1 Oberfläche und Grundfunktionen

Dieses Kapitel schafft zunächst einen Überblick über die Programminstallation, dann nehmen wir die Oberfläche unter die Lupe. Sie erfahren Grundlegendes über Paletten, Werkzeugleiste, Lupe  und Navigator sowie über das Widerrufen und Aufzeichnen von Befehlen. In den Voreinstellungen regeln Sie, wie Photoshop aussieht und wie er sich in bestimmten Situationen verhält; starten Sie keine größere Aktion, bevor Sie nicht den entsprechenden Abschnitt weiter unten studiert haben. Und natürlich sollten Sie per Farbmanagement für exakte Tonwertdarstellung sorgen. In aller Regel orientieren wir uns dabei an Photoshop 6.0 und nicht an ImageReady.

1.1 Schneller Einstieg

Sie wollen gleich loslegen, unsere Ausführungen zu Installation und Betriebssystem interessieren Sie nicht? Aber beachten Sie wenigstens die folgenden kurzen Tipps. Sie erklären, wie Sie das Programm auf die Schnelle für entspanntes Photoshopping einrichten und ersparen Ihnen viel Ärger mit einem langsamen Rechner. Ausführliche Erklärungen finden Sie im Innern des Buchs.

Danach starten Sie das Programm neu - es kann losgehen.

1.2 Installation, Programmstart, Einrichtung des Systems

Der folgende Abschnitt richtet sich an Windows- und Mac-Nutzer gleichermaßen. Auf Besonderheiten der Betriebssysteme machen wir jeweils aufmerksam.

1.2.1 Installation

Die Installation des Programmpakets auf dem Rechner bereitet keine besondere Mühe. Für eine Vollinstallation mit den beiden Programmen Photoshop und ImageReady sollten Sie mindestens 150 MB Festplattenplatz bereithalten, der Hersteller empfiehlt 200 MB.

Es kann nützlich sein, gängige Internet-Browser noch vor der Installation von Photoshop und ImageReady auf dem endgültigen Platz auf Ihrer Festplatte zu installieren. Die Programme bieten dann an, aktuelle Dateien in diesen Browsern zur Vorschau darzustellen; installieren Sie die Internet-Betrachter erst nachträglich, ist ihre Verwendung mit Photoshop und ImageReady etwas umständlicher.

Installationsbeginn Windows

Sobald Sie die CD einlegen, sollte sich das Fenster Adobe Willkommen öffnen. Es erlaubt den Start der Programminstallation. Wenn sich das Start-Fenster nicht automatisch öffnet, haben Sie zwei Möglichkeiten:

Unabhängig von dem Laufwerk, auf dem Sie installieren, sollten Sie auch im Windows-Laufwerk (meist C) mindestens 16, besser jedoch 50 Mbyte Platz freihaben.

Installationsbeginn Mac

Sobald Sie die CD mit der Bezeichnung Adobe Photoshop 6.0 einlegen, sehen Sie das Symbol der Programm-CD auf dem Schreibtisch. So geht's weiter:

Seriennummer

Das Installationsprogramm fragt Sie nach der Seriennummer. Sie sollte auf der Registrierkarte oder auf der Innenseite der CD-Hülle zu finden sein. Sofern Sie eine vorhandene ältere Photoshop-Version auf Version 6.0 aktualisieren, verwenden Sie die Seriennummer der früheren Version. Besondere Bedingungen gelten für Besitzer der Photoshop-Version LE; Details zu Problemen mit der Seriennummer nennt die Textdatei »Installation bitte lesen« im »Photoshop«-Verzeichnis.

Zielordner

Wichtig ist auch der Bereich Zielordner. Als Verzeichnis für Ihren neuen Photoshop wird zunächst »C:\Programme\Adobe\Photoshop 6.0« vorgeschlagen. Das ist nicht unbedingt der beste Platz, denn auf dem Laufwerk C: befindet sich meist schon Windows und dort sollten stets mindestens mehrere Dutzend Megabyte frei sein. Klicken Sie also eventuell auf Durchsuchen (am Mac auf Ziel Volume) und geben Sie im Verzeichnisbaum ein anderes Verzeichnis an.

Abbildung 1.1:  Oben: die »einfache Installation« am Mac; sie installiert ohne weitere Wahlmöglichkeit eine sinnvolle Kombination von Programmen und Zusatzdateien. Unten: die »angepasste Installation« unter Windows. Hier schließen Sie Programmteile nach Wahl von der Übertragung auf Ihren Rechner aus.

Einige Voreinstellungsdateien speichert Photoshop jedoch außerhalb seines Programmverzeichnisses; Details nennt die Datei »Bitte lesen« aus dem Photoshop-Verzeichnis.

Automatische versus individuelle Installation

Im Folgenden haben Sie die Wahl, die vom Hersteller vorgesehenen Programmteile automatisch zu installieren oder selbst eine Auswahl zu treffen:

Nur Windows: Dateitypen registrieren

Das Installationsprogramm fragt ab, ob Sie bestimmte Dateitypen mit Photoshop oder ImageReady verknüpfen wollen. Das heißt: Doppelklick auf eine Datei dieses Typs - zum Beispiel auf eine TIFF-Datei - öffnet automatisch Photoshop mit dieser Datei. Die Herstellervorgabe ist vernünftig, außer hauseigenen Formaten werden kaum Dateitypen mit diesen Programmen verbunden. Möchten Sie jedoch zum Beispiel TIFF- oder JPEG-Dateien mit Photoshop oder ImageReady verbinden, klicken Sie in der entsprechenden Zeile in die Zelle PS oder IR.

Abbildung 1.2:  Nur Windows: Bei der Installation verknüpfen Sie Dateiformate mit Photoshop. Das Programm öffnet sich dann nach Doppelklick auf eine entsprechende Datei, zum Beispiel auf eine TIFF-Datei.

Diese Wahl legt Sie kaum fest: Sie können sämtliche Dateiformate auch weiterhin mit allen anderen geeigneten Programmen verwenden und je nach Gusto weisen Sie Photoshop - oder anderen Programmen - auch nachträglich Dateiformate zu (Seite 44). Auch wenn Sie in diesem Dialogfeld einen Dateityp nicht registrieren, können Sie alle hier genannten Dateitypen in Photoshop und ImageReady öffnen. Die Vorgaben, die Sie hier bei der Photoshop-Installation gemacht haben, lassen sich also jederzeit ändern.

Beim ersten Programmstart erhalten Sie einen Hinweis zum Farbmanagement. Sie müssen sich hier noch nicht in die Details begeben, ausführlich besprechen wir das Farbmanagement ab Seite 146. Beachten Sie auch unsere Kurzhinweise für den Schnelleinstieg ab Seite 39.

1.2.2 Windows: Photoshop vom Rechner entfernen

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Photoshop wieder vom Rechner zu entfernen:

In beiden Fällen verschwindet das komplette Programmpaket.

Am Mac ziehen Sie den Programmordner in den Papierkorb, fertig.

1.2.3 Photoshop starten

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Photoshop zu starten. Dies ist der Standardweg:

Photoshop-Symbol auf dem Desktop

Es ist umständlich, Photoshop jedes Mal aus dem allerletzten Unterverzeichnis des Start-Menüs hervorzukramen. Schneller öffnet es sich über eine Photoshop-Verknüpfung auf dem Desktop, die Sie nur doppelt anklicken. Sie können auch Bilddateien auf dieses Symbol ziehen, um diese mit Photoshop zu öffnen.

Windows: Photoshop-Symbol im »Start«-Menü

Sie können Photoshop unter Windows auch ins Start-Verzeichnis an oberster Ebene legen, auf gleichem Level wie Programme, Einstellungen oder Dokumente. So geht's:

1. Öffnen Sie das Photoshop-Programmverzeichnis im Explorer oder einem anderen Programm zur Dateiverwaltung.
2. Öffnen Sie zudem das Start-Verzeichnis, indem Sie mit rechts auf die Start-Schaltfläche klicken und den Befehl Öffnen verwenden.
3. Nun ziehen Sie die Datei »Photoshp.exe« aus dem Photoshop-Ordner in den »Start«-Ordner. Dabei verschieben Sie die Datei nicht, es entsteht lediglich eine Verknüpfung mit dem Namen »Verknüpfung mit Photoshop.exe«.
4. Klicken Sie etwas länger auf diesen Namen, um eine neue Bezeichnung eintippen zu können, zum Beispiel »Photoshop 6«.

Photoshop erscheint nun in der ersten Ebene des Start-Menüs. Sofern es dort keine anderen Programme gibt, die mit dem Buchstaben P anfangen, tippen Sie nach Öffnen des Start-Menüs nur kurz das P an - Photoshop wird loslegen. Gibt es mehrere Objekte mit P, tippen Sie eventuell mehrfach das P, bis Photoshop aktiviert ist, dann drücken Sie die Eingabe-Taste.

Mac: Photoshop-Symbol im Apfel-Menü

Sie können die Alias-Datei mit der Verknüpfung zu Photoshop auch in das Apfel-Menü legen, wenn Sie Ihren Schreibtisch lieber aufgeräumt haben wollen. So geht's:

1. Öffnen Sie den Systemordner und ziehen Sie die Alias-Datei auf den Ordner »Apple-Menü«.
2. Nun finden Sie die Alias-Datei im Apfel-Menü. Photoshop lässt sich von dort aus starten.

Verschieben Sie den Photoshop-Ordner später in ein anderes Verzeichnis, müssen Sie der Alias-Datei den neuen Ort neu zuweisen. Dazu markieren Sie die Alias-Datei und rufen mit Ablage: Information das Informationsfenster auf. Über die Schaltfläche Original neu zuweisen geben Sie den neuen Pfad zum Programm an.

System und Photoshop gemeinsam starten

Sie können Photoshop in einem Zug mit dem gesamten Rechner starten. So geht's:

  • Windows: Öffnen Sie den Photoshop-Ordner sowie den Ordner »Autostart« innerhalb des Ordners »Start/Programme« (siehe oben). Ziehen Sie die Datei »Photoshp.exe« in den »Autostart«-Ordner, so dass dort eine Verknüpfung entsteht.
  • Mac: Legen Sie die Alias-Datei in den Ordner »Startobjekte«, der sich im Systemordner befindet.

1.2.4 Windows: Dateiformate nachträglich verknüpfen

Schneller startet der Photoshop, wenn Sie ihn mit bestimmten Dateiformaten verknüpfen (auch »Registrieren« genannt). Ein Beispiel: Sie klicken doppelt auf eine TIFF-Datei im Explorer, schon öffnet sich Photoshop mit dieser Datei. Bereits von Haus aus ist Photoshop mit seinen speziellen PSD-Dateien verbunden, bei der Installation können Sie das Programm mit weiteren Dateitypen verknüpfen (siehe oben). Alternativ verwenden Sie zum Verknüpfen den Windows-Weg. So geht's:

1. Klicken Sie eine Datei des gewünschten Formats im Explorer mit der rechten Maustaste bei gedrückter Umschalt-Taste an.
2. Damit öffnen Sie ein erweitertes Kontextmenü, in dem Sie den Befehl Öffnen mit anwählen.
3. Im Dialogfeld Öffnen mit klicken Sie das gewünschte Programm an, zum Beispiel Photoshop. Aktivieren Sie vor allem die Option Datei immer mit diesem Programm öffnen. Wenn das gewünschte Programm nicht unmittelbar aufgelistet sein sollte, suchen Sie die Programmdatei wie etwa »Photoshp.exe« nach einem Klick auf die Schaltfläche Andere im Verzeichnis des Programms, also zum Beispiel C:\Programme\Photoshop.

Abbildung 1.3:  Klicken Sie eine Bild datei bei gedrückter Umschalt-Taste mit der rechten Maustaste an, um den Befehl »Öffnen mit« zu erhalten. Nun können Sie Programme mit dem gewählten Dateiformat verknüpfen; ein Doppelklick auf eine Datei mit diesem Format startet das gewählte Programm.

4. Sobald Sie mit OK bestätigen, wird die markierte Datei mit diesem Programm geöffnet. Fortan wird ein Klick auf eine Datei dieses Formats immer das gewählte Programm starten.

1.2.5 Die Festplatte freiräumen

Wie der Photoshop auf Ihrem Rechner läuft, das hängt von Ihrer Hardware ab, aber auch davon, wie Sie den Rechner einrichten - hier lauern Fallen, die hochtrabende Pixelpläne scheitern lassen können. Festplatte brauchen Sie bis zur Oberkante Unterlippe. Nicht nur für die riesigen Dateien, die bei der digitalen Bildverarbeitung entstehen, sondern auch als Reserve-Arbeitsspeicher oder Virtueller Speicher - siehe unten.

Und da sollte unter Windows die Festplatte nicht fragmentiert sein - das heißt, Dateien sollten sich nicht in kleinen Krümeln über verschiedene Teile des Festspeichers verteilen und alle Dateien sollten schön nebeneinander auf der Festplatte liegen, so dass ein möglichst großer Festplattenbereich am Stück frei bleibt. Die Erfahrung zeigt, dass so genanntes Defragmentieren auf Photoshop-Maschinen am Mac wenig bringt, unter Windows schon mehr.

Windows: Temporärdateien

Diese Idealbedingungen haben Sie selten. Aber man kann sie vorübergehend herstellen. Fahnden Sie zunächst nach *.tmp-Dateien im Ordner TEMP im »Windows«-Verzeichnis, aber auch im »Arbeitsvolume« von Photoshop oder sonst wo auf der Platte und entfernen Sie diese Dateien. Dies sind Temporärdateien, die nach Abschluss einer Operation nicht mehr gebraucht werden und eigentlich gelöscht sein müssten, wenn alles richtig liefe; besonders nach Programmabstürzen bleiben solche »Temp-Dateien« jedoch zurück. Die entsprechenden Ruinen eines Photoshop-Crashs heißen gerne »~PSTnnnnn.tmp« und belegen zehn oder hundert Mbyte auf dem »Arbeitsvolume« (Details dazu ab Seite 144).

Mac: Temporärdateien

Am Macintosh legt Photoshop seine Temporärdateien nach Programmstart in einem unsichtbaren Ordner namens »Cleanup At Startup« ab. Wird Photoshop beendet, verschwinden automatisch auch die Temporärdateien. In seltenen Fällen, möglicherweise nach einem Programmabsturz, bleiben diese Temporärdateien auf der Festplatte erhalten. Weil sich nur sichtbare Objekte löschen lassen, müssen Sie den Ordner mit Hilfsprogrammen wie FileBuddy oder ResEdit sichtbar machen; die Dateien heißen zum Beispiel »Photoshop Tempnnnn« und werden in den Papierkorb gezogen.

Windows: Verlorene Zuordnungseinheiten

Dann spüren Sie verlorenen Zuordnungseinheiten (Lost Clusters) nach; diese kaputten Dateisplitter liegen nach einem Systemabsturz sinnlos auf der Festplatte und schlucken dort Platz, ohne etwas dafür zu leisten. Und kein Dateiverzeichnis kündet davon.

Starten Sie das Windows-Programm »Scandisk«, das die Festplatte nach Fehlern abgrast und dafür eventuell viele Minuten braucht. Es wird verlorene Datensplitter orten und nachfragen, ob daraus Dateien erstellt werden sollen. In der Regel haben Sie davon nichts.

Windows: Festplatte defragmentieren

Legen Sie alle verwendbaren Dateien zusammen in einen geschlossenen Festplattenbereich. Starten Sie das Microsoft-Programm »Defragmentierung«; Sie finden es vermutlich in der Abteilung »Systemprogramme«. Diese Aufgabe erledigen auch Programme von Drittanbietern, etwa aus der Programmsammlung »Norton Utilities«.

Defragmentieren am Mac bringt erfahrungsgemäß keinen großen Gewinn, Sie benötigen dafür auf jeden Fall ein Zusatzprogramm wie Norton Utilities.

1.2.6 Virtueller Speicher

Um den Rechner fit zu machen für datenschwere Pixeldateien, sorgen Sie vor allem für virtuellen Arbeitsspeicher - einen Platz auf der Festplatte, der Daten aufnimmt, die nicht mehr in den überlasteten Arbeitsspeicher passen. Dieser Reservebereich heißt auch »Auslagerungsspeicher« oder »Swap-File«.

Photoshop interessiert sich weniger für den virtuellen Speicher, den Sie dem Betriebssystem zugeteilt haben, sondern verwendet seine eigenen »Arbeitsvolumes« (siehe Seite 144). Aber auch Mac- oder Windows-Systemen sollten Sie genug virtuellen Speicher einräumen, damit die Benutzeroberfläche nicht zur Bremse für Photoshop wird - denn sie muss ihrerseits Photoshop auslagern können. Photoshop selbst sollten Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Zusatzmodule und Virtueller Speicher mindestens soviel Photoshop-eigenen Auslagerungsplatz (Arbeitsvolumes) zur Verfügung stellen, wie Sie dem Programm auch physikalischen Hauptspeicher (RAM) vorsetzen.

Windows: Virtuellen Speicher für Windows einrichten

Sie sollten Windows eine große Auslagerungsdatei geben. Optimal ist es, wenn Windows fest doppelt so viel virtuellen Speicher wie Arbeitsspeicher hat. Haben Sie zum Beispiel 128 Mbyte Arbeitsspeicher installiert, teilen Sie dem System 256 Mbyte Auslagerungsplatz zu.

In Windows 95, 98 und NT 4 erreichen Sie die Kontrolle für den Auslagerungsbereich, wenn Sie in der Start-Leiste auf Einstellungen klicken, dann in der Systemsteuerung das System wählen, dort die Registerkarte Leistungsmerkmale ziehen und den Schalter Virtueller Arbeitsspeicher anklicken. Dazu aktivieren Sie die Option Es gelten benutzerdefinierte Einstellungen für den virtuellen Speicher. In den Feldern Minimum und Maximum tragen Sie »256« ein. Diese starre Vorgabe verhindert, dass Windows permanent den Auslagerungsbedarf neu zusammenstellt.

Legen Sie das »Startvolume« (also Photoshops erstes Auslagerungslaufwerk) nicht mit dem Auslagerungsbereich von Windows auf eine Festplatte oder auf eine Partition.

Abbildung 1.4:  Mit den Systemeigenschaften sorgen Sie für Auslagerungsspeicher.

Mac: Virtueller Speicher

Auch am Macintosh muss man zwischen dem virtuellen Speicher des Betriebssystems und dem virtuellen Speicher von Photoshop unterscheiden. Grundsätzlich kann man den virtuellen Speicher des Mac-OS eingeschaltet lassen. Er wird im Speicher-Kontrollfeld eingerichtet.

Der virtuelle Speicher des Mac-OS auf der Festplatte ist ab Werk um ein Megabyte größer als der installierte Arbeitsspeicher und wird vom Betriebssystem automatisch eingerichtet. Nur Anwender, die mit freiem Festplattenplatz geizen müssen, sollten diesen Wert herabsetzen oder den virtuellen Speicher ausschalten.

Photoshop teilen Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Zusatzmodule & Virtueller Speicher mit, auf welchen Volumes der Photoshop-eigene virtuelle Arbeitsspeicher eingerichtet wird. Die Arbeitsvolumes sollten mehr freien Speicherplatz aufweisen, als Photoshop an echtem Arbeitsspeicher zugeteilt ist.

1.2.7 Systemfarben korrigieren

Sorgen Sie dafür, dass der Desktop Ihres Betriebssystems und eventuell weitere Programmelemente in neutralen, dezenten Farben erscheinen und nicht vom Bild ablenken.

Windows: Systemfarben

Die Titel- und Menüleisten in Windows prangen in poppigen Farben, die schnell nerven. Windows bietet zwar verschiedene Farbschemata an, doch besser legt man ein eigenes Schema an. Meist wählt man ein fertiges Farbschema, passt einzelne Elemente an und legt das Ergebnis unter einem neuen Namen ab. Klicken Sie mit rechts auf den Desktop-Hintergrund. Im Kontextmenü wählen Sie die Eigenschaften. Das führt Sie zum Dialogfeld Eigenschaften von Anzeige, bei dem Sie die Registerkarte Darstellung ziehen. Im Vorschaubereich klicken Sie einzelne Elemente an, die Sie ändern wollen, und vergeben im unteren Teil des Dialogfeldes einen neuen Namen.

Abbildung 1.5:  Windows: Richten Sie sinnvolle Farben für das Betriebssystem ein.

Mac: Systemfarben

Am Mac wählt man einen grauen Schreibtischhintergrund im Kontrollfeld Erscheinungsbild unter der Registerleiste Schreibtisch. Hier gibt es das neutrale Standard-Bildschirmmuster Grau. Eventuell vorher geladene Schreibtischbilder verbannen Sie zuvor mit dem Befehl Bild entfernen vom Schreibtisch.

1.2.8 Troubleshooting: System

Wenn Photoshop streikt, kann es auch an Problemen im Betriebssystem liegen:

  • Entfernen Sie neu installierte Programme und Zusatzmodule, nach deren Installation erstmals Probleme auftraten, und installieren Sie Photoshop eventuell neu.
  • Trennen Sie externe SCSI-Laufwerke vom System, überprüfen Sie Terminierung und Nummerierung.
  • Teilen Sie Photoshop mehr Arbeitsspeicher und freie Auslagerungsbereiche auf der Festplatte zu; dazu verwenden Sie das Untermenü Bearbeiten: Voreinstellungen mit den Befehlen Zusatzmodule & Virtueller Speicher (Seite 144) sowie Arbeitsspeicher & Bildcache (Seite 144).

Eine Troubleshooting-Tabelle mit speziellen Photoshop-, nicht System- Problemen nach dem Motto »Ich klicke und nichts passiert« finden Sie ab Seite 95.

Windows-Probleme

Die folgenden Probleme und Lösungen sind für Windows-Rechner typisch.

  • Will das Programm nicht starten, sollten Sie eventuell die Systemeinstellungen zurücksetzen. Benennen Sie die Dateien »Adobe Photoshop 6 Prefs.psp« und »Farbeinstellungen« um; unter Windows 98 lagern diese Dateien im Ordner »Windows\Anwendungsdaten\Adobe\Photoshop\6.0\Adobe Photoshop 6-Einstellungen«, Details zu anderen Windows-Varianten finden Sie in der Datei »Bitte lesen« im »Photoshop«-Verzeichnis. Dann starten Sie Photoshop neu. Dabei entstehen komplett neue Voreinstellungen.
  • Voreinstellungen, die Photoshop in der Windows-Registry macht, setzen Sie so zurück: Drücken Sie beim Starten des Programms Umschalt+Strg+Alt.
  • Systemdateien, die zum Teil Photoshop installiert - wie »Msvcrt20.dll« und »Msvcrt40.dll« - können bei Installation anderer Programme überschrieben werden. Installieren Sie Photoshop erneut.

Mac-Probleme

So beheben Sie übliche Probleme am Mac:

  • Kontextmenüs und Hilfen werden nur dann richtig angezeigt, wenn Sie die Systemerweiterung Kontextmenü Erweiterung aktiviert haben.
  • Voreinstellungen von Photoshop setzen Sie so zurück: Drücken Sie gleich nach Programmstart Befehlstaste+Alt+Umschalt.

1.3 Hardware

Photoshop verlangt Ihrer Hardware einiges ab. Bilder sind kein Text: Dieses Buch hat auf dem Computer 1,2 Mbyte Textdaten; der komplette Wortlaut passt auf eine Diskette und kann auch auf älteren Rechnern en bloc ohne Zeitlupeneffekt geladen werden. 1,2 Mbyte - doch ein druckreifes Farbbild, das mit dieser Datenmenge auskommen soll, misst bescheidene 4x4 Zentimeter. Und ein 10x15-Farbbild in 200 dpi umfasst schon 2,7 Mbyte. Viele Bilder in diesem Buch belegen einzeln mehr Speicherplatz als das komplette Manuskript. Um solche Datenmengen auf dem Rechner überhaupt öffnen und manipulieren zu können, reicht zumeist kein PC von der Stange.

1.3.1 Hardware-Voraussetzungen

Der Photoshop-Hersteller nennt detaillierte Voraussetzungen für die Hardware unter Windows und am Mac.

Laut Adobe brauchen Sie 200 Mbyte Festplattenplatz und 96 Mbyte Arbeitsspeicher; bei gleichzeitigem Betrieb von Photoshop wie ImageReady benötigen Sie 128 Mbyte Arbeitsspeicher. Für die Allein-Installation von Photoshop verlangt Adobe zumindest 64 Mbyte freien Arbeitsspeicher (96 Mbyte empfohlen) und 130 Mbyte Festplatte. Für die Betriebssysteme gilt im Einzelnen:

  • Windows: Laut Adobe brauchen Sie unter Windows mindestens einen Pentium-Prozessor sowie Windows 98/2000/ME oder NT 4.
  • Mac: Adobe verlangt einen PowerPC-Prozessor (oder besser) und Mac OS ab Version 8.5.

1.3.2 Weitere Hardware

Die Empfehlungen für die Rechnerausstattung reichen durchaus - für den Notbetrieb.

Arbeitsspeicher

Einige Photoshop-Funktionen beanspruchen die Hardware immens, zum Beispiel 16-Bit-Kanäle und die Speicherung von bis zu 99 Zwischenschritten per Protokollpalette. Generell gilt: Mehr Arbeitsspeicher bringt einen deutlicheren Gewinn als ein schnellerer Prozessor; dessen Megahertze versickern zum guten Teil im System.

Im Übrigen hängt der Hardware-Bedarf stark davon ab, welche Bildtypen Sie bearbeiten. Haben Sie mit Passfotos und Internet-Grafiken zu tun, reichen womöglich 128 Mbyte. Werkeln Sie dagegen stundenlang an komplexen Farbmontagen, die in A4 erscheinen sollen, dann empfehlen sich 256 Mbyte Arbeitsspeicher oder mehr. Bedenken Sie, dass ein A4-großes Bild in hoher Qualität durchaus 30 Mbyte beanspruchen kann; für Rücknahmeversionen, übereinander liegende Ebenen und sonstige Ansprüche verlangt Photoshop schnell mehr als 128 Mbyte Speicher. Prüfen Sie den Arbeitsspeicherbedarf mit der Systembeanspruchungsanzeige (siehe Seite 109).

Ein Mbyte Arbeitsspeicher kostete bei Manuskriptabgabe je nach Qualität drei bis fünf Mark. 128 Mbyte Arbeitsspeicher kosten also teils weniger als 400 Mark. Für Windows-Rechner gilt:

  • Beachten Sie die unterschiedlichen Qualitäten bei Speicherbänken.
  • Schaffen Sie Rechner an, deren Arbeitsspeicher sich noch erweitern lässt.
  • Prüfen Sie sehr genau, ob Ihre Hauptplatine tatsächlich Speicherbänke mit beliebigen Kapazitäten aufnimmt.

Weitere Geräte

Zu einer fortgeschrittenen Photoshop-Ausrüstung gehört ein Zwei-Monitor-System, das sich mit ein oder zwei Grafik-Platinen einrichten lässt. Wertvoll ist auch ein druckempfindliches Grafiktablett, sofern Sie häufig »künstlerisch« mit Photoshop malen wollen. Zum Anschluss professioneller Scanner oder Digitalkameras und unterschiedlichster externer Laufwerke sollten Windows-Rechner eine externe SCSI-Schnittstelle bieten.

1.3.3 Tipps: Arbeitsspeicher freihalten

Halten Sie den Arbeitsspeicherbedarf Ihres Gesamtsystems so klein wie möglich.

Naheliegende Maßnahmen

Folgende Maßnahmen liegen nah:

  • Sie schließen überflüssige Bilder und Programme.
  • Sie löschen nutzlose Ebenen, Ebenenmasken und Alphakanäle oder verschmelzen Ebenen.
  • Sie schneiden überschüssigen Rand weg.
  • Sie deinstallieren überflüssige Schriftarten und Farbprofile.

All das spart erheblich Arbeitsspeicher und macht Ihre Arbeit schneller. Aber Sie können noch mehr tun.

Zwischenablage löschen

Jedes Mal, wenn Sie durch Kopieren oder Ausschneiden einen größeren Bildteil in die Zwischenablage befördern, pflastern Sie damit Arbeitsspeicher zu. Das Gleiche gilt, wenn Sie markierte Bildteile als Muster oder Schnappschuss definiert haben - diese Zwischenbilder bleiben bis zum Programmende im Arbeitsspeicher verankert. Um Platz zu schaffen, nutzen Sie das Untermenü Bearbeiten: Entleeren. Alternativ markieren Sie einen sehr kleinen Bildteil oder ein Stück Text und kopieren das in die Zwischenablage.

Abbildung 1.6:  Das Untermenü »Entleeren« schafft Platz im Arbeitsspeicher.

Bildteile übertragen

Wollen Sie einen Bildausschnitt nicht gerade mehrfach übertragen, verzichten Sie ganz auf die Zwischenablage - ziehen Sie den markierten Bildteil, eine Ebene oder auch das komplette Bild einfach mit dem Verschieben-Werkzeug  in eine andere Datei; ein solcher Transfer strapaziert Ihre Zwischenablage gar nicht. Haben Sie keine Auswahl im Dateifenster, können Sie mit dem Verschieben-Werkzeug gleich das ganze Bild oder eine komplette aktivierte Ebene in eine neue Datei ziehen. Als Startrampe für die Kopie eignen sich auch Ebenenpalette und Kanälepalette - ziehen Sie den Ebenennamen oder den Kanalnamen in das gewünschte Bild, auch dieser Weg umgeht die Zwischenablage.

Bildteile bearbeiten

Bei großen Bildern auf kleinen Rechnern macht es Sinn, einen Bildteil herauszutrennen, speichersparend separat zu bearbeiten und später ins Gesamtwerk zurückzuversetzen.

Abbildung 1.7:  Stückwerk: Wer in einem großen Portrait nur die Zahnlücke retuschieren will, kann Arbeitsspeicher sparen, indem er den interessanten Bild teil herausnimmt und durch die Hintergrundfarbe ersetzt.

Abbildung 1.8:  Dann wird nur der Ausschnitt retuschiert. Schließlich kopiert man ihn in die Zwischenablage und fügt ihn wieder in die Rechteckauswahl des Gesamtbildes ein.

1.4 Die Programmoberfläche

Wie schon erwähnt: Zum Paket Photoshop 6 gehört nicht nur das gleichnamige Programm Photoshop, sondern auch das Programm ImageReady 3. ImageReady hat viele Funktionen mit Photoshop gemeinsam, bietet darüber hinaus aber exklusive Spezialitäten für Internet-Designer: Rollover-Effekte, Animationen und ImageMaps. Die Bedienung ähnelt weitestgehend Photoshop. Wir besprechen darum hier Photoshop; Besonderheiten bei ImageReady erfahren Sie natürlich sofort, ebenso wie Unterschiede zwischen Mac und Windows.

Abbildung 1.9:  Im Photoshop-Programmfenster sehen Sie alle geöffneten Bild dateien und Paletten. Oben unter der Menüleiste erscheinen die Optionen für das Werkzeug, das in der Werkzeugpalette aktiviert ist.

1.4.1 Das Photoshop-Programmfenster

Unter der Titelleiste (nur bei Windows) kommt die Menüleiste. Dort gibt es die üblichen Angebote wie Datei, Bearbeiten, Fenster oder Hilfe. Meist sehen Sie unter der Menüleiste die Optionen (Einstellmöglichkeiten) für das aktuelle Werkzeug. Dieses Werkzeug erscheint aktiviert in der Werkzeugleiste (siehe unten). Rechts in der Optionenleiste können Sie Paletten sammeln.

Dateifensterinhalt verschieben

Zeigt das Programm- oder Dateifenster nicht das ganze mögliche Bild, erscheinen rechts und unten Bildlaufleisten. Zeigen Sie mit der Maus auf den entsprechenden Bildlaufregler und ziehen Sie das Bild in die gewünschte Richtung, so dass Sie unsichtbare Bereiche hervorholen; etwas weniger komfortabel ist es, das Bild per Klick auf die entsprechenden Bildlaufpfeile zu bewegen. Damit gelingen aber eventuell feinere Schritte. Mit der Verschiebehand  aus der Werkzeugleiste bewegen Sie das Bild gleichzeitig horizontal und vertikal, also schräg, durchs Fenster - Sie sparen sich also das Zurren an gleich zwei Balken. Noch komfortabler arbeiten Sie bei Bildfenstern mit dem Navigator (siehe Seite 73).

Bilddatei-Titelleisten

Die Titelleisten der jeweils aktiven Datei- und Programmfenster sind hervorgehoben. Beachten Sie, dass Photoshop die Titelleisten der Dateien mit Informationen voll stopft. Sie erkennen dort nicht nur Farbmodus und Abbildungsmaßstab; die Schrift im Balken verrät auch, welche Ebene oder Ebenenmaske aktiv ist, präsentiert gegebenenfalls das Copyright-Zeichen des Digimarc-Filters und nennt die aktuelle Ansicht, wenn Sie ein RGB-Bild als CMYK-Farb-Proof darstellen (Seite 76).

In kleinen Zoomstufen zeigt die Titelleiste eventuell nicht den ganzen Sermon. Den entnehmen Sie unter Windows jedoch der Programm-Titelleiste ganz oben, wenn Sie das Bild durch Doppelklick auf die Datei-Titelleiste maximieren. Alternative: Halten Sie nur den Mauszeiger über die Titelleiste. Nun blendet Photoshop gelb unterlegt die vollständige Titelleisten-Information ein; dazu aktivieren Sie in den Voreinstellungen die Werkzeugtipps (Strg+K, am Mac Befehlstaste+K).

Abbildung 1.10:  Der Titelleiste entnehmen Sie, dass hier momentan die Maske der »Ebene 1« bearbeitet wird.

1.4.2 Kontextmenüs

Direkt über der Datei oder über einer Palette erscheinen Photoshops Kontextmenüs, die Sie mit der rechten Maustaste einblenden. Am Mac tut es ein Ctrl-Klick. Hier zeigt Photoshop zum Beispiel Befehle aus den jeweiligen Werkzeugoptionen, bei den Mal- oder Retuschegeräten bietet er eine Auswahl an Mischmodi und die Werkzeugspitzen-Optionen. Speziell die Ebenenpalette enthält unterschiedlichste Kontextmenüs. Bei aktivem Verschieben-Werkzeug  erscheint ein Auswahlmenü der Ebenen unter der Zeigerposition; dazu reicht es, wenn Sie mit der stets gültigen Strg-Taste vorübergehend zum Verschieben-Werkzeug  umschalten und dabei rechts klicken.

Sogar, wenn Sie die Titelleiste einer Bilddatei anklicken, zeigt Photoshop für Windows ein Kontextmenü, unter anderem mit den nützlichen Bild-Befehlen Bildgröße und Bild duplizieren; am Mac meldet ein Klick mit gedrückter Befehlstaste den Speicherort der Bilddatei.

1.4.3 Darstellung der Programmfläche

   

Drücken Sie ein- oder zweimal die Taste F (für Full screen), um die empfehlenswerten, sehr übersichtlichen Arten der Vollschirm-Darstellung auszuprobieren. Alternativ klicken Sie die entsprechenden Vollschirm-Symbole     ganz unten in der Werkzeugpalette an. Damit unterdrückt Photoshop die Anzeige anderer Programme sowie nicht-aktiver Dateien und rückt die aktive Datei zentral in die Mitte.

In der extremeren Variante mit schwarzem Programmhintergrund verschwindet sogar die Menüleiste, so dass Sie das Programm über Tastenkürzel bedienen müssen; Sie erhalten allerdings in diesem Modus alle Menüs auch über einen entsprechenden Knopf oben an der Werkzeugpalette.

Arbeitsfläche färben

Die Photoshop-Arbeitsfläche - also der graue Bereich um ein Bild herum - lässt sich nach Ihren Wünschen färben. Das funktioniert sowohl bei dem grauen Bereich eines zu groß aufgezogenen Bildfensters als auch bei der grauen Umgebung im Vollschirmmodus. Klicken Sie einfach mit dem Füllwerkzeug  bei gedrückter Umschalt-Taste in die Photoshop-Arbeitsfläche; so wird sie mit der aktuellen Vordergrundfarbe gefärbt. Dieser Vorgang lässt sich nicht widerrufen; bei einem unerwünschten Ergebnis müssen Sie also mit einer neuen Farbe füllen.

1.4.4 Die Paletten

Nach Geschmack blenden Sie die Paletten des Photoshop ein und aus. Diese Tafeln zeigen Näheres über Pfade, Kanäle oder Farbwerte. Um sie aufzurufen, wählen Sie die entsprechenden Befehle im Menü »Fenster« oder eine der voreingestellten Kurztasten (siehe unten). Die Paletten Zeichen und Absatz erreichen Sie auch über die Paletten-Schaltfläche in den Optionen zum Textwerkzeug  oder per Strg+T.

Paletten öffnen per Kurztaste

Photoshop und ImageReady bieten eine Reihe von Kurztasten-Befehlen, die Ihnen schnell zu wichtigen Paletten und anderen Funktionen verhelfen. Diese Befehle gelten so lange, wie Sie die Kurztasten nicht mit der Aktionenpalette anderweitig vergeben:

F1 Internet-Browser mit Hilfe-Text starten (auch bei geöffnetem Dialogfeld)
F2 Ausschneiden (nur Photoshop)
F3 Kopieren (nur Photoshop)
F4 Einfügen (nur Photoshop)
F6 Farbregler ein-/ausblenden
F7 Ebenen ein-/ausblenden
F8 Informationen ein-/ausblenden
F9 Aktionen ein-/ausblenden
F10 Optimieren-Palette ein-/ausblenden (nur ImageReady)
F11 Animation-Palette ein-/ausblenden (nur ImageReady)
F12 Zurück zur letzten Version
Umschalt+F5 Dialog Fläche füllen (nur Photoshop)
Umschalt+F6 Dialog Weiche Auswahlkante (nur Photoshop)
Umschalt+F7 Auswahl umkehren (nur Photoshop)

Paletten gruppieren

Photoshop fasst mehrere Paletten wie Karteikarten zu einer Gruppe zusammen; über Reiter klickt man die gewünschte Palette nach vorne. Die Palettengruppen lassen sich frei zusammenstellen: Klicken Sie mit der Maus auf das Namensschild einer Palette und ziehen Sie die Palette zu einer anderen Gruppe; sie werden wieder in einer Gruppe zusammengefasst. Oder Sie ziehen eine Palette aus einer Gruppe heraus und lassen sie über der Arbeitsfläche los - diese Palette steht dann als Einzelgängerin da. Bei komplexen Arbeiten braucht man oft viele Paletten gleichzeitig - man lässt sich jede Palette einzeln permanent anzeigen.

Palettenraum

Rechts neben den Werkzeugoptionen bietet Photoshop einen Palettenraum. Nicht benötigte Paletten können Sie an der Titelleiste hier hinein ziehen - allerdings geht das nur Palette für Palette, Palettengruppen lassen sich nicht en bloc verstauen. Klicken Sie auf den sichtbaren Namen im Palettenraum, um die Palette zu öffnen. Durch Ziehen entfernen Sie die Palette wieder aus dem Bereich, sie schwebt dann frei über der Programmfläche. Bei einer Programmbreite von weniger als 800 Monitor-Pixeln verschwindet der Palettenraum.

Eine Palette, die Sie aus dem Palettenraum heraus öffnen, wird nach dem nächsten Befehl wieder geschlossen. Benötigen Sie eine Palette öfter, sollten Sie diese aus dem Palettenraum herausziehen.

Paletten verkleinern und schließen

Die Paletten lassen sich auch »zusammenfalten«, so dass nur noch ihre Titelleiste auf dem Schirm erscheint; dazu klicken Sie auf die Symbol-/Vollbild-Schaltfläche  rechts oben in der Palettenleiste. Noch drastischer schrumpfen die Paletten, wenn Sie dorthin bei gedrückter Alt-Taste klicken und die Titelleiste oder den Palettennamen doppelt anklicken. In ImageReady lassen sich einige Paletten mit dem Optionen-Symbol  erweitern beziehungsweise kürzen. Alternativ verwenden Sie im Palettenmenü den Befehl Optionen. Mit der Schaltfläche  schließen Sie die Palette gänzlich. Alternativ drücken Sie die entsprechende Kurztaste (siehe oben).

Abbildung 1.11:  Ganz links: Mehrere Paletten wurden zu einer Gruppe zusammengefasst. Mitte: Durch Klick auf das Symbol zur Palettenverkleinerung oder auf den Balken über dem Palettennamen verkleinern Sie die Paletten. Rechts: Bei Photoshop können Sie die Paletten im Palettenraum der Werkzeugoptionen sammeln; klicken Sie dort neben dem Namen der aktivierten Palette auf das Dreieck, um das Palettenmenü zu erhalten. Mit der Tab-Taste oder mit Umschalt-Tab blenden Sie alle Paletten aus.

Paletten ausblenden

Das Programm wirkt noch aufgeräumter, wenn Sie mit der Tabulator-Taste sämtliche Paletten samt Werkzeugpalette und Optionsleiste auf einen Schlag verbannen. Umschalt+Tab lässt die Werkzeugpalette und die Optionsleiste oben. Holen Sie danach nur einzelne Paletten mit dem entsprechenden Fenster-Befehl oder per Kurztaste wieder an die Oberfläche. Damit kehren Sie die typische Unordnung der Photoshop-Oberfläche schnell unter den Teppich. Eine neuerliche Benutzung der Tabulator-Taste fördert die Paletten wieder zutage.

Allerdings: Der Tab-Griff funktioniert nicht, wenn Sie gerade in den Werkzeugoptionen Werte ändern. Denn dort können Sie per Tab von einem Eingabefeld zum nächsten springen, so dass die Taste ihre aufräumende Wirkung nicht mehr entfaltet. Klicken Sie in die Programmfläche oder auf ein Bild, um Photoshops Aufmerksamkeit von den Werkzeugoptionen abzulenken.

Beim nächsten Start zeigt Photoshop alle Paletten dort, wo sie sich zuletzt befanden. Es sei denn, Sie wählen in den Voreinstellungen die Option Palettenpositionen speichern ab.

Drücken Sie die Eingabe-Taste, um trotz verborgener Werkzeugleiste schnell an die Optionen zum aktuellen Werkzeug zu kommen.

»Palettenpositionen zurücksetzen«

Der Befehl Fenster: Palettenpositionen zurücksetzen räumt alle Paletten säuberlich an den Bildschirmrand. Aber Achtung: Dann sind alle individuellen Palettengruppen perdu - Photoshop zeigt die Paletten stumpf nach Werksvorgabe und nicht etwa die von Ihnen für nützlich befundene Zusammenstellung.

Wenn Sie die Paletten mit der Maus verschieben, werden Sie merken, dass sie leicht magnetisch am Rand der Programmfläche und an anderen Paletten andocken. Der Drang zum Rand des Programmfensters verstärkt sich dramatisch, wenn Sie die Palette mit gedrückter Umschalt-Taste anklicken - die Palette springt zur nächstgelegenen Photoshop-Kante, kann jedoch auch an eine andere Seite des Programms gezogen werden.

Gemeinsame Bedienung bei den Paletten

Zusätzliche Möglichkeiten bietet Photoshop in den Paletten für Kanäle, Ebenen, Pfade, Protokolle und Aktionen. Diverse Funktionen aus den Palettenmenüs erledigen Sie hier durch Klick auf ein Symbol. Auf Wunsch stellt Photoshop die Pfade, Kanäle oder Ebenen auch en miniature in der Palette dar - ob überhaupt und wie groß, das regeln Sie mit dem Befehl Paletten-Optionen im jeweiligen Palettenmenü. Wir stellen alle Paletten noch detailliert vor. Im Folgenden sehen Sie die wichtigsten gemeinsamen Funktionen:

Neues Objekt erstellen; Klicken mit Alt-Taste blendet Optionen ein (umgekehrt bei Aktionenpalette); vorhandenes Element auf Schaltfläche ziehen, um es zu duplizieren
Neues Set erstellen (Aktionen, Ebenen)
Markiertes Element löschen; Klicken mit Alt-Taste blendet Optionen ein (umgekehrt bei Aktionenpalette); Alternative: Element auf Schaltfläche ziehen
Objekt ein/-ausblenden; Alt-Klick: Objekt einblenden, alle anderen ausblenden bzw. alle Objekte wieder einblenden
Palettenmenü öffnen
Palette verkleinern
Palette schließen

1.4.5 »Vorgaben« und Bibliotheken

In verschiedenen Einblend-Paletten bieten Photoshop und ImageReady Verläufe, Farbfelder, Werkzeugspitzen, »Konturen«, Stile, Vektor-»Formen« oder »Muster« an - so genannte »Vorgaben«, gesammelt in »Bibliotheken«. Diese Übersichten lassen sich auf unterschiedliche Arten darstellen, die Verwaltung ist immer gleich.

Abbildung 1.12:  Oben: Hier sehen Sie die »Muster«-Palette in der Darstellungsform »Große Miniaturen und Liste«, also mit Bild miniatur und Bezeichnung. Im Palettenmenü richten Sie die Darstellungsform ein und laden andere »Bibliotheken«; die Bibliotheken aus dem Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben« erscheinen direkt im Menü. Unten: Die Formen-Palette erscheint hier mit der Darstellungsform Miniaturen, also ohne Bezeichnungen. Per Kontextmenü werden einzelne Palettenobjekte umbenannt oder gelöscht. Rechts unten: Doppelklick auf ein Objekt erlaubt die Änderung der Bezeichnung.

Darstellung von Vorgaben

Die gewünschte Anzeigeform legen Sie jeweils im Palettenmenü fest, das Sie wie üblich über die Schaltfläche  rechts oben in der Palette erreichen. Zu den zwei bis fünf Darstellungsmöglichkeiten zählen Nur Text, Miniaturen, Grosse Miniaturen, Kleine Miniaturen und Namen sowie Grosse Liste. Diese Funktionen für alle Vorgabe-Paletten bietet Ihnen auch der Befehl Bearbeiten: Vorgabe-Manager.

Sie können also Bezeichnung und/oder Miniaturdarstellung des Objekts in der Palette sichten. Der Name erscheint auch gelb unterlegt, wenn Sie den Mauszeiger über das jeweilige Objekt halten. Das Kontextmenü über einem Objekt bietet meist drei Befehle: Sie können ein neues Objekt erstellen - also etwa eine neue Werkzeugspitze, einen neuen Farbverlauf; dabei duplizieren Sie jeweils das zuvor aktive Objekt. Überdies lassen sich die Objekte umbenennen und löschen. Objekte kann man auch per Alt-Klick löschen, ein Doppelklick auf das Objekt erlaubt das Umbenennen.

Abbildung 1.13:  Beim Laden einer neuen Bibliothek mit »Vorgaben« können Sie die zuvor vorhandene Sammlung ersatzlos entfernen oder um die neue Kollektion erweitern.

Vorgaben laden

Per Palettenmenü laden Sie überdies noch andere Sammlungen von Mustern, Werkzeugspitzen oder Verläufen. Photoshop nennt direkt im Menü weitere »Vorgaben«, die Sie im passenden »Vorgaben«-Verzeichnis abgelegt haben. Neue Werkzeugspitzen speichert Photoshop etwa im Verzeichnis »Photoshop 6/Vorgaben/Werkzeugspitzen«, die Muster im Verzeichnis »Photoshop 6/Vorgaben/Muster« Alle Vorgabe-Dateien aus dem »Vorgaben«-Verzeichnis erscheinen auch im Palettenmenü. Wollen Sie »Vorgaben« aus anderen Verzeichnissen nutzen, so verwenden Sie die Schaltfläche Laden oder Werkzeugspitzen ersetzen aus dem Palettenmenü.

Öffnen Sie eine Bibliothek per Palettenmenü, entscheiden Sie im Dialogfeld zwischen zwei Möglichkeiten:

  • Sie ersetzen die noch vorhandene Bibliothek, indem Sie auf OK klicken - damit entfernen Sie die ursprünglich vorhandenen »Vorgaben«.
  • Sie können die neuen Vorgaben aber auch an die bereits vorhandenen anfügen - anschließend nutzen Sie beide Kollektionen.

Mit dem Befehl Werkzeugspitzen zurücksetzen aus dem Palettenmenü richten Sie wieder die Standardvorgabe des Photoshop-Herstellers ein und laden die ursprünglich vorhandenen Vorgaben. Auch hier können Sie die zuvor vorhandenen Vorgaben ersetzen oder ergänzen.

1.4.6 Werkzeugpalette und Werkzeugoptionen

Die Werkzeugpalette ist Photoshops Kontrollzentrum. Ein einfacher Klick auf ein Symbol und das Werkzeug ist aktiviert. Bewegen Sie jetzt den Mauszeiger ins aktive Bild, wird er sich zum Beispiel in ein Werkzeug-Symbol verwandeln; mit gedrückter Maustaste lassen Sie das Werkzeug wirken. In den Voreinstellungen lässt sich auch regeln, dass das Werkzeug als Fadenkreuz oder als Umriss in der gewählten Pinselgröße erscheint (siehe Seite 143).

Abbildung 1.14:  Die Werkzeugpalette gewährt Zugriff auf alle Auswahl- und Retusche-Funktionen mit Maussteuerung und organisiert die Monitor-Darstellung. Links sehen Sie die Leiste von Photoshop. Sie können die Werkzeuge auch über die Tastatur aktivieren; der entsprechende Buchstabe wird schon in der Einblenderklärung genannt. Rechts sehen Sie die geringfügig abweichende Werkzeugleiste von ImageReady. Wie auch bei Photoshop bieten einige Werkzeugfächer weitere Funktionen in Ausklappmenüs. Nur bei ImageReady können Sie überdies die Ausklappmenüs dauerhaft auf der Arbeitsfläche ablegen; dazu klicken Sie auf das Dreieck ganz unten im Menü.

Unterschiede zwischen Photoshop und ImageReady

Die Werkzeugleisten bei Photoshop und ImageReady unterscheiden sich geringfügig. Diese Schaltflächen finden Sie nur auf der Werkzeugleiste von Photoshop: Verlaufswerkzeug  , Protokollpinsel  , Kunstprotokollpinsel  , Zeichenstift-Werkzeuge, Messwerkzeug  , Hintergrund-Radiergummi  , Farbaufnehmer-Werkzeug  , Musterstempel  und den Wechsel zum Maskierungsmodus  .

Diese Schaltflächen erscheinen ausschließlich auf der Werkzeugleiste von ImageReady: Imagemap-Werkzeuge, Imagemaps einblenden/ausblenden  , die     und Slices einblenden/ausblenden  .

Abbildung 1.15:  Hier sehen Sie die Optionen zum Verlaufswerkzeug in Photoshop; sie docken an der Menüleiste oder am unteren Programmfensterrand an. Durch Ziehen ganz links lässt sich diese Leiste auch frei über der Arbeitsfläche verschieben. Um eine frei schwebende Optionenleiste wieder am Fensterrand zu verankern, schieben Sie diese an den Randbereich des Fensters. In ImageReady können Sie die Optionen nicht fest am Fensterrand verankern.

Werkzeugoptionen

Zu jedem Werkzeug gibt es Optionen und Einstellmöglichkeiten. Sie erscheinen in einer Querleiste, die zumeist am oberen Bildschirmrand andockt. Die Optionenleiste lässt sich aber auch ganz links mit der Maus anfassen und frei verschieben. Durch einen Klick auf die Fläche ganz links können Sie eine frei schwebende, nicht verankerte Leiste so zusammenklappen, dass nur noch das Werkzeugsymbol zu sehen ist. Wechseln Sie das Werkzeug, sehen Sie sofort die neuen Optionen.

Auch der Fenster-Befehl Werkzeugoptionen fördert das Reglerfeld zutage oder blendet es aus. Noch eine Möglichkeit: Sobald Sie das Werkzeug angeklickt haben, reicht das Drücken der Eingabe-Taste, um die Werkzeugoptionen herzuholen. Dies funktioniert auch, wenn Sie zuvor alle Paletten mit der Tab-Taste ausgeblendet hatten. Auch ein Doppelklick auf das Werkzeug öffnet die Optionenleiste.

Das Menü zu den Werkzeugoptionen erreichen Sie durch einen Klick auf das Werkzeug-Symbol links in der Optionenleiste. Das Menü setzt auf Wunsch die aktuellen oder sämtliche Werkzeugoptionen zurück auf die Vorgaben ab Werk. Alternativ verwenden Sie die Schaltfläche Alle Werkzeuge zurücksetzen aus den Voreinstellungen (Strg-K).

Photoshop sammelt in einem »Palettenraum« rechts neben den Werkzeugoptionen zudem Paletten wie Ebenenpalette oder Protokollpalette (vergleiche Seite 54).

Abbildung 1.16:  Diese Optionenleiste wurde aus ihrer Verankerung am oberen Programmfensterrand gerissen und lässt sich frei auf der Arbeitsfläche platzieren. Durch Klicken auf das dunkle Feld ganz links lässt sie sich zusammenklappen und öffnen. Ein Klick auf das Werkzeugsymbol blendet das Menü ein: Sie können die aktuellen oder alle Werkzeugeinstellungen auf die fabrikseitigen Werte zurücksetzen.

1.4.7 Bedienung per Tastatur statt per Maus

Schneller als per Mausklick aktivieren Sie ein Werkzeug, wenn Sie das zugehörige Tastaturkürzel eintippen - für Werkzeuge und andere Funktionen der Werkzeugleiste reicht grundsätzlich ein Buchstabe ohne jede Strg-, Alt- oder Umschalt-Taste davor.

Mit einem »C« (für Crop Tool) rufen Sie zum Beispiel das Freistellwerkzeug  auf. Wer die Maus mit der rechten Hand übers Pad navigiert, erreicht Kurztasten auf der linken Tastaturhälfte besonders schnell, so etwa auch das B für den Pinsel  , E für Radiergummi  oder W für den Zauberstab  .

Die Tastaturkürzel in Photoshop sind mnemonisch; der Buchstabe soll also mit dem Werkzeug so verbunden sein, dass man sich die Zuordnung leicht merken kann. Die Programmierer legten die englischen Begriffe zugrunde: Das Radiergummi-E steht für »Eraser«, das Freistell-C leitet sich von »Crop Tool« ab, das B für den Pinsel hängt mit »Brush« zusammen. Die Kürzel derjenigen Werkzeuge, die es nur in ImageReady allein gibt, lassen sich kaum noch Ursprungsbezeichnungen zuordnen. Im Service-Teil am Ende finden Sie Übersichten zu allen Werkzeugfunktionen (Seite 929) und eine alphabetische Liste aller Werkzeugkürzel (Seite 946).

Abbildung 1.17:  Häufig erreichen Sie mehrere Werkzeuge über ein gemeinsames Fach in der Werkzeug-Leiste. Alle Werkzeuge werden mit derselben Taste aufgerufen - Pipette, Farbaufnehmer-Werkzeug und Maßband zum Beispiel mit dem I. Um per Tastatur zwischen diesen Werkzeugen zu wechseln, drücken Sie in diesem Fall mehrfach Umschalt+I; wählen Sie mit dem Befehl »Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine« die Option »Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden« ab, wenn Sie durch ein erstes Eingeben des »I« die Pipette und durch weitere »I«-Eingaben ohne Zusatztaste die anderen Werkzeuge aus diesem Klappmenü aktivieren wollen.

Mehrfach belegte Werkzeugschaltflächen

Manche Werkzeugschaltflächen sind mehrfach belegt. Eine solche Mehrfachbenennung erkennen Sie an dem kleinen Dreieck rechts unten in der Schaltfläche. Auf einem Schalter fasst Photoshop jeweils Werkzeuge zusammen, die ähnliche Aufgaben haben. So liegen etwa einige Auswahlwerkzeuge übereinander: Auswahlrechteck  , Auswahlellipse  , Spaltenauswahl  und Zeilenauswahl   teilen sich einen Platz auf der Werkzeugleiste, ebenso Weichzeichner-Pinsel  , Scharfzeichner-Pinsel  und der Wischfinger  .

Um die Werkzeuge auf einer Schaltfläche zu erreichen, die aktuell nicht zu sehen sind, klicken Sie länger auf den Schalter; dann öffnet sich eine horizontale Werkzeugleiste, die weitere, verwandte Werkzeuge anbietet. Alternative: Klicken Sie den Schalter mehrfach bei gedrückter Alt-Taste an - so lange, bis das gewünschte Werkzeug auftaucht.

Sind die Werkzeuge über eine gemeinsame Kurztaste erreichbar, drücken Sie mehrfach den Buchstaben plus Umschalt-Taste, um zwischen diesen Geräten zu wechseln. Also drücken Sie zum Beispiel mehrfach Umschalt+L, um vom Lasso  zum Polygon-Lasso  und weiter zum magnetischen Lasso  zu wechseln. Sie können aber auch auf die Umschalt-Taste verzichten und mit der Buchstaben-Taste allein umschalten - deaktivieren Sie in den allgemeinen Voreinstellungen (Strg+K) die Option Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden (siehe auch Seite 139).

Vorübergehender Wechsel zu anderen Werkzeugen

Man kann teilweise auch vorübergehend zum benachbarten Werkzeug wechseln, wenn man während der Retusche die Alt-Taste drückt: Drücken Sie beispielsweise bei der Arbeit mit dem Abwedler  die Alt-Taste; damit wechseln Sie so lange zum Nachbelichter  , bis Sie die Alt-Taste wieder loslassen. Auch mit den Werkzeugen zum Weichzeichnen  und Scharfzeichnen  funktioniert dieses Hin und Her.

Einige Zusatztasten schalten vorübergehend zu anderen nützlichen Werkzeugen um; nach dem Loslassen der Taste zeigt Photoshop wieder das ursprüngliche Gerät. So gilt unter anderem:

  • Alle Malwerkzeuge wie der Pinsel  , die auf die Vordergrundfarbe zugreifen, schalten per Alt-Taste zur Pipette  um, mit der Sie die Vordergrundfarbe aufgreifen.
  • Fast alle Werkzeuge wechseln beim Druck der Strg-Taste freiwillig zum Verschieben-Werkzeug  . Nur die Geräte für Pfade, Vektorformen und Slices verhalten sich abweichend, sie wechseln bei gedrückter Strg-Taste zu ihrem speziellen Bewegen- oder Auswahlwerkzeug.
  • Mit der Leertaste springen Sie schnell mal zur Verschiebehand  ; nehmen Sie die Strg-Taste hinzu, um die Vergrößerungslupe zu erhalten  , während die zusätzliche Alt-Taste die Verkleinerungslupe  auf den Schirm bringt.

Haben Sie die Systembeanspruchungsanzeige in der Info-Leiste (siehe Seite 109) auf Aktuelles Werkzeug gestellt, erscheint das vorübergehend per Tastenkürzel aufgerufene Werkzeug nicht in der Leiste; Photoshop nennt dort penetrant das Werkzeug, das Sie dauerhaft durch Klick oder Kurztastenbefehl in der Werkzeugleiste aktiviert haben. Die längere Werkzeugerklärung nebenan in der Info-Leiste passt sich jedoch dem aktuellen Zustand an.

Tastaturkürzel für Menübefehle

Auch die sonstigen Tastaturkürzel für Menübefehle leiten sich von den englischen Originalkommandos ab. So ruft Strg+L die Tonwertkorrektur auf, die im Englischen »Levels« heißt, während Strg+I ein Bild ins Negativ umkehrt, auf Englisch »Invert«. Notgedrungen weichen manche Photoshop-Kürzel auf den zweiten, dritten oder vierten Buchstaben des englischen Befehls aus, etwa bei V für Move Tool, also das Verschieben-Werkzeug  . Andere Kürzel sind lautmalerisch gemeint: Das »I« für die Pipette spricht sich auf Englisch [Ai] - wie »Eyedropper«, die englische Bezeichnung dieses Werkzeugs; Ähnliches gilt für die Kurztaste »Strg+U«, die für englisch »Hue« steht.

In der Regel nennt dieses Buch das Wort, aus dem sich ein Tastaturkürzel ableitet; Sie können sich den Tastengriff so eventuell leichter merken. Denn man erreicht die Befehle schneller per Tastatur. Sinn machen die Tasten-Quickies überdies, wenn Sie zwecks Übersichtlichkeit die Menüleiste und vielleicht auch die Werkzeugleiste ausblenden (dies zum Beispiel auch per Kurztaste - mit dem F).

Um schnell alle Paletten samt Werkzeugleiste verschwinden zu lassen, drücken Sie die Tabulator-Taste; erneutes Betätigen dieser Taste lässt die Paletten wieder erscheinen.

Wenn Sie mit dem Mauszeiger kurz über einem Werkzeug verharren, blendet Photoshop den Werkzeugnamen samt Kurztaste ein. Geschieht dies bei Ihnen nicht, so veranlassen Sie ihn dazu mit der Option Werkzeug-Tips anzeigen in den Voreinstellungen (Strg+K). Das Systembeanspruchungsmenü in der Info-Leiste nennt auf Wunsch das aktive Werkzeug.

1.4.8 Tastaturkürzel allgemein

Photoshop und ImageReady lassen sich viel zügiger bedienen, wenn man die 50 wichtigsten Tastaturkürzel kennt und nicht unentwegt in Untermenüs blättert oder auf Schaltflächen klickt. Diese Tastaturkürzel tauchen darum im Buch wiederholt auf. Die Tastenbefehle verteilen die Programmierer mit System und sie werden in den einzelnen Kapiteln ausführlich besprochen. Es kann nicht schaden, sich diese Grundregeln einzuprägen:

Abziehen per Alt-Taste

Bei gedrückter Alt-Taste können Sie mit Auswahlwerkzeugen Auswahlen verkleinern. Dies gilt - in Kombination mit der Strg-Taste - zum Beispiel auch für den Klick auf Ebenen- oder Ebenenmasken-Miniatur.

Andererseits eignet sich die Alt-Taste zum Duplizieren - so etwa, wenn Sie mit Verschieben-Werkzeug und Alt-Taste an einer Auswahl ziehen, um diese zu duplizieren, oder wenn Sie im Filter Beleuchtungseffekte an einer Lichtquelle ziehen, um eine zweite Leuchte hervorzubringen.

Dialogfeld per Alt-Taste

Bei vielen Befehlen entscheiden Sie per Alt-Taste, ob Sie ein Dialogfeld einblenden wollen oder auf Rückfragen verzichten. Zwei Bespiele:

  • Normale Anwahl des Kommandos Bild: Duplizieren produziert zunächst ein Dialogfeld mit der Frage, welchen Namen das duplizierte Bild erhalten soll. Derselbe Befehl lässt sich auch mit Alt-Taste starten; Sie erhalten dann ohne weitere Rückfrage ein Duplikat mit dem Namenszusatz »Kopie«. Ebenso verschweigt die Aktionenpalette ausnahmsweise die Optionen, wenn Sie die Schaltfläche »Neues Element«  bei gedrückter Alt-Taste anklicken.
  • Umgekehrt ist es bei Ebenenpalette und Kanälepalette: Klicken Sie dort auf das Symbol »Neues Element erstellen«  , erzeugt Photoshop sofort ein neues Element. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste, präsentiert das Programm zunächst die Optionen.

Weitere Optionen mit der Alt-Taste

Die Alt-Taste verwandelt die Abbrechen-Schaltflächen vieler Photoshop-Dialoge in ein Zurück; sie ist in vielen Situationen gut für den Wechsel zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe oder, bei Malwerkzeugen, für den Wechsel zur Pipette  .

Mit der Alt-Taste können Sie in Aktionen- und Ebenenpalette ein einzelnes Element aktivieren und alle anderen ausblenden; ein neuerlicher Alt-Klick macht alle Elemente zugänglich.

Hinzufügen mit der Umschalt-Taste

Sie erweitern vorhandene Auswahlen, wenn Sie zu einem Werkzeug die Umschalt-Taste drücken (alternativ verwenden Sie die Schaltfläche Der Auswahl hinzufügen  in den Werkzeugoptionen). Klicken Sie mit Strg- und Umschalt-Taste auf die Miniaturen für Ebenen, Ebenenmasken, Alphakanäle oder Pfade - eine im Bild vorhandene Auswahl wird dann um die Auswahlinformation aus diesen Elementen erweitert.

Rechte Winkel mit der Umschalt-Taste

Überdies erzeugen Sie mit der Umschalt-Taste gerade Linien oder 45-Grad-Winkel, zum Beispiel mit Malwerkzeugen, Verlaufswerkzeug  , Messwerkzeug, beim Bewegen von Auswahl oder Ebene oder in einer Gradationskurve.

Verschieben mit den Pfeil-Tasten und Umschalt-Taste

Die Pfeil-Tasten verschieben Ebenen, Auswahlmarkierungen und Pfade in 1-Pixel-Schritten, sofern das Verschieben-Werkzeug aktiviert ist. Außerdem ändern sie Werte in Eingabefeldern.

Höhere Sprünge mit der Umschalt-Taste

Per Pfeil-Taste können Sie Werte in Eingabefeldern erhöhen oder absenken oder, bei aktiviertem Verschieben-Werkzeug, Ebenen verschieben. Nehmen Sie die Umschalt-Taste hinzu, um die Intervalle meist um das Zehnfache zu erhöhen.

Punkt und Komma

Mit Punkt- und Komma-Taste wechseln Sie zwischen den Werkzeugspitzen der aktuellen Bibliothek, ohne diese Spitzen erst anklicken zu müssen. In den Optionen zum magnetischen Lasso  und zum magnetischen Zeichenstift  verändern Sie den Wert für Kantenkontrast beziehungsweise Kontrast mit diesen Tasten. Die Rangfolge einer Ebene lässt sich durch Strg+Punkt-Taste beziehungsweise Strg+Komma-Taste verändern.

Bewegen mit der Strg-Taste

Mit der Strg-Taste (am Mac Befehls-Taste) schalten Sie vorübergehend zum Verschieben-Werkzeug  um (mit wenigen Ausnahmen bei Funktionen für Pfade, Slices und Vektorformen). Über Paletten erschließt oft erst die Strg-Taste in Verbindung mit weiteren Tasten Zusatzfunktionen.

Kontextmenüs mit der rechten Maustaste

Per Klick mit der rechten Maustaste erhalten Sie Kontextmenüs mit nützlichen Befehlen. Am Mac erreichen Sie Kontextmenüs durch Ctrl-Klick. Sogar über der Titelleiste einer Datei funktioniert das (nicht am Mac) und sehr vielseitig auch über den Paletten.

Bilddarstellung ändern mit der Leertaste

Mit der Leertaste und verschiedenen anderen Tasten wechseln Sie vorübergehend zu Hand , Vergrößerungslupe  und Verkleinerungslupe  . Auch bei Kreis- und Rechteckauswahl übernimmt die Leertaste Aufgaben.

1.4.9 Bei geöffnetem Dialogfeld

Im Gegensatz zur Konkurrenz bietet Photoshop immer noch Zugriff auf verschiedene Funktionen, während ein Dialogfeld geöffnet ist. Ein Beispiel: Sie haben eine Auswahl erzeugt und dann den Befehl Farbton/Sättigung gewählt; Sie können jetzt keineswegs nur in diesem Dialogfeld arbeiten, sondern genießen auch weiterhin Zugriff auf andere, praktische Photoshop-Funktionen:

  • So lässt sich das Fenster-Menü anklicken, um diverse Paletten anzeigen oder verschwinden zu lassen, zum Bleistift Navigator, Informationen oder Ebenen.
  • Im Ansicht-Menü nutzen Sie bei geöffnetem Dialogfeld immer noch Befehle wie Farb-Proof, Farbumfang-Warnung oder die verschiedenen Zoom-Funktionen wie Einzoomen, Tatsächliche Pixel oder Ausgabe-Größe.
  • Sehr wichtig sind auch der Befehl Ansicht: Extras ein-/ausblenden und das Untermenü Ansicht: Einblenden; mit diesen Funktionen verstecken Sie bei geöffnetem Dialog störende Auswahlmarkierungen oder Hilfslinien, ohne deren Wirkung aufzuheben (Details ab Seite 79).
  • Die Leertaste verhilft zur Verschiebehand  , mit der Sie Dateien in verkleinerten Bildfenstern unter dem Dialogfeld hin- und herbewegen.
  • Mit Strg+Leertaste erhalten Sie eine Vergrößerungslupe  , um Bildteile hinter dem Dialogfeld noch heranzuzoomen. Mit Alt+Leertaste zeigt Photoshop die Verkleine-rungslupe  , um größere Bereiche eines hochgezoomten Bildes anzeigen zu können.
  • Mit F1 oder Hilfe: Inhalt rufen Sie den Hilfe-Text auf, allerdings nicht den speziellen Abschnitt zum aktuellen Dialogfeld.
  • Mit Strg+0 zeigen Sie das Werk arbeitsflächefüllend, während Strg+Plus-Taste schrittweise vergrößert und Strg+Minus-Taste schrittweise zu einer kleineren Abbildung führt.
  • Außerdem lässt sich das Bild mit den Rollbalken im Fenster verschieben.

Bei einigen Tonwertbefehlen können Sie mit dem Mauszeiger ins Bild fahren, um dort mit der Pipette  Tonwerte aufzunehmen, zu messen oder den Tonwert als HTML-Code zu kopieren. Wir besprechen das detailliert in den Beschreibungen der jeweiligen Funktionen. Klicken Sie mit rechts (am Mac mit der Ctrl-Taste), um das entsprechende Kontextmenü zu erhalten. Sie können auch ein nicht-aktives Foto ausmessen; es lässt sich aber nicht bearbeiten. Dabei ändert Photoshop auch die Vordergrundfarbe auf den Wert, den Sie zuletzt in einem Bild angeklickt haben.

1.4.10 Schnelles Bedienen von Dialogfeldern

Auch für Photoshops Dialogfelder gibt es allgemeine Grundregeln und Tastenkürzel. Sie erlauben eine wesentlich schnellere Bedienung als mit der Maus. Unter anderem:

  • Mit der Tab-Taste springen Sie von einem Eingabefeld zum nächsten. Sie müssen den Eingabe-Cursor also nicht mit der Maus setzen. Mit Umschalt-Tab wechseln Sie wieder zu weiter oben liegenden Eingabefeldern.
  • Mit den vertikalen Pfeil-Tasten erhöhen oder senken Sie die Werte in den Eingabefeldern; Sie müssen also nicht die Schieberegler verwenden oder Zahlen eintippen. Umschalt+Pfeil-Taste sorgt für Zehnersprünge.
  • Bei gedrückter Alt-Taste zeigt die Abbrechen-Schaltfläche die Funktion Zurück; damit setzen Sie alle Werte auf den ursprünglichen Stand. Sie müssen also nicht erst die Funktion abbrechen und neu aufrufen.
  • Nennt das Dialogfeld eine Maßeinheit wie »px« für Pixel, können Sie hier sofort eine andere Einheit eintragen, zum Beispiel »cm«. Sie müssen das nicht erst in den Voreinstellungen angeben.

Außerdem gilt natürlich: Mit der Esc-Taste brechen Sie die Funktion ab, ohne das Bild bearbeitet zu haben. Mit der Eingabe-Taste wenden Sie die Veränderung endgültig an. Die Vorschau-Option legt fest, ob Photoshop die Veränderung schon bei geöffnetem Dialogfeld anzeigen soll. Optionen mit unterstrichenem Buchstaben schalten Sie ein oder aus, indem Sie diesen Buchstaben bei gedrückter Alt-Taste eintippen, zum Beispiel Alt+P für Proportionen erhalten im Bildgrösse-Dialogfeld. Selbst bei geöffnetem Dialogfeld haben Sie oft Zugriff auf Lupe  , Hand  und verschiedene Befehle aus den Menüs Fenster und Ansicht (siehe oben).

1.4.11 Vereinfachter Wechsel zwischen Programmen

Sie können mit einem aktiven Bild zwischen Photoshop und ImageReady hin- und herwechseln oder auch von ImageReady aus andere Programme starten.

Wechsel zwischen Photoshop und ImageReady

Ein Bild lässt sich ohne Weiteres gleichzeitig in Photoshop und ImageReady bearbeiten (sofern Sie beide Programme installiert haben). Sie müssen die Datei nicht erst im einen Programm schließen und im anderen wieder öffnen. Um die in Photoshop aktive Datei in ImageReady zu öffnen, klicken Sie in Photoshop auf die Schaltfläche Springen zu ImageReady . Alternativen: der Befehl Datei: Springen zu: ImageReady und die Tastenkombination Strg+Umschalt-M. Im nicht aktiven Programm erscheint die Datei abgedunkelt.

Wechseln Sie von ImageReady zurück zu Photoshop, indem Sie einfach Photoshop in den Vordergrund holen, erscheinen die Änderungen aus ImageReady automatisch in Photoshop - es sei denn, Sie wählen die Option Dateien automatisch aktualisieren in den Voreinstellungen (Strg+K) ausdrücklich ab. Ein Beispiel:

1. Sie öffnen eine Datei in Photoshop und bearbeiten sie.
2. Sie klicken auf die Schaltfläche Springen zu ImageReady  , um mit der Datei zu ImageReady zu wechseln.
3. Sie legen in ImageReady eine ImageMap an und korrigieren danach noch den Kontrast. Wenn Sie jetzt mit der ImageReady-Schaltfläche Springen zu Photoshop  zurück zu Photoshop springen, erscheint die Datei in Photoshop auf dem neuesten Stand. Aber Sie holen das Photoshop-Programm einfach durch einen Mausklick nach vorn. Auch jetzt erscheint die Datei kontrastkorrigiert auf dem neuesten Stand - sofern Sie die Option Dateien automatisch aktualisieren aus den Voreinstellungen nutzen.
4. Sie schließen Photoshop und ImageReady und verzichten darauf, die Datei zum Abschluss zu speichern. Damit sind alle Ihre Änderungen aus Photoshop und aus ImageReady verloren.

Haben Sie ein Bild in beiden Programmen und in einem Programm ein Dialogfeld geöffnet, das vor der Weiterarbeit erst geschlossen werden muss? In diesem Fall können Sie nicht einfach das andere Programm in den Vordergrund holen - Sie erhalten zum Beispiel die Bildschirmmeldung: Das Dokument kann zur Zeit ncht in Photoshop bearbeitet werden. Wechseln Sie zu ImageReady, und beenden Sie die Bearbeitung dort.

Wechsel zu anderen Programmen mit ImageReady

Mit dem Untermenü Datei: Springen zu können Sie aus ImageReady heraus auch zu anderen Programmen wechseln. Alle Grafik- und HTML-Programme des Photoshop-Herstellers Adobe werden diesem Untermenü bereits bei der Installation von ImageReady hinzugefügt. Beachten Sie dabei:

  • Wenn Sie zu einem Grafikprogramm wechseln, wird dort die Originaldatei geöffnet.
  • Wechseln Sie zu einem HTML-Programm für WWW-Design, erscheint dort die so genannte optimierte Datei. Dabei speichert ImageReady die optimierte Datei - Sie entscheiden, ob das Programm den vorhandenen oder einen neuen Dateinamen verwendet.

Neue Programme in das Untermenü »Springen zu« einfügen

So fügen Sie dem ImageReady-Untermenü Springen zu neue Programme hinzu:

1. Wechseln Sie in das Verzeichnis des gewünschten Programms.
2. Erzeugen Sie eine Verknüpfung der Programmdatei. In Windows klicken Sie dazu die Datei mit rechts an und verwenden den Kontextmenü-Befehl Verknüpfung erstellen.
3. Verschieben oder kopieren Sie die Verknüpfung in den Ordner »Helpers/Jump to Graphics Editor« oder »Helpers/Jump to HTML Editor« innerhalb Ihres Photoshop-Ordners.
4. Nach dem nächsten Programmstart steht das Programm im ImageReady-Untermenü zur Verfügung.

Unter Windows müssen Sie die Verknüpfungsdatei nicht in den anderen Ordner ziehen. Aktivieren Sie die Datei, kopieren Sie diese mit Strg+C in die Zwischenablage oder schneiden Sie die Datei mit Strg+X aus und fügen Sie die Verknüpfung mit Strg+V zum Beispiel im Verzeichnis »Helpers/Jump to HTML Editor« wieder ein.

1.4.12 Unterschiede in der Bedienung von Photoshop und ImageReady

Photoshop und ImageReady haben zahlreiche identische Funktionen. Dennoch muss man aufpassen: Es gibt nicht nur Werkzeuge, die lediglich in einem der Programme zu finden sind. Es gibt auch einige vergleichbare Funktionen mit unterschiedlicher Oberfläche und teilweise unterschiedlichen Ergebnissen. Wir stellen hier kurz die wichtigsten Unterschiede dar. Wie Sie die Funktionen in beiden Programmen jeweils bedienen, lesen Sie ausführlich in den betreffenden Kapiteln weiter hinten. In wichtigen Fällen weisen wir stets auf Unterschiede zwischen den Programmen hin.

Ebenen-Stile und -Optionen

Die Einstellungen für den Ebenen-Stil erscheinen bei Photoshop in einem Dialogfeld. Bevor Sie weiterarbeiten, müssen Sie dieses Dialogfeld erst wieder schließen. ImageReady zeigt die Einstellungen dagegen in einer dauerhaft sichtbaren Palette. Auch die Ebenenoptionen unterscheiden sich etwas.

Protokollpalette

Die Protokollpalette bei ImageReady bietet weniger Möglichkeiten als Photoshop - so fehlen »nicht-lineares Widerrufen« und Schnappschüsse. In den Voreinstellungen erlaubt ImageReady jedoch mehr Widerrufen-Schritte als Photoshop: 199 statt 99.

Fehlende Wahl der Maßeinheiten

Beim Befehl Bild: Bildgröße bietet ImageReady im Gegensatz zu Photoshop nicht die Möglichkeit, die Druckmaße zu ändern. Korrigierbar ist nur die Bildpunktzahl. (Das Programm ist ja ohnehin so aufs elektronische Publishing fixiert, dass es nicht mal einen Drucken-Befehl anbietet.) Die ImageReady-spezifische Option »Nicht vergrößern« des Bildgröße-Befehls verhindert, dass bei Stapelverarbeitung die Bildpunktzahl erhöht wird. Auch andere Befehle wie Arbeitsfläche oder Datei: Neu akzeptieren nur Pixelwerte, aber keine Millimeter- oder Prozentangaben.

1.4.13 Mac- und Windows-Version im Vergleich

Die Mac- und Windows-Versionen von Photoshop unterscheiden sich nur in wenigen Details. Insbesondere gleichen sich alle Tastaturkombinationen. Alt-Taste und Umschalt-Taste werden in beiden Betriebssystemen gleich genutzt. Einige Unterschiede:

  • Wo Sie unter Windows die Strg-Taste drücken, ist am Mac die Befehlstaste fällig.
  • Kontextmenüs und alles andere, das Sie unter Windows mit der rechten Maustaste erreichen, erledigen Sie am Mac durch einen Mausklick bei gedrückter Ctrl-Taste.
  • Was unter Windows auch mit der Entf-Taste verschwindet, wird am Mac nur mit der Rückschritt-Taste entsorgt.
  • Am Mac gibt es einige Kontextmenüs weniger, zum Beispiel über der Titelleiste eines Bildes.
  • Einige Elemente der Info-Leiste unter Windows - Zoomfaktor, Systembeanspruchung und Bildgröße - finden Sie am Mac im unteren Bilddatei-Rahmen; die Mac-Versionen zeigen nicht die Werkzeug-Tipps, die in der Windows-Version in der Info-Leiste erscheinen.
  • Am Mac fehlen die Fenster-Befehle Nebeneinander, Überlappend sowie Alle schließen.
  • Beim Speichern unter bietet nur die Mac-Version das Format Photoshop 2.0.
  • Nur unter Windows gibt es den Befehl Öffnen als.
  • Die Macintosh-Version hängt nicht automatisch die dreistellige Dateiendung wie ».tif« an einen Dateinamen; sie kann allerdings per Voreinstellungen dazu gebracht werden.
  • Bilder, die man am Mac auf den Schreibtisch zieht, werden zu einem so genannten Grafikclip. Unter Windows kann man sie höchstens in den Desktop »einfügen« (Strg+V) - als »Scrap«.
  • Natürlich unterscheiden sich betriebssystemnahe Funktionen wie die Öffnen- und Speichern-Dialoge sowie die Speicherzuteilung.

1.5 Darstellung von Bilddateien

Um schnell mit Photoshop und ImageReady zu arbeiten, sollten Sie die rasche Veränderung der Bilddarstellung beherrschen. Die meisten entsprechenden Befehle finden Sie im Menü Ansicht, schneller geht es jedoch mit Tastaturkürzeln. Zuvor müssen Sie sich darüber klar sein, was es mit Abbildungsmaßstäben wie »100%« auf sich hat. Wir besprechen hier Möglichkeiten, die es bei Photoshop und ImageReady gemeinsam gibt. Spezielle Funktionen zur Bilddarstellung für Internet-Gestalter finden Sie ab Seite Bild Bild 342.

Abbildung 1.18:  Ansichts-Sache: Die Darstellung einer Bild datei steuern Sie über das »Ansicht«-Menü.

1.5.1 Der Abbildungsmaßstab

Nennt Photoshop in der Titelleiste einen Abbildungsmaßstab von zum Beispiel »100%«, so hat dies nichts mit der späteren Druckgröße zu tun. Bei dieser Größenangabe orientiert sich Photoshop allein an den Bildpunkten, aus denen Ihr Werk besteht - nicht an Druckmaßen.

»100%« bedeutet: Jeder Bildpunkt erscheint exakt auf einem Monitorpunkt. Passt also Ihr Bild in der 100-Prozent-Ansicht gänzlich auf den Schirm, kann es nicht mehr als ungefähr 1280x1024 Bildpunkte haben, es sei denn, Sie arbeiten mit einer Monitorbreite von 1600, 1800 oder noch mehr Pixeln.

Nur wenn Sie zufällig in Monitorauflösung drucken - also zum Beispiel mit 72 oder 90 dpi -, erscheint das Bild am Schirm so groß wie später auf Papier. Meist werden Sie höherauflösend drucken, zum Beispiel mit 200 oder 300 Pixeln pro Zoll (dpi) - dann nimmt das Werk am Schirm viel mehr Fläche ein im späteren Druck.

Vor Fotomontagen sollten Sie alle Objekte in einer einheitlichen Zoomstufe betrachten - nur so beurteilen Sie, in welchen Größenverhältnissen die einzelnen Elemente nach dem Einfügen aufeinandertreffen werden. Natürlich haben Sie immer noch die Möglichkeit, einzelne Objekte später zu vergrößern oder zu verkleinern (wenn auch nicht ohne Qualitätseinbußen).

Der Abbildungsmaßstab »100%«

Dieses Wissen ist wichtig: Nur in der 100-Prozent-Darstellung sehen Sie die Originalpixel naturbelassen; so, wie sie in der Bilddatei tatsächlich vorliegen - und so, wie sie bei Online-Projekten etwa fürs Internet in aller Regel auf dem Schirm erscheinen. In allen anderen Darstellungsweisen rechnet das Programm die Originalpixel erst für die Wiedergabe am Schirm um - es muss zum Beispiel 1,38 oder 0,71 Bildpixel auf einem Monitorpixel anbieten, es reduziert oder vervielfacht also Teile der Information. Feine Details werden dabei verschluckt. Besonders ungenau gerät die Darstellung bei krummen Maßstäben wie 53,94 Prozent. Die 50-Prozent-Ansicht verzerrt weniger als die 67-Prozent-Ansicht. Photoshop bietet viele schnelle Wege zur 100-Prozent-Ansicht (siehe unten).

Insbesondere nach Interpolationen mit dem Befehl Bild: Bildgröße und nach dem Transformieren sollten Sie per Doppelklick auf die Lupe  in die Zoomstufe 100 Prozent wechseln (Strg+Alt+0). 100 Prozent ist die angesagte Zoomstufe auch nach allen Filtern, die das Bild auf kleinem Raum subtil verändern, zum Beispiel Scharfzeichnungs- oder Störungsfilter und alles, was eine Textur einwebt. Wichtig ist die 100-Prozent-Sichtweise überdies bei Scans von Textilien oder bei anderen Motiven mit feinen Gitterlinien: Hier kommt es unterhalb der 1:1-Darstellung leicht zu Moiré, einem unerwünschten Schiller-Effekt.

Im Modus Bitmap - wenn Ihr Bild bereits für den Druck gerastert ist und nurmehr aus schwarzen und weißen Punkten besteht - müssen Sie mit Zoomstufen experimentieren; mitunter wirkt alles außer der 100-Prozent-Anzeige miserabel. Auch Dateien im Modus Indizierte Farbe verlangen nach der 100-Prozent-Sichtweise, zumal wenn die Farben mit »Diffusion Dithering« gerastert wurden. Ebenso sollten Sie in den Vorschau-Fenstern von Filterdialogen oder GIF-Export auf 100-Prozent-Darstellung bestehen.

Sie können von einer herauf- oder heruntergezoomten Ansicht nicht darauf schließen, wie das Bild wirkt, wenn Sie es mit dem Befehl Bild: Bildgröße herauf- oder herunterrechnen (Details ab Seite 177). Bei diesem Befehl nimmt sich Photoshop viel mehr Zeit für genaueres Interpolieren.

Abbildung 1.19:  Klare Sichtweise: Nur im Abbildungsmaßstab 100 Prozent (links) lässt sich eine Bild datei exakt beurteilen. Andere Abbildungsmaßstäbe zeigen besonders Oberflächenstruktur und feine Muster verfälscht - hier Darstellungen bei 66,7 und 55 Prozent. Datei: Hochhaus

1.5.2 Lupe

Unabhängig von der Zentimeter- oder Pixelgröße, in der Sie Ihre Bilder gespeichert haben, lassen sich die Dateien in fast jeder beliebigen Größe anzeigen bis herauf zu 1600 Prozent und herunter einem Prozent bei ImageReady und wesentlich weniger bei Photoshop. Dazu klicken Sie einmal auf die Lupe  in der Werkzeugspalte (Kurztaste Z, für Zoom Tool). So vergrößern Sie den Abbildungsmaßstab:

  • Klicken Sie ins Bild. Photoshop stellt jetzt einen Bereich um die Lupenposition herum vergrößert dar; wollen Sie also Details links unten vergrößert sehen, klicken Sie auch gleich mit der Lupe links unten.
  • Ziehen Sie mit der Lupe einen Rahmen um den Bildteil herum, den Sie vergrößert sehen möchten. Um diesen Rahmen zu verschieben, erzeugen Sie zunächst einen Rahmen und drücken dann die Leertaste.

Den aktuellen Zoomfaktor nennt Photoshop in der Titelleiste des Bildes und in der Info-Leiste.