7 Füllen, Malen, Retuschieren

In diesem Kapitel besprechen wir, wie Sie Farbe auftragen. Sie können zum einen

Wollen Sie Farbe im Bild mit System auftragen, sollten Sie Folgendes kennen:

Beachten Sie auch, dass schneller Farbauftrag direkt auf der »Hintergrund«-Ebene des Bildes keinesfalls immer die beste Lösung ist:

7.1 Farbe und Muster wählen

Bevor Sie lospinseln oder -füllen, lernen Sie die Möglichkeiten der Farbwahl in Photoshop kennen. Viele Photoshopper hieven für jeden Wechsel der Vordergrundfarbe aufwendig den Farbwähler auf die Oberfläche. Es geht freilich einfacher.

7.1.1 Vordergrund- und Hintergrundfarbe

Gemalt wird mit der Vordergrundfarbe - der vorderen von zwei Farbflächen unten in der Werkzeugleiste. Sie steht zunächst auf Schwarz. Auch das Textwerkzeug   produziert Lettern in Vordergrundfarbe, ebenso wie die Befehle Bearbeiten: Kontur füllen und Pfadkontur füllen auf diesen Tonwert zugreifen.

Als Standardfarben gelten: Schwarz als Vordergrundfarbe, Weiß als Hintergrundfarbe. Schwarz und Weiß sind die meistbenötigten Farben, vor allem, wenn Sie Korrekturen in Alphakanälen oder Ebenenmasken anbringen wollen.

Abbildung 7.1:  Im Farbwahl-Bereich der Werkzeugleiste legen Sie Vorder- und Hintergrundfarbe fest. Ein Klick auf die Farbfelder öffnet den Farbwähler. Eigene Schaltflächen vertauschen die beiden Farben oder rufen die Standardfarben Schwarz und Weiß auf.

Hintergrundfarbe

Die Hintergrundfarbe ist in der Werkzeugleiste als untere Farbe zunächst auf Weiß gestellt. Bei der Arbeit mit dem Verlaufswerkzeug   können Sie diesen Tonwert einplanen. In Erscheinung tritt die Hintergrundfarbe zudem, wenn Sie auf »Hintergrund«-Ebenen den Radiergummi   verwenden oder einen markierten Bildteil mit der Entf-Taste löschen. Bauen Sie mit dem Befehl Arbeitsfläche oder mit dem Freistellwerkzeug   Pixelbereiche an (siehe Seite 201), so erscheint dieses Neuland in der Hintergrundfarbe, bei transparenten Ebenen allerdings transparent. Ein Pinselstrich kann von der Vordergrund- in die Hintergrundfarbe übergehen.

Kurztasten

Praktische Kurztasten und Schaltflächen verschaffen Zugriff auf die wichtigsten Farbwahl-Funktionen:

Mit der Tastenfolge DX richten Sie folglich die Vordergrundfarbe Weiß ein.

Bei Alphakanälen und Ebenenmasken ist Weiß die Standard-Vordergrundfarbe, Schwarz die Standard-Hintergrundfarbe - dies gilt unabhängig davon, ob Sie ausgewählte Bereiche gemäß Photoshop-Vorgabe weiß zeigen oder schwarz.

7.1.2 Pipette  

Mit der Pipette   nehmen Sie eine neue Farbe direkt aus dem Bild auf (Kurztaste I, ausgesprochen engl. [Ai], für Eyedropper). Klicken Sie die Pipette in der Werkzeugleiste an und führen Sie das Instrument auf einen Bildpunkt, dessen Farbe Sie benötigen. Ein Klick lädt den Tonwert unterm Zeiger als Vordergrundfarbe. Alt-Klick lädt diesen Tonwert als Hintergrundfarbe. Die Infopalette zeigt die Farbwerte in zwei gewünschten Farbmodellen. Sind Sie mit dem Pinsel   oder einem anderen Malwerkzeug beschäftigt, schaltet die Alt-Taste vorübergehend zur Pipette um.

In den Werkzeugoptionen regeln Sie, ob die Pipette nur den Farbwert eines einzelnen Bildpunkts messen soll oder den Durchschnitt aus 3x3 oder 5x5 Pixeln; vor die gleiche Wahl stellt Sie auch das Kontextmenü. Im selben Fach der Werkzeugleiste wie die Pipette finden Sie auch das Farbaufnehmer-Werkzeug  . Er dient zum reinen Ausmessen von Farbwerten und wird ab Seite 112 besprochen.

Sie können mit der Pipette   auch in ein nicht-aktives Bild klicken, ohne es dadurch zu aktivieren.

Abbildung 7.2:  Hier sehen Sie das Kontextmenü und die Werkzeugoptionen zur Pipette in ImageReady. Das Kontextmenü erhalten Sie nach Rechtsklick in die Bild datei bei aktivierter Pipette (am Mac mit Ctrl-Klick). Nur in ImageReady gibt es die Option »An Web-Farbe ausrichten« - damit werden nur noch Internet-sichere Farben erzeugt. Sie können überdies festlegen, dass die neugewählte Farbe aus einem Durchschnitt von 3x3 oder 5x5 Pixeln gebildet wird, und Sie können den aktuellen Farbwert als HTML-Code in die Zwischenablage kopieren.

Farben aus anderen Bildschirmbereichen

Nur die Pipette   bei ImageReady nimmt auch Bildtöne von außerhalb des Programms auf - zum Beispiel die Farbe aus einem Internet-Browser oder von der Windows-Oberfläche: Klicken Sie zunächst einen Farbton in ImageReady an; dann ziehen Sie das Werkzeug bei gedrückter Maustaste an jede andere Stelle auf dem Bildschirm.

Web-taugliche Farben festlegen

Die Pipette   bei ImageReady lässt sich darauf festlegen, nur garantiert internet-taugliche Farben auszuwählen. Diese Tonwerte erscheinen ohne Verfremdung in jedem Internet-Browser. Dazu aktivieren Sie die Option An Web-Farbe ausrichten. Nun klicken Sie beliebige Bildpunkte an - als neue Vordergrundfarbe erhalten Sie immer eine web-kompatible Farbe. Sie finden außerdem den Befehl Farbe als HTML kopieren im Kontextmenü der Pipette bei Photoshop und ImageReady. Sie können den Farbwert dann per Strg+V (am Mac Befehlstaste+V) in einem anderen Programm im HTML-Code einfügen. Details zur Farbwahl für Internet-Designer finden Sie ab Seite 395.

7.1.3 Photoshop-Farbwähler

Per Klick auf die Felder für Vorder- oder Hintergrundfarbe in der Werkzeugleiste öffnen Sie die Farbwähler. Sie sollten per Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine (Strg+K) den Photoshop-Farbwähler vorgeben; er ist wesentlich vielseitiger ist als der Standardfarbwähler Ihres Betriebssystems, den Sie jedoch auch verwenden können. Haben Sie Farbwähler von Drittanbietern installiert, stehen diese ebenfalls in den Voreinstellungen zur Wahl. Generell wirkt indes die Palette Farbregler praktischer als der Farbwähler (siehe unten).

Die Farbwähler erscheinen in verschiedensten Dialogfeldern immer wieder: Zum Beispiel, wenn Sie in den Gradationskurven den Mittelton festlegen oder wenn Sie Lichtfarben bei Beleuchtungseffekten oder Effekten bestimmen.

Halten Sie bei geöffnetem Farbwähler den Mauszeiger über eine Bilddatei; durch Klick können Sie den Tonwert unter dem Cursor in den Farbwähler laden und dort bei Bedarf weiter bearbeiten.

Abbildung 7.3:  So funktioniert der Farbwähler: Sie legen eine Farbeigenschaft auf der schmalen Mittelleiste fest, das große Farbfeld links daneben zeigt Variationen der zwei weiteren Eigenschaften. Hier wurde der Farbton (H) festgelegt, das große Farbfeld zeigt Varianten dieses Farbtons bei unterschiedlichen Werten für Helligkeit (B) und Sättigung (S). Das größere Farbpaar oben rechts zeigt die bisherige und die aktuell eingestellte Farbe. Das Warndreieck weist auf nicht-druckbare Farben hin. Darunter erscheint die nächstgelegene druckbare Farbe, die sich mit einem Klick auf das Warndreieck als Vordergrundfarbe einrichten lässt. Der Würfel signalisiert, dass der aktuelle Tonwert nicht web-sicher ist, darunter sehen Sie die nächste web-sichere Farbe. Farbwerte ändern Sie durch Klicken in den Farbzonen oder durch Eingabe in den Datenfeldern.

Anwendung

CMYK- und Lab-Werte lassen sich nur eintippen; RGB- und HSB-Werte richtet man dagegen auch per Schieber und Vorschau-Klick auf dem Farbfeld ein. Die Wahl läuft immer nach dem gleichen Schema:

1. Sie klicken eine Farbeigenschaft an, die mit einem bestimmten Wert auf der schmalen Mittelleiste angezeigt wird.
2. Die große Farbfläche zeigt dann Variationen der zwei anderen Farbeigenschaften bei festgelegter erster Eigenschaft.

Ein Beispiel:

1. Klicken Sie auf »H« (für Hue, Farbton), so zeigt die schmale Leiste das gesamte Farbtonspektrum; zwei Dreiecke markieren den aktuell gewählten Farbtonwert.
2. In der großen Farbfläche zeigt Photoshop Variationen dieses festliegenden Farbtons mit unterschiedlichen Werten für Sättigung (S) und Helligkeit (B, für Brightness). Sie können jeden Tonwert in der Farbfläche anklicken - er wird immer den gleichen Farbton haben, bietet aber in Helligkeit und Sättigung rund 65.000 Variationen.

Um einen anderen Farbton darzustellen, verschieben Sie den Regler auf der Mittelleiste oder tippen den Wert in das Datenfeld »H« ein. Möchten Sie verschiedene Farbtöne und Helligkeiten auf Basis einer festgelegten Sättigung sehen, klicken Sie den »S«-Knopf an. Entsprechend 1läuft es auch beim oft weniger übersichtlichen RGB-Modell. Klicken Sie »R« an, um verschiedene Tonwerte bei festgelegtem Rotanteil zu sichten. Verschieben Sie den Regler an der Leiste, um den Rotanteil zu ändern.

Das Farbmusterfeld oben im Farbwähler zeigt neue und alte Farbe untereinander. Klicken Sie auf die Fläche der Vorher-Farbe, um diese wieder im Farbwähler herzustellen.

»Eigene«

Im Vierfarbdruck arbeiten Sie nicht nur mit den so genannten »Prozessfarben«, also den Standardtönen Cyan, Gelb, Magenta und Schwarz (CMYK). Sie verwenden eventuell auch Sonderfarben (Spotfarben, Volltonfarben) der Druckfarbenhersteller - etwa um Logos in den speziellen Tönen Ihres Auftraggebers herauszubringen. In das Farbenangebot der Farbenhersteller wie Pantone oder HKS kommen Sie mit dem Farbwähler-Schaltknopf für Eigene. Nützlich: Photoshop zeigt zuerst den Farbton, welcher der zuvor aktiven Farbe am meisten ähnelt. Adobe liefert unter anderem digitalisierte Farbkataloge von Pantone und HKS mit. Farbnummern nach Angaben des Herstellers können Sie einfach eintippen - auch wenn kein Eingabefeld zu sehen ist. Die Schaltfläche Farbwähler bringt Sie wieder zum Farbwähler zurück.

Sie können Volltonfarben außer im Duplex-Modus auch zusätzlich zum üblichen CMYK-Schema verwenden. Für zusätzliche Spotfarben neben den CMYK-Farben verwenden Sie so genannte Vollfarbenkanäle (ab Seite 658).

Die Farbtafeln der Druckfarbenhersteller können Sie gut in der Palette Farbfelder sichten, wenn Sie per Palettenmenü Kleine Miniaturen und Namen darstellen lassen (siehe unten).

Abbildung 7.4:  Links: In den »eigenen Farben« wählen Sie Sonderfarben der Druckfarbenhersteller.  Rechts: In den Voreinstellungen können Sie angeben, dass Photoshop den Standardfarbwähler Ihres Betriebssystems anzeigen soll, hier der Windows-Farbwähler.

»Nur Web-Farben«

Schalten Sie die Option Nur Web-Farben unten im Farbwähler ein, damit Photoshop nur noch die 217 Tonwerte aus der Web-Palette anbietet. Diese Farben erscheinen auch auf alten Rechnern und verschiedenen Betriebssystemen unverfälscht. Sie können den HTML-Code für diese Farben im Datenfeld rechts kopieren (Details ab Seite 395).

Besonders übersichtlich wirkt bei Farbwähler und Farbregler die Bestimmung eines Tonwerts mit Hilfe des HSB-Farbmodells, das die Farbeigenschaften nach »Farbton«, »Sättigung« und »Helligkeit« differenziert. Es wird erklärt auf Seite 489.

7.1.4 Warnungen bei Farbwähler und Farbregler

Farbwähler und Farbregler (siehe nächster Abschnitt) zeigen Warnungen, wenn die gewählte Farbe nicht im druckbaren Bereich oder nicht garantiert Internet-sicher ist:

Farbumfang-Warnung  

Das Warndreieck   erscheint im Farbregler und im Farbwähler, wenn Sie eine nicht-druckbare Farbe gewählt haben - die zwar im RGB- oder HSB-Modell vorkommt, aber im von Ihnen gewählten CMYK-Farbraum nicht druckbar ist; das passiert bei sehr satten Farben. Die nächstliegende druckbare Farbe präsentiert Photoshop unterhalb des Warndreiecks. Klicken Sie auf das Warnschild oder auf die Vorschau der nächstgelegen druckbaren Farbe, setzt Photoshop automatisch diese Farbe ein. Die druckbaren Farben haben Sie in den Farbeinstellungen festgelegt (siehe Seite 146). Weitere Hinweise auf nicht-druckbare Farben erhalten Sie ab Seite 435. Photoshop zeigt kein Warndreieck, wenn Sie die Option Nur Web-Farben eingeschaltet haben.

Web-Warnung  

Klicken Sie eine Farbe ohne die Vorgabe Nur Web-Farben an, dann zeigt der Farbwähler meist die würfelartige Web-Warnung   rechts oben; das heißt: Die aktuell gewählte Farbe ist nicht voll web-kompatibel. Darunter sehen Sie bereits die nächstgelegene web-kompatible Farbe. Klicken Sie den Würfel an - damit verschiebt sich der zuvor gewählte Tonwert auf den web-kompatiblen Wert.

Die Farbregler-Palette bei Photoshop präsentiert diese Web-Warnung nur, wenn Sie von einer Anzeige wie RGB-Farbe oder HSB-Farbe per Palettenmenü zum Webfarbenregler wechseln (siehe unten). War die zuletzt gewählte Farbe nicht web-sicher, sehen Sie den Alarmwürfel. Bei ImageReady erhalten Sie die Warnung dagegen jederzeit, sofern Sie eine nicht Internet-taugliche Farbe gewählt haben.

7.1.5 Farbregler-Palette

So ähnlich wie der Farbwähler arbeitet auch die Palette Farbregler, die Sie mit dem Fenster-Menü oder mit F6 aufrufen. Die Palette wirkt praktischer als der Farbwähler, weil sie auf weniger Fläche die wichtigen Informationen kompakt darstellt; Sie bleibt permanent bei Ihnen und muss nicht erst durch Klicken hergerufen und geschlossen werden. Ohne Umschalten kann man Hintergrund- und Vordergrundfarbe frei einstellen.

Im Farbregler-Menü - erreichbar durch Klick auf das Dreieck   rechts oben - wählen Sie ein Farbmodell aus. Dann bestimmen Sie durch Verschieben der Regler oder durch Eingabe in die Datenfelder neue Farbwerte. Zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe entscheiden Sie, indem Sie in eines der beiden Farbfelder für Vorder- beziehungsweise Hintergrund rechts oben in der Palette klicken, so dass es durch eine Umrandung hervorgehoben wird. Brauchen Sie indes doch mehr Übersicht, erhalten Sie den großen Farbwähler, indem Sie auf das bereits aktivierte Farbfeld klicken. Der Farbregler bietet die gleichen Warnungen für nicht-druckbare Farben   und für nicht web-sichere Farben   (siehe oben) wie der Farbwähler.

Abbildung 7.5:  Der Farbregler mischt Vorder- und Hintergrundfarben an; besonders schnelle Farbwahl ermöglicht der eingebaute Farbbalken, dessen Farbspektrum Sie per Kontextmenü wechseln.

Farbbalken

Ein Farbbalken unten in der Farbregler-Palette gewährt per Anklicken schnellen Zugriff auf eine ganze Bandbreite von Farbwerten. Welches Spektrum im Farbbalken erscheint, bestimmen Sie im unteren Teil des Farbregler-Menüs: Zur Wahl stehen RGB-Spektrum, CMYK-Spektrum, Graustufen oder aktuelle Farben - ein Übergang von der Vordergrund- zur Hintergrundfarbe. Überdies können Sie in Photoshop den Balken websicher machen; ImageReady ist eigen und nennt diese Option Web-Kompatibilität für Farbe herstellen. Jeweils erscheinen dann nur noch Tonwerte im Balken, die sich im World Wide Web garantiert unverfälscht zeigen lassen.

Sie müssen jedoch nicht immer ins Palettenmenü wechseln, um den Farbbalken eines anderen Farbmodells zu erhalten - ein Klick bei gedrückter Umschalt-Taste in den Farbbalken hinein reicht, um sofort zwischen einigen Farbschemata zu wechseln. Auch ein Kontextmenü öffnet sich nach Rechtsklick auf den Farbbalken. Per Alt-Klick ändern Sie die jeweils nicht aktivierte Farbe.

7.1.6 Die Farbfelder-Palette

Die Farbfelder-Palette speichert beliebige Tonwerte, die Sie öfter benötigen; einzelne Farben lassen sich hinzufügen oder entfernen. Die Grundfunktionen:

  • Ein einfacher Klick auf ein Farbfeld lädt diesen Tonwert als Vordergrundfarbe.
  • Alt-Klick erklärt den gewählten Tonwert zur Hintergrundfarbe.

Verwechseln Sie die Palette Farbfelder nicht mit der Palette Farbtabelle aus ImageReady. Diese Farbtabelle, die nur bei 8-Bit-Bildern wichtig ist, besprechen wir im »Internet«-Kapitel.

Farben entfernen und ergänzen

Mit weiteren Griffen gestalten Sie Ihre eigene Palette:

  • Wollen Sie eine neue Farbe zur bestehenden Palette hinzufügen, halten Sie den Mauszeiger über den freien Bereich in der Palette rechts unten; er erscheint dort als Farbeimer, der Tonwert wird an die Palette angehängt. Alternative: Der Befehl Neues Farbfeld aus dem Palettenmenü.
  • Wollen Sie eine vorhandene Farbe gegen die aktuelle Vordergrundfarbe austauschen, dann klicken Sie den überflüssigen Tonwert bei gedrückter Umschalt-Taste an.
  • Umschalt- plus Alt-Taste heißt die Kombination, wenn eine Farbe mitten hineingesetzt werden soll, ohne dass deshalb vorhandene Tonwerte herausfliegen; die hinteren Felder rücken eins weiter.
  • Per Strg-Taste verwandelt sich der Cursor über den Farbfeldern zur Schere; so schneiden Sie ein einzelnes Farbfeld ersatzlos aus dem Muster heraus, die anderen Felder rutschen eins nach links.

Beim Beenden der Programme werden die aktuellen Paletten als Grundeinstellung gesichert. Das Kontextmenü über den Farbfeldern bietet die Befehle Neues Farbfeld, Farbfeld löschen und Farbfeld umbenennen (siehe Abbildung 7.6).

Farbfelder aufrufen und speichern

Nach einigen Experimenten wollen Sie vielleicht die Standardfarbfelder wieder herstellen - hierzu wählen Sie Farbfelder zurückstellen aus dem Untermenü der Farbfelder-Palette; das erhalten Sie wie immer per Klick auf das Dreieck rechts oben. Dort haben Sie weitere Möglichkeiten:

  • Farbfelder speichern verewigt die aktuelle Palette in einer Datei, die Sie auch weitergeben können. Verwenden Sie zum Beispiel Photoshops Unterverzeichnis »Vorgaben/Farbfelder«, das schon von Haus aus angelegt ist. Farbfelder, die Sie hier speichern, lassen sich auch bequem im Palettenmenü aufrufen - so wie die bereits mitgelieferten Paletten der Druckfarbenhersteller.
  • Farbfelder laden ergänzt den Inhalt der aktuellen Farbfelder-Palette durch eine Farbfelder-Palette, die Sie zuvor auf Festplatte geschrieben haben.
  • Farbfelder ersetzen ersetzt den Inhalt der aktuellen Farbfelder-Palette durch eine Farbfelder-Palette, die Sie zuvor auf Festplatte geschrieben haben.
  • Farbfelder zurückstellen lädt wieder die Standardgruppe. Dabei können Sie die aktuellen Farbfelder ersetzen oder ergänzen.

Abbildung 7.6:  Die Farbfelder-Palette bietet schnellen Zugriff auf wichtige Tonwerte. Für jeden Auftrag lässt sich eine eigene Palette speichern. Über das Palettenmenü rufen Sie andere Farbzusammenstellungen auf, die im Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben/Farbfelder« gesichert wurden - unter anderem auch bestimmte Druckfarben. Sie können die Farbfelder auch mit Namen darstellen. Das Kontextmenü bietet nützliche Befehle.

7.1.7 »Muster festlegen«

Sie können einen Bildteil als »Muster« definieren und dann vielfach mit dem Farbeimer  ausschütten (Seite 546), mit dem Musterstempel aufpinseln (Seite 566), als Ebeneneffekt Musterüberlagerung auch skaliert und abschaltbar aufbringen (Seite 795) und in der Musterbibliothek bunkern. So lassen sich beispielsweise raue Flächen simulieren, Logos und Schriftzüge vielfach einsetzen. So geht's:

1. Schalten Sie das Auswahlrechteck   ein und - wichtig - stellen Sie in den Optionen die Weiche Kante auf 0.
2. Rahmen Sie den gewünschten Bildteil mit dem Auswahlrechteck ein. (Sofern Sie die Gesamtdatei als Muster verwenden, reicht der Befehl Auswahl: Alles auswählen oder Strg+A.)
3. Wählen Sie Bearbeiten: Muster festlegen (in ImageReady Muster definieren).
4. Geben Sie dem Muster im Photoshop-Dialogfeld Mustername einen Namen.

Musterbibliothek

In der Musterbibliothek verwalten Sie Ihre Muster. Hier finden Sie auch Muster, die Photoshop von Haus aus mitbringt. Sie erreichen die aktuelle Sammlung unter anderem per Bearbeiten: Vorgaben-Manager, oben im Klappmenü Vorgabe nennen Sie das Muster. Weitere Mustersammlungen laden Sie via Palettenmenü. Wie Sie generell mit »Vorgaben« und »Bibliotheken« umgehen, besprechen wir ab Seite 57. Details zur Erzeugung von nahtlos kombinierbaren Mustern zum Beispiel für den Hintergrund einer Internet-Seite finden Sie ab Seite 307. Das Einsetzen von PostScript-Mustern besprechen wir ab Seite 533.

Abbildung 7.7:  Haben Sie ein »Muster« definiert, erscheint es in der Musterbibliothek. Hier greifen wir mit dem Befehl »Bearbeiten: Füllen« auf die Musterbibliothek zu. Aber auch Farbeimer oder Ebeneneffekte nutzen die gespeicherten Muster.

PostScript-Muster

Außerdem können Sie das Bild mit den nahtlos kombinierbaren PostScript-Mustern schmücken, die Photoshop mitliefert. So kommen Sie dran:

1. Klicken Sie auf Datei: Öffnen (Strg+O).
2. Fahnden Sie nach den Mustern in Photoshops Verzeichnis »Vorgaben/Muster/PostScript-Muster«.
3. Klicken Sie zweimal auf das Muster Ihrer Wahl.
4. Jetzt erscheint der Dialog EPS Umwandlungsoptionen. Die Muster liegen auflösungsunabhängig als Vektorgrafik vor - definiert über Kurven und Füllflächen, nicht über einzelne Bildpunkte. Darum nennen Sie für den Import in Photoshop zunächst Bildgröße, Auflösung und den Farbmodus, der zu der Zieldatei passt, und verbessern das Ergebnis durch die Option Glätten. In der Regel sollte die Pixelzahl weit unter den Ausmessungen der Fläche liegen, die Sie mit dem Muster füllen wollen, so dass sich das Muster vielfach wiederholt. Entscheiden Sie sich jetzt - eine spätere Größenänderung kann die Qualität beeinträchtigen.
5. Klicken Sie auf OK. Das Muster wird als eigene Bilddatei geöffnet.
6. Um die Wirkung besser zu beurteilen, stellen Sie Zielbild und Muster in der gleichen Zoom-Stufe dar, zum Beispiel 100 Prozent durch Doppelklick auf die Lupe  .
7. Sagen Sie Alles Auswählen (Strg+A) im Auswahl-Menü.
8. Im Bearbeiten-Menü müssen Sie jetzt ein Muster festlegen.
9. Markieren Sie in der Zieldatei den Bereich, den Sie mit dem PostScript-Muster füllen wollen.
10. Wählen Sie jetzt unter Bearbeiten den Befehl Fläche füllen (Umschalt+Rückschritt-Taste) mit der Option Muster. Natürlich können Sie auch mit dem Musterstempel  arbeiten.

Abbildung 7.8:  Die nahtlosen PostScript-Muster aus Photoshop können Sie in verschiedenen Größen laden.

Ebenentechnik

Beachten Sie, dass diese Muster zunächst mit transparenten Bereichen erzeugt werden. Das heißt, dass der Bildhintergrund nach dem Füllen dort hindurchscheinen wird. Sollen die transparenten Abschnitte indes weiß sein, verwenden Sie in der Musterdatei den Befehl Ebene: Auf Hintergrundebene reduzieren. Beliebige Farben setzen Sie in die transparente Zone, wenn Sie unterhalb des Musters eine weitere Ebene einrichten und diese mit dem Befehl Fläche füllen (Umschalt+Rückschritt-Taste) einfärben.

7.2 Füllmethoden

Photoshop kann weit mehr, als volle Farbe zu 100 Prozent deckend aufzutragen. Das Programm bietet raffinierte Mischmodi, so genannte Füllmethoden, nach denen sich die Tonwerte verrechnen - ob Sie nun Farbe mit dem Pinsel   auftragen oder Ebenen übereinander montieren. So können Sie additive und subtraktive Farbmischung anwählen, um den Effekt der Mischung von Leuchtfarben oder von übereinander deckenden Farben zu erreichen. Sie können einen Farbton pur anbringen, ohne die Struktur des Untergrunds zu verändern (die sich im Hell-Dunkel-Spiel ausdrückt). In den Optionen der einzelnen Mal- und Retuschewerkzeuge lassen sich diese Überblendmodi anklicken, für Ebenen sind sie oben in der Ebenenpalette zu finden. Auch bei den Ebeneneffekten (ab Seite 778) spielen die Überblendmodi eine wichtige Rolle.

Malen Sie bei der Pinselretusche nicht unmittelbar in die ursprüngliche Bildebene. Legen Sie zuvor eine neue Ebene an und malen Sie dort. Sie können nun mit Überblendmodi und Deckkraft frei experimentieren.

Abbildung 7.9:  Modus operandi: Bei der Moduswahl bestimmen Sie, wie sich aufgetragene Farbe oder eingefügte Bild teile mit darunter liegenden Bild punkten mischen; hier sehen Sie die Pinsel-Optionen.

7.2.1 Überblendmodi auf einen Blick

Die folgende Tafel zeigt Ihnen die Überblendmodi auf einen Blick. Eine weitere Tafel finden Sie auf Seite 776.

Abbildung 7.10:  Normal, 100 % Wie sich die aufgemalten oder eingefügten Tonwerte mit dem Untergrund mischen, hängt unter anderem vom Überblendmodus und von der Deckkraft ab.

Abbildung 7.11:  Normal, Nasse Kanten Normal, 50% Sprenkeln, 50%

Abbildung 7.12:  Abdunkeln Aufhellen Differenz

Abbildung 7.13:  Ausschluss Multiplizieren Negativ multiplizieren

Abbildung 7.14:  Ineinanderkopieren Farbig nachbelichten Farbig abwedeln

Abbildung 7.15:  Weiches Licht Hartes Licht Farbton

Abbildung 7.16:  Luminanz Sättigung Farbe

7.2.2 Die Überblendmodi im Einzelnen

Photoshops Mischmodi sollten Sie verstehen; sie gelten für Malwerkzeuge, Füllwerkzeuge, Füllbefehle, und die meisten kehren wieder beim Montieren in der Ebenenpalette.

Kurztasten

Sie können Deckkraft und Überblendmodus beim Malen und für Ebenen bequem über Kurztasten verändern. Zum Beispiel drücken Sie die Taste 5 für eine Deckkraft von 50 Prozent und Umschalt+Alt+M für den Multiplizieren-Modus. Allerdings gelten für Malen wie für Ebenentechnik dieselben Tasten und die Malwerkzeuge haben Vorrang. Das bedeutet:

  • Solange ein Werkzeug für Retusche oder Farbauftrag aktiviert ist - zum Beispiel Pinsel , Kopierstempel   oder Füllwerkzeug   -, verändern die Tastengriffe die Optionen zu diesem Werkzeug.
  • Sind jedoch zum Beispiel Verschieben-Werkzeug   oder Lasso   eingeschaltet, verändern die Tastenkürzel eine in der Ebenenpalette aktivierte Ebene.

»Normal«

Der Normal-Fall bei Malen und Montage: Die unter dem Pinsel oder unter der Ebene liegenden Pixel nehmen komplett die neue Farbe an, von den Tonwerten darunter bleibt nichts zurück. Anpassungsmöglichkeiten bieten Deckkraftregler oder Füllmethode (Kurztaste Umschalt+Alt+N).

»Sprenkeln«

Das Sprenkeln verteilt Farbe (oder Bildteile) pünktchenförmig über den Untergrund, abhängig von der Farbdichte (Kurztaste Umschalt+Alt+I). Die Wirkung des Sprenkelns hängt stark von der Druckauflösung ab. Damit lässt sich etwa ein Hintergrund aufrauen oder die Wirkung eines alten Stempels oder einer billigen Fotokopie simulieren.

Die einzelnen Streusel fallen allerdings durch harten Rand unangenehm auf; da definiert man im Zweifelsfall lieber eine ausfransende Werkzeugspitze oder blendet mit einer aufgerauten Ebenenmaske über. Oder man bearbeitet den durch Sprenkeln erstellten Bildteil noch mit einem Weichzeichner; auch durch Interpolieren per Bildgröße oder durch Skalieren mit der bikubischen Interpolation softet man gesprenkelte Pixel.

»Dahinter auftragen«

Dahinter auftragen (Kurztaste Umschalt+Alt+Q) ist nur für die Arbeit mit Malwerkzeugen auf Ebenen interessant; es wird in der Ebenenpalette nicht angeboten: Der Modus malt nur in den bisher transparenten Teil einer Ebene - zum Beispiel, um per Airbrush   einen Schatten anzubringen oder um einen Hintergrund einzufügen. Das Objekt selbst ist vor jeder Einwirkung geschützt. Photoshop bietet den Modus Dahinter auftragen nur an, wenn Sie die Transparenz nicht fixieren (Seite 759). Sie erhalten den Modus auch im Kontextmenü zu den Malwerkzeugen.

Das Verfahren hat allerdings erhebliche Nachteile: Die Transparenz im übermalten Bereich ist fort, der Schatten klebt jetzt dauerhaft am Objekt, auch wenn Sie es verschieben - und vielleicht den Schatten korrigieren möchten. Sie können das ursprüngliche Objekt und den nachträglich in die Transparenz gemalten Bereich nicht mehr unabhängig voneinander korrigieren. Sichere Alternative: Man malt zunächst auf einer eigenen Ebene und verbindet oder verschmilzt beide Ebenen bei Bedarf.

»Löschen«

Auch das Löschen funktioniert nur bei Mal- und Retuschewerkzeugen im Zusammenhang mit Ebenen - übermalte Pixel erscheinen transparent, die darunter liegende Ebene guckt hervor (Kurztaste Umschalt+Alt+R). Angeboten wird das Löschen nur beim Füllwerkzeug  (Seite 546) und den Befehlen Kontur füllen und Fläche füllen aus dem Bearbeiten-Menü (ab Seite 548). Die Option Transparenz fixieren   in der Ebenenpalette muss ausgeschaltet sein. Gute Alternativen zum Löschen-Modus:

  • Erstellen Sie eine Auswahl auf einer Ebene und löschen Sie diese mit der Entf-Taste.
  • Radieren Sie Ebenenteile mit dem Radiergummi   weg.
  • Verbergen Sie Ebenenteile per Ebenenmaske (Seite 803) oder Ebenen-Beschneidungspfad (Seite 808).

»Abdunkeln«

Im Modus Abdunkeln setzt sich nur das Dunklere durch (Kurztaste Umschalt+Alt+K). Damit montieren Sie mehrere Strichzeichnungen, die auf Weiß stehen, nebeneinander - das weiße Umfeld wird die benachbarte Skizze nicht überdecken. Im Farbmodus Lab funktioniert der Modus nicht. Quasi eine Verstärkung des Abdunkelns ist der Modus Multiplizieren (siehe unten). Alternative bei Ebenentechnik: die maßgenaue Ausblendung von Helligkeitsbereichen (Details ab Seite 800).

»Aufhellen«

Umgekehrt funktioniert das Aufhellen: Hier verändern sich nur Bildpunkte, die dunkler sind als Ihre Vordergrundfarbe, alle anderen bleiben unberührt (Kurztaste Umschalt+Alt+G). Damit kann man etwa mehrere Alphakanäle übereinander legen, um Auswahlen zusammenzuführen - die weiß ausgesparten Auswahlbereiche bleiben allesamt erhalten. Der Modus Negativ multiplizieren bewerkstelligt das Aufhellen auf noch drastischere Art. Wie beim Abdunkeln (siehe oben) ist auch hier der Farbmodus Lab tabu und als Alternative bietet sich ein Ausblenden von Helligkeitsbereichen in Ebenentechnik an.

»Multiplizieren«

Beim Multiplizieren werden die Farbwerte übereinander liegender Bildpunkte multipliziert, das Bild dunkelt deutlich ab - als ob Sie mit Filzstiften mehrfach übereinander malen oder zwei Dias übereinander kleben (Kurztaste Umschalt+Alt+M). Je öfter Sie übermalen, desto dunkler wird es. Der Modus mischt Bildpunkte nach dem subtraktiven CMYK-Schema: Montieren Sie Cyan auf Gelb, erhalten Sie Grün; Magenta und Gelb vereinen sich zu Rot. Pinseln Sie indes Hell auf Dunkel, ändert sich gar nichts. Mit dieser Einstellung wird Schatten angelegt - selbst dunkler Untergrund sinkt im Multiplizieren-Modus bei nur mittlerem Schatten-Grau noch mehr ab.

Stark überbelichtete Fotos kopiert man per Multiplizieren mehrfach übereinander, um mehr Zeichnung zu erhalten.

»Negativ multiplizieren«

Der Modus Negativ multiplizieren hellt die Farben auf - wie zwei Spotlights oder Dias, die man übereinander projiziert (Kurztaste Umschalt+Alt+S). Dies eignet sich zum Beispiel, um Spitzlichter zu setzen oder Feuerwerk in einen Nachthimmel zu montieren.

»Ineinanderkopieren«

Der Modus Ineinanderkopieren multipliziert, abhängig von der Originalfarbe, die normalen oder die umgekehrten Farbwerte (Kurztaste Umschalt+Alt+O). Mittlere Farbtöne werden geändert, Lichter und Schatten des Originals bleiben jedoch erhalten. Photoshop ersetzt die Originalfarbe nicht, sondern mischt sie mit dem Farbauftrag, um helle und dunkle Zonen zu erhalten.

»Weiches Licht«

Weiches Licht simuliert das Beleuchten eines Bildes mit diffusem Licht: Ist die Malfarbe heller als 50 Prozent Grau, wird das Bild aufgehellt; liegt die Malfarbe dunkler als 50 Prozent Grau, dunkelt Photoshop das Bild ab (Kurztaste Umschalt+Alt+F). Am stärksten wirkt der Modus bei Schwarz und Weiß. Mehrfaches Auftragen verstärkt den Effekt. Insgesamt werden Kontraste verstärkt; deutlich stärker wirkt der Modus Hartes Licht.

»Hartes Licht«

Hartes Licht steigert die Wirkung von Weiches Licht: Ist die Malfarbe heller als 50prozentiges Grau, hellt Photoshop das Bild auf, indem er es mit den umgekehrten Farbwerten multipliziert (Kurztaste Umschalt+Alt+H). Dunklerer Farbauftrag jedoch sorgt für ein deutliches Abdunkeln nach dem Schema des Modus Multiplizieren. Neutralgrau wird gar nicht übertragen. Mit diesem sehr lebhaften Modus pinseln Sie Glanzlichter oder Schatten und sorgen für frische Farben bei Überblendungen.

Kopieren Sie ein Objekt mit hartem Licht über sich selbst, um es aufleuchten zu lassen.

»Differenz«

Der Differenz-Modus arbeitet Unterschiede zwischen zwei Ebenen heraus - nur komplett schwarze Resultate deuten auf identischen Pixelbestand (Kurztaste Umschalt+Alt+E). Während der Modus für das Malen weniger interessiert und im Lab-Modus gar nicht angeboten wird, bietet Differenz bei Montagen interessante Möglichkeiten, wenn Sie zwei Ebenen vergleichen möchten. Dazu legen Sie die Ebenen übereinander und richten den Differenz-Modus ein. Häufiger möchte man zwei Ebenen vergleichen:

  • Zum Beispiel können Sie eine großzügige und eine enggefasste Maske vergleichen und den Unterschied aus beiden als neue Maske verwenden.
  • Auch das Muster des Digimarc-Filters (siehe Seite 907) machen Sie sichtbar, indem Sie eine Bildversion mit Wasserzeichen im Differenz-Modus über eine ungefilterte Variante legen. Weil die Kontrastunterschiede aber sehr gering sind, sehen Sie vielleicht trotzdem zunächst nur eine schwarze Fläche. Verschmelzen Sie zur Verdeutlichung die beiden Ebenen und heben Sie den Kontrast drastisch an.
  • Vielleicht haben Sie aus einem größeren Bild einen Teil entnommen, nur teilweise verändert und möchten ihn nun wieder ins große Ganze einsetzen. Die obere Ebene statten Sie mit dem Differenz-Modus aus und verschieben sie so lange, bis alle unveränderten Bildteile komplett schwarz erscheinen. (Verwenden Sie zum allmählichen Verschieben die Pfeil-Tasten, während das Verschieben-Werkzeug   eingeschaltet ist.)
  • Testen Sie die Auswirkung von Befehlen wie Auto Kontrast, Auto-Tonwertkorrektur oder Tonwertangleichung aus dem Untermen Bild: Einstellen. Duplizieren Sie zunächst die Ebene, wenden Sie den Kontrastbefehl auf die obere Ebene an und richten Sie den Differenz-Modus ein. Nur wo Sie nicht Schwarz sehen, hat die Kontrastkorrektur gewirkt.

»Ausschluss«

Weicher als die Differenz arbeitet der Ausschluss (Kurztaste Umschalt+Alt+X). Obenliegende weiße Pixel kehren die Werte der darunter liegenden Farbe um, Schwarz oben verändert nichts. Der Modus funktioniert nicht bei Lab-Vorlagen.

»Farbig abwedeln«

Farbig abwedeln hellt die Untergrundfarbe auf, so dass die Malfarbe hell aufscheint (Kurztaste Umschalt+Alt+D). Der Modus eignet sich für Leuchteffekte, funktioniert aber nicht bei Lab.

»Farbig nachbelichten«

Farbig nachbelichten dunkelt die Untergrundfarbe ab, so dass die Malfarbe sich dunkel darüber mischt (Kurztaste Umschalt+Alt+B). Mit Weiß erreichen Sie dabei gar nichts. Auch dieses Mischverfahren eignet sich für lebendig leuchtenden Farbauftrag und läuft nicht im Lab-Modus.

»Farbton«

Mit dem Farbton-Modus ändern Sie nur den Farbwert (Kurztaste Umschalt+Alt+U). Er eignet sich zum Umfärben bei Erhalt der Strukturen oder zum Handkolorieren von Graustufenbildern. Vergleichbar ist der Effekt mit der Option Färben im Dialogfeld des Bild-Befehls Farbton/Sättigung (siehe Seite 488). Falls dieser Modus noch zu schwach wirkt, verwenden Sie Farbe.

Die Überblendverfahren Farbton, Farbe sowie Luminanz basieren auf dem HSB-Farbmodell. Es wird ab Seite 489 erläutert.

»Sättigung«

Der Modus Sättigung korrigiert nur das Verhältnis zwischen Grau- und Farbanteil in jedem Bildpunkt, Farbwert und Helligkeit bleiben unberührt (Kurztaste Umschalt+Alt+T). Farbauftrag über völlig neutralen Bildbereichen verändert gar nichts. Ein graues Objekt entfärbt einen bunten Hintergrund.

»Farbe«

Der Modus Farbe lässt nur die Helligkeit unverändert (Kurztaste Umschalt+Alt+C). Dieser Modus erhält Strukturen und Konturen des Untergrunds und eignet sich besonders zum Einfärben von Graustufenbildern. Weil Farbe mit einheitlicher Sättigung aufträgt, ist der artifizielle Charakter auf Graustufen- wie Farbvorlagen ausgeprägter als der reine Farbton-Modus.

Abbildung 7.17:  Links: Teile dieses Bild es wollen wir mit dem Füllwerkzeug bearbeiten.  Mitte: Die Füllmethode »Normal« überdeckt die Struktur des Untergrunds.  Rechts: Der Modus »Farbe« eignet sich besser, um Graustufen einfarbig zu tonen und den Oberflächencharakter zu erhalten. Datei: Plastik

Bei Graustufen-Bildern wird der Modus Farbe nicht angeboten. Wollen Sie Graustufenbilder umfärben, wandeln Sie diese zunächst in einen Farbmodus um, zum Beispiel per Bild: Modus: RGB-Farbe.

»Luminanz«

Der Luminanz-Modus bearbeitet nur die Helligkeit der Bildpunkte und bildet damit den Gegenpol zum Farbton-Modus: Hiermit übertragen Sie eine Struktur, also die Helligkeitswerte, an einen anderen Platz, ohne die Farbe dort zu ändern (Kurztaste Umschalt+Alt+Y). Das macht Sinn, wenn Sie Strukturen als »Muster« quasi ins Bild einstanzen wollen.

7.2.3 Übersicht: Welcher Malmodus für welchen Zweck

Einige Überblendverfahren werden bei der Arbeit mit Malwerkzeugen besonders häufig verwendet:

Aufgabe Lösung
»Künstlerisch« malen u.a. Modus Normal, Deckkraft variabel, Nasse Kante, auch Modus Multiplizieren, Modus Hartes Licht, spezielle Werkzeugspitzen über Menü zur Palette laden, zum Beispiel »Natürliche Werkzeugspitzen«
Einen Bildteil umfärben und die Struktur erhalten Malmodus Farbton oder Farbe
Graustufenbild kolorieren Farbton oder Farbe
Einem Bildteil eine neue Struktur geben Modus Luminanz, Musterstempel   oder spezielle Werkzeugspitze
»kreativer«, lebendiger Farbauftrag mit interessanter Mischung Modus Hartes Licht, Farbig abwedeln oder Farbig nachbelichten
Schatten und Überdeckungseffekte Modus Multiplizieren

Abbildung 7.18:  Soll die Struktur unter dem Farbauftrag erhalten bleiben, arbeitet man mit dem Modus »Farbe« oder »Farbton« (links). Wird dagegen eine Farbfläche mit einer Struktur aufgeraut, verwendet man »Luminanz«, hier mit Musterstempel.

7.2.4 Füllmethoden bei Montagen

Nicht nur wenn Sie Farbe mit dem Füllen-Befehl oder mit dem Pinsel   auftragen, sondern auch bei der Montage von Bildteilen sind die Füllmethoden von Bedeutung; sie werden mit dem Klappmenü in der Ebenenpalette eingerichtet. Wir erörtern hier einige besonders interessante Füllmethoden für Montagen genauer.

»Sprenkeln«

Das Sprenkeln verteilt Farbe (oder Bildteile) pünktchenförmig über den Untergrund. Je weiter Sie den Deckkraft-Wert senken, umso stärker bricht das Bild auf. Interessant ist die zunehmende oder absteigende Streuselwirkung bei variierender »Deckkraft«, die zum Beispiel durch eine Ebenenmaske hergestellt wird.

Abbildung 7.19:  Die Sandebene wird durch eine weichgezeichnete Ebenenmaske zum Rand hin ausgeblendet. Weil wir den Modus auf »Sprenkeln« gesetzt haben, äußert sich die Wirkung der Ebenenmaske hier nicht in abnehmender Deckkraft, sondern in der Verteilung einzelner Partikel. Die Textebene darüber ist neutralgrau, sie hat die Füllmethode »Hartes Licht« und einen Ebeneneffekt (Alternative wäre eine Deckkraft-Reduzierung der Ebenenfüllung, vergleiche Seite XX). Datei: Sand

»Multiplizieren«

Beim Multiplizieren werden die Farbwerte übereinander liegender Bildpunkte multipliziert, das Bild wird deutlich dunkler - als ob Sie mit Filzstiften mehrfach übereinander malen oder zwei Dias übereinander montieren (Kurztaste Umschalt+Alt+M). Der Modus mischt Bildpunkte nach dem subtraktiven CMYK-Schema: Montieren Sie Cyan auf Gelb, erhalten Sie Grün; Magenta und Gelb vereinen sich zu Rot. Legen Sie Hell auf Dunkel, ändert sich gar nichts. Mit dieser Einstellung wird Schatten angelegt - selbst dunkler Untergrund sinkt bei nur mittlerem Schatten-Grau weiter ab.

Abbildung 7.20:  Schnelle Rettung für flaue Scans: Duplizieren Sie eine »Hintergrund«-Ebene, indem Sie diese auf das Symbol »Neue Ebene« in der Ebenenpalette ziehen. Die oben liegende Ebene statten Sie mit dem Modus »Multiplizieren« aus. Datei: Koerbe

Negativ multiplizieren

Der Modus Negativ multiplizieren hellt umgekehrt die Farben auf - wie zwei Spotlights oder Dias, die übereinander strahlen (Kurztaste Umschalt+Alt+S).

Abbildung 7.21:  Die einzelnen Feuerwerksaufnahmen wurden im Modus »Negativ multiplizieren« über den Nachthimmel gelegt. Nur das Hellere setzt sich durch. Ein weiteres Beispiel für diese Füllmethode sehen Sie auf Seite XX. Datei: Feuerwerk

Hartes Licht

Besonders reizvoll und vielseitig wirkt der Modus Hartes Licht, der nicht nur für Glanzlichter oder Schatten gut ist. Er eignet sich auch für stimmungsvolle Mischungen.

Abbildung 7.22:  Die Vorlage (linke Datei) wirkte zu hart. In einer Kopie der Datei wurde daraufhin die »Hintergrund«-Ebene dupliziert, mit dem Befehl »Filter: Weichzeichnungsfilter: Gaußscher Weichzeichner« gesoftet und mit der Füllmethode »Hartes Licht« versehen. Die Stärke des Überblendeffekts kann mit dem Deckkraftregler in der Ebenenpalette bestimmt werden. Vorlage: Zaun, Ergebnis: Zaun_2

Differenz

Der Modus Differenz arbeitet Unterschiede zwischen zwei Ebenen heraus (Kurztaste Umschalt+Alt+E). Pixel mit identischer Farbe erscheinen schwarz, hell zeigen sich dagegen die Unterschiede.

Abbildung 7.23:  Ein Ausschnitt war aus dem Portrait herausgenommen und separat bearbeitet worden (rechtes Bild ). Nun soll die korrigierte Mundpartie wieder in das Gesicht eingesetzt werden.

Abbildung 7.24:  Wir ziehen den Mund mit dem Verschieben-Werkzeug in das größere Portrait. Dort erscheint der Mund als »Ebene 1«. Für diese »Ebene 1« richten wir den Modus »Differenz« ein. Solange der Mund nicht pixelgenau sitzt, erscheint die Ebene vielfarbig. Bei aktiviertem Verschieben-Werkzeug verschieben wir den Mund mit den Pfeil-Tasten, bis Photoshop den Großteil der Ebene perfekt schwarz anzeigt; damit stimmt die Position genau. Nur der Eins-Einser Schneidezahn und seine Umgebung erscheinen heller, denn hier besteht ein Unterschied zwischen den beiden Ebenen. Datei: Differenz.psd

Farbton

Mit dem Farbton-Modus ändern Sie nur den Farbwert (Kurztaste Umschalt+Alt+U). Er eignet sich zum Umfärben bei Erhalt der Strukturen oder zum Handkolorieren von Graustufenbildern.

Luminanz

Der Luminanz-Modus bearbeitet nur die Helligkeit der Bildpunkte: Hiermit übertragen Sie eine Struktur, also die Helligkeitswerte, an einen anderen Platz, ohne die Farbe dort zu ändern (Kurztaste Umschalt+Alt+Y).

Abbildung 7.25:  Strukturen und Farben mischen: Hier wurde ein Verlauf über eine Struktur gelegt; im Modus »Farbton« wirkt der Verlauf als reine Färbung, die Struktur bleibt erhalten.  Rechts: Das gleiche Bild ergebnis erhalten Sie, wenn sich die Struktur oben befindet und im Modus »Luminanz« überblendet wird; so überträgt Photoshop nur die Helligkeitsunterschiede, behält aber die Farbinformation des unteren Bild es. Datei: Farbton

»Neutrale Farbe«

Transparente Ebenen können Sie nicht mit Filtern bearbeiten. Um hier dennoch zum Beispiel einen Beleuchtungsfilter oder die Blendenflecke anzubringen, füllen Sie die Ebene erst mit der so genannten neutralen Farbe für die verwendete Füllmethode; dieser Tonwert ist im jeweiligen Überblendmodus unsichtbar. Verwenden Sie zum Beispiel den Befehl Bearbeiten: Fläche füllen.

Abbildung 7.26:  Richten Sie beim Malen in Ebenentechnik je nach Überblendmodus die passende »neutrale Farbe« ein.

Photoshop bietet an, neu erstellte, leere Ebenen sofort mit der neutralen Farbe zu füllen. Dazu müssen Sie die Ebene allerdings auf einem Weg erstellen, der Ihnen überhaupt das entsprechende Dialogfeld Neue Ebene zeigt. So geht's:

1. Klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste auf das Symbol Neue Ebene   in der Ebenenpalette.
2. Vertauschen Sie im Dialogfeld Neue Ebene den Mischmodus Normal gegen einen anderen, zum Beispiel Hartes Licht. Jetzt bietet Photoshop die Option Mit der neutralen Farbe für den Modus Hartes Licht' füllen (Grau).

Abbildung 7.27:  Die Ebene 1 wurde neu erstellt, mit der Füllmethode »Hartes Licht« ausgestattet und der zugehörigen »neutralen Farbe« Grau gefüllt. Neutralgrau ist im Bild nicht sichtbar, wenn Sie den Modus »Hartes Licht« nutzen. Anschließend haben wir den Befehl »Filter: Rendering-Filter: Blendenflecke« gewählt.

Abbildung 7.28:  Diese Gegenlichtreflexe können Sie jetzt über dem Bild verschieben oder auch über die Bild grenzen hinaus skaliert oder gedreht werden. Vorlage: Blau; Ergebnisse: Blau_2, Blau_3

7.3 Flächen und Konturen füllen

Nicht immer müssen Sie zu Pinsel   und Airbrush   greifen, um einen Bildbereich mit Farbe zu füllen. Haben Sie es auf eine größere Partie abgesehen, dann verwenden Sie die Werkzeuge und Befehle zur Flächenfüllung. Damit schütten Sie einen kompletten Auswahlbereich ohne viel Gepinsel mit Farbe zu. Wir besprechen auf den folgenden Seiten das Füllwerkzeug , das Verlaufswerkzeug   und die Befehle Fläche füllen sowie Kontur füllen. Diese Funktionen verändern die Bildpunkte unmittelbar und dauerhaft. Eine elegante Alternative bieten die Ebeneneffekte Farbüberlagerung (siehe Seite 795), Musterüberlagerung (Seite 795), Verlaufsüberlagerung (Seite 796) und Kontur (Seite 793).

7.3.1 Alternativen zur dauerhaften Füllung

So könnten Sie vorgehen, wenn Sie eine Füllung nicht dauerhaft, sondern zunächst nur als abschaltbaren Ebeneneffekt anwenden wollen:

1. Wählen Sie den Bildbereich, den Sie bearbeiten möchten, mit einem Auswahlwerkzeug aus. Möchten Sie die komplette Bildfläche verändern, verwenden Sie Auswählen: Alles Auswählen (Strg+A).
2. Kopieren Sie den ausgewählten Bereich mit Strg+J auf eine eigene Ebene.
3. Blenden Sie die Ebenenpalette mit F7 ein und klicken Sie doppelt auf den Namen der neu entstandenen Ebene, zum Beispiel »Hintergrund Kopie«. Damit erscheint das Dialogfeld Ebenenstil.
4. Schalten Sie einen der gewünschten Füll-Ebeneneffekte ein, zum Beispiel Farbüberlagerung. Das Bild erscheint verändert. Sie können den Ebeneneffekt jederzeit wieder abschalten oder ändern.
5. Möchten Sie das Bild endgültig in der dargestellten Version verwenden, können Sie die Ebenen verschmelzen, zum Beispiel mit Ebene: Auf Hintergrundebene reduzieren.

Weiterer Vorteil der Ebeneneffekte gegenüber den Werkzeugen: Die Ebeneneffekte liefern jederzeit bei geöffnetem Dialogfeld eine Sofort-Vorschau am Originalbild (sofern Sie die Vorschau einschalten); bei den Werkzeugen müssen Sie neue Einstellungen erst auf das Bild anwenden und eventuell widerrufen, bevor Sie die Wirkung am Originalbild erkennen.

»Transparente Bereiche fixieren«

Bei allen Füllfunktionen haben Sie die Wahl:

  • Sie füllen entweder nur die bereits mit Bildpunkten gefüllten Bereiche einer Ebene, so dass transparente Bereiche unberührt bleiben und halbtransparente Bereiche nur halbdeckend verändert werden; dazu schalten Sie in der Ebenenpalette für die betreffende Ebene die Option Transparente Pixel fixieren   ein.
  • Oder Sie füllen die Ebene über die gesamte, rechteckige Bildfläche, dann arbeiten Sie ohne Transparenzschutz.

Mehr Details dazu finden Sie ab Seite 761. Dialogfelder wie Fläche füllen bieten zudem die Option Transparente Bereiche schützen.

Abbildung 7.29:  Füllwerkzeug und Verlaufswerkzeug belegen ein gemeinsames Fach in der Werkzeugleiste. Beide Werkzeuge lassen sich mit der Taste G aufrufen.

7.3.2 Füllwerkzeug

Das Füllwerkzeug   (Kurztaste G), im Volksmund Farbeimer, schüttet Vordergrundfarbe oder ein zuvor definiertes »Muster« auf Bildpunkte mit einer von Ihnen definierten Ähnlichkeit - Sie regeln die Toleranz wie beim Zauberstab   (Seite 602).

Das Füllwerkzeug   eignet sich zum Beispiel, um einzelne, abgegrenzte Teile einer Grafik umzufärben; dabei verwenden Sie vielleicht den Mischmodus Farbton. Wollen Sie nur in Teile einer Grafik eine Struktur einflechten, nutzen Sie den Modus Luminanz. Auch Flächen in Auswahlkanälen - zum Beispiel einzelne Buchstaben - werden gern mit dem Farbeimer gefüllt. In Bitmap-Bildern verweigert das Gerät den Dienst. Ebenso wenig funktioniert es auf Textebenen.

Werkelt man mit dem Füllwerkzeug   in kleinen Flächen, ist es oft übersichtlicher, per Feststell-Taste statt des Eimer-Symbols das Präzisionskreuz als Werkzeugsymbol über der Datei abbilden zu lassen. Bevor Sie jedoch neue Toleranzwerte im Dialogfeld eintippen können, müssen Sie die Feststell-Taste wieder lösen.

Sie können die Photoshop-Arbeitsfläche im Vollschirm-Modus bei sichtbaren Menüs (Kurztaste F) mit der aktuellen Vordergrundfarbe einfärben. Dazu klicken Sie bei gedrückter Umschalt-Taste mit dem Füllwerkzeug   in diesen grauen Bereich; das Klappmenü Füllung muss die Vordergrundfarbe anzeigen. Der Eingriff lässt sich aber nicht mit Strg+Z widerrufen. Wollen Sie zur ursprünglichen Farbe zurückkehren, richten Sie diese in einem weiteren Arbeitsgang erneut ein.

Füllwerkzeug-Optionen

Diese Möglichkeiten räumt das Füllwerkzeug ein:

  • Nach Art des Zauberstabs   (siehe Seite 602) regeln Sie, wie sehr die zu übertünchenden Bildpunkte jenem Pixel ähneln sollen, auf das Sie mit dem Füllwerkzeug  klicken. Die Werte reichen von 0 bis 255. Niedrige Werte stehen für eine geringe Toleranz - es werden nur Pixel gefüllt, deren Farbe der angeklickten Farbe stark ähnelt. Bei hohen Zahlen füllt das Gerät größere Bildbereiche. Wenn Sie »255« eintippen, überdecken Farbe oder Muster das ganze Bild.
  • Die Option Benachbart sorgt dafür, dass beim ersten Klick nur benachbarte farbähnliche Bildpunkte gefärbt werden. Wählen Sie die Option ab, erfasst das Werkzeug alle Pixel des definierten Toleranzbereichs - auch wenn sie vom angeklickten Bildpunkt durch eine andere Farbe getrennt werden.Die Option Glätten produziert einen geschmeidigeren Übergang zwischen gefärbtem und unberührtem Bildteil, indem die Randpixel halbtransparent gemacht werden. Diese Option empfiehlt sich bei üblichen Halbtonfotos, nicht jedoch bei hart konturierten Grafiken ohne Kantenglättung (vergleiche Seite 592).
  • Das Klappmenü Füllung bietet neben der Vordergrundfarbe auch die Option Füllen mit. Diese Wahl erlaubt es Ihnen, ein Muster aufzutragen. (Details zur Arbeit mit Mustern finden Sie ab Seite 533.)

Abbildung 7.30:  Einstellungssache: In den Füllwerkzeug-Optionen legen Sie »Toleranz«, Kantenglättung und die Art des Farbauftrags fest.

Ebenentechnik

Per Optionen können Sie bei einer Füllung nicht nur die aktive Ebene, sondern Alle Ebenen einbeziehen. Wählen Sie in der Ebenenpalette die Option Transparente Pixel fixieren  ab, wenn die Farbe nicht nur auf das Objekt innerhalb einer Ebene, sondern in die gesamte Fläche gegossen werden soll, also auch in die bisher transparenten Zonen. Beachten Sie, dass beim Füllwerkzeug   auch der Modus Löschen parat steht, mit dem Sie eine Ebene transparent machen können.

Alternativen

Photoshop bietet Alternativen zum Füllwerkzeug  , die oft bessere oder schnellere Dienste leisten:

  • Bei komplexen Motivpartien verwenden Sie lieber den Zauberstab  , der farbähnliche Bereiche zunächst nur auswählt, aber nicht zutüncht, und korrigieren Sie die Auswahl in aller Ruhe. Erst dann schütten Sie Farbe mit dem Befehl Fläche füllen aus (Umschalt+Rückschritt-Taste, siehe unten). Auch nicht zu vergessen: der Auswahl-Befehl Farbbereich auswählen (ab Seite 619).
  • Eine Auswahl auf einer »Hintergrund«-Ebene lässt sich leicht mit der Hintergrundfarbe füllen, wenn Sie auf den Entf-Knopf drücken. Alt+Rückschritt kippt Vordergrundfarbe aus. Malmodi oder Deckkraft-Variationen gibt es bei diesen Schnellschüssen indes nicht.
  • Um ein Objekt diskret umzufärben, empfehlen sich überdies die Kommandos Farbton/Sättigung (Strg+U, Seite 488) oder Farbe ersetzen (Seite 623) aus dem Bild-Untermenü Einstellen: Sie klatschen keinen Einheitsfarbton ins Bild, sondern verschieben die vorhandenen Pixel um einen einheitlichen Betrag auf dem Farbkreis. Wollen Sie ein Graustufenmotiv färben, nutzen Sie Farbton/Sättigung mit der Option Färben.
  • Statt dauerhaft umzufärben, verwenden Sie den flexibel korrigierbaren Ebeneneffekt Farbüberlagerung (siehe oben).

Abbildung 7.31:  Das Füllwerkzeug schüttet Farbe oder ein Muster in abgegrenzte Flächen. Hier wurde ein Muster aus einem Ausschnitt der Datei »Malmodus« abgeleitet und verändert.

7.3.3 »Fläche füllen«

Beim Füllen der Fläche kippen Sie Farbe, ein Muster oder eine frühere Zwischenfassung des Bildes aus der Protokollpalette in einen ausgewählten Bildbereich. Anders als beim Füllwerkzeug  geschieht das unabhängig von farbähnlichen Pixeln - allein Ihre Auswahlmarkierung zählt. Wählen Sie Bearbeiten: Fläche füllen oder drücken Sie kurzerhand Umschalt+Rückschritt.

Das Dialogfeld bietet alle Mischmodi (Details ab Seite 536) und eine Deckkraftregelung; außerdem legen Sie fest, was eigentlich ins Bild hineingehievt wird - Vordergrund- oder Hintergrundfarbe, Schwarz, Weiß oder Grau, ein Muster (Details ab Seite 533) oder ein früherer Bildzustand, der in der Protokollpalette gekennzeichnet sein muss (siehe Seite 105). Wählen Sie in der Ebenenpalette die Option Transparente Pixel fixiere   ab, wenn die Farbe nicht nur auf das Objekt innerhalb einer Ebene, sondern in die gesamte Fläche gegossen werden soll.

Abbildung 7.32:  Der Befehl »Fläche füllen« kippt Farbe, ein Muster oder einen gespeicherten Bild teil in markierte Bild teile.

Wie auch für die anderen Füllfunktionen gilt: Mit einem abschaltbaren, korrigierbaren Ebeneneffekt sind Sie flexibler (vergleiche Seite 545).

Kurztasten

Alt+Entf deckt die Auswahl ohne weitere Rückfrage mit 100 Prozent Vordergrundfarbe zu, Strg+Entf beschert die Hintergrundfarbe, auch wenn nichts ausgewählt ist (Details zu Vorder- und Hintergrundfarbe ab Seite 526). Drücken Sie zusätzlich die Umschalt-Taste, um dabei die Option Transparente Bereiche schützen zu aktivieren.

7.3.4 »Kontur füllen«

Der Befehl Bearbeiten: Kontur füllen malt an einer Auswahllinie, aber auch an der Kante einer Ebene entlang. Sie geben eine Breite vor und legen die Position der Kontur fest: Innen, Mitte oder Aussen. Das Dialogfeld bietet zunächst die aktuelle Vordergrundfarbe an, doch mit dem Farbe-Feld lässt sich ein anderer Tonwert einstellen.

Es spricht viel dafür, statt dieses Befehls die Auswahl auf eine eigene Ebene zu heben (vergleiche Seite 545) und mit dem abschaltbaren Ebeneneffekt Kontur (Seite 793) zu arbeiten. Dort erhalten Sie die gleichen Optionen wie beim Befehl Kontur füllen und Sie können statt eines einfarbigen Rands auch Verläufe oder Muster in die Kontur einsetzen. Wir besprechen die Optionen deshalb detailliert nur im Zusammenhang mit dem Kontur-Effekt. Diese Funktion erzeugte überdies im Test geringfügig »rundere Ecken« als der Befehl Bearbeiten: Kontur füllen in Verbindung mit einer Auswahl.

Vorteilhaft am Befehl Kontur füllen ist lediglich, dass Sie statt Pixel (»px«) auch Zentimeter- oder Millimeter-Werte (»cm«, »mm«) verwenden können. Beachten Sie jedoch, dass beide Funktionen nur gleichmäßig runde Striche auftragen; der Befehl Pfadkontur füllen (Seite 716) umrahmt ausgewählte Bereiche dagegen auch mit unregelmäßigen Pinselformen oder mit Retuschewerkzeugen.

Abbildung 7.33:  Der Befehl »Bearbeiten: Kontur füllen« trägt Vordergrundfarbe an Auswahl- und Ebenenkanten auf.

7.3.5 Einförmige Flächen auflockern

Verläufe und Farbfüllungen wirken oft glatt und erinnern an sterile Computergrafik. Photoshop bietet jedoch genug Computerkosmetik gegen aalglatte Farbflächen:

  • Der Befehl Filter: Störungsfilter: Störungen hinzufügen raut das Bild auf (siehe Seite 904), mehr Gestaltungsfreiraum gewährt der Filter Strukturierungsfilter: Körnung (Seite 901).
  • Ein Verzerrungsfilter (ab Seite 913) versetzt die Fläche in Schwingungen.
  • Der Ebeneneffekt Schlagschatten (Seite 790) bringt interessante Tiefenwirkung über der Fläche.
  • Der Filter Beleuchtungseffekte (Seite 896) mit oder ohne Reliefkanal erzeugt magischen Realismus, auch die Blendenflecke (Seite 911) erfüllen häufig diesen Zweck.
  • Der Wolken-Filter (Seite 911) streut eine luftig-leichte Mischung aus Vorder- und Hintergrundfarbe aus.
  • Der Strukturierungsfilter: Mit Struktur versehen (Seite 880) webt eine Struktur in den Untergrund.

Abbildung 7.34:  Links: Ein schlichter Verlauf von Dunkelgrau zu Hellgrau wirkt hier zu glatt. Störungsfilter (Mitte) oder »Wolken«-Filter (Rechts) lockern die Oberfläche auf. Datei: Arznei

Kombinationen sind hier erlaubt, zum Beispiel Wolken plus Struktur plus Beleuchtungseffekte, wobei man dort noch einen Farbkanal mit Textur als Reliefkanal einrichten kann. Agieren Sie damit auf einer separaten Ebene und dämpfen Sie zu starke Eingriffe nachträglich mit dem Bearbeiten-Befehl Verblassen. Mit Einstellungsebenen (ab Seite 813) halten Sie Kontraste und Farben des Hintergrunds flexibel.

Abbildung 7.35:  Links: Der »Struktur«-Filter lockerte das Ergebnis des »Wolken«-Filters auf (Mitte). Dazu kamen ein Objektschatten (Rechts) und schließlich die »Beleuchtungseffekte«.

7.4 Verlaufsfunktionen

Im Folgenden besprechen wir das Verlaufswerkzeug   und den Befehl Bild: Einstellen: Verlaufsumsetzung. Sie lernen hier den Umgang mit Verläufen, wie er auch an weiteren Stellen wiederkehrt, etwa bei den Ebeneneffekten Verlaufsüberlagerung (Seite 796) und Kontur (Seite 793).

7.4.1 Verlaufswerkzeug

Das Verlaufswerkzeug   schüttet Farbe aus - und erzeugt dabei einen fließenden Übergang zwischen zwei oder mehr Farben. Die Funktion versagt bei Bildern mit 16 Bit Farbtiefe pro Farbkanal sowie bei den Modi Bitmap und Indizierte Farben. Wie auch bei den anderen Füllfunktionen gilt: Das Verlaufswerkzeug verändert Bildpunkte endgültig, der Ebeneneffekt Verlaufsüberlagerung (Seite 796) lässt sich dagegen beliebig ändern oder abschalten; dazu heben Sie den gewünschten Bildbereich zunächst auf eine eigene Ebene (vergleiche Seite 545). Auch Füllebenen bieten eine Alternative (Seite 817).

Soll der Verlauf nicht gleichmäßig über die Bildfläche gehen, sondern sich den Konturen eines Ebenenobjekts anschmiegen? Verwenden Sie den Ebeneneffekt Kontur mit der Füllung Verlauf und dem Stil Explosion (Seite 793).

Abbildung 7.36:  Oben: Verschiedene Verlaufsformen bietet Photoshop in den Optionen zum Verlaufswerkzeug an. Oben von links nach rechts: Linear, Radial, Winkelverlauf und Reflektiert. Unten: Rautenverlauf und Ebeneneffekt »Kontur« mit Füllung »Verlauf« und Stil »Explosion«.

Anwendung

So bringen Sie einen Verlauf ins Bild: Klicken Sie dort ins Bild, wo der Verlauf beginnen soll, und ziehen Sie die Maus mit gedrückter Taste an die Stelle, wo der Verlauf enden soll. Nach Loslassen der Maustaste sehen Sie das Farbenspiel.

Ist vor dem Anfangspunkt oder hinter dem Endpunkt des Verlaufs noch Platz in der Bilddatei oder in der Auswahl, dann wird sich die Farbe auch noch dorthin erstrecken - allerdings mit der reinen End- beziehungsweise Anfangsfarbe, ohne jede Mischung. Drücken Sie die Umschalt-Taste, um die Verlaufslinie auf 45-Grad-Winkel einzuschränken.

Das Verlaufswerkzeug   schafft alle Arten von Hintergründen oder Füllungen. Graustufenverläufe sind nützlich in Alphakanälen oder Ebenenmasken, um einen Bildteil stufenlos auszublenden; sie lassen sich dort durch Kontrast- und Helligkeitsregler weiter anpassen. Verläufe wirken jedoch leicht zu glatt; sie können mit verschiedenen Mitteln lebendiger gestaltet werden (siehe Seite 549). Interessante Überblendeffekte ergeben sich, wenn Sie mehrere Farbverläufe hintereinander in den gleichen Bildbereich malen und dabei verschiedene Richtungen und Mischmodi probieren.

7.4.2 Optionen für die Verlaufsfunktionen

Folgende Möglichkeiten bieten die Leiste zum Verlaufswerkzeug   wie auch der Befehl Verlaufsumsetzung:

  • Mit der Option Umkehren drehen Sie die Richtung des Verlaufs um.
  • Wenn die Option Dither eingeschaltet ist, werden die Farbübergänge durch Dithering-Streuraster geglättet. Es ergeben sich glattere Verläufe mit schmaleren Abschnitten, Streifenbildung wird vermieden. Wenden Sie allerdings eine Tontrennung (Seite 508) auf den entstandenen Verlauf an, um zum Beispiel eine Graustufentreppe zu erzeugen, entstehen gezackte Kanten.

Nur beim Verlaufswerkzeug  , nicht aber bei der Verlaufsumsetzung finden Sie folgende Vorgaben:

  • Um die Transparenzmaske für den Verlauf auszuschalten und alle Farben mit gleicher, per Schieberegler angewählter Deckkraft aufzutragen, wählen Sie die Transparenz ab.
  • Sie wählen verschiedene Formen wie Radial oder Linear (Beispiele siehe oben).
  • Wie immer und überall bestimmen Sie Deckkraft und Überblendverfahren (Details ab Seite 536).

Der Ebeneneffekt Verlaufsüberlagerung bietet ebenfalls das Umkehren und darüber hinaus die Funktion Skalierung, die den Verlauf staucht oder dehnt:

  • Werte über 100 Prozent sorgen dafür, dass die Anfangs- und Endfarben nicht mehr auf der Ebene erscheinen; die mittleren Tonwerte erhalten mehr Ausbreitung. Verläufe mit transparenten Bereichen wirken eventuell größer.
  • Werte unter 100 Prozent sorgen dafür, dass die Anfangs- und Endfarben an den Rändern der Ebene viel Platz einnehmen, der Übergang zur nächsten Farbe beginnt nicht sofort. Verläufe mit transparenten Bereichen wirken eventuell kleiner.

Abbildung 7.37:  In den Verlaufsoptionen wählen Sie eine Form und einen Verlauf aus. Über das Menü laden Sie neue Verlaufssammlungen. Klicken Sie auf den oberen, breiter dargestellten aktiven Verlauf, um das Dialogfeld »Verläufe bearbeiten« zu starten.

Verläufe verwalten

Die Kollektion der »Vorgaben«, die bei den verschiedenen Verlaufsfunktionen erscheinen, lässt sich nach eigenem Geschmack ändern. Sie können die aktuelle Sammlung durch weitere neu angelegte oder gespeicherte »Vorgaben« für Verläufe ergänzen oder ersetzen. Alle Bibliotheken, die Sie im Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben/Verlaufsdateien« sichern, werden unmittelbar im Verläufe-Menü zum Laden angeboten; dieses Menü erreichen Sie über das eingekreiste Dreieck   neben dem »Vorgaben«-Bereich. Weitere Details zur Verwaltung und Darstellung der Verläufe und anderer Vorgaben wie Werkzeugspitzen oder Ebenenstil besprechen wir ausführlich ab Seite 57.

7.4.3 Farbmarken im Verlauf bearbeiten

Sie können die mitgelieferten Verläufe vielseitig umgestalten und neu speichern. Auf verschiedene Arten gelangen Sie an das Dialogfeld Verläufe bearbeiten:

  • Klicken Sie in den Optionen zum Verlaufswerkzeug   auf den aktiven, dauerhaft sichtbaren Verlauf.
  • Klicken Sie im Dialogfeld zum Befehl Verlaufsumsetzung auf den Verlauf.

Sie bearbeiten zwei Haupteigenschaften des Verlaufs:

  • Sie legen Farbmarken fest, zwischen denen Photoshop Übergänge erzeugt.
  • Sie legen transparente, halbtransparente und voll deckende Abschnitte des Verlaufs fest.

Wie stets macht die Alt-Taste aus der Abbrechen-Schaltfläche ein Zurück, Strg+Z annulliert den allerletzten Eingriff.

Neue Farben

Im Dialogfeld Verläufe bearbeiten klicken Sie im Vorgaben-Bereich auf den Verlauf, den Sie weiterbearbeiten möchten. Um den ursprünglichen Verlauf beizubehalten, duplizieren Sie den vorhandenen Verlauf mit der Schaltfläche Neu und benennen ihn. Alternativ klicken Sie auf den leeren Bereich im Vorgaben-Feld oder verwenden das Kontextmenü über den Vorgaben-Feldern. Wählen Sie als Verlaufstyp zunächst Durchgehend, für die Glättung 100 Prozent.

Klicken Sie eines der Symbole unter, nicht über dem Verlaufsbalken an, um mit der Bearbeitung der Farben zu beginnen. Das Dreieck (»das Dach«) über diesem Kästchen füllt sich schwarz, um zu signalisieren, dass Sie diesen aktuellen Punkt im Verlauf bearbeiten. Das Feld Position meldet die Position des aktivierten Punkts. Auf folgende Arten richten Sie die Farbe für den aktivierten Punkt im Verlauf ein:

  • Klicken Sie auf das Farbe-Rechteck oder auf die verschiebbare Farbmarke, um im Farbwähler eine neue Farbe auszuwählen (Details zum Farbwähler ab Seite 528).
  • Öffnen Sie das Menü neben dem Farbe-Feld mit der dreieckigen Schaltfläche    . Photoshop bietet hier die aktuelle Vordergrund- und Hintergrund-Farbe für den aktivierten Punkt des Verlaufs an. Die entsprechenden Farbmarkierungen unter dem Verlauf zeigen nun spezielle Kennzeichnungen. (Achtung: Der Verlauf wechselt jedes Mal sein Aussehen, wenn Sie Vordergrund- oder Hintergrundfarbe ändern. Details zu Vorder- und Hintergrundfarbe finden Sie ab Seite 526.) Wenn Sie von Vordergrundfarbe oder Hintergrundfarbe wieder umschalten wollen zu einem dauerhaft fixierten Tonwert, machen Sie im Menü des Farbe-Feldes die Angabe Benutzerdefinierte Farbe. Photoshop setzt nun die aktuelle Vorder- oder Hintergrundfarbe als neue Benutzerdefinierte Farbe ein; sie wird sich bei Bearbeitung von Vorder- oder Hintergrundfarbe nicht mehr verändern.
  • Bewegen Sie den Mauszeiger über die Verlaufsleiste oder über das aktive Bild; der Zeiger verwandelt sich in eine Pipette  , mit der Sie einen Farbton aufnehmen.

Abbildung 7.38:  Links: Hier bearbeiten wir die Farbtöne eines Verlaufs und ihre Position. Sie erkennen Farbmarken für »Benutzerdefinierte Farbe« sowie für Vorder- und Hintergrundfarben. Die Rauten kennzeichnen den 50-Prozent-Übergang zwischen zwei festgelegten Farben.  Rechts: Im Bereich oberhalb des Balkens legen Sie fest, welche Abschnitte des Verlaufs transparent erscheinen.

Farben hinzufügen und entfernen

Neue Farbmarken fügen Sie ganz einfach hinzu: durch einen Mausklick an der gewünschten Stelle unter der Verlaufsleiste. Unerwünschte Farbmarken ziehen Sie aus dem Dialogfeld heraus. Auch die Entf-Taste entsorgt die aktive Farbmarke, denselben Job erledigt zudem die Schaltfläche Löschen.

Farbposition festlegen

Sie können die Marken für die einzelnen Farben unter der Verlaufsleiste beliebig mit der Maus oder mit den Pfeil-Tasten verschieben oder durch Dateneingabe im Feld Position korrigieren. Verschieben Sie zum Beispiel die Marke für die Anfangsfarbe von Position 0 auf Position 20 Prozent, erzeugt Photoshop die ersten 20 Prozent des Verlaufs mit reiner Anfangsfarbe ohne jede Mischung.

Farbübergänge regeln

Zunächst liegt der 50-Prozent-Übergang zwischen zwei Farben auch genau auf halber Strecke zwischen diesen beiden Tonwerten. Diese Mittelstellung lässt sich jedoch mit dem Rauten-Symbol verschieben; die Rauten erscheinen zwischen zwei Farbmarken, eine aktivierte Raute stellt Photoshop schwarz gefüllt und nicht licht dar. Zu sehen sind stets höchstens zwei Rauten links und rechts von der aktiven Farbmarke.

Verschieben Sie die Raute mit der Maus oder tippen Sie für die aktivierte Raute eine neue Position ein; die Angabe bezieht sich hier auf die Position zwischen den zwei umgebenden Farbmarken.

Das Glättung-Feld glättet bei hohen Werten bis hin zu 100 Prozent die Übergänge über den gesamten Verlauf hin. Niedrige Werte führen zu geringfügig härteren Übergängen.

Abbildung 7.39:  Das Verlaufswerkzeug erzeugt einen stufenlosen Übergang zwischen zwei oder mehr Farben in ausgewählten Bild teilen. Der Mischmodus »Farbton« erhält hier die Strukturen des darunter liegenden Bild es. Datei: Gitarre

7.4.4 Transparenz bearbeiten

Die Transparenzmaske gehört zu jedem Verlauf. Sie bestimmt die Deckkraft an verschiedenen Punkten des Verlaufs. Um die Transparenzmaske zu bearbeiten, bearbeiten Sie die Marken oberhalb, nicht unterhalb des Verlaufsbalkens im Dialogfeld Verläufe bearbeiten. Eine schwarze Marke signalisiert: In diesem Bereich herrscht volle Deckkraft. Ein weißes Kästchen zeigt 0 Prozent Deckkraft an, in diesem Bereich ist der Verlauf komplett durchsichtig. Grautöne stehen für halbtransparente Zonen. Auch die Karos im Verlaufsbalken signalisieren durchsichtige Bereiche. Die aktive Transparenzmarke ist durch ein schwarz gefülltes Dreieck hervorgehoben.

Transparenz ändern

So verändern Sie die Deckkraft an der aktiven Transparenzmarke:

  • Tragen Sie einen neuen Wert im Feld Deckkraft ein.
  • Führen Sie den Mauszeiger über den Verlauf oder über das Bild. Dort nehmen Sie eine neue Transparenz mit der Pipette   auf. Dabei berücksichtigt Photoshop nur die Deckkraft der aktuellen Ebene.

Weitere Möglichkeiten

Die weiteren Möglichkeiten im Bereich »Transparenz« ähneln der Bearbeitung der Farbwerte, die wir oben ausführlich besprochen haben:

  • Durch Verschieben oder durch Dateneingabe im Feld Position platzieren Sie die Transparenzmarke um.
  • Klicken Sie über den Balken, um neue Transparenzmarken zu setzen.
  • Überflüssige Transparenzmarken ziehen Sie aus dem Dialogfeld heraus oder löschen sie per Entf-Taste.
  • Mit der Raute platzieren Sie den 50-Prozent-Übergang zwischen zwei festgelegten Deckkraft-Vorgaben.

Um die Maske komplett auszuschalten und die Farben voll deckend aufzutragen, wählen Sie die Transparenz in den Optionen zum Verlaufswerkzeug   ab. Mitunter ist es einfacher, einen Verlauf ohne Transparenzmaske auf eine eigene Ebene aufzubringen und die Mischung mit dem Hintergrund per Ebenenmaske, Überblendmodus oder Verbergen eines Tonwertbereichs zu regeln.

Abbildung 7.40:  Links: Das Verlaufswerkzeug erzeugt hier einen stufenlosen Farbübergang nur zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe.  Rechts: Wenn Sie das Werkzeug nur über den oberen Teil des Bild es führen, geht der Verlauf früh zur Hintergrundfarbe über.  Unten: Der rechte Rand des Verlaufs wurde als transparent festgelegt.

7.4.5 Verlauf mit »Störung«

Photoshop produziert beim Verlaufswerkzeug   Zufallsverläufe auf Basis des aktivierten Verlaufs. Dazu wählen Sie im Klappmenü Verlaufstyp die Vorgabe Störung. Folgende weitere Möglichkeiten haben Sie:

  • Der Regler Kantenunschärfe bestimmt, wie hart die Grenze zwischen den zahlreichen Tonwerten ausfällt. Hohe Werte bis hin zu 100 sorgen für markante Stufen, niedrige Werte bis herunter zur Null für fließend weiche Übergänge.
  • Legen Sie im Klappmenü Farbmodell ein Farbschema fest.
  • Die Option Farben beschränken verhindert, dass zu gesättigte Farben in den Verlauf geraten.
  • Transparenz hinzufügen macht den Verlauf nach einem Zufallsschema halbtransparent.
  • Die Schaltfläche Zufallsparameter produziert weitere Varianten des Verlaufs nach dem Zufallsprinzip.

Abbildung 7.41:  Links: Nach dem HSB-Modell (vergleiche Seite 489) schränken wir das Farbspektrum des Verlaufs mit »Störung« auf Farben zwischen Blau und Rot ein. Mit dem Helligkeitsregler schließen wir dunkle Tonwerte generell aus. Ein »Kantenunschärfe«-Wert von nur 40 sorgt für weiche Übergänge.  Rechts: Nach dem RGB-Modell lassen wir in diesem Verlauf nur dunkle, also schwache Rotanteile zu. Grün und Blau sind dagegen nur mit hellen, kräftigen Anteilen vertreten. Ein »Kantenunschärfe«-Wert von 100 erzeugt markante Stufen zwischen den verwendeten Farbwerten.

»Farbmodell«

Im Bereich Farbmodell legen Sie fest, welche Farbtöne der gestörte Verlauf generell enthält. Sie sehen Balken für Farbeigenschaften wie »Sättigung« oder »Grundfarbe Rot«. Jede Eigenschaft kann generell in 256 unterschiedlichen Abstufungen vorkommen. Durch Verschieben der Dreiecke unter den Balken nach innen schränken Sie diese Variationsbreite nach Bedarf ein; Photoshop verwendet nur den Bereich innerhalb der Dreiecke. Zwei Beispiele:

  • Wählen Sie das HSB-Modell (Details ab Seite 489). Mit den zwei Dreiecken unter dem H-Regler (H für »Hue«, Farbton) legen Sie fest, welche Farbtöne der Verlauf enthalten darf. Nur die Farbtöne zwischen den beiden Dreiecken erscheinen im Verlauf, zum Beispiel nur ein Bereich zwischen Blau und Rot. Im Bereich B (für »Brightness«, Helligkeit) bestimmen Sie, ob alle Helligkeitsstufen zulässig sind oder beispielsweise nur hellere Tonwerte - dann grenzen Sie diesen Bereich mit den zwei Dreiecken ein.
  • Oder: Wählen Sie das RGB-Modell (Details ab Seite 433). Um die Grundfarbe Rot aus dem Verlauf weitgehend auszuschließen, ziehen Sie das rechte, lichte Dreieck unter dem R-Balken nach links, in den dunkleren Bereich. Um die Grundfarbe Blau nur in kräftigen, hellen Tönen zu verwenden, ziehen Sie das schwarze Dreieck von links weit nach rechts herüber.

Abbildung 7.42:  Verlaufswerkzeug versus »Verlaufsüberlagerung«: Für dieses Bild haben wir zweimal das Verlaufswerkzeug verwendet. Der Regenbogen entstand mit der Vorgabe »Radial« und mit dem Verlauf »Regenbogen« aus der Bibliothek »Spektrum«. Dazu kommt die Füllmethode »Hartes Licht« und eine Reduzierung der Deckkraft auf 50 Prozent. Eine Ebenenmaske - erkennbar in der Ebenenpalette rechts oben - verbirgt den unteren Teil des Regenbogens; in die Ebenenmaske haben wir einen Schwarzweißverlauf mit einem sehr kurzen Übergang eingesetzt, der den Regenbogen auf der Horizontlinie weich ausblendet. Datei: Land

Abbildung 7.43:  Das gleiche Bild ergebnis lässt sich auch mit dem Effekt »Verlaufsüberlagerung« erzielen: Die Ebene für den Verlauf wird zunächst mit Grau gefüllt - dies ist die »neutrale Farbe« (vergleiche Seite XX) für die Füllmethode »Hartes Licht«, die für eine Mischung von Regenbogen und Hintergrund sorgt. Nach einem Klick auf den Namen der »Ebene 1« richten wir im Dialogfeld »Ebenenstil« den Effekt »Farbüberlagerung« ein, wieder mit dem Verlauf »Regenbogen«. Die Größe des Regenbogens passen wir mit dem »Skalierung«-Regler an. Alle Eigenschaften lassen sich jederzeit ändern. Datei: Land_2

7.4.6 »Verlaufsumsetzung«

Der Befehl Bild: Einstellen: Verlaufsumsetzung wendet einen Verlauf auf die Helligkeitsstufen Ihres Bildes an: Die Farben links im Verlauf ersetzen die dunklen Tonwerte Ihrer Vorlage, die Farben rechts im Verlauf überlagern die hellen Tonwerte. Sie müssen den Befehl nicht unmittelbar auf eine »Hintergrund«-Ebene anwenden - als Alternative bietet sich eine abschaltbare Einstellungsebene an, die Sie am schnellsten über die Schaltfläche Neue Füllebene oder Einstellungsebene   in der Ebenenpalette einrichten (vergleiche Seite 813). Durch einen Klick auf den Verlaufsbalken laden Sie das Dialogfeld Verlauf bearbeiten (siehe oben), die Schaltfläche mit dem gekippten Dreieck zeigt die aktuelle Bibliothek mit Verläufen.

Abbildung 7.44:  Der Befehl »Bild : Einstellen: Verlaufsumsetzung« wendet Farbverläufe auf die Helligkeitswerte einer Bild datei an.

Die Funktion garantiert verblüffende Farbeffekte, sie eignet sich für effektvolles Einfärben oder behutsames Tonen von Graustufenbildern, die Sie zunächst mit dem Untermenü Bild: Modus in einen Modus wie RGB-Farbe bringen. Drehen Sie bei Bedarf die Farbverhältnisse mit der Option Umkehren um. Verwandeln Sie Ihre Vorlage im Anschluss an den Befehl Verlaufsumsetzung probehalber in ein Negativ (Bild: Einstellen: Umkehren, Strg+I) oder testen Sie eine Farbton-Verschiebung mit dem Befehl Bild: Einstellen: Farbton/Sättigung (Strg+U, Seite 488).

Abbildung 7.45:  Diese Bild er entstanden mit dem Befehl »Verlaufsumsetzung«. Vorlage: Tastatur

Achten Sie darauf, dass Ihr Bild vorab bereits einen hohen Tonwertumfang zeigt, nutzen Sie zum Beispiel die Auto-Schaltfläche des Befehls Tonwertkorrektur (Strg+L).

7.5 Werkzeugspitzen

Wie dick oder dünn sich die Mal- und Retuschewerkzeuge in der Bilddatei auswirken, das regeln Sie mit den »Vorgaben« für die Werkzeugspitzen. Sie erscheinen in den Optionen zu den entsprechenden Werkzeugen, etwa bei Pinsel   oder Kopierstempel  . So blenden Sie die »Vorgaben« ein:

  • mit dem gekippten Dreieck   in der Optionenleiste neben dem Symbol für die aktuelle Werkzeugspitze;
  • per Umschalt-Rechtsklick über der Bilddatei (am Mac per Umschalt-Ctrl-Klick).

Sie stellen ein, wie breit, wie hart, wie intensiv und mit welcher Pinselform Farbe aufgetragen wird, und Sie konstruieren Ihre eigene Werkzeugspitze. Photoshop merkt sich die letzte Einstellung für jedes einzelne Werkzeug; bei neuerlicher Anwahl des Instruments erhalten Sie also wieder jene Werkzeugspitze, die Sie für dieses spezielle Gerät zuletzt genutzt hatten. ImageReady bietet weniger Möglichkeiten, so dass wir uns im Folgenden auf Photoshop konzentrieren.

Abbildung 7.46:  In den Optionen zum Pinsel und zu anderen Mal- und Retuschewerkzeugen legen Sie die gewünschte Werkzeugspitze fest.

Die aktive Spitze erscheint eingerahmt. Die kleineren Spitzen zeigt Photoshop in 100-Prozent-Größe. Halten Sie Ihre Datei im 100-Prozent-Maßstab daneben (Strg+Alt+0), können Sie die Reichweite der Spitze bereits ermessen. Überbreite Spitzen, die nicht mehr in die Kästchen passen, erscheinen verkleinert, darunter schreibt Photoshop den Pixeldurchmesser. Wo die Spitzen nach Grau hin verblassen, tragen sie nur noch mit verminderter Deckkraft Farbe auf. Durch Klick aktivieren Sie eine andere Spitze.

Photoshop sollte die Pinselspitze beim Malen nicht als Werkzeuglogo oder Fadenkreuz abbilden, sondern als Kontur in der Originalgröße - den Auftrag erteilen Sie in den Voreinstellungen: Bildschirm- und Zeigerdarstellung (Strg+K, dann Strg+3, siehe Seite 141). Diese Werkzeugspitzenkontur rahmt freilich nur jenen Bereich ein, der mit mindestens 50 Prozent Deckkraft aufträgt: sie gibt also keinen genauen Aufschluss, bis wohin sich der weiche Rand eines Werkzeugs erstreckt.

7.5.1 Werkzeugspitzen verwalten

Photoshop liefert attraktive »Vorgaben« für Werkzeugspitzen in »Bibliotheken« mit; sie lassen sich wie immer per Palettenmenü laden. Sie können die aktuelle Sammlung durch weitere gespeicherte »Vorgaben« für Verläufe ergänzen oder ersetzen und Sie können eigene Kollektionen speichern. Ausführlich besprechen wir die Verwaltung und die Darstellung von »Vorgaben« und »Bibliotheken« ab Seite 57. Mit Punkt- und Komma-Taste wechseln Sie zwischen den Werkzeugspitzen der aktuellen Bibliothek, ohne diese Spitzen erst anklicken zu müssen.

7.5.2 Werkzeugspitzen verändern

Photoshop unterscheidet zwei Arten von Werkzeugspitzen:

  • »Standardwerkzeugspitzen« sind rund oder elliptisch und bieten alle Einstellmöglichkeiten.
  • »Eigene Werkzeugspitzen« basieren auf beliebigen Bilddateien, zeigen also beliebige Formen, und lassen sich weniger regeln.

So gelangen Sie in das Dialogfeld, mit dem Sie beide Arten von Werkzeugspitzen verändern:

  • Klicken Sie auf das Symbol für die aktuelle Werkzeugspitze in der Optionenleiste; oder
  • wählen Sie im Kontextmenü zum Mal- oder Retuschewerkzeug den Befehl Werkzeugspitze bearbeiten.

Alle Änderungen in den Optionen zur Werkzeugspitze werden sofort vom Werkzeugspitzen- Symbol der Optionenleiste umgesetzt. Die folgenden Möglichkeiten haben Sie.

Durchmesser

Als Durchmesser nennen Sie die Werkzeuggröße in Pixeln; bis 999 sind möglich. Größere Werkzeugspitzen stellt Photoshop nicht mehr in der Originalgröße in der Bibliothek dar.

Kantenschärfe

Die Kantenschärfe bestimmt, wie stark Ihr Werkzeug zu den Rändern hin aufweicht und dort nur noch schwache Wirkung zeigt. Je kleiner der Wert, desto diffuser der Rand. Doch selbst bei 100 Prozent Kantenschärfe erhalten Sie noch eine hauchdünne Kantenglättung. Knallharte Ränder ohne jeglichen halbtransparenten Übergang produziert Photoshop nur mit rechteckigen Werkzeugspitzen oder mit dem Buntstift  . Das Menü zur Werkzeugspitzen-Bibliothek bietet die Quadratischen Spitzen an.

Malabstand

Der Malabstand, sofern angekreuzt, reguliert die Dichte des Auftrags über die Länge des Pinselstrichs hinweg. Geben Sie hohe Werte ein, gerät der Strich sprenkelig, da mehr Pixel frei bleiben; niedrige Werte erzeugen einen durchgehenden Strich. Pinseln Sie zum Beispiel mit einem Logo, ist ein hoher Abstand wichtig, damit die Einzelbilder nicht ineinander laufen. Ist die Option abgewählt, hängt der Malabstand von der Mausbewegung ab: Je schneller Sie ziehen, umso löchriger wird die Linie.

Winkel

Der Winkel verrät, wie stark die Hauptachse einer elliptischen Werkzeugspitze gegenüber der Horizontalen geneigt ist, anders gesagt, wie schräg die Spitze ausfällt. Sie können den Wert eintippen oder direkt die Achse im Vorschau-Feld an den Griffpunkten verdrehen. Eine schräge, elliptische Spitze ist für kalligrafische Effekte gut.

Rundung

Als Rundung tippen Sie ein, ob Sie einen Kreis (100%) oder eine mehr oder weniger schmale Ellipse wollen. Das Werkzeug lässt sich wiederum auch direkt an den Griffen zurechtstauchen.

7.5.3 Einstellungen

Sie können bestimmte Eigenschaften des Pinselstrichs variieren, ohne eigens die Werkzeugspitze zu wechseln. Dazu öffnen Sie mit der Schaltfläche Einstellungen   das gleichnamige Dialogfeld.

Wenn Sie Photoshop eine Monitorfläche von weniger als 800 Bildschirmpunkten Breite zugestehen, ist die Einstellungen-Schaltfläche halb oder ganz unsichtbar.

Abbildung 7.47:  Zu den Optionen der Malwerkzeuge gehören auch die »Einstellungen« (ganz rechts). Hier legen Sie fest, ob sich der Pinselstrich über eine bestimmte Strecke oder gesteuert durch den Andruck des Grafikstifts verändern soll.

Steuerung der Variation

Die Eigenschaften Grösse, Farbe und Deckkraft lassen sich per Klappmenü auf die folgenden Arten steuern:

  • Wählen Sie Stiftandruck, wenn Sie ein druckempfindliches Grafiktablett verwenden (etwa vom Hersteller Wacom). Sie steuern Grösse, Farbe und Deckkraft durch Druck auf den Grafikgriffel.
  • Die Option Verblassen ist der Ersatz für das Grafiktablett. Dabei verändern sich Grösse, Deckkraft oder Farbe nicht per Andruck, sondern über eine bestimmte Wegstrecke hin, die Sie mit einem Wert von 0 bis 9999 festlegen. Je höher die Verblassungsrate, desto länger der Pinselweg, bevor sich die Farbe wesentlich verändert.

Strich-Eigenschaften

Für das Grafiktablett gilt:

  • Grösse macht den Farbauftrag bei zunehmendem Druck größer.
  • Farbe lässt Sie bei starkem Druck mit der Vordergrundfarbe malen, bei schwachem Druck mit der Hintergrundfarbe, bei mittlerem Zupacken mit einer Mischung (Details zu Vorder- und Hintergrundfarben ab Seite 526).
  • Deckkraft macht die Farbe bei zunehmendem Druck deckender.

Die Vorgabe Verblassen beginnt bei Grösse und Deckkraft jeweils mit dem aktuellen Wert und senkt diese Vorgaben schrittweise; die Option Farbe beginnt mit der Vordergrundfarbe und blendet zur Hintergrundfarbe über. Auch die Pinselgröße kann auf der Wegstrecke schrumpfen.

Diese Optionen lassen ein Bild handgemalter oder auch schlicht ungleichmäßiger und damit lebendiger wirken. Sie können die Wirkung noch durch eine unregelmäßige Werkzeugspitze und geschickte Wahl des Überblendverfahrens verstärken.

Tragen Sie niedrige Verblassen-Werte für Grösse und Deckkraft ein, schrumpft der Pinselstrich schnell zu einem Nichts, eventuell entsteht nur ein einziger Punkt.

7.5.4 Übersicht: Eigene Werkzeugspitzenform definieren

Leicht laden Sie Teile einer Bilddatei als Werkzeugspitze. Je dunkler diese Bildteile sind, umso stärker ihre Deckkraft als Pinsel. Ein grauer Bildteil als Werkzeugspitze trägt schwarze Farbe nur grau (halbtransparent) auf, weiße Pinselzonen bringen gar keine Farbe oder Veränderung ins Bild. Als eigenen Pinsel laden Sie etwa ein Piktogramm, ein Firmenlogo oder auch eine Struktur. So geht's:

1. Bearbeiten Sie den Bildteil, der zur Werkzeugspitze werden soll, zum Beispiel mit Kontrastkorrektur oder Größenänderung.
2. Wählen Sie den gewünschten Bildteil mit dem Auswahlrechteck   aus; stellen Sie dabei die Weiche Kante auf 0 Pixel. Maximale Größe: 1000x1000 Pixel; die Größe entnehmen Sie der Informationspalette (F8).
3. Wählen Sie Bearbeiten: Werkzeugspitze festlegen. Geben Sie einen Namen für die neue Werkzeugspitze an

Die neue Werkzeugspitze erscheint in der aktuellen Bibliothek als Vorgabe. Sie können nun noch den Malabstand regeln (siehe oben). Die Werkzeugspitze wird auch nach dem nächsten Programmstart angeboten.

Sie können bei selbst definierten Werkzeugspitzen die Größe nicht per Schieberegler ändern. Planen Sie also eventuell Ihre eigene Werkzeugspitze gleich in mehreren festen Größen ein.

7.5.5 Tipps für die eigene Werkzeugspitze

Werfen Sie einen Blick auf die folgenden Tipps, bevor Sie die erste eigene Werkzeugspitze schnitzen.

Größe regeln

Die meisten Bildelemente sind zunächst viel zu groß, um als Werkzeugspitze durchzugehen - Sie kleistern mit dem ersten Strich das ganze Bild zu. Darum fertigt man mit Bild: Duplizieren ein Duplikat des Bildes, das mit dem Bild-Befehl Bildgröße heruntergerechnet wird; für weiche Kanten und Vermeidung des Treppeneffekts verwenden Sie Bikubisch als Interpolationsmethode. Alternative: Skalieren Sie die Auswahl drastisch herunter, zum Beispiel mit Strg+T. Nach der Größenänderung empfiehlt sich eventuell ein Scharfzeichner.

Weißes Umfeld

Das Umfeld der Pinselspitze sollte auf Weiß stehen, damit die Kontur gut herauskommt und der Pinsel nicht ein komplettes Quadrat ausmalt. Alternative: Sie markieren nur das Objekt selbst mit einer Freiform-Maske, zum Beispiel die Lippen, ohne jedes Drumherum.

Abbildung 7.48:  Ein niedriger Malabstand lässt die Pinselformen ineinander fließen, nur hohe Werte lassen alle Konturen erkennen. Blasser Farbauftrag zeigt, dass die zugrunde liegende Bild datei kein tiefes Schwarz enthielt (sofern Sie mit 100 Prozent Deckkraft arbeiten). Am quadratischen Pinselauftrag erkennen Sie, dass die gewünschte Figur nicht freigestellt wurde.

Deckkraft steuern

Damit der Pinsel kräftig aufträgt, sollte er einige schwarze Partien zeigen - nur die haben später eine Deckkraft von 100 Prozent. Wechseln Sie vor den folgenden, empfehlenswerten Eingriffen am besten schon in den Graustufenmodus:

  • Um eine gut deckende Werkzeugspitze zu erzeugen, nutzen Sie etwa den Befehl Tonwertkorrektur aus dem Bild-Menü Einstellen (Strg+L, ab Seite 469): Drücken Sie auf die Auto-Schaltfläche; oder schieben Sie den Schwarzregler links so weit nach innen, bis er mindestens die äußersten linken Balken im Histogramm erreicht; oder klicken Sie einen dunklen Bildpunkt mit der Schwarzpipette an, um diesen Tonwert auf Schwarz abzusenken. Damit wird das Bild deutlich dunkler, doch bleibt Zeichnung erhalten.
  • Wollen Sie dagegen einen komplett schwarzen Pinsel ohne jede Zeichnung, verwenden Sie den Schwellenwert-Befehl aus dem Untermenü Bild: Festlegen. Sie vermeiden die dabei entstehenden krachharten Ränder, wenn Sie alternativ den Befehl Helligkeit/Kontrast mit Höchstwerten wie »97« für Kontrast und variablen Werten für Helligkeit einsetzen - aber nur im Graustufenmodus (vergleiche Seite 504).

Brauchen Sie später einen blassen Pinsel, nehmen Sie die Deckkraft in den Optionen des jeweiligen Werkzeugs zurück.

Abbildung 7.49:  So entsteht die eigene Werkzeugspitze. Links: Der Mund wird mit Auswahl- und Zeichenstift-Werkzeugen markiert.  Rechts: Die freigestellte Form wird mit der Funktion »Bearbeiten: Transformieren« drastisch verkleinert. Wir dunkeln das Motiv zudem stark ab, so dass später ein stark deckender Farbauftrag zu erwarten ist. Bevor wir den Bereich als Werkzeugspitze festlegen können, wählen wir ihn mit dem Auswahlrechteck aus. Dateien: Mund, Mund_2

Abbildung 7.50:  Links: Der Befehl »Bearbeiten: Werkzeugspitze festlegen« erzeugt eine neue Vorgabe in der aktuellen Werkzeugspitzen-Bibliothek.  Rechts: Der Pinsel erscheint über der Bild datei bereits in der tatsächlichen Größe und Form, wenn Sie in den »Voreinstellungen« die »Größe der Spitze« vorgeben (vergleiche Seite XX). Vorlage: Toni

7.6 Mal- und Retuschewerkzeuge

Malen und Retuschieren ist denkbar einfach:

1. Klicken Sie auf ein Malwerkzeug wie Pinsel   oder Airbrush  .
2. Führen Sie das Werkzeug mit gedrückter Maustaste durch die Bilddatei. Ein Strich in der gewählten Vordergrundfarbe zieht sich durchs Bild.

ImageReady bietet weniger Mal- und Retuschemöglichkeiten von Photoshop. Wir konzentrieren uns also im Folgenden allein auf Photoshop.

Abbildung 7.51:  Mal-Zeit: Ein mehrfach kopierter Pfad wird mit unterschiedlichen Werkzeugvorgaben gefüllt. Zuerst mit normalem Pinsel mit weicher Werkzeugspitze, dann mit Verblassenvorgabe in den »Einstellungen«. Der Buntstift erzeugte einen harten Strich, der Airbrush arbeitete lockerer. Der Musterstempel trug ein Blumenmuster auf, das zuvor nach einer Rechteckauswahl festgelegt worden war. Der Mund wurde als Werkzeugspitze festgelegt und mit Pinsel und hohem »Malabstand« aufgebracht.

7.6.1 Allgemeine Optionen

Mit Pinsel  , Airbrush   und Buntstift   malen Sie neue Farbe ins Bild; Abwedler  (Aufheller), Scharfzeichner , Wischfinger  , Schwamm , Nachbelichter  (Abdunkler), Kopierstempel  und Musterstempel  modeln eher vorhandene Pixel um.

Doch zahlreiche Einstellungen und Kurztasten gleichen sich bei allen Mal- und Retuschewerkzeugen: Zum einen arbeiten alle Stifte & Co. mit den Vorgaben aus der Werkzeugspitzen-Bibliothek; zum anderen ähneln sich die Einstellmöglichkeiten, die Sie in den Werkzeugoptionen vorfinden. Die folgenden Tipps erleichtern die Arbeit mit den Werkzeugen.

Darstellung

Alle Mal- und Retuschewerkzeuge stellt Photoshop auf unterschiedliche Art über der Bilddatei dar: als Werkzeugsymbol, als Fadenkreuz oder - am besten - als Konturlinie in der Originalgröße der gewählten Werkzeugspitze. Wie Photoshop das Werkzeug anzeigt, regeln Sie in den »Voreinstellungen« (Strg+K, dann Strg+3, vergleiche Seite 141). Auch die Feststell-Taste wechselt zwischen den Anzeigearten.

Gerade Verbindung

Zu den universellen Kurzschaltern der Mal- und Retuschewerkzeuge gehört die Umschalt-Taste: Sie klicken einen Farbtupfer ins Bild, lassen die Maus los und klicken andernorts erneut mit gedrückter Umschalt-Taste - Photoshop wird die zwei Punkte mit einer geraden Linie verbinden. Klicken und Umschalt-Ziehen führt zum gleichen Ziel.

Wechsel zu Pipette und Farbaufnehmer-Werkzeug

 

Eine Alt-Taste beim Malwerkzeug wechselt vorübergehend zur Pipette  , mit der Sie eine neue Vordergrundfarbe aus dem Bild aufgreifen können. Sobald Sie die Alt-Taste freigeben, können Sie mit dem neuen Tonwert malen (Details ab Seite 527). Alt+Umschalt verhilft zeitweilig zum Farbaufnehmer-Werkzeug  (Seite 112).

Wechsel per Kurztaste

Alle Werkzeuge lassen sich am schnellsten per Kurztaste einschalten, zum Beispiel B wie Brush für den Pinsel  , S für die Stempel. Werkzeuge, die sich ein Fach in der Werkzeugleiste teilen, etwa Pinsel und Buntstift  , haben auch eine gemeinsame Kurztaste. Per Umschalt+B wechseln Sie dann beispielsweise zwischen Pinsel und Buntstift, sofern Sie dies nicht in den Voreinstellungen mit der Option Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden geändert haben (vergleiche Seite 139).

Abbildung 7.52:  Aus Neu mach Alt: Der Rand zu dieser Illustration wurde mit verschiedenen unruhigen Werkzeugspitzen bei wechselnder Deckkraft aufgetragen. Die Kratzer haben wir mit dem Buntstift erzeugt. Außerdem wurde die Vorlage entfärbt, mit dem Strukturierungsfilter »Körnung« bearbeitet, weichgezeichnet und mit der »Färben«-Option des Befehls »Farbton/Sättigung« koloriert. Vorlage: Mareike; Ergebnis: Mareike_2

Deckkraft und Überblendverfahren

Für die meisten Malgeräte regeln Sie außerdem Deckkraft, Druck oder Belichtung - je niedriger der Wert, der zwischen 1 und 100 liegen kann, desto geringer die Wirkung des Werkzeugs. Diese Werte lassen sich auch über die Zifferntasten einstellen - »1« steht für den niedrigen Wert »10«, »2« für 20, »0« für 100. Sie können aber auch präzise Vorgaben wie »53« machen. (Sofern Sie kein Mal- oder Retuschewerkzeug aktiviert haben, ändern diese Tastengriffe die Deckkraft der aktuellen Ebene.) Details zu den angebotenen Überblendverfahren finden Sie ab Seite 536.

Sie müssen nicht von vornherein mit Deckkraft und Überlendverfahren festlegen. Malen Sie alternativ auf einer neuen Ebene mit voller Deckkraft und Normal- Modus. Anschließend testen Sie verschiedene Deckkraft- und Überblendeinstellungen für diese Ebene. Dabei bleibt das ursprüngliche Motiv erhalten. Weitere Alternative zur Arbeit mit niedriger Deckkraft: Malen Sie mit hoher Deckkraft und reduzieren Sie die Deckkraft nachträglich mit dem Protokollpinsel ; für dieses Werkzeug stellen Sie eine niedrige Deckkraft ein, damit es den vorherigen Pinselstrich nur abschwächt, aber nicht gänzlich auslöscht. Details zum Protokollpinsel finden Sie ab Seite 105.

Ebenentechnik

Sofern Sie an einem Bild mit mehreren Ebenen arbeiten: Bei Wischfinger, Weichzeichner und Scharfzeichner wie auch bei den Stempeln malen Sie zunächst nur auf der gewählten aktiven Ebene. Möchten Sie aber Pixel aus einer Ebene in die andere kopieren oder wischen, dann weisen Sie Photoshop in den Werkzeugoptionen an, dass er Alle Ebenen einbeziehen muss.

Malen nach Pfaden

Mit der Pfadpalette definieren Sie einen Pfad, an dem sich Mal- oder Retuschewerkzeuge mit beliebigen Einstellungen und Malmodi entlangarbeiten. Sie müssen dann nicht immer aufs Pixel genau zielen, sondern lassen nach Erstellung des Pfads nur noch kommod die Pfadkontur füllen (Details ab Seite 716).

Abbildung 7.53:  Ein niedriger Abstand wie 25 Prozent sorgt für dichten Farbauftrag, während hohe Werte Lücken lassen (oberes Paar). Hohe Malabstände machen vor allem Sinn bei Logos und Figuren, wenn sich die Einzelbilder nicht überlappen sollen (mittleres Paar). Der Farbauftrag kann auch zur Hintergrundfarbe übergehen oder transparent auslaufen (unteres Paar). Bei allen Beispielen wurde das Pinsel-Werkzeug mit nassen Kanten im Modus »Multiplizieren« verwendet.

Transparente Bereiche

Malen Sie auf einer Ebene mit transparenten Bereichen ohne jede Pixel, dann beachten Sie die Option Transparente Pixel fixieren  in der Ebenenpalette. Wollen Sie in der gesamten Ebene einschließlich transparenter Zonen malen, wählen Sie diese Option ab. Ist diese Option dagegen aktiviert, können Sie nur bereits eingefärbte Bildteile anstreichen, aber keine neue Farbe in leere Zonen bringen (vergleiche Seite 761). Der Mischmodus Dahinter malt umgekehrt ausschließlich in transparente Bildbereiche, steht aber nur für wenige Werkzeuge zur Verfügung.

7.6.2 Standard-Malwerkzeuge

Wollen Sie Farbe aufbringen, stehen die folgenden Standardwerkzeuge zur Verfügung.

Pinsel  

Der Pinsel  (Kurztaste B, für Brush) erzeugt weichkantige Striche; er ist das universelle Malwerkzeug. Nach Doppelklick auf das Werkzeug stellen Sie in den Optionen ein, ob und nach wie vielen Pixeln der Strich verblassen oder zur Hintergrundfarbe übergehen soll - wenn überhaupt. Auch für die feinen Signale eines druckempfindlichen Grafiktabletts zeigt sich der Pinsel empfänglich. Verwenden Sie den Pinsel mit einer Werkzeugspitze von 100 Prozent Kantenschärfe, um eine geglättete Auswahlkontur im Alphakanal zu retuschieren. Soll der Pinsel absolut hart auftragen, laden Sie die rechteckigen Werkzeugspitzen (oder verwenden Sie gleich den Buntstift). Die Option Nasse Kanten simuliert Aquarellfarben - der Pinsel trägt innen leicht transparent auf und erreicht nur an den Rändern volle Deckkraft.

Wollen Sie Motivteile aus einer Bildfassung, die in der Protokollpalette noch zugänglich ist, mit künstlerischem Touch aufs Bild malen, verwenden Sie den Kunst-Protokollpinsel (siehe Seite 107).

Airbrush  

Der Airbrush  (Kurztaste J) hat die gleichen Regelmöglichkeiten wie der Pinsel  , nicht aber Nasse Kanten; er sprüht die Farbe dünn und fein auf und eignet sich für Schatten, Lichthöfe und stimmungsvolle Retuschen. Die duftige Stimmung erzeugen Sie mit reduziertem Druck (entspricht der Deckkraft). Malen Sie mehrfach übereinander, eventuell korrigieren Sie mit Photoshops Wischfinger nach.

Buntstift  

Der Buntstift  (Kurztaste B) teilt sich ein Fach der Werkzeugleiste mit dem Pinsel  . Der Buntstift erzeugt scharfkantige, freie Linien oder Figuren ohne jeden weichen Rand. Mit ihm lässt sich automatisch löschen, also die Vordergrund- durch die Hintergrundfarbe austauschen. Kommt ihm jedoch keine Vordergrundfarbe unter, setzt er die Vordergrundfarbe ein.

Der Buntstift wird vor allem bei Bitmap-Bildern verwendet, die per definitionem auf schwarze und weiße Bildpunkte beschränkt sind. Aber auch bei anderen hart konturierten Grafiken ohne Kantenglättung eignet er sich zur Retusche.

Abbildung 7.54:  Der Pinsel malt mit geglättet hartem oder mit weichem Rand (links und links außen), während der Airbrush locker aufsprüht (M. rechts). Der Buntstift (rechts außen) erzeugt harte Kanten ohne Glättung.

7.6.3 Musterstempel

Insgesamt gibt es zwei Stempelvarianten. Sie verteilen sich auf zwei Werkzeuge, die wiederum im selben Fach der Werkzeugleiste lagern:

  • Der Kopierstempel  dupliziert Bildpunkte von einer Stelle des Bildes an eine andere.
  • Der Musterstempel  pinselt ein zuvor definiertes Muster ins Bild.

Hier geht es zunächst um den Musterstempel  . Dieses Werkzeug pinselt einen Bildteil auf, den Sie zuvor als »Muster« definiert haben. Dies kann eine diffus strukturierte Oberfläche sein, aber auch ein Logo oder ein Schriftzug.

Abbildung 7.55:  Kopierstempel und Musterstempel teilen sich ein Fach in der Werkzeugleiste.

Kontext

Beachten Sie im Zusammenhang mit dem Musterstempel  auch folgende Passagen im Buch:

  • Den Kopierstempel  besprechen wir auf Seite 572.
  • Um die Verwaltung Ihrer Muster als »Vorgaben« in der Musterbibliothek geht es ab Seite 533.
  • Bibliotheken und Vorgaben allgemein diskutieren wir ab Seite 57.
  • Wie Sie eigene, nahtlos kombinierbare Muster-»Kacheln« entwerfen, erfahren Sie ab Seite 307.
  • Alles über die angebotenen Überblendverfahren lesen Sie ab Seite 536.
  • Die Wahl der richtigen Werkzeugspitze erläutert der Abschnitt ab Seite 557.
  • Alternative Funktionen: das Füllwerkzeug  (Seite 546), der Befehl Bearbeiten: Fläche füllen (Seite 548), der Ebeneneffekt Musterüberlagerung (Seite 795).

Abbildung 7.56:  Der Musterstempel pinselt Muster auf.

Anwendung

So arbeiten Sie mit dem Musterstempel  :

1. Wählen Sie in den Optionen ein Muster aus. Eventuell müssen Sie erst ein neues Muster festlegen.
2. Stellen Sie sicher, dass keine Auswahl im Bild ist, die die Ausbreitung Ihres Musters eingrenzen würde.
3. Tragen Sie das Muster mit gedrückter Maustaste auf.

Dabei haben Sie die Wahl zwischen zwei Musteroptionen. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn Sie die Maustaste loslassen und neu ansetzen:

Mit Option »Ausgerichtet«

Wenn Sie Ausgerichtet Muster aufstempeln, bedeutet dies: Sie pinseln stets eine komplette Musterkachel neben die andere. Auch wenn Sie zwischendurch loslassen und den Zeiger beliebig bewegen, werden Sie immer haarscharf eine Musterkachel neben die andere setzen, nie werden sich zwei Kacheln überlagern.

Mit dieser Option pinseln Sie Logos oder Schriftzüge auf, ohne dass sie sich überlappen. Tragen Sie einen strukturierten Hintergrund auf, der keine konkreten Elemente trägt, erhalten Sie schnell unerwünschte harte Kanten zwischen den einzelnen Kacheln; es sei denn, Sie definierten einen Musterbaustein, der sich wirklich nahtlos mehrfach aneinander setzen lässt (siehe oben »Übung: Nahtloses Muster«).

Abbildung 7.57:  Links: Die Option »ausgerichtet« setzt eine Musterkachel sauber neben die andere, auch nach Loslassen und Neu-Ansetzen. Sie erhalten jedoch harte Übergänge an den Rändern der Musterbausteine, sofern Sie nicht ein nahtlos kombinierbares Motiv verwenden.  Rechts: Wenn Sie die Option »Ausgerichtet« abschalten, überlagern sich die einzelnen Musterbausteine, sobald Sie absetzen und neu beginnen.

Ohne Option »Ausgerichtet«

Wenn Sie die Option Ausgerichtet nicht verwenden, funktioniert das Werkzeug so: Sobald Sie den Musterstempel  einmal loslassen und neu ansetzen, werden sich die zwei Kacheln überlagern. Bei diesem Verfahren ordnet Photoshop das Muster jedes Mal neu um den Mauszeiger herum an.

Diese Option ist sinnvoll, wenn Sie nur eine Hintergrundstruktur stempeln, die möglichst nicht verdächtig regelmäßig wirken soll. Weiche Werkzeugspitzen unterstützen unauffälligen Musterauftrag. Mitunter ersetzt das Auftragen eines Musters auch die Retusche mit der Kopie-Option, sofern das Motiv nur wenig Fläche zum Kopieren bietet.

Alternativen

Nicht immer sollte man sich die Kleinarbeit mit dem Musterstempel  antun. Denken Sie daran, dass Sie ein »Muster« jederzeit auch mit dem Füllwerkzeug  , mit dem Befehl Fläche füllen, mit dem Ebeneneffekt Musterüberlagerung und in Verbindung mit einer Füllebene aufbringen können. Einzelne Bereiche lassen sich immer noch mit Ebenenmasken oder Ebenen-Beschneidungspfaden verbergen.

7.6.4 Retuschewerkzeuge (Übersicht)

Mit den Retuschewerkzeugen tragen Sie keine Vordergrundfarbe auf, statt dessen verändern Sie vorhandene Bildpunkte. Es handelt sich um die Werkzeuge Wischfinger  , Radiergummi , Abwedler  , Nachbelichter , Schwamm  (also Aufheller, Abdunkler, Entsättiger), Scharfzeichner  , Weichzeichner  und Kopierstempel . Wischfinger, Weichzeichner und Scharfzeichner sowie Aufheller und Abdunkler funktionieren nicht in Bildern mit indizierten Farben oder im schwarzweißen Bitmap-Modus.

Bei Wischfinger  , Weich-  und Scharfzeichner  wie auch beim Kopierstempel  malen Sie zunächst nur auf der aktiven Ebene. Klicken Sie in den jeweiligen Werkzeugoptionen an, dass Sie Alle Ebenen einbeziehen wollen, um etwa Pixel aus der einen Ebene in die andere zu kopieren.

Denken Sie aber auch daran: Alle Retuschetools sind im Grunde nur bewegliche Filter, die Werkzeugspitze dient als mausgeführter Auswahlbereich. Oft ist es einfacher, einen Bildteil mit Lasso  und Zauberstab  auszuwählen und dann einen Scharfzeichnerfilter oder den Helligkeitsregler darauf anzuwenden, als den Ausschnitt mit Schärfe- oder Aufhellerpinsel zu traktieren. Noch komfortabler: Legen Sie zwei identische Ebenen übereinander. Korrigieren Sie die untere mit dem gewünschten Filter- oder Einstellungen-Befehl. Dann pinseln Sie per Radiergummi  oder Ebenenmaske pixelgenau Löcher dorthin in die obere Ebene, wo sich die Retusche letztlich zeigen soll. Schließlich verschmelzen Sie die obere mit der unteren Schicht per Strg+E.

Abbildung 7.58:  Links: Mit dem Wischfinger ziehen Sie Farbe durch das Bild .  Mitte: Weichzeichner und Scharfzeichner schwächen beziehungsweise erhöhen den Kontrast an Konturen.  Rechts: Der Abwedler (Aufheller) macht das Bild örtlich heller, der Nachbelichter (Abdunkler) dunkler, der Schwamm senkt oder erhöht die Farbsättigung.

7.6.5 Wischfinger

Der Wischfinger siedelt im selben Fach der Werkzeugleiste wie Scharfzeichner und Weichzeichner und teilt sich mit diesen die Kurztaste R (für Blur). Er simuliert den Effekt eines Fingers, der durch nasse Farbe gezogen wird. Der Wischfinger verschiebt die Farbe in Richtung der Mausbewegung.

Photoshop bietet variablen Druck, wenn Sie ein druckempfindliches Grafiktablett einsetzen. Ohne diese Option eignet sich der Wischfinger etwa, harte Kanten zwischen montierten Bildteilen zu verwischen - fangen Sie stets mit niedrigem Druck an. Natürlich eignet er sich auch für künstlerische Ambitionen.

Für Kreative gibt es noch die Option Fingerfarbe. Sie lässt jedes Wischmanöver mit der Vordergrundfarbe beginnen. Damit kann man handgemalte Hintergründe erzeugen. Um nur vorübergehend mit Fingerfarbe zu malen, drücken Sie die Alt-Taste.

7.6.6 Weichzeichner, Scharfzeichner

 

Weichzeichner und Scharfzeichner verringern beziehungsweise erhöhen den Kontrast zwischen Konturlinien und erzeugen so mehr oder weniger Schärfe im Bild (Kurztaste R, für Blur). Die beiden Werkzeuge teilen sich mit dem Wischfinger ein Abteil der Werkzeugleiste; durch Alt-Klick auf dieses Fach oder durch längeren Klick auf das kleine Dreieck, das das horizontale Werkzeugmenü hervorbringt, wechseln Sie zwischen den Tools. Auch mit dem Weichzeichner lassen sich recht feinfühlig Übergänge nach Montagen glätten. Ist der Untergrund jedoch körnig oder rau, wird diese Struktur vom Weichzeichner schnell zerstört, man arbeitet lieber mit dem Kopierstempel  . Wollen Sie die Übergänge zwischen zwei Ebenen absoften, denken Sie an die Option Alle Ebenen einbeziehen. Auch in Alphakanälen macht sich der Weichzeichner nützlich, wenn nur an bestimmten Abschnitten eines Schwarzweißübergangs Graustufen für weiche Auswahlränder sorgen sollen.

Abbildung 7.59:  Der Scharfzeichner bewirkt durch Kontrastverstärkung einen Scharfzeichnereffekt, mit dem Bild teile betont werden können. Der Weichzeichner senkt Kontraste und glättet dadurch harte Übergänge zwischen montierten Bild teilen.  Datei: Wagen

Drücken Sie die Alt-Taste, während der Scharfzeichner bereits in Gebrauch ist, wechselt Photoshop so lange zum Weichzeichner, bis Sie diese Taste wieder loslassen; umgekehrt können Sie auch vorübergehend das Weichzeichnen zugunsten des Scharfzeichner-Pinsels unterbrechen.

Praktischer als diese Werkzeuge wirken oft die Filter-Befehle für Scharfzeichnungsfilter (Seite 883) und Weichzeichnungsfilter (Seite 886).

7.6.7 Abwedler, Nachbelichter, Schwamm

Der Schwamm  macht Farben örtlich gesättigter - also reiner, poppiger - oder blasser. Die Werkzeuge, mit denen Sie örtlich aufhellen oder abdunkeln, nennt Photoshop nach Techniken aus der traditionellen Dunkelkammer »Abwedler«  (zum Aufhellen) und »Nachbelichter«  (zum Nachdunkeln, jeweils Kurztaste O, für Dodge Tool).

Aufheller  , Abdunkler  und Schwamm  siedeln auf einer einzigen Schaltfläche. Alt-Klick auf die Fläche wechselt zwischen den Werkzeugen, ebenso das horizontale Werkzeugmenü, das Sie nach Klick auf das kleine Dreieck erhalten. Wenn der Abwedler bereits aktiv ist, wechseln Sie bei gedrückter Alt-Taste vorübergehend zum Nachbelichter und umgekehrt. Im Listenfeld der Werkzeugspitzenpalette klicken Sie an, ob Sie die Lichter, Mitteltöne oder die Schatten-Partien eines Bildes in Angriff nehmen.

Abwedler und Nachbelichter

    

Der Abwedler  (Aufheller) leistet zum Beispiel gute Dienste im Augenweiß - nicht nur, wenn die Augen deutlich abgeschattet waren. Allerdings übertreibt man hier leicht und in den Illustrierten blinzeln gelackte Schönheiten mit weißen Plastikaugen; weniger Belichtung, meine Herren. Auch Zahnstein lässt sich mit dem Aufheller entfernen. Hellen Sie farbige Bildpartien bis hin zum Weiß auf, wenn Sie Glanzlichter setzen möchten. - Der Abdunkler setzt oder verstärkt Schatten.

Schwamm

Der Schwamm  soll unter anderem übersättigte Bereiche so weit blasser machen, dass sie auch in den druckbaren Bereich des CMYK-Farbraums fallen (vergleiche Seite 435). Während Sie den Schwamm anwenden, verschwindet die Alarmfarbe zunehmend. Ebenso bieten die Schwamm-Optionen aber auch eine Verstärkung der Sättigung - wenn Sie eine Farbe herausarbeiten wollen. Allerdings macht es oft mehr Sinn, den fraglichen Bereich zu markieren und mit dem Befehl Farbton/Sättigung aufzufrischen; so erreichen Sie eine gleichmäßige Behandlung.

Abbildung 7.60:  Der Schwamm erhöht die Sättigung in der Iris (Mitte). Der Abwedler macht das Augenweiß heller. Datei: Auge

7.6.8 Radiergummi

Der Radiergummi  teilt sich die Schaltfläche mit dem Magischem Radiergummi  und dem Hintergrund-Radiergummi  . Der Radiergummi (Kurztaste E, für Eraser) trägt Hintergrundfarbe auf, sofern Sie in der »Hintergrund«-Ebene arbeiten. Damit lockt er keinen hinterm Ofen hervor - genauso gut kann man Vorder- und Hintergrundfarbe mit der Taste X tauschen und die vormalige Hintergrundfarbe als Vordergrundfarbe (Details ab Seite 526) mit dem Pinsel aufbringen. Wichtiger ist: In Ebenen löscht der Radiergummi Bildpunkte. Details zu dieser Verwendung finden Sie im »Ebenen«-Kapitel ab Seite 763.

Abbildung 7.61:  Bei diesem Bild sind wir von einer schwarzen Hintergrundebene ausgegangen. Die kleinen Sterne wurden mit dem Airbrush ins Bild getupft und mit dem Befehl »Filter: Weichzeichnungsfilter: Radialer Weichzeichner« leicht verzerrt. Die geraden Kometenbahnen haben wir mit dem Pinsel bei gedrückter Umschalt-Taste ins Bild gesetzt, so dass Anfangs- und Endpunkt automatisch verbunden wurden. Dabei haben wir im Dialogfeld »Einstellungen« (Seite 828) vorgegeben, dass der Farbauftrag schmaler und transparenter wird. Die gleichen Einstellungen galten auch für die gebogenen Leuchtspuren; sie entstanden jedoch mit dem Befehl »Pfadkontur füllen« (Seite 720) aus der Pfadpalette. Der Befehl »Filter: Rendering-Filter: Blendenflecke« (Seite 919) erzeugte das Gegenlicht. Ergebnis-Datei: Sterne

»Zurück zur letzten Version«

Beim Radiergummi  finden Sie die Option Zurück zur letzten Version. Damit pinseln Sie bildpunktgenau zu einer beliebigen Version des Bildes zurück, die auf der Protokollpalette verewigt ist. Welche Fassung es sein soll, kennzeichnen Sie in der Protokollpalette durch einen Klick in die Pinsel-Leiste ganz links. Die Option erscheint nicht, wenn in der Protokollpalette keine Vorversion per Pinselsymbol vorgemerkt ist. Damit übernimmt der Radiergummi den Job des Protokollpinsels, sofern ein Bildzustand in der Protokollpalette entsprechend gekennzeichnet ist (siehe Seite 105). Sie haben allerdings nicht die Wahl zwischen verschiedenen Überblendmodi. Um nur vorübergehend Zurück zur letzten Version zu radieren, drücken Sie die Alt-Taste.

7.6.9 Kopierstempel

Der Kopierstempel  (Kurztaste S) dient der Retusche von Kratzern, Pickeln, Flusen, Flecken, Strommasten, Spinnen oder anderen missliebigen Personen. Das Gerät überpinselt einen verunstalteten Bildteil mit benachbarten, brauchbaren Pixeln.

Abbildung 7.62:  Pixelkosmetik: Kratzer im Bild entfernt der Kopierstempel, indem er benachbarte, brauchbare Bild teile über verschandelte Motivpartien kopiert. Datei: Flasche

Anwendung

So setzen Sie den Kopierstempel  ein:

1. Aktivieren Sie den Kopierstempel.
2. Platzieren Sie das Werkzeug über einer brauchbaren Bildstelle, die Sie als Kopierursprung verwenden wollen.
3. Klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste; damit ist der Kopierursprung markiert.
4. Lassen Sie die Maustaste los und bewegen Sie den Kopierstempel zu dem Bildstück, das Sie überdecken wollen.
5. Sobald Sie die Maustaste drücken, werden Pixel von dem zuvor definierten Ursprung zu der jetzt angesteuerten Bildstelle kopiert. Den Kopierursprung zeigt Photoshop durch ein Kreuz an.

Abbildung 7.63:  So retuschieren Sie einen Kratzer mit dem Kopierstempel. Links: Geben Sie mit gedrückter Alt-Taste einen Kopierursprung vor; der Kopierstempel erscheint mit weißem Dreieck.  Rechts: Dann kopieren Sie die Bild punkte aus dem brauchbaren Bild teil in die reparaturbedürftige Motivpartie. Ein Kreuz markiert den Kopierursprung.  Datei: Flasche

Pixel kopiert Photoshop nicht nur innerhalb eines Bildes, sondern auch zwischen verschiedenen Bilddateien. Kreuzen Sie in den Kopierstempel-Optionen an, dass Sie Alle Ebenen einbeziehen wollen, um Pixel einer Ebene in die andere zu kopieren.

Mit Option »Ausgerichtet«

Je nach Aufgabe schalten Sie die Option Ausgerichtet zu. Die Wirkung zeigt sich, sobald Sie die Maus einmal loslassen und neu ansetzen.

Die Option Ausgerichtet bedeutet: Der Kopierursprung behält immer den gleichen Abstand zum Kopierstempel  . Sie können zwischendurch die Maustaste loslassen, über das Bild bewegen und andernorts neu anfangen - der Kopierursprung wird sich stets zum Beispiel 20 Pixel links vom Kopierstempel befinden.

Abbildung 7.64:  Mit dem Kopierstempel tilgen Sie komplette Objekte aus dem Bild . Datei: Schellen

Mit dieser Einstellung tilgen Sie mitgescannte Staubfussel durch Darüberkopieren benachbarter Bildpunkte - Sie bewegen sich allmählich am Fussel entlang und wenn Sie zwischendurch absetzen und an einer neuen Stelle des Flusen wieder loslegen, wird der Ursprungzeiger doch wieder gleich neben dem Flusen und nahe dem Kopierstempel auftauchen und die unmittelbar benachbarten Pixel zur Kopie anbieten. In der Regel verwendet man die Option Ausgerichtet.

Ohne Option »Ausgerichtet«

Sie können die Option Ausgerichtet auch ausschalten. Das bedeutet: Nach jedem Loslassen der Maustaste springt der Kopierursprung zurück auf die Stelle, die Sie zuerst angeklickt haben. Wann immer Sie den Kopierstempel  absetzen und andernorts neu ins Bild tauchen - der Ursprungzeiger blinkt wieder dort auf, wo Sie ihn ursprünglich zuerst per Alt-Klick ansiedelten.

Mit dieser Einstellung übertragen Sie zum Beispiel einen Bildteil mehrfach: Malen Sie ihn einmal hin, lassen Sie los und starten Sie an anderer Stelle im Bild neu - der Ursprung springt wieder auf das Original zurück, obwohl Sie den Kopierstempel jetzt in einem anderen Bereich der Datei ansetzen.

Sinnvoll ist der Verzicht auf die Option Ausgerichtet überdies, wenn Sie neben einem störenden Flusen nur sehr wenig brauchbare Pixel zum Darüberkopieren vorfinden. Bei der »ausgerichteten« Retusche passiert es leicht, dass der parallel zum Kopierstempel mitlaufende Ursprungszeiger in alle möglichen unpassenden Pixelregionen gerät. Wählen Sie Ausgerichtet ab - dann tasten Sie sich mit dem Kopierstempel soweit vor, bis der Kopierursprung ans Ende des brauchbaren Bereichs gelangt. Danach lassen Sie die Maus los und drücken erneut; der Kopierursprung sitzt jetzt wieder ganz am Anfang der verwertbaren Zone, während Sie mit dem Kopierstempel am anderen Ende des Bildes weitere Teile des Flusens entfernen.

Abbildung 7.65:  Die Stempel-Option »Ausgerichtet« hält den Kopierursprung immer im gleichen Abstand zum Stempel selbst. Damit eignet sie sich gut zum Übertünchen von Flusen, da sie bei wechselndem Bild inhalt stets die passenden benachbarten Pixel verwendet, auch wenn man zwischendurch die Maus absetzt.  Rechts: Ohne die Option »Ausgerichtet« legt Photoshop dagegen bei jedem Neuansetzen den Ursprung wieder auf den Punkt, der zu Beginn angeklickt wurde; sie eignet sich daher zum Duplizieren von Bild teilen. Datei: Kurve

Stempel-Retusche auf eigener Ebene

Was Sie mit dem Kopierstempel  angerichtet haben, lässt sich grundsätzlich mit dem Protokollpinsel  wieder annullieren. Noch komfortabler speichern Sie gleich die Korrektur auf einer eigenen Ebene und verändern die fehlerhafte Bildschicht zunächst gar nicht. Gemeint ist:

1. Erzeugen Sie in der Ebenenpalette mit dem Symbol Neue Ebene  eine neue, transparente Ebene.
2. Klicken Sie in den Optionen auf Alle Ebenen einbeziehen.
3. Während noch die neue Ebene aktiviert ist, setzen Sie im eigentlichen Bild per Alt-Klick einen Kopierursprung und duplizieren brauchbare Pixel über schadhafte Stellen. Sie duplizieren dabei von der »Hintergrund«-Ebene auf die neue Ebene 1.
4. Missglückte Retuschen in Ebene 1 nehmen Sie mit dem Radiergummi  (Kurztaste E) pixelweise wieder zurück.
5. Der Ebene-Befehl Auf Hintergrundebene reduzieren vereinigt Hintergrund- und Retusche-Ebene.

Natürlich können Sie Ihre Taten auch punktgenau mit dem Protokollpinsel  ungeschehen machen.

Abbildung 7.66:  Menschenleerer Strand: Manchmal muss man störende Bild teile nicht Pixel für Pixel mit dem Kopierstempel beackern. In günstigen Fällen reicht es, eine benachbarte Bild partie auszuwählen und über den unerwünschten Bereich zu kopieren. Statten Sie die Auswahl auf jeden Fall mit einer weichen Kante aus - entweder in den Werkzeugoptionen oder nachträglich mit dem Befehl »Auswahl: Weiche Auswahlkante«. Dann wechseln Sie mit der Kurztaste V zum Verschieben-Werkzeug. Drücken Sie die Alt-Taste, damit Sie ein Duplikat des markierten Bereichs bewegen und kein Loch in den Hintergrund reißen; drücken Sie zusätzlich die Umschalt-Taste, um den Bereich exakt gerade zu bewegen. Schließlich prüfen Sie das Ergebnis mit ausgeblendeten Markierungslinien (Strg+H). Strg+D verschmilzt die »schwebende Auswahl« mit dem Hintergrund. Und wirklich: Keine Seele am Strand. Vorlage: Meer; Ergebnis: Meer_3

Alternativen

Statt einzelne Pixel mit dem Stempel zu kopieren, lohnt es sich oft, einen Bildteil zu markieren, den Auswahlrand zu glätten und dann ein Duplikat des Auswahlinhalts (Strg+J) als eigene Ebene über die schadhafte Stelle zu schieben; diesen Flicken korrigieren Sie bei Bedarf noch mit dem Radiergummi  .

Abbildung 7.67:  Nach Anwendung von Kopierstempel und anderen Duplizier-Funktionen hatten wir abends auch den Steg für uns.  Vorlage: Steg; Ergebnis: Steg_2

7.6.10 Befehle im Überblick: Malen und Farben

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
  Farbwähler öffnen, Vordergrundfarbe wählen
  Vorder-/Hintergrundfarbe vertauschen
  Vorder-/Hintergrundfarbe auf Schwarz und Weiß setzen
B (für Brush)    
G (für Gradient Tool)    
S (für Stempel)    
D (für Default)     Vorder-/Hintergrundfarbe auf Schwarz und Weiß setzen
X (für Exchange)     Vorder-/Hintergrundfarbe vertauschen
  Vordergrundfarbe wählen
Alt-Taste Hintergrundfarbe wählen
Rückschritt-Taste Umschalt   Dialogfeld Fläche füllen
Rückschritt-Taste Alt-Taste   Auswahl mit Vordergrundfarbe füllen
Entf-Taste     Auswahl löschen (mit Hintergrundfarbe füllen bzw. transparent machen)
Jedes Mal-/Retuschewerkzeug Strg  
Jedes Mal-/Retuschewerkzeug Umschalt ziehen oder klicken Farbauftrag in gerader Linie
Malwerkzeuge Alt-Taste  
Jedes Mal-/Retuschewerkzeug Umschalt an verschiedenen Stellen klicken automatischer Farbauftrag in geraden Linien
Jedes Mal-/Retuschewerkzeug Feststelltaste   Werkzeugsymbol als Fadenkreuz-Zeiger oder Fadenkreuz-Zeiger als Werkzeugkontur
   
  nächstmögliche druckbare Farbe einsetzen


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Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 7 Füllen, Malen, Retuschieren