Das Auswählen gehört zu den wichtigsten Manövern bei der digitalen Bildbearbeitung: Sie versehen einen Bildteil mit einer schillernden Auswahl-Fließmarkierung; fortan ist dieser Bildteil ausgewählt, markiert. Jede weitere Bearbeitung - Scharfzeichner, Farbkorrektur oder Pinselretusche - wirkt nur innerhalb des umzingelten Bereichs, die Bildteile drumherum sind geschützt, bleiben unverändert. Ausgewählte Bildteile können Sie ausschneiden, im Bild verschieben, in andere Bilder und Programme einsetzen, vergrößern, verkleinern oder verzerren.
Abbildung 8.1: Photoshop bietet starke Auswahltechniken, mit denen sich auch komplexe Umrisse wie etwa Lockenköpfe sauber ausschneiden und vor einen neuen Hintergrund stellen lassen. Dateien: Tessy, Wolken
Auswählen, das ist so, als ob Sie ein Gemälde mit einer Schablone abdecken, so dass nur noch ein kleiner Bildteil herausguckt - neue Farbe lässt sich nur noch auf dieser offenliegenden Partie auftragen, der Rest ist vor Ihren Attacken sicher.
In diesem Kapitel lernen Sie die Arbeit mit Auswahlrechteck
, Auswahlellipse
, Zauberstab
und Lasso
kennen sowie die Befehle im Auswahl-Menü. Wir behandeln weitere Werkzeuge und Funktionen, die Bildteile aus ihrem Umfeld heraustrennen und gleich den Außenbereich transparent machen: den Extrahieren-Befehl, dazu den Magischen Radiergummi
und den Hintergrund-Radiergummi
.
Bedenken Sie jedoch, dass man zur Feinkorrektur einer Auswahl in vielen Fällen auch mit Alphakanälen oder Pfaden arbeitet; darum geht es in den anschließenden Kapiteln. Nutzen Sie beim Auswählen die Möglichkeiten der Software konsequent und nehmen Sie sich Zeit dafür: Wer die Wahl hat, hat zwar zunächst die Qual, aber am Ende vielleicht auch einen wirklich professionellen Freisteller ohne unschöne »Nähte« und »Klebekanten«.
Häufig entsteht die erste, grobe Auswahl mit den Werkzeugen aus der Werkzeugpalette; als da wären:
und Auswahlellipse
markieren Bildteile mit festgelegter Form.
wird mit der Maus auf beliebigen Wegen durchs Bild geführt und markiert beliebige freie Formen.
fängt farbähnliche Pixel ein.
wählt ebenfalls farbähnliche Pixel aus und macht sie transparent.
macht die Umgebung eines gewählten Objekts im Bereich des Mauszeigers transparent.
Ein Teil der Auswahlgeräte teilt sich auf der Werkzeugpalette eine einzige Schaltfläche. Klicken Sie länger auf das angezeigte Auswahlwerkzeug, zum Beispiel auf das Auswahlrechteck, um ein Klappmenü aller dort versammelten Auswahlwerkzeuge zu erhalten. Alternative zum Weiterschalten: mehrfacher Alt-Klick auf die Schaltfläche oder meist Umschalt+M (vergleichen Sie zum Umschalten auch Seite 139).
Abbildung 8.2: Links: Die Auswahlwerkzeuge für Rechtecke und Ovale belegen ein gemeinsames Fach in der Werkzeugleiste. Rechts: Alle Auswahlwerkzeuge bieten in den Optionen die Schaltflächen zum Verkleinern oder Vergrößern einer vorhandenen Auswahl.
Eine erste, frische Auswahl lässt sich mit dem Klick danach korrigieren.
Sie haben bereits eine Auswahl im Bild und wollen zusätzlich weitere Bereiche auswählen? Um zusätzliche Bildteile in die Auswahl hereinzunehmen, gehen Sie wahlweise so vor:
in den Werkzeugoptionen.
Das Werkzeug zeigt sich dann über der Datei mit einem kleinen Plus-Zeichen.
Abbildung 8.3: Links: Diese Auswahl entstand mit dem Rechteckwerkzeug. Mitte: Um die Auswahlmarkierung ohne Inhalt zu verschieben, klicken Sie mit einem Auswahlwerkzeug in den Auswahlbereich und ziehen. Rechts: Hier wurde der vorhandene Auswahlbereich erweitert; dazu drücken Sie die Umschalt-Taste oder verwenden die Schaltfläche Der Auswahl hinzufügen in den Optionen zum Auswahlwerkzeug. Datei: Marga
Und so verkleinern Sie eine im Bild bereits vorhandene Auswahl mit einem Auswahlwerkzeug:
in den Werkzeugoptionen.
Dabei ziert ein Minus-Zeichen das Auswahlwerkzeug über dem Bild. Beachten Sie, dass Sie die Auswahl auch mit verschiedenen Menübefehlen verändern können; davon handelt der nächste Hauptabschnitt.
So entfernen Sie eine vorhandene Auswahl, um sie bei Bedarf auch durch eine neue Auswahl zu ersetzen:
aktiviert ist.
Klicken Sie mit einem Auswahlwerkzeug in die Auswahl hinein, können Sie den Auswahlrahmen im Bild verschieben; dabei muss die Schaltfläche Neue Auswahl
eingeschaltet sein. Wohlgemerkt, dabei bewegt sich nur die Auswahlmarkierung, nicht aber der Auswahlinhalt. Mit den Pfeil-Tasten schieben Sie die Auswahlkontur pixelweise durchs Bild, die Umschalt-Taste dazu beschleunigt auf 10-Pixel-Etappen. Noch einmal: Dabei muss ein Auswahlwerkzeug angewählt sein.
Klicken Sie in die Auswahl hinein und drücken Sie dann auf die Umschalt-Taste, um die Auswahlbewegung auf Geraden oder auf 45-Grad-Winkel dazwischen zu beschränken. Haben Sie eine Rechteck- oder Kreisauswahl auf die gewünschte Größe aufgezogen, können Sie sofort die Leertaste drücken: Dann lässt sich der Auswahlrahmen verschieben, ohne dass der Inhalt mit bewegt wird. Natürlich können Sie das auch jederzeit nachholen.
Abbildung 8.4: Links: Um den Auswahlinhalt zu verschieben, drücken Sie die Strg-Taste, die das Verschieben-Werkzeug aktiviert, und ziehen im Auswahlinneren. Dabei entsteht ein Loch in der aktuellen Hintergrundfarbe, hier die Standardfarbe Weiß. Mitte: Um eine Kopie des Auswahlinhalts zu verschieben, drücken Sie zusätzlich zum Auswahlwerkzeug die Strg- und Alt-Taste. Rechts: Wollen Sie Auswahl ganz entfernen, klicken Sie außerhalb der Auswahl oder verwenden Sie den Befehl »Auswahl: Auswahl aufheben« (Strg+D).
Um den Auswahlinhalt zu bewegen - also nicht nur den Rahmen, sondern auch die Bildpunkte -, drücken Sie erst die Strg-Taste, die das Verschieben-Werkzeug
aktiviert, dann ziehen Sie im Auswahlinnern; dabei entsteht ein Loch in der aktuellen Hintergrundfarbe. Um eine Kopie des Auswahlinhalts zu bewegen, drücken Sie Strg+Alt. Diese Funktionen besprechen wir ausführlich im »Ebenen«-Kapitel.
Abbildung 8.5: Das Kontextmenü zu den Auswahlwerkzeugen bietet zahlreiche Befehle aus den Menüs »Auswahl« und »Ebene«. Sie erhalten dieses Menü unter Windows nach einem Rechts-Klick in die Bild datei, am Mac per Ctrl-Klick.
Gut zu wissen: Man darf sich mit dem Auswahlwerkzeug auch außerhalb der Bilddatei tummeln - ein deutlicher Vorteil gegenüber Konkurrenzprodukten. So entstehen oft erst die gewünschten großen Auswahlrahmen. Schalten Sie am besten mit der Kurztaste F in einen Vollschirmmodus.
Photoshop tut so, als setze er die Auswahl jenseits der Bildgrenzen fort. Sie können zum Beispiel eine Kreisauswahl aufziehen und dann zur Hälfte aus dem Bild herausschieben. Den verbleibenden Auswahlteil füllen oder filtern Sie. Dann ziehen Sie bei Bedarf den Gesamtkreis mit einem Auswahlwerkzeug wieder ins Bild.
Sinnvoll ist diese Funktion auch, wenn Sie mit dem Polygon-Lasso
Bildbereiche am Bildrand einfangen. Um die Lasso-Auswahl schließen zu können, ist es oft am einfachsten, das Werkzeug durch die Photoshop-Fläche außerhalb des Bildes zu ziehen, bis man wieder den Anfangspunkt der Lasso-Arbeit erreicht hat. Sie können hier ohne Weiteres auch Eckpunkte außerhalb des Bildes anbringen, die auf der Photoshop-Arbeitsfläche erscheinen.
Abbildung 8.6: Diese Auswahl des Bild rands entsteht im Vollschirmmodus (Kurztaste F) mit dem Polygon-Lasso. So können Sie Eckpunkte auch außerhalb des Bild s auf der Arbeitsfläche setzen. Datei: Blaeser
Die wichtigsten Schaltflächen und Tastengriffe für die Auswahlwerkzeuge im Überblick:
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aktiviert ist. Die Umschalt-Taste beschränkt die Bewegung auf 45-Grad-Winkel,
Abbildung 8.7: Links: Ein erster Klick mit dem Zauberstab markiert nur den unteren Bereich des Blechs mit einer Fließmarkierung. Mitte: Um auch den oberen Teil zu erfassen, reicht ein weiterer Klick im oberen Bild teil nicht: Der Teil oben ist dann zwar ausgewählt, doch die vorhandene Auswahl unten wird gelöscht. Rechts: Um die vorhandene Auswahl um den oberen Teil zu erweitern, klickt man statt dessen oben mit gedrückter Umschalt-Taste. Datei: Wagen
Abbildung 8.8: Sobald die Auswahl fertig ist, kann man das Motiv bearbeiten oder montieren, ohne dass das Umfeld mit verändert wird.
Was Sie außerdem bedenken sollten, wenn Sie zu den Auswahlwerkzeugen greifen:
(Seite 602) und Magischer Radiergummi
(Seite 604) bieten jedoch die Option Alle Ebenen verwenden beziehungsweise Alle Ebenen einbeziehen.
Oft wirkt der Übergang zwischen Auswahl und nicht markiertem Bildteil zu hart. Haben Sie den markierten Bildteil mit Farbe gefüllt oder kontrastkorrigiert, dann entdecken Sie am Ergebnis eine hässliche Naht. Darum finden Sie in den Werkzeugoptionen verschiedene Methoden, die den Übergang zwischen Auswahl und nicht Ausgewähltem sanfter gestalten.
Abbildung 8.9: In der vergrößerten Darstellung zeigt sich deutlich der Unterschied zwischen harter Auswahlkante (links), geglätteter Kante (Mitte) und weicher Auswahlbegrenzung. Datei: Glaetten
Das Glätten klicken Sie in den Dialogfeldern aller Auswahlwerkzeuge an, aber auch bei Füllwerkzeug
, Textwerkzeug und bei der Verwandlung eines Pfads in eine Auswahl. Es macht nur die äußersten Randpixel innerhalb und außerhalb der Auswahl halbtransparent und sorgt so für einen scheinbar nahtlosen Übergang zwischen Innen und Außen, der aber noch nicht aufgeweicht wirkt. Bei üblichen Fotomontagen ist Glätten angesagt (vielfach auch als »Anti-Aliasing« bezeichnet). Auf das Glätten verzichten sollten Sie bei plakativen Grafiken mit nur wenigen Tonwerten, bei Strichzeichnungen oder bei Screenshots; die charakteristischen harten Übergänge dieser Bilder leiden durch das Glätten.
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Sie müssen das Glätten bereits vor Anwendung des Werkzeugs in den jeweiligen
Optionen einschalten. Es lässt sich nicht nachträglich anbringen. |
Abbildung 8.10: Harte Kante, geglättete Kante, weiche Kante: Eine nicht geglättete Auswahlkante führt oft zu allzu schroffen Übergängen. Die Option Glätten macht nur die äußersten Randpixel transparent, während die weiche Auswahlkante sich über bis zu 250 Pixel erstrecken kann.
Außerdem haben Sie die Möglichkeit, in den Werkzeugoptionen eine Weiche Kante vorzugeben oder bei einer vorhandenen Auswahl nachträglich den Befehl Auswahl: Weiche Auswahlkante (Strg+Alt+D) zu nutzen. Damit verwischen Sie die Kanten einer Auswahl - in einer Breite von 1 bis 250 Pixel. Dabei gilt: Zehn Pixel weiche Kante wirken jeweils zehn Pixel in das Auswahlinnere und weitere zehn Pixel nach außerhalb.
Damit erzeugen Sie federweiche Übergänge, die sich etwa empfehlen, wenn Sie eine örtliche Kontrastkorrektur vornehmen und den Übergang zwischen manipuliertem und naturbelassenem Bild unauffällig halten wollen; die Weiche Kante hilft auch, sanft ein- und auszublenden.
Bedenken Sie, dass sich die weiche Auswahlkante je nach Auflösung unterschiedlich auswirkt. Drucken Sie mit 200 dpi, dann gerät eine weiche Kante von 100 Pixeln im Druck größer als bei 300 dpi. Zur genauen Kontrolle blenden Sie Lineale (Strg+R) ein.
Gut zu wissen: Weichen Sie eine Auswahl auf, die teilweise an den Bildrand stößt, dann wird dieser Teil der Auswahl nicht abgesoftet. Das heißt: Pixel, die genau am Bildrand in der Auswahl liegen, bleiben auch nach dem Befehl Weiche Auswahlkante voll in der Auswahl. Nur konsequent: Nach dem Befehl Alles auswählen bietet Photoshop die Weiche Auswahlkante gar nicht an. Im Bedarfsfall müssten Sie die Auswahl erst verkleinern.
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Das Aufweichen der Auswahl per Werkzeugoption gleich beim Ziehen des Rahmens kostet Zeit; Sie holen es nach mit dem Auswahl-Befehl Weiche Auswahlkante. Weichzeichnen können Sie eine Auswahl noch später im Alphakanal oder in der Ebenenmaske mit einem starken Weichzeichner wie »Filter: Weichzeichnungsfilter: Gaußscher Weichzeichner« (Seite 886). |
Abbildung 8.11: Mit dem Polygon-Lasso haben wir einen harten, eckige Auswahlrahmen ins Bild geklickt. Wir verwenden dann die Befehle »Auswahl: Weiche Auswahlkante« und »Auswahl: Auswahl umkehren«. Datei: Allee
Abbildung 8.12: Links: Hier sehen Sie die Umkehrung der Auswahl. Nach dem Befehl »Weiche Auswahlkante« wirkt der Umriss weniger eckig, der weiche Übergang zwischen Innen und Außen ist jedoch nicht zu erkennen. Wir richten mit der Taste D die Hintergrundfarbe Weiß ein und löschen den Randbereich leer. Wollen Sie die Wirkung des Übergangs nachträglich steuern, sollten Sie diese Arbeit jedoch als Ebenenmaske anlegen (Details ab Seite 803).
Abbildung 8.13: Der Befehl »Auswahl: Weiche Auswahlkante« oder die Werkzeugoption »Weiche Kante« erzeugen einen fließenden Übergang zwischen markiertem und nicht markiertem Bereich. Hier wurden Randbereiche einer »Hintergrund«-Ebene ausgewählt und bei weißer Hintergrundfarbe mit der Entf-Taste leergelöscht. Weil die »Weiche Kante« an Bild rändern nicht gilt, ist hier der Randbereich zu 100 Prozent mit erfasst, die weiche Kante wird nur im Bild inneren umgesetzt. Datei: Marga
Die schillernde Fließmarkierung kann eine weiche Kante nur unvollkommen darstellen. Die Markierung umgibt alle Bildteile, die zu mehr als 50 Prozent ausgewählt sind. Wo die Auswahlwirkung nur noch schwach ist, erscheint die Markierungslinie nicht mehr. Dennoch können sich auch dort Ihre Befehle auswirken - mit einer Intensität von 0 bis 49 Prozent. Um die Verteilung der Auswahl mit allen Zwischenwerten zu erkennen, stellen Sie die Auswahl als Alphakanal beziehungsweise als Schnellmaske dar (Kurztaste Q, siehe Seite 609) und erhöhen Sie die Deckkraft der Maske auf 100 Prozent (siehe Abbildung 8.13).
Auf verschiedene Arten können Sie eine weiche Auswahlkante härter oder auch hundertprozentig hart machen. Die genaue Platzierung der Umrisse fällt dabei jedoch schwer. Sie haben unter anderem diese Möglichkeiten:
Auswahlrechteck
und Auswahlellipse
teilen sich zusammen mit der Auswahl von Einzelspalte
und Einzelzeile
ein Feld auf der Werkzeugleiste; ImageReady hält zusätzlich das Abgerundete Auswahlrechteck
parat. Alt-Taste+Klick schaltet zwischen den Tools hin und her. Diese Werkzeuge ähneln sich in Handhabung und Optionen weitgehend.
Abbildung 8.14: Das Auswahlrechteck schafft Markierungen für abgesoftete Hintergründe, auf die Texte oder andere Objekte gestellt werden sollen.
Am bedeutendsten ist das Auswahlrechteck. Klicken Sie das Auswahlrechteck
an, und führen Sie die Maus mit gedrückter Taste über das aktive Bild. Die Enden der Diagonale, die Sie ziehen, bilden zwei der vier Ecken des rechteckigen Auswahlbereichs, der sich sofort auftut und feststeht, sobald Sie die Maustaste freigeben.
Wozu das Auswahlrechteck
gut ist:
oder mit dem Zuschneiden-Befehl Ränder weg; Details ab Seite 188.)
ist das schnellste und einfachste Auswahlwerkzeug, sofern Sie keine weiche Kante vorwählten. Damit markiert man rasch einen Bildteil, der via Zwischenablage in andere Bilder oder Programme eingefügt wird oder der zum Test eines Filters herhalten soll.
lassen sich Bildteile markieren, die hinterher aufgehellt und abgesoftet werden, um als Hintergrund für eine Headline zu fungieren. Dabei wählt man oft eine weiche Kante.
erlaubt es, Bildausschnitte mit vorgegebenen Pixelmaßen ohne Interpolation einzurahmen, um sie zu kopieren oder freizustellen.
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Möchten Sie unmittelbar neue, rechteckige oder ovale Objekte auf eigenen Ebenen erstellen, die zunächst mit der Vordergrundfarbe gefüllt werden? Dies erledigen am schnellsten nicht die Auswahlfunktionen, sondern die Formwerkzeuge (ab Seite 696). |
Üblicherweise stehen die Auswahl-Optionen auf Normal. Damit produzieren Sie Rechteck- oder Ovalrahmen beliebiger Größe. Sie haben aber auch andere Möglichkeiten:
; dabei lässt sich Interpolation vermeiden.)
diktiert feste Werte für die Pixelzahl hoch mal quer; orientieren Sie sich allerdings bei Ihrem Projekt nicht an Pixeln, sondern an Zentimetern, verwenden Sie das Freistellwerkzeug zum Ausschneiden, denn dort lassen sich auch Zentimeter vorgeben. Nützlich ist die feste Pixelgröße aber, wenn Sie Bilder für Multimediazwecke auswählen und per Bild: Freistellen vom Rand befreien. Beim Freistellwerkzeug können Sie keine fixe Pixelzahl freistellen, ohne dass es zu Interpolation kommt.
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Die Auswahlen mit Rechteck oder Oval können »magnetisch« an Bildrändern, Hilfslinien und anderen »Extras« andocken. Legen Sie die magnetischen »Extras« mit dem Untermenü Ansicht: Ausrichten an fest (Details ab Seite 82). |
Manchmal braucht man auch einzelne Auswahllinien im Bild, etwa für ein Koordinatensystem, zur Korrektur streifiger Scans, um Bildteile visuell zu trennen oder für sonstige Feinarbeiten. Für eine waagerechte Linie verwenden Sie das Werkzeug »Einzelne Zeile«
, senkrecht wird die »Einzelne Spalte«
. Sobald Sie mit der Maus ins Bild klicken, erhalten Sie eine senkrechte oder horizontale Markierung durchs ganze Bild, einen Pixel breit. Wählen Sie nun Bearbeiten: Fläche füllen an, wird daraus eine Linie in der aktuellen Vordergrundfarbe.
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Wollen Sie eine Gerade ins Bild zeichnen, brauchen Sie nicht unbedingt die
Werkzeuge für einzelne Zeilen oder einzelne Spalten. Sie können auch ein
Malwerkzeug wie Pinsel
oder Buntstift
verwenden und zwei Punkte bei gedrückter Umschalt-Taste
verbinden. Wenn Sie ziehen statt klicken, sind nur rechte Winkel möglich.
Weitere Alternative: der Linienzeichner
(Seite 698).
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Wie immer gibt es zahlreiche Tastaturkombinationen:
Mit dem Lasso
erzeugen Sie frei geformte Auswahlbereiche, indem Sie einfach eine Auswahl per Mausbewegung durchs Bild ziehen. Zu diesem klassischen Auswahlwerkzeug bietet Photoshop zwei Varianten, die Sie auf der horizontalen Werkzeugleiste zum Lasso wiederfinden:
erzeugt Auswahlen zwischen einzelnen Eckpunkten, die Sie durch Klicks setzen.
Abbildung 8.15: Drei verschiedene Lasso-Werkzeuge finden Sie in der Werkzeugleiste.
Mit dem üblichen Lasso
erzeugen Sie eine völlig frei geformte Auswahlmaske um 100 Ecken und Kanten. Das geht so:
Natürlich sollten Sie das Objekt Ihrer Begierde möglichst schirmfüllend darstellen. Am schnellsten drücken Sie dazu Strg+Leertaste, damit sich jedes beliebige Werkzeug in eine Vergrößerungslupe
verwandelt. Dann markieren Sie den gewünschten Bereich per Mausrutsch mit gedrückter Taste. Ein Doppelklick aufs Handsymbol oder aber Strg+0 sorgen für eine schirmgroße Darstellung Ihrer Datei. Wollen Sie später wieder verkleinern, die Minus-Lupe bekommen Sie mit Alt-+Leertaste.
Es ist nervenaufreibend, per Lasso
um eine komplexe Figur herumzumanövrieren; denn viel zu schnell schließt Photoshop die Auswahl schon wieder. Viel geruhsamer arbeiten Sie mit einer Kombination aus Zeichenstift-Werkzeug
, Zauberstab
, Alphakanal-Korrekturen und auch mal mit dem Lasso. In der Regel setzt man dieses Werkzeug nur in Kombination mit anderen ein - zum Beispiel, um zunächst eine grobe Auswahl zu markieren, die dann noch verfeinert wird oder um einzelne, unruhig gefärbte Bereiche auf einen Schlag zu erfassen, bei denen der Zauberstab keine Chance hat.
Nicht zuletzt dient das Lasso dazu, große Bereiche eines Alphakanals oder einer Ebenenmaske einzufangen und einzufärben, wenn mit der Zauberstabauswahl keine saubere Markierung zustande kam.
Abbildung 8.16: Das Polygon-Lasso erzeugt mehreckige Auswahlbereiche. Sie klicken lediglich die Eckpunkte ins Bild .
Das Polygon-Lasso erreichen Sie neben dem Lasso
im selben Fach der Werkzeugleiste. Mit dem Polygon-Lasso
markieren Sie eckige Figuren. Das Procedere:
Sie haben jetzt eine Auswahl mit geraden Begrenzungslinien. Diese Linien können diagonal und mit beliebig vielen Ecken durchs Bild laufen. Das Polygon-Lasso erfasst besonders gut Dreiecke, sonstige eckige Bildbereiche sowie viereckige Bereiche im Bild, die schräg oder mit perspektivischer Verzerrung aufgenommen wurden.
Sie können bei aktiviertem Lasso
vorübergehend die Funktionsweise des Polygon-Lassos nutzen und umgekehrt:
im Bild eine freie Linie zeichnen, drücken Sie die Alt-Taste, um im Stil des Polygon-Lassos
nur noch Eckpunkte zu setzen. Lassen Sie die Alt-Taste los, wenn Sie wieder eine freie Kontur erzeugen wollen.
Die Qualitäten von Zauberstab
und Lasso
kombiniert das magnetische Lasso
. Das Prinzip: Sie klicken Orientierungspunkte ins Bild, ganz wie beim Polygon-Lasso
. Doch Photoshop verbindet die Punkte nicht schlicht auf dem kürzestmöglichen Weg; statt dessen folgt die Linie den Bildkonturen. Alternativ führen Sie den Mauszeiger ganz ohne Klicken am Motiv entlang - Photoshop setzt sich seine Punkte auch selbst.
Wie immer gilt: Sie erweitern mit dem magnetischen Lasso bereits vorhandene Auswahlen, wenn Sie die Umschalt-Taste drücken. Mit gedrückter Alt-Taste lassen sich, business as usual, bestehende Auswahlen verkleinern.
Doch Vorsicht: Das magnetische Lasso ist nicht das Universal-Werkzeug schlechthin. Es kann erhebliche Mühe bereiten, die Auswahl tatsächlich an den gewünschten Konturen entlangfließen zu lassen. Dies gilt besonders für Objekte, die zum Beispiel durch Scharfzeichnen bereits einen Lichtsaum erhielten, also mehrere attraktive Konturen nebeneinander zeigen. Eine geruhsame Auswahlkorrektur mit Alphakanälen und Pfaden wirkt in vielen Fällen sicherer.
Abbildung 8.17: Nicht linientreu: Die Auswahl links mit dem magnetischen Lasso geriet zu grob. Rechts: Präziser wird die Auswahl, wenn man die Zahl der Punkte manuell oder automatisch erhöht und die »Lassobreite« verkleinert. Datei: Schild
Bedenken Sie zudem, dass Photoshop auch den Freiform-Zeichenstift mit der Option Magnetisch
enthält; der erzeugt - orientiert an Bildkonturen - sofort einen Pfad und bildet oft eine sinnvolle Alternative zum magnetischen Lasso. Magnetischer Zeichenstift und magnetisches Lasso haben die gleichen Optionen und die gleichen Tastenkürzel. Wenn Sie ein Werkzeug beherrschen, durchschauen Sie auch das andere. Die folgende Besprechung gilt für beide Werkzeuge.
So wenden Sie Magnet-Lasso oder Magnet-Zeichenstift an:
Maßnahmen bei Fehltreffern: Sie erhöhen die Frequenz - also die Zahl der Punkte, die Photoshop automatisch setzt - oder Sie senken die Lassobreite, also die Bildbreite, die das magnetische Lasso nach Konturen absucht (siehe unten).
Der jeweils neueste Punkt auf dem Monitor erscheint gefüllt, die anderen Punkte sehen Sie als lichtes Geviert. Auch wenn das magnetische Lasso schon wieder weitere Konturen verfolgt hat - bis zum letzten, gefüllten Punkt kehren Sie jederzeit durch schlichtes Mausschieben zurück; so lässt sich das Lasso bei Bedarf anpassen oder auch ab diesem Punkt in eine völlig neue Richtung lenken.
Sie können sogar weiter als bis zum neuesten Punkt zurückkehren: Löschen Sie einfach die vorhandenen Punkte nach und nach mit der Entf-Taste, um wieder auf Ihren Ausgangspunkt zuzusteuern und die Linie neu zu lenken. Verschieben können Sie die Punkte nur beim Magnet-Pfad, nicht beim Magnet-Lasso.
Dabei bewegt sich die Auswahllinie nicht auf kürzestem Weg zum Startpunkt, sondern folgt weiterhin Bildkonturen. Halten Sie das Magnet-Werkzeug über den ersten Punkt oder drücken Sie die Strg-Taste, erscheint ein kleiner Kreis neben dem Werkzeugsymbol über der Datei. Damit signalisiert Photoshop, dass die Auswahl geschlossen werden kann beziehungsweise dass der Ausgangspunkt wieder erreicht ist.
Abbildung 8.18: Anziehend: Wie genau das magnetische Lasso Mausklicks und Bild konturen verfolgt, regeln Sie in den Optionen. Vergleichbare Einstellmöglichkeiten bietet auch der Freiform-Zeichenstift mit der Vorgabe »Magnetisch«.
Mehrere Optionen regeln das Verhalten der Magnet-Werkzeuge. Der Wert Lassobreite gibt an, in welchem Pixelradius das magnetische Lasso oder Zeichenstift-Werkzeug nach signifikanten Konturen fahnden soll. Sofern Sie das Lasso eng am Objekt entlanglotsen, geben Sie hier einen niedrigen Wert vor; so lenken entferntere Kontraste Ihr Werkzeug nicht mehr ab. Hat das Motiv aber kleinere Ecken und Kanten, erhöhen Sie die »Breite«; dann müssen Sie mit dem Mauszeiger nicht jeder Motivkurve hinterherfahren - das erledigt Photoshop für Sie.
Der Maximal-Wert für die Lassobreite beträgt indes nur 40 Pixel. Wenn Sie das magnetische Lasso also durch eine große, diffuse Zone führen, wird es dort verzweifelt Konturen ausmachen und nicht etwa eine 42 Pixel entfernte Objektkante aufspüren.
Wenn Sie die Feststelltaste drücken, erscheinen die Werkzeuge als Kreis in der gewählten »Breite«. Führen Sie diesen Kreis über die interessanten Bildkonturen. Nur innerhalb des Kreises fahndet Photoshop nach Kontrasten.
Mit der Punkt-Taste senken Sie den Breite-Wert, die Komma-Taste hebt ihn an.
Verwenden Sie ein druckempfindliches Grafiktablett, können Sie die Option Druck einschalten. Durch Steigerung des Andrucks erhöhen Sie die »Breite«.
Geben Sie nicht selber durch gelegentliche Klicks Orientierungspunkte vor, tut Photoshop das allein. Sie legen eine Frequenz von 1 bis 100 fest, hohe Werte erzeugen mehr Punkte.
Je mehr Punkte das Programm setzt, desto schwieriger wird es, Linien nachträglich durch Rückschritte wieder zu korrigieren. Allerdings haben Sie bei hoher Punktzahl die Einzelsegmente besser im Griff und müssen weniger fürchten, dass das Lasso ausreißt und unerwünschten Konturen hinterherhechelt.
Je höher der Kantenkontrast (beim Freiform-Zeichenstift der Kontrast), desto stärker müssen die Tonwertgegensätze sein, denen das magnetische Lasso noch folgt. Bei niedrigen Werten wie »5« findet es alle möglichen Bildteile anziehend. Mit der Punkt-Taste setzen Sie diesen Wert herauf, mit der Komma-Taste senken Sie ihn.
Folgende weitere Möglichkeiten gelten nur für das Magnet-Lasso:
und Polygon-Lasso
wechseln. Dazu drücken Sie die Alt-Taste. Nun können Sie Eckpunkte ins Bild klicken, die auf geradem Weg verbunden werden, ohne Bildkonturen zu berücksichtigen; oder Sie erzeugen eine freie Auswahlform durch Ziehen mit der Maus. Sobald Sie die Alt-Taste freigeben, arbeiten Sie wieder mit dem magnetischen Lasso.
Das freihändige Auswählen eines Baums oder eines Menschen macht mit dem Lasso
zuviel Arbeit. Darum gibt es den Zauberstab
(Kurztaste W, für Magic Wand). Dieses wichtigste Auswahlgerät markiert automatisch Bildteile auf der Basis von farbähnlichen Bildpunkten. So wählen Sie zum Beispiel schnell und sauber ein rotes Objekt vor grünem Hintergrund aus. Bei üblichen Halbton-Fotos sollten Sie stets die Option Glätten verwenden (siehe Seite 592).
Abbildung 8.19: Links: Bei niedriger Toleranz wie etwa 20 erfasst der Zauberstab nur einen kleinen Bild bereich. Rechts: Bei hoher Toleranz von 80 nimmt der Zauberstab weit mehr Bild punkte in die Auswahl. Datei: Wagen
Die Toleranz des Zauberstabs regeln Sie nach einem Doppelklick auf das Werkzeug-Symbol in den Optionen: Niedrige Werte wie 5 oder 20 bedeuten, der Zauberstab wählt nur sehr wenige, farblich sehr ähnliche und eng benachbarte Pixel aus. Hohe Werte wie 80 oder 120 fangen einen größeren Bereich ein.
Mit der Option Benachbart erwischt der Zauberstab
nur Bildpunkte, die in Nachbarschaft des angeklickten Pixels liegen und nicht durch abweichende Farbbereiche abgetrennt sind. Liegt also zwischen zwei rosafarbenen Segelflächen eine grüne Leiste, wird zunächst nur ein Teil erfasst. Wählen Sie die Option Benachbart indes ab, wählt der Zauberstab sofort sämtliche farbähnlichen Bildpunkte aus - unabhängig von ihrer Lage im Bild.
Abbildung 8.20: In den Zauberstab-Optionen legen Sie die »Toleranz« fest.
Meist testet man verschiedene Toleranzen, bis der Zauberstab
möglichst genau die gewünschten Bildteile markiert. Oder man markiert einen kleinen Bereich bei niedriger Toleranz, um dann die Auswahl mit gedrückter Umschalt-Taste zu vergrößern. Der Zauberstab grast zunächst nur die aktive Ebene ab, was mitunter verwirren kann. Soll er sich jedoch an allen Ebenen orientieren, klicken Sie in den Optionen auf Alle Ebenen einbeziehen.
Achten Sie darauf, wohin Sie mit dem Zauberstab klicken - vor allem bei niedrigen Empfindlichkeiten. Richten Sie den Zauberstab auf einen Bildpunkt, dessen Farbwert oder dessen Position ungefähr in der Mitte des angepeilten Bereichs liegt.
Auf verschiedene Arten lässt sich die Arbeit mit dem Zauberstab
erleichtern - oder vermeiden:
ersparen. Auch Hintergrund-Radiergummi
(Seite 605) und Magischer Radiergummi
arbeiten auf Basis farbähnlicher Zonen.
Abbildung 8.21: Links: Hier wurde ein Bild teil mit der Zauberstab-Option »Benachbart« ausgewählt. Bereiche mit derselben Farbe, die jedoch durch andersfarbige Pixel abgetrennt sind, gelangen nicht mit in die Auswahl. Rechts: Hier haben wir ohne die Option »Benachbart« gearbeitet. Sämtliche Bild punkte im ganzen Bild , die innerhalb der Farb-»Toleranz« liegen, werden erfasst - nicht nur die unmittelbar angrenzenden. Datei: Surfer
Die Markierung, die der Zauberstab
erzeugt hat, muss oft noch erweitert werden; unter anderem bieten sich diese Manöver an:
fügen Sie wie üblich mit beliebigem Auswahlgerät weitere Bildbereiche der Auswahl hinzu (Details zum Erweitern und Verkleinern einer vorhandenen Auswahl mit Auswahlwerkzeugen ab Seite 588).
Der Befehl Auswahl: Auswahl verändern: Abrunden tilgt Auswahllücken (Seite 613).
In der Werkzeugleiste siedelt der magische Radiergummi
in einem Fach mit den anderen Radiergummi-Varianten; mit Umschalt+E wechseln Sie zwischen den drei Geräten (siehe Abbildung 8.22).
Abbildung 8.22: Mit diesem Bild , das aus einer üblichen »Hintergrund«-Ebene besteht, testen wir den magischen Radiergummi. In den Optionen verwenden wir zunächst die Option »Aufeinanderfolgend«. Datei: Zaun
Der magische Radiergummi
fasst Schritte zusammen, die Sie sonst einzeln gehen müssen:
Abbildung 8.23: Während die Option »Aufeinanderfolgend« eingeschaltet war, haben wir in den blauen Hintergrund in der Bild mitte geklickt. Benachbarte blaue Bild punkte werden ausradiert und durch Transparenz ersetzt. Die bisherige »Hintergrund«-Ebene verwandelt sich in eine »Ebene 0«.
(siehe Seite 761), setzt der Magische Radiergummi nicht Transparenz, sondern die aktuelle Hintergrundfarbe ein.
Diese Möglichkeiten haben Sie:
(vergleiche Seite 602): Je höher der Wert, desto weniger ähnlich müssen sich die Bildpunkte sein, die von einer Bearbeitung erfasst werden. Bei niedriger Toleranz werden nur die Pixel radiert, deren Farbwerte dem angeklickten Pixel deutlich ähneln.
(auch bei ImageReady heißt es Benachbart). Schalten Sie diese Option aus, werden alle farbähnlichen Pixel im gesamten Bild radiert.
Ist ein Objekt per Magischem Radiergummi
sauber freigeschnitten, können Sie es mit dem Verschieben-Werkzeug
in eine andere Datei ziehen.
Abbildung 8.24: Links: Hier haben wir die Option »Aufeinanderfolgend« abgeschaltet und einmal in den blauen Hintergrund geklickt. Das Programm radiert nun alle farbähnlichen Bild punkte in der gesamten Datei. Rechts: Sie können das freigeschnittene Objekt mit dem Verschieben-Werkzeug vor einen neuen Hintergrund ziehen. Datei: Meer_3
Mit dem Hintergrund-Radiergummi
können Sie Bildpunkte entlang von markanten Kanten ausradieren und in Transparenz umwandeln. Sie regeln den Grad der Kantenschärfe und der Transparenz. Der Hintergrund-Radiergummi, erhältlich nur bei Photoshop und nicht bei ImageReady, teilt sich ein Fach mit Magischem Radiergummi
und normalem Radiergummi
in der Werkzeugleiste.
Richten Sie mit der Werkzeugspitzen-Bibliothek eine passende Größe ein (Details ab Seite 557). Der Zeiger des Hintergrund-Radiergummis
erscheint als Pinsel mit einem Fadenkreuz, das den aktiven Punkt des Werkzeugs anzeigt. Wie der Magische Radiergummi, so verwandelt auch der Hintergrund-Radiergummi übliche »Hintergrund«-Ebenen« in eine »Ebene 0«. Die folgenden Optionen bieten sich.
Bei niedriger Toleranz werden nur solche Bereiche radiert, die der angeklickten Farbe sehr ähnlich sind. Ist der Toleranzwert hoch, wird ein größerer Farbbereich radiert. Sie können die Toleranz über die Zifferntasten auf der Tastatur umstellen: Die »1« steht für zehn Prozent, die »2« für 20 Prozent« und die »0« für 100 Prozent.
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Auch wenn Sie in der Ebenenpalette die Option Transparente Pixel fixieren
verwenden (vergleiche Seite 761), erzeugt der
Hintergrund-Radiergummi Transparenz.
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Abbildung 8.25: In den Optionen zum Hintergrund-Radiergummi legen Sie fest, welche Farben ausradiert werden sollen.
Mit dem Klappmenü Grenzen bestimmen Sie, in welchem Umfang der Hintergrund-Radiergummi wirksam sein soll:
Abbildung 8.26: Links: Hier verwenden wir den Radiergummi mit der Option »Nicht aufeinanderfolgend«; Blau, der Farbton unter dem Zentrum des Mauszeigers, wird also aus verschiedenen Bild teilen entfernt, die durch andersfarbige Bild partien voneinander getrennt sind, hier also über und unter der Hürde. Mitte: Die Option »Aufeinanderfolgend« erfasst keine farblich abgetrennten Bereiche mehr; der Himmel unter der Hürde wird nicht radiert, die Hose nur leicht. Rechts: Die Einstellung »Kanten suchen« wahrt die Objektkanten und radiert nicht mehr in die Sporthose hinein. Datei: Martin
Mit den Optionen im Klappmenü Sampling bestimmen Sie, an welcher Farbe sich das Werkzeug orientiert:
Mit der Schaltfläche Einstellungen
öffnen Sie die Optionen für die Verwendung eines druckempfindlichen Grafikstifts. Sie können die Werkzeugspitzengröße und die Toleranz durch den Stiftandruck steuern, aber auch über die Länge einer Mausbewegung hin variieren. Weitere Details zu Einstellungen finden Sie ab Seite 559.
Abbildung 8.27: Aus diesem Bild wollen wir den grünen Hintergrund entfernen. Links: Hier verwenden wir den Hintergrund-Radiergummi mit der Option »Kontinuierlich«. Das Werkzeug radiert also permanent die Farbe aus, die unter dem Cursorzentrum liegt. Wir klicken in den grünen Hintergrund, doch die Hand wird mit ausradiert. Rechts: Besser geht es mit der Vorgabe »Einmal«. Nach den Klicken in den hellgrünen Hintergrund werden nur noch solche Bild punkte entfernt. Beachten Sie, dass der Hintergrund-Radiergummi den grünen Hintergrund auch aus dem Glas entfernt, die Konturen des Glases jedoch erhält. Datei: Bianco
Schnell radiert man mit dem Hintergrund-Radiergummi
zumindest eine leichte Transparenz auch in erhaltenswerte Bereiche. Öffnen Sie die Informationen-Palette mit dem Fenster-Menü, rufen Sie per Palettenmenü die Paletten-Optionen auf und stellen Sie Deckkraft als Kriterium für eine Farbwerteanzeige ein. Dann halten Sie den Mauszeiger über eine fragliche Bildstelle und prüfen, ob noch die volle Deckkraft erhalten ist (»Dk 100%«). Eventuell können Sie kleinere Löcher mit dem Protokollpinsel
reparieren.
Abbildung 8.28: Links: Ein weiterer Klick in den Schattenbereich ermöglicht es, auch diese dunkleren Bild partien zu löschen. Rechts: Hier wird eine Zone mit dem Lasso markiert und mit der Entf-Taste gelöscht.
Anders als Radiergummi
und Magischer Radiergummi
bietet der Hintergrund-Radiergummi
keinen Deckkraft-Regler. Letztlich erzeugen Sie immer voll transparente Bereiche; nur in den »weichen« Bereichen einer weichen Werkzeugspitze bleibt halb deckendes Material zurück. Sie können jedoch auf unterschiedliche Arten auch an beliebigen anderen Bildstellen zu halbtransparenten Bereichen zurückkehren:
(Kurztaste Y, vergleiche Seite 105) deckende Pixel ins Bild zurück, nachdem Sie in der Protokollpalette eine frühere Bildversion als Quelle festgelegt haben. In den Optionen zum Protokollpinsel
regeln Sie per Deckkraft, wie dick die ursprünglichen Pixel auftragen dürfen.
Abbildung 8.29: Links: Ist das Motiv sauber ausgeschnitten, kann es mit dem Verschieben-Werkzeug vor einen neuen Hintergrund gezogen werden. Rechts: Erst hier stellen wir mit Radiergummi, Magischem Radiergummi, Hintergrund-Radiergummi oder Ebenenmaske noch weitere Transparenz her. Datei: Palme
Meist ist es mit ein paar Werkzeugaktionen noch nicht getan, die Auswahl muss verfeinert werden. Hier besteht zunächst die Möglichkeit, die erstellte Auswahl mit den Werkzeugen zu vergrößern (bei gedrückter Umschalt-Taste) oder zu verkleinern (bei gedrückter Alt-Taste, Details ab Seite 588). Interessant sind jedoch auch die Befehle im Auswahl-Menü.
Abbildung 8.30: Mit dem »Auswahl«-Menü bearbeiten Sie die vorhandene Auswahl.
Mitunter lässt sich gar nicht mehr erkennen, welche Bildteile überhaupt ausgewählt sind. Zum einen wirkt eine Zauberstabauswahl über unruhiger Fläche sehr verwirrend; zum anderen haben Sie vielleicht die Auswahlbegrenzung mit Strg+H versteckt.
Ein paar Signale zeigen sofort, ob und was ausgewählt ist:
. Nur über bereits markierten Pixeln wird sich das Werkzeug in einen Zeiger verwandeln. Und nur über markierten Pixeln meldet die Infopalette eine Auswahlgröße.
Abbildung 8.31: Im Maskierungsmodus (Kurztaste Q) erkennen Sie deutlicher, was ausgewählt ist und ob die Auswahl exakt sitzt. Photoshop ersetzt die Fließmarkierung durch eine übersichtlichere Maske. In diesem Beispiel werden »maskierte Bereiche«, also nicht ausgewählte Bild teile, abgedeckt.
Der Maskierungsmodus deckt in seiner Grundeinstellung nicht ausgewählte Bildteile mit roter, halbtransparenter Farbe ab. Deutlich erkennen Sie dann nur noch den zur Bearbeitung freigegebenen, ausgewählten Bildteil. Ideal prüfen Sie in diesem Modus, ob eine Auswahl schon wie angegossen sitzt.
Der Maskierungsmodus ist nichts anderes als ein vorübergehender Alphakanal, ein entsprechender Kanal erscheint auch in der Kanälepalette. Details zum Maskierungsmodus werden deshalb vom »Kanäle«-Kapitel miterfasst. Hier jedoch eine Kurzfassung Ihrer Möglichkeiten:
, um in den Maskierungsmodus zu wechseln. Alternativ drücken Sie die Taste Q (für Quickmask).
.
zurück zur normalen Auswahldarstellung mit dem bekannten Fließrahmen; alternativ drücken Sie erneut die Taste Q. Sie erkennen jetzt an der Fließmarkierung Änderungen, die Sie eventuell im Maskierungsmodus gemacht haben.
Abbildung 8.32: In den Optionen zum Maskierungsmodus legen Sie Farbe und Deckkraft für die Abdeckfarbe fest; außerdem bestimmen Sie, ob ausgewählte oder nicht ausgewählte Bild teile abgedeckt werden sollen.
Sie können die Fließmarkierung entfernen oder verstecken.
Der Befehl Auswahl aufheben (Strg+D, für Deselect) hebt jegliche Auswahl wieder auf. Rasch verschwindet die Auswahllinie auch durch Klick mit einem Auswahlwerkzeug außerhalb der Auswahl; dabei muss die Schaltfläche Neue Auswahl
in den Optionen zum Auswahlwerkzeug gedrückt sein.
Die letzte Auswahl, die Sie entfernt haben, merkt sich Photoshop. Er gibt sie Ihnen wieder mit dem Befehl Erneut wählen (Strg+Umschalt+D). Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Eingriffe Sie seither unternommen haben.
Der Befehl zieht seine Informationen aus dem Protokollspeicher und sucht sich dort die nächste zurückliegende Auswahl. Sind Sie in der Protokollpalette um viele Schritte zurückgesprungen - hinter Ihre letzte Auswahl - dann wird Photoshop per Erneut wählen nur eine noch davor erstellte Auswahl laden; oder das Programm bietet Erneut wählen gar nicht erst an, sofern Sie in der Protokollpalette auf ein Bildstadium zurückgegriffen haben, bei dem noch gar keine Auswahl erzeugt wurde. Haben Sie allerdings bereits so viele Manöver hinter sich, dass der Auswahl-Befehl schon wieder aus der Protokollpalette herausgerutscht ist, dann lässt sich die Auswahl immer noch mit Erneut wählen herholen. Auch wenn Sie den Protokollspeicher mit dem Befehl Bearbeiten: Entleeren: Protokolle freigeben, bleibt Ihnen der Rückgriff auf die Auswahl erhalten.
Sie haben so also die Möglichkeit, zu einer zurückliegenden Auswahl zurückzukehren. Dazu müssen Sie nicht - wie es bei der Wiederherstellung der Auswahl per Protokollpalette der Fall wäre - auch alle anderen Bearbeitungen aufheben. Eine ausführliche Besprechung der Protokollpalette finden Sie vorne im Kapitel »Grundfunktionen«.
Verbergen Sie die Auswahlmarkierung, um Randübergänge beim Bearbeiten genau beurteilen zu können. Die Auswahl-Fließmarkierung zählt - zusammen mit Hilfslinien, Grundraster und weiteren Elementen - zu den so genannten »Extras« bei der Bilddarstellung. Sie können die Fließmarkierung zum Beispiel mit dem Befehl Ansicht: Extras einblenden verbergen, ohne sie zu entfernen (Strg+H, Details ab Seite 79). Gut zu wissen: Auch bei geöffnetem Dialogfeld nimmt Photoshop diesen Befehl noch an.
Freilich vergisst man zuweilen, dass sich noch eine verborgene Auswahl im Bild befindet, und wundert sich dann sehr, warum Filter, Kontrastkorrekturen oder Auswahlwerkzeuge so eingeschränkt funktionieren. Photoshop sollte bei verborgenen Auswahlen ein »(A)« in der Titelleiste zeigen. Beachten Sie unsere Hinweise zum Erkennen einer Auswahl ab Seite 609.
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Der Befehl Ansicht: Extras einblenden steht selbst dann zur Verfügung, wenn ein Dialogfeld wie etwa Farbton/Sättigung geöffnet ist. |
Wenn Sie die Auswahl umkehren (Strg+Umschalt+I, für Invert), markiert Photoshop alle Bildpunkte, die zuvor nicht markiert waren. Dieser Befehl ermöglicht das typische Ausschneiden von Hauptmotiven vor homogenem Hintergrund:
in ein anderes Bild ziehen.
So fangen Sie Personen, Bauwerke und Landschaften vor blauem Himmel, Produkte vor monochromer Studiokulisse oder Lettern auf weißem Grund ein.
Abbildung 8.33: Schneller Freisteller: Ein Klick mit dem Zauberstab fängt bereits einen großen Teil des Hintergrunds ein (links). Der Rest des Hintergrunds wird mit Zauberstab und Umschalt-Taste zur Auswahl hinzugefügt. Datei: Kamera
Abbildung 8.34: Durch den Befehl »Auswahl umkehren« (Strg+Umschalt+I) ist nur noch die Kamera ausgewählt (links). Sie kann mit dem Verschieben-Werkzeug in eine neue Datei gezogen werden, in diesem Beispiel kommt noch der Ebeneneffekt »Schein nach außen« hinzu.
Der Menübefehl Auswahl: Alles auswählen (Strg+A) umgibt das komplette Bild mit der schillernden Begrenzung. Sie wählen etwa das Gesamtwerk aus, wenn Sie es via Zwischenablage in ein anderes Bild oder in ein anderes Programm kopieren wollen (mehr darüber im Montagekapitel). Oder Sie wählen das ganze Bild aus, um es durch Bearbeiten: Löschen beziehungsweise per Entf-Taste mit der Hintergrundfarbe zu füllen - eine komplett ausgewählte Ebene wird transparent gelöscht.
Wollen Sie indes das komplette Werk filtern, kontrastkorrigieren, füllen oder mit dem Verschieben-Werkzeug
in eine andere Datei ziehen, brauchen Sie die Gesamtauswahl wohlgemerkt nicht zu treffen: Denn wurde gar nichts gewählt, wirken Filter und Tonwertbefehle ohnehin auf das ganze Bild.
Sinn macht Alles auswählen auch, wenn Sie die Pixelmaße einer kleineren Datei auf eine größere Datei übertragen wollen, um diese größere Datei ohne Pixelneuberechnung auf die Maße der kleineren zurechtzustutzen oder einen entsprechenden Bildbereich zu kopieren, etwa für Multimedia-Projekte. Das Procedere:
Zwei Menübefehle erweitern eine vorhandene Auswahl um farbähnliche Bildzonen. So wirken die Befehle:
erstellt haben; Sie können vorab genauso gut Auswahlrechteck
oder Lasso
verwenden.
Wollen Sie die Auswahl ohne Orientierung an Farbähnlichkeit einfach gleichmäßig ausdehnen oder schrumpfen lassen, verwenden Sie die Befehle Ausweiten oder Verkleinern aus dem Untermenü Auswahl: Auswahl verändern (siehe unten).
Abbildung 8.35: »Ähnliches auswählen«: Links wurde eine schnelle Auswahl mit dem Rechteckwerkzeug gezogen. Rechts: Der Befehl »Auswahl: Ähnliches auswählen« erfasst jetzt den gesamten rosa Bereich des Segels. Dazu haben wir in den Optionen zum Zauberstab die »Toleranz« auf 40 gesetzt. Datei: Surfer.
Sie können eine Auswahl nicht nur weichzeichnen, sondern beispielsweise auch vergrößern, verkleinern oder von Löchern befreien. Dazu geben Sie jeweils einen Wert in Pixeln vor. Diese Befehle finden Sie bei Photoshop im Untermenü Auswahl: Auswahl verändern, das bei ImageReady fälschlich Auswahl: Auswahl transformieren heißt.
Eine Auswahl Abrunden werden Sie vor allem nach Zauberstabaktionen, wenn Sie innerhalb einer unruhigen Fläche noch Auswahlinseln haben, die farblich etwas abweichen. Sie könnten jetzt zwar die Auswahl vergrößern - doch das bringt's nur, wenn die fehlenden Pixel ähnliche Farben haben; sie werden bei einer Vergrößerung mit eingeschlossen. Weichen die fehlenden Pixel innerhalb des auszuwählenden Bildteils farblich jedoch deutlich vom Umfeld ab, hilft Auswahl vergrößern nicht weiter. Besonders nützlich wirkt das bei schlechten, grobkörnigen Scans, die eventuell übermäßig scharfgezeichnet wurden.
Abbildung 8.36: Links: Zur Feinkorrektur einer Auswahl dient das Untermenü »Auswahl verändern«. Rechts: Das »Abrunden« einer Auswahl tilgt Auswahllücken nach Anwendung des Zauberstabs.
Mit dem Abrunden geben Sie einen Pixelradius vor, in dem Photoshop Auswahllücken tilgt - ganz unabhängig von farblicher Ähnlichkeit. Gut zu wissen: Erfasst werden dabei nur die Pixel, die innen im vorhandenen Auswahlrahmen liegen; die Auswahl wird nur innen bereinigt, die Außenkante bleibt unverändert. Den Befehl nutzen Sie also vor allem, wenn die Außenbereiche der Auswahl schon gut markiert sind.
Sie definieren einen Radius von 1 bis 16 Pixeln. Bei einem Radius von zehn Pixeln betrachtet Photoshop jeden Pixel als Mittelpunkt eines Feldes von zehn mal zehn Pixeln. Ist der größere Teil dieses Feldes markiert, werden die nicht markierten Bildpunkte in die Auswahl mit hineingezogen. Ist jedoch der Großteil nicht markiert, werden die ausgewählten Pixel aus der Auswahl entfernt. Wie viel Druckfläche Sie freilich mit diesem Befehl erfassen, ist eine Frage der Druckauflösung: Wenn Sie Ihr Bild mit 300 dpi ausgeben, sind 16 Pixel weit weniger Druckfläche als bei 150 oder 72 dpi.
Abbildung 8.37: So tilgen Sie Auswahllücken: Das »Abrunden« einer Auswahl zieht Pixelfelder mit in die Auswahl hinein, die schon zum größeren Teil ausgewählt waren.
Eine Auswahllinie rechnet Photoshop auch in einen Rahmen um. Dazu dient der Befehl Auswahl: Auswahl verändern: Umrandung. Ausgewählt ist danach nur noch ein schmaler Bereich um die vormalige Auswahlkante herum. Die Breite des Rahmens in Pixeln lässt sich vorgeben bis zum Höchstwert 64. Sie können zum Beispiel nur innerhalb des Rahmens einen Filter oder einen Tonwertbefehl verwenden, wenn Sie nur eine Objektkontur bearbeiten möchten.
In der Praxis braucht man dies Kommando selten. Schillert eine Auswahlmarkierung über Ihrer Bilddatei, dann verwenden Sie etwa Bearbeiten: Kontur füllen oder besser noch den Ebeneneffekt Kontur (Seite 793), um mit Farbe, Muster oder Verlauf an einer Auswahlkante entlangzugehen. Alternativ verwandeln Sie die Auswahl in einen Pfad; dann lassen Sie mit dem Pfad-Befehl Pfadkontur füllen Mal- und Retuschewerkzeug mit beliebigen Werkzeugspitzen- und Überblendeinstellungen an der Auswahl entlangarbeiten (Seite 716).
Möglich ist jedoch, dass Sie eine Filterwirkung nur um einen vormals ausgewählten Bereich oder um eine Textkontur herum brauchen, zum Beispiel für Bewegungsunschärfe an den Rändern eines Gegenstands. Auch beim Aufhellen der Kontur eines abwechslungsreichen Objekts nützt die Funktion Umrandung. Sie könnten zwar auch das Abwedler-Werkzeug
(Seite 570) mit aufhellender Wirkung an einem Pfad entlangwedeln lassen. Es bearbeitet jedoch Lichter, Mitteltöne und Tiefen separat; dagegen haben Sie mit Rahmen und Gradationskurven, Tonwertkorrektur oder Helligkeit/Kontrast das ganze Tonwertspektrum der Objektkontur auf einmal im Griff. Sie können diese Kontrastkorrektur sogar auf eine Einstellungsebene legen (Seite 813) und mit der Rahmenauswahl die Maske der Einstellungsebene formen.
Abbildung 8.38: Der Photoshop-Befehl »Auswahl: Auswahl verändern: Umrandung« erzeugt eine Auswahl, die nur noch den bisherige Auswahlumriss umfasst. Dieser Umriss kann 1 bis 64 Pixel breit sein.
Mitunter kommt man mit dem Zauberstab
oder mit dem magnetischen Lasso
nicht bis an den Rand des gewünschten Elements heran. Wenn Sie schon scharfgezeichnet haben, umgibt ein Kontrastsaum das Objekt, der sich schwer mit dem Zauberstab einfangen lässt. Sie können darum die Gesamtauswahl gleichmäßig um einen bestimmten Pixelbetrag ausweiten oder verkleinern - je nachdem, ob Sie innerhalb oder außerhalb des Objekts mit der Markierung angefangen haben:
Die Funktion orientiert sich in keiner Weise an farbähnlichen Punkten, wie dies die Auswahl-Befehle Ähnliches auswählen und Auswahl vergrößern tun (vergleiche Seite 613).
Ob die Auswahl nach Anwendung des Befehls Ausweiten passgenau sitzt, sehen Sie freilich erst nach dem Klick auf OK. Bequemer als das Ausweiten macht es oft der Befehl Auswahl: Transformieren (siehe unten). Eine interessante Alternative bietet zudem die Arbeit mit Alphakanal, Maskierungsmodus oder Ebenenmaske. Hier sind jeweils ausgewählte Bereiche in der Regel durch Weiß dargestellt beziehungsweise voll sichtbar, nicht Ausgewähltes erscheint Schwarz beziehungsweise abgedeckt. Aktivieren Sie in der Ebenen- oder Kanälepalettte den entsprechenden Kanal oder die entsprechende Maske. Dann verwenden Sie aus dem Untermenü Filter: Sonstige Filter die Befehle Dunkle Bereiche vergrößern und Helle Bereiche vergrößern.
Abbildung 8.39: Nach dem Schärfen wird die Figur von einem Kontrastsaum umgeben, der mit dem Zauberstab schwer zu markieren ist (links). Dies zeigt sich, nachdem wir die Auswahl des Hintergrundbereichs im Maskierungsmodus darstellen: Die Kontur ist noch nicht ganz erfasst. Datei: Puppen (geschärft)
Sofern Sie Photoshops Werkeinstellung verwenden, erscheinen ausgewählte Bereiche im Alphakanal oder in der Maske in Weiß, nicht Gewähltes ist schwarz. Dann nutzen Sie die Befehle wie folgt:
Die Befehle eignen sich vorzüglich, um die weißen oder die schwarzen Bereiche eines Alphakanals, einer Maske im Maskierungsmodus oder einer Ebenenmaske pixelgenau zu verändern. Während sich die Vorschau ständig dem gewählten Pixelradius anpasst, spielen Sie bequem verschiedene Radiuseinstellungen in der Vorschau durch. Sie müssen einen unpassenden Wert nicht erst anwenden und widerrufen, um dann den Befehl neu zu laden, wie es die Befehle Ausweiten und Verkleinern erfordern (siehe oben). Noch vor Schließen des Dialogfeldes haben Sie volle Ergebniskontrolle.
Abbildung 8.40: Der Bereich der Maske, in dem die Auswahl besser sitzen soll, wird mit dem Auswahlrechteck markiert, diese Auswahl soften wir mit dem Befehl »Auswahl: Weiche Auswahlkante« ab. Dann sorgt der Befehl »Sonstige Filter: Dunkle Bereiche vergrößern« dafür, dass sich die Maske präzise ans Objekt anpasst. Danach wird die Rechteckauswahl entfernt und die Maske wieder in eine Auswahlmarkierung verwandelt.
Diese Filter empfehlen sich vor allem dann im Vergleich zu den einfachen Auswahl-Befehlen Ausweiten und Verkleinern, wenn sich die Auswahlmarkierung über eine längere Strecke dehnt und nicht überall gleich weit von der Ziellinie entfernt ist. Sie verändern also nur einen Teil der Auswahl. Dann gehen Sie zum Beispiel so vor:
.
(Kurztaste L) die Zone ein, die Sie tatsächlich korrigieren wollen.
Sie können Auswahlmarkierungen auch per Anfasser drehen, vergrößern und verzerren; dazu wählen Sie zunächst Auswahl: Transformieren. Dabei verändert sich nur die Auswahllinie, nicht der Bildinhalt. Prinzipiell handelt es sich um ein Vorgehen, wie man es auch von Ebenen und Pfaden kennt. In allen Fällen verwendet man dieselben Tastaturkombinationen. Wir besprechen die Details ab Seite 764.
Um die Veränderung gültig zu machen, klicken Sie doppelt in die Auswahl oder drücken die Eingabe-Taste. Wollen Sie das Transformieren ohne jede Bearbeitung der Auswahl abbrechen, verwenden Sie die Esc-Taste. Die letzte Verzerrung können Sie rückgängig machen, ohne die früheren Veränderungen mit aufheben zu müssen: Dazu verwenden Sie die Tastenkombination Strg+Z.
Abbildung 8.41: Links: Sobald Sie den Befehl »Transformieren« angewählt haben, können Sie die Auswahl verkleinern oder vergrößern, indem Sie an den Griffpunkten ziehen. Mitte: Drücken Sie die Umschalt-Taste, um beim Verkleinern oder Vergrößern das Seitenverhältnis zu wahren. Rechts: Ziehen Sie außerhalb des Rahmens, wenn Sie die Auswahl drehen möchten.
Abbildung 8.42: Mit verschiedenen Tastaturkombinationen können Sie die Auswahl neigen, verzerren oder perspektivisch verzerren. Die Auswahl lässt sich jederzeit auch verschieben, wenn Sie in den Innenbereich klicken und ziehen.
Beim Transformieren einer Auswahl kommt es leicht zu unerwünschter Kantenglättung. Selbst wenn die Auswahl ohne Glätten oder Weiche Kante entstand (vergleiche Seite 592), ist die Kontur nach dem Transformieren eventuell aufgeweicht. Bei hart konturierten Grafiken ohne Kantenglättung oder bei Bildern in den Modi Bitmap oder Indizierte Farben ist jedoch der Verzicht auf die Kantenglättung wesentlich.
Untersuchen Sie Ihre Auswahl auf ungewollte Kantenglättung nach dem Transformieren, indem Sie bei starker Vergrößerung in den Maskierungsmodus
umschalten (Kurztaste Q, Details ab Seite 609).
Auf zwei Arten verhindern Sie die unbotmäßige Kanten-Weichspülung:
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Wollen Sie nachträglich jegliche Kantenglättung entfernen, verwenden Sie im Maskierungsmodus, im Alphakanal oder in der Ebenenmaske den Befehl Bild: Einstellen: Schwellenwert (Details ab Seite 504). |
Abbildung 8.43: Links: Die Auswahl wird mit dem Befehl »Auswahl: Auswahl transformieren« vergrößert. Rechts: Obwohl die ursprüngliche Auswahl keine geglätteten Kanten hatte, erkennen wir im Maskierungsmodus bei hoher Zoomstufe eine Kantenglättung.
Abbildung 8.44: Links: So können Sie die unerwünschte Kantenglättung manchmal verhindern: Achten Sie darauf, dass Auswahl-Vorschau und Begrenzungsrahmen exakt übereinander liegen. Sicherer ist es jedoch, in den »Voreinstellungen« die »Pixelwiederholung« einzurichten. Wir betrachten die Maske hier bei höchster Zoomstufe und mit 100 Prozent Deckkraft.
Arbeiten Sie mit Ebenen, dann können Sie unkompliziert den Umriss eines Objekts als Auswahl laden und zum Beispiel auf einer anderen Ebene einsetzen oder in ein anderes Bild ziehen. Die erzeugte Auswahl orientiert sich dabei an den Deckkraft-Informationen in der Ebene: Übliche, 100 Prozent deckende Objekte erzeugen eine volle Auswahlwirkung; geglättete oder weiche Kanten oder halbtransparente Partien haben nur geschwächte Auswahlwirkung. So geht's:
Exakt dieselben Tastengriffe gelten auch für Ebenenmasken und Alphakanäle. Ein Beispiel: Klicken Sie die Ebenenmasken-Miniatur mit gedrückter Strg-Taste an, wenn Sie die Ebenenmasken-Information als Auswahl laden wollen.
Sie können mit entsprechenden Auswahl-Befehlen Auswahlen speichern und dann wieder laden. Dabei wird die Auswahl als Alphakanal mit dem Bild gesichert, was manche Dateiformate verweigern, zum Beispiel JPEG. Sie haben mit diesen Dialogfeldern auch die Möglichkeit, außer den Alphakanälen die Kontur eines Ebenenobjekts oder die Ebenenmasken-Information als Auswahlmarkierung zu laden. Existiert in der aktiven Datei bereits eine Auswahl, können Sie diese um die neu zu ladende Auswahl vergrößern und verkleinern.
Diese Befehle funktionieren nur im Zusammenhang mit Ebenen und Alphakanälen und sie lassen sich mit den Symbolen auf den entsprechenden Paletten weit rascher auslösen als über das Auswahl-Menü. Sie werden erst in den folgenden Kapiteln über Alphakanäle und Ebenen ausführlich besprochen. Haben Sie allerdings die diversen Tastaturtricks vergessen, um etwa die Ebenenmasken-Information von einer aktiven Auswahl abzuziehen, dann bleiben Ihnen immer noch die Befehle Auswahl: Auswahl speichern oder Auswahl: Auswahl laden.
Abbildung 8.45: Der Befehl »Auswahl laden« lädt Informationen aus Alphakanälen, Ebenen oder Ebenenmasken als Auswahlmarkierung.
Mit dem Auswahl-Befehl Farbbereich auswählen bietet Photoshop quasi einen Turbo-Zauberstab in Dialogfeld-Form. Hier werden sofort ausgewählte Farbtöne im ganzen Bild mit regelbarer Toleranz markiert. Sie können aber auch bestimmte Farbbereiche wie Rottöne oder Ausserhalb des Farbumfangs erfassen lassen. Sobald Sie auf OK klicken, erscheint die Auswahl als schillernde Fließmarkierung in der Datei.
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Wollen Sie einen Farbbereich auswählen, um ihn mit dem Befehl Farbton/ Sättigung zu verändern? Dazu brauchen Sie nicht diese zwei Funktionen hintereinander aufzurufen. Photoshop fasst die Funktionen unter dem Menüpunkt Bild: Einstellen: Farbe ersetzen zusammen (Seite 623). |
Das Dialogfeld bietet folgende Optionen und Regler.
Neben dem Titel Auswahl legen Sie fest, welche Tonwertbereiche Photoshop markieren soll:
arbeitet die Option Aufgenommene Farben; sie erfasst alle Farben, die Sie im Bild oder in der Vorschau anklicken, quasi ein Zauberstabmodus, der aber stets vergleichbare Farbwerte im ganzen Bild erfasst. Sofern Sie die Auswahl auf Aufgenommene Farben einstellen, also auf den Zauberstabmodus, markiert Photoshop in der Vorschau zunächst Bildteile, die der aktuellen Vordergrundfarbe ähneln. Dies ändern Sie mit dem ersten Pipetten-Klick.
Abbildung 8.46: Mit dem Dialogfeld »Farbbereich auswählen« wählen Sie einzelne Farbtöne im Bild aus. Links: Die Dialogfeld-Vorschau stellt die Auswahl in einem Alphakanal dar. Rechts: In der Bild datei kennzeichnet Photoshop hier die Auswahl mit den aktuellen Einstellungen für den Maskierungsmodus; bei einer »Toleranz« von 44 wird noch nicht die ganze gewünschte Fläche erfasst. Datei: Wagen
Unter dem Vorschaubild im Dialogfeld geht es weiter:
Mit der Strg-Taste schalten Sie jederzeit zwischen den beiden Darstellungsweisen hin und her, ohne klicken zu müssen.
Abbildung 8.47: Eine erhöhte »Toleranz« von 135 führt zu einem größeren Auswahlbereich.
Unter Auswahlvorschau geben Sie an, wie Photoshop die aktuelle Auswahl in der Bilddatei darstellen soll:
rechts unter den Farbfeldern in der Werkzeugleiste, um an die Optionen für die Maskendarstellung zu gelangen.
Der Regler für Toleranz gibt vor, wie weit die ausgewählten Farbtöne von dem Pixel abweichen dürfen, das Sie mit der Pipette
anklicken. Je höher der Wert, desto weitgefasster - und vielleicht ungenauer - gerät die Auswahl (siehe Abbildung 8.48).
Abbildung 8.48: Klicken Sie mit der Plus-Pipette ins Bild oder in die Vorschau, um weitere Farbschattierungen aufzunehmen.
So arbeiten Sie mit den Pipetten:
- quasi der Zauberstab - klicken Sie einen Bildpunkt mit einem Tonwert an, den Photoshop markieren soll; erfasst werden farbähnliche Bildpunkte quer durch die Datei - also nicht nur benachbarte. Ein neuer Klick hebt die alte Auswahl auf und markiert andere Bereiche.
fügt dagegen neue Tonwerte zur vorhandenen Auswahl hinzu - sozusagen der Zauberstab mit gedrückter Umschalt-Taste.
zieht Tonwerte von der Auswahl ab; sie funktioniert erst, wenn die Plus-Pipette einmal eingesetzt wurde.
Mit der Umschalt-Taste wechseln Sie klickfrei vorübergehend zur Plus-Pipette, während die Alt-Taste die Minus-Pipette ins Spiel bringt.
Abbildung 8.49: Die »Auswahlvorschau« können Sie in der Bild datei auch mit weißem oder schwarzem Hintergrund darstellen.
Abbildung 8.50: Ein Klick auf OK umgibt den ausgewählten Farbbereich mit einer Fließmarkierung. Die Auswahl kann weiterbearbeitet werden.
Der Befehl Farbbereich auswählen behandelt immer nur die aktuelle Auswahl: Haben Sie bereits eine Markierung im Bild, trifft das Dialogfeld seine eigene Auswahl nur noch innerhalb der schon vorhandenen Markierung. So erfassen Sie in zwei Stufen etwa alle Rottöne, die Ausserhalb des Farbumfangs liegen. Das Procedere:
Erfasst von der schillernden Fließmarkierung werden jetzt nur nicht-druckbare Rottöne; andere nicht-druckbare Farben sind nicht markiert, ebenso wenig druckbare Rottöne. Heben Sie alle im Bild vorhandenen Auswahlen auf, wenn Sie eine völlig neue Auswahl erstellen wollen.
Zu beachten ist, dass der Befehl Farbbereich auswählen die Farben nicht unbedingt zu 100 Prozent auswählt, sondern feingestufte Auswahlen anlegt, in denen ein Pixel auch zu 90 oder 77 Prozent ausgewählt sein kann. Bei einer späteren Bearbeitung - etwa der Verschiebung von Farbtönen - wirkt sich der Befehl auf diese Pixel nur teilweise aus, die alte Fassung lugt schamhaft unter der Bearbeitung hervor. Darum sollte man die Auswahl des Farbbereich-Dialogs bei Bedarf nachbearbeiten.
Abbildung 8.51: Links: Zeigt die Auswahl im Vorschaubild noch Graustufen (links), dann sind die Pixel nicht zu hundert Prozent markiert. Rechts: Die Bearbeitung der resultierenden Auswahl wirkt sich nicht voll aus. Rote Bild punkte der alten Version überdauern auch die »Farbton«-Verschiebung.
Hinderlich wirkt sich bei der Auswahlarbeit mit der Funktion Farbbereich aus, dass die eingestellte Toleranz immer für alle mit den Pipetten angepeilten Punkte zugleich gilt. So lässt sich zu einer großzügigen Auswahl bei hoher Toleranz von 100 nicht auch noch eine Randfarbe mit niedriger Toleranz hinzufügen.
Abbildung 8.52: Das Dialogfeld »Farbe ersetzen« markiert einen Farbbereich und ermöglicht danach die Änderung von Farbton, Sättigung und Helligkeit. Datei: Tuer
Die Photoshop-Programmierer fassten zwei nützliche Befehle zu einem Kombipack zusammen: Die Auswahlmöglichkeiten von Farbbereich auswählen und die Retuschemöglichkeiten aus Farbton/Sättigung wurden vereint in einem Dialogfeld, das Sie via Bild: Einstellen: Farbe ersetzen erreichen. So geht's:
Allerdings sollten Sie beachten: Der Befehl Farbe ersetzen hinterlässt keine Auswahlmarkierung. Sie verschieben die Farbe, sagen OK und das war's. Brauchen Sie den Auswahlbereich mehrfach, dann wählen Sie ihn vielleicht doch anderweitig aus, speichern die Auswahl und verschieben die Farben mit dem Farbton-Regler des Befehls Farbton/Sättigung.
Mit den üblichen Photoshop-Werkzeugen ist es schwierig, Lockenköpfe, Plüschtiere, buschige Pflanzen oder Federn sauber auszuschneiden, um sie vor einen neuen Hintergrund zu stellen. Dies gilt besonders bei Gegenlichtaufnahmen. Der Photoshop-Befehl Bild: Extrahieren (Alt+Strg+X) erleichtert solche Aufgaben erheblich. Das Verfahren verteilt sich auf folgende Schritte:
Abbildung 8.53: Im »Extrahieren«-Dialogfeld rahmen Sie den Umriss des Hauptmotivs mit dem Pinsel »Kantenlicht« ein. Datei: Lissy
Am Dialogfeld Extrahieren ziehen Sie rechts unten, um es in der gewünschten Größe auf dem Schirm zu sehen. Klicken Sie die Lupe
an und klicken Sie mehrfach ins Bild, um die Bildvorschau zu vergrößern (Alt-Klick verkleinert die Darstellung). Wir arbeiten nur noch im Dialogfeld, es gibt keine Vorschau am Originalbild.
Mit diesen Schritten bereiten Sie das Bild im Dialogfeld vor:
So aktivieren Sie die gewünschte Ebene in der Ebenenpalette (F7). Erstellen Sie sicherheitshalber ein Duplikat der aktuellen Datei (Bild: Duplizieren) oder sichern Sie es als Schnappschuss auf der Protokollpalette (vergleiche Seite 101). Entfernen Sie jegliche Auswahl im Bild (Strg+D), sofern Sie nicht nur den ausgewählten Bereich bearbeiten möchten.
Klicken Sie das Werkzeug Kantenlicht
ganz oben links an. Damit malen Sie eine Umrandung um Ihr Hauptmotiv - also genau um jenen Bereich, in dem Photoshop nach Rändern suchen soll. Wir tragen den grünen Strich also genau dort auf, wo einzelne Locken auf den Hintergrund treffen.
Bei unscharfen Kanten bedecken Sie die Bereiche, in denen der Vordergrund sich mit dem Hintergrund mischt. Ist der Innenbereich des Objekts klar definiert, achten Sie darauf, dass das Kantenlicht eine geschlossene Form bildet. Bereiche, in denen das Objekt die Bildgrenzen erreicht, müssen Sie jedoch nicht umranden. Bei unserem Beispielbild müssen wir also nicht am unteren Rand entlangmalen.
Klar konturierte Kanten fahren Sie mit Kantenlicht-Pinsel und der Option Hervorhebungshilfe ab. Die Funktion entspricht dem magnetischen Lasso
(Seite 599) aus den üblichen Auswahlwerkzeugen: Sie erfasst Konturen in einer wählbar breiten Umgebung; die Breite stellen Sie im Feld Pinselgrösse ein. Mit dem Regler Glätten korrigieren Sie Unsauberkeiten.
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Erfassen Sie wirklich nur die Grenze und nicht breite Teile von Hintergrund oder Hauptmotiv - dann wird die Auswahl unsauber. Testen Sie also verschiedene Werte im Feld Pinselgrösse. |
Haben Sie das Hauptmotiv eingerahmt, füllen Sie es. Dazu klicken Sie das Füllwerkzeug
links oben im Dialogfeld an und klicken dann in das Innere Ihrer Auswahl. Das Hauptmotiv erscheint blau abgedeckt.
Falls das gesamte Hauptmotiv diffus erscheint, bearbeiten Sie es komplett mit dem Kantenlicht-Pinsel.
Sie können die grün dargestellte Kontur Ihres Hauptmotivs auch aus einem Alphakanal laden, den Sie vorab angelegt haben. Dazu dient rechts das Klappmenü Kanal; es bietet die im Bild vorhandenen Alphakanäle an. Der Alphakanal darf als Auswahl nur den Umriss Ihres Hauptmotivs enthalten und nicht etwa das ganze Motiv selbst. Wenn Sie die Kontur aus dem Alphakanal im Dialogfeld Extrahieren verändern, erscheint der Kanal hier unter dem Namen Eigener.
Sie können zur Vorbereitung zunächst das Hauptmotiv auswählen, dann wählen Sie Auswahl: Auswahl verändern: Umrandung, so dass nur noch eine schmale Zone um Ihr Motiv herum markiert ist. Im Dialogfeld Extrahieren laden Sie diese Information im Klappmenü Licht laden als grüne Kontur und verfeinern diese mit dem Kantenlicht-Pinsel. Im Test funktionierte das nur, wenn der Alphakanal mit der Option Farbe kennzeichnet: Ausgewählte Bereiche gespeichert wurde; das heißt, die ausgewählte Objektkontur muss schwarz erscheinen, der nicht ausgewählte Rest weiß.
Abbildung 8.54: Links: Um diesen Auswahlrahmen um die Person herum zu erstellen, haben wir mit dem Zauberstab den Hintergrund ausgewählt, die Auswahl umgekehrt und den Befehl »Auswahl: Auswahl verändern: Umrandung« verwendet. Rechts: Die Auswahl wird als Alphakanal gespeichert (»Auswahl: Auswahl speichern«); die untere Umrandung entfernen wir mit dem Pinsel bei schwarzer Vordergrundfarbe.
Abbildung 8.55: Links: Wir klicken doppelt auf die Alphakanal-Miniatur in der Kanälepalette und richten die Option »Farbe kennzeichnet: Ausgewählte Bereiche« ein. Rechts: Damit erscheint der nicht ausgewählte Hintergrund weiß, Ausgewähltes ist schwarz unterlegt.
Abbildung 8.56: Schließlich aktivieren wir in der Kanälepalette wieder den RGB-Gesamtkanal und rufen den »Extrahieren«-Befehl auf (Strg+Alt+X). Wir übertragen den Alphakanal mit dem Klappmenü »Licht laden« in die »Extrahieren«-Vorschau. Mit dem »Kantenlicht«-Pinsel korrigieren Sie noch vorhandene Lücken.
Nun klicken Sie auf Vorschau (Kontur und Füllung müssen zu sehen sein). Nach einiger Bedenkzeit zeigt Photoshop Ihr ausgeschnittenes Hauptmotiv im Dialogfeld. Der Hintergrund, den Sie entfernen wollen, wird überdeckt: durch Schwarz, Weiß, Grau oder einen beliebigen anderen Tonwert, je nach Wahl im Klappmenü Einblenden (bei Graustufenbildern können Sie keine farbigen Untergründe abbilden). Sie können im Klappmenü Anzeigen auch die Maske wählen. Photoshop stellt die aktuelle Auswahl dann als Alphakanal in Graustufen dar; dabei sehen Sie jedoch Ihr Bild nicht mehr.
Im Klappmenü Einblenden wählen Sie Extrahiertes, damit nur noch das ausgeschnittene Bild zu sehen ist.
Vermutlich möchten Sie die Auswahl noch korrigieren. Wollen Sie die grüne Umrandung wieder im Bild sehen, schalten Sie die Option Licht einblenden an. Oder aktivieren Sie erneut den Kantenlicht-Pinsel und malen Sie ins Bild; dann erscheint die Umrandung wieder. Geben Sie bei Bedarf oben rechts im Dialogfeld andere Farben für Licht und Füllung an, wenn sich die voreingestellten Farben von Ihrem aktuellen Bild nicht gut abheben.
Um Teile der Umrandung zu entfernen, schalten Sie den Radiergummi
ein. Stellen Sie auch hier eine passende Pinselgrösse ein und radieren Sie den grünen Rahmen nach Maß weg. Die komplette Kontur verschwindet mit dem Tastengriff Alt-Rückschritt. Photoshop zeigt jetzt weiterhin das ausgeschnittene Hauptmotiv. Sie können aber auch wieder das Gesamtbild mit dem Originalhintergrund sehen: Dazu wechseln Sie im Klappmenü Einblenden von Extrahiert zu Original.
Bei besonders komplexen Objekten oder wenn ein Innenbereich nicht klar abgegrenzt ist, bedecken Sie zunächst das gesamte Objekt mit dem Kantenlicht-Pinsel. Dann wählen Sie Vordergrund erzwingen und anschließend die Pipette
oben links im Dialogfeld. Nun klicken Sie innerhalb des Objekts, um eine Farbe aufzunehmen, die als Vordergrund gelten soll. Danach klicken Sie auf Vorschau, um die Auswirkung zu erkennen. Diese Technik eignet sich für Objekte mit unterschiedlichen Tönen einer einzigen Farbe.
Wenn der korrigierte grüne Rahmen gut sitzt, füllen Sie erneut das Innere mit dem Füllwerkzeug
und klicken auf OK. Damit verschwindet der bisherige Hintergrund aus dem Bild. Statt dessen erscheint dort ein Karomuster - es signalisiert, dass sich an dieser Stelle keine Bildpunkte befinden. Blenden Sie mit dem Fenster-Menü die Ebenenpalette ein; Sie erkennen, dass Ihr Foto nicht mehr aus einer üblichen »Hintergrund«-Ebene besteht. Statt dessen gibt es eine »Ebene 0«. Sie können jetzt
in eine neue Datei ziehen oder
Sobald Sie mit der Vorschau-Schaltfläche eine Voransicht des freigestellten Motivs erzeugt haben, bietet das Dialogfeld zwei Werkzeuge, um nun erkennbare Mängel zu beheben:
entfernt verbliebene Spuren des ursprünglichen Hintergrunds, indem es nach und nach Transparenz herstellt. Wenden Sie es bei Bedarf mehrfach hintereinander an.
arbeitet Konturen in diffusen Bereichen heraus. Nutzen Sie es bei Bedarf mehrfach.
Beachten Sie, dass man einige Retuschen bequemer am fertigen Bild erledigt (nächster Abschnitt).
Mit einigen Tastaturkürzeln, die Sie auch von der sonstigen Photoshop-Arbeit her kennen, lässt sich das Dialogfeld Extrahieren schneller bedienen:
ein.
auf.
.
.
ein.
.
aktivieren Sie mit G.
Wenn Sie die Alt-Taste drücken, verwandelt sich - wie immer - die Abbrechen-Taste in eine Zurück-Schaltfläche. Sie entfernen damit sämtliche Auswahlen, ohne das Dialogfeld schließen zu müssen.
Nicht immer produziert der Extrahieren-Befehl perfekte Ergebnisse. Sie können das bereits extrahierte Bild jedoch leicht noch verbessern. Dazu rufen Sie den Befehl nicht erneut auf.
Abbildung 8.57: Das Karomuster zeigt, dass der Hintergrund entfernt wurde. Allerdings blieben einige Hintergrundteile übrig, die hier mit dem Radiergummi gelöscht werden.
Haben Sie noch überflüssigen Hintergrund am Hauptmotiv? Oft klebt noch Umgebung am Motiv, die Sie gar nicht benötigen. So beseitigen Sie die Rückstände:
(Seite 763) oder den Hintergrund-Radiergummi
(Seite 605) ein und radieren Sie die verbliebene Umgebung weg. Achten Sie auf die richtige Werkzeugspitzengröße.
oder einem anderen Auswahlwerkzeug aus; die Entf-Taste entsorgt den Auswahlinhalt.
Oder gibt es Löcher im Hauptmotiv? Manchmal entfernt der Extrahieren-Befehl an einigen Stellen zu viele Bildpunkte. Sie können die Originalbildpunkte wieder herstellen und die Lücken schließen. Dazu rufen Sie mit dem Fenster-Menü die Protokollpalette auf. Sie zeigt, dass Extrahieren Ihr letzter Befehl war. Ganz oben in der Palette sehen Sie vermutlich den Befehl Öffnen (sofern dieser Befehl nicht bereits von anderen Arbeitsschritten ersetzt wurde). Klicken Sie neben dem Öffnen-Eintrag ganz links in das quadratische Fach mit der Einblenderklärung Wählt die Quelle für den Protokollpinsel. Dort erscheint das Symbol für den Protokollpinsel
.
Den Ur-Zustand, wie er beim Öffnen noch herrschte, stellen Sie nun punktuell wieder her - eben dort, wo Ihr Hauptmotiv unerwünschte Löcher zeigt. Schalten Sie den Protokollpinsel
ein (am schnellsten mit dem Y auf Ihrer Tastatur). Nun malen Sie an den löcherigen Stellen in Ihrem ausgeschnittenen Bild - sie werden mit den Originalbildpunkten gefüllt. Achten Sie auch hier wieder auf die richtige Werkzeugspitzengröße.
Abbildung 8.58: Links: Teile der Haare wurden hier von der »Extrahieren«-Funktion unerwünscht mit entfernt. Mit dem Protokollpinsel malt man sie nachträglich wieder in das Ergebnisbild. Rechts: In der Protokollpalette ist bei dieser Arbeit diejenige frühere Bild version durch einen Pinsel hervorgehoben, auf die Sie bei der Retusche mit dem Protokollpinsel zurückgreifen.
Abbildung 8.59: Schalten Sie das Verschieben-Werkzeug ein und ziehen Sie das Motiv, das Sie mit dem »Extrahieren«-Befehl ausgeschnitten haben, vor einen neuen Hintergrund. Dateien: Lissy, Meer
In diesem Kapitel haben Sie gelernt, wie man Auswahlen erzeugt und wie man sofort unerwünschten Hintergrund wegschneidet. Sofern Sie mit Auswahlen arbeiten, können Sie diese speichern, um später darauf zurückzukommen. Dazu bietet Photoshop zwei Verfahren:
| © Copyright Markt+Technik Verlag, ein Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 8 Auswählen |