6 Kontrast und Farbton

Abbildung 6.1:  Flaue Vorlagen bekommen Pep mit den Tonwertkorrekturen von Photoshop und ImageReady. Alle Befehle stehen zur Verfügung, wenn Sie eine Vorlage im Modus »RGB-Farbe« mit 8-Bit-Farbtiefe pro Farbkanal verwenden.

Fast immer müssen Sie eine frisch gescannte Bilddatei noch farblich und in den Kontrasten korrigieren, bevor das Werk zum Drucker oder Belichter geht. Ausnahme eventuell: Die Bilddateien, die ein Belichtungsdienst mit professionellen Trommelscannern produziert.

6.1 Grundlagen

Zunächst erhalten Sie hier einen Überblick, welche Befehle insgesamt den Bildeindruck verbessern und in welcher Reihenfolge man sie anklickt. Um ein Bild wirklich effektiv zu regulieren, sollten Sie sich mit Farbmodellen und Einheiten für Tonwerte auskennen und Ihr System kalibriert haben. Photoshop bietet einige Farbkorrektur-Befehle mehr als ImageReady; wir konzentrieren uns deshalb hier auf Photoshop (siehe Abbildung 6.2).

Abbildung 6.2:  Die Befehle zur Kontrastkorrektur bündelt Photoshop im »Bild «-Untermenü »Einstellen«.

6.1.1 Übersicht: Befehle für Kontrast, Tonwertumfang und Farbton

Die Befehle zur Kontrastkorrektur finden sich im Bild-Untermenü Einstellen. Denken Sie daran, dass Sie diese Funktionen in der Ebenenpalette als abschaltbare Korrektur-Ebene einrichten können; damit stellen Sie das Objekt unter der Einstellungsebene verändert dar, wechseln aber jederzeit zurück zum Original oder zu einer anderen Bearbeitung (Details ab Seite 813).

Photoshop bietet zahlreiche Funktionen für feine und für grobe Änderungen von Kontrasten und Farbstimmungen. Zu finden sind sie allesamt im Bild-Untermenü Einstellen.

Feine Änderungen

Der überwiegende Teil der Funktionen erlaubt mit seinen subtilen Regelmöglichkeiten sehr feine Korrekturen:

Grobe Änderungen

Eine Reihe weiterer Befehle dient nicht der behutsamen Bildverbesserung, sondern eher der Verfremdung:

6.1.2 Handhabung der Kontrastkorrektur-Dialoge

Aktivieren Sie in allen Dialogfeldern für Farbkorrekturen die Vorschau; dann passt Photoshop den ausgewählten Bereich in der Bilddatei gemäß Ihren Änderungen sofort an. Schalten Sie die Vorschau vorübergehend aus, um den Unterschied zur ursprünglichen Bildfassung zu erkennen.

Einzelne Bildpunkte messen

Gut zu wissen: Auch bei geöffnetem Dialogfeld können Sie mit dem Mauszeiger jederzeit ins Bild fahren; der Cursor verwandelt sich dort in die Pipette  , mit der Sie alte und neue Werte anmessen. Die Infopalette (siehe auch Seite 111) nennt dabei nebeneinander den zuletzt gültigen und den korrigierten Tonwert des Bildpunkts, an dem sich die Pipette befindet. Klicken Sie mit rechts, um im Kontextmenü den Aufnahmemodus der Pipette zu ändern, zum Beispiel von Einzelpixel zu Drei-Pixeldurchschnitt zu wechseln.

Abbildung 6.3:  Informativ: Bei geöffnetem Kontrastkorrektur-Dialogfeld zeigt die Infopalette (Seite 111) Vorher- und Nachherwerte für den Bild punkt unter dem Zeiger. Hier erscheinen auch die Werte für die Messpunkte des Farbaufnehmer-Werkzeugs.

Sie können bei geöffnetem Dialogfeld mit der Pipette  auch ein nicht-aktives Bild ausmessen, um Vergleichswerte zu erhalten; allerdings lässt sich dieses Bild nicht bearbeiten.

Messpunkte setzen

Sie können bis zu vier Messpunkte mit dem Farbaufnehmer-Werkzeug  setzen, während das Dialogfeld geöffnet ist (Details ab Seite 112). Dazu klicken Sie bei gedrückter Umschalt-Taste ins Bild. Die Werte für die Messpunkte erscheinen in der Infopalette. Um einen Messpunkt noch bei offenem Dialogfeld wieder zu entfernen, klicken Sie ihn bei gedrückter Umschalt+Alt-Taste an, zum Verschieben reicht die Umschalt-Taste.

Bei geöffnetem Dialogfeld

Auch bei geöffnetem Dialogfeld lässt sich der Rollbalken nutzen. Per Strg+Leertaste (am Mac Befehlstaste+Leertaste) kommen Sie auch bei geöffnetem Dialogfeld zu einer Vergrößerungslupe  , Alt+Leertaste zaubert eine Verkleinerungslupe   her, die Leertaste allein sorgt für die Verschiebehand  . Auch bei geöffnetem Dialogfeld können Sie noch Hilfslinien oder Auswahl-Markierungen ausblenden, ohne sie zu löschen, zum Beispiel mit Ansicht: Extras einblenden.

Rücknahme von Eingaben bei geöffnetem Dialog

Haben Sie an mehreren Reglern gedreht und möchten zu einer früheren Reglerstellung zurückkehren, bietet Photoshop meist zwei Möglichkeiten:

»Cache Stufe«

Für die Kontrastkorrekturbefehle baut Photoshop zunächst ein Histogramm auf - quasi eine Statistik über die Häufigkeit bestimmter Helligkeitswerte im Bild. Sofern Sie große Bilder auf kleinen Rechnern bearbeiten, kann diese Histogramm-Erstellung zur Bremse werden. Wenn Sie jedoch ein sehr großes Bild in einer verkleinernden Zoomstufe wie 50 oder 25 Prozent zeigen, kann Photoshop das Histogramm auf Basis nur der sichtbaren Pixel - und nicht auf Basis der Gesamtdaten - aufbauen. Damit geht die Arbeit eventuell spürbar schneller. Sie lassen dies zu mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Arbeitsspeicher und Bildcache (siehe Seite 145). Der Befehl Bild: Histogramm (siehe unten) nennt die aktuelle Cache-Stufe.

6.1.3 Übersicht: Arbeitsfolge bei Kontrastkorrektur

Bei Ihren Korrekturarbeiten sollten Sie folgende Reihenfolge wählen:

1. Drehen Sie das Bild, falls erforderlich.
2. Schneiden Sie überflüssigen Rand ab, falls erforderlich - die Außenbereiche verfälschen sonst die Analyse der Tonwertverteilung, wenn sie ohnehin später wegfallen sollen.
3. Sie setzen neue Schwarz- und Weißpunkte mit der Tonwertkorrektur.
4. Sie verteilen Lichter und Schatten neu mit den Gradationskurven oder mit dem Gammaregler in der Tonwertkorrektur.
5. Sie korrigieren Farbstiche entweder mit der Mittelton-Pipette in den Dialogfeldern für Tonwertkorrektur oder Gradationskurven oder mit dem Befehl für Farbbalance oder Selektive Farbkorrektur.
6. Ändern Sie gezielt Farben, etwa in Himmelspartien oder Gebäuden, zum Beispiel mit dem Dialogfeld für Farbton/Sättigung.
7. Rechnen Sie nun in den CMYK-Modus um, falls das für Ihre Produktion erforderlich ist.
8. Erst dann schärfen Sie das Bild zum Beispiel mit Unscharf maskieren.

6.1.4 Der Befehl »Histogramm«

Der Bild-Befehl Histogramm zeigt quasi ein EKG Ihres Bildes. Sie erkennen, wie viele Bildpunkte von jedem einzelnen Helligkeitswert vorhanden sind. Auf einen Blick entnehmen Sie dem Balkendiagramm, ob zum Beispiel ganz helle bis weiße Tonwerte in der Datei vorkommen oder ob es im Mitteltonbereich eine Lücke gibt.

Je höher der einzelne Balken an einem bestimmten Punkt des Spektrums, desto mehr Bildpunkte dieses Tonwerts haben Sie in der Fotodatei. Türmen sich ganz rechts die Balken besonders hoch, dann hat die Datei viele helle Töne. Möglicherweise erkennen Sie schon, dass ein bestimmter Tonwertbereich gar nicht ausgenutzt wird - orten Sie zum Beispiel ganz links keinen Ausschlag, dann fehlen Tiefen.

Abbildung 6.4:  Der Befehl »Bild : Histogramm« informiert über die verwendeten Helligkeitsstufen.

Allerdings nimmt dieses Histogramm-Fenster keinerlei Änderungswünsche an. Korrekturmöglichkeiten mit Histogramm-Anzeige haben Sie mit dem Befehl Bild: Einstellen: Tonwertkorrektur (ab Seite 469).

Auswahl des Analysebereichs

Haben Sie eine Auswahl im Bild, zeigt das Histogramm nur die Werte für die Auswahl (genauer: für Bildteile, die zu mindestens 50 Prozent ausgewählt sind). Dabei können Sie als Kanal das Gesamtbild wählen - hier als Luminanz aufgelistet - oder einen einzelnen Farbkanal wie Blau. Halten Sie den Mauszeiger über das Histogramm, lesen Sie im rechten Teil des Datenfeldes Details zu dem einzelnen Tonwert unter dem Zeiger; markieren Sie einen Bereich des Histogramms durch Ziehen mit der Maus, informiert Sie dieser rechte Teil speziell über den markierten Bereich. Wählen Sie den Befehl mit gedrückter Alt-Taste an, wenn Sie auch die Informationen aus Spotfarben- und Alphakanälen berücksichtigen wollen.

Detailinformationen im Datenfeld

Dem Datenfeld unter dem Histogramm entnehmen Sie folgende sachdienlichen Hinweise:

Rufen Sie den Befehl Bild: Histogramm bei gedrückter Umschalt-Taste auf, berechnet Photoshop generell das Gesamtbild und greift nicht auf verkleinerte Bildvarianten zurück.

Bildbeurteilung mit Histogramm

Das Histogramm gibt oft Aufschluss über Qualität und Brauchbarkeit einer Bilddatei:

Abbildung 6.5:  Das Histogramm zeigt, dass dieses Bild fast den gesamten möglichen Tonwertbereich nutzt, mit einem Schwerpunkt bei hellen Tönen.  Datei: Glaeser_1

Abbildung 6.6:  Das Histogramm zeigt mehr Lücken als Tonwerte: Hier liegt offenbar eine Datei im Modus »Indizierte Farben« zugrunde. Datei: Glaeser_4

6.1.5 Der Befehl »Helligkeit/Kontrast«

Naheliegend scheint es, Kontrastprobleme mit den Befehlen Helligkeit/Kontrast zu beheben. Doch springen diese Kommandos zu grob mit den Tonwerten um. Beim Helligkeitsregler gilt: Ob helle oder dunkle Pixel, alle werden sie gemeinsam angehoben oder abgesenkt.

Dabei passiert schnell Folgendes: Sie wollen dunkle Schatten anheben, das gelingt auch, doch gleichzeitig steigen auch die Werte für hellere Bildpunkte - sie fressen aus und verlieren jede Detailzeichnung. Oder: Sie wollen die helleren Partien noch ein wenig leichter und lichter gestalten, doch der Dreh am Helligkeitsregler nimmt gleich auch den tiefen Schatten Saft und Kraft.

Differenzierter funktioniert der Befehl Gradationskurven (Strg+M), der nur in ausgewählten Tonwertzonen - etwa im dunklen Bereich - für Anhebung sorgt (ab Seite 477). Dagegen senkt der Kontrastregler die Schatten noch ab, während er die Lichter weiter anhebt.

Für schnelle Korrekturen reicht dieser Dialog. So hilft der Kontrastschieber, ein Werk nach der Effektfilterung mit harten Kontrasten weiter aufzubrezeln. Der Helligkeitsregler mag dienlich sein, wenn Sie ein gut durchgezeichnetes Bild als flaue Hintergrundtapete für Text absoften wollen; hier kommt es gerade recht, dass dieses Werkzeug beim Aufhellen nicht nur die Höhen anhebt, sondern auch Mitten und Schatten heraufsetzt. Es verschiebt die Tonwertunterschiede nach oben.

Abbildung 6.7:  Bei diesem Bild sollen die unteren Mitten (Vierteltöne) angehoben werden, um das Etikett deutlicher herauszuarbeiten.  Datei: Ambiente

Abbildung 6.8:  Der Helligkeitsregler macht zwar wie gewünscht die Vierteltöne lichter, hebt aber gleichzeitig die Schatten an, so dass Tiefe verloren geht; und er entfernt weitere Differenzierung, indem er Hochlichter geschlossen auf Weiß setzt.

Abbildung 6.9:  Dagegen hebt eine tonwertgenaue Korrektur mit der Gradationskurve nur die gewünschten Vierteltöne an, lässt aber Lichter und Schatten unberührt.

6.2 »Tonwertkorrektur«

Wesentlich feiner als Kontrast/Helligkeit funktionieren die Bild-Befehle Tonwertkorrektur und Gradationskurven. Diese zwei Standardwerkzeuge der digitalen Bildbearbeitung sollten Sie wie aus dem Effeff beherrschen:

Abbildung 6.10:  »Bild : Einstellungen: Tonwertkorrektur«: Dieser Befehl zeigt, welche Helligkeitsstufen eine Bild datei bereits ausnutzt, und erweitert den Tonwertumfang.

Das Dialogfeld zeigt das Histogramm (siehe auch oben). Für jeden Tonwert von 0 (dunkel) bis 255 (hell) präsentiert das Histogramm einen Balken auf einer horizontalen Skala; je höher der Balken, desto mehr Pixel dieses Tonwerts enthält Ihr Bild. Sehen Sie ganz links und ganz rechts überhaupt keine Ausschläge, dann heißt das: Die ganz dunklen und ganz hellen Tonwerte kommen im aktuellen Bild überhaupt nicht vor - ein in der Regel unbefriedigender Zustand, den Sie mit diesem Dialogfeld beenden.

6.2.1 Tonwertumfang erweitern

Führen Sie den linken, schwarzen Schieber direkt unter dem Histogramm nach rechts, bis Sie neben »Tonwertspreizung« statt der ursprünglichen 0 eine 30 lesen. Folge: Alle Tonwerte von 0 (Schwarz) bis 30 (sehr dunkel) werden auf Null gesetzt, sind also pechschwarz. Die anderen Tonwerte im Bild werden daraufhin neu verteilt und nach unten gespreizt; denn statt bis 30 müssen sie sich jetzt bis Null erstrecken. Das Bild sieht dunkler und kontrastreicher aus.

Umgekehrt wirkt der weiße Schieber ganz rechts unter der Balkengrafik: Schieben Sie ihn nach links, zum Beispiel von 255 bis 210, wie das Zahlenfeld oben ganz rechts anzeigt; dann werden alle Tonwerte zwischen 255 (reines Weiß) und 210 auf 255 gesetzt, also als absolutes Weiß definiert. Die anderen vorhandenen Tonwerte von 0 bis 210 werden neu verteilt und nach oben gespreizt; das Bild gerät heller und kontrastreicher.

Beschneidung

In der Regel werden Sie die Regler genau bis an die Außenkante des Histogramms heranschieben, um zum Beispiel die dunkelsten vorhandenen Töne auf 0 zu setzen. Schieben Sie den Regler noch weiter nach innen, ergibt sich das, was Photoshop »Beschneidung« nennt: Sie zwingen verschiedene, vorhandene Tonwerte auf einen einheitlichen Extremwert und verlieren so an Differenzierung.

Ein Beispiel: Der vorhandene Tonwertumfang reicht bis herunter zu 30. Wenn Sie jetzt den Schwarzregler bis »40« nach innen schieben, senken Sie gleichmacherisch die vorhandenen Tonwerte 30 bis 40 auf Null ab und verlieren so die Differenzierung zwischen den Werten von 30 bis 40.

Sie müssen nicht unbedingt an den Schiebern zurren, sondern können verschiedene Automatiken nutzen, die unten in den Abschnitten über »Pipetten« und Auto-Schaltfläche erläutert werden.

6.2.2 Mittelton-Korrektur

Nachdem Sie den Tonwertumfang nach oben und unten erweitert haben, wirkt das Bild vielleicht zu dunkel oder zu hell. Darum bietet die Tonwertkorrektur einen Regler, der nur den Mitteltonbereich anhebt oder absenkt, ohne die zuvor definierten Eckwerte für Schwarz und Weiß anzutasten. Im Gegensatz zum Befehl Helligkeit/Kontrast verändert dieser Regler also den Helligkeitseindruck, ohne den gesamten Tonwertumfang nach oben oder unten zu verschieben.

Ausführendes Organ ist der mittlere, graue Schieber unter dem Histogramm. Er regelt den Gammawert, dessen Einstellung Photoshop im mittleren Datenfeld oben kundtut. Per Gamma verändern Sie vor allem die Mitteltöne, ohne die äußersten Lichter und Schatten stark anzugreifen:

Die ganz dunklen und ganz hellen Töne, die visuellen Eckpfeiler, bleiben unverändert.

Haben Sie etwa das Tiefenspektrum eines Bildes erweitert, indem Sie einen neuen Schwarzpunkt definierten oder den Schwarzregler nach innen schoben, wirkt das Motiv zwar satter und tiefer, aber möglicherweise schon zu düster. Nehmen Sie jetzt den Gammaregler, um die Mitten wieder etwas anzuheben, ohne die soeben erst abgesenkten Schatten wieder mit zu liften. Noch präziser allerdings regeln Sie die Mitteltöne im Dialog Gradationskurven (ab Seite 477).

6.2.3 Praxis: Tonwerterweiterung mit der »Tonwertkorrektur«

In der folgenden Reihe zeigen wir die Tonwerterweiterung mit der Tonwertkorrektur Schritt für Schritt:

Abbildung 6.11:  Wir rufen die Originaldatei auf und starten den Befehl »Bild : Einstellen: Tonwertkorrektur«. Die Balkengrafik, das so genannte Histogramm, zeigt ganz links und ganz rechts überhaupt keine Ausschläge. Das heißt: Es fehlen die ganz dunklen wie auch die ganz hellen Tonwerte im Bild . Die Vorlage muss zwangsläufig flau wirken. Datei: Ines_1

Abbildung 6.12:  Wir arbeiten im Bereich »Tonwertspreizung« und schieben den Tieftonregler nach innen auf den Wert 39. Alle dunklen Farbwerte von 0 bis 39 werden so auf tiefstes Schwarz mit dem Wert 0 abgesenkt; ähnlich dunkle Bild punkte korrigiert das Programm nach unten nach. Sie sehen es an der Vorlage: Sie wirkt dunkler, aber auch brillanter.

Abbildung 6.13:  Wir haben auf OK geklickt und das Dialogfeld erneut geöffnet. Sie sehen, dass das Histogramm ganz links Ausschläge zeigt - das sind unsere neuen Schattentöne von Schritt 2. Außerdem hat die Korrektur leichte Tonwertrisse erzeugt, erkennbar an den weißen Unterbrechungen im Histogramm. Sie stören meist nicht im Druck. Sie lassen sich auf ein Minimum begrenzen, wenn man mehrere Änderungen am Stück vornimmt. Wir schieben den Hochtonregler auf den Wert 233; das Programm hebt nun alle Bild punkte mit Helligkeiten zwischen 233 und 255 auf 255 an, also auf reines Weiß. Die Vorlage sieht damit heller und noch kontrastreicher aus.

Abbildung 6.14:  Wir haben wieder auf OK geklickt und den Dialog erneut aufgerufen. Sie sehen, dass das Histogramm nun auch rechts den Rand erreicht; hier werden die neuen Lichter dargestellt, die wir im vorhergehenden Schritt ins Bild gerechnet haben. Zwar haben wir nun schöne Tiefen im Bild , doch wirkt die Vorlage insgesamt etwas dunkel. Natürlich heben wir nicht wieder die Schatten an, die wir gerade erst ins Bild gerechnet haben. Statt dessen liften wir die Mitteltöne etwas - auf einen Gammawert von 1,3. Dies erledigt der mittlere Schieberegler unter dem Histogramm. So kann man den Helligkeitseindruck steigern, ohne doch die ganz dunklen Bild punkte wieder opfern zu müssen. Ergebnis: Ines_2

Gammakorrektur zur Darstellung in anderen Betriebssystemen

Sie können eine Datei, die auf Ihrem Windows-Rechner mit optimalen Kontrasten erscheint, für eine gleichartige Darstellung am Mac korrigieren, da der Mac Kontraste anders wiedergibt. Dazu dient der ImageReady-Befehl Bild: Einstellen: Gamma (siehe Seite 343).

6.2.4 Tonwertumfang begrenzen

Die Funktion Tonwertumfang in der Etage unter dem Histogramm schränkt den Tonwertumfang des Bildes ein, macht es also flauer. Beispiele:

Abbildung 6.15:  Diesmal dehnen wir den Tonwertumfang nicht aus, statt dessen schränken wir die Kontrastdynamik drastisch ein. Wir soften eine Kopie des Originals ab, um sie als Hintergrundmuster für das Bild 6.11 zu verwenden. Dabei verschieben wir den Regler für »Tonwertumfang« von 0 auf 190. Das heißt: Das Programm hebt alle dunkleren Bild punkte von 0 bis 190 auf den Wert 190 an; es gibt nichts Dunkleres mehr im Bild . Die Vorlage wirkt viel heller und flauer.

Abbildung 6.16:  Wir dämpfen das Hintergrundmotiv noch weiter und schieben den rechten Regler für »Tonwertumfang« auf den Wert 240. Die helleren Pixel von 241 bis 255 sinken also auf diesen Wert, reines Weiß wird ausgesperrt. Wir erhalten ein blasseres und dunkleres Foto.

Sinn dieses Reglers: Die Extremtonwerte 255 (absolutes Weiß) beziehungsweise 0 (total schwarz) bewältigen Drucker und Druckmaschinen ohnehin nicht, mehr als vier bis 97 Prozent sind nie gefragt. Was mehr drin ist in der Datei, steigert nur die Gefahr, dass das Bild im Druck zuläuft oder ausfrisst. Bedenken Sie, dass selbst bei mittlerer Druckqualität kaum mehr als 60 Tonwerte unterschieden werden und auch Kunstdruckpapier nicht mehr als 200 Nuancen trennt. Mit den Tonwertumfang-Schiebern nehmen Sie gleich die entsprechende Anpassung auf dem Monitor vor und können prüfen, ob dennoch genug Differenzierung verbleibt. Krassere Schiebereien im Bereich Tonwertumfang empfehlen sich, wenn Sie einen Bildteil als Hintergrund drastisch aufhellen möchten (siehe »Eine Datei als Hintergrundbild aufhellen«, Seite 495).

6.2.5 Schwarz- und Weißpunkt per Pipette

Mit den Pipetten im Dialogfeld Tonwertkorrektur legen Sie Tiefen und Lichter manuell fest. Diese Pipetten gibt es mit derselben Funktion auch im Dialogfeld Gradationskurven. Das Prinzip:

Gab es allerdings noch hellere Pixel als jenen, den Sie per Klick auf Weiß setzten, kommt es zu Beschneidung: Verschiedene vorhandene Tonwerte werden auf einen einheitlichen Wert gezwungen, so dass ein Informationsverlust entsteht. Noch schneller geht es mit der Auto-Schaltfläche (siehe unten). Eine Alternative bietet außerdem der Befehl Bild: Einstellen: Selektive Farbkorrektur, mit dem Sie über Regler den Druckfarbenanteil an Weiss, Neutraltönen und Schwarz steuern (ab Seite 500).

Beachten Sie, während Sie die Pipetten über das Bild führen, die Farbwertangaben in der Informationen-Palette (Kurztaste F7, Details ab Seite 111). Auch mit dem Schwellenwert-Befehl können Sie hellste und dunkelste Bildpartien leicht aufspüren (ab Seite 504).

Abbildung 6.17:  Diesen Scan bearbeiten wir mit Funktionen aus der »Tonwertkorrektur«. Datei: Atelier

Abbildung 6.18:  Mit der Graupipette wird ein Graufeld auf der Farbtafel angeklickt; Photoshop setzt diesen Tonwert auf den zuvor definierten Neutralwert und beseitigt so den Farbstich.

Abbildung 6.19:  Die Auto-Schaltfläche erweitert das Tonwertspektrum im Lichter- und Schattenbereich. Gamma- und Lichterregler hellen die Datei weiter auf, ohne die Schattenpartien mit anzuheben.

Tiefe und Lichter definieren

In der Regel wollen Sie den mit der Schwarzpipette   angeklickten Tonwert nicht wirklich auf 0 heruntersetzen; statt dessen reicht ein etwas höherer Wert, der von Ihrer Druckmaschine bereits als Schwarz ausgegeben wird. Darum können Sie einen beliebigen Tonwert als Schwarz definieren. Klicken Sie doppelt auf die Schwarzpipette; damit öffnet Photoshop seinen bekannten Farbwähler mit der Funktion Tiefe wählen. Hier greifen Sie einen Tonwert heraus; dieser wird als Schwarz eingesetzt, sobald Sie mit der Schwarzpipette in die Bilddatei klicken. Für erste Versuche eignet sich zum Beispiel ein L-Wert von 4, wenn Sie in die a- und b-Datenfelder jeweils 0 eintragen.

Abbildung 6.20:  Die Pipetten für Schwarz- und Weißpunkt eignen sich auch dazu, einen Normalscan mit harten Kontrasten aufzubrezeln. Hier wird zunächst der Tonwert des Augenbrauen-Brauns auf Schwarz abgesenkt (Mitte), dann ein Hautton auf Weiß angehoben (rechts). Bewegen Sie die Pipetten mit gedrückter Maustaste über das Bild , um verschiedene Korrekturen auszuprobieren; dabei muss die »Vorschau« im Dialogfeld eingeschaltet sein. Datei: Vera

Ebenso klicken Sie auch doppelt auf die Weißpipette, um einen Tonwert auszuwählen, den Photoshop als Weiss verwenden soll, sobald Sie mit der Weißpipette einen Bildpunkt in der Datei anklicken. Versuchen Sie es mit einem L-Wert von 96 bei 0-Stellungen für die a- und b-Kanäle.

Verwenden Sie möglichst neutralgraue Flächen als Schwarz- und Weißpunkte. Sonst führt der Gebrauch von Schwarz- und Weißpipette zu Farbstichen.

6.2.6 Neutralpunkt per Pipette

Die mittlere, graue Pipette   entfernt Farbstiche in mittleren Grauflächen: Sie setzt den angewählten Tonwert auf Neutralgrau. Scannen oder fotografieren Sie zum Beispiel eine Graustufentafel mit und lassen Sie von Photoshop das mittlere Graufeld tatsächlich als Grau darstellen. Einen digitalen Tonwert, den Ihr Drucksystem tatsächlich als Neutralgrau ausspuckt, geben Sie Photoshop wieder nach Doppelklick auf die Graupipette im Farbwähler bekannt.

Abbildung 6.21:  Klicken Sie doppelt auf die Graupipette, um im Farbwähler den Tonwert zu definieren, den Ihr Drucker als Neutralgrau ausgibt. Entsprechend definieren Sie auch ein Schwarz und Weiß.

Töne, die von Haus aus recht neutralgrau sind, erkennen Sie an folgenden Merkmalen in der Infopalette:

  • Sie haben für die Grundfarben RGB oder CMY sehr ähnliche Werte.
  • Nach dem HSB-Modell liegt die Sättigung (»S«) nahe Null.

6.2.7 »Auto«-Korrekturen

Photoshop setzt neue Schwarz- und Weißpunkte auch vollautomatisch. Das Programm setzt die hellsten und dunkelsten Pixel jedes einzelnen Farbkanals auf Schwarz und Weiß, die Farben dazwischen werden entsprechend korrigiert. Den gleichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie zum Beispiel in der Tonwertkorrektur den Schwarzregler für Tonwertspreizung genau bis an den dunkelsten vorhandenen Tonwert auf dem Balken heranschieben. Sie führen die Funktion auf zwei Wegen aus:

  • Klicken Sie auf die Auto-Schaltfläche in den Dialogfeldern für Gradationskurven und Tonwertkorrektur.
  • Oder wählen Sie den Befehl Bild: Einstellen: Auto-Tonwertkorrektur (Umschalt + Strg + L).

Einen Versuch ist diese Automatik allemal wert; Sie wirkt allerdings oft etwas stark. Und sie verändert nicht nur die Kontraste, sondern - durch unterschiedliche Tonwertspreizung in den einzelnen Farbkanälen - auch die Farben. Eine kontraststeigernde Tonwertspreizung ohne diese Farbverschiebung bietet Ihnen dagegen der Befehl Bild: Einstellen: Auto Kontrast (Alt+Umschalt+Strg+L); er ist oft die bessere Alternative. Mitunter kann jedoch die Farbverschiebung der Auto-Tonwertkorrektur einen vorhandenen Farbstich auch entfernen. Weitere Beispiele für schnelle Automatik-Korrekturen finden Sie auf Seite 501.

Nutzen Ihre Bilder schon in allen Grundfarben das Tonwertspektrum aus, so verändern Sie mit diesen Auto-Befehlen nichts mehr. Probieren Sie alternativ auch die Tonwertangleichung (siehe Abbildung 6.22).

Abbildung 6.22:  Links: Diese Vorlage soll mit den »Auto«-Befehlen aus dem Untermenü »Bild : Einstellen« korrigiert werden.  Mitte: Der Befehl »Auto-Tonwertkorrektur« bringt zusätzlich Lichter ins Bild , erzeugt aber auch einen Farbstich.  Rechts: Der Befehl »Auto Kontrast« erweitert den Tonwertumfang, ohne die Farbschwerpunkte zu verschieben. Vorlage: Stuehle

»Beschneidung«

Wenn Sie den Tonwertumfang per Auto-Schaltfläche spreizen, setzt Photoshop nicht unbedingt den absolut tiefsten Wert des Bildes auf Schwarz und den absolut hellsten vorhandenen Wert auf Weiß - wie man es vielleicht zunächst erwartet. Denn möglicherweise befinden sich im Bild einzelne versprengte Pixel, die durch extrem hohe oder niedrige Tonwerte aus dem Rahmen fallen - zum Beispiel mit dem Tonwert 0 für schwärzestes Schwarz.

Strenggenommen bräuchte Photoshop jetzt den Tonwertumfang nicht mehr zu spreizen, indem er neue Schwarz- und Weißpunkte setzt - schließlich gibt es ja schon ein paar schwarze und weiße Pixel hier und da. Doch oft zeigt die große Mehrheit der Bildpunkte eben nicht Schwarz oder Weiß, sondern siedelt mehr in der Mitte des Spektrums - ab 25 aufwärts.

Für diesen Fall können Sie Photoshop anweisen, sich beim Setzen neuer Schwarz- und Weißpunkte eben an der Mehrheit der Pixel mit Tonwert 25 zu orientieren - und nicht an den paar Einzelgängern, die einen weiteren Tonwertbereich vorgaukeln, durch ihre Minderzahl aber nichts ausrichten: Alle Bildpunkte zwischen 0 und 25 werden auf 0 gesetzt. Photoshop nennt diesen Vorgang auch »Beschneidung«: Die Tonwerte zwischen 0 und 25, in denen Ihr Bild zumindest rechnerisch noch Differenzierung zeigt, werden einheitlich auf 0 abgesenkt. Das bedeutet Informationsverlust, Sie verzichten auf feine Zeichnung in den Schatten; gleichzeitig wirkt Ihr Bild tiefer und voller.

Abbildung 6.23:  Ändern Sie die Werte für die Beschneidung mit den Autokorrektur-Optionen.

Beschneidungsbereich regeln

Bei gedrückter Alt-Taste ändert sich die Beschriftung auf dem Auto-Feld in Optionen. Klicken Sie hier, um in den Autokorrektur-Optionen den Beschneidungsbereich festzulegen: Von Haus aus setzt Photoshop Schwarz- und Weißpunkt so, dass je 0,5 Prozent der Bildpunkte noch dunkler beziehungsweise noch heller sind. Damit basieren die neuen Schwarz- und Weißwerte nicht nur auf ganz wenigen Maximalwerten im hellen oder dunklen Bereich, sondern auf einer etwas breiteren Basis. Wenn Sie hier höhere Werte wie etwa ein Prozent eintragen, beschneidet Photoshop das Bild noch stärker - es werden noch mehr unterschiedliche Tonwerte rigoros auf 0 beziehungsweise 255 gesetzt; noch höher sollten Sie in der Regel nicht gehen. Sie können Ihr Manöver wie üblich zurücksetzen durch einen Klick auf die Zurück-Fläche, die sich bei gedrückter Alt-Taste auftut und das Fenster nicht gleich schließt.

Auch bei dieser Tonwerterweiterung setzt Photoshop nicht zwangsläufig schwärzestes Schwarz und reines Weiß als Eckpunkte der Tonwertskala ein: Wie oben beschrieben, definieren Sie individuelle Schwarz- und Weißpunkte gemäß Ihren Druckparametern nach einem Doppelklick auf die Schwarz- und Weißpipetten in den Dialogfeldern »Gradationskurve« und »Tonwertkorrektur«.

6.3 »Gradationskurven«

Am feinfühligsten regeln Sie die Kontrastverhältnisse mit den Gradationskurven. Hier ordnen Sie notfalls jedem einzelnen Tonwert von 0 bis 255 auf der Tonwertskala seinen eigenen, neuen Tonwert zu. Die Gradationskurve (Kurztaste Strg+M) zeigt das Verhältnis zwischen den Helligkeitswerten vor und nach der Bearbeitung, also zwischen Eingabe und Ausgabe.

Abbildung 6.24:  Die Gradationskurve zeigt das Verhältnis zwischen den Tonwerten vor und nach der Korrektur.  Links: Hier bearbeiten wir ein RGB-Bild ; Schatten sind links, Lichter rechts angeordnet. Hier werden die Schatten vom ursprünglichen Wert 60 leicht angehoben auf Tonwert 80. Ein Kontrollpunkt im oberen Bereich hält die Kurve dort exakt diagonal und sorgt so dafür, dass sich die Anhebung in den Lichtern nicht mehr auswirkt.  Rechts: Wenn Sie CMYK-Bild er bearbeiten, zeigt Photoshop die Schatten in der Gradationskurve rechts, die Lichter links. Sie können die Darstellung auch von Hand durch Klicken auf das Doppel-Dreieck im Graubalken umschalten.

Die zwei Werte erscheinen auch in den korrigierbaren Datenfeldern. Wenn Sie also Tonwert 60 per Mausbewegung im Diagramm anheben bis auf Tonwert 80, so können Sie diese Werte auch eintippen, nachdem Sie erst einmal eine Veränderung vorgenommen haben.

Gradationskurven bietet Photoshop noch öfter: im Duplex-Dialog und in der Druckereinrichtung.

6.3.1 Anwendung

Mit der Tonwertkorrektur (siehe vorheriger Abschnitt) erweitern Sie eher den Tonwertumfang. Die Gradationskurve hat einen anderen bevorzugten Einsatzzweck: Mit diesem Instrument verteilen Sie vorhandene Tonwerte neu; Sie heben oder senken einzelne Helligkeitsbereiche, ohne die hellsten oder dunkelsten Werte mit zu verschieben. Sie können aber mit der Gradationskurve auch den Tonwertumfang erweitern oder verkleinern.

Ein denkbarer Eingriff: Die Schatten sumpfen zu, Sie wollen dort mehr Differenzierung sehen. Also erhöhen Sie die dunklen Tonwerte bei 20 auf Tonwert 40 (Eingabe: 20, Ausgabe: 40); die Bildpunkte, die ursprünglich den Wert 35 hatten, setzen sie nicht nur um 20, sondern gleich um 25 Einheiten hoch, auf 60 (Eingabe: 35, Ausgabe: 60). Alle umliegenden Tonwerte werden automatisch mit angepasst. So machen Sie die Schattenpartie heller und zugleich kontrastreicher.

Praktisch geht das meist so: Sie ziehen den linken, unteren Teil der Gradationskurve etwas nach oben. Alternativ tippen Sie die Eingabe-Ausgabe-Werte 20/40 beziehungsweise 35/60 in die Datenfelder, nachdem Sie zunächst einen Punkt in die Kurve geklickt haben.

Läuft die Gradationskurve als Gerade diagonal im 45-Grad-Winkel durchs Koordinatenfeld, dann heißt das: Die Eingabewerte werden 1:1 als Ausgabewerte übernommen - keine Korrektur; die Linie hat überall gleichen Abstand zur horizontalen Eingabeachse (Vorher) und zur vertikalen Ausgabeachse (für Nachher). Durch Manipulation dieser Geraden regeln Sie die Verteilung der Dichtestufen neu: also welche vorhandenen Bild-Eingabewerte mit welchen neuen Ausgabewerten erscheinen sollen. Ziehen Sie etwa den unteren Teil der Gradationslinie nach oben, dann werden die dunkleren Bildpartien heller. Drehen Sie die Gradationskurve genau umgekehrt diagonal, erzeugen Sie ein Negativ; dies erledigt auch der Befehl Bild: Einstellen: Umkehren (Strg+I).

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Im RGB-Modus zeigt der linke Teil der Gradationskurve die dunkleren Bildpartien, mit den digitalen RGB-Tonwerten ab Null. Die helleren Bildpartien mit den Dichtestufen bis hin zu 255 (reines Weiß) sehen Sie im rechten Teil der Linie. Ein von Dunkel nach Hell verlaufender Balken unter der Gradationskurve stellt die Tonwerte dar.

CMYK-Bilder werden zunächst andersherum dargestellt: Die hellen Werte liegen dann links, die dunklen rechts und die Zählung geht von 0 (Weiß) bis 100 Prozent Deckung (Schwarz) - so ist es in der Druckvorstufe üblich. Durch Klicken auf das Doppeldreieck im Grauverlauf unter der Gradationskurve stellen Sie jederzeit die Denkrichtung um. Aktive Punkte erscheinen gefüllt, nicht aktive Punkte als Kontur.

Ungewöhnlich: Mit dem Vergrößerungssymbol in der Titelleiste lässt sich das Dialogfeld leicht vergrößern. Durch Alt-Klick in das Koordinatennetz wechseln Sie zwischen engmaschiger 10-Prozent-Einteilung und der weiter gefassten 25-Prozent-Einteilung.

Haben Sie bereits eine Änderung vorgenommen, nennt die Infopalette bei geöffnetem Gradationsdialog die Vorher- und Nachher-Werte; nicht-druckbare Farben kennzeichnet ein Ausrufezeichen.

6.3.2 Handhabung

Klicken Sie unter dem Koordinatennetz das Kurvensymbol   an; so verformen Sie bei jedem Eingriff elegant die ganze Kurve und nicht winzige Bereiche der Kurve. Verformt sich die Kurve jedoch über einen weiteren Bereich als gewünscht, dann klicken Sie an einer anderen Stelle erneut hinein, um einen weiteren Punkt auf der Kurve aufzubringen; mit dem ziehen Sie die Kurve zurück auf Linie. Insgesamt stehen fünfzehn Punkte zur Verfügung. Punkte, die Sie nicht mehr brauchen, ziehen Sie komplett aus dem Gradationsdiagramm heraus (Alternative: ein Strg-Klick).

Soll die Gradationskurve über einen bestimmten Tonwertbereich hinweg linealgerade verlaufen, drücken Sie die Umschalt-Taste - dann brauchen Sie nur noch Anfangs- und Endpunkte des Kurvenabschnitts anzuklicken.

Wollen Sie eine stark veränderte Kurve Schritt für Schritt auf die Standarddiagonale zurückführen, dann klicken Sie im Dialogfeld zunächst das Bleistift-Werkzeug   an. Jetzt steht die Schaltfläche Glätten zur Verfügung; mit jedem Klick rückt sie den Graphen wieder ein Stück weit in die ursprüngliche 45-Grad-Ausrichtung.

Mehrere Punkte verschieben

Sie können auch mehrere Punkte gleichzeitig verschieben. Aktivieren Sie die gewünschten Punkte bei gedrückter Umschalt-Taste, so dass sie gefüllt und nicht als Kontur erscheinen, dann ziehen sie alle gemeinsam. Sie müssen einen Punkt dieser Gruppe erneut mit der Umschalt-Taste anklicken, um die Gemeinsamkeit aufzulösen. Strg+D entfernt jegliche Markierung.

Die Tastenkombination Strg+Tab aktiviert einzelne Punkte der Reihe nach, die Umschalt-Taste dreht die Richtung des Durchlaufs herum.

Zahleneingabe

Erst wenn Sie einen Punkt in die Kurve klicken, erscheint ein Zahlenpaar in den Datenfeldern für Eingabe und Ausgabe und Sie können einen neuen Ausgabe- oder auch Eingabewert festlegen. Um ein weiteres Vorher-Nachher-Wertepaar zu bearbeiten, klicken Sie einen neuen Punkt in die Kurve; tippen Sie nicht einfach neue Werte ein, denn dann ist Ihr erstes Zahlenpaar gelöscht.

Kurve per Tastatur umformen

Aktivierte Kontrollpunkte bewegen sich auch per Druck auf die Pfeil-Tasten. Die Umschalt-Taste löst wie immer Zehnersprünge aus.

Bei geöffnetem Dialogfeld

Auch bei geöffnetem Dialogfeld lohnt es sich, mit der Maus in die Bilddatei zu gehen:

  • Klicken Sie auf einen Tonwert, den Sie verändern wollen: Photoshop signalisiert bei gedrückter Maustaste die Lage dieses Tonwerts auf der Gradationskurve durch einen Kreis.
  • Klicken Sie mit gedrückter Strg-Taste; dann setzt Photoshop sofort einen Griffpunkt auf der Gradationskurve, der den Tonwert des angeklickten Bildpunkts anzeigt, und erzeugt ein Zahlenpaar in den Eingabefeldern. Wollen Sie weitere Griffpunkte setzen, klicken Sie erneut.
  • Klicken Sie bei gedrückter Strg- und Umschalt-Taste, um Kontrollpunkte in allen Einzelkanälen, aber nicht im Gesamtkanal zu erzeugen.

»Speichern« und »Laden«

Die Kurve lässt sich auch speichern und erneut laden; so können Sie die Einstellung auf Bilder mit ähnlichem Korrekturbedarf anwenden. Noch bequemer ist es, eine Gradationseinstellung auf der Aktionenpalette zu platzieren.

Einzelkanäle bearbeiten

Sie können entweder den »RGB«- oder »CMYK«-Gesamtkanal bearbeiten oder einzelne Farbkanäle. Um eine Kombination aus zwei Einzelkanälen zu manipulieren, wählen Sie diese mit gedrückter Umschalt-Taste in der Kanälepalette an, bevor Sie die Gradationskurven aufrufen. Das Einblendmenü für die Kanäle im Dialogfeld »Gradationskurven« zeigt dann Abkürzungen für die Zielkanäle, zum Beispiel YC für Gelb und Cyan.

Klicken Sie bei gedrückter Strg-Taste ins Bild, erzeugen Sie einen Ankerpunkt auf der Gradationskurve des gewählten Kanals. Wenn Sie die Umschalt-Taste dazunehmen, erhalten die Kurven aller Kanäle einen Ankerpunkt bei diesem Tonwert.

CMYK-Bilder

Wenn Sie CMYK-Bilder in der Normalansicht bearbeiten - also keine Einzelkanäle -, zeigt Photoshop weder eine Markierung in der Gradationskurve noch entstehen Kontrollpunkte. Dies geschieht nur bei der Bearbeitung von Einzelkanälen.

Schwarz-, Weiß- und Neutralpunkt

Auch im Dialog »Gradationskurven« lassen sich wieder Weiß- und Schwarzpunkte per Auto-Schaltfläche bestimmen, wie Sie es oben im Abschnitt über Tonwertkorrektur schon nachlesen konnten: Photoshop sucht sich die hellsten und die dunkelsten Pixel und setzt diese auf Schwarz beziehungsweise Weiß, der Rest wird entsprechend angeglichen. Oder Sie klicken mit den Schwarz- und Weißpipetten Pixel an, die Sie als Schwarz und Weiß definieren wollen; was Photoshop für Schwarz und Weiß verwendet, bestimmen Sie im Farbwähler nach einem Doppelklick auf die Pipette  . Passende Korrekturwerte werden wie üblich gespeichert und beim nächsten Bild neu geladen.

6.3.3 Beispiele

Pauschal nutzen Sie die Gradationskurven so:

  • Eine steilere Linie erhöht den Kontrast.
  • Eine Linie, die höher auf der Y-Achse beginnt, setzt die Helligkeit herauf.
  • Eine horizontale Linie zwingt unterschiedliche Tonwerte auf ein Einheitslevel und beschädigt das Bild erheblich.

Doch das eigentlich Interessante ist die gekrümmte Linie: Sie verändert nur einige handverlesene Tonwerte.

Abbildung 6.25:  Diese Kurve macht die Schatten dunkler, lässt aber die anderen Tonwertbereiche unverändert. Datei: Puppen

Abbildung 6.26:  Oft die bessere Alternative zum Helligkeitsregler: Das Anheben der Mitten ohne starke Änderungen bei Lichtern und Schatten entspricht etwa einem Gammawert über 1,0 in der »Tonwertkorrektur«.

Abbildung 6.27:  Schatten weiter absenken, Lichter noch mehr anheben, so arbeitet auch der Kontrastregler.

Abbildung 6.28:  Ein Anheben der Schatten bei gleichzeitiger Zurücknahme der Lichter senkt den Kontrast.

Abbildung 6.29:  Diese Kurve setzt die untersten Tonwerte komplett auf 0 (Schwarz) und senkt den Rest ab; das Bild wird dunkler, der Tonwertumfang erweitert. Vergleichbar: den Schwarzregler in der »Tonwertkorrektur« nach innen schieben.

Abbildung 6.30:  Diese Kurve setzt die obersten Tonwerte komplett auf den Höchstwert 255 (Weiß) und hebt den Rest an; das Bild wird heller, der Tonwertumfang erweitert. Vergleichbar: den Weißregler in der »Tonwertkorrektur« nach innen schieben.

Abbildung 6.31:  Anheben der Kurve am Ende des Schattenbereichs setzt die dunkelsten Tonwerte auf einen einheitlichen, höheren Wert. Das Bild verliert an Tiefe und Tonwertumfang. Vergleichbar in der »Tonwertkorrektur«: den Schwarzregler für »Tonwertumfang« nach innen schieben.

Abbildung 6.32:  Hier werden die obersten Lichter auf einen einheitlichen Wert abgesenkt. Das Ergebnis wirkt dunkler und flauer, der Tonwertumfang sinkt. Vergleichbar in der »Tonwertkorrektur«: den Weißregler für »Tonwertumfang« nach innen schieben.

Abbildung 6.33:  So arbeitet auch der Helligkeitsregler: Die hellsten Bereiche komplett auf 255 (Weiß), die dunkelsten Pixel durchgängig zu Dunkelgrau angehoben, den Rest angepasst. Schatten werden angehoben, Lichterdifferenzierung geht verloren.

Abbildung 6.34:  Diese Gradationskurve setzt benachbarte Tonwerte auf einheitliches Niveau und sorgt für stufenartige Übergänge. Den gleichen Effekt erzielt der Befehl »Tonwerttrennung«.

6.3.4 Gradationskorrektur für Farbkanäle

Oben bietet die Gradationskurve ein Einblendmenü, mit dem Sie einzelne Farbauszüge eines RGB- oder CMYK-Bildes bearbeiten können. Damit lassen sich Farbstiche korrigieren. Wählen Sie in der Kanälepalette zwei Einzelkanäle mit gedrückter Umschalt-Taste an, um im Gradationsdialog eine Kombination aus zwei Einzelkanälen bearbeiten zu können. Bedenken Sie, dass Sie Farbstiche bequemer mit der Farbbalance und anderen Befehlen beackern; mit den Gradationskurven bestimmen Sie freilich am übersichtlichsten, was in jedem einzelnen Kanal passiert.

Reduzieren Sie den Anteil einer Grundfarbe, erhöht dies das Gewicht des im Farbkreis gegenüber liegenden Tons. Das heißt:

  • Nehmen Sie Rot zurück, tendiert das Bild gegen Cyan.
  • Wenn Sie Grün erhöhen, sinkt der Magentaanteil weiter.
  • Eine Reduzierung von Blau betont die Gelbanteile.

Bilden Sie die Tiefen links und die Lichter rechts im Gradationsdiagramm ab. Bearbeiten Sie eine Einzelfarbe in einem RGB-Bild, stehen die hellen Bereiche der Gradationskurve für einen hohen Anteil dieser Farbe; mit den dunklen Bereichen der Gradationskurve manipulieren Sie Pixel, die nur einen geringen Anteil des gewählten Farbauszugs bieten:

  • Ziehen Sie im oberen, hellen Teil der Kurve, wenn Sie die gewählte Farbe dort verändern wollen, wo sie ohnehin stark durchkommt (also auch in helleren Grauzonen). Soll etwa der Rotstich in gut ausgeleuchteten Gesichtern zurückgehen, ziehen Sie die Rotkurve im oberen Bereich nach unten.
  • Ziehen Sie im unteren, dunklen Teil der Kurve, wenn Sie die gewählte Farbe dort verändern wollen, ,wo sie nur schwach auftritt. Stört eine Blautendenz in den Schatten, dann ziehen Sie die Blaukurve im linken, unteren Bereich weiter nach unten.

Allerdings passiert es bei der Korrektur von Einzelkanälen leicht, dass sich die Gesamthelligkeit verschiebt. Das lässt sich verhindern mit dem Regler Einstellen: Farbbalance (Strg+B) und seiner Option Luminanz erhalten (Details ab Seite 499).

6.3.5 Das Bleistiftwerkzeug

Klicken Sie unten im Gradationsdialog auf den Bleistift  , biegt sich die Gradationskurve nicht mehr wie ein Gummiband; statt dessen lässt sie sich für jeden Tonwert einzeln umgestalten. Während Sie bei der Arbeit mit dem Kurvensymbol  immer einen recht weiten Tonwertbereich erfassen, malen Sie mit dem Bleistift Ecken und verändern nur handverlesene, einzelne Tonwerte.

Haben Sie zum Beispiel in einem Bild einen grauen Hintergrund mit Tonwert 215, den Sie noch aufhellen wollen, dann klicken Sie zunächst mit geöffnetem Dialogfeld »Gradationskurven« auf die Graufläche - der Tonwert wird jetzt durch einen Kreis auf der Gradationslinie markiert. Ziehen Sie jetzt die Gradationskurve an der entsprechenden Stelle nach oben. Oder halten Sie den Bleistift ohne zu klicken über die gewünschte Bildstelle, so dass Sie zum Beispiel eine Meldung erhalten wie »Eingabe: 215, Ausgabe: 244«. Ein anderer Fall sind schwarze Konturen - die machen Sie blasser, wenn Sie den ganz linken, schwarzen Teil der Gradationskurve mit dem Bleistift nach oben ziehen. Die restlichen Tonwerte bewegen sich nicht mit.

Klicken Sie auf den Glätten-Knopf, wenn die harten Sprünge im Gradationsverlauf allzu harte Kontrastsprünge in der Datei bewirken. Auch ein Klick auf das Kurvensymbol glättet die Gradationswogen und versieht die Kurve mit Ankerpunkten, die zu weiteren Anpassungen einladen.

6.3.6 Übung: Tonwerte in einer Grafik bearbeiten

Im Bleistiftmodus verändert die Gradationskurve sehr gezielt auch einzelne Tonwerte einer Grafik. Die folgende Übung zeigt, wie Sie Vordergrund und Hintergrund präzise verändern. Diese Techniken eignen sich, um Skizzen, Unterschriften oder gescannte Schrift zu bearbeiten.

Abbildung 6.35:  Um einzelne Tonwerte zu korrigieren, klicken Sie zunächst in das Bild und lassen sich den Tonwert als kleinen Kreis auf der Gradationskurve anzeigen.

Abbildung 6.36:  Dann setzen Sie den Cursor auf den gewünschten Helligkeitswert und bewegen die Kurve durch Klicken an diese Stelle. Hier ist der Bleistiftmodus aktiviert.

Abbildung 6.37:  Ein Klick auf den »Glätten«-Knopf glättet die Kurve und macht Übergänge an den Rändern des korrigierten Bereichs weicher.

Abbildung 6.38:  Eine Anhebung der Gradationskurve im unteren Bereich, jetzt im Gummibandmodus, macht die schwarze Farbe grau.

Abbildung 6.39:  Jetzt kann der »Bild «-Befehl »Farbton/Sättigung« mit der Option »Färben« die Zeichnung umfärben.

6.3.7 Spezialeffekte

Bizarre Solarisationseffekte erzielen Sie, wenn Sie die Gradationskurve mit harten Ecken durchs Koordinatennetz ziehen und dabei helle Bildpunkte zum Schattendasein verdammen und dunkle Zonen ans Licht führen. Nehmen Sie ein paar extreme Lichter und Schatten mit herein, damit das Bild genug Tiefe und Durchzeichnung hat. Ähnliches erledigt auch der Stilisierungsfilter: Solarisation im Filter-Menü, aber ohne Optionen. Natürlich können Sie auch die Farbkanäle einzeln bearbeiten, um drastische Verfremdungen zu erreichen oder um überhaupt erst Farbe in eine Graustufenvorlage zu bringen (die Sie zuvor in einen Farbmodus konvertieren).

Abbildung 6.40:  Drastische Verzerrungen der Gradationskurve sorgen für solarisationsartige Farbverfremdungen. Mittlere Reihe: Hier wird die Gradationskurve zunächst im Bleistiftmodus verzerrt. Unten: Um die Farbsprünge zu glätten, wechselt man dann in den Kurvenmodus. Hier wurde darauf geachtet, bei den Ausgabewerten den gesamten Tonwertumfang von Schwarz bis Weiß zu erhalten. Vorlage: Blumen

Soll die Gradationskurve über einen bestimmten Tonwertbereich hinweg linealgerade verlaufen, drücken Sie die Umschalt-Taste - dann brauchen Sie nur noch Anfangs- und Endpunkte des Kurvenabschnitts anzuklicken. Eine Gradationskurve in Treppenform sorgt für plakative Tontrennung, wie sie weniger frei auch der Befehl Bild: Einstellen: Tontrennung anbietet. Kehren Sie die Kurve komplett um, erhalten Sie ein Negativ nach Art des Bild-Befehls Einstellen: Umkehren. (siehe Abbildung 6.40)

6.3.8 3D-Effekt per Gradationskurve

Die Gradationskurve bietet sich auch für 3D- und Rahmeneffekte an. Dabei sind Ergebnisse möglich, die Sie mit den Ebeneneffekten so nicht erhalten, und der Weg ist ein ganz anderer:

Zunächst erzeugen Sie ein weichgezeichnetes Objekt, zum Beispiel Schwarz auf Weiß. Die Konturen des Objekts erstrecken sich durch die Weichzeichnung über alle Helligkeitsstufen. Das Objekt darf jedoch nicht in Transparenz übergehen; verschmelzen Sie es bei Bedarf mit einer rein weißen Ebene. Mit der Gradationskurve greifen Sie dann einzelne Helligkeitsbereiche heraus, um sie drastisch anzuheben oder abzusenken. Das eignet sich für Schriftzüge ebenso wie für Rahmen.

Sie können Helligkeitsstufen in Farben umsetzen, wenn Sie Gradationskurven für einzelne Farbkanäle verformen. Lesen Sie zur Wirkung der einzelnen Farbauszüge den Abschnitt »Gradationskorrektur für Farbkanäle« weiter vorn in diesem Abschnitt.

Häufig macht es Sinn, die Gradationskurve erst im Bleistiftmodus grob zu verformen und dann in den Kurvenmodus zu wechseln, um Feinheiten und Übergänge zu regeln. Denken Sie daran, dass Sie dabei überflüssige Griffpunkte aus der Gradationskurve einfach herausziehen können. Beim Experimentieren sollten Sie gelungene Einstellungen gelegentlich speichern oder auf der Aktionenpalette verewigen. Dies gilt vor allem, wenn Sie die Kurven unterschiedlicher Farbauszüge separat bearbeiteten. Häufig sollte man nachträglich mit der Tonwertkorrektur die Kontraste global nachregeln.

Sofern Sie für diesen Zweck erst ein Graustufenmotiv nach CMYK konvertieren, achten Sie darauf, dass nicht die gesamte Information in den Schwarzkanal geschrieben wird; dies passiert, wenn Sie per Eigenes CMYK (siehe Seite 437) bei GCR die Schwarzerzeugung auf ein Maximum gesetzt haben. Verwenden Sie hier keine oder wenig Schwarzerzeugung, so dass die CMY- Farbkanäle gleichmäßig Farbe abbekommen.

Abbildung 6.41:  Das Textwerkzeug erstellte hier einen einfachen Schriftzug in Schwarz. Die Textebene wurde mit dem Befehl »Ebene: Rastern: Text« in eine übliche Pixelebene verwandelt, mit einer weißen Ebene verschmolzen und mit dem Befehl »Filter: Weichzeichnungsfilter: Gaußscher Weichzeichner« abgesoftet. Datei: Foto

Abbildung 6.42:  Hier werden die dunkelsten, inneren Töne in Weiß verwandelt, um in der Mitte einen Lichtglanz zu erhalten. Der Zeiger wurde im Bleistiftmodus bei gedrückter Umschalt-Taste links oben ins Diagramm gesetzt und nach unten geführt.

Abbildung 6.43:  Zunächst bügelt die »Glätten«-Schaltfläche die harten Tonwertsprünge, die im Bleistiftmodus entstehen, aus; dann wird die Kurve im Kurvenmodus noch verfeinert.

Abbildung 6.44:  Die mehrfach gewellte Kurve erzeugt einen komplexen 3D-Effekt; auch diese Kurve wurde im Bleistiftmodus skizziert und im Kurvenmodus verfeinert und geglättet. Gelungene Kurven sollten Sie »speichern«.

Abbildung 6.45:  Für Farbeffekte wurde die Graustufen-Datei ohne jede Schwarzerzeugung in den CMYK-Modus verwandelt. Die Grundfarben wurden einzeln bearbeitet, die Kurve zeigt den Magentakanal.

6.3.9 Übersicht: Welches Dialogfeld für welchen Zweck?

Mit Gradationskurve und Tonwertkorrektur tun Sie grundsätzlich dieselben Dinge; die beiden Dialogfelder leisten Vergleichbares, nur mit unterschiedlichen Oberflächen und Schwerpunkten. Dabei arbeiten Sie mit der Gradationskurve besonders tonwertgenau, während die Tonwertkorrektur mit ihrem Histogramm das Tonwertspektrum des Bildes sehr anschaulich darstellt.

Jedes Werkzeug hat allerdings seine unbestrittenen Vorzüge:

  • Mit der Tonwertkorrektur erweitern Sie kommod das vorhandene Tonwertspektrum so, dass das Bild sich nachher über einen größeren Tonwertbereich erstreckt und damit tiefer und brillanter wirkt.
  • Die Gradationskurven dagegen eignen sich besonders, um feinsinnig die Helligkeitsverteilung schon vorhandener Tonwerte zu verändern, also Kontraste zu korrigieren, ohne den Tonwertumfang dabei auszudehnen.

Prinzipiell kann aber jedes Werkzeug viele Aufgaben des anderen übernehmen:

Aufgabe Lösung mit »Tonwertkorrektur« Lösung mit »Gradationskurven«
Um mehr Tiefen ins Bild zu bringen und die Tonwerte von 0 bis 30 auf 0 zu setzen und die anderen Tonwerte anzupassen... schieben Sie den schwarzen Regler unter der »Tonwertspreizung« bis zur 30 schieben Sie das linke, dunkle Ende auf der X-Achse nach rechts bis zur Meldung »Eingabe: 30, Ausgabe: 0«
Um die höchsten Lichter von 230 bis 255 zu entfernen, auf 230 zu setzen und die anderen Tonwerte anzupassen... schieben Sie den weißen Regler unter »Tonwertumfang« nach innen bis zur 230 schieben Sie das rechte, helle Ende auf der Y-Achse nach unten bis zur Meldung »Eingabe: 255, Ausgabe: 230«
Um die Mitten anheben, ohne Schatten und Lichter stark in Mitleidenschaft zu ziehen... schieben Sie den grauen Gammaregler in der »Tonwertkorrektur« auf einen Wert über 1,0 heben Sie den mittleren Bereich in der Gradationskurve an

Beide Dialogfelder bieten überdies die Schwarz- und Weißpipetten; damit setzen Sie einen individuell gefundenen Tonwert im Bild auf einen individuell definierten Schwarz- oder Weißwert. Diese Arbeit nehmen Ihnen auch die Auto-Schaltfläche oder der Bild-Befehl Auto-Tonwertkorrektur ab.

Auch die Tätigkeiten des Dialogfeldes Helligkeit/Kontrast übernimmt auf Wunsch der Befehl Gradationskurven:

Aufgabe Lösung mit »Helligkeit/Kontrast« Lösung mit »Gradationskurven«
Um das Bild über den gesamten Tonwertbereich abzudunkeln... schieben Sie den Regler für »Helligkeit« nach links, auf einen Minus-Wert schieben Sie den linken, dunklen Endpunkt der Gradationskurve um einen bestimmten Betrag auf der X-Achse nach rechts und den rechten, hellen Eckpunkt um den gleichen Betrag auf der Y-Achse nach unten
Um das Bild konstrastreicher zu machen... schieben Sie den Regler für »Kontrast« nach rechts, auf einen positiven Wert senken Sie in der Gradationskurve die Schatten ab und heben die Lichter an

Verbesserungsmöglichkeiten

Gradationskurve und Histogramm könnten noch verbessert werden:

  • Informativ wäre es, ein Histogramm im Gradations-Koordinatennetz einzublenden.
  • Auch träumt man ja davon, mehrere Histogramme für die Einzelkanäle in einem Dialogfeld zu sehen - gekennzeichnet durch unterschiedliche Farben.
  • Nur bei den vergleichsweise abgelegenen Gradationskurven der Duplex- und Drucker-Funktionen zeigt Photoshop gleich dreizehn Eingabefelder, in die man den gewünschten Ausgabewert für vorgegebene Vorher-Tonwerte maßgenau eintippen kann. Der weit wichtigste Befehl mit Gradationskurve, eben Bild: Einstellen: Gradationskurven, bietet dagegen nur ein einziges Vorher-Nachher-Zahlenpaar zur Dateneingabe.

Abbildung 6.46:  Gradationskurve und Histogramm in einem Fenster, das wäre eine sehr anschauliche Lösung.

6.3.10 Befehle im Überblick: Gradationskurven, Tonwertkorrektur

Taste/Feld Zusatztaste Aktion Ergebnis
  weiche Gradationskurve ziehen
  harte Gradationskurve ziehen
  Hell-Dunkel-Darstellung im Diagramm umkehren
  (ins Bild) Schwarzpunkt festlegen
  (ins Bild) Weißpunkt festlegen
  (ins Bild) neutralen Ton festlegen
  Schwarz definieren
  Weiss definieren
  Neutralton definieren
  Tonwertumfang automatisch erweitern
Alt-Taste     Auto-Schaltfläche wird zu Optionen, Abbrechen wird zu Zurück

6.4 »Farbton/Sättigung«

Der Befehl Farbton/Sättigung (Strg+U, für »Hue«, Farbton) regelt Farbton, Helligkeit und Sättigung. Er eignet sich für Feinkorrekturen ebenso wie zum unauffälligen Umfärben eines markierten Motivs oder für Tonungen.

Verwandte Kommandos: Bild: Einstellen: Variationen zeigt verschiedene Variationen für die Sättigung auf einem großen Tableau (siehe Seite 498). Der Kombi-Befehl Bild: Einstellen: Farbe ersetzen (siehe Seite 623) enthält das komplette Dialogfeld Farbton/Sättigung in Verbindung mit dem Befehl Auswahl: Farbbereich auswählen (siehe Seite 619); Sie können also in einem einzigen Dialogfeld einen Bildteil erst auswählen und dann umfärben.

Abbildung 6.47:  Das Dialogfeld »Farbton/Sättigung« gibt Ihnen Kontrolle über die Sättigung und die Farben in einem Bild teil.  Datei: Ballons

Abbildung 6.48:  Erhöhen Sie die Sättigung, wird zugunsten des Farbtons gleich helles Grau entfernt, der korrigierte Bild teil wirkt frischer.

6.4.1 Anwendung

Die Änderungen gelten jeweils für den kompletten Farbbereich eines Bildes oder einer Auswahl oder nur für eine der Grundfarben Rot, Gelb, Grün, Cyan, Blau, Magenta. Bei Bedarf verändert man nur einzelne Teilbereiche des Farbkreises.

Im unteren Teil enthält das Dialogfeld zwei Farbskalen. Der obere Streifen zeigt unveränderlich das gesamte Farbspektrum; dies sind die Vorher-Werte Ihres Bildes. Im Streifen darunter erkennen Sie, wie sich diese Töne durch die aktuelle Reglerstellung verändern. Sehen Sie oben Rot und genau darunter Blau, dann haben Sie den Farbton-Schieber so bewegt, dass es zu dieser Farbveränderung kommt. Auch eine Abschwächung der Sättigung oder Manipulationen an der Lab-Helligkeit drücken sich in veränderten Tonwerten auf dem unteren Streifen aus.

Möchten Sie beide Farbstreifen parallel bewegen, klicken und ziehen Sie bei gedrückter Strg-Taste. Dabei verändert sich die Korrektur nicht. Klicken Sie bei geöffnetem Dialogfeld ins Bild, erscheint dort eine Pipette  , die den angeklickten Farbton als neue Vordergrundfarbe lädt.

Einige der Funktionen des Befehls Farbton/Sättigung bietet Photoshop auch in Pinselform: So können Sie mit dem Schwamm   (Kurztaste O) über das Bild fahren, um pixelweise Sättigung zu entziehen oder hinzuzufügen; der Abwedler  macht Bildteile unter der Werkzeugspitze heller, der Nachbelichter dunkler (Details jeweils ab Seite 570).

Abbildung 6.49:  Der Farbtonregler färbt den ausgewählten Bereich um, indem er alle Farbwerte verschiebt; Helligkeit und Sättigung bleiben erhalten.

Abbildung 6.50:  Die Option »Färben« sorgt für Tonung mit einer einheitlichen Farbe, Feinheiten regeln Sie mit »Sättigung« und »Lab-Helligkeit«.

6.4.2 Das HSB-Farbmodell

Die Korrekturen des Befehls Farbton/Sättigung orientieren sich am HSB-Farbmodell, das Tonwerte nach Farbe (Hue), Sättigung (Saturation) und Helligkeit (Brightness) aufteilt; es wirkt oft übersichtlicher als RGB oder CMYK. Sie können nach diesem Schema auch Farben in Farbwähler oder Farbregler (ab Seite 528) mischen; zudem greifen einige Überblendverfahren auf einzelne Eigenschaften des HSB-Modells zurück.

»Farbton«

Mit dem Farbton (englisch Hue) verschieben Sie alle oder bestimmte Farben im Bild oder in einer Auswahl um eine bestimmte Gradzahl auf dem Farbkreis. Helligkeit und Sättigung - und damit das Relief des Motivs - bleiben erhalten. Sofern Sie Standard im Klappmenü verwenden, verschieben sich alle Farben gleichermaßen.

Dies ist das geeignete Mittel, um ein Objekt umzufärben - besser als Füllwerkzeug   oder Füllen-Befehl, die das Objekt mit einer einheitlichen Farbe zuschütten. Beim Befehl Farbton/Sättigung wahrt der Farbton-Regler die Bandbreite an unterschiedlichen Farben, sie werden nur verschoben. Mit dem Farbton-Regler spielen Sie leicht durch, wie Hintergründe oder Objekte in 360 verschiedenen Tonwerten aussehen.

Den Farbton stellt man sich auf einem Kreis vor, der alle denkbare Farbtöne enthält. Sie verschieben den aktuellen Farbton mit dem Schieberegler um maximal 180 Grad im Uhrzeigersinn oder um maximal minus 180 Grad gegen den Uhrzeigersinn. Die beiden Extrempositionen plus 180 Grad und minus 180 Grad führen zum selben Ergebnis, der maximalen Umfärbung.

»Sättigung«

Die Sättigung verändert die Grauanteile der Farben im Verhältnis zur reinen Farbe. Oft führt nach einer Farbton-Änderung erst die anschließende Korrektor von Sättigung und auch »Lab-Helligkeit« zum gewünschten Eindruck. Erhöhte Sättigung lässt den Bildteil frischer und reiner aussehen, erzeugt aber schnell grelle Farben außerhalb des druckbaren Bereichs (in der Infopalette durch ein Ausrufezeichen markiert). Schieben Sie die Sättigung in den Minus-Bereich, sinkt der Farbanteil immer mehr zugunsten des Grauanteils, so dass Sie Pastelltöne erhalten, die zum Beispiel für Hintergründe geeignet sind. Auch zu reine, nicht druckbare Farben bearbeiten Sie durch Absenken der Sättigung.

Die Null-Stellung schließlich führt zu einem Bild, das nur noch Grautöne enthält, das sich aber weiterhin im Farbmodus befindet. Sinn macht die Null-Sättigung eventuell, wenn Sie innerhalb einer Farbmontage einen Bildausschnitt per »Einstellungsebene« vorübergehend oder dauerhaft in Graustufenwirkung zeigen wollen. Denselben Sättigungsentzug bei anhaltend hoher Datentiefe bewirkt der Befehl Bild: Einstellen: Entfärben. Dabei entsteht jeweils ein relativ flaues Bild, da die einzelnen Farbtöne einheitlich und nicht nach ihrer visuellen Helligkeit gewichtet zu Graustufen verwandelt werden. Wege zu besseren Ergebnissen beschreibt der Graustufen-Abschnitt ab Seite 442.

Abbildung 6.51:  Die Farbwerte liegen im HSB-Modell auf einem Rad. Weiter wird differenziert nach Sättigung (gleich heller Grauanteil, links) und Helligkeit.

»Lab-Helligkeit«

Der Schieber für Lab-Helligkeit stellt die Helligkeit ein. Auch er ist bei der Feinabstimmung erforderlich, um nach einer Farbton-Korrektur oder nach dem Färben tatsächlich die gewünschte Wirkung zu erzeugen. Auch wenn Sie reines Weiß oder Schwarz färben wollen, müssen Sie es erst mit der Lab-Helligkeit auf Grau setzen. Allerdings wirkt eine Gamma- oder Gradationskorrektur, die nur die Mitten verändert, oft subtiler als die Lab-Helligkeit.

6.4.3 Einzelne Farbbereiche bearbeiten

Innerhalb des Bildes oder der Auswahl müssen Sie nicht zwangsläufig alle Farbtöne gleichermaßen verschieben. Sie können auch einen Farbbereich herausgreifen, den Sie exklusiv verändern. Zum Beispiel bearbeiten Sie nur die Gelbtöne, lassen aber alle anderen Werte unberührt. Dazu müssen Sie kein Auswahlwerkzeug bemühen.

Ausgewählte Farben

Wählen Sie zunächst im Klappmenü »Bearbeiten« den Farbbereich, zum Beispiel »Gelbtöne«. Zwischen den beiden Farbstreifen im Dialogfeld signalisiert jetzt ein dunkelgrauer Block den Tonwertbereich, der ab sofort voll ausgewählt und veränderbar ist. Außerdem erscheint eine Farbwert-Anzeige. Sie sehen, dass ein Abschnitt von 30 Grad auf dem Farbkreis voll ausgewählt ist. Die Grenzen erkennen Sie jeweils an den inneren Werten neben den Schrägstrichen - es ist in unserem Beispiel der Bereich von 45 bis 75 Grad.

Teilweise ausgewählte Farben

Eine weitere Zone von Farbwerten ist freilich noch halb ausgewählt und verändert sich darum bei Manipulationen teilweise mit - so verhindert Photoshop, dass es zu harten Tonwert-Sprüngen kommt. Diese Zone ist durch hellgraue Balken zwischen den Farbstreifen gekennzeichnet. Die Grenzen dieser halb erfassten Farbtöne nennt Photoshop zudem rechts von den zwei Schrägstrichen, in unserem Fall beginnt die Korrekturwirkung schon bei 15 Grad, sie endet erst bei 105 Grad (doch nur die Zone von 45 bis 75 Grad wird komplett korrigiert).

Abbildung 6.52:  Oben: Den voll korrigierbaren Farbbereich signalisiert Photoshop im Dialogfeld »Farbton/Sättigung« durch einen dunkelgrauen Balken, den halb korrigierbaren Bereich durch hellgraue Balken.  Unten: Ziehen Sie an einem der hellgrauen Balken, um den korrigierbaren Bereich zu vergrößern oder zu verkleinern, ohne dass sich die Breite der halb erfassten Zone verändert.

6.4.4 Korrigierbaren Farbbereich mit Schiebereglern verändern

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, den korrigierbaren Bereich so anzupassen, dass Photoshop genau die von Ihnen gewünschten Tonwerte erwischt. Zunächst geben Sie jedoch immer einen Farbbereich per Bearbeiten-Klappmenü an - Sie können ihn danach beliebig verändern.

Gewählten Farbbereich mit Schiebereglern verkleinern und vergrößern

Der innere Bereich der voll ausgewählten Farben lässt sich beliebig erweitern oder verkleinern. Zur Veränderung dieses voll ausgewählten Bereichs klicken Sie in die hellgrau dargestellten Zonen zwischen den zwei Farbskalen und schieben Sie nach innen oder außen. So bewegen sich auch die jeweils zwei Begrenzer dieser Zonen parallel zueinander mit. Sie erweitern so zum Beispiel die voll erfassten Tonwerte auf den Bereich von 45 bis 110 Grad (zu erkennen an den jeweils innen genannten Werten). Sie haben auch nach diesem Eingriff eine 30 Grad breite Zone halb-markierter Farbnuancen: Sie reicht nun auf der rechten Seite von 111 bis 140 Grad, wie Sie an dem rechten Zahlenpaar erkennen.

Halb erfasste Zone verändern

Sie können auch die Tonwertauswahl so treffen, dass sich dabei der Bereich der halb-erfassten Zone vergrößert oder verkleinert. Bei verkleinerten Zonen müssen Sie mit harten Tonwertsprüngen rechnen.

Schieben Sie die dreieckigen Regler, die den hellgrau unterlegten, halb ausgewählten Bereich begrenzen, nach innen. So verkleinern Sie den halb erfassten Bereich und sorgen für härtere Auswahlgrenzen. Schieben Sie die Regler nach außen, um die Zone der schwach mitkorrigierten Tonwerte noch zu vergrößern. Jeweils an den äußeren Zahlen neben den Schrägstrichen erkennen Sie die neuen Grenzen.

Sie können umgekehrt auch die Zone der voll erfassten Tonwerte bearbeiten. Dazu ziehen Sie an den stabförmigen Begrenzern, die das dunkelgraue Feld zwischen den Farbskalen einfassen. Sie ziehen die Begrenzer auseinander, um einen größeren Farbbereich zu erfassen; dabei verkleinert sich die halb-ausgewählte, hellgrau gezeigte Strecke. Bewegen Sie die Begrenzer nach innen, um weniger Farbwerte zu bearbeiten - und den Bereich der halb-erfassten Töne zu vergrößern. Die jeweils inneren Zahlen neben den Schrägstrichen nennen die neuen Tonwertgrenzen.

Abbildung 6.53:  Oben: Ziehen Sie an einem der dreieckigen Begrenzer, um den halb erfassten Bereich unabhängig von der voll korrigierbaren Zone zu verkleinern oder zu vergrößern.  Unten: Verschieben Sie den dunkelgrauen Block, wenn Sie einen anderen Farbbereich korrigieren möchten.

Gewählten Farbbereich verschieben

Ebenso einfach wählen Sie eine andere Zone korrigierbarer Farben, die gleich groß und gleich hart begrenzt ist wie der bisherige Bereich. Dazu ziehen Sie den dunkelgrauen Bereich. Wenn Sie ihn zum Beispiel weit genug nach links bewegen, erscheinen auch oben im Klappmenü neue Angaben, zum Beispiel statt bisher »Gelbtöne« dann »Rottöne 2« oder Magentatöne. Alternativ klicken Sie einen gewünschten Farbton im Bild an.

Abbildung 6.54:  Oben: Durch eine Verschiebung rutscht die Darstellung des korrigierbaren Bereichs rechts aus der Anzeige heraus und wird links wieder fortgesetzt. Das ist unübersichtlich.  Unten: Verschieben Sie die Anzeige der Farbwerte bei gedrückter Strg-Taste so weit, bis der erfasste Bild bereich bequem in der Mitte der Skala Platz hat.

Anzeige des Farbbereichs verschieben

Wenn Sie den ausgewählten Bereich stark vergrößern oder aber Farbtöne herausgreifen, die genau am Rand der Skala liegen, wird es unübersichtlich: Die linke Grenze liegt schon am rechten Rand der Skala und die rechte Grenze rutscht herüber auf die äußerste linke Seite. In der Mitte des Farbspektrums sehen Sie den nicht ausgewählten Teil, an beiden Rändern liegt der gewünschte Bereich.

In diesem Fall können Sie die Anzeige des Farbspektrums verschieben, so dass der ausgewählte Bereich wieder in der Mitte der Balken erscheint. Ziehen Sie den Farbbalken dazu mit gedrückter Strg-Taste. Dabei verändern Sie wohlgemerkt nicht die Tonwertauswahl - nur die Anzeige des Dialogfeldes wird Ihren Bedürfnissen angepasst.

6.4.5 Korrigierbaren Farbbereich mit Pipetten auswählen

Wenn Sie einen ausgewählten Farbton korrigieren, diesen aber nicht per Schieber oder Klappmenü angeben möchten, dann verwenden Sie die Pipetten aus dem Dialogfeld Farbton/Sättigung. Auch hier wählen Sie zunächst aus dem Bearbeiten-Klappmenü einen Farbbereich vor - zum Beispiel die Gelbtöne. Sie können ihn dann beliebig verändern.

Dazu klicken Sie zunächst mit der linken Pipette   auf einen Tonwert in der Datei, den Sie bearbeiten möchten. Photoshop erzeugt eine passende Farbauswahl, die wie bisher 30 Grad auf dem Farbkreis umfasst und dazu einen je 30 Grad breiten Rand halb-ausgewählter Farbtöne.

Dabei legt Photoshop immer einen geschlossenen Auswahlbereich an. Wählen Sie also zwei sehr unterschiedliche Farbtöne aus, erhalten Sie nicht etwa zwei Auswahlbereiche und dazwischen nicht berücksichtigte Tonwerte. Vielmehr entsteht eine sehr breite Auswahl, die fast schon das gesamte Farbspektrum umfasst.

Farbbereich erweitern oder verkleinern

Den ausgewählten Bereich können Sie nun verkleinern oder vergrößern, indem Sie mit der Plus-Pipette   beziehungsweise mit der Minus-Pipette   weitere Tonwerte anklicken. Sie haben jederzeit auch die Möglichkeit, durch Ziehen an den Begrenzern zwischen den zwei Farbbalken die Auswahl zu präzisieren. Statt der Plus- und Minus-Pipetten können Sie auch die üblichen Photoshop-Tasten verwenden: Die Umschalt-Taste zur normalen Pipette  fügt wie immer etwas hinzu, erweitert also die Auswahl; die Alt-Taste zur normalen Pipette verkleinert den Bereich.

Auf die Dauer ist es mühsam, ausgewählte Farbbereiche mit dem Befehl Farbton/Sättigung zu verändern. Leichter tut man sich oft mit dem Bild-Befehl Farbe ersetzen (Seite 623), mit der Auswahl-Funktion Farbbereich auswählen (Seite 619) oder mit einer Auswahl per Zauberstab   oder Magnet-Lasso  .

6.4.6 Die Option »Färben«

Die Option Färben deckt ein Bild oder einen Bildteil mit einer einfarbigen Tonung zu - wie ein Graustufenbild, das in der Dunkelkammer mit einem Blau- oder Brauntoner behandelt wurde. Alle Farbtöne im Bild tauscht Photoshop gegen den gewählten Farbton aus; doch die unterschiedlichen Helligkeitswerte - für die Unterscheidung von Strukturen und Konturen verantwortlich - bleiben erhalten.

Die Färbung steuern Sie über den Farbton-Regler. Rot liegt in diesem Fall ganz links auf dem Farbton-Regler, bei 0 Grad; gehen Sie bis zum Extremwert 180 Grad, erhalten Sie ein cyan (blaugrün) getontes Bild, denn Cyan liegt auf dem Farbkreis genau gegenüber. Reines Schwarz und Weiß werden nicht mitgetont, mittleres Grau schon. Wollen Sie Schwarz und Weiß mitbearbeiten, machen Sie es vorab mit den Gradationskurven (siehe Seite 477) oder mit der Lab-Helligkeit grau. Ein einmal getontes Bild lässt sich mit neuerlichem Färben umtonen. Änderungen an Sättigung und »Lab-Helligkeit« können Sie weniger leicht zurücknehmen.

Abbildung 6.55:  Die Option »Färben« tont eine Vorlage einfarbig. Photoshop beginnt mit Rot, das bei 0 Grad angesiedelt ist, die Sättigung sollte meist auf 50 oder weniger Prozent reduziert werden. Datei: Puppen

Alternativen zum »Färben«

Ebenfalls stimmungsvoll getonte Bilder, auch mehrfarbig, erhalten Sie mit dem Befehl Bild: Einstellen: Kanalmixer, wenn Sie die Option Monochrom ein- und wieder ausschalten (siehe Seite 496). Einen äußerlich ähnlichen, aber differenzierteren Effekt als beim Färben erzielen Sie mit dem Duplex-Modus, bei dem Sie mit weniger Druckfilmen auskommen (Seite 451). Sie können eine Tonung auch erzeugen, indem Sie ein Bild in Graustufen verwandeln, dann zurück in einen Farbmodus wechseln und einzelne Farbkanäle mit Gradationskurven oder Tonwertkorrektur bearbeiten. Falls Sie jedoch nach CMYK konvertieren, achten Sie im Dialogfeld Eigenes CMYK (Seite 437) darauf, dass die Graustufen nicht nur im Schwarzkanal erzeugt werden, sondern vor allem in den drei Farbkanälen.

Abbildung 6.56:  Der Farbwert +30 Grad führt zu einem Sepia-Ton. Eine Sättigung von nur 30 wirkt weniger aufdringlich.

6.4.7 Eine Datei als Hintergrundbild aufhellen

Sie haben bereits verschiedene Werkzeuge für Kontrast, Tonwertumfang und Farbstimmung kennen gelernt. Mit diesen Werkzeugen lässt sich ein Bild nicht nur feinkorrigieren, sondern auch drastisch aufhellen, wenn man es als Hintergrundmotiv unter Text legen möchte. Mit den verschiedenen Reglern erreichen Sie unterschiedliche Bildwirkungen. Neben dem Aufhellen bieten sich auch Weichzeichner an oder einige der zahlreichen Effektfilter, die ein Bild flächiger machen, etwa Stilisierungsfilter: Facetteneffekt.

Gammaregler

Der mittlere, graue Gammaregler in der »Tonwertkorrektur« verändert nur die Mitten. Das heißt, Sie werden immer einen dunklen Anteil behalten, der in Konflikt mit dunklem Text geraten kann.

»Tonwertumfang«

Der Tonwertumfang-Regler des Befehls Tonwertkorrektur (Seite 469) bannt Extremtonwerte und setzt sie auf einen Einheitswert. Schieben Sie etwa den Schwarzregler nach innen, werden die Tiefen komplett entfernt und einheitlich auf einen höheren Wert gesetzt. Dagegen bleibt in den Lichtern die Zeichnung halbwegs erhalten. Insgesamt wirkt das Bild vor allem grauer und flacher - wie für einen Hintergrund erwünscht. Sie könnten mit dem Gammaregler weiter aufhellen, ohne noch mehr extreme Tiefen und Lichter preiszugeben (Beispiele ab Seite 471).

»Helligkeit/Kontrast«

Der Regler für Helligkeit verschiebt Höhen und Tiefen gleichermaßen nach oben, entfernt so deutlich Zeichnung; er macht das Bild jedoch nicht sofort flacher, denn die Kontraste bleiben erhalten - jedoch in einem helleren Tonwertbereich (siehe auch Seite 468). Der Kontrast-Regler allein führt zu einem flauen, grauen Ergebnis, das selbst als Hintergrund unattraktiv wirkt. Eher verwendet man den Kontrast erst im Anschluss an eine vorhergehende Behandlung.

»Farbton/Sättigung«

Das Dialogfeld Farbton/Sättigung bietet attraktive Möglichkeiten für gedimmte Hintergrundflächen. Sie können einen Hintergrund nicht nur umfärben, sondern mit Rücknahme der Sättigung auch für sanfte Pastelltöne sorgen; per Lab-Helligkeit entfernen Sie zügig Tiefen. Auch das Färben eignet sich gut für Hintergründe; nehmen Sie die Sättigung stark zurück und heben Sie die Lab-Helligkeit deutlich an.

Links: Der Regler für »Helligkeit« wurde hier auf +60 gesetzt. Die Kontraste bleiben erhalten - jedoch in einem helleren Tonwertbereich.

Mitte: Der Regler für »Tonwertumfang« in der »Tonwertkorrektur« hebt hier alle dunkleren Tonwerte von 0 bis 119 einheitlich auf 120 an. Das Bild wirkt deutlich flacher und kontrastärmer.

Rechts: Hier wurde der »Farbton« um -170 Grad auf Blau verschoben, die »Sättigung« um 25 Prozent gesenkt und die »Lab-Helligkeit« um 55 angehoben.

Abbildung 6.57:  Photoshop bietet verschiedene Möglichkeiten, eine Datei zum Texthintergrund aufzuhellen. Je nach Bedarf erhalten oder tilgen Sie Tonwertbereiche. Datei: Tropfen, Tropf_2

6.5 »Kanalmixer«

Der Kanalmixer reguliert die Anteile der einzelnen Farbkanäle am Gesamtbild neu. Um den Rotanteil in einem RGB-Bild zu stärken, wählen Sie Rot als Ausgabekanal. Der Mixer beginnt mit einer Einstellung von 100 Prozent für Rot und 0 Prozent für Blau und Grün. Sie können den Rot-Regler nun bis zu einem Wert von 200 Prozent nach rechts schieben. Dabei hellt Photoshop den Rotkanal auf, so dass Rötliches stärker hervorsticht. Die anderen Farbkanäle ändern sich dabei nicht.

Grün steht zunächst bei 0 Prozent. Erhöhen Sie diesen Wert bei weiter aktiviertem Rot-Ausgabekanal, werden die Helligkeitswerte des Grünkanals in den Rotkanal geblendet. Daraus folgt: Wo der Grünkanal hell (also stark) ist, wird nun auch der Rotkanal stark und überstrahlt den Grünkanal. Der Grünkanal selbst ändert sich nicht, er kommt aber im Gesamtbild weniger zur Geltung.

Per Konstante legen Sie die Gesamthelligkeit neu fest. Sie kann sich deutlich ändern, wenn Sie einen Einzelkanal bearbeitet haben. Behalten Sie bei der Arbeit mit dem Kanalmixer die Kanälepalette mit den Miniaturen der Einzelkanäle im Auge. Wenn Sie die Veränderung der Einzelkanäle beobachten, erfassen Sie schneller die Funktion des Kanalmixers.

Interessante Voreinstellungen für den Kanalmixer finden Sie auf der Photoshop-CD und dort im Ordner »Zugaben/Kanalmixer-Voreinstellungen«. Klicken Sie im Kanalmixer auf die Schaltfläche Laden, um sie zu verwenden.

Vorsicht beim Experimentieren: Wenn Sie die Option Monochrom ein- und wieder ausschalten, haben Sie das Bild bereits verändert (siehe unten). Drücken Sie die Alt-Taste und dann die Zurück-Schaltfläche, sofern Sie wieder vom ursprünglichen Bild ausgehen möchten.

Abbildung 6.58:  Der Kanalmixer reguliert die Anteile der einzelnen Grundfarben am Gesamtbild. Die Beispiele entstanden mit den Vorgaben aus dem Verzeichnis »Zugaben/Kanalmixer-Voreinstellungen« von der Photoshop-CD und anschließender Tonwertkorrektur. Datei: Raum

Negative Werte

Ein negativer Wert kehrt den Quellkanal um, bevor Photoshop ihn mit dem Ausgabekanal verrechnet. Zum Beispiel: Sie ziehen den Grünregler auf -20; nun wird der immer noch aktivierte Rotkanal dort dunkler, wo der Grünkanal heller ist. Im Bild setzt sich Grünes zugunsten rötlicher Partien stärker durch.

»Monochrom«

Zu Graustufen nach Maß verhilft die Option Monochrom. Sie fasst alle Kanalinformationen zu einem Graustufenergebnis zusammen. Sofern Sie ein RGB-Bild bearbeiten, beginnt das Dialogfeld mit 100 Prozent für Rot und je Null Prozent für Blau und Grün. Das ist so, als ob Sie ein Graustufenbild lediglich aus dem Rotkanal erzeugen. Mischen Sie also nach Bedarf. Um Blaues hell hervorzuheben, liften Sie den Blaugehalt; Gesichter leuchten auf bei angehobenem Rotwert.

Freilich haben Sie bei diesem Dialogfeld nicht die Möglichkeit, nützliche Überblendverfahren wie Multiplizieren anzuwenden. Dies bieten nur die Kanalberechnungen aus dem Bild-Menü. Diesen und weitere Wege zu hochwertigen Graustufenbildern finden Sie im Graustufen-Abschnitt ab Seite 442.

Nach Anwendung des Kanalmixers mit Monochrom-Vorgabe haben Sie immer noch ein Bild im Farbmodus vor sich. Konvertieren Sie es, wenn Sie keine Farbe mehr einsetzen wollen, in den speichersparenden Graustufen-Modus (Bild: Modus: Graustufen).

Getönte Bilder

Schalten Sie die Option Monochrom ein und wieder aus, können Sie getönte Bilder erzeugen.

Das Prinzip:

1. Sie erzeugen mit der Monochrom-Anwahl der Option zunächst den Graustufeneffekt, so dass alle Werte in einen Kanal geschrieben werden.
2. Heben Sie Monochrom wieder auf. Nun haben Sie immer noch ein einfarbiges Bild vor sich; aber Photoshop wertet jetzt wieder einzelne Farbkanäle aus.

Sie beginnen nun mit 100 Prozent Rot im Rotkanal, während die anderen Kanäle keine Anteile erhalten. Durch Arbeit in den verschiedenen Einzelkanälen erzeugen Sie reizvolle mehrfarbige Tonungen.

6.6 Weitere Korrekturen

Nicht immer führt die Kontrastkorrektur zum gewünschten Ergebnis: Schwarz- und Weißpunkte sitzen, doch ein Gelbstich verbleibt zum Beispiel. Traditionell bearbeitet man hier die Gradationskurven einzelner CMY-Druckfarben: So würden Sie etwa einen Gelbauszug dämpfen oder die Gegenfarbe anheben. Photoshop bietet jedoch auch bequemere, spezialisierte Werkzeuge, mit denen Sie Bilder vom Farbstich befreien oder komplett umfärben. Auch für die folgenden Befehle brauchen Sie die Farbmodi CMYK, RGB oder Lab, während sich bei Indizierten Farben, Graustufen oder Bitmap nichts tut.

6.6.1 »Variationen«

Besonders leicht regeln Sie die Bildwirkung mit dem Befehl Bild: Einstellen: Variationen. Dieser Befehl versagt im Modus Lab.

Die Änderungen beziehen sich nach Wahl nur auf Tiefen, Mitteltöne, Lichter oder Sättigung. Meist macht es Sinn, zuerst die wichtigen Mitteltöne zu korrigieren, dann an die Lichter und Tiefen zu gehen und danach die Mitteltöne abermals zu überprüfen. Wie stark die Unterschiede zwischen der ursprünglichen Version und den Korrekturvorschlägen ausfallen, das stellen Sie per Mausbewegung mit dem Fein...Grob-Regler ein; jeder Strich auf der Skala verdoppelt die Größe eines Schritts.

Wollen Sie in Ihrem Bild mehr Grün, dann klicken Sie auf das Bildchen mit der entsprechenden Unterschrift. Das korrigierte Bild erscheint jetzt auch in der Mitte und oben links als Aktuelle Wahl im Vergleich zum Original. Reicht Ihnen der Effekt noch nicht, klicken Sie erneut auf mehr Grün. Wollen Sie weniger Grün, klicken Sie auf das Farbfeld gegenüber, in diesem Fall mehr Magenta. Sie entfernen wie immer eine Farbe durch Hinzufügen der Gegenfarbe. Durch entsprechende Klicks auf die Bildchen rechts wird Ihr Foto auch heller oder dunkler. Nach jeder Korrektur ändern sich alle Vorschaubilder.

Abbildung 6.59:  Variatio delectat: Der Variationen-Dialog zeigt verschiedene Varianten einer Korrektur von Farbton, Sättigung und Helligkeit. Alarmfarben kennzeichnen hier die »Beschneidung« - Bild bereiche, in denen Differenzierung verloren geht.

In der Mitte sehen Sie immer die Bildfassung, die Sie durch Anklicken zuletzt ausgewählt haben. Das Bildpärchen darüber zeigt Ihr ursprüngliches Original und die aktuelle Wahl, also die zuletzt angeklickte Korrektur. Wenn Sie alles verwerfen und zurück zum Ursprung wollen, dann klicken Sie auf das Original. Oder Sie drücken die Alt-Taste, um aus dem Schalter Abbrechen eine Zurück-Fläche zu machen; die annulliert ebenfalls Ihre Eingriffe, ohne das Dialogfeld zu schließen. Bestätigen Sie jedoch ruhig mit OK und betrachten Sie das Ergebnis am bildschirmgroßen Original. Mit Strg+Z schalten Sie hin und her zwischen Vorher und Nachher. Haben Sie ähnliche Bilder, die Sie mit den gleichen Einstellungen korrigieren wollen, nutzen Sie die Möglichkeiten für Speichern und Laden einer gelungenen Korrektur.

Die Korrektur per Variationen ist allerdings eher grob: Die Bildchen erscheinen nur klein, eine Detailansicht in der 100-Prozent-Zoomstufe gibt es gar nicht und dass man auf Befehle wie Heller oder Dunkler zugunsten des Gammareglers in der Tonwertkorrektur lieber verzichtet, das haben Sie schon weiter oben gelesen. Verwenden Sie das Dialogfeld nur für Proben, für kleinere Dateien und für Bilder, die bereits halbwegs stimmen. Gleichwohl wünscht man sich übersichtliche Tableaus nach Art der »Variationen« auch für unterschiedliche Scharfzeichnungen, 8-Bit-Versionen oder Tonwertkorrekturen.

»Beschneidung«

Auf Wunsch wird Photoshop die Beschneidung zeigen. Beschneidung meint, dass durch die Kontrastkorrektur bestimmte unterschiedliche Tonwerte auf einen identischen Extremwert gehoben werden, so dass Helligkeitsunterschiede entfernt werden. So geht beispielsweise die Differenzierung zwischen den sehr dunklen Tonwerten 0 und 15 verloren, weil Sie alle Tonwerte unterhalb 16 gleich auf tiefstes Schwarz, also Null, absenken. Diesen »beschnittenen« Bereich stellt Photoshop in Alarmfarben dar. Folglich entsteht Beschneidung nur bei Bearbeitung der Lichter und Tiefen, nicht bei den Mitteltönen.

6.6.2 »Farbbalance«

Der Regler Farbbalance (Strg+B, für Balance) korrigiert Farbstiche, indem er unerwünscht dominante Töne kappt, die für einen Farbstich verantwortlich sind, und entsprechend die auf dem Farbkreis gegenüberliegende Farbe aufwertet. Dabei wirkt er jeweils nur auf Tiefen, Mitteltöne oder Lichter. Sie sollten die Luminanz erhalten, um nur die Farben, nicht aber auch die Helligkeitswerte anzugreifen; diese Option erhält die Tonwertbalance im Bild - und lässt sich damit besser kontrollieren als das Verändern einzelner Farbkanäle per Gradationskurven. Dabei muss der Gesamtkanal aktiv sein.

Abbildung 6.60:  Der Farbbalanceregler entfernt Farbstiche aus einem Scan oder ändert die Anmutung eines Bild es. Vorlage: Katze

Aber nicht nur Farbstiche, auch den Charakter eines Bildes bearbeiten Sie durch behutsames Schieben an den Reglern. So wirkt ein Motiv wärmer, wenn Sie das Farbgewicht nach Rot und Gelb verlagern, Cyan- und Blau-Schwerpunkte führen zu kaltem Look. Beurteilen lässt sich die Wirkung dieses Reglers sinnvoll nur auf einem kalibrierten System, besser noch auf einem Probedruck unter Auflagenbedingungen.

Die Daten im Feld Farbtonwerte zeigen die Farbänderungen für die Rot-, Grün- und Blaukanäle an, bei Lab-Bildern stehen die Werte für die zwei Farbkanäle a und b. So nutzen Sie die Regler:

  • Wenn Sie den ersten Schieber auf Rot zubewegen, entfernen Sie ihn gleichzeitig von der Gegenfarbe Cyan (Blaugrün).
  • Verlagern Sie in der mittleren Reihe das Gewicht in Richtung Grün, entfernen Sie gleichzeitig Magenta (Purpur) aus dem Foto.
  • Steuern Sie verstärkt auf Blau zu, entfernen Sie automatisch Gelb, das Gegenüber auf dem Farbkreis.

Abbildung 6.61:  Ein Hervorheben der Cyantöne dämpft gleichzeitig den Rotanteil des Bild es.

Abbildung 6.62:  Die Zurücknahme der Grünanteile verschiebt die Bild wirkung in Richtung Magenta (Purpur).

Abbildung 6.63:  Durch Betonung der Gelbtöne dämpfen Sie gleichzeitig den Blauanteil des Bild es.

6.6.3 »Selektive Farbkorrektur«

Noch genauer als mit der Farbbalance steuern Sie Tonwerte mit dem Befehl Bild: Einstellen: Selektive Farbkorrektur. Hier sind nur feine Änderungen möglich. Sie greifen unmittelbar auf einen Druckfarbenanteil zu und verändern den Anteil der CMYK-Farben in jeder additiven und subtraktiven Grundfarbe. So meldet etwa die Infopalette, dass Sie in einer Gelbfläche etwas zuviel Cyan haben. Wählen Sie im Einblendmenü Farben die Gelbtöne und ziehen Sie den Cyan-Regler nach links auf einen negativen Wert. Dabei muss der Gesamtkanal aktiv sein. Der Befehl eignet sich für CMYK- und RGB-Dateien, nicht aber für Lab.

Abbildung 6.64:  Mit dem Befehl »Bild : Einstellungen: Selektive Farbkorrektur« verändern Sie unmittelbar die Farbanteile in den Druckfarben.

Besonderheiten

Da dieses Dialogfeld nicht nach Höhen, Mitten und Tiefen unterscheidet, sondern die Grundfarbe insgesamt korrigiert, ist es mitunter bequemer als die Farbbalance (siehe oben). Auch Zugriff auf Weiss, neutrale Grautöne und Schwarz bietet nur dieses Dialogfeld, so dass es sich als Alternative zu den Weiß-, Schwarz- und Neutralpipetten der Befehle Tonwertkorrektur und Gradationskurven anbietet.

Abbildung 6.65:  Links: Wir reduzieren den Gelbanteil an den Neutraltönen.  Rechts: Der Magenta-Anteil an Rot wurde gesenkt. Vorlage: Schild

»Absolut« und »Relativ«

Der Modus Absolut verändert die Farben mit absoluten Werten: Heben Sie ein 40-prozentiges Cyan um zehn Prozent an, steigt der Anteil auf insgesamt 50 Prozent. Relativ berücksichtigt die bereits vorhandenen Werte: Die zehnprozentige Anhebung eines 40-prozentigen Cyan-Tons liftet diesen auf 44 Prozent (siehe Abbildung 6.68).

6.6.4 Schnelle Automatikkorrekturen ohne Dialogfeld

Photoshop bietet einige schnelle Kontrastkorrekturen ohne jedes Dialogfeld. Manchmal reicht hier ein einziger Klick, um korrekturbedürftige Vorlagen per Automatik deutlich aufzuwerten. Manchmal wird die Datei jetzt aber erst endgültig ruiniert.

»Tonwertangleichung«

Per Tonwertangleichung verteilen Sie die Tonwerte im Bild neu. Photoshop sucht die hellsten und dunkelsten Werte des Bildes und ermittelt den Durchschnitt aller Helligkeitswerte, so dass der dunkelste Wert Schwarz, der hellste Wert Weiß darstellt. Meist steigt so der Kontrast, da mittelhellen Pixeln hohe oder niedrige Tonwerte zugeteilt werden. Der Befehl eignet sich besonders, um ein abgesoffenes Bild aufzuhellen und gleichzeitig kontrastreicher zu machen.

Sie können den Befehl mit gutem Erfolg auf das Gesamtbild anwenden. Wollen Sie jedoch extrem helle oder dunkle Zonen von der Berücksichtigung ausschließen, markieren Sie zum Beispiel mit dem Auswahlrechteck   einen Bildteil. Dann wählen Sie die Tonwertangleichung an; danach erscheint ein Dialogfeld, in dem Sie angeben, wo Sie die Korrektur wünschen - Nur im ausgewählten Bereich oder Im ganzen Bild basierend auf der Auswahl.

Die Tonwertangleichung eignet sich nicht für Low-Key-Aufnahmen, die insgesamt sehr dunkel bleiben sollen. Solche Motive werden zu stark aufgehellt.

Abbildung 6.66:  Die Vorlage wurde zu dunkel gescannt. Der Befehl »Tonwertangleichung« verteilt die Helligkeitswerte neu und hebt vor allem zu dunkle Scans an. Datei: Felicia

»Auto Kontrast« und »Auto-Tonwertkorrektur«

Zwei Befehle dehnen den Tonwertumfang automatisch aus, sofern das Bild zuvor den möglichen Tonwertumfang nicht ausgenutzt hatte:

  • Der Befehl Bild: Einstellen: Auto-Tonwertkorrektur (Umschalt+Strg+L) erhöht den Tonwertumfang nach Art der Tonwertkorrektur (Details ab Seite 469). Kontrast, Tiefe und Brillanz steigen; allerdings erhalten Sie oft Farbstiche. Alternativ klicken Sie in der Tonwertkorrektur auf die Auto-Schaltfläche.
  • Eine kontraststeigernde Tonwertspreizung ohne Farbverschiebung bietet der Befehl Bild: Einstellen: Auto Kontrast (Alt+Umschalt+Strg+L).

Abbildung 6.67:  Links: Der Befehl »Bild : Einstellen: Auto-Tonwertkorrektur« erhöht den Kontrast; er führt hier auch zu einem Grünstich, da der in der Vorlage unterrepräsentierte Grünkanal auf das Niveau der anderen Kanäle angehoben wird.  Rechts: Der Befehl »Bild : Einstellen: Auto Kontrast« erhöht ebenfalls den Kontrast, vermeidet aber Farbstiche. Weitere Beispiele sehen Sie auf Seite 475.

6.6.5 Tonwertverbesserung mit Überblendtechniken

Abseits von Gradationskurven, Tonwertkorrektur und den weiteren Verfahren können Sie die Kontraste eines Bildes auch durch geschickte Anwendung von Überblendtechniken überraschend verbessern: Sie legen eine Kopie des Motivs über das Motiv selbst, wenden ein Mischverfahren und eventuell Verfeinerungen an. So geht's los:

1. Rufen Sie die Ebenenpalette mit dem Fenster-Menü auf.
2. Duplizieren Sie die »Hintergrund«-Ebene, indem Sie diese auf das Symbol Neue Ebene  ziehen. Dabei entsteht die neue Ebene »Hintergrund Kopie« (mehr zur Ebenentechnik ab Seite 744).
3. Richten Sie ein Überblendverfahren für die Ebene »Hintergrund Kopie« ein (siehe unten).
4. Verfeinern Sie die Wirkung durch Ebenenmasken oder Deckkraftreduzierung für die Ebene »Hintergrund Kopie« (siehe unten).
5. Verschmelzen Sie die Ebenen zum Beispiel mit dem Befehl Ebenen: Auf Hintergrundebene reduzieren.

Geeignete Überblendverfahren

Je nach Aussehen Ihres Scans wenden Sie in der Ebenenpalette eins der folgenden Verfahren an:

  • Negativ multiplizieren hellt zu dunkle Scans auf (Beispiel siehe unten).
  • Multiplizieren dunkelt überbelichtete und zu helle Scans ab (Beispiel siehe Seite 542).
  • Weiches Licht frischt flaue Scans behutsam auf.
  • Hartes Licht frischt flaue Scans stark auf.

Details zur Wirkung aller Überblendverfahren finden Sie ab Seite 536.

Verfeinerung

Die Überblendung wirkt häufig zu stark. Auf verschiedene Arten schwächen Sie die Wirkung passgenau ab:

  • Reduzieren Sie die Deckkraft der »Hintergrund Kopie«.
  • Verbergen Sie Teile der »Hintergrund Kopie«, die weniger oder keine Korrektur benötigen, durch eine Ebenenmaske (Details dazu ab Seite 803).

Blenden Sie die »Hintergrund Kopie« zur Kontrolle mit dem Augensymbol   komplett aus, so dass Sie den ursprünglichen Zustand des Bildes noch einmal sehen.

Abbildung 6.68:  Bei diesem Foto hat die Kameraautomatik den sonnigen Hintergrund korrekt belichtet, das Paar im Schatten wurde unterbelichtet. Wir duplizieren die »Hintergrund«-Ebene; die neue Ebene »Hintergrund Kopie« statten wir mit der Füllmethode »Negativ multiplizieren« aus. Weil dadurch der Hintergrund zu hell wirkt, verbergen wir diesen Bereich durch eine Ebenenmaske. Vorlage: Paar_1; Ergebnis: Paar_2

Wenn die Korrekturwirkung nicht reicht, duplizieren Sie »Hintergrund Kopie« mit dem bereits gewählten Überblendverfahren noch einmal.

6.7 Grobe Korrekturen

Photoshop bietet im Bild-Untermenü Einstellen einige weitere Korrekturen an Farbton und Kontrast, die eher grob wirken. Wenn Sie hier überhaupt ein Dialogfeld erhalten, dann ein kleines - dafür mit großer Wirkung.

6.7.1 »Umkehren«

Der Befehl Umkehren (Strg+I, für Invert) erzeugt ein Negativ aller Tonwerte, sowohl von Farb- wie von Graustufenbildern. Die Auswahlwirkung eines Alphakanals oder einer Ebenenmaske lässt sich damit umdrehen. Prüfen Sie nach stark verfremdenden, künstlerischen Filtern per Strg+I, ob nicht das Negativ besser aussieht. Auch im Anschluss an den Schwellenwert-Befehl passt das Umkehren. Testen Sie zudem die Wirkung diffuser Hintergründe und Verläufe nach dem Umkehren. Negativ-Farbfilm lässt sich wegen der Orange-Maskierung nicht einfach durch das Umkehren in korrekte Positive umsetzen; beachten Sie am besten schon beim Scannen die korrekten Scanner-Vorgaben für Negativ-Farbfilm.

Möchten Sie nur die Farben, nicht aber die Helligkeitswerte umkehren, dann verwandeln Sie das Bild in den Modus: Lab-Farbe. Aktivieren Sie mit gedrückter Umschalt-Taste in der Kanälepalette die Kanäle a und b und fügen Sie durch Klick in die Augenleiste den L-Kanal zur Gesamtansicht hinzu, ohne dass er verändert wird. Jetzt kehren Sie die Kanäle a und b um; sie enthalten nur Farbinformationen, während die Helligkeitswerte im L-Kanal unberührt bleiben - die Struktur des Werks ändert sich dadurch weniger.

Abbildung 6.69:  Mitte: Der Befehl »Bild : Einstellen: Umkehren« erstellt ein Negativ von Farbdateien.  Rechts: Hier haben wir nur die Farbkanäle a und b einer Lab-Datei bearbeitet, die Helligkeitswerte des L-Kanals blieben unverändert.  Vorlage: Blumen

6.7.2 »Schwellenwert«

Der Schwellenwert-Befehl verwandelt alle Bildpunkte entweder in Schwarz oder in Weiß und erzeugt so eine grobe, sehr plakative Strichgrafik.

Anwendung

Im Dialogfeld unter dem Histogramm legen Sie fest, ab welchem Helligkeitswert die Pixel nicht mehr schwarz, sondern weiß kommen sollen:

  • Wählen Sie einen niedrigen Schwellenwert, etwa den dunklen Tonwert 100, dann werden sehr viele Bildpunkte weiß, nämlich alle von 100 bis 255. Sie erhalten eine lichte Grafik.
  • Siedeln Sie den Schwellenwert erst bei helleren 170 an, verwandelt Photoshop viel mehr Pixel in Schwarz - nämlich alle mit den Tonwerten 0 bis 170; Photoshop erzeugt eine viel dunklere Schwarzweißgrafik.

Abbildung 6.70: Der Schwellenwertbefehl reduziert Bild er auf reine Schwarz- und Weißtöne. Ein niedriger Schwellenwert von 100 setzt nur die dunklen Pixel unterhalb des Tonwerts 100 auf Schwarz und führt zu einem hellen Ergebnis. Vorlage: Post

Einsatzzweck

Der Schwellenwert-Befehl eignet sich nicht nur für grafische Zwecke:

  • Der Schwellenwert-Befehl verbannt auch Zwischentöne aus gescannten Grafiken oder Schriften oder macht weichgezeichnete Auswahlkanäle schnell wieder hart. Je höher Sie den Schwellenwert ansetzen, desto mehr schwarze Pixel zeigt der Auswahlkanal - je nach Schwellenwert erhalten Sie also größere oder kleinere Auswahlbereiche. Per Weichzeichnen glätten Sie die Ränder erneut behutsam.
  • Der Schwellenwert kann nützlich sein, wenn Sie mit dem Zauberstab   komplexe Figuren einfangen wollen; messen Sie dazu die Tonwertübergänge zwischen der gewünschten Figur und ihrem Umfeld, so dass Sie einen Schwellenwert setzen können, der die Figur tatsächlich vom Hintergrund absetzt. Alternative: ein beherzter Dreh am Kontrastregler.
  • Der Schwellenwert hilft bei der Fahndung nach typischen hellsten oder dunkelsten Bildpunkten und unterstützt Sie so bei der Tonwerterweiterung mit den Pipetten der Tonwertkorrektur oder Gradationskurven. Dazu reduzieren Sie das Bild auf viel Schwarz mit geringstem Weißbereich und setzen dort bei geöffnetem Dialogfeld und gedrückter Alt- und Umschalt-Taste einen Punkt mit dem Farbaufnehmer-Werkzeug  ; einen weiteren Aufnahmepunkt setzen Sie, nachdem Sie das Bild auf eine große weiße Fläche mit geringstem Schwarzanteil reduziert haben, im verbleibenden schwarzen Bereich. Anschließend schließen Sie das Dialogfeld durch Abbrechen und prüfen die Tonwerte in der Informationen-Palette.
  • Wollen Sie ein Bild vektorisieren, dann reduzieren Sie es mit dem Schwellenwert auf seine Konturen.
  • Harte Werkzeugspitzen lassen sich aus Bildteilen ableiten, indem Sie mit dem Schwellenwert in Schwarz und Weiß verwandelt und dann in die Werkzeugspitzenpalette geladen werden.
  • Denkbar ist auch, über den Schwellenwert-Befehl, neue, weichgespülte Konturen ohne weichen Übergang zu erzeugen, etwa für Schriftzüge: Wechseln Sie in den Auswahlkanal, der eine zu zackige Auswahl enthält. Wenden Sie den Weichzeichnungsfilter: Gaußscher Weichzeichner mit einem hohen Wert an, so dass sich die Konturen fast auflösen. Die weichgezeichnete Auswahlkante wird mit dem Schwellenwert-Befehl wieder hart; je nach Schwellenwert erhalten Sie eine größere oder eine engere Ausdehnung. Eine Alternative können die Befehle Helle Bereiche vergrößern und Dunkle Bereiche vergrößern aus dem Filter-Untermenü Sonstige Filter sein (vergleiche Seite 615).

Wenn Sie Schwarzweißgrafiken im CYMK-Farbraum ausgeben, gelten besondere Bedingungen. Achten Sie unter Eigenes CMYK (siehe Seite 437) darauf, dass Schwarz nicht in erster Linie aus einer Mischung der Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb entsteht; bauen Sie bei Strichgrafiken die Bildfarbe Schwarz in erster Linie durch die Druckfarbe Schwarz auf - zum Beispiel mit den Vorgaben stark oder Maximum für den Schwarzaufbau.

Abbildung 6.71:  Der Schwellenwert 170 setzt die Bild punkte bis 170 auf Schwarz und erzeugt ein dunkleres Bild .

Harte Kanten glätten

Formen Sie über Weichzeichnen und anschließenden Schwellenwert eine Kontur, wie oben beschrieben, dann erhalten Sie zunächst zu harte Kanten mit Treppeneffekt. Leichtes Weichzeichnen hilft kaum. Besser verwenden Sie statt des Schwellenwert-Befehls die Gradationskurven oder Helligkeit/Kontrast (siehe unten) (siehe Abbildung 6.75).

Abbildung 6.72:  Um einen Schriftzug mit fließenden Konturen, aber harter Kante zu erhalten, wird er zunächst weichgezeichnet (oben) und dann mit dem Schwellenwert-Befehl bearbeitet (unten links). Rechts: Der Treppeneffekt wird hier ausgebügelt, indem man den Schriftzug in eine Auswahl und dann in einen geglätteten Pfad verwandelt, der mit Schwarz gefüllt wird. Datei: Foto

Elegant glätten Sie die harte Kante auch auf dem Umweg über einen Pfad, dabei kommt es zu einer leichten weiteren Glättung der Konturen. Details finden Sie im »Pfade«-Kapitel ab Seite 679, hier die Kurzbeschreibung:

1. Laden Sie eine Auswahl der Schrift, indem Sie bei gedrückter Strg-Taste auf die Miniatur der Textebene klicken.
2. Verwandeln Sie die Auswahl in einen Pfad mit einer kleinen bis mittleren Toleranz von etwa 2 oder 4.
3. Erzeugen Sie eine neue, weiß gefüllte Ebene.
4. Füllen Sie den Pfad auf dieser Ebene mit Kantenglättung (Pfadfläche füllen im Menü der Pfadpalette) (siehe Abbildung 6.76).

Abbildung 6.73:  Als Schwellenwertregler lässt sich auch der Befehl »Helligkeit/Kontrast« einsetzen; der Helligkeitsregler definiert die Schwarzweißaufteilung, während Sie mit dem Kontrastregler die Kantenglättung einstellen. Sollen einige Graustufen im Bild verbleiben, eignet sich auch der Befehl »Gradationskurven«.

Alternativen zum »Schwellenwert«-Befehl

Der Schwellenwert ist mit seinen knallharten Kanten nicht immer erste Wahl.

  • Bearbeiten Sie etwa einen weichgezeichneten Schriftzug, bei dem eine feine, glatte Kante erhalten bleiben soll, eignet sich auch der Befehl Bild: Einstellen: Helligkeit/Kontrast. Hier setzen Sie zunächst den Kontrast-Regler auf einen sehr hohen Wert wie +97. Mit dem Helligkeitsregler steuern Sie jetzt die Schwarzweißaufteilung, während Sie durch Nachjustieren des Kontrasts die Kantenglättung einstellen.
  • Auch die Gradationskurve aus demselben Untermenü eignet sich. Dazu legen Sie zunächst im Bleistiftmodus den dunkleren Bereich komplett auf 0 (Schwarz), den angrenzenden helleren Bereich komplett auf 255 (Weiß). Sie erfassen ganze Diagrammstrecken mit der Umschalt-Taste. Dann erzeugen Sie mit der Schaltfläche Glätten einen leichten Übergang, der die harten Konturen im Bild glättet. Wechseln Sie für weitere Einstellungen in den Kurvenmodus.
  • Schöne Strichgrafiken entstehen überdies mit dem Weichzeichnungsfilter: Selektiver Weichzeichner (siehe Seite 887), wenn Sie die Option Nur Kanten und einen niedrigen Radius verwenden. In diesen Fällen sollten Sie zunächst in den Graustufen-Modus wechseln, sonst erhalten Sie ein plakatives Farbbild.
  • Sie können die Datei auch in ein Vorschau-Fenster in ImageReady laden und in der Optimieren-Palette das GIF-Format und einen Wert von 2 Farben angeben. Sie erhalten dann eine Zwei-Farben-Grafik. Beide Farbtöne lassen sich mit der Farbtabelle ändern. Über den Dither-Regler in der Optimieren-Palette kontrollieren Sie die Wirkung des Streurasters.

Abbildung 6.74:  Die Datei wurde hier in der GIF-Vorschau von ImageReady auf zwei Farbtöne reduziert. Beim zweiten und dritten Bild haben wir in der Optimieren-Palette unmittelbar die »Schwarzweiß«-Farbtabelle angewählt, das dritte Bild zeigt zudem ein »Dither«-Streuraster. Beim vierten Bild wurde eine »Selektiv«-Palette verwendet, mit dem »Farben«-Klappmenü haben wir das Bild auf zwei Grundfarben eingeschränkt. Anschließend wurden die vorhandenen Farben in der Palette »Farbtabelle« angeklickt und im Farbwähler gegen die gewünschten Tonwerte ausgetauscht. Datei: Wegweiser

Linien herausarbeiten

Zunächst erzeugt der Schwellenwert-Befehl grobe schwarze und weiße Flächen. Sie können jedoch auch feine schwarze Konturlinien mit weißen Flächen herausarbeiten. Dazu fahnden Sie unter Filter: Sonstige Filter nach dem Hochpaß. Dieser Filter arbeitet helle Stellen und Konturen heraus und betont die Umrisse. Als Radius geben Sie im Dialogfeld Werte zwischen 0 und 100 vor - je kleiner, um so dünner wird die Kontur. Häufig ist ein Wert von einem oder 1,5 Pixel optimal.

Dem Hochpaß folgt der Schwellenwert. Vorher können Sie noch einen Weichzeichner einsetzen, der das Ergebnis glättet, aber auch Details tilgt. Denken Sie daran, dass Sie diese Sequenz aus drei Filtern und anschließender Konvertierung in den Bitmap- oder Graustufen-Modus für häufigere Anwendung auf der Aktionenpalette speichern können.

Abbildung 6.75:  Der Hochpaßfilter arbeitet Konturen heraus.  Links: Hier wurde ein Wert von 3,0 Pixeln verwendet.  Mitte: Die 1-Pixel-Einstellung (Mitte) erzeugt feinere Linien.  Rechts: Ein Weichzeichner glättet das Ergebnis, schluckt aber auch Details. Datei: Post

Weitere Bearbeitung

Eine Schwellenwert-Strichgrafik, die nicht mehr weiter bearbeitet wird, können Sie speichersparend mit dem Bild-Untermenü Modus in den Bitmap-Modus konvertieren (siehe Seite 447). Im Dialogfeld Bitmap wählen Sie die Option Schwellenwert 50%. Als Auflösung für die Ausgabe verwenden Sie den Wert, den Photoshop schon für das Original unter Eingabe nennt. Haben Sie jedoch eine Kantenglättung drin oder möchten noch weiter korrigieren, kommt auch der Graustufen-Modus in Betracht.

Mit den Gradationskurven (Seite 477) können Sie die schwarzen Linien auf Grau setzen; dazu muss sich das Bild im Graustufenmodus oder in einem Farbmodus befinden; mit dem Befehl Farbton/Sättigung (Seite 488) und der Option Färben können Sie die Grafik färben, wenn Sie in einem Farbmodus arbeiten; heben Sie die Lab-Helligkeit an, weil rein schwarze Bildpunkte sich nicht färben lassen.

6.7.3 »Tontrennung«

Der Befehl Tontrennung reduziert das Bild auf nur wenige Tonwertstufen. Das Ergebnis erinnert bei Farbbildern an poppige Plattencover aus den Siebzigern, bei Graustufenwerken an die aufwendige Isohelie-Technik in der traditionellen Dunkelkammer; der Effekt ist auch als »Posterisierung« oder »Posterization« bekannt.

Ohne die feinen Übergänge zwischen den vormals 256 Tonwertnuancen eines Farb- oder Graukanals wirkt das neue Werk mit seinen harten Sprüngen zwischen den einzelnen Dichtebereichen sehr plakativ und manchmal auch attraktiv, besonders, wenn Sie in das Datenfeld knappe Werte wie 4 oder 3 eintragen. Mit hohen Eingaben wie 60 ergibt sich oft nur ein visueller Schärfe- und Brillanzgewinn, während Sie mit 30 Stufen für ein Graustufenbild die Wirkung im Tageszeitungsdruck testen können. Weiterer Einsatzzweck: Tilgen Sie Schleier und Störpunkte, die sich beim Scannen von Logos und Grafiken ergeben haben. Photoshop erzeugt die Anzahl der eingetippten Tonwerte separat für jede Grundfarbe; tippen Sie also »3« für ein CMYK-Bild, erhalten Sie bis drei mal vier Farben. Wie meistens, können Sie die Werte im Datenfeld auch mit den Pfeil-Tasten verändern.

Abbildung 6.76:  Der Befehl »Bild : Einstellen: Tontrennung« reduziert die Bild datei hier auf drei Tonwertstufen pro Grundfarbe. Datei: Lampe

Variationen und Alternativen

Der Befehl Tontrennung lässt sich auf verschiedene Arten variieren oder ersetzen:

  • Leichtes Weichzeichnen erzeugt ein flächigeres und glatteres Ergebnis, das nach der Tontrennung gleichwohl kaum durch unangenehme Unschärfe auffällt.
  • Landen Tonwerte nach der Tontrennung auf einer falschen Stufe, sollten sie vorab per Gradationskurven gezielt korrigiert werden.
  • Die Tontrennung ist nichts anderes als eine Gradationskurve in Treppenform. Mit dem Bild-Befehl Einstellen: Gradationskurven (Seiten 477) malen Sie im Bleistiftmodus horizontale Treppenstufen in die Kurve; drücken Sie dabei die Umschalt-Taste, um im Koordinatennetz nur noch Punkte zu setzen, die mit einer geraden Linie verbunden werden.
  • So erhalten Sie eine Tontrennung mit maßgenauen Stufen. Mit der Glätten-Schaltfläche dämpfen Sie die harten Kanten zwischen den Tonwerten, dies erzeugt freilich Zwischentöne.
  • Bringen Sie ein Farbbild zunächst in den Modus: Graustufen, wenn Sie eine Graustufen-Tontrennung wünschen.
  • Sie können eine Tontrennung auch durch Konvertieren in den Modus Indizierte Farbe erzeugen. Am übersichtlichsten legen Sie dazu in ImageReady eine Vierfach-Vorschau an und wählen in der Optimieren-Palette die Dateitypen GIF oder PNG-8 (die maximal 256 Farben erlauben). Nun legen Sie in der Optimieren-Palette die Zahl der Farben und die Art der Streurasterung fest; mit der Farbtabelle tauschen Sie einzelne Tonwerte aus.

Abbildung 6.77:  Links: Hier wurden 8 Stufen pro Grundfarbe gewählt.  Mitte: Eine Graustufen-Tontrennung, hier bei 8 Stufen im Dialogfeld »Tontrennung«, entsteht nur auf Basis einer Datei im Graustufen-Modus. Rechts: Ein Weichzeichner vor Anwendung des Befehls »Tontrennung« mit 3 Stufen sorgte für glattere Konturen.

Graustufentreppe erzeugen

Mit der Tontrennung erzeugen Sie auch eine Graustufentreppe, um Drucker und Monitor zu testen:

  • Klicken Sie doppelt auf das Werkzeug Linearer Verlauf   (Details ab Seite 550) und wählen Sie in den Optionen den Schwarzweißverlauf; schalten Sie Dither ab.
  • Erstellen Sie mit Strg+N eine neue Datei; als Modus wählen Sie Graustufen, für Breite und Höhe reichen 600x200 Pixel.
  • Klicken Sie mit dem Verlaufswerkzeug   ganz ans linke Ende des neuen Bildes und führen Sie es bei gedrückter Maustaste ans gegenüberliegende rechte Ende. Drücken Sie die Umschalt-Taste, um das Verlaufswerkzeug auf eine exakt horizontale Linie zu zwingen. Sobald Sie die Maustaste loslassen, füllt sich das Bild mit einem stufenlosen Verlauf von Schwarz nach Weiß.
  • Mit dem Bild-Befehl Einstellen: Tontrennung und einem Stufen-Wert von »11« verwandeln Sie den Verlauf in eine Treppe mit Tonwertsprüngen in 10-Prozent-Schritten.

Abbildung 6.78:  Dieser Verlauf wird mit dem Befehl »Tontrennung« zur Grautreppe mit 10-Prozent-Stufen. Dateien: Verlauf_Vorlage, Verlauf_Ergebnis


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Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 6 Kontrast und Farbton