Mit dem Bild-Befehl Modus legen Sie in Photoshop den Farbmodus fest. Der sinnvollste Farbmodus hängt ganz vom Verwendungszweck eines Bildes ab. Faustregel: Wechseln Sie den Modus möglichst selten.Wenn Sie Bildteile zwischen Dateien austauschen, werden die montierten Elemente im Farbmodus immer dem Zielbild angepasst. Das bedeutet: Setzen Sie den Kopf aus einem Farbbild in ein Graustufenwerk, dann ergraut das Haupt im Zielbild. In einem Bild mit »Indizierten Farben« kommt das Objekt ebenfalls nur mit indizierten Farben an. Natürlich kann man ein Graustufenobjekt in ein Farbbild setzen - es erscheint dort zunächst grau, kann aber durch Retusche Farbe bekommen.
Sie sollten in den verschiedenen Farbmodellen denken können, um die Möglichkeiten von Photoshop auszunutzen.
Abbildung 5.1: Mit dem Untermenü »Bild : Modus« wechseln Sie den Farbmodus und die Farbtiefe.
Bevor wir die Farbmodi detailliert diskutieren, verschaffen wir uns einen Überblick.
RGB-Farbe ist generell der vielseitigste Modus: Wenn Sie sich über den Modus unsicher sind oder wenn Photoshop sich unerwartet verhält - wechseln Sie zu RGB-Farbe mit 8-Bit-Farbtiefe. Grundsätzlich gilt: Wandeln Sie ein Bild nur einmal von RGB nach CMYK um, und zwar dann, wenn alle Vorgaben in den Kalibrationsmenüs stimmen. Mehrmaliges Konvertieren kostet Qualität, da speziell auf dem Weg von RGB nach CMYK wegen des kleineren Farbumfangs Informationen verschluckt werden, die später nicht wieder dazugerechnet werden.
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Behalten Sie immer eine RGB-Version zurück - sozusagen den naturbelassenen Scan -, so dass Sie notfalls neu vom Original aus nach CMYK separieren können. |
RGB kostet mit seinen drei Farbkanälen ein Viertel weniger Speicherplatz als CMYK (vier Druckfarben) und entlastet damit den Arbeitsspeicher. So behält man zunächst RGB, sofern das Bild nicht schon in CMYK ankam. Angesagt ist der RGB-Modus auch, wenn Sie Bilder für die Monitor- oder Videodarstellung aufbereiten, denn Monitore funktionieren nach dem RGB-Schema. Im Internet herrscht weitgehend RGB vor (Graustufen sind rein technisch auch möglich.)
Und wenn Sie drucken: Sofern Ihnen ein RGB-Bild vorliegt, machen Sie die groben Korrekturen in RGB und wechseln Sie erst für die Feinheiten nach CMYK, wo Sie Lichter und Tiefen neu überprüfen. Nur zur Ansicht in den CMYK-Farbraum bringt Sie der Ansicht-Befehl CMYK. CMYK bietet sich auch an, wenn Sie Arbeiten allein im Schwarzkanal vornehmen wollen, etwa einen Schatten anlegen. Erzeugen Sie gar komplette Farbflächen für den Vierfarbdruck, etwa mit dem Verlaufswerkzeug
und bunten Pinseln, dann arbeiten Sie unbedingt in CMYK mit korrekten Separationsvoreinstellungen.
Bekommen Sie jedoch ein Bild im CMYK-Modus, das zuviel Arbeitsspeicher frisst, dann verwandeln Sie es nicht nach RGB, sondern nach Lab - die Dateigröße sinkt um ein Drittel. Photo-CD-Bilder, die später nach CMYK konvertiert werden sollen, lassen Sie sich gleich als Lab kommen. Interessant ist der Lab-Modus überdies, wenn Sie die Helligkeit eines Bildes (den L-Kanal) unabhängig von den Farbwerten verändern wollen, zum Beispiel beim Schärfen.
RGB, 3x8 Bit, 788 Kbyte CMYK, 4x8 Bit, 1,03 Mbyte Lab, 3x8 Bit, 788 Kbyte
Indizierte Farben, 1x8 Bit, 263 Kbyte Duplex, 263 Kbyte Graustufen, 1x8 Bit, 263 Kbyte
Abbildung 5.2: Der Farbmodus für eine Bild datei hängt vom Verwendungszweck ab. Die Modi unterscheiden sich unter anderem in der Farbtiefe, der Differenzierung einzelner Farben. Für eine Datei von 440x611 Bild punkten ergibt sich bei einer Farbtiefe von acht Bit pro Grundfarbe der hier genannte Arbeitsspeicherbedarf. Datei: Obst
Je nach Farbmodus und Farbtiefe ändern sich Dateigrößen und die Farbwerte der Bildpunkte. Photoshop hält Sie über alle Daten auf dem Laufenden:
ImageReady akzeptiert alle Farbmodi, gibt aber bevorzugt 24-Bit-Echtfarbe oder 8-Bit-Indizierte Farbe wieder aus. Egal, was Sie anliefern, ImageReady behandelt jedes Bild zunächst wie 24-Bit-Echtfarbe. In den Vorschau-Ansichten stellt ImageReady 24-Bit-Echtfarbe (also RGB-Modus) dar, wenn Sie die Dateiformate JPG oder PNG-24 in der Optimieren-Palette angegeben haben. Dagegen bildet ImageReady die reduzierte 8-Bit-Farbtiefe ab, falls Sie GIF oder PNG-8 vorwählen. Ein Modus-Untermenü finden Sie hier nicht, da Internet-Designer ohnehin nur mit 24-Bit-Farbe oder mit 8-Bit-Farbe arbeiten. Wir konzentrieren uns deshalb im Folgenden auf Photoshop.
Die Informationsdichte pro Bildpunkte wird »Farbtiefe« genannt - wie viele Nullen und Einsen jeden einzelnen Bildpunkt kodieren. Je höher die Farbtiefe, desto mehr unterschiedliche Farbabstufungen in einem Bild sind möglich.
Das Mindeste ist ein Bit - nur eine Null oder Eins pro Bildpunkt. Das reicht für 21, also für zwei Farbtöne, in der Regel für Schwarz und Weiß. Übliche Graustufenbilder bieten dagegen für jeden Bildpunkt acht Nullen oder Einsen auf. Diese 8-Bit-Kodierung erlaubt 28, also 256 unterschiedliche Graustufen - genug für ein fein differenziertes Graustufenbild.
Farbdateien sind im Grunde aus mehreren Graustufenbildern zusammengesetzt: für jede Grundfarbe ein so genannter Farbauszug oder Farbkanal. Bei RGB-Dateien liegen die drei Farbauszüge Rot, Grün und Blau übereinander; jeder kodiert in der Grundausführung mit acht Bit, insgesamt sind also dreimal acht Bit gleich 24-Bit-Farbtiefe möglich. Macht 224 gleich 16,7 Millionen unterschiedliche Farben, das so genannte Truecolor. Auch das Lab-Farbmodell basiert auf drei Auszügen, kommt also auf die gleiche Farbtiefe. Dagegen setzt sich das CMYK-Modell der Druckvorstufe sogar aus vier Kanälen zusammen, Cyan (Grünblau), Magenta (Purpur), Gelb und Schwarz; somit ergibt sich eine Farbtiefe von vier mal acht beziehungsweise 32 Bit.
Die Dateigröße im Arbeitsspeicher hängt unmittelbar von der Farbtiefe ab. Acht Bit sind ein Byte; also beansprucht ein Graustufenbild mit 8-Bit-Farbtiefe ein Byte pro Bildpunkt. Eine Graustufendatei mit 640x480 Punkten braucht dementsprechend 307 Kbyte Arbeitsspeicher. Dreimal mehr fordert jedoch schon die RGB-Datei mit ihren drei Kanälen à acht Bit, sie kommt auf 921 Kbyte, während für CMYK 1.228 Kbyte fällig werden.
Sämtliche Werte verdoppeln sich, wenn Sie sich statt 8 für 16 Bit pro Grundfarbe entscheiden. Damit belegt ein Bildpunkt in einem Einzelkanal zwei Byte. Das Graustufenbild misst 614 Kbyte, RGB ist mit 1.843 Kbyte zu veranschlagen und die CMYK-Datei schwillt auf 2.457 Kbyte an.
Hochwertige Scanner liefern statt 8 auch 16 Bit pro Grundfarbe. Das heißt, statt 24-Bit-RGB erhalten Sie 48-Bit-RGB; statt 32-Bit-CMYK erhalten Sie 64-Bit-CMYK. Manche Scanner produzieren auch 10 oder 12 Bit pro Grundfarbe. Solche werden entweder schon Scanner-intern auf acht Bit gestaucht, oder sie werden von Photoshop auf 16 Bit angehoben.
Sie erhalten mit 16-Bit-Scans vor allem feiner differenzierte Schatten. Selbst aus 16-Bit-Vorlagen, die heillos verunglückt wirken, lassen sich mit den noch verfügbaren Funktionen oft brauchbare Bilder destillieren.
Photoshop öffnet Bilder mit Farbtiefen bis zu 16 Bit pro Grundfarbe. Außerdem können Sie mit dem Befehl Bild: Modus: 16 Bit pro Kanal jederzeit Bilder mit 16-Bit-Farbtiefe pro Grundfarbe herstellen, sofern das Bild keine Ebenen hat; dabei verdoppelt sich der Arbeitsspeicherbedarf. Die Farbtiefe der aktuellen Datei erkennen Sie im Modus-Untermenü an dem Häkchen neben den Farbtiefe-Befehlen.
Wenn möglich, sollten Sie wegen der besseren Detailtiefe Tonwertkorrekturen zunächst im 16-Bit-Modus machen und dann mit dem Befehl Bild: Modus: 8 Bit pro Kanal die Farbtiefe auf den üblichen Wert herabsetzen.
Im 16-Bit-Modus können Sie nur Bilder ohne Ebenen verwenden - Montagen scheiden also aus. Sie haben nicht alle Befehle zur Verfügung, unter anderem aber die folgenden: Duplizieren, Weiche Kante, Auswahl verändern, Tonwertkorrektur, Auto-Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Histogramm, Farbton/Sättigung, Helligkeit/Kontrast, Farbbalance, Tonwertangleichung, Umkehren, Kanalmixer, Bildgröße, Verlaufsumsetzung, Auswahl verändern, Arbeitsfläche drehen und die Drucken-Befehle. Dazu kommen die Werkzeuge Auswahlrechteck
, Lasso
, Freistellen
, Messen
, Lupe
, Hand
, Zeichen-stift
, Pipette
, Farbaufnehmer-Werkzeug
und Stempel
.
Das Filterangebot für 16-Bit-Vorlagen ist extrem begrenzt: Zur Verfügung stehen gerade mal Unscharf maskieren, Gaußscher Weichzeichner, Hochpaß, die Störungsfilter, ach, und die Solarisation. Ansonsten vermisst man unter anderem Kopieren und Einfügen, Zuschneiden, Für Web speichern und natürlich sämtliche Ebenenfunktionen.
RGB ist der Naturzustand von Bilddateien, denn Scanner und Digitalkameras funktionieren im RGB-Modus. Ein Bild kann nur in RGB gescannt werden - auch wenn das Gerät schon intern in CMYK umrechnet. Ebenso setzt ein Monitor seine Farben immer aus Anteilen von Rot, Grün und Blau zusammen - auch wenn er eine CMYK-Datei zeigt. Während die meisten Farbdrucker mit CMYK arbeiten, funktionieren Dia- oder Fotopapierbelichter nach dem RGB-Schema.
Verarbeiten Sie ein Farbbild, das nie den RGB-Farbraum verlässt - weil Sie es per Filmrecorder oder nur am Monitor ausgeben -, dann wählen Sie von Anfang den Modus: RGB Farbe und bleiben ihm während der kompletten Bearbeitung treu. Auch einige Filter kaprizieren sich auf diesen Modus - so die Beleuchtungseffekte, was nur logisch erscheint, da sich Licht nach RGB-Muster mischt. Wenn mit Zusatzfiltern von Drittanbietern etwas schiefläuft oder wenn sich Photoshop selbst sperrig zeigt, sollten Sie probieren, ob es in RGB besser läuft.
Abbildung 5.3: Nach der additiven Farbmischung hellen sich übereinander strahlende Farben auf - Rot, Grün und Blau bei voller Intensität mischen sich zu Weiß. Zwei RGB-Farben mischen sich zu den Sekundärfarben des subtraktiven Farbmodells - Blau und Grün mischen sich zu Cyan, Grün und Rot zu Gelb, Rot und Blau zu Magenta.
Der RGB-Modus funktioniert nach der additiven Farbmischung der Leuchtfarben: Die primären Grundfarben Rot, Grün und Blau strahlen übereinander. Leuchten alle mit gleicher Kraft, ergibt sich Grau. Je stärker sie leuchten, desto heller das Ergebnis. Leuchten alle mit voller Kraft, ergibt sich Weiß.
Mit Taschenlampe oder Diaprojektor lässt sich das nachprüfen. In der digitalen Bildbearbeitung werden die RGB-Helligkeiten mit 256 Dichtestufen von 0 (keine Farbe) bis 255 (volle Farbe) gemessen.
Sie können es sich auch so vorstellen: Das RGB-Bild besteht aus drei Graustufendias, die alle auf dieselbe Leinwandfläche zu einem einzigen Bild projiziert werden. Ein Dia wird mit rotem Licht, eines grün und eines blau projiziert. Wo das Gesamtbild an der Leinwand blau ist, ist das entsprechende Graustufenbild (der Blaukanal) fast weiß; Grün- und Rotkanal sind an der gleichen Stelle sehr dunkel, so dass dort wenig grünes oder rotes Licht durchkommen kann.
Probieren Sie die Farbmischung aus, indem Sie Photoshops Farbregler aufrufen (Fenster: Farbregler einblenden) und über das Menüdreieck
das RGB-Modell anwählen. Wenn Sie mit den Reglern für R, G und B jeweils den Höchstwert 255 ansteuern, erhalten Sie Weiß. Eine Null-Dichte von Rot, Grün und Blau führt zu Schwarz; jeder Gleichstand der drei Grundfarben erzeugt rechnerisch einen reinen Grauwert.
Abbildung 5.4: Mit dem Mischmodus »Negativ multiplizieren« in der Ebenenpalette können Sie die additive Farbmischung nachvollziehen: Rot, Grün und Blau mischen sich zu Cyan, Gelb und Magenta. Datei: RGB_1
Sie können das Prinzip der additiven Farbmischung in Photoshop nachvollziehen. Erzeugen Sie eine neue Farbdatei; der Hintergrund muss transparent oder schwarz sein. Legen Sie auf drei unterschiedliche Ebenen je ein grünes, rotes und blaues Objekt, zum Beispiel einen Buchstaben. Jedes einzelne Objekt statten Sie in der Ebenenpalette mit dem Mischmodus Negativ Multiplizieren aus, der der additiven Farbmischung entspricht. Schieben Sie die roten, grünen und blauen Objekte übereinander, um zu beobachten, wie sie sich zu den Sekundärfarben Cyan, Magenta und Gelb vermischen und wie sich jeweils das Hellere durchsetzt.
Abbildung 5.5: Wie die additive Farbmischung wirkt, lässt sich auch durch Bearbeitung der Einzelkanäle erkennen: Füllen Sie die Farbkanäle einzeln und betrachten Sie dann das Gesamtergebnis. Datei: RGB_2
Oder: Erzeugen Sie eine neue, schwarze RGB-Datei. Aktivieren Sie in der Kanälepalette nur den Rotkanal und malen Sie etwas mit Mittelgrau hinein. Ebenso verfahren Sie mit Grün und Blau. Dann schalten Sie zurück zum RGB-Gesamtkanal. Wo sich die Gemälde in deneinzelnen Kanälen überlappen, werden sich die Farben wieder additiv mischen.
Beachten Sie, dass der RGB-Farbraum weit größer ist als der CMYK-Farbraum, in dem Sie notgedrungen drucken. Das heißt: Photoshop zeigt Ihnen in der RGB-Datei alle möglichen Tonwerte, die Sie später mit CYMK-Farben nicht zu Papier bringen; dies gilt vor allem für die leuchtenden, satten Töne. Allerdings warnt das Programm Sie rechtzeitig vor nicht-druckbaren Farben:
, wenn Sie eine nicht-druckbare Farbe markieren; ein Klick auf das Dreieck beschert Ihnen die nächstgelegene druckbare Farbe.
Welche Farben druckbar sind, legen Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Farbeinstellungen fest (Seite 146).
Beim Druck funktionieren die Dinge anders: Hier leuchten keine RGB-Lichtfarben, hier klatschen deckende Farben aufs Papier. Je mehr davon, desto dunkler sieht's aus. Der Arbeitsspeicherbedarf gegenüber RGB steigt um ein Drittel, da CMYK vier, RGB nur drei Grundfarben hat. Beim Wechsel von RGB nach CMYK beachtet Photoshop Ihre Vorgaben aus den Farbeinstellungen. In einem Farbwählfeld mit CMYK führen hohe Werte zu dunklen Tönen: 0 Prozent heißt keine Deckung, 100 Prozent steht für volle Deckung.
Photoshop zeigt CMYK-Bilder nur im Rahmen seiner Möglichkeiten - also auf einem Monitor, der aus physikalischen Gründen mit den leuchtenden RGB-Farben funktioniert. Das heißt, Photoshop rechnet ein CMYK-Bild für den Monitor intern nach RGB um.
Wer am Rechner Bilder bearbeitet, um sie später am Monitor, als ausbelichtetes Dia oder als Fotopapierausdruck zu zeigen, hat mit CMYK nichts zu tun. Soll ein Bild dagegen gedruckt werden, muss man es irgendwann nach CMYK konvertieren (oder dies geschieht automatisch an anderer Stelle zwischen Photoshop und dem Ausgabegerät).
Fragt sich nur, ob und wann man nach CMYK umwandelt: Einerseits sagt die Monitorvorschau im CMYK-Modus mehr über das spätere Druckergebnis aus als die RGB-Version, auch bestimmte Filteroperationen wie das Schärfen sollte man erst am CMYK-Bild anwenden. Wollen Sie Schatten einsetzen, dann macht das im CMYK-Modell oft am meisten Sinn, weil Sie hier den separaten Schwarzkanal verwenden können.
Für längeres Verweilen im RGB-Modus spricht andererseits, dass der Arbeitsspeicher statt mit vier nur mit drei Bildkanälen strapaziert wird und dass mehr Funktionen zur Verfügung stehen. Bedenken Sie, dass Sie aus dem RGB-Modus heraus eine CMYK-Vorschau zur Verfügung haben, die nicht zum endgültigen Konvertieren nach CMYK zwingt; gemeint ist der Befehl Ansicht: Farbproof (Strg+Y), den Sie mit Ansicht: Proof einrichten näher definieren (Seite 76).
Druckmaschinen arbeiten mit den deckenden, subtraktiven Grundfarben: Je mehr man übereinander druckt, um so dunkler wird's. Alle Farben in voller Intensität übereinander ergeben Schwarz. Diese Farben sind Cyan (Grünblau), Gelb und Magenta (Purpur). Gelb, Grünblau und Magenta entstehen, indem man jeweils zwei der additiven Primärfarben Rot, Grün und Blau zu gleichen Teilen mischt.
Grünblau, Gelb und Purpur volle Kraft übereinander gedruckt ergeben theoretisch Schwarz, aus drucktechnischen Gründen jedoch ein dunkles Grau oder Braun. Die eigene Druckfarbe Schwarz verstärkt deshalb den Tiefe-Eindruck und führt zum üblichen Vierfarbdruck; außerdem spart es Druckfarbe und macht den Druckprozess stabiler, wenn statt der drei Druckfarben Cyan, Yellow und Magenta übereinander lediglich ein gleichwertiger Schwarzanteil gedruckt wird.
Abbildung 5.6: Subtraktive Farben ergeben, übereinander gelegt, Schwarz. Gelb und Magenta übereinander mischen sich zur Primärfarbe Rot, Gelb und Cyan zur Primärfarbe Grün, Cyan und Magenta mischen sich zur Primärfarbe Blau.
Die Umwandlung eines RGB-Bildes nach CMYK heißt Farbseparation. Wandeln Sie ein Bild nur einmal von RGB nach CMYK um, und zwar erst dann, wenn alle Vorgaben in den Kalibrationsmenüs stimmen. Mehrmaliges Konvertieren kostet Qualität. Nur zwischen CMYK und Lab dürfen Sie bedingt mehrfach wechseln. Behalten Sie immer eine RGB-Version - sozusagen den naturbelassenen Scan -, so dass Sie notfalls neu vom Original aus nach CMYK wechseln können. Dies gilt besonders, wenn Sie ein Bild in unterschiedlichen Projekten verwenden. Machen Sie erst alle Farbkorrekturen im RGB-Modus, konvertieren Sie dann das Bild und überprüfen Sie in CMYK erneut Lichter und Tiefen. Auf Wunsch separiert auch Ihr Belichtungsstudio.
Die Farbeinstellungen für CMYK, erreichbar im Bearbeiten-Menü, beeinflussen die Art, wie Photoshop zwischen RGB und CMYK umwandelt. Betroffen ist aber auch die Darstellung von CMYK-Bildern auf einem RGB-Monitor.
Zunächst sollten die Monitor-Voreinstellungen und die Vorgaben für die Druckfarben stimmen. Dann drucken Sie ein Testbild aus und gleichen Ihren Monitor darauf ab (siehe auch »Farbeinstellungen« ab Seite 146).
Mit dem Dialogfeld Eigenes CMYK richten Sie die CMYK-Wiedergabe von Hand ein. So erreichen Sie das Dialogfeld:
Damit erscheint das Dialogfeld Eigenes CMYK.
Die Gammawerte und damit eventuell Farbstiche einzelner Kanäle korrigieren Sie mit den Druckfarben-Optionen. Hier beheben Sie Stiche, die durch ungleichmäßigen Tonwertzuwachs in den einzelnen Druckfarben entstehen oder durch die Reihenfolge der Druckfarben. Wählen Sie eine Druckfarbe aus oder korrigieren Sie die Darstellung der Druckfarben individuell wie folgt:
Photoshop nennt dabei die aktuellen CIE-Koordinaten, die verwendet werden, um die CMYK-Farben zu erzeugen; Sie sehen die Werte für Y (Lab-Helligkeit), x und y. Definiert wurden die Angaben bei einer Farbtemperatur von 6500 Grad. Man kann die Werte auf dem Farbproof mit einem Spektralphotometer messen und in Photoshop eintragen.
Sofern Sie bereits ein CMYK-Bild vor sich haben, ändern diese Regelungen natürlich nichts an den CMYK-Grundfarben Ihres Werks, sondern nur an der Monitordarstellung. Sie brauchen schon ein Lab- oder RGB-Werk; dann kommen bei der Umrechnung (Separation) nach CMYK die Einstellungen zum Tragen.
Der Tonwertzuwachs lässt Bilder im Druck aus physikalischen Gründen dunkler werden als vorher geplant - unter anderem, weil saugendes Druckpapier zu einer Vergrößerung der Rasterpunkte führt; dadurch sinkt die weiße Fläche, das Bild wirkt dunkler. Der Wert im Dialogfeld bezieht sich auf den Zuwachs vom Druckfilm zum gedruckten Bild, nicht auf den Unterschied zwischen Probedruck (Proof) und gedrucktem Bild. Sie können den Tonwertzuwachs auch von Hand eintippen; idealerweise messen Sie vorher die Dichte in einem ausgedruckten Farbfeld, das eigentlich 50 Prozent haben müsste. Je höher Sie den Tonwertzuwachs einstellen, desto dunkler und konstrastreicher erscheint Ihr Bild am Monitor - ohne dass sich dabei die Datei ändert.
Ändern Sie das Klappmenü neben Tonwertzuwachs von Standard auf Gradationskurven, können Sie genaue Werte für 13 Zahlenpaare eintippen oder durch Ziehen an der Kurve einrichten. Details zur Handhabung einer Gradationskurve finden Sie ab Seite 477.
Abbildung 5.7: Im Dialogfeld »Eigenes CMYK« richten Sie die CMYK-Wiedergabe von Hand ein. Um dieses Dialogfeld zu erhalten, wählen Sie »Bearbeiten: Farbeinstellungen« und klicken im Bereich »Arbeitsfarbräume« auf »Eigenes CMYK«.
Haben Sie die Druckfarbe bestimmt, regeln Sie die grundsätzliche Umwandlungsmethode von RGB nach CMYK und dann, je nach Methode, auch noch Schwarzaufbau und Unterfarbenzugabe individuell. Sie bestimmen also, wie Sie Rot, Grün und Blau in Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz umsetzen.
Das Diagramm zeigt, mit welchen Cyan-, Gelb-, Magenta- und Schwarzanteilen die neutralen, grauen Farben des Bildes dargestellt werden. Die X-Achse steht für die neutralen Farbwerte von 0 Prozent (Weiß) bis 100 Prozent für Schwarz; die Y-Achse zeigt die Menge jeder Druckfarbe, die mit den gegebenen Werten erzeugt wird. Fragen Sie Ihre Druckerei nach sinnvollen Einstellungen.
Bei der Unterfarbenreduzierung (Under Color Removal, UCR) ersetzt schwarze Druckfarbe die anderen Grundfarben in dunklen und neutralen Bereichen. UCR sollten Sie im Allgemeinen bei ungestrichenen Papiersorten und Zeitungspapier verwenden.
Das Gray Component Replacement (GCR) setzt mehr schwarze Farbe über einen größeren Bereich an Farbe ein. Diese Separationsart gibt dunkle, gesättigte Farben besser wieder als UCR und die Graubalance bleibt eher erhalten.
Sie regeln Schwarzaufbau, Begrenzung des Gesamtfarbauftrags und die Unterfarbenzugabe. Der Schwarzaufbau mittel bringt ordentliche Ergebnisse; die Optionen wenig oder stark ändern den Schwarzanteil geringfügig; keiner heißt, Sie separieren ganz ohne Schwarzauszug; Maximum schreibt Grau- und Schwarzwerte ausschließlich in den Schwarzauszug.
Maximum eignet sich für Bilder, die große Bereiche von flächigem Schwarz vor hellem Hintergrund enthalten, zum Beispiel Grafiken und Screenshots: Dünne schwarze Buchstaben etwa wirken leicht unscharf, wenn sie nicht nur durch Schwarz, sondern durch mehrere Farben gebildet werden. Auch bei der Konvertierung von Graustufenbildern nach CMYK - wenn Sie nachträglich Schmuckfarben für einen Hintergrund einsetzen wollen - verwenden Sie für den Schwarzaufbau Maximum: Nur so erscheint das ursprüngliche Graustufenmotiv ausschließlich im Schwarzkanal.
Die Unterfarbenzugabe (UCA) ist nur für GCR aktuell. Durch Erhöhen der Unterfarbenzugabe verkleinern Sie den CMY-Anteil, der unter Schwarz entfernt wird. Dies erhöht Details in Schattenbereichen und kann Tontrennungseffekte verhindern, steht aber in der Regel auf 0.
Mit der Option Eigene Werte ändern Sie die Kurve für den Schwarzaufbau eigenhändig. Ziehen Sie im Gradationsdiagramm des entsprechenden Fensters die Kurve in die gewünschte Richtung; die Werte für Cyan, Gelb und Magenta ändern sich mit.
Bei UCR wie GCR spielt der Gesamtfarbauftrag eine wichtige Rolle. Das ist die Menge an Druckfarbe, die die Druckmaschine maximal verkraftet. 300 Prozent Gesamtfarbauftrag heißt etwa, von den vier Grundfarben dürfen drei zu hundert Prozent aufgetragen werden, die vierte aber dann gar nicht mehr - oder eben von jeder Druckfarbe entsprechend weniger. Moderne Druckverfahren lassen den Farben kaum Zeit zum Trocknen; 260 Prozent - etwa beim Zeitungsdruck - sind oft schon das Äußerste. Klären Sie auch mit Ihrer Druckerei, ob das Maximum Schwarz, wie von Photoshop vorgesehen, bei 100 Prozent liegen soll.
Abbildung 5.8: GCR mit geringem Schwarzaufbau erstellt bei der Umwandlung von RGB nach CMYK Graustufen im helleren Bereich vor allem aus fast gleichen Anteilen von Cyan, Magenta und Gelb, weniger aus der Druckfarbe Schwarz. Datei: Kinder
Abbildung 5.9: GCR mit maximalem Schwarzaufbau erstellt neutrale Tonwerte ausschließlich mit der Druckfarbe Schwarz.
Abbildung 5.10: UCR bringt dunklere und neutrale Bereiche besonders sauber.
Sie können schon bei RGB- oder Lab-Dateien zu gesättigte, in CMYK nicht druckbare Farben aufzeigen und entfernen. Photoshop kennzeichnet diese Farben so:
im Farbwähler;
Die Alarmfarbe für die Farbumfang-Warnung stellen Sie im Dialogfeld Datei: Voreinstellungen: Transparenz & Farbumfang-Warnung ein (Seite 142). Sie muss geändert werden, wenn in einem Bild Original und Warnfarbe kaum mehr zu unterscheiden sind.
Sie können diese Tonwerte schon im RGB-Modus mit dem Schwamm
aus dem Bild tilgen. Allerdings ist dieser Schritt nicht zwingend erforderlich. Folgender Weg bietet sich an:
und Nachbelichter teilt (Kurztaste O, eventuell mehrfach).
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Der Schwamm
empfiehlt sich vor allem für kleine, örtliche
Korrekturen. Wendet man ihn innerhalb homogener Flächen an, etwa in
Farbverläufen, bleiben leicht Spuren zurück.
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Photoshop markiert Nichtdruckbares auch mit der entsprechenden Vorwahl Nichtdruckbare Farben im Dialogfeld Farbbereich auswählen des Auswahl-Menüs (siehe Seite 619). Dann erstellen Sie eine großzügige weiche Auswahlkante (Auswahl: Weiche Auswahlkante) und nehmen mit dem Regler Sättigung aus dem Dialogfeld Farbton/Sättigung vorsichtig Sättigung heraus. Eine weitere Möglichkeit ist die Selektive Farbkorrektur aus dem Bild-Untermenü Einstellen (siehe Seite 500). Dort reduzieren Sie einen Einzelfarbton aus CMY oder den Schwarzauszug - oft die bessere Lösung gegenüber dem Schwamm
, der die Farbauszüge entsättigt.
Abbildung 5.11: Tilgen Sie Farben, die für den CMYK-Farbraum zu gesättigt sind, mit dem Schwamm. Die Farbumfang-Warnung, hier in Blau, markiert nicht-druckbare Farben.
Ein anderes Problem beim Vierfarbdruck sind Überfüllungen. Stoßen zwei flächige Farben im Bild aneinander, erhalten Sie eventuell im Druck zwischen den Farben eine weiße Blitzkante, weil die Druckfilme für die einzelnen Farben nicht passgenau saßen. Gegen dieses Problem mit der Registerhaltigkeit gibt es das Überfüllen: Photoshop erzeugt in der Bilddatei eine Farbüberlappung, damit ja keine Blitzer mehr entstehen. Den Wert für Ihr CMYK-Bild geben Sie nach Rücksprache mit Ihrem Druckstudio in Pixeln oder einer Längeneinheit ein. Zu hohe Werte führen zu Störeffekten, die nicht am Monitor, wohl aber im Druck zu sehen sind. Der Befehl ist nur interessant für plakative CMYK-Grafiken, nicht aber übliche Halbtonfotos.
Die RGB-Daten rechnet Photoshop stets auf dem Umweg über das Lab-Farbmodell nach CMYK um. Lab ist eine geräteunabhängige Farbraumbeschreibung, deren Farbraum RGB und CMYK einschließt; Lab hat also ein weiteres Farbspektrum als RGB und CMYK. Lab ist aufgeteilt in einen Helligkeitskanal (L, für Luminanz) - er entspricht einer Graustufenversion des Bildes - und zwei Kanäle für die Farbe: a von Grün bis Magenta, b von Blau bis Gelb. Lab ist auch das interne Farbmodell von PostScript Level II und III.
Manchmal lohnt es sich, unmittelbar den Modus: Lab Farbe anzuwählen:
Abbildung 5.12: Das Lab-Farbmodell unterscheidet einen Helligkeitskanal (L) und zwei Farbkanäle (a, b). Datei: Kinder
Wählen Sie Modus: Graustufen im Bild-Menü, dann gehen alle Farbinformationen verloren. Die Daten für Farbton und Farbintensität (Sättigung) werden getilgt, übrig bleiben die Helligkeitsangaben (Luminanz), aus denen sich das Graustufenbild zusammensetzt. Ein Graustufenbild hat nur einen Kanal und belegt damit zwei Drittel weniger Arbeitsspeicher als eine RGB-Farbdatei. Wird ein Bildpunkt mit acht Bit gespeichert, sind 28 = 256 verschiedene Graustufen vorzeigbar. Damit erhalten Sie ein Halbtonbild von Schwarz (Tonwert 0) bis Weiß (Tonwert 255).
Um ein Graustufen-Bild nachträglich mit Farbe aufzupeppen, konvertieren Sie nach RGB oder CMYK - an der Bildinformation ändert das nichts, die Dateigröße verdreifacht oder vervierfacht sich und Sie können jetzt Farben aufmalen oder einfügen.
Man sieht viele schlechte, flaue Graustufenbilder im Druck. Sie basieren auf farbig gescannten Motiven, die lieblos in Graustufen umgewandelt wurden. Im Folgenden besprechen wir verschiedene Wege von Farbe zu Graustufen. Der übliche Modus-Befehl Graustufen ist dabei nur eine Variante, und nicht die flexibelste.
Am wenigsten taugt die Methode, per Farbton/Sättigung (Strg+U) die Sättigung zu 100 Prozent aus einem Bild herauszunehmen; ebenso unergiebig wirkt der Bild-Befehl Entfärben (Umschalt+Strg+U), der dasselbe besorgt: Sie erhalten ein kontrastarmes Werk, das sich weiterhin in einem speicherfressenden Farbmodus befindet (siehe Abbildung 5.15).
Abbildung 5.13: Auf unterschiedlichste Art können Sie Graustufenbilder erzeugen. Mitte: Am unergiebigsten ist der Weg, über ein Herunterschrauben der Farbsättigung zu Graustufen zu gelangen; die Vorlage wirkt besonders kontrastarm und befindet sich weiter in einem speicherfressenden Farbmodus. Rechts: Der »Graustufen«-Befehl sorgt durch Gewichtung der einzelnen Grundfarben für mehr Kontraste. Datei: Strand
Besser konvertiert man die Farbdatei mit dem Befehl Bild: Modus: Graustufen. Photoshop fragt zunächst artig: Möchten Sie die Farbinformation löschen? Bei der Umwandlung gewichtet das Programm die unterschiedlichen Farben nach ihrer subjektiven Helligkeit: Blau mit 11, Grün mit 59 und Rot mit 30 Prozent. Das Ergebnis präsentiert sich deutlich kontrastreicher als bei der reinen Entfernung der Farbsättigung (siehe vorheriger Abschnitt); vormals Grünes sticht hell hervor, ehedem blaue Bildteile geraten besonders dunkel. Und weil die Daten für Farbton und Farbsättigung getilgt werden, bleiben nur die Helligkeitsangaben zurück - das Graustufenbild belegt damit zwei Drittel weniger Arbeitsspeicher als eine RGB-Farbdatei. Das Tonwertspektrum einer solchen Datei sollte man meist noch erweitern, zum Beispiel mit der Tonwertkorrektur (Strg+L, ab Seite 469).
Verwenden Sie einen Einzelfarbkanal, indem Sie diesen in der Kanälepalette anklicken. Hier haben Sie extreme Variationsmöglichkeiten für das Graustufenergebnis. Zum Beispiel können Sie die Wirkung von Hauttönen und Himmel breit streuen. Für RGB-Dateien gilt etwa:
Erscheint dabei der Einzelkanal statt in Graustufen in der jeweiligen Farbe, dann wählen Sie in den Voreinstellungen, Rubrik Bildschirm- und Zeigerdarstellung, die Option Farbauszüge in Farbe ab (Strg+K, dann Strg+3). Wechseln Sie jetzt, wenn nur ein einzelner Kanal aktiviert ist, mit dem Untermenü Bild: Modus zum Graustufen-Modus. Photoshops Frage lautet in diesem Fall: Andere Kanäle verwerfen?
Sie erhalten eine Graustufendatei auf Basis des Einzelkanals, die anderen Farbauszüge fallen unter den Tisch. Alternativ verwenden Sie aus dem Menü der Kanälepalette den Befehl Kanäle teilen; Photoshop verteilt damit jeden Farbkanal auf eine eigene Graustufen-Datei.
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Duplizieren Sie Ihre Farbvorlage mit der Funktion Bild: Duplizieren, bevor Sie den Paletten-Befehl Kanäle teilen verwenden, denn dieser Befehl lässt kein unverändertes Originalbild zurück. |
Abbildung 5.14: Sie können »Graustufen«-Bild er aus einem einzigen Farbkanal ableiten. Links: Im Rotkanal erscheinen Hauttöne besonders hell, während blauer Himmel abdunkelt. Mitte: Der Grünkanal stellt Pflanzen und hier das Meer heller heraus. Rechts: Der Blaukanal hellt den Himmel auf und zeigt Hauttöne dunkel.
Ein Gesicht, das nur aus dem Rotkanal abgeleitet ist, wirkt eventuell zu hell. Besser verschmilzt man mehrere Farbkanäle zu einem Graustufen-Ergebnis. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Einfachste Methode, aber ohne jede Feinabstimmung: Aktivieren Sie in der Kanälepalette zwei Einzelkanäle mit gedrückter Umschalt-Taste - dieses Zwei-Kanäle-Bild erscheint farbig auf dem Schirm. Dann wechseln Sie in den Graustufenmodus.
Mischungen nach Maß erlaubt der Befehl Bild: Kanalberechnungen (Details ab Seite 650). Als Quellen wählen Sie zwei Einzelkanäle, als Ziel einen neuen Kanal - in einem neuen oder im vorhandenen Bild. Achten Sie auf den Modus Normal und regulieren Sie mit der Deckkraft die Überblendung. Aktivieren Sie die Vorschau; Photoshop zeigt so jederzeit bereits das Endergebnis an. Für Hauttöne empfiehlt sich oft eine Rot-Grün-Mischung.
Heraus kommt ein Bild im Mehrkanal-Modus (siehe nächster Hauptabschnitt), das Sie noch per Hand in Graustufen verwandeln müssen, bevor Sie es in einem gängigen Format wie TIFF speichern können. Denken Sie daran, dass Sie attraktive Einstellungen in diesem komplizierten Dialogfeld auf der Aktionenpalette speichern können, um sie unkompliziert zu wiederholen.
Alternative ohne diesen Befehl: Sie kopieren Einzelkanäle in einer Montage übereinander und regeln Deckkraft und Modus in der Ebenenpalette.
Abbildung 5.15: Zu individuellen Graustufen verhilft der »Bild «-Befehl »Kanalberechnungen«. Hier wurden Rot- und Grünkanäle verwendet und im »Multiplizieren«-Modus verrechnet, der für eine Abdunkelung sorgt; damit erscheinen gleichermaßen Hauttöne und Himmel dunkel.
Ebenfalls zu Graustufen nach Maß verhilft der Kanalmixer aus dem Bild-Untermenü Einstellen. Schalten Sie hier zunächst die Option Monochrom ein, so dass Photoshop alle Kanalinformationen in einem Schwarz-Kanal zusammenfasst.
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Vorsicht: Sobald Sie Monochrom wieder ausschalten und die Regler
verändern, erhalten Sie ein farbig getontes Bild. |
Sofern Sie ein RGB-Bild bearbeiten, beginnt das Dialogfeld mit 100 Prozent für Rot und je Null Prozent für Blau und Grün - als ob Sie ein Graustufenbild lediglich aus dem Rotkanal erzeugen. Mischen Sie also nach Bedarf: Um Blaues hell hervorzuheben, liften Sie den Blaugehalt; Gesichter leuchten auf bei angehobenem Rotwert. Voreinstellungen für Grauergebnisse mit dem Kanalmixer finden Sie auf der Photoshop-CD im Verzeichnis »Zugaben/Kanalmixer-Voreinstellungen/Grayscale«.
Wenn Sie den Kanalmixer benutzen, muss der Gesamtkanal aktiviert sein, also etwa CMYK oder RGB; zwei oder drei aktivierte Einzelkanäle lassen sich nicht »mixen«. Sie können den Kanalmixer auch als veränderbare Korrekturebene über das Bild oder über einen Bildteil legen; dazu verwenden Sie eine Einstellungsebene (siehe Seite 813).
Die Gesamthelligkeit bleibt in etwa gewahrt, wenn die Summe der Prozentanteile 100 ergibt. Oder verändern Sie die Gesamthelligkeit mit dem Regler Konstante; alternativ oder zusätzlich nutzen Sie im Anschluss an den Kanalmixer einen Tonwertbefehl, etwa die Tonwertkorrektur. Nach Anwendung des Befehls haben Sie immer noch ein Bild im Farbmodus vor sich. Konvertieren Sie es, wenn Sie keine Farbe mehr einsetzen wollen, in den speichersparenden »Graustufen«-Modus. Beispiele für farbige Ergebnisse mit dem Kanalmixer finden Sie ab Seite 496. Eine interessante, leicht anwendbare Kanalmixer-Alternative für Graustufen nach Maß bildet das Plug-in RGB2Gray; bei Manuskriptabgabe konnte man es kostenlos unter dieser Adresse herunterladen:
http://webuser.rhein-main.net/grafcolor/html/rgbtogra.htm
Abbildung 5.16: Der Kanalmixer reguliert den Anteil der Kanalinformationen am Gesamtbild. Achten Sie für Grau-Ergebnisse auf die Option »Monochrom«.
Der Mehrkanalmodus taucht seltener auf. Er dient unter anderem dazu, Bilder im Duplex-Modus in einzelnen Farbauszügen betrachten zu können.
Photoshop verwandelt die ursprünglichen Kanäle in Volltonfarbkanäle. Aus CMYK-Bildern werden dabei Volltonfarbkanäle für Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, aus RGB-Bildern entstehen Volltonfarbkanäle für Cyan, Magenta und Gelb. Löschen Sie einzelne Farbkanäle aus RGB- oder CMYK-Dateien, erklärt Photoshop den Rest automatisch zum Mehrkanal-Bild. Nur die Dateiformate Photoshop und DCS 2.0 (eine EPS-Variante) verkraften diesen Modus.
Bilder mit »indizierten Farben« zeigen nur maximal 256 Farben; eine im Bild gespeicherte Palette listet die einzelnen Farben auf - sie können bei jedem Bild anders sein. Damit brauchen sie nur acht Bit pro Pixel - dreimal weniger als eine 3x8-Bit-RGB-Farbdatei, nicht mehr als eine 8-Bit-Graustufendatei. Das spart Speicherplatz und lässt sich flott auf den Schirm laden. Entsprechend häufig werden Indizierte Farben für World Wide Web und Multimedia genutzt - insbesondere für das wichtige GIF-Dateiformat, das keine andere Farbtiefe akzeptiert. Wegen der begrenzten Farbzahl bieten sich als Motive vor allem plakative Grafiken, Screenshots und Schriftzüge an. Hauttöne oder Farbverläufe leiden dagegen relativ stark durch die Farbreduktion; sie sollten eher im JPEG-Format gespeichert werden, das 24-Bit-Farbe zulässt, aber gleichwohl drastische Spareffekte bietet.
Ganz unterschiedliche Größen bestimmen das Aussehen eines Bildes mit indizierten Farben:
Wir geben hier eine grobe Übersicht über Möglichkeiten und Einschränkungen der 8-Bit-Farbbilder. Details finden Sie im »Internet«-Kapitel in den Abschnitten »GIF-Dateiformat« (Seite 376) und »Farbtabelle und Farbwahl« (Seite 381). Generell ist die Arbeit mit 8-Bit-Dateien in ImageReady etwas flexibler als in Photoshop.
Abbildung 5.17: Die Systempalette reduziert das Bild auf 256 gleichmäßig verteilte Farben und führt zu harten Übergängen. Die Farbtabelle erhalten Sie in Photoshop mit dem Befehl »Bild : Modus: Farbtabelle«, sofern Sie ein Bild mit »Indizierten Farben« bearbeiten.
Abbildung 5.18: Deutlich bessere Ergebnisse erzielt die Systempalette, wenn Diffusion Dithering angewendet wird, um nicht verfügbare Farben durch Farbstreuung zu simulieren. Allerdings können einheitliche Farbflächen zu einem Streuselmuster aufbrechen und das Ergebnis lässt sich schlechter komprimieren.
Abbildung 5.19: Paletten wie »Adaptiv«, »Perzeptiv« oder »Selektiv« greifen die 256 häufigsten Farbtöne im Bild heraus und erzielen so deutlich bessere Ergebnisse als die System- oder Web-Palette. Allerdings kann es zu Farbverfälschungen kommen, wenn mehrere Bild er auf einem Rechner angezeigt werden, der insgesamt nur 256 Farben darstellt.
Mit dem Modus: Bitmap reduzieren Sie das Bild auf zwei Tonwerte - Schwarz und Weiß. Die Datei muss vorab im Graustufen-Modus vorliegen, die Druckmaße müssen exakt stimmen und dürfen später keinesfalls geändert werden, auch nicht im Layoutprogramm. Einzig die gänzlich ungerasterte Bitmap-Version, die mit der Schwellenwert-Methode erzeugt wurde, dürfen Sie nachträglich skalieren. Außerdem müssen Sie die exakte Hardware-Auflösung Ihres Druckers oder Belichters nennen, um nicht bloß Schrott auf Papier zu bringen; je höher die vorgegebene Druckerauflösung, desto größer wird das Bitmap-Resultat.
Am Monitor wirken gerasterte Bitmap-Bilder oft konfus, insbesondere in allen Vergrößerungsstufen außer 100 Prozent.
Der Bitmap-Modus empfiehlt sich, wenn Sie Dateien für Drucker aufbereiten, die ohnehin nur zwei Farben kennen und Zwischentöne durch Rastern vortäuschen - also etwa Laserdrucker oder Laserbelichter. Durch geschicktes Rastern - das enge Nebeneinanderstellen von weißen und schwarzen Bildpunkten - bereiten Sie das Foto im Bitmap-Modus für den Druck mit Laserbelichtern oder anderen Druckern vor.
In der Regel überlassen Sie diesen Schritt dem Drucker oder dem Raster Image Processor (RIP) beim Belichter; aber das Vorabrastern in Photoshop bietet zusätzliche Kontrollmöglichkeiten und ist auch nützlich, wenn Sie das Bild etwa vielfach per Laserdrucker ausdrucken oder per Fotokopierer vervielfältigen wollen. Außerdem beschleunigt es die Druckausgabe, wenn Sie gleich eine Datei mit vorgekautem Raster zum Drucker schicken. Allerdings haben Sie auch im Drucken-Dialog nochmal die Möglichkeit, individuell zu rastern; dort wird dann nicht die Bilddatei, sondern nur der einzelne Ausdruck verändert.
Auch wenn Sie eine reine Schwarzweißstrichgrafik vor sich haben, lohnt sich eventuell der Bitmap-Modus: Je Pixel benötigen Sie im Vergleich zum Graustufenmodus nur ein Achtel des Speichers. Allerdings lässt sich ein Bitmap-Bild kaum bearbeiten, Sie müssen wieder zurück in den Graustufenmodus wechseln.
Nur Photoshop-Hersteller Adobe nennt Schwarzweißbilder Bitmaps, in der übrigen Grafikwelt heißen sie Line-Art oder Strichvorlage; die Photoshop-Bitmaps, die hier besprochen werden, haben nichts zu tun mit »Bitmap« als Dateiformat unter Windows und OS/2 (BMP). Weitere Bedeutung des Wortes: Unter Bitmap versteht man allgemein eine aus Pixeln und nicht aus Kurven und Füllflächen zusammengesetzte digitale Grafik, egal in welchem Dateiformat und mit wie viel Farben.
Abbildung 5.20: Links: Der »Bitmap«-Befehl erzeugt ein Bitmap aus nur zwei Farben - Schwarz und Weiß. Rechts: Geschickte Rastertechnik erweckt dennoch den Eindruck von Halbtönen.
Beim Wechsel in den Bitmap-Modus bietet Photoshop verschiedene Umwandlungsmethoden an - unterschiedliche Rastertechniken, die das spätere Aussehen der Bitmap-Datei entscheidend beeinflussen.
Das Verfahren Schwellenwert 50% macht alle Tonwerte ab 50 Prozent Deckkraft schwarz, die helleren darunter allesamt weiß. So erhalten Sie ein sehr hartes, grafisches, flächiges Schwarzweißbild, das an eine schlechte Fotokopie erinnert. In diesem Fall wird gar nicht erst versucht, Halbtöne durch ein Raster zu simulieren.
Abbildung 5.21: Links: Die Schwellenwert-Methode sorgt für harte Schwarzweißgegensätze und erzeugt keinen Graustufeneindruck. Rechts: Mit Weichzeichner, Hochpaßfilter und Schwellenwertregler lässt sich der Effekt vorab besser steuern. Vorlage: Erdbeere
Allerdings lässt sich die Schwellenwert-Methode feinsteuern. Dazu wählen Sie - im Graustufen-Modus - Bild: Einstellen: Schwellenwert. Mit diesem Dialogfeld siedeln Sie den Schwellenwert - also jenen Punkt, ab dem die vorhandenen Tonwerte nicht mehr in Weiß, sondern in Schwarz umgewandelt werden - an beliebiger Stelle auf der Tonwertskala an und nicht erzwungen bei 50 Prozent. So erzeugen Sie nach Bedarf lichte bis düstere Bilder; um statt großer einheitlicher Flächen Objektkonturen mit weißer Füllung zu erhalten, verwenden Sie vorab Hochpaß- und Weichzeichnungsfilter (Details ab Seite 504).
Sinnvoll ist die Bitmap-Option Schwellenwert 50 % ohne vorherige Bearbeitung des Bildes, wenn Sie schon eine reine Schwarzweißgrafik vor sich haben - zum Beispiel einen Schriftzug oder eine Unterschrift ohne Kantenglättung.
Anders als beim üblichen Rastern täuscht Photoshop beim Dithering unterschiedliche Grauwerte nicht durch unterschiedliche dicke schwarze Punkte vor; statt dessen sorgt die unterschiedliche Häufung gleich großer Punkte je Quadratzentimeter für den jeweiligen Helligkeitseindruck.
Abbildung 5.22: Links: »Pattern Dithering« erzeugt ein regelmäßiges Streuraster. Rechts: Dagegen verwendet »Diffusion Dithering« eine Zufallsverteilung. Beide Bild er wurden für 300-dpi-Druckerauflösung gerastert.
Die Option Muster Dither setzt die Grauwerte in ein regelmäßiges Muster schwarzer und weißer Bildpunkte gleicher Größe um.
Interessanter als Muster Dither wirkt das Verfahren Diffusion Dither - eine Zufallsverteilung schwarzer und weißer Bildpunkte. Photoshop teilt das Bild in einzelne Felder auf, berechnet die durchschnittliche Helligkeit eines Feldes und erzeugt ein Zufallsmuster von Punkten, deren Mittelwert dem mittleren Tonwert des Feldes entspricht.
Die entstehende körnige Struktur wirkt gegenüber Muster Dither und gegenüber konventionellem Rastern vorteilhaft am Monitor und auch auf älteren Büro-Laserdruckern attraktiv. Dies gilt allerdings nur für Halbtonbilder - bei Grafiken stört das körnige Diffusion Dithering eher, da es einfarbige Flächen nicht völlig einheitlich abbildet. Da Photoshop diese Option im Drucken-Menü nicht bietet, dithern Sie eine entsprechende Graustufendatei vorab per Modus-Befehl. Eventuell bietet jedoch auch Ihr Druckertreiber eine vergleichbare Option, auch unter Bezeichnungen wie »Error Diffusion«, »Fehlerstreuung« oder »Streuraster«.
Die Rasterung erzeugt die Wirkung eines Graustufenbildes im üblichen Rasterdruck. Beim Rastern arbeiten Sie - im Gegensatz zum Dithering - mit unterschiedlich großen schwarzen Rasterpunkten auf weißer Fläche. Je Längeneinheit wird die Zahl der Rasterpunkte vorgegeben, zum Beispiel 53 pro Zoll (53 dpi); das ist die »Rasterweite«, also der Abstand zwischen den Mittelpunkten der einzelnen Rasterzellen. Je mehr besonders große Rasterpunkte auf einem Inch erscheinen (und damit viel weißes Papier überdecken), desto dunkler wirkt diese Zone.
Einzustellen ist außerdem die Rasterwinkelung: Wenn die Rasterpunkte nicht nebeneinander auf einer geraden Linie liegen, sondern im 45-Grad-Winkel durchs Bild laufen, fallen sie weniger ins Auge.
Außerdem bietet Photoshop unterschiedliche Rasterformen. In der Regel verwendet man den elliptischen Punkt, der weicher erscheint als der runde, allerdings auch mehr Tonwertzuwachs erzeugt. Üblicherweise überlässt man freilich das Rastern dem Druckertreiber oder dem Raster Image Processor (RIP) am Druckfilmbelichter.
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Geht es Ihnen nur um einen grafischen Raster-Effekt, empfiehlt sich der
Vergröberungsfilter: Farbraster (siehe Seite 903) . |
Abbildung 5.23: Links: Punktraster mit 45 Grad Rasterwinkelung ist eine verbreitete Rasterform. Rechts: Als »eigenes Muster« wurde hier eine drastische Verkleinerung der Vorlage gewählt.
Die Bitmap-Option Eigenes Muster wendet Rasterstrukturen wie etwa Marmor oder Textil auf ein Bild an. Weitere Möglichkeit: Sie bauen ein Bild aus vielfachen Kopien seiner selbst auf. Sie definieren das Muster, indem Sie einen Bildteil mit dem Auswahlrechteck
einrahmen und dann Bearbeiten: Muster festlegen verwenden.
Ist das Muster kleiner, wird es mehrfach kachelig aneinander gesetzt. Solche vielfach aneinander gesetzten Muster wirken oft am besten; verkleinern Sie ein Duplikat des geplanten Musters mit dem Bildgröße-Befehl aus dem Bild-Menü oder mit dem Befehl Bearbeiten: Frei Transformieren (Strg+T).
Der Duplex-Modus ist eine Besonderheit von Photoshop, die Sie in anderen Programmen nicht wiederfinden. Darum müssen Sie Duplex-Bilder im Photoshop-Format abspeichern oder als EPS. Duplex-Bilder bestehen aus einer Druckfarbe oder mehreren Druckfarben. Dabei übernehmen die einzelnen Farben nicht unterschiedliche Farbtöne, sondern unterschiedliche Helligkeitsstufen.
Abbildung 5.24: Mit der Duplex-Technik ordnen Sie bestimmten Helligkeitsbereichen Ihrer Bild er eigene Druckfarben zu. Welcher Helligkeitsbereich mit welcher Tönung erscheint, kontrollieren Sie über die Gradationskurve für jede Farbe.
Ein Beispiel: Sie drucken eine Datei im Duplex-Modus mit Schwarz und Magenta; Schwarz gibt vor allem die dunklen Bildpartien wieder, um Tiefe zu erzeugen, Magenta die helleren Zonen. Sie erhalten quasi einen magenta-getonten Schwarzweißabzug.
Sie können eine bis vier Sonderfarben verwenden. Ein Bild mit nur einer einzigen Farbe - die hier auch Sonderfarbe heißt - ist wie ein Graustufenbild, das statt mit schwarzer zum Beispiel mit brauner Farbe gedruckt wird. Interessanter sind jedoch Duplex, Triplex und Quadruplex: Graustufenbilder, die mit zwei, drei oder vier Druckfarben zu Papier gelangen, darunter in der Regel auch Schwarz. Der Anteil der einzelnen Druckfarben lässt sich über Gradationskurven steuern. Als Extra-Farbe wählen Sie eine der üblichen Prozessfarben Magenta, Cyan oder Yellow oder auch eine spezielle Spotfarbe eines Druckfarbenherstellers, die Sie über den Farbwähler und dort über das Schaltfeld Farbtafeln sichten.
Kalte Blautonungen, nostalgische Sepiaeffekte und viele andere Varianten sind möglich. Photoshop schreibt eine Reihe von Voreinstellungen auf Ihre Festplatte; suchen Sie nach dem Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben/Duplex«. Das Verzeichnis unterteilt sich in Zwei-, Drei- und Vierfarbeffekte, die wiederum gegliedert sind nach reinen Graustufeneinstellungen, Verwendung von verschiedenen Prozessfarben und Verwendung von Spotfarben.
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Wenn Sie nicht das Gesamtbild tonen, sondern eher innerhalb eines Graustufenbildes farbige Akzente setzen wollen, fügen Sie Spotfarben (Volltonfarben) hinzu. Eine Spotfarbe ist eine beliebige zusätzliche Druckfarbe, die Sie mit der Kanälepalette anlegen und platzieren (Details ab Seite 658). |
Abbildung 5.25: Duplex: Hier werden Schwarz und Cyan über den gesamten Tonwertbereich gleichmäßig eingesetzt. Das Bild gerät zu dunkel. Vorlage: Zutaten
Abbildung 5.26: Hier wurden die Cyan- und Schwarzanteile am Helligkeitsbereich korrigiert. Die Gradationskurven stärken Cyan im hellen, Schwarz im dunklen Bereich.
Der Vorteil eines solchen Duplex-Bildes: Sie erzeugen eine Farbwirkung mit nur zwei Druckfilmen, etwa Schwarz und Magenta. Dagegen brauchen Sie für den üblichen CMYK-Druck vier Filme und Farben. Sie können auch zwei Schwarz- oder Grautöne verwenden, um besonders fein nuancierte Graustufenfotos zu Papier zu bringen. Denn während eine Graustufendatei zwar 256 Schattierungen enthalten kann, beherrscht die Druckmaschine oft nur gut 50 Abstufungen pro Druckfarbe. Drucken Sie also die Schatten eines Graustufenbildes mit einem eigenen Druckfilm mit Schwarz, den Rest dagegen mit der grauen Farbe, erhalten Sie eine besonders feine Durchzeichnung des gesamten Tonwertspektrums.
Abbildung 5.27: Bei diesem Duplexbild wird Magenta (Purpur) nur in den helleren Bild teilen gedruckt, Schwarz abgeschwächt über den ganzen Tonwertbereich.
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Wenn es Ihnen nur auf eine schnelle Tonung ankommt, Sie jedoch CMYK oder RGB praktischer finden als das komplizierte Duplex, dann verwenden Sie die Option Färben des Befehls Farbton/Sättigung (Strg+U) (siehe Seite 488). Sie funktioniert auch mit Graustufen-Bildern, wenn Sie diese zuvor in einen Farbmodus wie RGB umwandeln. |
Da die Duplex-Kanäle nicht auf Farben, sondern auf Helligkeiten verteilt sind, lassen sich Duplex-Dateien nicht in übliche CMYK-Kanäle aufteilen; Photoshop behandelt sie weiter wie ein 8-Bit-Graustufenwerk mit einem Kanal. Dennoch können Sie auf mehrere Arten quasi einzelne Auszüge - den Schwarzanteil, den Cyananteil - begutachten und bearbeiten:
Sie können das Duplex-Bild ohne Informationsverlust in den RGB-Modus konvertieren und dann in einem der vielen Dateiformate speichern, die RGB-Bilder aufnehmen.
Wollen Sie das Duplex-Bild in einem Layout-Programm einsetzen, speichern Sie es in den Dateiformaten EPS oder PDF.
Bei Spotfarben (Volltonfarben) gilt jedoch: Sofern Sie Spotfarben verwenden, nehmen Sie DCS 2.0. Notieren Sie in Photoshop die genauen Namen aller Sonderfarben, die im Dokument vorkommen. Im Layout-Programm wählen Sie die Farben an, die in der Photoshop-Datei verwendet wurden, und speichern sie im Dokument; nur so können sie sinnvoll separiert, also in die CMYK-Auszüge zerlegt, werden. Rastern können Sie im Layout-Programm.
Abbildung 5.28: Mit Magenta und Gelb zusätzlich zu Schwarz erzielen Sie einen Braunton.
Bevor Sie von einem Farbbild in den Duplex-Modus wechseln, erstellen Sie zunächst eine Graustufendatei. Dann geben Sie im Dialogfeld Duplex die Bildart an, etwa Duplex oder Triplex, also mit wie viel Farben Sie drucken wollen.
Legen Sie die Druckfarbe fest, indem Sie in das Farbfeld der jeweiligen Druckfarbe klicken: Dann taucht der Farbwähler auf, in dem Sie sich bedienen; oder Sie klicken sich weiter zur Farbtafel, um die fertige Druckfarbe eines Farbenherstellers anzuwählen. Nach Schließen des Farbwählers sehen Sie Farbe und Farbnamen im Duplex-Dialog. Alternativ laden Sie einen fertigen Kurvensatz aus Photoshops Duplex-Verzeichnissen.
Beim Öffnen zeigt das Dialogfeld die letzte verwendete Duplex-Einstellung. Drücken Sie die Alt-Taste und klicken Sie auf die Zurück-Schaltfläche, um das Bild auf eine einzige Sonderfarbe zurückzusetzen. Haben Sie bereits Angaben verändert, bringt dieser Alt-Klick Sie zurück zur Einstellung bei Öffnen des Dialogfelds.
Mit den Duplex-Gradationskurven regeln Sie, welcher Tonwertbereich mit welcher Druckfarbe wiedergegeben werden soll. Sie sehen Skizzen der Gradationskurven bereits neben den Sonderfarben im Duplex-Dialog. Klicken Sie auf die Kurven, um den Duplex-Gradationskurven-Dialog zu öffnen, und korrigieren Sie die Kurve für jede Farbe nach Ihren Vorstellungen. Dazu manipulieren Sie die Kurve mit der Maus (bis zu 13 Anfasspunkte lassen sich einrichten) oder tippen die gewünschten Werte unmittelbar ein. Bearbeiten Sie die Kurve, erscheinen automatisch die zugehörigen Zahlen in den Fenstern. Nicht benötigte Ankerpunkte ziehen Sie wieder aus dem Koordinatennetz heraus. Beachten Sie, dass die Gradationskurve hier die hellen Werte rechts zeigt.
Heben Sie die Kurve an, wird der entsprechende Tonwertbereich der zugehörigen Farbe verstärkt. Ziehen Sie die Kurve im linken Bereich nach unten, dann schwächen Sie die Lichter dieser Druckfarbe. Es geht auch durch Eintippen: Geben Sie etwa bei »100%« eine 60 an, dann erscheinen die tiefsten Schatten dieses Bildes in dieser Farbe nur noch mit maximal 60 Prozent; entsprechend rutscht das rechte Ende der Kurve nach unten, da einem Eingabewert von 100 Prozent auf der X-Achse nur noch ein Ausgabewert von 60 Prozent auf der Y-Achse gegenübersteht. Die Farbe ist dann im dunklen Bereich unterrepräsentiert. Sie können brauchbare Kurven wie immer in Photoshop Speichern und Laden oder auch die von Photoshop bereits mitgelieferten Kurven ausprobieren. Weitere Informationen zur Handhabung von Gradationskurven bei der Kontrastkorrektur finden Sie ab Seite 477.
Überfrachten Sie einen Tonwertbereich nicht - zeigt er zugleich volles Cyan und Black, also jeweils mit strikt diagonaler Gradationskurve, dann gerät das Werk zu dunkel. Immer sollte Schwarz den dunklen Bereichen Tiefe geben; in den Lichtern dagegen brauchen Sie es nicht unbedingt - senken Sie also die Schwarzkurve im linken Bereich ab.
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Die Infopalette (siehe Seite 112) meldet den Druckfarbauftrag bei geöffnetem Dialogfeld. Lassen Sie das Aktuelle Farbsystem anzeigen und führen Sie den Mauszeiger über das Bild. Sie können diese Palette bei geöffnetem Duplex- Dialog mit dem Fenster-Menü laden und auf die gewünschte Anzeigeform einrichten. |
Die Reihenfolge, in der Sie die Farben drucken, wie auch die Rasterung haben entscheidenden Einfluss auf die Bildwirkung. Voll gesättigte Farben erhalten Sie, wenn Sie die dunkleren vor den hellen Farben drucken. Geben Sie also im Duplex-Dialog oben die dunkleren Druckfarben, darunter die helleren ein. Im Rasterungsdialog verwenden Sie im Zweifelsfall die Option Auto, um Photoshop die optimalen Rasterwinkel und Rasterweiten bestimmen zu lassen. Im Dialog Autorasterung muss die Genaue Rasterung angeklickt sein, wenn Sie es mit einem PostScript-Level-II-Drucker zu tun haben.
Wie die Farben zum Überdrucken am Bildschirm dargestellt werden, regeln Sie nach einem Klick auf Farben übereinanderdrucken im Duplex-Dialog. Dazu halten Sie ein Beispiel von bereits übereinander gedruckten Farben neben den Bildschirm. Sie sollten den Monitor bereits kalibriert haben. So geht's weiter:
Wohlgemerkt: Dieses Dialogfeld beeinflusst nur die Monitordarstellung, nicht jedoch den Druck selbst.
| © Copyright Markt+Technik Verlag, ein Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 5 Farbmodus |