellen machen Sie unter Berechnung folgende Angaben:

  • Sie definieren eine Weiche Kante; damit blendet der Rand weich aus und geht, wenn Sie den Bildteil ausschneiden und andernorts einsetzen, fließend in den neuen Hintergrund über. Fünf Pixel Radius bedeuten fünf Pixel weichen Rand auf jeder Seite der Auswahllinie; 250 sind höchstens möglich. Sie können eine Auswahl auch nachträglich mit dem Auswahl-Befehl Weiche Auswahlkante soften.
  • Die Option Glätten erstellt einen nahtlosen Übergang unmittelbar am Auswahlrand. Sie füllt die äußersten Randpixel zu 50 Prozent mit den Werten der nicht ausgewählten Bildpunkte direkt daneben - meist die ideale Einstellung für übliche Montagen. Details zu Glätten und Weicher Kante finden Sie ab Seite 592.

Wenn Sie die Option Glätten verwenden, achten Sie darauf, dass im Eingabefeld Weiche Kante eine »0« steht.

Auswahlen verrechnen

Ein weiteres Feld im Dialogfeld Auswahl erstellen heißt Operation. Denn hier geben Sie an, ob Sie die neue Auswahl von einer bereits bestehenden Markierung amputieren oder noch eine Auswahl hineinverpflanzen.

  • Gibt es gar keine Auswahlbereiche im Bild, erstellen Sie beim Umwandeln des Pfads eine Neue Auswahl.
  • Haben Sie dagegen bereits einen Bildteil markiert, können Sie die per Zeichenstift-Werkzeug erstellte weitere Markierung zur Auswahl hinzufügen. Damit wird ein weiterer, separater Bildteil für die kommende Bearbeitung herangezogen.
  • Setzen Sie die neue Auswahl dagegen in eine schon bestehende Auswahl hinein, können Sie den neu markierten Bereich von der Auswahl abziehen.
  • Überkreuzt sich eine vorhandene Auswahl mit dem aktiven Pfad, dann lässt sich beim Umwandeln auch die Schnittmenge bilden.

10.8.3 Befehle im Überblick: Pfade

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
P (für Pen Tool)     Letztes Zeichenstift-Werkzeug
A    
    Neuen Arbeitspfad erstellen
    Neue Formebene erstellen
    Gefüllten Bereich erstellen
    Dem Formbereich hinzufügen
    Vom Formbereich subtrahieren
    Schnittmenge von Formbereichen
    Überlappende Formbereiche ausschliessen
  Geraden Pfad zeichnen
Umschalt-Taste Geraden Pfad mit 45-Grad-Winkeln zeichnen
  ziehen Kurven-Pfad zeichnen
Strg  
  auf markierten Ankerpunkt, Griffpunkt Ankerpunkt, Griffpunkt bewegen
  ziehen Pfadbereich markieren
Umschalt Zusätzliche Pfadsegmente/Ankerpunkte markieren
Alt Gesamte Pfadkomponente auswählen
  Gesamte Pfadkomponente auswählen
Alt ziehen Duplikat des gewählten Bereichs bewegen
Alt ziehen Duplikat des gewählten Bereichs bewegen
Strg über Ankerpunkt
  auf Ankerpunkt Kurven-Ankerpunkt in harten Eckpunkt umwandeln
  auf Ankerpunkt ziehen Harten Eckpunkt in Kurven-Ankerpunkt umwandeln
  Ankerpunkt hinzufügen
  Ankerpunkt entfernen
  Pfad auf Symbol ziehen Pfad löschen
  Pfad neu erstellen
  Pfad auf Symbol ziehen Pfad duplizieren
  Auswahl mit aktuellen Einstellungen in »Arbeitspfad« verwandeln
  Pfad mit aktuellen Einstellungen in Auswahl verwandeln
[Pfadminiatur] Strg Pfad mit aktuellen Einstellungen in Auswahl verwandeln
Richtungstasten     Markierte Punkte in 1-Pixel-Schritten verschieben
Richtungstasten Umschalt   Markierte Punkte in 10-Pixel-Schritten verschieben
  Pfadpalettenmenü
    Pfadkontur mit aktueller Einstellung füllen
Alt   Dialogfeld Pfadkontur füllen
    Pfadfläche mit aktuellen Einstellungen füllen
Alt   Dialogfeld Pfadfläche füllen

10.9 Malen nach Pfaden

Photoshops Mal- und Retuschewerkzeuge können sich an den Pfaden entlangarbeiten, um die Pfadkontur nachzumalen. Dazu wählen Sie den Palettenbefehl Pfadkontur füllen. Sie können auch nur einen Teil des Weges gehen. Soll die Fläche innerhalb des Pfads komplett mit Farbe zugeschüttet werden, nehmen Sie Pfadfläche füllen. Haben Sie nur Pfadsegmente oder Pfadkomponenten innerhalb eines Pfads mit dem Direktauswahl-Werkzeug  markiert, heißen die Befehle Unterpfadfläche füllen und Unterpfadkontur füllen. Dann wird auch nur der ausgewählte Teil bearbeitet. Aber aktivieren Sie zuvor die richtige Ebene. Zu diesen Befehlen bietet Photoshop interessante Alternativen (siehe unten).

Abbildung 10.43:  Links: Der Befehl »Pfadkontur füllen« aus der Pfadpalette lässt ein Mal- oder Retuschewerkzeug mit den aktuellen Einstellungen für dieses Werkzeug an einem Pfad entlangarbeiten.  Rechts: Der Befehl »Pfadfläche füllen« füllt die Ebene innerhalb des Pfads mit einfacher Farbe, Muster oder einem Bild zustand aus der Protokollpalette. Wenn Sie nur ein Pfadsegment oder eine Pfadkomponente innerhalb eines Pfads auswählen, heißt es »Unterpfadkontur füllen« oder »Unterpfadfläche füllen«.

Die Befehle Pfadkontur füllen und Pfadfläche füllen funktionieren nicht auf Textebenen und auf Formebenen.

Ebenentechnik

Pfadkontur füllen und Pfadfläche füllen bringen Farbe auf die aktuelle Ebene. Wollen Sie diese Ebene jedoch nicht dauerhaft verschandeln, bietet sich - abgesehen von generell anderen Funktionen (siehe unten) - folgender Weg an:

1. Öffnen Sie die Ebenenpalette mit F7.
2. Legen Sie über Ihrer Zielebene eine neue, leere Ebene an; dazu aktivieren Sie zunächst die Zielebene, dann klicken Sie auf die Schaltfläche Neue Ebene  .
3. Verwenden Sie jetzt Pfadkontur füllen oder Pfadfläche füllen; die Füllung landet auf der neuen, leeren Ebene.
4. Verbinden Sie eventuell die ursprüngliche Ebene mit der neuen Ebene durch einen Klick in die Verbinden-Leiste, so dass das Verbindungssymbol  erscheint (vergleiche Seite 747). Damit können Sie die beiden Ebenen gemeinsam bewegen oder transformieren.
5. Experimentieren Sie bei Bedarf mit Deckkraft oder Überblendmodus.
6. Um die beiden Ebenen zu einer Ebene zu verschmelzen, aktivieren Sie die obere Ebene und wählen Ebene: Mit darunterliegender auf eine Ebene reduzieren (Strg+E).

10.9.1 »Pfadkontur füllen«

Sie können den Pfad mit einem beliebigen Mal- oder Retuschewerkzeug nachmalen lassen, etwa Pinsel  oder Musterstempel  (Details zu diesen Werkzeugen ab Seite 562). Sie geben ein Werkzeug vor und Photoshop führt es mit den aktuellen Optionen dieses Geräts am Pfad entlang.

Abbildung 10.44:  Der Befehl »Pfadkontur füllen« malt automatisch einen Pfad mit beliebigen Werkzeugen und Einstellungen nach.  Links: Hier wurde erst mit Airbrush und auf einem Pfadsegment mit einer frei geformten Pinselspitze gearbeitet.  Rechts: Der Musterstempel trug ein Muster mit schräger Werkzeugspitze auf.

Statt also bestimmte Zeichnungen oder Retuschen immer wieder mit neuen Werkzeugspitzen und Modi anzugehen, legen Sie nur einmal einen Pfad an und schicken dann die Werkzeuge mit unterschiedlichsten Einstellungen auf die Reise - bis der Pfad in gewünschter Weise abgearbeitet ist.

Vorgehen per Palettenmenü

So starten Sie den Vorgang per Palettenmenü:

1. Klicken Sie in der Pfadpalette auf den Pfad Ihrer Wahl.
2. Öffnen Sie das Palettenmenü mit der Schaltfläche  .
3. Und dann auf Pfadkontur füllen im Palettenmenü.
4. Wählen Sie ein Werkzeug im Dialogfeld Pfadkontur füllen. Beim Nachzeichnen der Kontur gelten die aktuellen Optionen für dieses Werkzeug einschließlich der Einstellungen bei Vordergrundfarbe und Werkzeugspitzenpalette (Größe, Deckkraft, Malabstand etc.).
5. Klicken Sie auf OK.

Per Symbol

So füllen Sie die Pfadkontur per Schaltfläche:

  • Mit einem Klick auf das Symbol Pfadkontur füllen  füllen Sie die Pfadkontur. Photoshop strichelt dann automatisch mit dem zuletzt verwendeten Mal- oder Retuschierwerkzeug und mit den Werkzeugspitzen und Optionen, die Sie für dieses Werkzeug genutzt hatten.
  • Ziehen Sie einen Pfad auf das Symbol, um automatisch die Kontur füllen zu lassen.
  • Klicken Sie das Symbol mit der Alt-Taste an, erhalten Sie wie immer das Dialogfeld, hier also Pfadkontur füllen; nun wählen Sie ein Werkzeug aus.

Vorteile

Der Befehl Pfadkontur füllen bietet mehrere Vorteile gegenüber dem Bearbeiten-Befehl Kontur füllen (Seite 548) wie auch gegenüber dem Ebeneneffekt Kontur (Seite 793):

  • Sie können unterschiedliche Werkzeuge verwenden, etwa auch den Abwedler  (Aufheller), mit denen Sie nicht Farbe auftragen, sondern eher vorhandene Tonwerte verändern.
  • Verschiedenste Werkzeugspitzen stehen zur Verfügung, etwa elliptische, sternförmige, weitere ungleichmäßige und halbdeckende Varianten (Details zu Werkzeugspitzen ab Seite 557).

Dagegen verwenden die anderen Funktionen zum Füllen einer Kontur einen harten Einheitspinsel, nur die Breite ist wählbar. Interessant ist dort höchstens die Möglichkeit, die Farbe gezielt nur innen oder aussen laufen zu lassen.

Nachteile und Alternativen

Wollen Sie eine Kontur nur mit einer üblichen, runden Werkzeugspitze auftragen, sind Sie mit dem Ebeneneffekt Kontur unschlagbar flexibel, denn Sie können jederzeit Farbe, Breite und Position des Rahmens verändern und sogar Verläufe oder Muster einsetzen (Seite 793).

Gelegentlich bietet sich auch die Alternative an, eine Auswahl um eine Objektkontur herum in einen Rahmen zu verwandeln mit dem Befehl Auswahl verändern: Umrandung (Seite 614). Ausgewählt und zur Bearbeitung freigegeben ist nun nur noch eine schmale Zone um das Objekt herum. Sie können diesen Rahmen jetzt eventuell mit einem Kontrastbefehl besser aufhellen, als dies manchmal mit dem Abwedler  möglich ist, der immer nur bestimmte Helligkeitsbereiche bearbeitet. Auch für die Filteranwendung in Randbereichen eines Objekts eignet sich die Funktion.

10.9.2 »Pfadfläche füllen«

Ähnlich läuft es, wenn Sie die ganze Pfadfläche füllen. Im Dialogfeld Pfadfläche füllen machen Sie eine Reihe von Angaben, die Sie zum Teil beim Befehl Bearbeiten: Fläche füllen (Seite 548) wiederfinden, der zum Füllen von Auswahlbereichen dient:

  • Zum Füllen stehen Vorder- und Hintergrundfarbe, Schwarz, Weiß und Grau, Muster (vergleiche Seite 533) und das aktuell vorgemerkte Stadium in der Protokollpalette bereit.
  • Als Füllmethode geben Sie eine Deckkraft und einen Modus vor (vergleiche Seite 536).
  • Wählen Sie Transpirierende Bereiche schützen, wenn Sie innerhalb einer Ebene nur das eigentliche Objekt, nicht aber die transparente Fläche drumherum füllen wollen (vergleiche Seite 761).
  • Schließlich können Sie den Rand durch Weiche Kante oder Glätten absoften (siehe Seite 592).

Arbeit mit der Schaltfläche

Das Symbol Pfadfläche füllen  unten in der Werkzeugleiste erspart Ihnen den Weg ins Palettenmenü:

  • Mit einem Klick auf das Symbol füllen Sie den Pfad. Photoshop orientiert sich an den zuletzt verwendeten Fülloptionen.
  • Ziehen Sie einen Pfad auf das Symbol, um die Fläche automatisch füllen zu lassen.
  • Klicken Sie das Symbol mit der Alt-Taste an, erhalten Sie das Dialogfeld Pfadfläche füllen und verändern die Optionen.

Alternativen

Zum Befehl Pfadfläche füllen bietet Photoshop eine Reihe von Alternativen:

  • Wenn Sie nicht eine Pfad-, sondern eine Auswahlfläche füllen möchten, verwenden Sie den Befehl Bearbeiten: Auswahl füllen (Umschalt+Rückschritt, Seite 548).
  • Das Füllwerkzeug  füllt eine farblich abgegrenzte Fläche, ohne dass Sie vorab eine Auswahl erstellen müssten (Seite 546).
  • Besonders attraktiv ist der Ebeneneffekt Farbüberlagerung (Seite 795): Diese Farbe lässt sich jederzeit ändern, auch Deckkraft oder Überblendmodus bleiben variabel und Sie können auch Füllungen wie Musterüberlagerung (Seite 795) oder Verlaufsüberlagerung (Seite 796) verwenden. Voraussetzung: Der gewählte Bereich befindet sich auf einer eigenen Ebene. Dazu wählen Sie den Bildteil aus und kopieren ihn mit Strg+J auf eine eigene Ebene. »Verbinden« Sie eventuell diese neue Ebene mit der darunter liegenden, so dass Sie beide gemeinsam bewegen können.
  • Wenn die Ebene außer der einfarbig gefüllten Fläche keinerlei Bildpunkte enthält, können Sie gleich eine Formebene auf Basis eines Pfads anlegen (Seite 682). Er lässt sich jederzeit umformen und umfärben.


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Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 10 Pfade und Formen