1 Oberfläche und Grundfunktionen

Dieses Kapitel schafft zunächst einen Überblick über die Programminstallation, dann nehmen wir die Oberfläche unter die Lupe. Sie erfahren Grundlegendes über Paletten, Werkzeugleiste, Lupe  und Navigator sowie über das Widerrufen und Aufzeichnen von Befehlen. In den Voreinstellungen regeln Sie, wie Photoshop aussieht und wie er sich in bestimmten Situationen verhält; starten Sie keine größere Aktion, bevor Sie nicht den entsprechenden Abschnitt weiter unten studiert haben. Und natürlich sollten Sie per Farbmanagement für exakte Tonwertdarstellung sorgen. In aller Regel orientieren wir uns dabei an Photoshop 6.0 und nicht an ImageReady.

1.1 Schneller Einstieg

Sie wollen gleich loslegen, unsere Ausführungen zu Installation und Betriebssystem interessieren Sie nicht? Aber beachten Sie wenigstens die folgenden kurzen Tipps. Sie erklären, wie Sie das Programm auf die Schnelle für entspanntes Photoshopping einrichten und ersparen Ihnen viel Ärger mit einem langsamen Rechner. Ausführliche Erklärungen finden Sie im Innern des Buchs.

Danach starten Sie das Programm neu - es kann losgehen.

1.2 Installation, Programmstart, Einrichtung des Systems

Der folgende Abschnitt richtet sich an Windows- und Mac-Nutzer gleichermaßen. Auf Besonderheiten der Betriebssysteme machen wir jeweils aufmerksam.

1.2.1 Installation

Die Installation des Programmpakets auf dem Rechner bereitet keine besondere Mühe. Für eine Vollinstallation mit den beiden Programmen Photoshop und ImageReady sollten Sie mindestens 150 MB Festplattenplatz bereithalten, der Hersteller empfiehlt 200 MB.

Es kann nützlich sein, gängige Internet-Browser noch vor der Installation von Photoshop und ImageReady auf dem endgültigen Platz auf Ihrer Festplatte zu installieren. Die Programme bieten dann an, aktuelle Dateien in diesen Browsern zur Vorschau darzustellen; installieren Sie die Internet-Betrachter erst nachträglich, ist ihre Verwendung mit Photoshop und ImageReady etwas umständlicher.

Installationsbeginn Windows

Sobald Sie die CD einlegen, sollte sich das Fenster Adobe Willkommen öffnen. Es erlaubt den Start der Programminstallation. Wenn sich das Start-Fenster nicht automatisch öffnet, haben Sie zwei Möglichkeiten:

Unabhängig von dem Laufwerk, auf dem Sie installieren, sollten Sie auch im Windows-Laufwerk (meist C) mindestens 16, besser jedoch 50 Mbyte Platz freihaben.

Installationsbeginn Mac

Sobald Sie die CD mit der Bezeichnung Adobe Photoshop 6.0 einlegen, sehen Sie das Symbol der Programm-CD auf dem Schreibtisch. So geht's weiter:

Seriennummer

Das Installationsprogramm fragt Sie nach der Seriennummer. Sie sollte auf der Registrierkarte oder auf der Innenseite der CD-Hülle zu finden sein. Sofern Sie eine vorhandene ältere Photoshop-Version auf Version 6.0 aktualisieren, verwenden Sie die Seriennummer der früheren Version. Besondere Bedingungen gelten für Besitzer der Photoshop-Version LE; Details zu Problemen mit der Seriennummer nennt die Textdatei »Installation bitte lesen« im »Photoshop«-Verzeichnis.

Zielordner

Wichtig ist auch der Bereich Zielordner. Als Verzeichnis für Ihren neuen Photoshop wird zunächst »C:\Programme\Adobe\Photoshop 6.0« vorgeschlagen. Das ist nicht unbedingt der beste Platz, denn auf dem Laufwerk C: befindet sich meist schon Windows und dort sollten stets mindestens mehrere Dutzend Megabyte frei sein. Klicken Sie also eventuell auf Durchsuchen (am Mac auf Ziel Volume) und geben Sie im Verzeichnisbaum ein anderes Verzeichnis an.

Abbildung 1.1:  Oben: die »einfache Installation« am Mac; sie installiert ohne weitere Wahlmöglichkeit eine sinnvolle Kombination von Programmen und Zusatzdateien. Unten: die »angepasste Installation« unter Windows. Hier schließen Sie Programmteile nach Wahl von der Übertragung auf Ihren Rechner aus.

Einige Voreinstellungsdateien speichert Photoshop jedoch außerhalb seines Programmverzeichnisses; Details nennt die Datei »Bitte lesen« aus dem Photoshop-Verzeichnis.

Automatische versus individuelle Installation

Im Folgenden haben Sie die Wahl, die vom Hersteller vorgesehenen Programmteile automatisch zu installieren oder selbst eine Auswahl zu treffen:

Nur Windows: Dateitypen registrieren

Das Installationsprogramm fragt ab, ob Sie bestimmte Dateitypen mit Photoshop oder ImageReady verknüpfen wollen. Das heißt: Doppelklick auf eine Datei dieses Typs - zum Beispiel auf eine TIFF-Datei - öffnet automatisch Photoshop mit dieser Datei. Die Herstellervorgabe ist vernünftig, außer hauseigenen Formaten werden kaum Dateitypen mit diesen Programmen verbunden. Möchten Sie jedoch zum Beispiel TIFF- oder JPEG-Dateien mit Photoshop oder ImageReady verbinden, klicken Sie in der entsprechenden Zeile in die Zelle PS oder IR.

Abbildung 1.2:  Nur Windows: Bei der Installation verknüpfen Sie Dateiformate mit Photoshop. Das Programm öffnet sich dann nach Doppelklick auf eine entsprechende Datei, zum Beispiel auf eine TIFF-Datei.

Diese Wahl legt Sie kaum fest: Sie können sämtliche Dateiformate auch weiterhin mit allen anderen geeigneten Programmen verwenden und je nach Gusto weisen Sie Photoshop - oder anderen Programmen - auch nachträglich Dateiformate zu (Seite 44). Auch wenn Sie in diesem Dialogfeld einen Dateityp nicht registrieren, können Sie alle hier genannten Dateitypen in Photoshop und ImageReady öffnen. Die Vorgaben, die Sie hier bei der Photoshop-Installation gemacht haben, lassen sich also jederzeit ändern.

Beim ersten Programmstart erhalten Sie einen Hinweis zum Farbmanagement. Sie müssen sich hier noch nicht in die Details begeben, ausführlich besprechen wir das Farbmanagement ab Seite 146. Beachten Sie auch unsere Kurzhinweise für den Schnelleinstieg ab Seite 39.

1.2.2 Windows: Photoshop vom Rechner entfernen

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Photoshop wieder vom Rechner zu entfernen:

In beiden Fällen verschwindet das komplette Programmpaket.

Am Mac ziehen Sie den Programmordner in den Papierkorb, fertig.

1.2.3 Photoshop starten

Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Photoshop zu starten. Dies ist der Standardweg:

Photoshop-Symbol auf dem Desktop

Es ist umständlich, Photoshop jedes Mal aus dem allerletzten Unterverzeichnis des Start-Menüs hervorzukramen. Schneller öffnet es sich über eine Photoshop-Verknüpfung auf dem Desktop, die Sie nur doppelt anklicken. Sie können auch Bilddateien auf dieses Symbol ziehen, um diese mit Photoshop zu öffnen.

Windows: Photoshop-Symbol im »Start«-Menü

Sie können Photoshop unter Windows auch ins Start-Verzeichnis an oberster Ebene legen, auf gleichem Level wie Programme, Einstellungen oder Dokumente. So geht's:

1. Öffnen Sie das Photoshop-Programmverzeichnis im Explorer oder einem anderen Programm zur Dateiverwaltung.
2. Öffnen Sie zudem das Start-Verzeichnis, indem Sie mit rechts auf die Start-Schaltfläche klicken und den Befehl Öffnen verwenden.
3. Nun ziehen Sie die Datei »Photoshp.exe« aus dem Photoshop-Ordner in den »Start«-Ordner. Dabei verschieben Sie die Datei nicht, es entsteht lediglich eine Verknüpfung mit dem Namen »Verknüpfung mit Photoshop.exe«.
4. Klicken Sie etwas länger auf diesen Namen, um eine neue Bezeichnung eintippen zu können, zum Beispiel »Photoshop 6«.

Photoshop erscheint nun in der ersten Ebene des Start-Menüs. Sofern es dort keine anderen Programme gibt, die mit dem Buchstaben P anfangen, tippen Sie nach Öffnen des Start-Menüs nur kurz das P an - Photoshop wird loslegen. Gibt es mehrere Objekte mit P, tippen Sie eventuell mehrfach das P, bis Photoshop aktiviert ist, dann drücken Sie die Eingabe-Taste.

Mac: Photoshop-Symbol im Apfel-Menü

Sie können die Alias-Datei mit der Verknüpfung zu Photoshop auch in das Apfel-Menü legen, wenn Sie Ihren Schreibtisch lieber aufgeräumt haben wollen. So geht's:

1. Öffnen Sie den Systemordner und ziehen Sie die Alias-Datei auf den Ordner »Apple-Menü«.
2. Nun finden Sie die Alias-Datei im Apfel-Menü. Photoshop lässt sich von dort aus starten.

Verschieben Sie den Photoshop-Ordner später in ein anderes Verzeichnis, müssen Sie der Alias-Datei den neuen Ort neu zuweisen. Dazu markieren Sie die Alias-Datei und rufen mit Ablage: Information das Informationsfenster auf. Über die Schaltfläche Original neu zuweisen geben Sie den neuen Pfad zum Programm an.

System und Photoshop gemeinsam starten

Sie können Photoshop in einem Zug mit dem gesamten Rechner starten. So geht's:

  • Windows: Öffnen Sie den Photoshop-Ordner sowie den Ordner »Autostart« innerhalb des Ordners »Start/Programme« (siehe oben). Ziehen Sie die Datei »Photoshp.exe« in den »Autostart«-Ordner, so dass dort eine Verknüpfung entsteht.
  • Mac: Legen Sie die Alias-Datei in den Ordner »Startobjekte«, der sich im Systemordner befindet.

1.2.4 Windows: Dateiformate nachträglich verknüpfen

Schneller startet der Photoshop, wenn Sie ihn mit bestimmten Dateiformaten verknüpfen (auch »Registrieren« genannt). Ein Beispiel: Sie klicken doppelt auf eine TIFF-Datei im Explorer, schon öffnet sich Photoshop mit dieser Datei. Bereits von Haus aus ist Photoshop mit seinen speziellen PSD-Dateien verbunden, bei der Installation können Sie das Programm mit weiteren Dateitypen verknüpfen (siehe oben). Alternativ verwenden Sie zum Verknüpfen den Windows-Weg. So geht's:

1. Klicken Sie eine Datei des gewünschten Formats im Explorer mit der rechten Maustaste bei gedrückter Umschalt-Taste an.
2. Damit öffnen Sie ein erweitertes Kontextmenü, in dem Sie den Befehl Öffnen mit anwählen.
3. Im Dialogfeld Öffnen mit klicken Sie das gewünschte Programm an, zum Beispiel Photoshop. Aktivieren Sie vor allem die Option Datei immer mit diesem Programm öffnen. Wenn das gewünschte Programm nicht unmittelbar aufgelistet sein sollte, suchen Sie die Programmdatei wie etwa »Photoshp.exe« nach einem Klick auf die Schaltfläche Andere im Verzeichnis des Programms, also zum Beispiel C:\Programme\Photoshop.

Abbildung 1.3:  Klicken Sie eine Bild datei bei gedrückter Umschalt-Taste mit der rechten Maustaste an, um den Befehl »Öffnen mit« zu erhalten. Nun können Sie Programme mit dem gewählten Dateiformat verknüpfen; ein Doppelklick auf eine Datei mit diesem Format startet das gewählte Programm.

4. Sobald Sie mit OK bestätigen, wird die markierte Datei mit diesem Programm geöffnet. Fortan wird ein Klick auf eine Datei dieses Formats immer das gewählte Programm starten.

1.2.5 Die Festplatte freiräumen

Wie der Photoshop auf Ihrem Rechner läuft, das hängt von Ihrer Hardware ab, aber auch davon, wie Sie den Rechner einrichten - hier lauern Fallen, die hochtrabende Pixelpläne scheitern lassen können. Festplatte brauchen Sie bis zur Oberkante Unterlippe. Nicht nur für die riesigen Dateien, die bei der digitalen Bildverarbeitung entstehen, sondern auch als Reserve-Arbeitsspeicher oder Virtueller Speicher - siehe unten.

Und da sollte unter Windows die Festplatte nicht fragmentiert sein - das heißt, Dateien sollten sich nicht in kleinen Krümeln über verschiedene Teile des Festspeichers verteilen und alle Dateien sollten schön nebeneinander auf der Festplatte liegen, so dass ein möglichst großer Festplattenbereich am Stück frei bleibt. Die Erfahrung zeigt, dass so genanntes Defragmentieren auf Photoshop-Maschinen am Mac wenig bringt, unter Windows schon mehr.

Windows: Temporärdateien

Diese Idealbedingungen haben Sie selten. Aber man kann sie vorübergehend herstellen. Fahnden Sie zunächst nach *.tmp-Dateien im Ordner TEMP im »Windows«-Verzeichnis, aber auch im »Arbeitsvolume« von Photoshop oder sonst wo auf der Platte und entfernen Sie diese Dateien. Dies sind Temporärdateien, die nach Abschluss einer Operation nicht mehr gebraucht werden und eigentlich gelöscht sein müssten, wenn alles richtig liefe; besonders nach Programmabstürzen bleiben solche »Temp-Dateien« jedoch zurück. Die entsprechenden Ruinen eines Photoshop-Crashs heißen gerne »~PSTnnnnn.tmp« und belegen zehn oder hundert Mbyte auf dem »Arbeitsvolume« (Details dazu ab Seite 144).

Mac: Temporärdateien

Am Macintosh legt Photoshop seine Temporärdateien nach Programmstart in einem unsichtbaren Ordner namens »Cleanup At Startup« ab. Wird Photoshop beendet, verschwinden automatisch auch die Temporärdateien. In seltenen Fällen, möglicherweise nach einem Programmabsturz, bleiben diese Temporärdateien auf der Festplatte erhalten. Weil sich nur sichtbare Objekte löschen lassen, müssen Sie den Ordner mit Hilfsprogrammen wie FileBuddy oder ResEdit sichtbar machen; die Dateien heißen zum Beispiel »Photoshop Tempnnnn« und werden in den Papierkorb gezogen.

Windows: Verlorene Zuordnungseinheiten

Dann spüren Sie verlorenen Zuordnungseinheiten (Lost Clusters) nach; diese kaputten Dateisplitter liegen nach einem Systemabsturz sinnlos auf der Festplatte und schlucken dort Platz, ohne etwas dafür zu leisten. Und kein Dateiverzeichnis kündet davon.

Starten Sie das Windows-Programm »Scandisk«, das die Festplatte nach Fehlern abgrast und dafür eventuell viele Minuten braucht. Es wird verlorene Datensplitter orten und nachfragen, ob daraus Dateien erstellt werden sollen. In der Regel haben Sie davon nichts.

Windows: Festplatte defragmentieren

Legen Sie alle verwendbaren Dateien zusammen in einen geschlossenen Festplattenbereich. Starten Sie das Microsoft-Programm »Defragmentierung«; Sie finden es vermutlich in der Abteilung »Systemprogramme«. Diese Aufgabe erledigen auch Programme von Drittanbietern, etwa aus der Programmsammlung »Norton Utilities«.

Defragmentieren am Mac bringt erfahrungsgemäß keinen großen Gewinn, Sie benötigen dafür auf jeden Fall ein Zusatzprogramm wie Norton Utilities.

1.2.6 Virtueller Speicher

Um den Rechner fit zu machen für datenschwere Pixeldateien, sorgen Sie vor allem für virtuellen Arbeitsspeicher - einen Platz auf der Festplatte, der Daten aufnimmt, die nicht mehr in den überlasteten Arbeitsspeicher passen. Dieser Reservebereich heißt auch »Auslagerungsspeicher« oder »Swap-File«.

Photoshop interessiert sich weniger für den virtuellen Speicher, den Sie dem Betriebssystem zugeteilt haben, sondern verwendet seine eigenen »Arbeitsvolumes« (siehe Seite 144). Aber auch Mac- oder Windows-Systemen sollten Sie genug virtuellen Speicher einräumen, damit die Benutzeroberfläche nicht zur Bremse für Photoshop wird - denn sie muss ihrerseits Photoshop auslagern können. Photoshop selbst sollten Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Zusatzmodule und Virtueller Speicher mindestens soviel Photoshop-eigenen Auslagerungsplatz (Arbeitsvolumes) zur Verfügung stellen, wie Sie dem Programm auch physikalischen Hauptspeicher (RAM) vorsetzen.

Windows: Virtuellen Speicher für Windows einrichten

Sie sollten Windows eine große Auslagerungsdatei geben. Optimal ist es, wenn Windows fest doppelt so viel virtuellen Speicher wie Arbeitsspeicher hat. Haben Sie zum Beispiel 128 Mbyte Arbeitsspeicher installiert, teilen Sie dem System 256 Mbyte Auslagerungsplatz zu.

In Windows 95, 98 und NT 4 erreichen Sie die Kontrolle für den Auslagerungsbereich, wenn Sie in der Start-Leiste auf Einstellungen klicken, dann in der Systemsteuerung das System wählen, dort die Registerkarte Leistungsmerkmale ziehen und den Schalter Virtueller Arbeitsspeicher anklicken. Dazu aktivieren Sie die Option Es gelten benutzerdefinierte Einstellungen für den virtuellen Speicher. In den Feldern Minimum und Maximum tragen Sie »256« ein. Diese starre Vorgabe verhindert, dass Windows permanent den Auslagerungsbedarf neu zusammenstellt.

Legen Sie das »Startvolume« (also Photoshops erstes Auslagerungslaufwerk) nicht mit dem Auslagerungsbereich von Windows auf eine Festplatte oder auf eine Partition.

Abbildung 1.4:  Mit den Systemeigenschaften sorgen Sie für Auslagerungsspeicher.

Mac: Virtueller Speicher

Auch am Macintosh muss man zwischen dem virtuellen Speicher des Betriebssystems und dem virtuellen Speicher von Photoshop unterscheiden. Grundsätzlich kann man den virtuellen Speicher des Mac-OS eingeschaltet lassen. Er wird im Speicher-Kontrollfeld eingerichtet.

Der virtuelle Speicher des Mac-OS auf der Festplatte ist ab Werk um ein Megabyte größer als der installierte Arbeitsspeicher und wird vom Betriebssystem automatisch eingerichtet. Nur Anwender, die mit freiem Festplattenplatz geizen müssen, sollten diesen Wert herabsetzen oder den virtuellen Speicher ausschalten.

Photoshop teilen Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Zusatzmodule & Virtueller Speicher mit, auf welchen Volumes der Photoshop-eigene virtuelle Arbeitsspeicher eingerichtet wird. Die Arbeitsvolumes sollten mehr freien Speicherplatz aufweisen, als Photoshop an echtem Arbeitsspeicher zugeteilt ist.

1.2.7 Systemfarben korrigieren

Sorgen Sie dafür, dass der Desktop Ihres Betriebssystems und eventuell weitere Programmelemente in neutralen, dezenten Farben erscheinen und nicht vom Bild ablenken.

Windows: Systemfarben

Die Titel- und Menüleisten in Windows prangen in poppigen Farben, die schnell nerven. Windows bietet zwar verschiedene Farbschemata an, doch besser legt man ein eigenes Schema an. Meist wählt man ein fertiges Farbschema, passt einzelne Elemente an und legt das Ergebnis unter einem neuen Namen ab. Klicken Sie mit rechts auf den Desktop-Hintergrund. Im Kontextmenü wählen Sie die Eigenschaften. Das führt Sie zum Dialogfeld Eigenschaften von Anzeige, bei dem Sie die Registerkarte Darstellung ziehen. Im Vorschaubereich klicken Sie einzelne Elemente an, die Sie ändern wollen, und vergeben im unteren Teil des Dialogfeldes einen neuen Namen.

Abbildung 1.5:  Windows: Richten Sie sinnvolle Farben für das Betriebssystem ein.

Mac: Systemfarben

Am Mac wählt man einen grauen Schreibtischhintergrund im Kontrollfeld Erscheinungsbild unter der Registerleiste Schreibtisch. Hier gibt es das neutrale Standard-Bildschirmmuster Grau. Eventuell vorher geladene Schreibtischbilder verbannen Sie zuvor mit dem Befehl Bild entfernen vom Schreibtisch.

1.2.8 Troubleshooting: System

Wenn Photoshop streikt, kann es auch an Problemen im Betriebssystem liegen:

  • Entfernen Sie neu installierte Programme und Zusatzmodule, nach deren Installation erstmals Probleme auftraten, und installieren Sie Photoshop eventuell neu.
  • Trennen Sie externe SCSI-Laufwerke vom System, überprüfen Sie Terminierung und Nummerierung.
  • Teilen Sie Photoshop mehr Arbeitsspeicher und freie Auslagerungsbereiche auf der Festplatte zu; dazu verwenden Sie das Untermenü Bearbeiten: Voreinstellungen mit den Befehlen Zusatzmodule & Virtueller Speicher (Seite 144) sowie Arbeitsspeicher & Bildcache (Seite 144).

Eine Troubleshooting-Tabelle mit speziellen Photoshop-, nicht System- Problemen nach dem Motto »Ich klicke und nichts passiert« finden Sie ab Seite 95.

Windows-Probleme

Die folgenden Probleme und Lösungen sind für Windows-Rechner typisch.

  • Will das Programm nicht starten, sollten Sie eventuell die Systemeinstellungen zurücksetzen. Benennen Sie die Dateien »Adobe Photoshop 6 Prefs.psp« und »Farbeinstellungen« um; unter Windows 98 lagern diese Dateien im Ordner »Windows\Anwendungsdaten\Adobe\Photoshop\6.0\Adobe Photoshop 6-Einstellungen«, Details zu anderen Windows-Varianten finden Sie in der Datei »Bitte lesen« im »Photoshop«-Verzeichnis. Dann starten Sie Photoshop neu. Dabei entstehen komplett neue Voreinstellungen.
  • Voreinstellungen, die Photoshop in der Windows-Registry macht, setzen Sie so zurück: Drücken Sie beim Starten des Programms Umschalt+Strg+Alt.
  • Systemdateien, die zum Teil Photoshop installiert - wie »Msvcrt20.dll« und »Msvcrt40.dll« - können bei Installation anderer Programme überschrieben werden. Installieren Sie Photoshop erneut.

Mac-Probleme

So beheben Sie übliche Probleme am Mac:

  • Kontextmenüs und Hilfen werden nur dann richtig angezeigt, wenn Sie die Systemerweiterung Kontextmenü Erweiterung aktiviert haben.
  • Voreinstellungen von Photoshop setzen Sie so zurück: Drücken Sie gleich nach Programmstart Befehlstaste+Alt+Umschalt.

1.3 Hardware

Photoshop verlangt Ihrer Hardware einiges ab. Bilder sind kein Text: Dieses Buch hat auf dem Computer 1,2 Mbyte Textdaten; der komplette Wortlaut passt auf eine Diskette und kann auch auf älteren Rechnern en bloc ohne Zeitlupeneffekt geladen werden. 1,2 Mbyte - doch ein druckreifes Farbbild, das mit dieser Datenmenge auskommen soll, misst bescheidene 4x4 Zentimeter. Und ein 10x15-Farbbild in 200 dpi umfasst schon 2,7 Mbyte. Viele Bilder in diesem Buch belegen einzeln mehr Speicherplatz als das komplette Manuskript. Um solche Datenmengen auf dem Rechner überhaupt öffnen und manipulieren zu können, reicht zumeist kein PC von der Stange.

1.3.1 Hardware-Voraussetzungen

Der Photoshop-Hersteller nennt detaillierte Voraussetzungen für die Hardware unter Windows und am Mac.

Laut Adobe brauchen Sie 200 Mbyte Festplattenplatz und 96 Mbyte Arbeitsspeicher; bei gleichzeitigem Betrieb von Photoshop wie ImageReady benötigen Sie 128 Mbyte Arbeitsspeicher. Für die Allein-Installation von Photoshop verlangt Adobe zumindest 64 Mbyte freien Arbeitsspeicher (96 Mbyte empfohlen) und 130 Mbyte Festplatte. Für die Betriebssysteme gilt im Einzelnen:

  • Windows: Laut Adobe brauchen Sie unter Windows mindestens einen Pentium-Prozessor sowie Windows 98/2000/ME oder NT 4.
  • Mac: Adobe verlangt einen PowerPC-Prozessor (oder besser) und Mac OS ab Version 8.5.

1.3.2 Weitere Hardware

Die Empfehlungen für die Rechnerausstattung reichen durchaus - für den Notbetrieb.

Arbeitsspeicher

Einige Photoshop-Funktionen beanspruchen die Hardware immens, zum Beispiel 16-Bit-Kanäle und die Speicherung von bis zu 99 Zwischenschritten per Protokollpalette. Generell gilt: Mehr Arbeitsspeicher bringt einen deutlicheren Gewinn als ein schnellerer Prozessor; dessen Megahertze versickern zum guten Teil im System.

Im Übrigen hängt der Hardware-Bedarf stark davon ab, welche Bildtypen Sie bearbeiten. Haben Sie mit Passfotos und Internet-Grafiken zu tun, reichen womöglich 128 Mbyte. Werkeln Sie dagegen stundenlang an komplexen Farbmontagen, die in A4 erscheinen sollen, dann empfehlen sich 256 Mbyte Arbeitsspeicher oder mehr. Bedenken Sie, dass ein A4-großes Bild in hoher Qualität durchaus 30 Mbyte beanspruchen kann; für Rücknahmeversionen, übereinander liegende Ebenen und sonstige Ansprüche verlangt Photoshop schnell mehr als 128 Mbyte Speicher. Prüfen Sie den Arbeitsspeicherbedarf mit der Systembeanspruchungsanzeige (siehe Seite 109).

Ein Mbyte Arbeitsspeicher kostete bei Manuskriptabgabe je nach Qualität drei bis fünf Mark. 128 Mbyte Arbeitsspeicher kosten also teils weniger als 400 Mark. Für Windows-Rechner gilt:

  • Beachten Sie die unterschiedlichen Qualitäten bei Speicherbänken.
  • Schaffen Sie Rechner an, deren Arbeitsspeicher sich noch erweitern lässt.
  • Prüfen Sie sehr genau, ob Ihre Hauptplatine tatsächlich Speicherbänke mit beliebigen Kapazitäten aufnimmt.

Weitere Geräte

Zu einer fortgeschrittenen Photoshop-Ausrüstung gehört ein Zwei-Monitor-System, das sich mit ein oder zwei Grafik-Platinen einrichten lässt. Wertvoll ist auch ein druckempfindliches Grafiktablett, sofern Sie häufig »künstlerisch« mit Photoshop malen wollen. Zum Anschluss professioneller Scanner oder Digitalkameras und unterschiedlichster externer Laufwerke sollten Windows-Rechner eine externe SCSI-Schnittstelle bieten.

1.3.3 Tipps: Arbeitsspeicher freihalten

Halten Sie den Arbeitsspeicherbedarf Ihres Gesamtsystems so klein wie möglich.

Naheliegende Maßnahmen

Folgende Maßnahmen liegen nah:

  • Sie schließen überflüssige Bilder und Programme.
  • Sie löschen nutzlose Ebenen, Ebenenmasken und Alphakanäle oder verschmelzen Ebenen.
  • Sie schneiden überschüssigen Rand weg.
  • Sie deinstallieren überflüssige Schriftarten und Farbprofile.

All das spart erheblich Arbeitsspeicher und macht Ihre Arbeit schneller. Aber Sie können noch mehr tun.

Zwischenablage löschen

Jedes Mal, wenn Sie durch Kopieren oder Ausschneiden einen größeren Bildteil in die Zwischenablage befördern, pflastern Sie damit Arbeitsspeicher zu. Das Gleiche gilt, wenn Sie markierte Bildteile als Muster oder Schnappschuss definiert haben - diese Zwischenbilder bleiben bis zum Programmende im Arbeitsspeicher verankert. Um Platz zu schaffen, nutzen Sie das Untermenü Bearbeiten: Entleeren. Alternativ markieren Sie einen sehr kleinen Bildteil oder ein Stück Text und kopieren das in die Zwischenablage.

Abbildung 1.6:  Das Untermenü »Entleeren« schafft Platz im Arbeitsspeicher.

Bildteile übertragen

Wollen Sie einen Bildausschnitt nicht gerade mehrfach übertragen, verzichten Sie ganz auf die Zwischenablage - ziehen Sie den markierten Bildteil, eine Ebene oder auch das komplette Bild einfach mit dem Verschieben-Werkzeug  in eine andere Datei; ein solcher Transfer strapaziert Ihre Zwischenablage gar nicht. Haben Sie keine Auswahl im Dateifenster, können Sie mit dem Verschieben-Werkzeug gleich das ganze Bild oder eine komplette aktivierte Ebene in eine neue Datei ziehen. Als Startrampe für die Kopie eignen sich auch Ebenenpalette und Kanälepalette - ziehen Sie den Ebenennamen oder den Kanalnamen in das gewünschte Bild, auch dieser Weg umgeht die Zwischenablage.

Bildteile bearbeiten

Bei großen Bildern auf kleinen Rechnern macht es Sinn, einen Bildteil herauszutrennen, speichersparend separat zu bearbeiten und später ins Gesamtwerk zurückzuversetzen.

Abbildung 1.7:  Stückwerk: Wer in einem großen Portrait nur die Zahnlücke retuschieren will, kann Arbeitsspeicher sparen, indem er den interessanten Bild teil herausnimmt und durch die Hintergrundfarbe ersetzt.

Abbildung 1.8:  Dann wird nur der Ausschnitt retuschiert. Schließlich kopiert man ihn in die Zwischenablage und fügt ihn wieder in die Rechteckauswahl des Gesamtbildes ein.

1.4 Die Programmoberfläche

Wie schon erwähnt: Zum Paket Photoshop 6 gehört nicht nur das gleichnamige Programm Photoshop, sondern auch das Programm ImageReady 3. ImageReady hat viele Funktionen mit Photoshop gemeinsam, bietet darüber hinaus aber exklusive Spezialitäten für Internet-Designer: Rollover-Effekte, Animationen und ImageMaps. Die Bedienung ähnelt weitestgehend Photoshop. Wir besprechen darum hier Photoshop; Besonderheiten bei ImageReady erfahren Sie natürlich sofort, ebenso wie Unterschiede zwischen Mac und Windows.

Abbildung 1.9:  Im Photoshop-Programmfenster sehen Sie alle geöffneten Bild dateien und Paletten. Oben unter der Menüleiste erscheinen die Optionen für das Werkzeug, das in der Werkzeugpalette aktiviert ist.

1.4.1 Das Photoshop-Programmfenster

Unter der Titelleiste (nur bei Windows) kommt die Menüleiste. Dort gibt es die üblichen Angebote wie Datei, Bearbeiten, Fenster oder Hilfe. Meist sehen Sie unter der Menüleiste die Optionen (Einstellmöglichkeiten) für das aktuelle Werkzeug. Dieses Werkzeug erscheint aktiviert in der Werkzeugleiste (siehe unten). Rechts in der Optionenleiste können Sie Paletten sammeln.

Dateifensterinhalt verschieben

Zeigt das Programm- oder Dateifenster nicht das ganze mögliche Bild, erscheinen rechts und unten Bildlaufleisten. Zeigen Sie mit der Maus auf den entsprechenden Bildlaufregler und ziehen Sie das Bild in die gewünschte Richtung, so dass Sie unsichtbare Bereiche hervorholen; etwas weniger komfortabel ist es, das Bild per Klick auf die entsprechenden Bildlaufpfeile zu bewegen. Damit gelingen aber eventuell feinere Schritte. Mit der Verschiebehand  aus der Werkzeugleiste bewegen Sie das Bild gleichzeitig horizontal und vertikal, also schräg, durchs Fenster - Sie sparen sich also das Zurren an gleich zwei Balken. Noch komfortabler arbeiten Sie bei Bildfenstern mit dem Navigator (siehe Seite 73).

Bilddatei-Titelleisten

Die Titelleisten der jeweils aktiven Datei- und Programmfenster sind hervorgehoben. Beachten Sie, dass Photoshop die Titelleisten der Dateien mit Informationen voll stopft. Sie erkennen dort nicht nur Farbmodus und Abbildungsmaßstab; die Schrift im Balken verrät auch, welche Ebene oder Ebenenmaske aktiv ist, präsentiert gegebenenfalls das Copyright-Zeichen des Digimarc-Filters und nennt die aktuelle Ansicht, wenn Sie ein RGB-Bild als CMYK-Farb-Proof darstellen (Seite 76).

In kleinen Zoomstufen zeigt die Titelleiste eventuell nicht den ganzen Sermon. Den entnehmen Sie unter Windows jedoch der Programm-Titelleiste ganz oben, wenn Sie das Bild durch Doppelklick auf die Datei-Titelleiste maximieren. Alternative: Halten Sie nur den Mauszeiger über die Titelleiste. Nun blendet Photoshop gelb unterlegt die vollständige Titelleisten-Information ein; dazu aktivieren Sie in den Voreinstellungen die Werkzeugtipps (Strg+K, am Mac Befehlstaste+K).

Abbildung 1.10:  Der Titelleiste entnehmen Sie, dass hier momentan die Maske der »Ebene 1« bearbeitet wird.

1.4.2 Kontextmenüs

Direkt über der Datei oder über einer Palette erscheinen Photoshops Kontextmenüs, die Sie mit der rechten Maustaste einblenden. Am Mac tut es ein Ctrl-Klick. Hier zeigt Photoshop zum Beispiel Befehle aus den jeweiligen Werkzeugoptionen, bei den Mal- oder Retuschegeräten bietet er eine Auswahl an Mischmodi und die Werkzeugspitzen-Optionen. Speziell die Ebenenpalette enthält unterschiedlichste Kontextmenüs. Bei aktivem Verschieben-Werkzeug  erscheint ein Auswahlmenü der Ebenen unter der Zeigerposition; dazu reicht es, wenn Sie mit der stets gültigen Strg-Taste vorübergehend zum Verschieben-Werkzeug  umschalten und dabei rechts klicken.

Sogar, wenn Sie die Titelleiste einer Bilddatei anklicken, zeigt Photoshop für Windows ein Kontextmenü, unter anderem mit den nützlichen Bild-Befehlen Bildgröße und Bild duplizieren; am Mac meldet ein Klick mit gedrückter Befehlstaste den Speicherort der Bilddatei.

1.4.3 Darstellung der Programmfläche

   

Drücken Sie ein- oder zweimal die Taste F (für Full screen), um die empfehlenswerten, sehr übersichtlichen Arten der Vollschirm-Darstellung auszuprobieren. Alternativ klicken Sie die entsprechenden Vollschirm-Symbole     ganz unten in der Werkzeugpalette an. Damit unterdrückt Photoshop die Anzeige anderer Programme sowie nicht-aktiver Dateien und rückt die aktive Datei zentral in die Mitte.

In der extremeren Variante mit schwarzem Programmhintergrund verschwindet sogar die Menüleiste, so dass Sie das Programm über Tastenkürzel bedienen müssen; Sie erhalten allerdings in diesem Modus alle Menüs auch über einen entsprechenden Knopf oben an der Werkzeugpalette.

Arbeitsfläche färben

Die Photoshop-Arbeitsfläche - also der graue Bereich um ein Bild herum - lässt sich nach Ihren Wünschen färben. Das funktioniert sowohl bei dem grauen Bereich eines zu groß aufgezogenen Bildfensters als auch bei der grauen Umgebung im Vollschirmmodus. Klicken Sie einfach mit dem Füllwerkzeug  bei gedrückter Umschalt-Taste in die Photoshop-Arbeitsfläche; so wird sie mit der aktuellen Vordergrundfarbe gefärbt. Dieser Vorgang lässt sich nicht widerrufen; bei einem unerwünschten Ergebnis müssen Sie also mit einer neuen Farbe füllen.

1.4.4 Die Paletten

Nach Geschmack blenden Sie die Paletten des Photoshop ein und aus. Diese Tafeln zeigen Näheres über Pfade, Kanäle oder Farbwerte. Um sie aufzurufen, wählen Sie die entsprechenden Befehle im Menü »Fenster« oder eine der voreingestellten Kurztasten (siehe unten). Die Paletten Zeichen und Absatz erreichen Sie auch über die Paletten-Schaltfläche in den Optionen zum Textwerkzeug  oder per Strg+T.

Paletten öffnen per Kurztaste

Photoshop und ImageReady bieten eine Reihe von Kurztasten-Befehlen, die Ihnen schnell zu wichtigen Paletten und anderen Funktionen verhelfen. Diese Befehle gelten so lange, wie Sie die Kurztasten nicht mit der Aktionenpalette anderweitig vergeben:

F1 Internet-Browser mit Hilfe-Text starten (auch bei geöffnetem Dialogfeld)
F2 Ausschneiden (nur Photoshop)
F3 Kopieren (nur Photoshop)
F4 Einfügen (nur Photoshop)
F6 Farbregler ein-/ausblenden
F7 Ebenen ein-/ausblenden
F8 Informationen ein-/ausblenden
F9 Aktionen ein-/ausblenden
F10 Optimieren-Palette ein-/ausblenden (nur ImageReady)
F11 Animation-Palette ein-/ausblenden (nur ImageReady)
F12 Zurück zur letzten Version
Umschalt+F5 Dialog Fläche füllen (nur Photoshop)
Umschalt+F6 Dialog Weiche Auswahlkante (nur Photoshop)
Umschalt+F7 Auswahl umkehren (nur Photoshop)

Paletten gruppieren

Photoshop fasst mehrere Paletten wie Karteikarten zu einer Gruppe zusammen; über Reiter klickt man die gewünschte Palette nach vorne. Die Palettengruppen lassen sich frei zusammenstellen: Klicken Sie mit der Maus auf das Namensschild einer Palette und ziehen Sie die Palette zu einer anderen Gruppe; sie werden wieder in einer Gruppe zusammengefasst. Oder Sie ziehen eine Palette aus einer Gruppe heraus und lassen sie über der Arbeitsfläche los - diese Palette steht dann als Einzelgängerin da. Bei komplexen Arbeiten braucht man oft viele Paletten gleichzeitig - man lässt sich jede Palette einzeln permanent anzeigen.

Palettenraum

Rechts neben den Werkzeugoptionen bietet Photoshop einen Palettenraum. Nicht benötigte Paletten können Sie an der Titelleiste hier hinein ziehen - allerdings geht das nur Palette für Palette, Palettengruppen lassen sich nicht en bloc verstauen. Klicken Sie auf den sichtbaren Namen im Palettenraum, um die Palette zu öffnen. Durch Ziehen entfernen Sie die Palette wieder aus dem Bereich, sie schwebt dann frei über der Programmfläche. Bei einer Programmbreite von weniger als 800 Monitor-Pixeln verschwindet der Palettenraum.

Eine Palette, die Sie aus dem Palettenraum heraus öffnen, wird nach dem nächsten Befehl wieder geschlossen. Benötigen Sie eine Palette öfter, sollten Sie diese aus dem Palettenraum herausziehen.

Paletten verkleinern und schließen

Die Paletten lassen sich auch »zusammenfalten«, so dass nur noch ihre Titelleiste auf dem Schirm erscheint; dazu klicken Sie auf die Symbol-/Vollbild-Schaltfläche  rechts oben in der Palettenleiste. Noch drastischer schrumpfen die Paletten, wenn Sie dorthin bei gedrückter Alt-Taste klicken und die Titelleiste oder den Palettennamen doppelt anklicken. In ImageReady lassen sich einige Paletten mit dem Optionen-Symbol  erweitern beziehungsweise kürzen. Alternativ verwenden Sie im Palettenmenü den Befehl Optionen. Mit der Schaltfläche  schließen Sie die Palette gänzlich. Alternativ drücken Sie die entsprechende Kurztaste (siehe oben).

Abbildung 1.11:  Ganz links: Mehrere Paletten wurden zu einer Gruppe zusammengefasst. Mitte: Durch Klick auf das Symbol zur Palettenverkleinerung oder auf den Balken über dem Palettennamen verkleinern Sie die Paletten. Rechts: Bei Photoshop können Sie die Paletten im Palettenraum der Werkzeugoptionen sammeln; klicken Sie dort neben dem Namen der aktivierten Palette auf das Dreieck, um das Palettenmenü zu erhalten. Mit der Tab-Taste oder mit Umschalt-Tab blenden Sie alle Paletten aus.

Paletten ausblenden

Das Programm wirkt noch aufgeräumter, wenn Sie mit der Tabulator-Taste sämtliche Paletten samt Werkzeugpalette und Optionsleiste auf einen Schlag verbannen. Umschalt+Tab lässt die Werkzeugpalette und die Optionsleiste oben. Holen Sie danach nur einzelne Paletten mit dem entsprechenden Fenster-Befehl oder per Kurztaste wieder an die Oberfläche. Damit kehren Sie die typische Unordnung der Photoshop-Oberfläche schnell unter den Teppich. Eine neuerliche Benutzung der Tabulator-Taste fördert die Paletten wieder zutage.

Allerdings: Der Tab-Griff funktioniert nicht, wenn Sie gerade in den Werkzeugoptionen Werte ändern. Denn dort können Sie per Tab von einem Eingabefeld zum nächsten springen, so dass die Taste ihre aufräumende Wirkung nicht mehr entfaltet. Klicken Sie in die Programmfläche oder auf ein Bild, um Photoshops Aufmerksamkeit von den Werkzeugoptionen abzulenken.

Beim nächsten Start zeigt Photoshop alle Paletten dort, wo sie sich zuletzt befanden. Es sei denn, Sie wählen in den Voreinstellungen die Option Palettenpositionen speichern ab.

Drücken Sie die Eingabe-Taste, um trotz verborgener Werkzeugleiste schnell an die Optionen zum aktuellen Werkzeug zu kommen.

»Palettenpositionen zurücksetzen«

Der Befehl Fenster: Palettenpositionen zurücksetzen räumt alle Paletten säuberlich an den Bildschirmrand. Aber Achtung: Dann sind alle individuellen Palettengruppen perdu - Photoshop zeigt die Paletten stumpf nach Werksvorgabe und nicht etwa die von Ihnen für nützlich befundene Zusammenstellung.

Wenn Sie die Paletten mit der Maus verschieben, werden Sie merken, dass sie leicht magnetisch am Rand der Programmfläche und an anderen Paletten andocken. Der Drang zum Rand des Programmfensters verstärkt sich dramatisch, wenn Sie die Palette mit gedrückter Umschalt-Taste anklicken - die Palette springt zur nächstgelegenen Photoshop-Kante, kann jedoch auch an eine andere Seite des Programms gezogen werden.

Gemeinsame Bedienung bei den Paletten

Zusätzliche Möglichkeiten bietet Photoshop in den Paletten für Kanäle, Ebenen, Pfade, Protokolle und Aktionen. Diverse Funktionen aus den Palettenmenüs erledigen Sie hier durch Klick auf ein Symbol. Auf Wunsch stellt Photoshop die Pfade, Kanäle oder Ebenen auch en miniature in der Palette dar - ob überhaupt und wie groß, das regeln Sie mit dem Befehl Paletten-Optionen im jeweiligen Palettenmenü. Wir stellen alle Paletten noch detailliert vor. Im Folgenden sehen Sie die wichtigsten gemeinsamen Funktionen:

Neues Objekt erstellen; Klicken mit Alt-Taste blendet Optionen ein (umgekehrt bei Aktionenpalette); vorhandenes Element auf Schaltfläche ziehen, um es zu duplizieren
Neues Set erstellen (Aktionen, Ebenen)
Markiertes Element löschen; Klicken mit Alt-Taste blendet Optionen ein (umgekehrt bei Aktionenpalette); Alternative: Element auf Schaltfläche ziehen
Objekt ein/-ausblenden; Alt-Klick: Objekt einblenden, alle anderen ausblenden bzw. alle Objekte wieder einblenden
Palettenmenü öffnen
Palette verkleinern
Palette schließen

1.4.5 »Vorgaben« und Bibliotheken

In verschiedenen Einblend-Paletten bieten Photoshop und ImageReady Verläufe, Farbfelder, Werkzeugspitzen, »Konturen«, Stile, Vektor-»Formen« oder »Muster« an - so genannte »Vorgaben«, gesammelt in »Bibliotheken«. Diese Übersichten lassen sich auf unterschiedliche Arten darstellen, die Verwaltung ist immer gleich.

Abbildung 1.12:  Oben: Hier sehen Sie die »Muster«-Palette in der Darstellungsform »Große Miniaturen und Liste«, also mit Bild miniatur und Bezeichnung. Im Palettenmenü richten Sie die Darstellungsform ein und laden andere »Bibliotheken«; die Bibliotheken aus dem Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben« erscheinen direkt im Menü. Unten: Die Formen-Palette erscheint hier mit der Darstellungsform Miniaturen, also ohne Bezeichnungen. Per Kontextmenü werden einzelne Palettenobjekte umbenannt oder gelöscht. Rechts unten: Doppelklick auf ein Objekt erlaubt die Änderung der Bezeichnung.

Darstellung von Vorgaben

Die gewünschte Anzeigeform legen Sie jeweils im Palettenmenü fest, das Sie wie üblich über die Schaltfläche  rechts oben in der Palette erreichen. Zu den zwei bis fünf Darstellungsmöglichkeiten zählen Nur Text, Miniaturen, Grosse Miniaturen, Kleine Miniaturen und Namen sowie Grosse Liste. Diese Funktionen für alle Vorgabe-Paletten bietet Ihnen auch der Befehl Bearbeiten: Vorgabe-Manager.

Sie können also Bezeichnung und/oder Miniaturdarstellung des Objekts in der Palette sichten. Der Name erscheint auch gelb unterlegt, wenn Sie den Mauszeiger über das jeweilige Objekt halten. Das Kontextmenü über einem Objekt bietet meist drei Befehle: Sie können ein neues Objekt erstellen - also etwa eine neue Werkzeugspitze, einen neuen Farbverlauf; dabei duplizieren Sie jeweils das zuvor aktive Objekt. Überdies lassen sich die Objekte umbenennen und löschen. Objekte kann man auch per Alt-Klick löschen, ein Doppelklick auf das Objekt erlaubt das Umbenennen.

Abbildung 1.13:  Beim Laden einer neuen Bibliothek mit »Vorgaben« können Sie die zuvor vorhandene Sammlung ersatzlos entfernen oder um die neue Kollektion erweitern.

Vorgaben laden

Per Palettenmenü laden Sie überdies noch andere Sammlungen von Mustern, Werkzeugspitzen oder Verläufen. Photoshop nennt direkt im Menü weitere »Vorgaben«, die Sie im passenden »Vorgaben«-Verzeichnis abgelegt haben. Neue Werkzeugspitzen speichert Photoshop etwa im Verzeichnis »Photoshop 6/Vorgaben/Werkzeugspitzen«, die Muster im Verzeichnis »Photoshop 6/Vorgaben/Muster« Alle Vorgabe-Dateien aus dem »Vorgaben«-Verzeichnis erscheinen auch im Palettenmenü. Wollen Sie »Vorgaben« aus anderen Verzeichnissen nutzen, so verwenden Sie die Schaltfläche Laden oder Werkzeugspitzen ersetzen aus dem Palettenmenü.

Öffnen Sie eine Bibliothek per Palettenmenü, entscheiden Sie im Dialogfeld zwischen zwei Möglichkeiten:

  • Sie ersetzen die noch vorhandene Bibliothek, indem Sie auf OK klicken - damit entfernen Sie die ursprünglich vorhandenen »Vorgaben«.
  • Sie können die neuen Vorgaben aber auch an die bereits vorhandenen anfügen - anschließend nutzen Sie beide Kollektionen.

Mit dem Befehl Werkzeugspitzen zurücksetzen aus dem Palettenmenü richten Sie wieder die Standardvorgabe des Photoshop-Herstellers ein und laden die ursprünglich vorhandenen Vorgaben. Auch hier können Sie die zuvor vorhandenen Vorgaben ersetzen oder ergänzen.

1.4.6 Werkzeugpalette und Werkzeugoptionen

Die Werkzeugpalette ist Photoshops Kontrollzentrum. Ein einfacher Klick auf ein Symbol und das Werkzeug ist aktiviert. Bewegen Sie jetzt den Mauszeiger ins aktive Bild, wird er sich zum Beispiel in ein Werkzeug-Symbol verwandeln; mit gedrückter Maustaste lassen Sie das Werkzeug wirken. In den Voreinstellungen lässt sich auch regeln, dass das Werkzeug als Fadenkreuz oder als Umriss in der gewählten Pinselgröße erscheint (siehe Seite 143).

Abbildung 1.14:  Die Werkzeugpalette gewährt Zugriff auf alle Auswahl- und Retusche-Funktionen mit Maussteuerung und organisiert die Monitor-Darstellung. Links sehen Sie die Leiste von Photoshop. Sie können die Werkzeuge auch über die Tastatur aktivieren; der entsprechende Buchstabe wird schon in der Einblenderklärung genannt. Rechts sehen Sie die geringfügig abweichende Werkzeugleiste von ImageReady. Wie auch bei Photoshop bieten einige Werkzeugfächer weitere Funktionen in Ausklappmenüs. Nur bei ImageReady können Sie überdies die Ausklappmenüs dauerhaft auf der Arbeitsfläche ablegen; dazu klicken Sie auf das Dreieck ganz unten im Menü.

Unterschiede zwischen Photoshop und ImageReady

Die Werkzeugleisten bei Photoshop und ImageReady unterscheiden sich geringfügig. Diese Schaltflächen finden Sie nur auf der Werkzeugleiste von Photoshop: Verlaufswerkzeug  , Protokollpinsel  , Kunstprotokollpinsel  , Zeichenstift-Werkzeuge, Messwerkzeug  , Hintergrund-Radiergummi  , Farbaufnehmer-Werkzeug  , Musterstempel  und den Wechsel zum Maskierungsmodus  .

Diese Schaltflächen erscheinen ausschließlich auf der Werkzeugleiste von ImageReady: Imagemap-Werkzeuge, Imagemaps einblenden/ausblenden  , die     und Slices einblenden/ausblenden  .

Abbildung 1.15:  Hier sehen Sie die Optionen zum Verlaufswerkzeug in Photoshop; sie docken an der Menüleiste oder am unteren Programmfensterrand an. Durch Ziehen ganz links lässt sich diese Leiste auch frei über der Arbeitsfläche verschieben. Um eine frei schwebende Optionenleiste wieder am Fensterrand zu verankern, schieben Sie diese an den Randbereich des Fensters. In ImageReady können Sie die Optionen nicht fest am Fensterrand verankern.

Werkzeugoptionen

Zu jedem Werkzeug gibt es Optionen und Einstellmöglichkeiten. Sie erscheinen in einer Querleiste, die zumeist am oberen Bildschirmrand andockt. Die Optionenleiste lässt sich aber auch ganz links mit der Maus anfassen und frei verschieben. Durch einen Klick auf die Fläche ganz links können Sie eine frei schwebende, nicht verankerte Leiste so zusammenklappen, dass nur noch das Werkzeugsymbol zu sehen ist. Wechseln Sie das Werkzeug, sehen Sie sofort die neuen Optionen.

Auch der Fenster-Befehl Werkzeugoptionen fördert das Reglerfeld zutage oder blendet es aus. Noch eine Möglichkeit: Sobald Sie das Werkzeug angeklickt haben, reicht das Drücken der Eingabe-Taste, um die Werkzeugoptionen herzuholen. Dies funktioniert auch, wenn Sie zuvor alle Paletten mit der Tab-Taste ausgeblendet hatten. Auch ein Doppelklick auf das Werkzeug öffnet die Optionenleiste.

Das Menü zu den Werkzeugoptionen erreichen Sie durch einen Klick auf das Werkzeug-Symbol links in der Optionenleiste. Das Menü setzt auf Wunsch die aktuellen oder sämtliche Werkzeugoptionen zurück auf die Vorgaben ab Werk. Alternativ verwenden Sie die Schaltfläche Alle Werkzeuge zurücksetzen aus den Voreinstellungen (Strg-K).

Photoshop sammelt in einem »Palettenraum« rechts neben den Werkzeugoptionen zudem Paletten wie Ebenenpalette oder Protokollpalette (vergleiche Seite 54).

Abbildung 1.16:  Diese Optionenleiste wurde aus ihrer Verankerung am oberen Programmfensterrand gerissen und lässt sich frei auf der Arbeitsfläche platzieren. Durch Klicken auf das dunkle Feld ganz links lässt sie sich zusammenklappen und öffnen. Ein Klick auf das Werkzeugsymbol blendet das Menü ein: Sie können die aktuellen oder alle Werkzeugeinstellungen auf die fabrikseitigen Werte zurücksetzen.

1.4.7 Bedienung per Tastatur statt per Maus

Schneller als per Mausklick aktivieren Sie ein Werkzeug, wenn Sie das zugehörige Tastaturkürzel eintippen - für Werkzeuge und andere Funktionen der Werkzeugleiste reicht grundsätzlich ein Buchstabe ohne jede Strg-, Alt- oder Umschalt-Taste davor.

Mit einem »C« (für Crop Tool) rufen Sie zum Beispiel das Freistellwerkzeug  auf. Wer die Maus mit der rechten Hand übers Pad navigiert, erreicht Kurztasten auf der linken Tastaturhälfte besonders schnell, so etwa auch das B für den Pinsel  , E für Radiergummi  oder W für den Zauberstab  .

Die Tastaturkürzel in Photoshop sind mnemonisch; der Buchstabe soll also mit dem Werkzeug so verbunden sein, dass man sich die Zuordnung leicht merken kann. Die Programmierer legten die englischen Begriffe zugrunde: Das Radiergummi-E steht für »Eraser«, das Freistell-C leitet sich von »Crop Tool« ab, das B für den Pinsel hängt mit »Brush« zusammen. Die Kürzel derjenigen Werkzeuge, die es nur in ImageReady allein gibt, lassen sich kaum noch Ursprungsbezeichnungen zuordnen. Im Service-Teil am Ende finden Sie Übersichten zu allen Werkzeugfunktionen (Seite 929) und eine alphabetische Liste aller Werkzeugkürzel (Seite 946).

Abbildung 1.17:  Häufig erreichen Sie mehrere Werkzeuge über ein gemeinsames Fach in der Werkzeug-Leiste. Alle Werkzeuge werden mit derselben Taste aufgerufen - Pipette, Farbaufnehmer-Werkzeug und Maßband zum Beispiel mit dem I. Um per Tastatur zwischen diesen Werkzeugen zu wechseln, drücken Sie in diesem Fall mehrfach Umschalt+I; wählen Sie mit dem Befehl »Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine« die Option »Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden« ab, wenn Sie durch ein erstes Eingeben des »I« die Pipette und durch weitere »I«-Eingaben ohne Zusatztaste die anderen Werkzeuge aus diesem Klappmenü aktivieren wollen.

Mehrfach belegte Werkzeugschaltflächen

Manche Werkzeugschaltflächen sind mehrfach belegt. Eine solche Mehrfachbenennung erkennen Sie an dem kleinen Dreieck rechts unten in der Schaltfläche. Auf einem Schalter fasst Photoshop jeweils Werkzeuge zusammen, die ähnliche Aufgaben haben. So liegen etwa einige Auswahlwerkzeuge übereinander: Auswahlrechteck  , Auswahlellipse  , Spaltenauswahl  und Zeilenauswahl   teilen sich einen Platz auf der Werkzeugleiste, ebenso Weichzeichner-Pinsel  , Scharfzeichner-Pinsel  und der Wischfinger  .

Um die Werkzeuge auf einer Schaltfläche zu erreichen, die aktuell nicht zu sehen sind, klicken Sie länger auf den Schalter; dann öffnet sich eine horizontale Werkzeugleiste, die weitere, verwandte Werkzeuge anbietet. Alternative: Klicken Sie den Schalter mehrfach bei gedrückter Alt-Taste an - so lange, bis das gewünschte Werkzeug auftaucht.

Sind die Werkzeuge über eine gemeinsame Kurztaste erreichbar, drücken Sie mehrfach den Buchstaben plus Umschalt-Taste, um zwischen diesen Geräten zu wechseln. Also drücken Sie zum Beispiel mehrfach Umschalt+L, um vom Lasso  zum Polygon-Lasso  und weiter zum magnetischen Lasso  zu wechseln. Sie können aber auch auf die Umschalt-Taste verzichten und mit der Buchstaben-Taste allein umschalten - deaktivieren Sie in den allgemeinen Voreinstellungen (Strg+K) die Option Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden (siehe auch Seite 139).

Vorübergehender Wechsel zu anderen Werkzeugen

Man kann teilweise auch vorübergehend zum benachbarten Werkzeug wechseln, wenn man während der Retusche die Alt-Taste drückt: Drücken Sie beispielsweise bei der Arbeit mit dem Abwedler  die Alt-Taste; damit wechseln Sie so lange zum Nachbelichter  , bis Sie die Alt-Taste wieder loslassen. Auch mit den Werkzeugen zum Weichzeichnen  und Scharfzeichnen  funktioniert dieses Hin und Her.

Einige Zusatztasten schalten vorübergehend zu anderen nützlichen Werkzeugen um; nach dem Loslassen der Taste zeigt Photoshop wieder das ursprüngliche Gerät. So gilt unter anderem:

  • Alle Malwerkzeuge wie der Pinsel  , die auf die Vordergrundfarbe zugreifen, schalten per Alt-Taste zur Pipette  um, mit der Sie die Vordergrundfarbe aufgreifen.
  • Fast alle Werkzeuge wechseln beim Druck der Strg-Taste freiwillig zum Verschieben-Werkzeug  . Nur die Geräte für Pfade, Vektorformen und Slices verhalten sich abweichend, sie wechseln bei gedrückter Strg-Taste zu ihrem speziellen Bewegen- oder Auswahlwerkzeug.
  • Mit der Leertaste springen Sie schnell mal zur Verschiebehand  ; nehmen Sie die Strg-Taste hinzu, um die Vergrößerungslupe zu erhalten  , während die zusätzliche Alt-Taste die Verkleinerungslupe  auf den Schirm bringt.

Haben Sie die Systembeanspruchungsanzeige in der Info-Leiste (siehe Seite 109) auf Aktuelles Werkzeug gestellt, erscheint das vorübergehend per Tastenkürzel aufgerufene Werkzeug nicht in der Leiste; Photoshop nennt dort penetrant das Werkzeug, das Sie dauerhaft durch Klick oder Kurztastenbefehl in der Werkzeugleiste aktiviert haben. Die längere Werkzeugerklärung nebenan in der Info-Leiste passt sich jedoch dem aktuellen Zustand an.

Tastaturkürzel für Menübefehle

Auch die sonstigen Tastaturkürzel für Menübefehle leiten sich von den englischen Originalkommandos ab. So ruft Strg+L die Tonwertkorrektur auf, die im Englischen »Levels« heißt, während Strg+I ein Bild ins Negativ umkehrt, auf Englisch »Invert«. Notgedrungen weichen manche Photoshop-Kürzel auf den zweiten, dritten oder vierten Buchstaben des englischen Befehls aus, etwa bei V für Move Tool, also das Verschieben-Werkzeug  . Andere Kürzel sind lautmalerisch gemeint: Das »I« für die Pipette spricht sich auf Englisch [Ai] - wie »Eyedropper«, die englische Bezeichnung dieses Werkzeugs; Ähnliches gilt für die Kurztaste »Strg+U«, die für englisch »Hue« steht.

In der Regel nennt dieses Buch das Wort, aus dem sich ein Tastaturkürzel ableitet; Sie können sich den Tastengriff so eventuell leichter merken. Denn man erreicht die Befehle schneller per Tastatur. Sinn machen die Tasten-Quickies überdies, wenn Sie zwecks Übersichtlichkeit die Menüleiste und vielleicht auch die Werkzeugleiste ausblenden (dies zum Beispiel auch per Kurztaste - mit dem F).

Um schnell alle Paletten samt Werkzeugleiste verschwinden zu lassen, drücken Sie die Tabulator-Taste; erneutes Betätigen dieser Taste lässt die Paletten wieder erscheinen.

Wenn Sie mit dem Mauszeiger kurz über einem Werkzeug verharren, blendet Photoshop den Werkzeugnamen samt Kurztaste ein. Geschieht dies bei Ihnen nicht, so veranlassen Sie ihn dazu mit der Option Werkzeug-Tips anzeigen in den Voreinstellungen (Strg+K). Das Systembeanspruchungsmenü in der Info-Leiste nennt auf Wunsch das aktive Werkzeug.

1.4.8 Tastaturkürzel allgemein

Photoshop und ImageReady lassen sich viel zügiger bedienen, wenn man die 50 wichtigsten Tastaturkürzel kennt und nicht unentwegt in Untermenüs blättert oder auf Schaltflächen klickt. Diese Tastaturkürzel tauchen darum im Buch wiederholt auf. Die Tastenbefehle verteilen die Programmierer mit System und sie werden in den einzelnen Kapiteln ausführlich besprochen. Es kann nicht schaden, sich diese Grundregeln einzuprägen:

Abziehen per Alt-Taste

Bei gedrückter Alt-Taste können Sie mit Auswahlwerkzeugen Auswahlen verkleinern. Dies gilt - in Kombination mit der Strg-Taste - zum Beispiel auch für den Klick auf Ebenen- oder Ebenenmasken-Miniatur.

Andererseits eignet sich die Alt-Taste zum Duplizieren - so etwa, wenn Sie mit Verschieben-Werkzeug und Alt-Taste an einer Auswahl ziehen, um diese zu duplizieren, oder wenn Sie im Filter Beleuchtungseffekte an einer Lichtquelle ziehen, um eine zweite Leuchte hervorzubringen.

Dialogfeld per Alt-Taste

Bei vielen Befehlen entscheiden Sie per Alt-Taste, ob Sie ein Dialogfeld einblenden wollen oder auf Rückfragen verzichten. Zwei Bespiele:

  • Normale Anwahl des Kommandos Bild: Duplizieren produziert zunächst ein Dialogfeld mit der Frage, welchen Namen das duplizierte Bild erhalten soll. Derselbe Befehl lässt sich auch mit Alt-Taste starten; Sie erhalten dann ohne weitere Rückfrage ein Duplikat mit dem Namenszusatz »Kopie«. Ebenso verschweigt die Aktionenpalette ausnahmsweise die Optionen, wenn Sie die Schaltfläche »Neues Element«  bei gedrückter Alt-Taste anklicken.
  • Umgekehrt ist es bei Ebenenpalette und Kanälepalette: Klicken Sie dort auf das Symbol »Neues Element erstellen«  , erzeugt Photoshop sofort ein neues Element. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste, präsentiert das Programm zunächst die Optionen.

Weitere Optionen mit der Alt-Taste

Die Alt-Taste verwandelt die Abbrechen-Schaltflächen vieler Photoshop-Dialoge in ein Zurück; sie ist in vielen Situationen gut für den Wechsel zwischen Vorder- und Hintergrundfarbe oder, bei Malwerkzeugen, für den Wechsel zur Pipette  .

Mit der Alt-Taste können Sie in Aktionen- und Ebenenpalette ein einzelnes Element aktivieren und alle anderen ausblenden; ein neuerlicher Alt-Klick macht alle Elemente zugänglich.

Hinzufügen mit der Umschalt-Taste

Sie erweitern vorhandene Auswahlen, wenn Sie zu einem Werkzeug die Umschalt-Taste drücken (alternativ verwenden Sie die Schaltfläche Der Auswahl hinzufügen  in den Werkzeugoptionen). Klicken Sie mit Strg- und Umschalt-Taste auf die Miniaturen für Ebenen, Ebenenmasken, Alphakanäle oder Pfade - eine im Bild vorhandene Auswahl wird dann um die Auswahlinformation aus diesen Elementen erweitert.

Rechte Winkel mit der Umschalt-Taste

Überdies erzeugen Sie mit der Umschalt-Taste gerade Linien oder 45-Grad-Winkel, zum Beispiel mit Malwerkzeugen, Verlaufswerkzeug  , Messwerkzeug, beim Bewegen von Auswahl oder Ebene oder in einer Gradationskurve.

Verschieben mit den Pfeil-Tasten und Umschalt-Taste

Die Pfeil-Tasten verschieben Ebenen, Auswahlmarkierungen und Pfade in 1-Pixel-Schritten, sofern das Verschieben-Werkzeug aktiviert ist. Außerdem ändern sie Werte in Eingabefeldern.

Höhere Sprünge mit der Umschalt-Taste

Per Pfeil-Taste können Sie Werte in Eingabefeldern erhöhen oder absenken oder, bei aktiviertem Verschieben-Werkzeug, Ebenen verschieben. Nehmen Sie die Umschalt-Taste hinzu, um die Intervalle meist um das Zehnfache zu erhöhen.

Punkt und Komma

Mit Punkt- und Komma-Taste wechseln Sie zwischen den Werkzeugspitzen der aktuellen Bibliothek, ohne diese Spitzen erst anklicken zu müssen. In den Optionen zum magnetischen Lasso  und zum magnetischen Zeichenstift  verändern Sie den Wert für Kantenkontrast beziehungsweise Kontrast mit diesen Tasten. Die Rangfolge einer Ebene lässt sich durch Strg+Punkt-Taste beziehungsweise Strg+Komma-Taste verändern.

Bewegen mit der Strg-Taste

Mit der Strg-Taste (am Mac Befehls-Taste) schalten Sie vorübergehend zum Verschieben-Werkzeug  um (mit wenigen Ausnahmen bei Funktionen für Pfade, Slices und Vektorformen). Über Paletten erschließt oft erst die Strg-Taste in Verbindung mit weiteren Tasten Zusatzfunktionen.

Kontextmenüs mit der rechten Maustaste

Per Klick mit der rechten Maustaste erhalten Sie Kontextmenüs mit nützlichen Befehlen. Am Mac erreichen Sie Kontextmenüs durch Ctrl-Klick. Sogar über der Titelleiste einer Datei funktioniert das (nicht am Mac) und sehr vielseitig auch über den Paletten.

Bilddarstellung ändern mit der Leertaste

Mit der Leertaste und verschiedenen anderen Tasten wechseln Sie vorübergehend zu Hand , Vergrößerungslupe  und Verkleinerungslupe  . Auch bei Kreis- und Rechteckauswahl übernimmt die Leertaste Aufgaben.

1.4.9 Bei geöffnetem Dialogfeld

Im Gegensatz zur Konkurrenz bietet Photoshop immer noch Zugriff auf verschiedene Funktionen, während ein Dialogfeld geöffnet ist. Ein Beispiel: Sie haben eine Auswahl erzeugt und dann den Befehl Farbton/Sättigung gewählt; Sie können jetzt keineswegs nur in diesem Dialogfeld arbeiten, sondern genießen auch weiterhin Zugriff auf andere, praktische Photoshop-Funktionen:

  • So lässt sich das Fenster-Menü anklicken, um diverse Paletten anzeigen oder verschwinden zu lassen, zum Bleistift Navigator, Informationen oder Ebenen.
  • Im Ansicht-Menü nutzen Sie bei geöffnetem Dialogfeld immer noch Befehle wie Farb-Proof, Farbumfang-Warnung oder die verschiedenen Zoom-Funktionen wie Einzoomen, Tatsächliche Pixel oder Ausgabe-Größe.
  • Sehr wichtig sind auch der Befehl Ansicht: Extras ein-/ausblenden und das Untermenü Ansicht: Einblenden; mit diesen Funktionen verstecken Sie bei geöffnetem Dialog störende Auswahlmarkierungen oder Hilfslinien, ohne deren Wirkung aufzuheben (Details ab Seite 79).
  • Die Leertaste verhilft zur Verschiebehand  , mit der Sie Dateien in verkleinerten Bildfenstern unter dem Dialogfeld hin- und herbewegen.
  • Mit Strg+Leertaste erhalten Sie eine Vergrößerungslupe  , um Bildteile hinter dem Dialogfeld noch heranzuzoomen. Mit Alt+Leertaste zeigt Photoshop die Verkleine-rungslupe  , um größere Bereiche eines hochgezoomten Bildes anzeigen zu können.
  • Mit F1 oder Hilfe: Inhalt rufen Sie den Hilfe-Text auf, allerdings nicht den speziellen Abschnitt zum aktuellen Dialogfeld.
  • Mit Strg+0 zeigen Sie das Werk arbeitsflächefüllend, während Strg+Plus-Taste schrittweise vergrößert und Strg+Minus-Taste schrittweise zu einer kleineren Abbildung führt.
  • Außerdem lässt sich das Bild mit den Rollbalken im Fenster verschieben.

Bei einigen Tonwertbefehlen können Sie mit dem Mauszeiger ins Bild fahren, um dort mit der Pipette  Tonwerte aufzunehmen, zu messen oder den Tonwert als HTML-Code zu kopieren. Wir besprechen das detailliert in den Beschreibungen der jeweiligen Funktionen. Klicken Sie mit rechts (am Mac mit der Ctrl-Taste), um das entsprechende Kontextmenü zu erhalten. Sie können auch ein nicht-aktives Foto ausmessen; es lässt sich aber nicht bearbeiten. Dabei ändert Photoshop auch die Vordergrundfarbe auf den Wert, den Sie zuletzt in einem Bild angeklickt haben.

1.4.10 Schnelles Bedienen von Dialogfeldern

Auch für Photoshops Dialogfelder gibt es allgemeine Grundregeln und Tastenkürzel. Sie erlauben eine wesentlich schnellere Bedienung als mit der Maus. Unter anderem:

  • Mit der Tab-Taste springen Sie von einem Eingabefeld zum nächsten. Sie müssen den Eingabe-Cursor also nicht mit der Maus setzen. Mit Umschalt-Tab wechseln Sie wieder zu weiter oben liegenden Eingabefeldern.
  • Mit den vertikalen Pfeil-Tasten erhöhen oder senken Sie die Werte in den Eingabefeldern; Sie müssen also nicht die Schieberegler verwenden oder Zahlen eintippen. Umschalt+Pfeil-Taste sorgt für Zehnersprünge.
  • Bei gedrückter Alt-Taste zeigt die Abbrechen-Schaltfläche die Funktion Zurück; damit setzen Sie alle Werte auf den ursprünglichen Stand. Sie müssen also nicht erst die Funktion abbrechen und neu aufrufen.
  • Nennt das Dialogfeld eine Maßeinheit wie »px« für Pixel, können Sie hier sofort eine andere Einheit eintragen, zum Beispiel »cm«. Sie müssen das nicht erst in den Voreinstellungen angeben.

Außerdem gilt natürlich: Mit der Esc-Taste brechen Sie die Funktion ab, ohne das Bild bearbeitet zu haben. Mit der Eingabe-Taste wenden Sie die Veränderung endgültig an. Die Vorschau-Option legt fest, ob Photoshop die Veränderung schon bei geöffnetem Dialogfeld anzeigen soll. Optionen mit unterstrichenem Buchstaben schalten Sie ein oder aus, indem Sie diesen Buchstaben bei gedrückter Alt-Taste eintippen, zum Beispiel Alt+P für Proportionen erhalten im Bildgrösse-Dialogfeld. Selbst bei geöffnetem Dialogfeld haben Sie oft Zugriff auf Lupe  , Hand  und verschiedene Befehle aus den Menüs Fenster und Ansicht (siehe oben).

1.4.11 Vereinfachter Wechsel zwischen Programmen

Sie können mit einem aktiven Bild zwischen Photoshop und ImageReady hin- und herwechseln oder auch von ImageReady aus andere Programme starten.

Wechsel zwischen Photoshop und ImageReady

Ein Bild lässt sich ohne Weiteres gleichzeitig in Photoshop und ImageReady bearbeiten (sofern Sie beide Programme installiert haben). Sie müssen die Datei nicht erst im einen Programm schließen und im anderen wieder öffnen. Um die in Photoshop aktive Datei in ImageReady zu öffnen, klicken Sie in Photoshop auf die Schaltfläche Springen zu ImageReady . Alternativen: der Befehl Datei: Springen zu: ImageReady und die Tastenkombination Strg+Umschalt-M. Im nicht aktiven Programm erscheint die Datei abgedunkelt.

Wechseln Sie von ImageReady zurück zu Photoshop, indem Sie einfach Photoshop in den Vordergrund holen, erscheinen die Änderungen aus ImageReady automatisch in Photoshop - es sei denn, Sie wählen die Option Dateien automatisch aktualisieren in den Voreinstellungen (Strg+K) ausdrücklich ab. Ein Beispiel:

1. Sie öffnen eine Datei in Photoshop und bearbeiten sie.
2. Sie klicken auf die Schaltfläche Springen zu ImageReady  , um mit der Datei zu ImageReady zu wechseln.
3. Sie legen in ImageReady eine ImageMap an und korrigieren danach noch den Kontrast. Wenn Sie jetzt mit der ImageReady-Schaltfläche Springen zu Photoshop  zurück zu Photoshop springen, erscheint die Datei in Photoshop auf dem neuesten Stand. Aber Sie holen das Photoshop-Programm einfach durch einen Mausklick nach vorn. Auch jetzt erscheint die Datei kontrastkorrigiert auf dem neuesten Stand - sofern Sie die Option Dateien automatisch aktualisieren aus den Voreinstellungen nutzen.
4. Sie schließen Photoshop und ImageReady und verzichten darauf, die Datei zum Abschluss zu speichern. Damit sind alle Ihre Änderungen aus Photoshop und aus ImageReady verloren.

Haben Sie ein Bild in beiden Programmen und in einem Programm ein Dialogfeld geöffnet, das vor der Weiterarbeit erst geschlossen werden muss? In diesem Fall können Sie nicht einfach das andere Programm in den Vordergrund holen - Sie erhalten zum Beispiel die Bildschirmmeldung: Das Dokument kann zur Zeit ncht in Photoshop bearbeitet werden. Wechseln Sie zu ImageReady, und beenden Sie die Bearbeitung dort.

Wechsel zu anderen Programmen mit ImageReady

Mit dem Untermenü Datei: Springen zu können Sie aus ImageReady heraus auch zu anderen Programmen wechseln. Alle Grafik- und HTML-Programme des Photoshop-Herstellers Adobe werden diesem Untermenü bereits bei der Installation von ImageReady hinzugefügt. Beachten Sie dabei:

  • Wenn Sie zu einem Grafikprogramm wechseln, wird dort die Originaldatei geöffnet.
  • Wechseln Sie zu einem HTML-Programm für WWW-Design, erscheint dort die so genannte optimierte Datei. Dabei speichert ImageReady die optimierte Datei - Sie entscheiden, ob das Programm den vorhandenen oder einen neuen Dateinamen verwendet.

Neue Programme in das Untermenü »Springen zu« einfügen

So fügen Sie dem ImageReady-Untermenü Springen zu neue Programme hinzu:

1. Wechseln Sie in das Verzeichnis des gewünschten Programms.
2. Erzeugen Sie eine Verknüpfung der Programmdatei. In Windows klicken Sie dazu die Datei mit rechts an und verwenden den Kontextmenü-Befehl Verknüpfung erstellen.
3. Verschieben oder kopieren Sie die Verknüpfung in den Ordner »Helpers/Jump to Graphics Editor« oder »Helpers/Jump to HTML Editor« innerhalb Ihres Photoshop-Ordners.
4. Nach dem nächsten Programmstart steht das Programm im ImageReady-Untermenü zur Verfügung.

Unter Windows müssen Sie die Verknüpfungsdatei nicht in den anderen Ordner ziehen. Aktivieren Sie die Datei, kopieren Sie diese mit Strg+C in die Zwischenablage oder schneiden Sie die Datei mit Strg+X aus und fügen Sie die Verknüpfung mit Strg+V zum Beispiel im Verzeichnis »Helpers/Jump to HTML Editor« wieder ein.

1.4.12 Unterschiede in der Bedienung von Photoshop und ImageReady

Photoshop und ImageReady haben zahlreiche identische Funktionen. Dennoch muss man aufpassen: Es gibt nicht nur Werkzeuge, die lediglich in einem der Programme zu finden sind. Es gibt auch einige vergleichbare Funktionen mit unterschiedlicher Oberfläche und teilweise unterschiedlichen Ergebnissen. Wir stellen hier kurz die wichtigsten Unterschiede dar. Wie Sie die Funktionen in beiden Programmen jeweils bedienen, lesen Sie ausführlich in den betreffenden Kapiteln weiter hinten. In wichtigen Fällen weisen wir stets auf Unterschiede zwischen den Programmen hin.

Ebenen-Stile und -Optionen

Die Einstellungen für den Ebenen-Stil erscheinen bei Photoshop in einem Dialogfeld. Bevor Sie weiterarbeiten, müssen Sie dieses Dialogfeld erst wieder schließen. ImageReady zeigt die Einstellungen dagegen in einer dauerhaft sichtbaren Palette. Auch die Ebenenoptionen unterscheiden sich etwas.

Protokollpalette

Die Protokollpalette bei ImageReady bietet weniger Möglichkeiten als Photoshop - so fehlen »nicht-lineares Widerrufen« und Schnappschüsse. In den Voreinstellungen erlaubt ImageReady jedoch mehr Widerrufen-Schritte als Photoshop: 199 statt 99.

Fehlende Wahl der Maßeinheiten

Beim Befehl Bild: Bildgröße bietet ImageReady im Gegensatz zu Photoshop nicht die Möglichkeit, die Druckmaße zu ändern. Korrigierbar ist nur die Bildpunktzahl. (Das Programm ist ja ohnehin so aufs elektronische Publishing fixiert, dass es nicht mal einen Drucken-Befehl anbietet.) Die ImageReady-spezifische Option »Nicht vergrößern« des Bildgröße-Befehls verhindert, dass bei Stapelverarbeitung die Bildpunktzahl erhöht wird. Auch andere Befehle wie Arbeitsfläche oder Datei: Neu akzeptieren nur Pixelwerte, aber keine Millimeter- oder Prozentangaben.

1.4.13 Mac- und Windows-Version im Vergleich

Die Mac- und Windows-Versionen von Photoshop unterscheiden sich nur in wenigen Details. Insbesondere gleichen sich alle Tastaturkombinationen. Alt-Taste und Umschalt-Taste werden in beiden Betriebssystemen gleich genutzt. Einige Unterschiede:

  • Wo Sie unter Windows die Strg-Taste drücken, ist am Mac die Befehlstaste fällig.
  • Kontextmenüs und alles andere, das Sie unter Windows mit der rechten Maustaste erreichen, erledigen Sie am Mac durch einen Mausklick bei gedrückter Ctrl-Taste.
  • Was unter Windows auch mit der Entf-Taste verschwindet, wird am Mac nur mit der Rückschritt-Taste entsorgt.
  • Am Mac gibt es einige Kontextmenüs weniger, zum Beispiel über der Titelleiste eines Bildes.
  • Einige Elemente der Info-Leiste unter Windows - Zoomfaktor, Systembeanspruchung und Bildgröße - finden Sie am Mac im unteren Bilddatei-Rahmen; die Mac-Versionen zeigen nicht die Werkzeug-Tipps, die in der Windows-Version in der Info-Leiste erscheinen.
  • Am Mac fehlen die Fenster-Befehle Nebeneinander, Überlappend sowie Alle schließen.
  • Beim Speichern unter bietet nur die Mac-Version das Format Photoshop 2.0.
  • Nur unter Windows gibt es den Befehl Öffnen als.
  • Die Macintosh-Version hängt nicht automatisch die dreistellige Dateiendung wie ».tif« an einen Dateinamen; sie kann allerdings per Voreinstellungen dazu gebracht werden.
  • Bilder, die man am Mac auf den Schreibtisch zieht, werden zu einem so genannten Grafikclip. Unter Windows kann man sie höchstens in den Desktop »einfügen« (Strg+V) - als »Scrap«.
  • Natürlich unterscheiden sich betriebssystemnahe Funktionen wie die Öffnen- und Speichern-Dialoge sowie die Speicherzuteilung.

1.5 Darstellung von Bilddateien

Um schnell mit Photoshop und ImageReady zu arbeiten, sollten Sie die rasche Veränderung der Bilddarstellung beherrschen. Die meisten entsprechenden Befehle finden Sie im Menü Ansicht, schneller geht es jedoch mit Tastaturkürzeln. Zuvor müssen Sie sich darüber klar sein, was es mit Abbildungsmaßstäben wie »100%« auf sich hat. Wir besprechen hier Möglichkeiten, die es bei Photoshop und ImageReady gemeinsam gibt. Spezielle Funktionen zur Bilddarstellung für Internet-Gestalter finden Sie ab Seite Bild Bild 342.

Abbildung 1.18:  Ansichts-Sache: Die Darstellung einer Bild datei steuern Sie über das »Ansicht«-Menü.

1.5.1 Der Abbildungsmaßstab

Nennt Photoshop in der Titelleiste einen Abbildungsmaßstab von zum Beispiel »100%«, so hat dies nichts mit der späteren Druckgröße zu tun. Bei dieser Größenangabe orientiert sich Photoshop allein an den Bildpunkten, aus denen Ihr Werk besteht - nicht an Druckmaßen.

»100%« bedeutet: Jeder Bildpunkt erscheint exakt auf einem Monitorpunkt. Passt also Ihr Bild in der 100-Prozent-Ansicht gänzlich auf den Schirm, kann es nicht mehr als ungefähr 1280x1024 Bildpunkte haben, es sei denn, Sie arbeiten mit einer Monitorbreite von 1600, 1800 oder noch mehr Pixeln.

Nur wenn Sie zufällig in Monitorauflösung drucken - also zum Beispiel mit 72 oder 90 dpi -, erscheint das Bild am Schirm so groß wie später auf Papier. Meist werden Sie höherauflösend drucken, zum Beispiel mit 200 oder 300 Pixeln pro Zoll (dpi) - dann nimmt das Werk am Schirm viel mehr Fläche ein im späteren Druck.

Vor Fotomontagen sollten Sie alle Objekte in einer einheitlichen Zoomstufe betrachten - nur so beurteilen Sie, in welchen Größenverhältnissen die einzelnen Elemente nach dem Einfügen aufeinandertreffen werden. Natürlich haben Sie immer noch die Möglichkeit, einzelne Objekte später zu vergrößern oder zu verkleinern (wenn auch nicht ohne Qualitätseinbußen).

Der Abbildungsmaßstab »100%«

Dieses Wissen ist wichtig: Nur in der 100-Prozent-Darstellung sehen Sie die Originalpixel naturbelassen; so, wie sie in der Bilddatei tatsächlich vorliegen - und so, wie sie bei Online-Projekten etwa fürs Internet in aller Regel auf dem Schirm erscheinen. In allen anderen Darstellungsweisen rechnet das Programm die Originalpixel erst für die Wiedergabe am Schirm um - es muss zum Beispiel 1,38 oder 0,71 Bildpixel auf einem Monitorpixel anbieten, es reduziert oder vervielfacht also Teile der Information. Feine Details werden dabei verschluckt. Besonders ungenau gerät die Darstellung bei krummen Maßstäben wie 53,94 Prozent. Die 50-Prozent-Ansicht verzerrt weniger als die 67-Prozent-Ansicht. Photoshop bietet viele schnelle Wege zur 100-Prozent-Ansicht (siehe unten).

Insbesondere nach Interpolationen mit dem Befehl Bild: Bildgröße und nach dem Transformieren sollten Sie per Doppelklick auf die Lupe  in die Zoomstufe 100 Prozent wechseln (Strg+Alt+0). 100 Prozent ist die angesagte Zoomstufe auch nach allen Filtern, die das Bild auf kleinem Raum subtil verändern, zum Beispiel Scharfzeichnungs- oder Störungsfilter und alles, was eine Textur einwebt. Wichtig ist die 100-Prozent-Sichtweise überdies bei Scans von Textilien oder bei anderen Motiven mit feinen Gitterlinien: Hier kommt es unterhalb der 1:1-Darstellung leicht zu Moiré, einem unerwünschten Schiller-Effekt.

Im Modus Bitmap - wenn Ihr Bild bereits für den Druck gerastert ist und nurmehr aus schwarzen und weißen Punkten besteht - müssen Sie mit Zoomstufen experimentieren; mitunter wirkt alles außer der 100-Prozent-Anzeige miserabel. Auch Dateien im Modus Indizierte Farbe verlangen nach der 100-Prozent-Sichtweise, zumal wenn die Farben mit »Diffusion Dithering« gerastert wurden. Ebenso sollten Sie in den Vorschau-Fenstern von Filterdialogen oder GIF-Export auf 100-Prozent-Darstellung bestehen.

Sie können von einer herauf- oder heruntergezoomten Ansicht nicht darauf schließen, wie das Bild wirkt, wenn Sie es mit dem Befehl Bild: Bildgröße herauf- oder herunterrechnen (Details ab Seite 177). Bei diesem Befehl nimmt sich Photoshop viel mehr Zeit für genaueres Interpolieren.

Abbildung 1.19:  Klare Sichtweise: Nur im Abbildungsmaßstab 100 Prozent (links) lässt sich eine Bild datei exakt beurteilen. Andere Abbildungsmaßstäbe zeigen besonders Oberflächenstruktur und feine Muster verfälscht - hier Darstellungen bei 66,7 und 55 Prozent. Datei: Hochhaus

1.5.2 Lupe

Unabhängig von der Zentimeter- oder Pixelgröße, in der Sie Ihre Bilder gespeichert haben, lassen sich die Dateien in fast jeder beliebigen Größe anzeigen bis herauf zu 1600 Prozent und herunter einem Prozent bei ImageReady und wesentlich weniger bei Photoshop. Dazu klicken Sie einmal auf die Lupe  in der Werkzeugspalte (Kurztaste Z, für Zoom Tool). So vergrößern Sie den Abbildungsmaßstab:

  • Klicken Sie ins Bild. Photoshop stellt jetzt einen Bereich um die Lupenposition herum vergrößert dar; wollen Sie also Details links unten vergrößert sehen, klicken Sie auch gleich mit der Lupe links unten.
  • Ziehen Sie mit der Lupe einen Rahmen um den Bildteil herum, den Sie vergrößert sehen möchten. Um diesen Rahmen zu verschieben, erzeugen Sie zunächst einen Rahmen und drücken dann die Leertaste.

Den aktuellen Zoomfaktor nennt Photoshop in der Titelleiste des Bildes und in der Info-Leiste.

Abbildung 1.20:  Mit den Optionen zur Lupe regeln Sie die Bild darstellung.

Abbildungsmaßstab verändern

Auf verschiedenste Arten können Sie den Abbildungsmaßstab frei ändern:

  • Drücken Sie zur Lupe  die Alt-Taste, verkleinern Sie das Bild schrittweise. Sie sehen dann statt des Plus-Zeichens ein Minus im Lupenzeiger  ; wenn die Mindeststufe erreicht ist, zeigt sich die Lupe innen leer.
  • Den Wechsel der Zoomstufe erlauben auch das Kontextmenü und die Ansicht-Befehle Einzoomen (Vergrößerte Darstellung) und Auszoomen.
  • Zügige Maßstabsveränderung bieten zudem die Griffe Strg+Plus-Taste beziehungsweise Strg+Minus-Taste.
  • Tippen Sie bei Photoshop eine neue Zoomstufe ganz unten links in die Info-Leiste ein (am Mac links unten im Bildfenster); in ImageReadys Bildfenster bietet ein Klappmenü unten links verschiedene Zoomstufen.

100-Prozent-Ansicht herstellen

Wie oben erläutert, ist die 100-Prozent-Ansicht einer Bilddatei besonders wichtig. Photoshop erzeugt diese Darstellung auf verschiedenen Wegen:

  • Ein Doppelklick auf die Lupe  ,
  • der Befehl Tatsächliche Pixel im Ansicht-Menü und im Kontextmenü,
  • die Schaltfläche Tatsächliche Pixel in den Werkzeugoptionen,
  • der Klammergriff Alt+Strg+0.

»Ganzes Bild«

So zoomen Sie das Gesamtbild schnell größtmöglich auf den Schirm:

  • Klicken Sie doppelt auf das Hand-Werkzeug  in der Werkzeugleiste.
  • Drücken Sie Strg+0.
  • Verwenden Sie den Befehl Ganzes Bild aus dem Ansicht-Menü oder aus dem Kontextmenü oder die gleichnamige Schaltfläche in den Werkzeugoptionen.

Nutzen Sie die Option Paletten ignorieren in den Werkzeugoptionen, wenn Photoshop beim Hochvergrößern das Bild auch unter Paletten schieben soll.

Wohlgemerkt: Wie immer Sie auch zoomen, die eigentliche Datei wird kein bisschen verändert - nur die Anzeige des Bildes ändert sich.

Abbildung 1.21:  Bild teile, die Sie mit der Lupe einrahmen, zeigt Photoshop vergrößert.

Schneller Wechsel zu Zoom-Funktionen

Weil die Zoom-Funktionen so universell wichtig sind, lassen sie sich auch erreichen, wenn Sie andere Werkzeuge als die Lupe  aktiviert haben:

  • Strg+Plus-Taste und Strg+Minus-Taste ändern die Zoomstufe schrittweise. Nehmen Sie die Alt-Taste hinzu, um die Option Fenstergrösse anpassen (siehe oben) vorübergehend umzuschalten.
  • Strg+0 zoomt das Gesamtbild größtmöglich hoch.
  • Strg+Alt+0 erzeugt sofort eine 100-Prozent-Ansicht.
  • Strg+Leertaste beschert Ihnen bei jedem beliebigen Werkzeug die Vergrößerungslupe , Alt+Leertaste bringt die Verkleinerungslupe  her, während die Leertaste allein für die Verschiebehand  gut ist. Gut zu wissen: Diese Griffe funktionieren sogar bei geöffnetem Dialogfeld. (Auch weitere Ansicht-Befehle stehen noch bei geöffnetem Dialogfeld zur Verfügung.)

»Fenstergröße anpassen«

In den Lupen-Optionen wählen Sie meist Fenstergrösse anpassen. Das heißt, Photoshop wird das Dateifenster vergrößern, wenn Sie eine höhere Zoomstufe wählen. Und der Dateirahmen schrumpft mit, wenn Sie den Vergrößerungsfaktor verkleinern. So belegt die Bilddatei immer nur den erforderlichen Monitorplatz. Möchten Sie jedoch verschiedene andere Bilder sichtbar halten oder den Dateirahmen in einer bestimmten Größe oder in einem bestimmten Seitenverhältnis halten, dann schalten Sie die Option Fenstergrösse anpassen aus.

Zoomen Sie mit den Tastengriffen Strg+Plus-Taste oder Strg+Minus-Taste, passt Photoshop die Fenstergröße automatisch an. Dies lässt sich auf zwei Arten verhindern:

  • Drücken Sie zusätzlich die Alt-Taste.
  • Wählen Sie Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemein; schalten Sie die Option Tastatur-Zoom zur Änderung der Fenstergrösse ab.

1.5.3 Hand-Werkzeug

Oft arbeitet man an einem hochgezoomten Bildausschnitt; nur der Bruchteil eines Bildes passt ins Dateifenster. Mit dem Hand-Werkzeug  (Kurztaste H, für Hand) verschieben Sie das Bild innerhalb des Rahmens nach Geschmack - in alle Richtungen, also auch diagonal. Ein Doppelklick auf das Hand-Werkzeug zeigt das Gesamtbild in größtmöglicher Zoomstufe - der gleiche Effekt wie Ansicht: Ganzes Bild oder Strg+0.

Egal, welches Werkzeug gerade an ist - mit der Leertaste erhalten Sie jederzeit die Hand  ; schieben Sie Ihr Bild zurecht und lassen Sie die Leertaste wieder los, um zum vorherigen Werkzeug zurückzukehren. Sogar bei geöffnetem Dialogfeld können Sie eine Datei innerhalb des Bildrahmens zurechtschieben. Das Hand-Werkzeug verändert die Bilddatei nie, nur die Darstellung.

Verschiebung per Tasten und Mausrad

Unabhängig vom aktuellen Werkzeug lassen Sie das Bild auch per Hardware-Peripherie durchs Fenster rutschen: Die Tasten Bild auf und Bild ab bewegen um je eine Fenster-Füllung; nehmen Sie die Umschalt-Taste dazu, wenn es nur zehn Einheiten sein sollen. Drücken Sie auch noch Strg, wenn es nach links oder rechts gehen soll. Mit Pos 1 (Home) rutscht das Bild in die linke obere Ecke; nach rechts unten geht es per Ende-Taste. Auch das Mausrad (an manchen Windows-Rechnern) macht dem Bildausschnitt Beine.

1.5.4 Navigator-Palette

Die Navigator-Palette macht in vielen Fällen Lupe  und Hand-Werkzeug  überflüssig. Sie können mit dem Navigator besonders leicht vergrößert dargestellte Bilder innerhalb des Dateifensters bewegen und zoomen. Allerdings kostet die Palette Platz auf dem Monitor.

Das Prinzip: Die Navigator-Palette zeigt stets das Gesamtbild - auch dann, wenn im Dateifenster selbst nur ein kleines, hochvergrößertes Detail zu sehen ist. Ein Rahmen innerhalb der Navigator-Anzeige markiert den Bildteil, der auch im Dateifenster erscheint.

Abbildung 1.22:  Zoom nach Maß: Bequem passt der Navigator Ausschnitt und Vergrößerungsmaßstab einer Bild datei Ihren Wünschen an. Sie können den Vorschau-Rahmen ziehen oder durch Klick an eine beliebige Stelle im Navigator-Fenster neu platzieren. Drücken Sie die Strg-Taste, um eine Lupen-Funktion zu erhalten.

Das Navigator-Fenster

Folgende Möglichkeiten haben Sie mit dem Navigator-Fenster:

  • Verschieben Sie den Navigator-Rahmen oder klicken Sie an eine andere Stelle in der Navigator-Vorschau, um einen anderen Bildausschnitt im bisherigen Abbildungsmaßstab anzuwählen. Bei gedrückter Umschalt-Taste bewegt sich der Rahmen nur streng vertikal oder horizontal.
  • Bei gedrückter Strg-Taste erscheint eine Lupe  über dem Navigator; damit ziehen Sie einen neuen Rahmen beliebiger Größe auf. So ändern Sie gleichzeitig - flexibler als mit der üblichen Lupe - Bildausschnitt und Abbildungsmaßstab.

Navigator-Optionen

Durch Ziehen lässt sich die Navigator-Palette beliebig vergrößern. Über das Optionen-Dreieck erreichen Sie die Einstellmöglichkeiten für die Navigator-Palette. Hier lässt sich eine neue Farbe für den Rahmen vorwählen, falls sich das vorgegebene Rot nicht von der Bilddatei abhebt.

Weitere Navigator-Befehle

Dazu bietet der Navigator gleich noch weitere Möglichkeiten, um den Abbildungsmaßstab zu verändern:

  • Sie tippen einen beliebigen Vergrößerungsfaktor ein, und bestätigen mit der Eingabe-Taste.
  • Sie verschieben durch Klicks auf die Symbole Einzoomen (Vergrößert anzeigen) und Auszoomen den Vergrößerungsmaßstab in vorgegebenen Schritten.
  • Sie zoomen al gusto durch Bewegen des Schiebereglers.
  • Strg-Klick ins Navigator-Fenster erzeugt eine 1600-Prozent-Ansicht des angeklickten Bilddetails.

1.5.5 »Neue Ansicht« einer Datei

Sie können ein Bild gleich mehrfach auf dem Schirm abbilden:

  • In Photoshop wählen Sie Ansicht: Neue Ansicht, um die Datei ein zweites Mal auf dem Monitor zu sehen.
  • In ImageReady ziehen Sie einfach eine der Registerkarten wie 2fach aus dem Bildfenster.

Beide Bildfenster zeigen dieselben Daten - ein Pinselstrich, den Sie in der linken Ansicht tun, erscheint sofort auch im rechten Bild. Dieses Doppelgängertum macht oft Sinn:

  • Zum Beispiel, wenn Sie an einem hochgezoomten Bildausschnitt retuschieren und gleichzeitig nebenan verfolgen wollen, wie sich das Ergebnis Ihrer Bemühungen in der Gesamtansicht macht.
  • Wenn Sie die Ansicht eines RGB-Bildes verdoppeln und die zweite Ansicht mit Ansicht: CMYK-Vorschau zum Vergleich als CMYK-Bild danebenstellen. Jetzt arbeiten Sie im RGB-Bild und verfolgen die Auswirkungen auch auf CMYK-Ebene.
  • Wenn Sie eine Ebenenmaske bearbeiten und die Ebene und wie auch die bearbeitete Ebenenmaske nebeneinander sehen wollen.

Verwechseln Sie dieses Kommando nicht mit dem Bild-Befehl Duplizieren; der erstellt eine neue, unabhängige Kopie Ihres Bildes, die Sie unabhängig vom Ursprung weiterbearbeiten können; die Neue Ansicht zeigt dagegen nur ein und dieselbe Datei in mehreren Fenstern.

Der Befehl Fenster: Nebeneinander stellt die beiden Ansichten ordentlich nebeneinander (nicht am Mac).

Abbildung 1.23:  Doppelte Aussicht: Der Ansicht-Befehl »Neue Ansicht« zeigt Ihre Arbeit am Bild in verschiedenen Zoomstufen.

Abbildung 1.24:  Hinter der Maske: Bei der Arbeit an einer Ebenenmaske zeigt der Befehl »Neue Ansicht« auf Wunsch nebeneinander die Auswirkung auf das Bild und die Maske allein. Datei: Glas_2

1.5.6 Darstellung anderer Farbmodi und Rechnersysteme

Photoshop bietet im Ansicht-Menü spezielle Darstellungsweisen, mit denen Sie ein anderes Farbmodell oder einen anderen Rechner simulieren können. So benötigen Sie ein Bild vielleicht letztlich im CMYK-Modus der Druckvorstufe, wollen es aber zunächst im RGB-Modus bearbeiten. Einige Argumente sprechen dafür, vorläufig bei RGB zu bleiben: Sie sparen ein Viertel Arbeitsspeicher, sämtliche Filter und mehr Dateiformate sind nutzbar und beim Wechsel zu CMYK kann ein Farbverlust entstehen. Näheres steht im Kapitel zu den »Farbmodi« ab Seite 429.

»Farbproof« für den Druck

Der Befehle Ansicht: Farbproof (Strg+Y) zeigt eine RGB-Datei in verschiedenen CMYK-Varianten, ohne das Bild endgültig nach CMYK zu verwandeln. Welche CMYK-Vorgabe Sie mit dem Farbproof-Befehl darstellen, entscheiden Sie im Untermenü Ansicht: Proof einrichten. Sie erkennen also mögliche Farbänderungen durch die Konvertierung nach CMYK und durch die Ausgabe auf bestimmten Geräten schon vorab. Denkbar ist auch, dass Sie das Bild mit dem Befehl Ansicht: Neue Ansicht doppelt anzeigen und nebeneinander RGB- und CMYK-Variante betrachten.

Möglichkeiten:

  • Der CMYK-Arbeitsfarbraum greift auf die aktuellen Farbeinstellungen für CMYK zurück (vergleiche Seite 146).
  • Zeigen Sie einzelne Druckplatten auf Basis der Farbeinstellungen, etwa Magenta-Platte Arbeitsfarbraum.
  • Papierweiß simulieren stellt den speziellen Weiß-Ton dar, den Sie in den CMYK-Vorgaben zur aktuellen Datei gemacht haben. Schwarze Druckfarbe simulieren zeigt den Dynamik-Umfang, der durch das Dokumentprofil vorgegeben ist. Diese beiden Optionen stehen nicht immer zur Verfügung.
  • Unabhängig vom definierten CMYK-Arbeitsfarbraum können Sie sich auch Eigene Proof-Vorgaben machen.

In der Titelleiste des Bildes erkennen Sie an einem Text wie »(RGB/CMYK)« oder »RGB/Magenta«, dass Sie ein RGB-Bild mit CMYK-Vorschau vor sich haben. Wählen Sie Ansicht: Farbproof erneut, um die Sonderdarstellung wieder auszuschalten.

Abbildung 1.25:  Mit dem Untermenü »Ansicht: Proof einrichten« regeln Sie die Vorschau für bestimmte Druck- oder Online-Darstellungen.

»Farbproof« für Online-Darstellung

Im Untermenü Ansicht:Proof einrichten finden Sie auch die Befehle Windows-RGB, Macintosh-RGB und Monitor RGB. Sie simulieren die typische Bilddarstellung von Windows- oder Mac-Rechnern - Windows wirkt dunkler. Solange die Darstellungsmodi eingeschaltet sind, erscheint ein Hinweis in der Titelzeile des Bildes. Der Befehl Monitor RGB hebt alle Angleichungen wieder auf. Für CMYK-Bilder bietet Photoshop die Befehle nicht an.

Farbumfang-Warnung

Der Befehl Ansicht: Farbumfang-Warnung (Strg+ Umschalt+Y) hebt alle Bildpunkte eines RGB-Bildes, die im CMYK-Farbraum der druckbaren Farben nicht vorkommen, durch Alarmfarben hervor.

Sie haben dann die Möglichkeit, die entsprechenden Farben zum Beispiel mit dem Schwamm  abzuschwächen, bis die Sättigung in den druckbaren Bereich sinkt. Wie deckend und mit welcher Farbe die Farbumfang-Warnung zuschlägt, das regeln Sie in den Voreinstellungen (Strg+K, dann Strg+4).

Abbildung 1.26:  Alarm: Die »Farbumfang-Warnung« hebt nicht-druckbare Tonwerte in der Bild anzeige hervor.

1.5.7 Befehle im Überblick: Darstellung von Bilddateien

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
- Abbildungsmaßstab vergrößern
Alt Abbildungsmaßstab verkleinern
- Bildanzeige 100%
Strg+Plus-Taste     Abbildungsmaßstab vergrößern bei gleichbleibender Fenstergröße
Strg+Plus-Taste Alt   Abbildungsmaßstab vergrößern bei angepasster Fenstergröße
Strg+Minus-Taste     Abbildungsmaßstab verkleinern bei gleichbleibender Fenstergröße
Strg+Minus-Taste Alt   Abbildungsmaßstab verkleinern bei angepasster Fenstergröße
Strg+Leertaste    
Alt+Leertaste    
Strg+0     Bildanzeige auf Fenstergröße vergrößern
Strg+0 Alt   Bildanzeige 100%
- Bild im Fenster verschieben
- Bild auf Fenstergröße vergrößern
Leertaste    
Strg+R     Lineale ein-/ausblenden

1.6 Grundlegende Photoshop-Funktionen

In diesem Abschnitt besprechen wir grundlegende Photoshop-Funktionen wie Lineale, Hilfslinien, Anmerkungen und Grundraster.

1.6.1 Lineale

Links und oben im Bilddatei-Fenster lassen sich Lineale einblenden; Kurzbefehl: Strg+R (für Rulers), der Menüweg lautet Ansicht: Lineale einblenden. Aufschluss nicht nur über die Pixelgröße, sondern auch über die Zentimetergröße im Druck geben die Lineale.

Welche Einheiten die Lineale anzeigen, regeln Sie mit dem Menübefehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Maßeinheiten & Lineale, einfacher jedoch mit dem Kontextmenü über den Linealen oder in der Infopalette durch Anklicken des Symbols Cursor-Koordinaten  .

Nullpunkt

Den Nullpunkt der Lineale verändern Sie, indem Sie den Mauszeiger in die linke obere Ecke der Linealspalte setzen und mit gedrückter Taste an den gewünschten Punkt ziehen; ein Fadenkreuz im Bild zeigt, wo der neue Nullpunkt angesiedelt ist. Sie setzen den Nullpunkt wieder nach ganz links oben, indem Sie doppelt in die linke obere Ecke klicken, dorthin, wo die Lineale zusammenlaufen.

Der Befehl hilft unter anderem, wenn Sie das Bild an einer bestimmten Stelle abschneiden und die Maße von dort aus messen und anzeigen wollen. Nützlich außerdem: Mit der Funktion Bearbeiten: Frei Transformieren (Strg+T) platzieren Sie ein Objekt exakt am Nullpunkt von X- und Y-Achse - und zwar dort, wo Sie den Nullpunkt angelegt haben. Dazu tragen Sie jeweils eine Null in die Felder für Horizontale Position und Vertikale Position ein und schalten die Schaltfläche für Relative Positionierung  aus (beachten Sie aber die Position des »Referenzpunkts« beim Verschieben, Details ab Seite 739).

Unabhängig von der Verschiebung der Nullpunkte verharren Hilfslinien generell über der Bildstelle, an der sie ursprünglich platziert wurden. Raster dagegen, die auf »Zentimeter«-Basis eingerichtet wurden, wandern bei einer Verschiebung des Nullpunkts mit (Details zu Raster und Hilfslinien ab Seite 80).

Abbildung 1.27:  Zentimetergenau: Photoshop fasst die Bild dateien mit Linealen ein, die zum Beispiel in Pixel oder Zentimeter unterteilt sind. Die Maßeinheit wählen Sie im Kontextmenü über dem Lineal. Den Nullpunkt können Sie verschieben.

1.6.2 »Extras« anzeigen und aktivieren

Als »Extras« bezeichnet Photoshop Teile der Bilddarstellung innerhalb des Bildes, die nicht mitgedruckt werden, die Sie aber gleichwohl am Schirm sehen können: die Auswahl-Fließmarkierung, Farbaufnehmer-Werkzeug, Text-Grundlinien, der aktuelle Pfad, Anmerkungen, Raster, Hilfslinien, Slices-Linien und in ImageReady auch die Imagemap-Markierungen. Sie entscheiden nach Bedarf, welche dieser Elemente Photoshop zeigen und verwenden soll.

Extras anzeigen

Im Untermenü Ansicht: Einblenden legen Sie die sichtbaren Bildmerkmale fest. Oder wählen Sie gleich die Vorgabe Ansicht: Extras einblenden komplett ab, wenn Sie nichts mehr im Bild sehen wollen; das Häkchen neben der Funktion darf nicht mehr zu sehen sein. Auch Strg+H, für Hide, schaltet hin und her.

Extras abschalten

Mit dem Befehl Ansicht: Einblenden: Alles machen Sie alle Extras aktiv und sichtbar. Ansicht: Einblenden: Ohne verbirgt die Extras nicht nur, sie werden auch abgeschaltet. Oder wählen Sie gleich die Vorgabe Ansicht: Extras einblenden komplett ab; das Häkchen neben der Funktion darf nicht mehr zu sehen sein. Auch Strg+H, für Hide, schaltet hin und her. Damit verbergen Sie die Extras wohlgemerkt nur - sie werden nicht abgeschaltet oder entfernt; dies erledigen andere Befehle, die wir in den Abschnitten zu den betreffenden Funktionen besprechen.

Im selben Untermenü finden Sie auch den Befehl Extra-Optionen einblenden. In diesem Dialogfeld bestimmen Sie für mehrere Merkmale gleichzeitig, ob sie angezeigt oder verborgen werden sollen. Wählen Sie eine entsprechende Einzelfunktion mit dem Untermenü Ansicht: Einblenden ab, so entfernt Photoshop sie auch aus dem Dialogfeld Show Options. Sobald Sie beispielsweise eine neue Auswahl oder eine neue Hilfslinie erstellen, zeigt Photoshop automatisch alle Auswahlen beziehungsweise Hilfslinien wieder an - auch wenn Sie dies zuvor abgewählt haben.

Abbildung 1.28:  Links: Mit den Befehlen im Untermenü »Ansicht: Einblenden« legen Sie fest, welche »Extras« Photoshop anzeigen soll. Rechts: Im Dialogfeld »Extra-Optionen« bestimmen Sie, welche Merkmale Photoshop generell zusätzlich zum Bild inhalt dauerhaft anzeigen soll.

Auch bei geöffnetem Dialogfeld stehen Ihnen die Extras-Befehle zur Verfügung. Sie können also noch bei geöffneter Tonwertkorrektur oder anderen Befehlen störende Hilfslinien oder Auswahl-Markierungen verbergen.

1.6.3 Hilfslinien

Sie können zur Fotomontage oder zum Ausrichten von Horizonten Hilfslinien über das Bild blenden. Diese Linien, die nicht mitgedruckt werden, ziehen Objekte bei Bedarf magnetisch an. Sie klicken einfach in die Linealleiste (einzublenden mit Strg+R) und ziehen eine Hilfslinie ins Bild. Alternative: der Befehl Ansicht: Neue Hilfslinie (siehe unten).

Der Befehl Ansicht: Einblenden: Hilfslinien schafft die Striche vom Schirm. Selbst nach diesem Kommando wird Photoshop die Linien wieder anzeigen, sobald Sie eine neue Linie aus den Linealen hervorziehen. Diagonale Linien behält man sich für eine spätere Photoshop-Version vor. (Sie könnten natürlich horizontale, vertikale oder diagonale Hilfslinien auch mit dem Linienzeichner  als dauerhafte Ebene erzeugen, vergleiche Seite 698.)

»Neue Hilfslinie« (Photoshop)

Photoshop bietet den Befehl Ansicht: Neue Hilfslinie. Hier können Sie Hilfslinien mit einem festen Abstand zum oberen oder linken Bildrand schaffen. Rufen Sie den Befehl mehrfach hintereinander auf, um mehrere Linien nacheinander ins Bild zu setzen - diese Funktion löscht vorhandene Linien nicht. Tippen Sie außerdem die gewünschte Maßeinheit ein: Wenn Photoshop zunächst »px« für Pixels anbieten sollte, verwenden Sie statt dessen nach Bedarf etwa »cm« oder »mm«.

Abbildung 1.29:  Links: Photoshops Befehl »Ansicht: Neue Hilfslinie« erzeugt bei mehrfacher Anwendung auch mehrere Hilfslinien nebeneinander.  Rechts: Der Befehl »Ansicht: Hilfslinien erstellen« in ImageReady erzeugt gleichmäßig verteilte Hilfslinien oder eine einzelne, exakt positionierte Hilfslinie.

»Hilfslinien erstellen« (ImageReady)

Sie müssen die Hilfslinien nicht von Hand aus dem Lineal hervorzerren. Verwenden Sie statt dessen bei Photoshop den Befehl Ansicht: Neue Hilfslinie, um Hilfslinien per Zahleneingabe anzulegen. Getrennt für Horizontale Hilfslinien und Vertikale Hilfslinien haben Sie hier folgende Möglichkeiten:

  • Erzeugen Sie eine festgelegte Zahl von gleichmässig verteilten Hilfslinien.
  • Erzeugen Sie Hilfslinien mit einem gleichmäßigen Abstand von x Pixel zwischen hilfslinien.
  • Erzeugen Sie eine Hilfslinie mit einem festgelegten Abstand von x Pixel von oben (einzelne Hilfslinie) beziehungsweise x Pixels von links.

Alle Optionen entfernen bereits vorhandene Hilfslinien; Sie können also mit dem Befehl Hilfslinien erstellen vorhandene Hilfslinien nicht ergänzen, sondern nur ersetzen. Die Optionen Pixel von oben und Pixels von links produzieren generell nur eine einzige Hilfslinie, auch wenn sich zuvor mehrere Hilfslinien im Bild befanden.

Mit den Optionen Gleichmässig verteilt und Pixel zwischen Hilfslinien erhalten Sie eine gleichmäßige Verteilung der Hilfslinien. Dies erreichen Sie ebensogut mit dem Raster, das im nächsten Abschnitt besprochen wird.

Hilfslinien ausrichten

Die Hilfslinien haften an den magnetischen »Raster«-Linien, sofern diese angezeigt sind (siehe nächster Abschnitt). Bei gedrückter Umschalt-Taste docken die Hilfslinien auch an den Linealeinteilungen an.

Hilfslinien präzise platzieren

Der Photoshop-Befehl Ansicht: Neue Hilfslinie setzt eine Hilfslinie exakt an die von Ihnen gewünschte Position. Im Dialogfeld verwendet das Programm zunächst diejenige Maßeinheit, die Sie in den Voreinstellungen gewählt haben - es nennt also zum Beispiel einen Wert »px« für Pixel. Tippen Sie bei Bedarf einfach eine andere Maßeinheit ein, etwa »mm« für Millimeter.

Hilfslinien bewegen und umwandeln

Sie können eine Hilfslinie verschieben, wenn Sie ihr mit dem Verschieben-Werkzeug  acht Monitorpixel nah kommen; der Zeiger verwandelt sich dann in einen Hilfslinien-Cursor  . Das Verschieben-Werkzeug  erhalten Sie fast immer schnell mit gedrückter Strg-Taste. Drücken Sie die Alt-Taste, um aktivierte horizontale in vertikale Hilfslinien zu verwandeln und umgekehrt.

Hilfslinien verriegeln

Mit dem Befehl Ansicht: Hilfslinien fixieren (Alt+Strg+Ü) können Sie die Hilfslinien gegen weiteres Verschieben sperren. Dann wird sich der Zeiger nicht mehr in ein Hilfslinien-Werkzeug verwandeln. Neuerliche Anwahl des Kommandos macht die Hilfslinien wieder beweglich.

Hilfslinien entfernen

Einzelne Hilfslinien, die ausgedient haben, ziehen Sie mit dem Verschieben-Werkzeug aus dem Bild. Um alle Hilfslinien zu verwerfen, nutzen Sie den Ansicht-Befehl Hilfslinien löschen.

Abbildung 1.30:  Mit dem Untermenü »Ansicht: Ausrichten an« legen Sie fest, ob Montageobjekte oder Werkzeuge von Hilfslinien, Rasterlinien, Slices oder Bild grenzen magnetisch angezogen werden. Innerhalb eines Bereichs von acht Bild schirmpunkten docken Ebenen oder Werkzeuge dann an diesen Bild schirmelementen an.

Magnetische Hilfslinien

Auf Wunsch docken Ebenen, schwebende Auswahlen, aber auch Werkzeuge magnetisch an den Hilfslinien an. So eignen sich die Striche gut, um Slices oder ImageMaps vorzubereiten. Die anziehende Wirkung erreichen Sie mit dem Befehl Ansicht: Ausrichten an: Hilfslinien. Gerät ein Objekt näher als acht Monitorpixel an die Hilfslinie heran, wird es dort automatisch andocken und lässt sich nur mit einer gewissen Willenskraft darüber hinaus bewegen - eine wertvolle Hilfe bei der Fotomontage, zum Beispiel auch, wenn Sie Text und andere Elemente für eine Multimedia-Seite kombinieren.

Beachten Sie, dass auch weitere Bildschirm- und Bildelemente anziehend wirken können. Das Untermenü Ansicht: Ausrichten an bietet dafür neben den Hilfslinien auch Slices, Raster und Bildgrenzen an. Eine gleichmäßige Verteilung von Montageobjekten erlauben außerdem die Befehle Ausrichten und Verteilen aus dem Ebene-Menü (Details dazu ab Seite 742).

Hilfslinien einrichten

Die Darstellung der Hilfslinien richten Sie ein mit dem Befehl Datei: Voreinstellungen: Hilfslinien & Raster (Strg+K, dann Strg+6); diese Funktion erhalten Sie nur in Photoshop, nicht innerhalb von ImageReady. Sie wählen zwischen durchgezogenen und gepunkteten Linien und greifen aus dem Listenfeld eine Farbe heraus, die sich gut von Ihrer Datei und vom »Raster« abhebt. Klicken Sie auf das Farbviereck, um den allgemeinen Farbwähler zu erhalten und gänzlich freie Wahl der Farben zu genießen.

Abbildung 1.31:  Linien-Richter: Die Darstellung von Hilfslinien und Gitternetz bestimmen Sie in den »Voreinstellungen«. Klicken Sie auf die Farbfelder, um im Farbwähler eigene Farben festzulegen.

Hilfslinien speichern

1. Wenn Sie das Bild in gängigen Dateiformaten wie TIFF, JPEG, Pict oder Photoshop speichern und dann wieder in Photoshop öffnen, stoßen Sie erneut auf zuvor eingerichtete Hilfslinien. Natürlich muss der Ansicht-Befehl Einblenden: Hilfslinien gewählt sein. Speichern Sie das Bild allerdings zwischendurch in einem anderen Programm, ist es mit der Linien-Treue vorbei: Beim späteren Öffnen in Photoshop fehlen die Hilfslinien.

Hilfslinien auf ein anderes Bild übertragen

Sie können die Hilfslinien nicht in einer Art Hilfslinien-Datei speichern. Um einen Satz Hilfslinien auf ein anderes Bild zu übertragen, müssen Sie die Entstehung der Hilfslinien als Aktion speichern. Im Einzelnen gehen Sie so vor:

2. Stellen Sie die passende Maßeinheit mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Maßeinheiten & Lineale ein.
3. Blenden Sie mit Strg+R die Lineale ein, und rufen Sie mit dem Fenster-Menü die Aktionenpalette auf.
4. Legen Sie eine neue Aktion mit dem Symbol  an.
5. Geben Sie der Befehlsfolge, die Sie jetzt aufzeichnen, im Dialogfeld einen Namen.
6. Ziehen Sie die Hilfslinien aus den Linealen heraus über das Bild.
7. Wenn alle Hilfslinien sitzen, beenden Sie die Aufzeichnung der Aktion mit dem Palettenbefehl Aufzeichnung beenden.
8. Aktivieren Sie jetzt das nächste Bild, das Sie mit einem identischen Hilfslinien-Satz ausstatten wollen.
9. Aktivieren Sie die Hilfslinien-Aktion in der Aktionenpalette.
10. Starten Sie die Hilfslinien-Aktion mit dem Palettenbefehl Ausführen oder mit dem entsprechenden Symbol.

Zu den Maßeinheiten

Wenn Sie die Hilfslinien-Produktion per Aktionenpalette aufzeichnen, wählen Sie zuvor mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Maßeinheiten & Lineale die passende Maßeinheit, zum Beispiel Pixel, Zentimeter oder Prozent. Beachten Sie, dass sich Photoshop bei der Platzierung auch nach Zentimeterangaben richtet. Orientieren Sie sich zum Beispiel an Zentimeterwerten und steht Ihr Lineal auf Zentimetereinheiten, dann platziert Photoshop die Hilfslinien nach der Übertragung via Aktionenpalette im nächsten Bild wieder millimetergenau. Wenn jedoch die Druckauflösung der beiden Werke nicht übereinstimmt, erscheinen die Hilfslinien an unterschiedlichen Pixelpositionen. Ein Beispiel: Findet Photoshop im zweiten Werk eine höhere Auflösung, also mehr Pixel pro Zentimeter vor, wird er die Hilfslinien näher am linken beziehungsweise oberen Rand platzieren - weil dort mehr Pixel pro Zentimeter eingerichtet sind. Entsprechendes gilt, wenn Sie die Auflösung verändern, Arbeitsfläche anbauen oder wegschneiden.

Abbildung 1.32:  Hilfslinien und Raster: Zur Anlage eines Filmstreifens werden zunächst Hilfslinien über das Bild gezogen (links). Bei der Anlage der Perforation hilft das regelmäßige Raster in 0,5-Zentimeter-Abständen. Der Nullpunkt der Lineale wird jeweils passend verschoben; dazu klickt man in den Bild winkel oben links und zieht den Nullpunkt auf die gewünschte Stelle.

1.6.4 Raster

Als Alternative zu den Hilfslinien, die Sie exakt platzieren, bietet sich das Raster an. Es überzieht Ihr Bild mit Horizontal- und Querlinien in gleichmäßigem Abstand. Der Befehl Ansicht: Einblenden: Raster zeigt oder versteckt das Gitternetz und Ansicht: Ausrichten an: Raster sorgt wie bei den frei platzierten Hilfslinien (siehe oben) dafür, dass Objekte und schwebende Auswahlen magnetisch an den Linien andocken. Auch Hilfslinien, die Sie aus den Linealen herausziehen, bleiben an magnetischen Rastern haften.

Einrichtung

Das Gitternetz richten Sie ein mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Hilfslinien & Raster (Strg+K, dann Strg+6, nicht bei ImageReady). Sie definieren eine Aufteilung, also in welchem Abstand die Hilfslinien aufeinanderfolgen sollen. Als Einheit stehen sowohl Pixel, Zentimeter oder Zoll (Inch) wie auch Prozentwerte zur Verfügung. Geboten sind durchgezogene Linien, gepunktete Linien und die unaufdringlichen Einzelpunkte. Aus dem Listenfeld Farbe greifen Sie wieder einen Tonwert für das Gittermuster heraus, der sich gut von der vorhandenen Datei und von eventuellen Hilfslinien abhebt. Wenn keine der gebotenen Variationen befriedigt, definieren Sie den Farbton völlig frei nach einem Klick auf das Farb-Viereck neben den Listenfeldern.

Die Verwendung von »Prozent«-Werten erlaubt es, unkompliziert eine gleichmäßige Aufteilung zu erzeugen: Der Wert 20 Prozent erzeugt je vier Linien horizontal und vertikal; das Bild wird also in 5 x 5 gleich große Felder zerlegt. Ebenfalls gleich große Segmente erzeugen Sie zum Beispiel mit Vorgaben wie fünf, 10 oder 25 Prozent. Wollen Sie dagegen Hilfslinien - Raster - gleichmäßig aufteilen, verwenden Sie in ImageReady den Befehl Ansicht: Neue Hilfslinie mit den Optionen Gleichmässig verteilt oder Pixel zwischen Hilfslinien (siehe vorhergehender Abschnitt).

»Unterteilungen«

Außerdem richten Sie Unterteilungen ein, welche die Quadrate des Grundrasters durchschneiden. Deren Häufigkeit geben Sie mit einer ganzen Zahl zwischen 1 und 100 im Feld »Unterteilungen« an. »1« bedeutet, dass Photoshop die Quadrate des Grundrasters gar nicht unterteilt; »2« heißt, dass zu den vorhandenen Hoch- und Querlinien nochmal jeweils auf halber Entfernung Unter-Linien kommen, während »3« die Abstände drittelt.

Gitternetz speichern und übertragen

Ein Rasternetz lässt sich ohne Weiteres auf eine andere Datei übertragen. Rufen Sie das nächste Bild auf und achten Sie darauf, dass Sie im Ansicht-Untermenü Einblenden das Raster eingeschaltet haben. Sollte sich Ihr Gitternetz an Zentimeterwerten und nicht an Pixeln orientieren, wird es sich auf der zweiten Datei anders verteilen als auf der ersten, sofern die zweite Datei eine andere Druckauflösung (Pixel pro Zentimeter) hat.

Sie können die Voreinstellungen für das Raster auch mit der Aktionenpalette speichern. Nützliche Werte lassen sich dann nach verschiedenen Änderungen leicht wieder herstellen.

1.6.5 »Datei-Informationen«

In Photoshop können Sie zu den Dateien Informationen eintippen; dabei wird der amerikanische IPTC-Standard des International Press Telecommunications Council verwendet. Der Standard umfasst Einträge für Objektbeschreibungen, Stichwörter, Ressorts, Objektrechte und Herkunft. Die entsprechenden Funktionen erschließen Sie über Datei: Datei-Informationen. Eine abgespeckte Variante bietet ImageReady unter Datei: Bildinformation. Die Texte tragen Sie in die verschiedenen Abschnitte ein, die Sie über die Schaltfläche Nächster durchblättern. Mit OK-Klick beenden Sie den Eintrag.

Abbildung 1.33:  Der Photoshop-Befehl »Datei: Datei-Informationen« stattet das Bild mit vielseitigen Textinformationen aus. Einige Felder können Sie drucken, in einem Internet-Bild katalog verwenden oder in Bild datenbanken anzeigen.

Verwendung

Sie können die Datei-Informationen auf unterschiedliche Art nutzen:

  • Bilddatenbanken greifen teilweise auf die Datei-Informationen zu. Sie können die Informationen also in Bildkatalogen darstellen und als Suchbegriff verwenden, zum Beispiel die Objektbeschreibung und die Stichwörter.
  • Wenn Sie die Objektbeschreibung mit Photoshop unter ein Einzelbild drucken wollen, verwenden Sie zunächst den Befehl Datei: Druckoptionen; dort aktivieren Sie in den erweiterten Optionen die Objektbeschreibung.
  • Zudem verwendet Photoshop auf Wunsch die Objektbeschreibung als Bildunterschrift in einem Internet-Katalog, der mit dem Befehl Datei: Automatisieren: Web-Fotogalerie entsteht (siehe Seite 260).
  • ImageReady baut auf Wunsch die Bildunterschrift als Seitentitel in seine HTML-Seiten ein; der Text erscheint in der Titelzeile des Internet-Browser, die Copyright-Hinweise finden Sie nur im HTML-Quelltext. Machen Sie die entsprechende Vorgabe bei ImageReady mit dem Befehl Datei: Ausgabe-Einstellungen im Bereich Dateien speichern.
  • Unter Windows sehen Sie die Datei-Informationen auch im Explorer. Klicken Sie im Explorer mit rechts auf einen Dateinamen und wählen Sie Eigenschaften im Kontextmenü. Sie sehen nun verschiedene Registerkarten, die den Bereichen aus den Datei-Informationen entsprechen.
  • Sie können die Objektbeschreibung unmittelbar in das Textfeld einer GIF-Datei übernehmen. Der Weg ist jedoch umständlich und die Textfunktion des GIF-Formats wird im Übrigen kaum genutzt; Details ab Seite 379.

Anwendung

Im Abschnitt Copyright & URL notieren Sie Urheberrechte und eventuell eine passende Adresse für das World Wide Web des Internets. Findet der Digimarc-Filter (siehe Seite 907) passende Informationen, werden sie automatisch in die Datei-Information übernommen. Unter Kategorien notieren Sie einen dreistelligen alphabetischen Code nach dem Standard der Agentur Associated Press.

Wählen Sie den Heute-Knopf, um unter Datum den aktuellen Tag zu notieren. Sie können aber auch beliebige andere Texte einfügen. Bei der Objektbeschreibung haben Sie 2000 Anschläge Platz.

Die Stichwörter dürfen bis 31 Zeichen lang sein. Mit Hinzufügen nehmen Sie frisch eingetippte Begriffe in die allgemeine Stichwortliste auf. Ein Wort, das in der Stichwortliste steht, lässt sich nach dem Anklicken auch Ersetzen oder Löschen. Außerdem nennen Sie bei Bedarf eine Dringlichkeit.

Dateiformate

Am Mac zeigen sich alle Dateiformate aufgeschlossen für eine Datei-Information. Windows-Nutzer sind auf die Formate Photoshop, TIFF, JPEG, EPS und PDF beschränkt. Mit dem Speichern-Schalter sichern Sie die Informationen als FFO-Datei. Dabei handelt es sich um ein spezielles Format, das Sie nicht mit einem Textprogramm öffnen können. Mit Laden ersetzen Sie die aktuellen Informationen durch den Info-Satz einer anderen FFO-Datei. Sie können aber auch Informationen an vorhandenen Text Anfügen.

1.6.6 »Anmerkungen«

Photoshop nimmt Text- und Ton-Anmerkungen im Bild auf, die nicht mitgedruckt werden. Damit können Sie Kollegen, Layoutern oder der Setzerei Nachrichten übermitteln und sogar Rundfragen starten. Hersteller Adobe bietet ähnliche »Anmerkungen« für seine Acrobat-PDF-Dokumente schon länger an.

Abbildung 1.34:  Dieses Bild enthält Text- und Audio-Anmerkungen. Viele Funktionen stehen auch per Kontextmenü bereit.

Text-Anmerkungen erstellen

Wir besprechen hier zunächst die Text-Notizen, dann folgen die Ton-Anmerkungen. Das Verfahren ist denkbar einfach. Die Grundform:

1. Schalten Sie das Anmerkungen-Werkzeug  ein (Kurztaste N).
2. Klicken Sie ins Bild.
3. Tippen Sie Ihren Text ein.
4. Speichern Sie in den Formaten TIFF, Photoshop oder PDF.

Anmerkungen bearbeiten

Bei der Erstellung oder auch später können Sie das Aussehen der Anmerkungen an Ihre Wünsche anpassen. Dazu verwenden Sie vor allem die Werkzeugoptionen:

  • In der Zeile Verfasser tippen Sie bei Bedarf eine Überschrift ein, die in der Titelleiste des Notizenfensters erscheint.
  • Die Farbe der Titelleiste und gleichzeitig des Anmerkungen-Symbols legen Sie nach einem Klick auf das Farbe--Feld fest.
  • Mit den Feldern Schrift und Grösse bestimmen Sie die Schrift für die Notizen selbst.

Die Größe des Notizen-Fensters lässt sich durch den Anfasspunkt rechts unten verändern. Sie können die Größe schon beim Erstellen festlegen, indem Sie mit dem Anmerkungen-Werkzeug  direkt einen Rahmen aufziehen. Im Textfenster selbst haben Sie die üblichen Funktionen eines Textprogramms, zum Beispiel Kopieren (Strg+C) oder Einfügen (Strg+V); per Doppelklick markieren Sie ein ganzes Wort.

Möchten Sie Ihre Notiz-Fenster oder -Symbole sauber platzieren? Die Elemente docken magnetisch an Hilfslinien, Slices, Bildgrenzen oder Grundraster an, sofern Sie diese Funktion im Untermenü »Ansicht: Ausrichten an« aktiviert haben.

Abbildung 1.35:  In den Optionen zum Anmerkungen-Werkzeug geben Sie Überschrift und Farbe für die Titelleiste des Notizenfenster sowie die Schriftart für Ihre Anmerkungen vor.

Text-Anmerkungen verkleinern und ausblenden

Eine Notiz besteht aus zwei Teilen: dem Textfenster und dem Anmerkungen-Symbol. Zunächst erscheint das Anmerkungen-Symbol unter der linken oberen Ecke des Textfensters. Sie können jedoch Fenster und Symbol unabhängig voneinander mit jedem Photoshop-Werkzeug verschieben. Auch nachdem Sie das Symbol verschoben haben, erscheint das Fenster nach dem Schließen und erneuten Öffnen wieder an der gewohnten Stelle.

So schließen Sie ein Anmerkungen-Fenster:

  • Klicken Sie doppelt auf das Symbol eines geöffneten Anmerkungen-Fensters.
  • Klicken Sie auf das Schließen-Symbol rechts oben in der Titelleiste des Anmerkungen-Fensters.

Durch das Schließen des Anmerkungen-Fensters haben Sie aber noch nicht die Notizen-Symbole aus dem Bild verbannt. Dies erledigen Sie mit den Befehlen Anmerkungen oder Keine aus dem Untermenü Ansicht: Einblenden oder mit Ansicht: Extras einblenden beziehungsweise Strg+H (Details zum Ein- und Ausblenden solcher »Extras« ab Seite 79).

Wenn Sie ein Bild mit Befehlen wie »Bildgröße« oder »Arbeitsfläche« bearbeiten, verändern die Notizen ihre Position relativ zum Gesamtbild. Schneiden Sie Bildteile, die Anmerkungen enthalten, zum Beispiel mit dem Freistellwerkzeug weg, so entfernen Sie die Texte damit ersatzlos.

Text-Anmerkungen aus PDF-Dateien importieren

Laden Sie Notizen aus einer Acrobat-PDF-Datei in ein Bilddokument, das in Photoshop bereits geöffnet ist. Dazu nutzen Sie den Photoshop-Befehl Datei: Importieren: Anmerkungen und wählen eine PDF-Datei. Die Notizen erscheinen an den Bildstellen wie im PDF-Dokument. Vorsicht: Bereits vorhandene Notizen an vergleichbaren Positionen können ersetzt werden.

Dabei gilt: Photoshop platziert die importierten Notizen aus dem Acrobat-PDF-Dokument immer entsprechend ihrer Position im Originaldokument. Acrobat-Dateien haben jedoch oft DIN-A4-Druckgröße (21,0 x 29,7 Zentimeter); Bilddateien sind dagegen eventuell nur mit wenigen Zentimetern Druckbreite formatiert. In diesen Fällen können Sie die Anmerkungen eventuell nicht importieren; statt dessen zeigt Photoshop die Warnung: Einige Anmerkungen befinden sich ausserhalb der Arbeitsfläche. Auf verschiedene Weise bringen Sie die Notizen doch ins Bild:

  • Lassen Sie sich von der Warnung nicht abschrecken, importieren Sie also getrost. Aber erweitern Sie anschließend den Bildbereich drastisch mit dem Befehl Bild: Arbeitsfläche (Seite 201), zum Beispiel auf 30 x 30 Zentimeter. Die Notizen erscheinen dann auf der neu angebauten Zone.
  • Formatieren Sie Ihre Vorlage vor dem Importieren in Photoshop vorübergehend auf hohe Druckmaße um: Verwenden Sie den Befehl Bild: Bildgröße (Seite 177), wählen Sie die Option Neuberechnen mit ab und geben Sie zum Beispiel eine Druckbreite von 30 Zentimetern vor. Importieren Sie die Anmerkungen und formatieren Sie das Bild wieder auf niedrige Druckmaße zurück; abermals verzichten Sie auf die Option Neuberechnen mit. Die Notizen bleiben nun am Originalplatz.

Auch wenn Sie Acrobat-PDF-Dateien schlicht mit dem Öffnen-Befehl in Photoshop laden, bleiben die Anmerkungen als solche erhalten. Der Befehl Datei: Importieren: PDF (siehe Seite 237) gibt Ihnen dagegen zwar Zugriff auf die Einzelbilder im PDF-Dokument, nicht jedoch auf die Anmerkungen.

Die genaue Darstellung überlappender Notizen in der Bilddatei hängt auch von der Zoomstufe ab. Erhöhen Sie bei Bedarf den Abbildungsmaßstab mehrfach zum Beispiel mit Strg+Plus-Taste.

Im »Praxis«-Verzeichnis auf der CD zu diesem Buch finden Sie die Datei »Acrobat_mit_Notizen.pdf«. Sie enthält auf zwei Seiten drei Anmerkungen. Die Datei hat A4-Querformat, misst also im Druck 29,7 x 21 Zentimeter - einige Notizen werden in kleiner formatierten Bildern nicht erscheinen, sofern Sie nicht wie oben beschrieben die Arbeitsfläche oder die Druckmaße erweitern.

Abbildung 1.36:  Beginnen Sie die Aufzeichnung einer Ton-Anmerkung, indem Sie mit dem Audio-Anmerkung-Werkzeug ins Bild klicken.

Ton-Anmerkungen aufzeichnen

Prinzipiell vergleichbar mit den Text-Anmerkungen des Anmerkungen-Werkzeugs funktionieren auch die Ton-Anmerkungen. Das Werkzeug für Ton-Anmerkungen  teilt sich mit den Textnotizen ein Fach in der Werkzeugleiste. Um es einzublenden, klicken Sie zunächst länger auf das Werkzeug für Textnotizen  , dann wählen Sie im Ausklappmenü das Audio-Anmerkung-Werkzeug  . So geht's:

1. Wenn das Werkzeug aktiviert ist, tragen Sie in der Optionenleiste einen Autorennamen ein und geben nach dem Klick auf das Farbe-Feld eine Farbe vor. Der Name erscheint auch als Einblenderklärung, wenn der Betrachter den Mauszeiger über das Symbol in der Datei hält.
2. Klicken Sie die Bildstelle an, an der das Symbol für die Audio-Anmerkung erscheinen soll.
3. Nun erscheint das Dialogfeld Audio-Anmerkung, in dem Sie auf Start klicken, um die Aufzeichnung zu beginnen.
4. Beenden Sie die Aufzeichnungen mit einem Klick auf Stop. (Am Mac legen Sie bei Bedarf noch eine Pause ein.)
5. Zum Speichern verwenden Sie die Dateiformate TIFF, PDF oder Photoshop.

Mit einem Doppelklick auf das Symbol für Tonanmerkungen im Bild spielen Sie Ihren Wortbeitrag ab. Im »Praxis«-Verzeichnis finden Sie zum Test die Datei »Tonanmerkung« mit einer Klangbotschaft.

Sie können Audio-Anmerkungen auch in Aktionen, also in gespeicherte Befehlsfolgen, einbauen. Photoshop spielt Ihren Tonbeitrag also im Rahmen einer aufgezeichneten Befehlsfolge ab. Verwenden Sie in den Ausführen- Optionen zur Aktion jedoch die Option Anhalten für Anmerkung. Wenn Sie dagegen die übliche Vorgabe Beschleunigt beibehalten, läuft die Aktion eventuell schon weiter, während es noch aus den Speakern tönt. Abgebrochen wird die Ansage deswegen nicht.

Text- und Ton-Anmerkungen duplizieren, kopieren und einfügen

Die folgenden Hinweise entnehmen wir den Herstellerangaben. In den getesteten deutschen Vollversionen unter Windows und am Mac funktionierten diese Verfahren nicht: Aktivieren Sie das gewünschte Anmerkungen-Symbol, dann können Sie es mit den gängigen Kurztasten auch kopieren (Strg+C), ausschneiden (Strg+X) und einfügen (Strg+V). Um die Anmerkung zu duplizieren, ziehen Sie bei gedrückter Alt-Taste.

Text- und Audio-Anmerkungen löschen und speichern

Um Text- oder Ton-Notizen innerhalb eines Dokuments zu speichern, verwenden Sie die Dateiformate TIFF, Photoshop oder PDF. So löschen Sie eine Notiz restlos weg:

  • Klicken Sie das Anmerkungen-Symbol an und drücken Sie die Entf-Taste.
  • Klicken Sie mit rechts auf ein Symbol (am Mac Ctrl-Klick) und wählen Sie im Kontextmenü den Befehl Anmerkung löschen.
  • Ziehen Sie die Anmerkung aus dem Dokumentfenster.
  • Um alle Notizen gemeinsam zu entsorgen, verwenden Sie den Kontextmenü-Befehl Alle Anmerkungen löschen oder die Schaltfläche Alles löschen in den Werkzeugoptionen.

Auch so werden Sie Anmerkungen los: Wählen Sie den Befehl Datei: Speichern unter. Sofern Sie die Dateiformate TIFF, Photoshop oder PDF verwenden, bietet Photoshop die Anmerkungen im Bereich Optionen für Speichern des Dialogfelds an. Wählen Sie die Option ab. Andere Dateiformate - etwa JPG - nehmen ohnehin keine Anmerkungen auf. Wenn im Bild vorhandene Notizen beim Speichern herausfallen, zeigt Photoshop unten im Dialogfeld Speichern unter eine Warnung.

1.6.7 Befehle im Überblick: Photoshop-Oberfläche

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
- Darstellung Druckgröße auf Seite
Alt Anzeige der Bildgrößedaten
Tabulator-Taste - - Alle Paletten ein-/ausblenden
Tabulator-Taste Umschalt - Paletten außer Werkzeugpalette ein-/ausblenden
- Standard-Fenstermodus
- Vollschirmmodus mit Menüleiste
- Vollschirmmodus ohne Menüleiste
F
(für Full Screen)
    Wechsel zwischen Fenster- und Vollschirmmodi
Umschalt in Arbeitsfläche Photoshop-Arbeitsfläche um Bild herum mit Vordergrundfarbe färben
H
(für Hide)
Strg   Entspricht Ansicht: Extras einblenden (Auswahl-Markierung, Hilfslinien etc. ein-/ausblenden)
- Palettenmenü einblenden
- Palette auseinander falten/zusammen-falten
- Palette ausblenden
- In Photoshop geöffnetes Bild in ImageReady öffnen / in ImageReady geöffnetes Bild in Photoshop öffnen
Strg+M Umschalt   In Photoshop geöffnetes Bild in ImageReady öffnen / in ImageReady geöffnetes Bild in Photoshop öffnen
    Aufruf der Adobe-Internet-Seite
    In ImageReady: optimierte Grafik im Internet-Browser anzeigen

1.6.8 Hilfe-Texte am Bildschirm

Photoshops Bildschirmunterstützung erreichen Sie per Hilfe: Inhalt oder per F1, am Mac per Befehlstaste+Fragezeichen-Taste. Dort suchen Sie schnell nach bestimmten Themen oder Stichworten. Der Befehl Über Photoshop blendet den Start-Bildschirm ein, dem Sie bei Bedarf Ihre Seriennummer entnehmen. Der Befehl Über Zusatzmodul listet alle Plug-ins auf; bei Bedarf erhalten Sie ein Fenster, das den Hersteller und den vermeintlichen Einsatzzweck des Plug-ins verrät. Diese zwei Über...-Befehle finden Mac-Nutzer im Apfel-Menü. Einige weitere Hilfe-Befehle wie Top Themen und Neues bei Adobe bringen Sie zu Online-Informationen des Photoshop-Herstellers Adobe.

Auch bei geöffnetem Dialogfeld steht Ihnen der Befehl Hilfe: Inhalt zur Verfügung. Alternativ öffnen Sie den Hilfetext mit F1. Allerdings erhalten Sie generell keine unmittelbar auf das aktuelle Dialogfeld oder Werkzeug bezogene Information. Die Hilfe erscheint immer mit dem allgemeinen Start-Bildschirm, Sie müssen nach Ihrem Thema erst suchen.

Abbildung 1.37:  Klicken Sie in der schwarzen Leiste des Hilfesystems auf »Index«, erhalten Sie das Online-Stichwortverzeichnis zu einem zuvor gewählten Buchstaben. Der Text selbst erscheint nach Anklicken des Themas rechts.

Aufbau der Bildschirm-Hilfe

Die Hilfetexte erscheinen in Ihrem Standard-Internet-Browser. Die schwarze Leiste links oben bietet vier Bereiche:

  • Klicken Sie auf Inhalt, wenn Sie ein Inhaltsverzeichnis sehen möchten.
  • Klicken Sie auf Index für ein alphabetisches Verzeichnis aller Einzelthemen - das Stichwortverzeichnis. Klicken Sie jeweils auf die Nummern hinter dem Thema.
  • Mit Suchen gelangen Sie zu einer Suchmaske. Sie können hier nach beliebigen Begriffen in sämtlichen Hilfetexten fahnden. Vermeiden Sie Satzzeichen; wenn Sie nach zwei Begriffen gleichzeitig suchen, verwenden Sie nur ein Leerzeichen zur Trennung. Tippen Sie generell komplette Wörter ein. Klicken Sie doppelt ins Eingabefeld der Suchen-Funktion; damit erscheint ein Menü der zuletzt abgefragten Stichwörter - auch schon unmittelbar nach dem Start der Hilfe-Funktion.
  • Klicken Sie auf die Fragezeigen-Schaltfläche  , um Informationen über die Hilfe-Funktion zu erhalten.

Rechts erscheint jeweils eine Liste mit Einzelthemen zu Ihrer Abfrage; die entsprechenden Artikel rufen Sie durch Anklicken auf. Oder Sie sehen direkt den Hilfetext. Mit den Pfeil-Schaltflächen   rechts oben klicken Sie sich der Reihe nach durch die Beiträge.

Voraussetzungen

Sie sollten als Internet-Browser Internet Explorer 4 oder Netscape Navigator 4 verwenden; frühere Versionen bereiten eventuell Darstellungsschwierigkeiten. JavaScript muss aktiviert sein (zumindest für die Such-Funktion). Überdies empfiehlt Adobe für die Grundeinstellungen Ihres Browsers, dass das Programm generell Cookies akzeptieren sollte, weil die Such-Funktion Cookies verwendet (Cookies sind kleine Dateien, die WWW-Anbieter auf Ihrem Computer ablegen, um später auf bestimmte Informationen zurückzugreifen).

Praktische Tipps

Bei der »Hilfe«-Lektüre sollten Sie die Möglichkeiten Ihres Browsers voll nutzen:

  • Mit den Zurück- und Vor-Schaltflächen klicken Sie sich durch die Themen, die Sie bereits studiert haben.
  • Mit den Fenstern für History oder Verlauf erhalten Sie eine ausführliche Liste der bereits gesichteten Texte.
  • Links zu wichtigen Texten können Sie als »Favorit« oder »Lesezeichen« ablegen und so besonders flott aufrufen.
  • Ebenso können Sie die Texte drucken und die Schriftgröße am Schirm mit einem Befehl wie Ansicht: Schrift vergrößern ändern.

Alternativ zum Hilfe-System finden Sie auf der Photoshop-CD auch eine komplette Version des Handbuchs im Acrobat-PDF-Format; forschen Sie nach der Datei »Handbuch.pdf« direkt im Stammverzeichnis.

Werkzeug-Tipps

Praktisch für Einsteiger sind die Kurztipps zu allen möglichen Elementen der Photoshop-Oberfläche: Sobald der Zeiger zum Beispiel über einem Werkzeug-Symbol ruht, blendet Photoshop eine Kurzinformation ein samt dem Tastaturkürzel, mit dem Sie dieses Werkzeug starten können. Auch bei den vielen Symbolen auf Aktionen- oder Ebenenpalette helfen diese Kurztipps weiter. Beachten Sie, dass Photoshop auch über den Optionen in einigen Dialogfeldern gelb unterlegte Erklärungen einblendet; dazu ist kein Klick erforderlich. Per Voreinstellungen (Strg+K) lassen Sie also speziell als Photoshop-Neuling die Werkzeug-Tipps anzeigen.

Abbildung 1.38:  Wenn die »Werkzeug-Tipps« in den Voreinstellungen eingeschaltet wurden, blendet Photoshop Informationen zum Schaltfeld unter dem Mauszeiger ein.

1.6.9 Online-Informationen

Für Photoshopper sind unter anderem die folgenden Adressen des Photoshop-Herstellers interessant; dort erhalten Sie unter anderem kostenlose Programmergänzungen:

http://www.adobe.com
http://www.adobe de

Die umfassende, englische Wissensdatenbank der amerikanischen Adobe-Zentrale erreichen Sie unter:

http://www.adobe.com/support/database.html

Austauschen können Sie sich in den Foren der Online-Dienste, aber auch in der Photoshop-Newsgroup:

alt.graphics.photoshop

Günstige Ausgangspunkte für die Suche nach kostenlosen und kommerziellen Aktionen, Plug-ins und Tipps sind diese englischen Seiten, wo Sie auch zahlreiche Hinweise auf weitere Photoshop-Seiten erhalten:

http://desktopPublishing.com/photoshop.html
http://www.adscape.com/eyedesign/photoshop/four/links/index.html
http://www.netins.net/showcase/wolf359/adobepc.htm

Zu den wenigen deutschsprachigen Seiten zählt:

http://www.hirschi.ch/hauptframe.htm

Weitere Online-Adressen finden Sie an den passenden Stellen im Buch, Verweise auf kostenlose Plug-ins im Internet finden Sie ab Seite 879.

»Adobe Online«

Die Hilfe-Befehle wie Neues bei Adobe oder Downloads verbinden Sie mit Adobes Internet-Seite. Die Funktion Adobe Online, die Sie auch mit der Schaltfläche  auf der Werkzeugpalette erreichen, bietet Updates und sogar, nach einem Klick auf Konfigurieren, einen Rhythmus für die Software-Aktualisierung und für verschiedene Benachrichtigungen. Eventuell sollte eine Internet-Verbindung schon bestehen, bevor Sie den Befehl anwählen.

1.6.10 Troubleshooting: Ich klicke und nichts passiert

Immer wieder steht man vor Problemen nach dem Motto: Ich klicke und nichts passiert. Solche Unbill entsteht gern in Situationen wie diesen:

  • Sie bearbeiten eine Datei im Modus Bitmap, Lab oder Indizierte Farben oder mit 16-Bit-Farbtiefe pro Grundfarbe; in diesen Modi funktionieren jedoch nur wenige Filter und Kontrastkorrektur-Werkzeuge, Ebenentechnik ist nicht. Wechseln Sie mit dem Untermenü Bild: Modus zu Graustufen oder zu RGB-Farbe.
  • Sie versuchen eine Ebene zu bearbeiten, die zwar gut sichtbar, in der Ebenenpalette aber nicht aktiviert ist. Aktivieren Sie die Ebene durch einen Mausklick, so dass sie in der Ebenenpalette hervorgehoben wird.
  • Sie haben beim Malen oder bei der Ebenentechnik die Deckkraft heruntergesetzt oder einen Mischmodus eingestellt, der von der aktiven Ebene oder vom Pinselstrich nichts erkennen lässt (vergleiche Seite 536).
  • Sie haben die Ebene »fixiert«, so dass sie sich nicht mehr vollständig oder überhaupt nicht mehr bearbeiten lässt, etwa mit der Option Transparente Pixel fixieren  (vergleiche Seite 759). Schalten Sie die Optionen für die gewünschte Ebene in der Ebenenpalette ab.
  • Sie haben in der Kanälepalette nicht den Gesamtkanal aktiviert, zum Beispiel »CMYK« oder »RGB«, sondern eine einzelne Grundfarbe oder einen Alphakanal.
  • Sie arbeiten in der Ebenenmaske oder in einer Einstellungsebene statt auf den Bildpunkten der Ebene selbst. Klicken Sie die Miniatur der gewünschten Bildebene an, damit diese Ebene wieder aktiviert wird. Beachten Sie auch die Hinweise in der Titelzeile des Bildes.
  • Sie versuchen, außerhalb einer Auswahl zu arbeiten, die womöglich verborgen oder außerhalb des aktuellen Bildfensters ist. Drücken Sie Strg+H, um eine verborgene Auswahl wieder anzuzeigen.
  • Sie haben in den Voreinstellungen die Pixelwiederholung eingerichtet und erhalten deshalb grobe Ergebnisse beim Rotieren und Skalieren. Wechseln Sie zu Bikubisch (vergleiche Seite 137).
  • Sie arbeiten auf einer Textebene, die Filter, Tonwertkorrekturen und Werkzeugretuschen nicht zulässt. Verwenden Sie den Befehl Ebene: Rastern: Text, um den Text in eine übliche Bildpunkt-Ebene zu verwandeln. Brechen Sie die Textbearbeitung mit der Esc-Taste folgenlos ab oder bestätigen Sie Ihre Änderungen per Strg+Eingabetaste; dann lassen sich andere Werkzeuge und Befehle wieder aufrufen.
  • Sie bearbeiten eine Ebene und haben einen Befehl wie Bearbeiten: Frei Transformieren gewählt (Seite 764). Photoshop umgibt die Ebene mit einem Begrenzungsrahmen. In dieser Situation können Sie kaum andere Befehle nutzen. Brechen Sie die Arbeit mit der Esc-Taste ab oder bestätigen Sie die Änderung mit der Eingabe-Taste.
  • Sie haben beim Malen oder Retuschieren im Bereich Einstellungen  Vorgaben gemacht, die den Pinselstrich sehr schnell zu einem Nichts schrumpfen lassen; öffnen Sie das Dialogfeld mit der Schaltfläche  und stellen Sie alle Vorgaben auf Aus (vergleiche Seite 559).

1.7 Rücknahme von Eingaben

Photoshop und ImageReady bieten sehr vielseitige Möglichkeiten, Arbeitsschritte zu widerrufen. Sie können auch nach dem Speichern zu früheren Fassungen zurückkehren und verschiedene Zustände des Bildes mischen.

1.7.1 Einfaches »Widerrufen«

Wollen Sie nur den allerletzten Eingriff ungeschehen machen, wählen Sie Bearbeiten: Widerrufen oder Strg+Z. Beachten Sie: Haben Sie bei kühnem Pinselschwung nur kurz die Maustaste losgelassen, dann erkennt Photoshop auf verschiedene Einzelaktionen. Nur der allerletzte Teilstrich ist in der werkseitigen Einstellung von Photohop per Strg+Z annullierbar.

Alternativ wählen Sie Bearbeiten: Schritt zurück. Mit diesem Befehl gehen Sie nacheinander beliebig viele Arbeitsschritte zurück. Einfacher haben Sie es meist, wenn Sie statt dessen gleich den gewünschten Bildzustand auf der Protokollpalette anklicken (siehe Seite 100). Als Widerrufen-Befehl bietet Photoshop dann Widerrufen State Change an.

Nach dem Speichern bietet Photoshop das Widerrufen nicht mehr an. Aber statt dessen setzen Sie Ihr Bild mit Schritt zurück oder mit der Protokollpalette zurück.

1.7.2 Wiederherstellen

Hatte Ihnen der widerrufene Pinselstrich - im Nachhinein betrachtet - doch zugesagt? Nach dem Widerrufen finden Sie an der entsprechenden Menüstelle den Befehl Wiederherstellen; er bringt einen schon aufgehobenen Arbeitsschritt wieder zurück. So schalten Sie auch übersichtlich zwischen Vorher und Nachher eines Arbeitsschritts hin und her. Alternativ verwenden Sie Bearbeiten: Schritt vorwärts.

Der Widerrufen-Befehl hat ein besonderes Talent, das Sie auf der ansonsten bequemeren Protokollpalette nicht vorfinden: Wenn Sie die Liste der Protokollpalette gelöscht haben, können Sie diese oftmals sehr wichtige Aufreihung wieder herstellen - aber nur per Bearbeiten: Widerrufen Protokoll löschen; in der Protokollpalette selbst lässt sich das Löschen nicht rückgängig machen.

Kurztaste für »Wiederherstellen«

Viele Programme bieten gleichermaßen für die Funktionen Widerrufen und Wiederherstellen die Kurztaste Z an; so war es bisher auch bei Photoshop. Diese Tastenbelegung erschwert es jedoch, per Kurztaste mehr als einen Schritt zurückzugehen. Deswegen heißt es bei ImageReady Strg+Umschalt+Z (siehe auch nächster Abschnitt). So können Sie per Strg+Z immer ältere Stadien Ihres Motivs aufrufen.

Sie können jedoch Photoshop so einrichten, dass der Griff zu Strg+Z generell ausschließlich das Widerrufen auslöst. Anschließend lassen sich per Strg+Z mehrere Arbeitsschritte hintereinander widerrufen. Das Widerrufen entspricht dann dem Befehl Schritt zurück. Öffnen Sie die Voreinstellungen mit Strg+K und legen Sie im Klappmenü Wiederholen-Taste eine andere Kurztaste fest:

  • Verwenden Sie Strg+Umschalt+Z; damit erreichen Sie die gleiche Tastenbelegung wie in ImageReady.
  • Oder verwenden Sie Strg+Y (dieser Befehl schaltet in ImageReady zwischen verschiedenen Vorschau-Varianten um).

Die aktuell gültigen Tastenkombinationen nennen die Programme jeweils neben dem Befehl im Bearbeiten-Menü.

Abbildung 1.39:  Mit dem Befehl »Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine« (Strg+K) legen Sie fest, welcher Tastaturgriff die Funktion »Wiederherstellen« auslöst.

»Widerrufen«-Funktionen bei ImageReady

Abweichend von Photoshop bieten die ImageReady-Programmierer folgende Funktionen im Bearbeiten-Menü an:

  • Widerrufen annulliert den letzten Arbeitsschritt. Wählen Sie Widerrufen gleich noch einmal, um auch den vorletzten Schritt zu verwerfen. Der Befehl entspricht also Schritt zurück bei Photoshop.
  • Arbeitsschritte, die Sie annulliert haben, bringen Sie mit Wiederherstellen wieder zurück - auch mehrere hintereinander. Der Befehl hat bei ImageReady generell die Tastaturkombination Strg+Umschalt+Z.

Wollen Sie nur einen Arbeitsschritt rückgängig machen und mit demselben Befehl wieder herstellen (so wie in Photoshop mit den alternierend angeboten Befehlen Widerrufen und Wiederherstellen), so verwenden Sie in ImageReady den Befehl Widerrufen/Wiederherstellen (Strg+Alt+Z).Bei Bedarf richten Sie in den ImageReady-Voreinstellungen (Strg+K) auch Tastenbefehle nach Photoshop-Art ein; Strg+Z bewirkt dann je nach Lage der Dinge das Widerrufen oder das Wiederherstellen. Natürlich haben Sie es auch bei ImageReady mit der Protokollpalette einfacher als mit Menübefehlen.

1.7.3 »Zurück zur letzten Version«

Ist alles daneben geraten, bleibt vielleicht nur der Datei-Befehl Zurück zur letzten Version. Er hebt alles auf, was Sie noch nicht auf Festplatte gesichert hatten, und öffnet das Bild in der zuletzt gültigen Zoomstufe. Beide Programme tun dies ohne Umschweife, Sie werden nicht mehr um Rückbestätigung gebeten.

Bequemer hat man es allerdings, wenn man in der Protokollpalette auf den ersten Schnappschuss des unveränderten Bildes zurückgreifen kann; diesen Schnappschuss erstellt die Protokollpalette automatisch, sofern Sie es in den Protokoll-Optionen nicht ausdrücklich abgewählt haben (siehe unten).

1.7.4 »Erneut wählen«

Zum Teil unabhängig vom Status der Protokollpalette haben Sie Zugriff auf die letzte Auswahl, die im Bild war. Photoshop und ImageReady bringen die Auswahl zurück mit dem Befehl Auswahl: Erneut wählen (Strg+Umschalt+D, auch im Kontextmenü der Auswahlwerkzeuge). Dabei verwendet die Software die nächstgelegene Auswahl aus der Protokollpalette. Das bedeutet: Sind Sie in der Protokollpalette um viele Schritte zurückgesprungen - hinter Ihre jüngste Auswahl-Arbeit -, dann erhalten Sie per Erneut wählen nur eine noch davor erstellte Auswahl; Sie erhalten also nicht die zuletzt verwendete, jüngste Auswahl. Die zwei Programme bieten Erneut wählen gar nicht mehr an, sofern Sie in der Protokollpalette auf ein Bildstadium zurückgegriffen haben, bei dem noch gar keine Auswahl erzeugt wurde - zum Beispiel, wenn Sie durch Klick auf den Schnappschuss vom gespeicherten Original zur ursprünglichen Version zurückgekehrt sind.

Haben Sie bereits so viele Manöver hinter sich, dass der Auswahl-Befehl schon wieder aus der Protokollpalette herausgerutscht ist, dann lässt sich die Auswahl immer noch mit Erneut wählen herholen. Auch wenn Sie den Arbeitsspeicher mit den Befehlen Alle oder Protokolle aus dem Untermenü Bearbeiten: Entleeren freipusten, behalten Sie weiterhin den Zugriff auf die letzte Auswahl per Erneut wählen.

1.7.5 Widerrufen-Speicher

Natürlich braucht Photoshop Arbeitsspeicher, um nach einem Befehl die Rücknahme-Version einer bearbeiteten Datei parat halten zu können. Löschen Sie den Rücknahmespeicher mit dem Befehl Bearbeiten: Entleeren: Widerrufen.

Der Befehl Bearbeiten: Entleeren: Widerrufen entfernt nicht Schnappschüsse, die Sie in der Protokollpalette angelegt haben (siehe unten). Sie können also mit diesem Befehl viel Arbeitsspeicher freigeben; die wichtigsten Zwischenergebnisse Ihres Bildes behalten Sie als Schnappschüsse. Auch die letzte Auswahl, die Sie mit dem Befehl Auswahl: Erneut auswählen noch einmal ins Bild bringen, geht durch Leeren des Widerrufen-Speichers nicht verloren.

1.7.6 Stufenlose Rücknahme per »Verblassen«

Photoshop nimmt den letzten Filter- oder Einstellungen-Befehl auch stufenlos zurück. Diesen Befehl nennt das Bearbeiten-Menü neben dem Wort Verblassen (Strg+Umschalt+F). Das Prinzip: Photoshop legt das aktuelle Ergebnis über die vorherige Version. Je niedriger Sie die Deckkraft einstellen, desto stärker scheint wieder die Vorher-Fassung durch. Zudem lassen sich mit verschiedenen Füllmethoden ganz neue Wirkungen schaffen (vergleiche Seite 536). Die Mischfassung des Verblassen-Befehls können Sie per Widerrufen immer noch gänzlich aufheben. Der Befehl Verblassen erscheint auch im Kontextmenü der Auswahlwerkzeuge, sofern bereits eine Auswahl im Bild ist.

Abbildung 1.40:  Der Befehl »Verblassen« blendet die aktuelle Fassung des Bild es in die vorherige Variante.

Alternative zum »Verblassen«

Der Verblassen-Befehl ist unflexibel. Bearbeiten Sie lieber getrennte Ebenen, die Sie dann beliebig mischen und wieder korrigieren. So geht's:

1. Duplizieren Sie die gewünschte Ebene, zum Beispiel indem Sie diese auf das Symbol Neue Ebene  in der Ebenenpalette ziehen.
2. Bearbeiten Sie die obere Version mit Filter oder Kontrastkorrektur.
3. Mit Deckkraft-Regler und Mischmodus-Auswahl blenden Sie die zwei Fassungen ineinander.

Sie erhalten so dasselbe Bildergebnis wie beim Verblassen - eine abgeschwächte und eventuell anders überblendete Ansicht Ihres letzten Befehls. Doch selbst nach dem Speichern lässt sich die Mischung noch korrigieren. Überdies können Sie Ebenenmasken verwenden oder Helligkeitsbereiche ausblenden. Bei Bedarf verschmelzen Sie die Ebenen per Ebene: Mit darunterliegender auf eine Ebene reduzieren (dies funktioniert nicht, wenn sich unter der aktiven Ebene eine Textebene befindet).

1.7.7 Rücknahme von Eingaben im Dialogfeld

Haben Sie in einem Dialog oder in einer Palette an mehreren Reglern gedreht und möchten zu einer früheren Reglerstellung zurückkehren, bietet Photoshop meist zwei Möglichkeiten:

  • Drücken Sie den Standard-Rücknahmebefehl Strg+Z, um die allerletzte Veränderung zu annullieren. (Strg+Z hebt auch die letzte Veränderung an einem Transformieren-Rahmen auf.)
  • Drücken Sie die Alt-Taste; sie verwandelt die Schaltfläche Abbrechen in die Schaltfläche Zurück. Diese klicken Sie an, um alle Änderungen aufzuheben, ohne das Dialogfeld zu schließen.

1.7.8 Protokoll-Funktionen

Die »Protokoll«-Funktionen in Photoshop und ImageReady erlauben es Ihnen, bis zu 199 Arbeitsschritte zurückzunehmen und wieder darauf zurückzukommen. Solange das Bild geöffnet ist, zeichnet die Protokollpalette die Befehle in dem von Ihnen gewählten Umfang auf. Sie können also zwischenzeitlich speichern und dennoch auf einen Zustand zurückkommen, wie er vor dem Speichern bestand. Jeder einzelne Arbeitsschritt erscheint in der Palette. Photoshop zeigt stets zu jedem geöffneten Bild eine aktuelle Palette. Beim Schließen des Bildes ist das »Protokoll« jedoch ein für allemal verloren.

Nein, die Befehlslisten aus der Protokollpalette lassen sich nicht als »Aktionen« speichern. Umgekehrt haben Sie die Möglichkeit, automatische Befehlsfolgen aus der Aktionenpalette Schritt für Schritt am Einzelbild zurückzunehmen, indem Sie die Änderungen in der Protokollpalette aufheben. Änderungen an Paletten, Aktionen oder Voreinstellungen zeichnet die Protokollpalette nicht auf, da es sich nicht um Korrekturen am Einzelbild handelt.

Im Folgenden lernen Sie die Möglichkeiten kennen, die Photoshop bei der Protokollpalette bietet. Auf Abweichungen bei ImageReady weisen wir jeweils hin.

Abbildung 1.41: Mit der Protokollpalette kehren Sie zu beliebigen früheren Fassungen Ihres Bild es zurück. In den Optionen zur Protokollpalette bei Photoshop legen Sie unter anderem fest, in welchen Situationen das Programm automatisch einen Schnappschuss erstellt.

Möglichkeiten

Insgesamt bietet der protokollarische Dienst folgende Möglichkeiten:

  • Sie kehren zu beliebigen Arbeitsstufen zurück und stellen diese wieder her.
  • Per Mausklick erzeugen Sie »Schnappschüsse« oder neue Dateien von beliebigen Zwischenergebnissen (nicht bei ImageReady).
  • Mit dem Protokollpinsel   malen Sie beliebige Zwischenstufen Ihres Werks in die aktuelle Fassung (nicht bei ImageReady).
  • Der Befehl Bearbeiten: Fläche füllen bringt auf Wunsch Teile einer früheren Bildfassung zurück in Ihre Datei.
  • Um Speicher zu sparen, löschen Sie Schritte und grenzen die Zahl der aufzuzeichnenden Schritte ein.
  • Einzelne Zwischenergebnisse lassen sich auch als Schnappschuss ablegen (nicht bei ImageReady). Photoshop entfernt den Schnappschuss nicht, wenn der Widerrufen-Speicher automatisch oder von Hand geleert wird.

Vorgehen

Im Beispiel, das für die folgenden Abschnitte gilt, haben Sie das Bild schon in zehn Schritten verändert - mit Pinsel  , Filter, Tonwertkorrektur. Außerdem verwenden wir die Optionen, wie sie ab Werk kommen: Die Protokollpalette hält also Ihre letzten 20 Eingriffe fest, die Option Nicht-linear ist abgewählt, der Schnappschuss vom Original wird automatisch erzeugt (mehr zu den Optionen im Weiteren). Die Protokollpalette listet also ihre bisherigen zehn Eingriffe auf. So kann es weitergehen:

1. Klicken Sie auf Schritt 3, um Ihre Schritte 4 bis 10 ungeschehen zu machen.
2. Klicken Sie nun auf Schritt 7, um das Bild bis zu diesem Stadium wieder herzustellen.
3. Bearbeiten Sie jetzt das Bild mit neuen Ideen weiter. Photoshop verwirft nun die Schritte 8 bis 10 endgültig und zeichnet ab Schritt 8 neue Befehle in der Protokollpalette auf.

Einzelschritte durchgehen

Um Einzelschritt für Einzelschritt durch die Aufzeichnung zu wandern, drücken Sie Umschalt+Strg+Z für Vorwärts- und Alt+Strg+Z für Rückwärtsbewegung. Alternativ ziehen Sie den dreieckigen grauen Regler in der Protokollpalette nach oben oder unten. Eventuell können Sie auch mit Strg+Z immer weiter zurückwandern; dies hängt von den Kurztasten-Vorgaben in den Voreinstellungen ab (siehe Seite 97).

Schnappschuss erstellen

Mit dem Symbol Schnappschuss erstellen   in der Protokollpalette legen Sie beliebig viele Schnappschüsse Ihrer Datei (nur bei Photoshop, nicht bei ImageReady) an. Die Abbildungen erscheinen en miniature ganz oben in der Protokollpalette. Der Vorteil: Selbst wenn die Befehle aus der Protokollpalette gelöscht oder überschrieben sind, bleiben Ihnen die Schnappschüsse erhalten. So können Sie auf ausgewählte, frühe Varianten Ihrer Bildbearbeitung zurückgreifen; das ist oft sinnvoller, als endlose Listen in der Protokollpalette zu speichern. Klicken Sie doppelt auf den Namen des Schnappschusses, um ihn später noch umzubenennen. Das Kontextmenü zum Schappschuss bietet Befehle wie Löschen und Protokoll löschen. Der Schnappschuss lässt sich ebenso wie jeder andere Eintrag in der Protokollpalette als Quelle für den Protokollpinsel  verwenden; außerdem eignet er sich für die Protokoll-Option beim Füllen einer Auswahl oder eines Pfads.

Vorsicht: Beim Rückgriff auf einen Schnappschuss löscht Photoshop jüngere Bildvarianten aus dem Protokollspeicher, sofern Sie nicht die Option Nicht-lineare Protokolle sind zulässig aktiviert haben (siehe unten).

Abbildung 1.42:  Drei Varianten einen Schnappschusses bietet Photoshop an.

Schnappschuss-Optionen

Wenn Sie das Symbol Schnappschuss erstellen  bei gedrückter Alt-Taste anklicken, haben Sie die Möglichkeit, einen eigenen Namen für diese Momentaufnahme zu vergeben (ansonsten tun Sie das nach Doppelklick auf den Schnappschuss in der Palette). Außerdem zeigt Photoshop das Klappmenü Aus, in dem Sie die Art des Schnappschusses festlegen:

  • Vollständiges Dokument erzeugt einen Schnappschuss mit allen separaten Ebenen.
  • Reduzierte Ebenen verschmilzt alle Ebenen innerhalb des Schnappschusses (nicht in der aktiven Datei).
  • Aktuelle Ebene schnappt nur die, na?, aktuelle Ebene auf.

Sie erhalten dieses Dialogfeld Neuer Schnappschuss auch über den Befehl Neuer Schnappschuß im Menü der Protokollpalette. Vorsicht: Wenn Sie nicht die Option Vollständiges Dokument verwenden, haben Sie beim Rückgriff auf diesen Schnappschuss nur eine Einzelebene zur Verfügung. Der Klick auf das Schnappschuss-Symbol  unten in der Palette fängt immer ein Vollständiges Dokument ein.

»Ersten Schnappschuss automatisch erstellen«

Wenn Sie die werkseitig eingerichteten Optionen noch nicht verändert haben, erzeugt Photoshop einen ersten Schnappschuss der naturbelassenen Datei gleich beim Öffnen (ImageReady bietet generell keine Schnappschussfunktion). Damit greifen Sie besonders zügig auf die ursprüngliche Bildfassung zurück - schneller und sicherer als mit dem Datei-Befehl Zurück zur letzten Version, der ja auch die Protokoll-Liste löscht.

Neues Dokument erstellen

Den aktuellen Zustand können Sie in eine völlig neue Datei übertragen, die Photoshop mit dem Namen des aktuellen Befehls auf die Programmfläche wirft; dazu dient das Symbol Neues Dokument erstellen  . So lassen sich unterschiedliche Varianten einer Datei besonders übersichtlich auseinander halten - eine bequeme Alternative auch zum Befehl Bild: Duplizieren. Dabei bewahrt Photoshop auch Ebenen, die ausgeblendet wurden.

Schwierig wird es allerdings, wenn Sie später per Protokollpinsel  einzelne Teile der einen Datei in die andere übertragen wollen. Dies geht zwar mit dem Kopierstempel  , doch eventuell übertragen Sie die Pixel dabei nicht deckungsgleich. Legen Sie statt dessen die Dateien auf mehreren Ebenen übereinander und kombinieren Sie diese, indem Sie oben liegende Varianten mit Ebenenmasken oder Radiergummi  transparent machen und die Ebenen dann verschmelzen.

»Protokoll-Status«

Die Protokollfunktion ist speicherintensiv. Wie weit der Arbeitsspeicher gefüllt wird, lesen Sie, wenn Sie die Systembeanspruchungsanzeige in der Info-Leiste auf Arbeitsdatei-Größen stellen (Details weiter vorn in diesem Kapitel ab Seite 109).

Um Ihren Speicher zu schonen, reduzieren Sie die Zahl der Schritte, die Sie sich zur Rücknahme vorbehalten. Die genaue Zahl richten Sie in beiden Programmen mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Allgemeine ein. Hier bietet Photoshop im Feld Protokoll-Status ab Werk zunächst 20 Schritte an. Das ist freilich wenig, wenn man bedenkt, dass jeder kleine Klecks mit Kopierstempel  oder Pinsel  einen eigenen Eintrag auslöst. Doch zumindest bei knappem Speicher sollte man die Liste tatsächlich kurz halten und nur von interessanten Zwischenergebnissen einen Schnappschuss aufnehmen (siehe oben). Maximal möglich sind 100 Protokollobjekte bei Photoshop und 199 Protokollobjekte bei ImageReady. (ImageReady erlaubt ab Werk 32 Rückschritte, das Eingabefeld in den Voreinstellungen heißt Widerrufen-Schritte.)

Einzelschritte durch Neubearbeitung verwerfen

Um den Speicher zu entlasten, können Sie Schritte verwerfen oder auch den kompletten Protokollspeicher leeren.

So entfernen Sie Einzelschritte:

1. Markieren Sie nach zehn Schritten den Schritt 3. Die Schritte 4 bis 10 erscheinen grau gedimmt.
2. Arbeiten Sie wieder am Bild. Wenn Sie den neuen Schritt 4 tun, verschwinden die bisherigen, grau abgeblendeten Schritte 4 bis 10 aus der Protokollpalette, der neue Eingriff wird aufgelistet (sofern die Option »Nicht-linear« verwendet wird).
3. Bei Bedarf holen Sie die verworfenen Schritte 4 bis 10 jetzt - und nur jetzt - mit dem Befehl Bearbeiten: Widerrufen (Strg+Z) wieder in die Protokollpalette zurück.
4. Wenn Sie dagegen den neuen Schritt 5 unternehmen und Schritt 4 nicht widerrufen, verschwinden die alten Stufen 4 bis 10 auch aus dem Widerrufen-Speicher - sie sind endgültig perdu, der Arbeitsspeicherbedarf sinkt.

Einzelschritte durch Löschen verwerfen

Sie können Einzelschritte in Photoshop auch so löschen:

1. Markieren Sie zum Beispiel Schritt 3, so dass die nachfolgenden Ereignisse 4 bis 10 grau erblassen.
2. Dann klicken Sie auf das Mülleimer-Symbol  unten rechts in der Protokollpalette. Photoshop fragt: »Wollen Sie löschen?«.
3. Sie sagen: OK. (Alt-Klick auf den Mülleimer löscht ohne Rückfrage.)
4. Die Schritte 4 bis 10 verschwinden aus der Palette.

Bei Bedarf hieven Sie die entfernten Befehle 4 bis 10 unmittelbar nach dem Löschen wieder in die Palette; dies besorgt der Befehl Bearbeiten: Widerrufen: Objekte löschen.

Wie auch bei anderen Paletten klicken Sie den Mülleimer bei gedrückter Alt-Taste an, um gleich ohne Rückfrage zu löschen. Ebenso wirkt der Befehl Löschen aus dem Menü der Protokollpalette, das Sie wie immer mit dem Dreieck  rechts oben einblenden. Auch dieser Befehl erspart Ihnen die Rückfrage, sofern Sie ihn bei gedrückter Alt-Taste anklicken. Abermals steht das Löschen im Kontextmenü zur Verfügung; dazu klicken Sie einen Befehl der Protokollpalette mit rechts an (am Mac bei gedrückter Ctrl-Taste).

»Protokoll löschen«

Sie können die gesamte Protokolllatte für das aktive Bild löschen. Wählen Sie dazu bei Photoshop und ImageReady den entsprechenden Befehl im Menü der Protokollpalette. Photoshop bietet die Funktion Protokoll löschen auch im Kontextmenü per Rechtsklick über einem Protokollobjekt (am Mac Ctrl-Klick). Damit verschwinden alle Aufzeichnungen für das aktive Bild, aber der aktuelle Zustand bleibt erhalten. Die Aufzeichnungen aus der Protokollliste können Sie bei Photoshop unmittelbar im Anschluss an das Löschen per Widerrufen zurückholen. Protokolle für weitere geöffnete Bilder bleiben erhalten.

»Entleeren: Protokolle«

Photoshops Befehl Bearbeiten: Entleeren: Protokolle entfernt dagegen die Protokollinformationen für sämtliche geöffneten Bilder. Photoshop blendet hier eine wichtige Warnung ein: Dies kann nicht widerrufen werden. Weiter?

Zustände in andere Dateien übertragen

Ziehen Sie einen Zustand oder einen Schnappschuss aus der Protokollpalette in ein anderes Bild. Damit verwandeln Sie das Zielbild in eine Kopie der Vorlage mit sauber getrennten Ebenen - sogar die Bildmaße werden bei Bedarf geändert; verloren sind allerdings die ursprünglichen Ebenen des Zielbildes. Photoshop warnt Sie dabei nicht.

»Nicht-lineare Protokolle sind zulässig«

Die Protokolloptionen gibt es nur bei Photoshop, nicht bei ImageReady. Sie erreichen diese wichtigen Einstellmöglichkeiten wie üblich mit dem Befehl Optionen im Menü der Protokollpalette. Die Option Nicht-lineare Protokolle sind zulässig ist hier zunächst ausgeschaltet. Lassen Sie die Option ausgeschaltet, gilt folgendes Verhalten:

  • Sobald Sie Schritt 3 von 10 löschen, verschwinden auch die Schritte 4 bis 10.
  • Wenn Sie Schritt 3 von 10 markieren und neu mit der Bearbeitung beginnen, werden die Schritte 4 bis 10 überschrieben.

Abbildung 1.43:  Hier haben wir auf die Option Nicht-lineare Protokolle sind zulässig verzichtet.  Links: Wir haben das Bild in neun Schritten bearbeitet. Die Stempelretusche wird jedoch verworfen. Wir kehren zu Schritt 3 zurück. Die anderen Schritte erscheinen abgedimmt.  Rechts: Sobald wir die Unscharfmaskierung verwenden, entfernt Photoshop die bisherigen Schritte 4 bis 9 aus der Liste. Das spart Arbeitsspeicher und wirkt übersichtlich. Diese Bild fassungen sind damit verloren. Nur wenn Sie den Befehl »Bearbeiten: Widerrufen« wählen, bietet Photoshop die Schritte 4 bis 9 in der Protokollpalette wieder an.

Dieses Verhalten ändert sich, sobald Sie in den Optionen das Kästchen neben Nicht-lineare Protokolle sind zulässig anklicken. Nun können Sie Einzelschritte löschen - aber auch spätere Varianten bleiben weiterhin erhalten. Durch das Löschen der Einzelschritte gehen Ihnen also keine Arbeitsstufen verloren - auch nicht solche, mit denen Sie nicht weiterarbeiten. Nun verhält sich das Programm so:

  • Wenn Sie Schritt 3 von 10 löschen, bleiben die nachfolgenden Schritte sämtlich erhalten und können wieder hergestellt werden. Sie erscheinen nicht abgedimmt in der Protokollpalette.
  • Wenn Sie Schritt 3 von 10 markieren und neu mit der Bearbeitung beginnen, werden diese neuen Schritte in der Protokollpalette hinter die bisherigen Schritte Nummer 4 bis 10 geschrieben. Alte und neue Schritte stehen weiter zur Verfügung.

Statt die speicherfressende und manchmal verwirrende Option Nicht-lineare Protokolle sind zulässig zu verwenden, können Sie für interessante Bildzustände auch einen Schnappschuss anlegen.

Abbildung 1.44:  Hier haben wir die Option »Nicht-lineare Protokolle sind zulässig« aktiviert.  Links: Wir haben das Bild in neun Schritten bearbeitet und sind dann zu Schritt 3 zurückgekehrt. Diesmal erscheinen die Schritte 4 bis 9 nicht abgedimmt.  Rechts: Wir haben die Unscharfmaskierung angewendet. Sie erscheint als Schritt 10 in der Protokollpalette. Die verworfenen Schritte 4 bis 10 bleiben weiterhin erhalten und lassen sich durch Anklicken wieder herstellen. Dies kostet mehr Arbeitsspeicher und erschwert die Orientierung in der Protokollpalette. Sie können jedoch auf Bild zustände zurückgreifen, die Sie zwischenzeitlich verworfen hatten.

Protokollpinsel

Mit dem Protokollpinsel  (nur bei Photoshop, nicht bei ImageReady, Kurztaste Y) pinseln Sie Teile einer beliebigen Bildfassung pixelgenau in die aktuelle Version der Datei. So lassen sich Übergänge zwischen veränderten und ursprünglichen Bildteilen säubern oder allgemein verschiedene Zustände einer Datei ineinander schichten. Sie haben die Wahl:

  • Sie können Teile älterer Varianten in ein neues Stadium hineinmalen.
  • Umgekehrt kann man Bildpunkte aus einer neueren Fassung in eine davor erzeugte Variante übertragen.

Wie bei anderen Pinselwerkzeugen gilt auch hier: Sie haben alle Überblendverfahren und Werkzeugspitzen zur Verfügung. Sobald das Werkzeug aktiviert und einige Arbeit bereits vollbracht ist, wählen Sie folgendes Verfahren:

1. In der Protokollpalette klicken Sie in die Leiste für den Protokollpinsel  direkt links neben einem Arbeitsschritt mit der Einblenderklärung Wählt die Quelle für den Protokoll-pinsel; oder klicken Sie neben einem Schnappschuss in der Protokollleiste. Dort erscheint das Symbol für den Protokollpinsel  . Das bedeutet: Auf diese Fassung wird der Protokollpinsel  beim Farbauftrag zurückgreifen. (Aktivieren Sie dieses Objekt jedoch nicht durch einen Klick auf den Namen.)
2. Aktivieren Sie in der Protokollpalette diejenige Bildfassung, die Sie bearbeiten möchten. Häufig ist dies die neueste Fassung, sie ist ohnehin aktiviert.
3. Aktivieren Sie den Protokollpinsel  in der Werkzeugleiste.
4. Tragen Sie mit dem Pinsel Bildpunkte auf.

Diese Aktivitäten werden wiederum in der Protokollpalette vermerkt; Sie können also jeden Strich mit dem Protokollpinsel  einzeln widerrufen oder als Basis für neue Protokollretuschen verwenden. Der Radiergummi  hat im Übrigen eine Option Zurück zur letzten Version, die aber tatsächlich auch zur markierten Protokollquelle zurückradiert - die gleiche Arbeitsweise wie der Protokollpinsel  also.

Sie müssen die Bildpunkte nicht mit der Protokollpalette ineinander mischen. Sie können auch mehrere Varianten der Datei auf unterschiedlichen Ebenen übereinander legen. Dann mischen Sie, indem Sie oben liegende Ebenen mit einer Ebenenmaske ausstatten und durch Ebenenmaskenretusche mit Schwarz teilweise transparent machen oder indem Sie die Bereiche mit dem Radiergummi  tilgen. Auch bei der Anwendung von Deckkraft- und Mischmodus-Optionen sind Sie per Ebenentechnik flexibler als mit dem Protokollpinsel  . So bleiben Ihnen alle Bildpunkte in allen Variationen dauerhaft erhalten.

Abbildung 1.45:  In der Protokollpalette erkennen Sie: Unmittelbar vor Anwendung des Protokollpinsels haben wir das Bild zunächst mit dem Befehl »Gradationskurven« korrigiert und dann das Gesamtmotiv mit »Bild : Einstellen: Schwellenwert« in eine Strichgrafik verwandelt. Mit dem Protokollpinsel malen wir jetzt frühere Bild zustände in die Strichgrafik. Hier tragen wir Bild punkte aus der Zwischenstufe »Gradationskurven« auf; Sie erkennen an dem Pinsel-Symbol neben dem Zustand »Gradationskurven«, dass der Protokollpinsel auf Pixel aus diesem Zwischenergebnis zurückgreift. Datei: Haende

»Füllen« mit Protokoll

Sie können auch eine Auswahl oder einen Pfad mit einem Protokollzustand füllen. Dazu verwenden Sie die Befehle Bearbeiten: Füllen (Umschalt+Rückschritt, siehe Seite 548) oder, aus dem Menü der Pfadpalette, Pfad füllen. Im Klappmenü Füllen mit verwenden Sie nicht die Option Vordergrundfarbe, sondern Protokoll. Zum Füllen verwendet Photoshop diejenige Bildversion, die in der Protokollpalette mit dem Pinselsymbol markiert ist. Fehlt diese Kennzeichnung, wird die Option Protokoll nicht angeboten. Beim Füllwerkzeug genießen Sie dieses Angebot nicht.

Einschränkungen bei »Füllen« und Protokollpinsel

Mit dem Füllen-Befehl und mit dem Protokollpinsel bringen Sie ältere Bildzustände in eine neuere Variante Ihrer Vorlage oder umgekehrt. Hinter einige Schritte können Sie jedoch nicht mehr zurückkehren:

  • Wenn Sie die Bildfläche mit Befehlen wie Bildgröße, Arbeitsfläche oder mit dem Freistellwerkzeug  verändert haben.
  • Wenn Sie den Farbmodus gewechselt haben (siehe Abbildung 1.46).

Abbildung 1.46:  Das Kontextmenü des Protokollpinsels, erreichbar per Rechtsklick über dem Bild (am Mac per Ctrl-Klick), bietet Ihnen wie bei allen Pinselwerkzeugen verschiedene Überblendtechniken und die Werkzeugspitzen-Optionen. Zudem listet das Kontextmenü alle »Schnappschüsse« aus der Protokollpalette auf; Sie müssen also nicht erst in die Protokollpalette wechseln, wenn Sie einen anderen Schnappschuss als Quelle für den Protokollpinsel angeben wollen.

1.7.9 Kunst-Protokollpinsel  

Photoshops Kunst-Protokollpinsel  malt einen Bildzustand, den Sie in der Protokollpalette markiert haben, »künstlerisch verfremdet« ins aktuelle Bild. In den Optionen zum Kunst-Protokollpinsel haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Im Klappmenü Stil wählen Sie zwischen Vorgaben wie Dicht kurz oder Locker kraus lang. Diese Vorgaben bietet Ihnen auch das Kontextmenü.
  • Je höher der Wert für Bereich, desto breiter und zahlreicher verteilen sich die einzelnen Farbtupfer, die bei dauerhaftem Drücken der linken Maustaste entstehen, über das Bild. Werte von 1 bis 500 sind möglich.
  • Je niedriger Sie die Prozentangabe für Präzision ansetzen, desto stärker weicht Photoshop von den im Bild vorhandenen Farben ab.
  • Bei hohen Abstand-Werten können Sie nur dort im Bild malen, wo die Farbe deutlich von der Farbe im gewählten Protokollobjekt abweicht. Bei einem niedrigen Wert können Sie überall malen. Starten Sie mit 0.

Abbildung 1.47:  In den Optionen zum Kunst-Protokollpinsel legen Sie fest, wie das Werkzeug die gewählte Bild version verfremden soll.

»Einstellungen«

Weitere Möglichkeiten bietet die Schaltfläche Einstellungen  :

  • Sofern Sie mit einem druckempfindlichen Grafiktablett arbeiten, variieren Sie durch erhöhten Druck die Grösse und die Deckkraft des Pinselstrichs.
  • An Rechnern ohne Grafiktablett verwenden Sie alternativ die Option Verblassen: Geben Sie an, nach wie vielen Schritten Deckkraft und Größe abnehmen sollen. Je niedriger der Wert, desto schneller schrumpfen die Striche.

Um die Wirkung des Kunst-Protokollpinsels kennen zu lernen, sollten Sie alle Einstellungen auf Aus setzen. Weitere Beispiele für Einstellungen finden Sie bei der Besprechung der allgemeinen Werkzeugspitzen-Optionen ab Seite 557.

Abbildung 1.48:  Diese Beispiele entstanden mit dem Kunst-Protokollpinsel. Das Originalbild wurde zunächst mit weißer Farbe gefüllt (Umschalt+Rückschritt), dann markierten wir das unveränderte Bild als Kopierursprung. Datei: Schminke

Tipps zum Kunst-Protokollpinsel

Beachten Sie im Zusammenhang mit dem Kunst-Protokollpinsel auch Folgendes:

  • Die Wahl der Werkzeugspitze wirkt sich wesentlich auf das Ergebnis aus. Variieren Sie vor allem Größe und Kantenschärfe. Die Werkzeugspitze definiert hier einen einzelnen Malstrich, nicht den gesamten Farbauftrag. Wechseln Sie eventuell zwischenzeitlich Pinselgröße und Kantenschärfe (das Kontextmenü bietet wie üblich den Befehl Werkzeugspitze bearbeiten); retuschieren Sie das Ergebnis eventuell noch mit dem Wischfinger-Werkzeug  . Attraktiv sind auch die »künstlerischen« Werkzeugspitzen-Bibliotheken »Natürliche Spitzen« und »Verschiedene Spitzen«, die Sie über das Palettenmenü laden.
  • Bei Bedarf trägt Photoshop die Striche des Kunst-Protokollpinsels auch automatisch entlang einem Pfad auf. Zeichnen Sie einen Pfad, schalten Sie den Kunst-Protokollpinsel  ein und wählen Sie aus der Pfadpalette den Befehl Pfadkontur füllen oder Unterpfadkontur füllen (Seite 716).
  • Viele Photoshop-Filter lösen Ihr Bild oder eine Auswahl ebenfalls in eine »künstlerische« Struktur auf. Verwenden Sie das Filter-Menü zum Beispiel mit den Untermenüs Kunstfilter, Malfilter, Stilisierungsfilter oder Zeichenfilter (Übersichten ab Seite 889).

1.8 Messen von Programm- und Bilddaten

Photoshop und ImageReady bieten umfangreiche Anzeigen über die technischen Eigenschaften des Bildes, über die aktuelle Auswahl wie auch über das Gesamtsystem. Die folgenden Merkmale finden Sie zum Teil nur bei Photoshop. Die speziellen Informationsmöglichkeiten für das ImageReady-Bildfenster besprechen wir im Kapitel »Funktionen für Internet-Designer« ab Seite 345.

1.8.1 Info-Leiste

Den unteren Programmfenster-Rahmen bildet bei Photoshop für Windows die Info-Leiste, sofern Sie diese mit dem Fenster-Befehl Informationsleiste einblenden hervorholen. Am Mac erscheint dieser Bereich unten im Einzelbildfenster. Hier nennt Photoshop für Windows die Tastaturkombinationen, die bei einem Werkzeug zur Verfügung stehen. An der Balkengrafik ganz links ist abzulesen, zu wie viel Prozent ein Befehl schon abgearbeitet wurde (was zu lange dauert, brechen Sie mit der Esc-Taste ab). Außerdem finden Sie die Anzeige für Zoomstufe und Systembeanspruchung; dazu mehr im Anschluss.

Abbildung 1.49:  Die Info-Leiste nennt Programm- oder Bild daten und gibt Tipps.

Anzeige der Druck- und Dateigröße

Links unten in der Info-Leiste sehen Sie zwei Werte für Dateigrößen. Ein Mausklick auf dieses Feld blendet ein Schema mit der Seitengröße ein; Sie sehen dort, wie viel Platz das Bild auf einer DIN-A4-Seite einnimmt (sofern Sie DIN A4 eingerichtet haben). Übersichtlicher wirkt jedoch der Befehl Datei: Druckoptionen (Seite 150).

Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste auf dieses Feld, bekommen Sie die Datei-Informationen für das Bild mit Breite, Höhe, Auflösung und Zahl der Farbkanäle. Haben Sie in den Voreinstellungen oder in den Optionen zur Infopalette als Maßeinheit Pixel gewählt, nennt Photoshop im Datenfeld über der Info-Leiste auch nur Pixelwerte; geben Sie indes Zentimeter vor, macht das Datenfeld sowohl Zentimeter- als auch Pixelangaben. Ähnliche Informationen erhalten Sie auch mit dem Befehl Bild: Bildgröße und dort lassen sich auch Korrekturen eingeben oder nur erproben.

1.8.2 Anzeige der Systembeanspruchung

Das kleine Dreieck  in der Info-Leiste öffnet ein Mini-Menü; hier entscheiden Sie, welche Informationen Photoshop links nebenan ausgeben soll. Sie haben die Wahl zwischen Dateigrößen, Arbeitsdatei-Größen, Timing, Dokumentprofil, Effizienz und Aktuelles Werkzeug.

»Dateigrößen«

Entscheiden Sie sich für Dateigrößen, beziehen sich die Werte nur auf die aktive Datei. Der linke Wert nennt die Größe der Datei im Arbeitsspeicher so, als ob es sich um ein Bild ohne separate Ebenen oder Alphakanäle handelt. Rechts neben dem Schrägstrich lesen Sie den tatsächlich verlangten Speicherplatz für dieses Bild; er ist größer als der linke Wert, wenn über dem Untergrund zusätzliche Objekte schweben oder wenn Sie Auswahlkanäle einsetzen.

Ein Beispiel: Öffnen Sie das Bild »Ball.psd« aus dem »Praxis«-Verzeichnis von der CD zu diesem Buch. Dabei handelt es sich um ein Bild mit mehreren Ebenen.

Links vom Schrägstrich stehen hier »489K«, rechts »1,5M«. Das bedeutet: Die Datei »Ball.psd« beansprucht mit ihren verschiedenen Ebenen - Ball, Schatten, Himmel - 1,5 Mbyte Arbeitsspeicher. Wenn man jedoch alle Ebenen zu einer einzigen »Hintergrund«-Ebene verschmilzt, so dass alle verborgen unten liegenden Bildpunkte gelöscht sind, benötigt das Bild nur noch 489 Kbyte Arbeitsspeicher. Etwa der gleiche Wert kommt zustande, wenn Sie das Bild unkomprimiert und ohne Ebenen oder Alphakanäle auf Festplatte speichern, zum Beispiel im Format TIFF unkomprimiert.

Ziehen Sie nun die Ebene »Ball« in den Mülleimer  , lesen Sie in der »Dateigrößen«-Anzeige: »498K/1007K«. Der linke Wert bleibt also gleich: Denn für die »flache« Version des Bildes, wenn alle Ebenen verschmolzen sind, braucht Photoshop ja stets denselben Arbeitsspeicher. Nicht der Bildinhalt entscheidet hier, sondern allein die Pixelfläche und der Farbmodus und daran haben Sie nichts geändert. Doch der Wert rechts vom Querstrich ist gesunken, denn Sie haben eine Ebene gelöscht.

Abbildung 1.50:  Oben: Mit der Vorgabe »Dateigrößen« verrät Photoshop, wie viel Arbeitsspeicher eine Version der Datei ohne separate Ebenen beansprucht und wie viel Speicher die Gesamtdatei mit Einzelebenen braucht.  Unten: Mit der Vorgabe »Arbeitsdatei-Größen« nennt das Programm den Gesamtbedarf an Arbeitsspeicher für alle Bild er, rechts neben dem Schrägstrich erscheint der verfügbare Speicherplatz.

»Arbeitsdatei-Größen«

Klicken Sie die Arbeitsdatei-Größen an, dann entnehmen Sie der ersten Zahl, wie viel Speicherplatz Photoshop für alle geöffneten Bilder benötigt. Der zweite Wert verrät, wie viel Arbeitsspeicher dem Programm überhaupt zur Verfügung steht. Ist die linke Zahl höher als die rechte, so heißt dies: Photoshop benötigt mehr Arbeitsspeicherkapazität, als ihm zur Verfügung steht. Dann muss das Programm Dateien auf die Festplatte, auf ein »Arbeitsvolume« auslagern - und das kostet endlos viel Zeit (Details zu Arbeitsvolumes finden Sie auf Seite 144).

Für unsere Abbildung heißt das: Photoshop zeigt links »111,9M« an; das Programm braucht also für sich und die geöffneten Bilder 111,9 Mbyte Arbeitsspeicher. Rechts steht »448,2M«; Photoshop hat also insgesamt 448,2 Mbyte Arbeitsspeicher zur eigenen Verfügung - für die aktuelle Aufgabe reicht das einstweilen.

Wenn Sie weitere Bilder öffnen, vergrößert sich der linke Wert - für den tatsächlichen Arbeitsspeicherbedarf. Hier erkennen Sie auch, wie sich Photoshop nach der Ausführung von Befehlen oder nach dem Kopieren mehr Arbeitsspeicher genehmigt. Sie erleben mit, wie eine Bearbeitung des Gesamtbildes - etwa ein Scharfzeichnen ohne Auswahl - mehr Widerrufen-Speicher schluckt als ein kleiner örtlicher Eingriff, etwa das Aufziehen einer kleinen Rechteckauswahl.

»Dokumentprofil«

Mit der Vorgabe Dokumentprofil nennt Photoshop das Farbprofil des aktuellen Bildes.

»Effizienz«

Mit der Vorwahl Effizienz zeigt Photoshop an, wie viel Prozent seiner Operationen im schnellen Arbeitsspeicher ablaufen. Liegt der Wert unter 100 Prozent, erkennen Sie, dass Photoshop auf die langsame Festplatte, auf ein »Arbeitsvolume«, auslagern muss. Vielleicht ein Anlass, die Speicherzuteilung zu ändern.

»Timing«

Wenn Sie Timing anwählen, verrät Photoshop die Zeit, die er für die zurückliegende Operation gebraucht hat. Sie können den Zeit-Wert wieder auf Null setzen: Dazu wählen Sie den Zeit-Befehl mit gedrückter Alt-Taste an.

»Aktuelles Werkzeug«

Der Befehl Aktuelles Werkzeug nennt, jawohl, das aktuelle Werkzeug. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn Sie die Werkzeugleiste per Tab-Taste von der Oberfläche verbannt haben und statt eines Werkzeugsymbols lieber den wirksamen Umriss der Werkzeugspitze anzeigen. Sie werden dann die Werkzeuge zum Beispiel per Kurztasten aufrufen und erfahren aus der Statuszeile, ob ihr Tastenhieb auch das gewünschte Tool anspringen lässt.

Generell erfahren Sie hier aber nicht das Werkzeug, das Sie durch eine Kurztaste vorübergehend einschalten, bis Sie die Taste wieder loslassen. So können Sie etwa per Alt-Taste von Malwerkzeugen vorübergehend zur Pipette  wechseln, fast immer bringt die Strg-Taste das Verschieben-Werkzeug  her - aber davon lesen Sie in Photoshops Info-Leiste nichts.

1.8.3 Die Infopalette

Der Befehl Fenster: Informationen einblenden fördert die Infopalette auf den Schirm; alternativ drücken Sie F8, sofern Sie diese Taste nicht in der Aktionenpalette anderweitig vergeben haben. Die Infopalette zeigt die Farbwerte des Bildpunkts unter dem Werkzeugcursor in zwei verschiedenen Farbmodellen - welche Farbmodelle, das bestimmen Sie im Palettenmenü oder über die pipettenförmigen Schnellschalter in der Anzeige selbst. Außerdem sehen Sie die Koordinaten der Cursorposition in Pixeln, Zentimetern oder Inches.

Abbildung 1.51:  Die Infopalette nennt alle Daten für Bild und Auswahl. In den Paletten-Optionen nennen Sie die Farbmodelle und Maßeinheiten, die Photoshop verwenden soll.

Arbeiten Sie mit der Auswahlellipse  oder dem Auswahlrechteck  , zeigt die Infopalette Höhe (H) und Breite (B) des ausgewählten Bereichs an. Beim Arbeiten mit Buntstift  , Linienzeichner  oder Verlaufswerkzeug  sehen Sie die Koordinaten der Anfangs- und Endpunkte, den Winkel (W), die Distanz (D), die Veränderungen auf der X-Achse ([---DELTA---] X) und auf der Y-Achse ([---DELTA---] Y) beim Ziehen sowie die Höhe (H) und Breite (B) des ausgewählten Bereichs. Wenn Sie skalieren, lassen sich Höhe und Breite (H, B) der skalierten Auswahl sowie die prozentualen Veränderungen ablesen; bei Drehmanövern erscheint der Drehwinkel.

Bei einer Farbkorrektur zeigt die Infopalette nebeneinander die Werte vor und nach der Korrektur an, solange das entsprechende Dialogfeld, etwa Helligkeit/Kontrast, noch offen ist. Ein Ausrufezeichen neben einem Farbwert signalisiert, dass dieser außerhalb des druckbaren Bereichs liegt. Die Maßeinheiten und Farbsysteme ändern Sie nicht nur über die Paletten-Optionen, sondern auch mit den Mini-Schaltern in der Palette selbst.

Abbildung 1.52:  Durch Klicken auf die Symbole in der Infopalette ändern Sie die Anzeige von Farbmodus und Längeneinheiten, ohne die Palettenoptionen oder Voreinstellungen aufzurufen.

1.8.4 Farbaufnehmer-Werkzeug

Das Farbaufnehmer-Werkzeug  finden Sie im selben Fach der Werkzeugleiste wie die Pipette  und Sie rufen es mit derselben Kurztaste I auf. Das Farbaufnehmer-Werkzeug verteilt bis zu vier Messpunkte über die Datei. Photoshop nummeriert diese Messstationen durch und nennt in der Infopalette für jeden Punkt separat den genauen Farbwert.

Sie können Messpunkte in mehreren Dateien gleichzeitig anlegen. Photoshop zeigt die Werte für das jeweils aktive Dokument. Wenn Sie das Werkzeug wechseln, blendet Photoshop die Punkte aus. Sie erscheinen aber unverändert, sobald Sie das Farbaufnehmer-Werkzeug wieder aufrufen. Starten Sie einen Tonwert-Befehl wie Farbton/Sättigung, zeigt die Infopalette bei geöffnetem Dialogfeld für jeden einzelnen Messpunkt gleich zwei Werte - Vorher und Nachher. Die Messpunkte messen weiter, auch wenn Sie mit dem Pinsel  darüber malen oder einen Filter starten.

Es ist egal, welche Montage-Ebene Sie aktivieren: Das Farbaufnehmer-Werkzeug misst immer den Tonwert des sichtbaren Gesamtbildes. Blenden Sie eine Ebene aus, kann sie auch nicht mehr mit gemessen werden. Sie können mit dem Farbaufnehmer-Werkzeug den Farbwert eines einzelnen Bildpunkts messen oder den Durchschnitt aus 3x3 oder 5x5 Pixeln; Sie regeln das per Kontextmenü oder in den Werkzeugoptionen.

Sie können mit dem Farbaufnehmer-Werkzeug arbeiten, während Dialogfelder wie Gradationskurven oder Farbbalance geöffnet sind. Dazu klicken Sie mit gedrückter Umschalt-Taste ins Bild.

Auswahl des Farbmodells

Mit dem kleinen Menüdreieck neben dem Pipettensymbol in der Infopalette geben Sie für jeden Messpunkt ein anderes Farbmodell vor, zum Beispiel RGB, CMYK oder Lab-Farbe. Allerdings verwendet das Programm zunächst stets das aktuelle Farbmodell und merkt sich nicht die Farbmodelleinstellung, die Sie für die vorherige Datei eingerichtet hatten.

Messpunkte verschieben und übertragen

Bewegen Sie das Farbaufnehmer-Werkzeug über einen Messpunkt, um diesen zu bewegen. Wenn Sie dabei zur Umschalt-Taste greifen, bleiben Ihnen nur Bewegungen auf Geraden übrig. Umgekehrt können Sie mit dem Verschieben-Werkzeug  auch Ebenen oder Arbeitsflächen unter den Messpunkten her verschieben, die dabei auf ihrer Position beharren.

Die Messpunkte vermehren sich beim Duplizieren einer Datei mit und sie überstehen auch eine Verkleinerung per Bildgröße-Befehl.

Messpunkte speichern und entfernen

In einigen wichtigen Dateiformaten speichert Photoshop Messpunkte automatisch mit; man trifft sie also nach erneutem Öffnen wieder an. Dazu zählen die Dokumenttypen TIFF, Photoshop und JPG, während GIF sich dagegen sperrt.

Um einen Messpunkt zu entfernen, rücken Sie ihm mit dem Farbaufnehmer-Werkzeug bei gedrückter Alt-Taste zu Leibe. Der Cursor erscheint dann als Schere, der Punkt lässt sich wegschneiden. Alternative: Schieben Sie den Messpunkt aus dem Bild.

Sie blenden die Punkte aus, indem Sie zu einem anderen Werkzeug wechseln oder wenn Sie die Option Extras einblenden im Ansicht-Menü abwählen. Einen entsprechenden Befehl bietet zudem das Menü zur Infopalette.

Bei geöffnetem Dialogfeld

Auch wenn die Kontrastkorrekturen aus dem Untermenü Bild: Einstellen geöffnet sind, können Sie noch Messpunkte setzen. Dazu klicken Sie bei gedrückter Umschalt-Taste ins Bild. Um einen Messpunkt noch bei offenem Dialogfeld wieder zu entfernen, klicken Sie ihn bei gedrückter Umschalt+Alt-Taste an. Zum Verschieben reicht die Umschalt-Taste.

Abbildung 1.53:  Messdiener: Bis zu vier Messpunkte verteilt das Farbaufnehmer-Werkzeug; die Infopalette meldet die Daten. Datei: Ball

1.8.5 Messwerkzeug

Messwerkzeug

Das Messwerkzeug  finden Sie nur bei Photoshop. Es misst Distanzen zwischen zwei Punkten. In der Werkzeugleiste belegt es ein gemeinsames Fach mit Pipette  und Farbaufnehmer-Werkzeug  . Wie diese Werkzeuge, lässt es sich mit der Taste I aufrufen; Umschalt+I wechselt zwischen den Werkzeugen hin und her.

Klicken Sie ins Bild und ziehen Sie den Zeiger bei gedrückter Maustaste bis zum zweiten Punkt. Das Werkzeug hinterlässt eine graue, nicht druckbare Linie mit zwei deutlich markierten Enden in der Datei. Ziehen Sie ausgehend von einem Endpunkt bei gedrückter Alt-Taste, um eine zweite Strecke in einem beliebigen Winkel anzubringen. Die Umschalt-Taste beschränkt wie stets auf 45-Grad-Linien.

Die Informationspalette und die Optionenleiste melden jetzt den Winkel, die Länge und die Position des Maßbands, das Sie ins Bild gesetzt haben. Sie können das Band verschieben oder eine neue Messstrecke ins Bild klicken. Um das Messwerkzeug zu drehen, klicken Sie eins der Enden an und ziehen. Wenn Sie dabei die Umschalt-Taste drücken, sind nur Winkel in 45-Grad-Schritten möglich. Verwenden Sie beim Verschieben die Umschalt-Taste, bewegt sich das ganze Messwerkzeug nur in 45-Grad-Winkeln weiter.

Photoshop zeigt die Messwerkzeug-Werte so lange an, wie das Werkzeug aktiviert ist. Greifen Sie zu einem anderen Tool, blendet Photoshop das Messwerkzeug aus und die entsprechenden Anzeigen in der Infopalette mit ihm. Das Maßband bleibt freilich am Platz. Klicken Sie lediglich das Messgerät erneut an.

Vorsicht: Wenn Sie ein brauchbares Maßband aus Versehen durch weitere Klicks wieder zunichte gemacht haben, lässt sich der Verlust nicht Widerrufen.

Abbildung 1.54:  Mit dem Messwerkzeug wurde eine Strecke ins Bild geklickt. Maße, Winkel und Position der Linien nennt Photoshop in der Infopalette und in der Optionenleiste.

Entfernen und Speichern

Ein Maßband, das Sie nicht mehr benötigen, schieben Sie einfach von sich oder klicken Sie die Schaltfläche Löschen in den Werkzeugoptionen an. Das Maßband lässt sich nicht speichern: Nach Schließen des Bildes ist es auf jeden Fall weg. Sie können das Maßband weder in eine andere Datei ziehen noch mit der Aktionenpalette verewigen. (Die Messpunkte des Farbaufnehmer-Werkzeugs  , siehe oben, speichert Photoshop dagegen mit einigen Dateiformaten.)

Sie können den Winkelwert eines Messwerkzeugs in das Datenfeld des Befehls Bild: Arbeitsfläche drehen: Per Eingabe übernehmen. Damit lässt sich ein Horizont sauber ausrichten (Details auf Seite 194).

1.9 Die Aktionenpalette

Sie fördern die Aktionenpalette bei Photoshop und ImageReady mit dem einschlägigen Fenster-Befehl zutage. Die Aktionenpalette zeichnet Befehlsfolgen auf, so genannte »Aktionen«: Der Job Freistellen-Kontrastkorrektur-Modusänderung-Schärfen-Speichern läuft dann in einem Rutsch ohne weiteres Zutun ab. Mit einer Datei oder mit vielen Dateien. Photoshop rotiert, Sie haben frei.

Die Aktionenpalette spart enorm Zeit, auch wenn die Einarbeitung zunächst lästig wirkt. Die Beschäftigung mit Photoshops Aktionismus lohnt sich immer, sofern Sie regelmäßig wiederkehrende Befehlsfolgen verwenden oder auch nur mit Filterkombinationen experimentieren. Einige Aktionen finden Sie in der Aktionenpalette bereits im Set »Standardaktionen«, weitere Aktionensammlungen laden Sie über das Palettenmenü.

Abbildung 1.55:  Aktionismus: Mit der Aktionenpalette zeichnen Sie Befehlsfolgen auf. Links: Der Listenmodus blendet auf Wunsch die Einstellungen der Einzelbefehle ein. Der Schaltermodus (rechts, nur bei Photoshop) schafft Übersicht.

Die Verwaltung der Aktionen bei Photoshop und ImageReady unterscheidet sich auf verwirrende Art. Um das Glück vollkommen zu machen, bietet ImageReady zusätzlich zu Aktionen noch so genannte Droplets an (siehe unten).

Generell laufen auch englische Aktionen im deutschen Photoshop, Mac- Aktionen unter Windows und umgekehrt. Sie müssen jedoch eventuell bestimmte Elemente sprachenspezifisch benennen; zum Beispiel tauft man »Ebene 1« in »Layer 1« um, wenn eine Aktion mit Ebenen hantiert.

1.9.1 Übersicht

Die Möglichkeiten der Aktionenpalette sind vielseitig:

  • Sie können einzelne Befehle einer »Aktion« ausschalten oder verschieben.
  • Sie können das Dialogfeld zu einem Einzelbefehl einblenden und korrigieren oder automatisch mit den bisherigen Werten abarbeiten lassen.
  • Sie können nachträglich Befehle hinzufügen.
  • Sie können Stopps und Bildschirmmeldungen einplanen.
  • Die Aktionen lassen sich auf Einzeldateien oder auf ganze Verzeichnisse anwenden.
  • Sie können Aktionen speichern und weitergeben und auch Aktionen von anderen Anwendern übernehmen, zum Beispiel über das Internet.
  • Sie können die Aktionen über Tastaturkürzel starten.
  • Aktionen lassen sich zu »Sets« zusammenfassen.
  • Sie können eine Aktion von einer anderen Aktion ausführen lassen.

Einschränkungen

Eins geht allerdings in Photoshop nicht: Sie können die Befehlsfolgen, welche die Protokollpalette auflistet, nicht in die Aktionenpalette übernehmen. Gelungene Funktionsreihen müssen Sie für die Aktionenpalette neu herunterklicken. (Bei ImageReady lassen sich kompatible, einzelne Befehle aus der Protokollpalette in eine Aktion ziehen, siehe unten.)

Sie können keine Aktionen aufzeichnen, die Befehle aus den beiden Programmen Photoshop und ImageReady verwenden. Lediglich der Befehl Datei: Springen zu (er entspricht dem Klick auf die Programmwechsel-Schaltfläche ganz unten in der Werkzeugleiste) wird aufgezeichnet. Sie können also zum anderen Programm wechseln, dann von Hand zum ursprünglichen Programm zurückkehren und dort die Aktion weiterlaufen lassen.

Besonderheiten bei ImageReady

Bei ImageReady können Sie Ihre Aktionen nicht auf verschiedene »Sets« verteilen. Außerdem werden die Aktionen anders gespeichert: als so genannte »Droplets«. Dabei wird jede Aktion zu einer eigenen Datei. Wir besprechen hier zunächst die Möglichkeiten von Photoshop und gehen am Ende des Abschnitts auf die »Droplets« von ImageReady ein.

1.9.2 Befehle im Überblick: Aktionenpalette

Taste/Feld Zusatztasten Aktion Ergebnis
  Palettenmenü
  Markierte Aktion löschen
Alt Aktion löschen ohne Rückfrage
  Aktion neu erstellen
Alt Aktion neu erstellen ohne Dialogfeld
  Befehle aufzeichnen
  Aufzeichnung anhalten
  Markierte Aktion ausführen oder ab markiertem Befehl ausführen
  Neues Aktionen-Set anlegen mit Einblendung der Optionen
Alt Neues Aktionen-Set anlegen ohne Einblendung der Optionen
[Name der Aktion]   Optionen einblenden
[Name der Aktion] Strg Aktion ausführen
[Name des Befehls] Strg Aktion ab markiertem Befehl ausführen
  Unterbrechung durch Dialogfeld zulassen/Dialogfeld-Einstellungen automatisch verwenden
Alt Angeklickten Dialog zulassen, alle anderen aus/alle Dialoge zulassen
  Bei Aktion: alle Befehle einschalten/ausschalten
Bei Befehl: einschalten/ausschalten
Alt Angeklickten Befehl einschalten, alle anderen aus
  Bei Aktion: Einzelbefehle anzeigen;
Bei Einzelbefehl: Einstellungen anzeigen;
Bei Sets: Aktionen-Set öffnen
  Bei Aktion: Einzelbefehle ausblenden
Bei Einzelbefehl: Einstellungen ausblenden
Bei Sets: Aktionen-Set schließen

1.9.3 Erstellen und Aufzeichnen einer Aktion

Nach dem Start zeichnet Photoshop die Befehle in der Reihenfolge auf, in der Sie diese eingeben. Später können Sie jederzeit Befehle entfernen, vorübergehend ausschalten oder nachtragen. Selbst den Palettenbefehl Ausführen: Aktion können Sie in eine Aktion einbauen, um Aktionen zu verketten. Wir besprechen hier zunächst die Grundlagen und weisen dann auf Besonderheiten hin.

Vorbereitungen

Denken Sie daran, dass manche Befehle bei wechselnden Farbmodi oder Dateigrößen unterschiedliche Auswirkungen haben. Zeichnen Sie die Aktion eventuell zunächst an einer unwichtigen Datei auf, zum Beispiel an einem Duplikat. Sie können die Befehle Speichern unter oder Bild: Duplizieren ganz zu Anfang aufzeichnen, um eine unberührte Fassung der Datei zu behalten. Auch die Funktionen Neuer Schnappschuss  und Neues Dokument  von der Protokollpalette können Sie mit aufzeichnen, um unveränderte Ausgaben Ihres Bildes zurückzubehalten.

Aktionsset erstellen und umbenennen

Aktionen lassen sich in unterschiedlichen »Aktionssets« wie in einem Ordner zusammenfassen und bei Bedarf ausblenden. Das ist übersichtlicher, als wenn Sie alle Aktionen untereinander weg auflisten. Dies gilt gerade für Sammler und Jäger, die mit Aktionen von CDs oder aus dem Internet experimentieren. Photoshop packt die neue Aktion gegebenenfalls in das aktuelle »Set«. Um ein neues »Set« anzulegen, haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Klicken Sie auf das Symbol Neues Aktionsset  . Im Dialogfeld geben Sie dem Kind einen Namen.
  • Klicken Sie das Symbol Neues Aktionsset mit gedrückter Alt-Taste an, um sich das Dialogfeld zu ersparen. Photoshop erzeugt umgehend ohne Dialogfeld ein »Set n«.

Nach einem Doppelklick auf den Namen des Sets in der Aktionenpalette können Sie es umtaufen.

Aktion erstellen

So erstellen Sie die eigentliche Aktion:

1. Klicken Sie auf das Symbol »Neue Aktion«  . Wenn Sie mit gedrückter Alt-Taste klicken, erscheint das nachfolgend beschriebene Dialogfeld nicht. Statt dessen entsteht sofort eine »Aktion n«, die Aufzeichnung startet ohne weiteres Vorspiel.
2. Im Dialogfeld weisen Sie der Aktion Name, Anschrift, Farbe und Tastaturkürzel zu. (Die Farbe zeigt sich jedoch nur im Schaltermodus.)

Denken Sie daran, dass einige Photoshop-Funktionen bereits mit Kurztaste belegt sind: So ruft F6 den Farbregler, F7 zaubert die Ebenenpalette her; eine vollständige Liste finden Sie auf Seite 54. Photoshop lässt es ungerührt zu, dass Sie diese Kürzel für eine neue Aktion vergeben - die ursprüngliche Funktion geht natürlich verloren.

Abbildung 1.56:  Neuen Aktionen weisen Sie Namen und Tastaturkürzel zu.

Befehle aufzeichnen

Dann beginnt die eigentliche Aufzeichnung:

1. Aktivieren Sie eine geeignete Bilddatei.
2. Klicken Sie auf das runde Aufzeichnen-Symbol  .
3. Während das Aufzeichnen-Symbol (die »Record-Lampe«)  rot leuchtet, rufen Sie die Befehle in der gewünschten Reihenfolge auf. Wenn Sie ein Dialogfeld mit Abbrechen wieder vom Schirm verbannen, wird es nicht in die Aktion aufgenommen.
4. Ein Klick auf das quadratische Stop-Symbol  oder das Drücken der Esc-Taste beendet die Aufzeichnung.

Aufzeichnen der »Speichern«-Befehle

Wenn Sie einen Befehl wie Speichern unter aufzeichnen, sollten Sie keinen neuen Dateinamen eingeben, damit nicht alle Dateien unter diesem immergleichen Namen gespeichert werden. Lassen Sie den ursprünglichen Dateinamen im Dialogfeld stehen: Photoshop verwendet dann jeweils den aktuellen Namen bei der Abarbeitung der Aktion. Sie können das Dialogfeld einblenden und neue Namen oder Verzeichnisse vorgeben.

Maßeinheiten

Einige Befehle und Operationen arbeiten mit bestimmten Positionen innerhalb des Bildes. Dabei verwendet Photoshop in der Aktion die Maßeinheit, die Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Maßeinheiten & Lineale für das Lineal festgelegt haben - etwa Pixel, Zentimeter oder Prozent. Dies gilt für Aufzeichnungen mit dem Freistellwerkzeug  oder mit dem Arbeitsfläche-Befehl. Ein Beispiel:

1. Sie haben Zentimeterwerte vorgegeben und nicht Pixel- oder Prozenteinteilung. Das aktuelle Bild misst zehn Zentimeter in der Breite. Nun zeichnen Sie mit dem Verlaufswerkzeug  einen horizontalen Farbübergang auf, der sich über die volle Breite, also über zehn Zentimeter, erstreckt.
2. Dann begrenzen Sie das Bild mit dem Befehl Bildgröße auf ein Druckmaß von fünf Zentimeter. Dabei ändern sich die Bildpunkte nicht, weil Sie die Option Neuberechnen abwählen.
3. Wenn Sie nun den aufgezeichneten Verlauf neu abspielen, wird er sich nur über die Hälfte des Bildes erstrecken. Auch bei jedem anderen Bild, das nicht zehn Zentimeter breit ist, wird der Verlauf entweder abgeschnitten oder ungewollt an den Enden verlängert - ganz unabhängig von der Pixelzahl.

Ähnliche Probleme gibt es auch beim Transformieren sowie bei Polygon-Lasso  , Linienzeichner  , Verschieben-Werkzeug  , Textwerkzeug  und Füllwerkzeug  , bei Zauberstab  und Auswahlrechteck  .

Oft hat man jedoch nicht feste Zentimeter- oder Pixelwerte im Blick. Der Befehl soll statt dessen immer eine bestimmte Veränderung relativ zum Gesamtbild bewirken - zum Beispiel immer zehn Prozent Randfläche wegkappen, unabhängig von der Druck- oder Pixelgröße. Dann wählen Sie bei der Aufzeichnung als Maßeinheit in den Voreinstellungen Prozent.

Besonders schnell wechseln Sie die Maßeinheiten, wenn Sie die Lineale einblenden (Strg+R) und das Kontextmenü öffnen oder doppelt auf die Lineale klicken.

Abbildung 1.57:  Links: Dieser Verlauf wurde mit einer zehn Zentimeter breiten Datei als Aktion aufgezeichnet, die Maßeinheiten standen auf »Zentimeter«. Rechts: Bei Anwendung der Aktion auf eine Fünf-Zentimeter-Datei zeigt Photoshop nur die ersten fünf Zentimeter des Verlaufs. Wenn Sie den Verlauf statt dessen mit »Prozent«-Vorgaben aufzeichnen, würde jeweils ein gleichbleibender Anteil des Bild es gefüllt.

Abbildung 1.58:  Links: Hier wurde der Verlauf mit Zentimetermaßeinheiten aufgenommen, er wird sich also immer horizontal über 9,96 Zentimeter erstrecken; bei kleineren Druckmaßen wird der Verlauf abgeschnitten, bei größeren Druckmaßen endet er mit einer größeren Zone in der letzten Farbe - unabhängig von der Pixelzahl.  Rechts: Dieser Verlauf wurde mit Prozentmaßeinheiten aufgezeichnet. Er wird sich immer über 99,6 Prozent der Breite einer Datei erstrecken - unabhängig von Pixelzahl oder Druckmaßen.

1.9.4 »Pfad einfügen«

Sie können Pfade aus der Pfadpalette sowie Pfadbefehle in die Aktionenpalette einfügen. Dies funktioniert bei der ersten Aufzeichnung der Aktion wie auch nachträglich. Details zu Pfaden finden Sie im gleichnamigen Kapitel ab Seite 679.

Dabei gilt: Die Daten des Pfads werden in der Aktion gespeichert. Selbst die vorübergehenden »Arbeitspfade« lassen sich auf Dauer in der Aktionenpalette aufbewahren und in andere Bilder übertragen. Sie können den Pfad in eine Auswahl verwandeln oder nachmalen lassen. Die entsprechenden Befehle aus der Pfadpalette, etwa Pfad füllen oder Auswahl erstellen, zeichnet die Aktionenpalette getreulich auf.

Ablauf

So gehen Sie vor:

1. Erstellen Sie noch vor Aufzeichnung der Aktion den Pfad, den Sie in der Aktion verwenden möchten. Er muss sich in der Datei befinden, die Sie bearbeiten.
2. Aktivieren Sie diesen Pfad.
3. Beginnen Sie die Aufzeichnung.
4. Um den Pfad aufzunehmen, wählen Sie im Menü der Aktionenpalette Pfad einfügen.

Positionierung abhängig von Maßeinheiten

Die Pfade lassen sich in Bilder unterschiedlichster Größe einsetzen. Entscheidend ist, welche Maßeinheiten Sie voreingestellt hatten, als Sie den Pfad in die Aktion eingesetzt haben:

  • Arbeiten Sie mit Zentimeter-Maßeinheiten, wird der Pfad immer die gleichen Zentimeterwerte haben, bezogen auf die einprogrammierten Druckmaße der aktuellen Datei. In kleiner zu druckenden Dateien ragt der Pfad vielleicht über den Bildrand hinaus. Das ist völlig unabhängig davon, wie viele Bildpunkte Ihr Werk hat.
  • Arbeiten Sie dagegen mit Prozent, bewahrt der Pfad stets die Relation zu den Gesamtmaßen. Ob das Bild 2 oder 20 Zentimeter, 200 oder 2000 Pixel breit ist, spielt keine Rolle - der Pfad belegt immer eine bestimmte Fläche des Gesamtwerks.
  • Setzen Sie die Maßeinheiten auf Pixel, erstreckt sich der Pfad über eine feste Zahl von Bildpunkten - unabhängig von der Gesamtpixelzahl oder von den Druckmaßen.

1.9.5 »Bedingte Modusänderung«

Für manche Funktionen brauchen Sie einen bestimmten Farbmodus. Wollen Sie zum Beispiel die Beleuchtungseffekte anzünden, sind Sie auf RGB angewiesen, zum Färben mit dem Befehl Farbton/Sättigung auch auf einen Farbmodus wie RGB oder CMYK. Doch vielleicht korrigieren Sie ein größeres Verzeichnis per Stapelverarbeitung - und Sie wissen nicht immer, ob sich alle Dateien im gewünschten Farbmodus befinden. Sind zum Beispiel Graustufendateien oder Bilder im Modus Indizierte Farben darunter, können sie nicht mit den Beleuchtungseffekten illuminiert werden.

Für diese Situationen gibt es (nur bei Photoshop) den Befehl Datei: Automatisieren: Bedingte Modusänderung. Der Befehl funktioniert nach dem einfachen Prinzip: Wenn Farbmodus A vorliegt, dann verwandle das Bild in Modus B. Wenn Farbmodus C vorliegt, ändere nichts daran.

Konkret: Sie nennen alle Farbmodi, die verändert werden sollen, damit die Aktion korrekt abläuft. Zum Beispiel wünschen Sie RGB-Farbe als Zielformat. Dann aktivieren Sie als Quellmodus etwa Graustufen, Indizierte Farben und andere Modi, die sich in Ihrem Verzeichnis befinden könnten. Alle Bilder in den Modi Graustufen oder Indizierte Farben werden bei Anwendung des Befehls in den Zielmodus verwandelt, in diesem Beispiel nach RGB-Farbe.

Zeichnen Sie die Bedingte Modusänderung gleich zu Anfang einer Aktion auf. So sind Sie sicher, dass sich alle Dateien in einem passenden Modus befinden.

Abbildung 1.59:  Die »Bedingte Modusänderung« ändert den Farbmodus.

1.9.6 Befehle und Unterbrechungen nachträglich einfügen

Sie können nachträglich Befehle einfügen. Treffen Sie dabei zunächst einige Vorbereitungen:

  • Markieren Sie die Aktion in der Palette, wenn Sie den neuen Befehl ganz am Ende anhängen wollen.
  • Oder markieren Sie einen Einzelbefehl im Listenmodus, wenn Sie den neuen Befehl dahinter anhängen wollen.

Dann klicken Sie auf das runde rote Symbol Aufzeichnung beginnen  und führen die nachzutragenden Befehle aus, während die Record-Lampe leuchtet. Zum Abschluss klicken Sie das quadratische Stop-Symbol  an.

Nicht aufnehmbare Befehle

Sie können auch Befehle aufzeichnen, welche die Aktionenpalette sonst nicht aufnimmt - zum Beispiel Werkzeugoptionen oder Ansicht-Befehle. Dazu wählen Sie aus dem Menü zur Aktionenpalette die Funktion Menübefehl einfügen und klicken den Befehl im entsprechenden Photoshop-Menü an.

»Unterbrechung einfügen«

Sie können Unterbrechungen einfügen. Dann lassen sich von Hand Manöver zwischenschieben, welche die Aktionenpalette unmöglich übernehmen kann - eine freie Werkzeugbewegung etwa. Dabei können Sie zudem Textmeldungen einblenden, mit denen Sie anderen den Sinn der aktuellen Aktion verdeutlichen oder daran erinnern, dass eine Auswahl erstellt werden muss. Sie verwenden dazu den Palettenmenü-Befehl Unterbrechung einfügen. Dabei gilt:

  • Haben Sie in der Aktionenpalette eine Aktion markiert, wird die Unterbrechung am Ende der Aktion angesetzt.
  • Haben Sie einen Einzelbefehl markiert, platziert Photoshop die Unterbrechung unmittelbar hinter dem angewählten Befehl.

Abbildung 1.60:  Links: Mit dem Befehl »Unterbrechung einfügen« aus dem Menü zur Aktionenpalette erzeugen wir eine Meldung, die im Ablauf der Befehlsfolge am Bild schirm erscheint.  Rechts: Wenn Sie die Option »Fortfahren zulassen« verwenden, dann bietet die Bild schirmmeldung die Schaltflächen »Weiter« und »Anhalten«. Verzichten Sie auf die Option »Fortfahren zulassen«, zeigt die Bild schirmmeldung nur die Schaltfläche »Anhalten«.

»Fortfahren zulassen«

Der Befehl Unterbrechung einfügen bietet die Option Fortfahren zulassen für die Meldung an. Das heißt:

  • Klicken Sie Fortfahren zulassen an. Damit zeigt die von Ihnen produzierte Meldung bei Abspielen der Aktion eine Schaltfläche Weiter. Der Nutzer kann die Aktion also weiterlaufen lassen, nachdem er Ihren Text studiert hat. Alternativ klickt er auf Anhalten; die Aktion bleibt stehen, der Nutzer kann Dinge von Hand erledigen, etwa individuelle Auswahlen oder Pinselstriche erstellen. Mit der Schaltfläche Auswahl ausführen  unten in der Aktionenpalette lässt sich die Aktion ab der Unterbrechung fortsetzen.
  • Schalten Sie Fortfahren zulassen ab. Damit bleibt die Aktion an dieser Stelle stehen. Der Nutzer bestätigt Ihre Bildschirmmeldung mit Anhalten - und Schluss. Er kann jedoch ab dieser Stelle fortfahren, wenn er erneut auf die dreieckige Schaltfläche Aktion ausführen  klickt.

Die entsprechende Unterbrechung mit Bildschirmmeldung erscheint stets als Stop in der Aktionenpalette. Eine Unterbrechung können Sie auch herbeiführen, wenn Sie sich zu einem Befehl aus der Aktion das Dialogfeld anzeigen lassen (siehe auch unten). Die Aktion läuft dann erst nach dem Klick auf die OK-Schaltfläche im Dialogfeld weiter. Klicken Sie dagegen im Dialogfeld auf Abbrechen, bleibt die Aktion stehen.

Sie fügen eine Unterbrechung ein, nach der die Aktion weiterlaufen soll. Dann dürfen Sie jedoch diese Bildschirmmeldung nicht mit der Schaltfläche Dialog aktivieren/deaktivieren  unterdrücken. Denn das nimmt Ihnen die Möglichkeit, auf Fortfahren zu klicken - die Aktion bleibt stehen. Gerade bei fremden Aktionen aus dem Internet oder von kommerziellen Anbietern tendiert man leicht dazu, mit einem Klick sämtliche Dialogfelder auszuschalten, so dass die Aktion in einem Rutsch durchläuft. Dann müssen Sie jedoch entsprechende Stop-Befehle in der Palette separat wieder einschalten. Schalten Sie jedoch den gesamten Stop-Befehl mit der Schaltfläche Schritt aktivieren/deaktivieren  aus, wird er übergangen, die Aktion läuft weiter.

1.9.7 Aktionen ausführen

Photoshop arbeitet die Aktionen in der angezeigten Reihenfolge ab. Klicken Sie auf das Symbol Aktion ausführen  . Alternativ wählen Sie den Palettenmenü-Befehl Ausführen. Markieren Sie einen Einzelbefehl, um nach Klick auf das Ausführen-Symbol die Aktion ab diesem Punkt laufen zu lassen.

Sie können - wenn Sie im üblichen Listenmodus arbeiten - verschiedene Vorgaben machen:

Befehle verwenden

Durch das Symbol Schritt aktivieren/deaktivieren  geben Sie an, ob ein Einzelbefehl überhaupt verwendet werden soll. Sie können also auch Befehle in eine Aktion aufnehmen, die Sie nur gelegentlich benötigen; diese Funktionen lassen Sie mittels ausgeblendetem Häkchen bei Bedarf ruhen. Sobald ein Einzelbefehl ausgeschaltet wurde, erscheint das Häkchen neben der Aktion rot: Photoshop signalisiert, dass die Aktion nicht vollständig abläuft. Klicken mit der Alt-Taste aktiviert einen Befehl und schaltet alle anderen aus. Ein neuerlicher Alt-Klick schaltet sämtliche Befehle ein.

Dialogfeld anzeigen

Das Symbol Dialog aktivieren/deaktivieren  gibt Ihnen folgende Möglichkeiten:

  • Schalten Sie die Funktion ab, wird der Befehl mit den Werten ausgeführt, die Sie beim Aufzeichnen verwendet haben. Sie können die aufgezeichneten Werte beim Abspielen der Aktion nicht ändern.
  • Schalten Sie das Dialogfeld-Symbol ein, präsentiert Photoshop das Dialogfeld während der Aktion; Sie können also die Einstellungen ändern, die Aktion bleibt an dieser Stelle stehen. Erst nach Klicken auf OK im Dialogfeld läuft die Aktion dann weiter. Klicken Sie im Dialogfeld auf Abbrechen, bleibt die Aktion stehen.

Abbildung 1.61:  Mit dem Symbol »Dialog aktivieren/deaktivieren« legen Sie fest, ob das Dialogfeld zu einem aufgezeichneten Befehl eingeblendet werden soll oder ob Sie die aufgezeichneten Werte übernehmen und auf eine Änderung der Werte im Dialogfeld verzichten. Mit der Funktion »Schritt aktivieren/deaktivieren« bestimmen Sie, ob Sie den Befehl überhaupt verwenden.

Sobald ein einzelnes Dialogfeld ausgeschaltet wurde, erscheint das Dialogfeld neben der Aktion rot. Klicken mit der Alt-Taste schaltet ein Dialogfeld ein und alle anderen aus.

Geschwindigkeit regeln

Sie können die Aktion verlangsamt ablaufen lassen, wenn Sie das übersichtlicher finden und Problemen auf die Spur kommen wollen. Der Palettenbefehl heißt Ausführen-Optionen:

  • Dabei arbeitet die Option Beschleunigt Ihre Befehlsfolgen in üblichem Tempo ab.
  • Schrittweise baut nach jedem Befehl zunächst das Bild neu auf, bevor es weitergeht.
  • Alternativ geben Sie neben Anhalten für in Sekunden an, wie lang Photoshop nach einem Befehl pausieren soll.
  • Die Option Anhalten für Audio-Anmerkung hält die Aktion so lange an, bis eine Ton-Anmerkung abgespielt wurde, die Sie mit dem Werkzeug Audio-Anmerkung  aufgezeichnet haben (Details ab Seite 86).

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, nach jedem einzelnen Befehl anzuhalten. Dazu bauen Sie Unterbrechungen ein oder lassen zum gewünschten Befehl das Dialogfeld aufrufen (siehe jeweils oben).

1.9.8 Automatische Bearbeitung mehrerer Dateien (Stapelverarbeitung)

Sie können eine Aktion auf eine ganze Reihe von Bildern anwenden. Wir besprechen hier zunächst Photoshop. Dort heißt der Befehl Datei: Automatisieren: Stapelverarbeitung (siehe Abbildung 1.62).

Abbildung 1.62:  Mit dem Befehl »Datei: Automatisieren: Stapelverarbeitung« wenden Sie eine Aktion auf ganze Bild sammlungen an und speichern die Ergebnisse zum Beispiel in einem anderen Ordner.

Auswahl der Dateien

Mit dem Klappmenü Quelle geben Sie an, woher die Bilder für die Stapelverarbeitung stammen:

  • Mit der Vorgabe Ordner verwenden Sie sämtliche Bilder aus einem Ordner. Sie können Alle Unterordner einschliessen.
  • Die Auswahl Geöffnete Dateien bearbeitet alle geöffneten Bilder.
  • Die Option Import greift auf Bilder zu, die unmittelbar von Scanner- oder Digitalkamera-Plug-ins angeliefert werden. Die vom Hersteller mitgelieferte Software muss diese Funktion jedoch unterstützen. Die entsprechenden Import-Softwares für Scanner oder Digicams erscheinen in einem Klappmenü.

Besonderheiten bei der Quelle »Ordner«

Beachten Sie Folgendes, wenn Sie Dateien aus einem Ordner stapelverarbeiten:

  • Nutzen Sie klug die Option »Öffnen« in Aktionen überschreiben; so stellen Sie sicher, dass nur Dateien aus dem gewählten Quell-Verzeichnis zur Stapelverarbeitung gelangen und nicht andere Dokumente, deren Öffnen Sie mit der Aktion aufgezeichnet haben.
  • Verwenden Sie die Option Farbprofil-Warnungen unterdrücken; Fehlermeldungen über unpassende Farbmanagement-Einstellungen werden die Stapelverarbeitung dann nicht blockieren.

Beachten Sie: Sie können nicht einzelne, geschlossene Dateien aus einem Ordner zur Stapelkorrektur herauspicken. Photoshop akzeptiert nur ganze Verzeichnisse.

Um den Speicher freizuhalten und die Stapelverarbeitung zu beschleunigen, verringern Sie in den Voreinstellungen die Zahl der Widerrufen-Schritte und verzichten in den Optionen zur Protokollpalette auf den Schnappschuss bei Beginn (siehe oben).

Vorgaben für das »Ziel«

Im Bereich Ziel geben Sie an, wie Photoshop mit den bearbeiteten Dateien verfährt:

  • Sie können die Ergebnisse speichern und schliessen. Damit werden die ursprünglichen Dateien unwiderruflich verändert.
  • Die Vorgabe Ordner schreibt alle Ergebnisse in einen neuen, einheitlichen Ordner. Damit bleiben die ursprünglichen Dateien unverändert. (Haben Sie in der gewünschten Aktion Befehle wie Speichern unter aufgezeichnet, dann verwenden Sie im Stapel-Dialogfeld die Option »Speichern unter« in Aktionen überschreiben. Damit stellen Sie sicher: Photoshop speichert alle Dateien im gewünschten Ziel-Ordner für die Stapelverarbeitung; das Programm ignoriert Zielordner, die Sie vormals im Speichern unter-Dialog aufgezeichnet haben.)
  • Ohne Ziel heißt, Sie sammeln die Ergebnisse ungesichert auf der Programmoberfläche.

Prüfen Sie mit dem Befehl Bearbeiten: Voreinstellungen: Dateien speichern Ihre Grundvorgaben für das Speichern von Dateien, bevor Sie einen größeren Auftrag vom Stapel lassen. Verwenden Sie in den Voreinstellungen zum Beispiel die Option Rückwärtskompatibilität im Photoshop-Format maximieren, entstehen unter Umständen ungewünscht große Dateien. Details zu diesen Voreinstellungen finden Sie ab Seite 221.

Besonderheiten beim Ziel »Ohne«

Wenn Sie mit der Option Ohne die Bilder ungesichert auf der Programmfläche lagern, sollten Sie folgende Besonderheiten beachten:

  • Sie belasten den Arbeitsspeicher eventuell erheblich. Stellen Sie die Systembeanspruchungsanzeige in der Info-Leiste auf Arbeitsdatei-Grösse, um die Auslastung mitzuverfolgen (Details zu dieser Funktion ab Seite 109).
  • Es lohnt sich, am Ende einer Aktion den Befehl Bearbeiten: Entleeren: Alle aufzunehmen; so befreit Photoshop den Arbeitsspeicher von Datenballast unter anderem aus Protokollspeicher und Zwischenablage.
  • Die auf dem Schirm gesammelten Bilder lassen sich mit dem Befehl Fenster: Nebeneinander gleichmäßig auf der Programmfläche anordnen und begutachten (nicht am Mac).
  • Bei jeder einzelnen Datei können Sie eine Reihe von Schritten mit der Protokollpalette revidieren.
  • Statt jedes Bild von Hand zu speichern, verwenden Sie den Befehl Fenster: Alle schließen. Damit schließt Photoshop alle Bilder, bietet aber zuvor das Speichern an.

Wechsel des Dateiformats

Beim Speichern per Stapelverarbeitung verwendet Photoshop generell das ursprüngliche Dateiformat des bearbeiteten Bildes. Möchten Sie ein anderes Format vorgeben, gehen Sie so vor:

1. Zeichnen Sie am Schluss der Aktion den Befehl Datei: Speichern unter auf. Achten Sie darauf, dass die Palette das Symbol  neben dem Befehl zeigt - er soll eingeblendet werden.
2. Zeichnen Sie danach den Befehl Datei: Schließen auf.
3. Starten Sie die Stapelverarbeitung und verwenden Sie im Bereich Ziel die Vorgabe Ohne.

»Dateibenennung« bei Verwendung eines »Ordners« als Ziel

Mit der Option »Ordner« schreiben Sie die korrigierten Bilder in einen gemeinsames Verzeichnis. Zur Benennung der neu entstehenden Dateien bietet Photoshop im Bereich Dateibenennung des Dialogfelds Stapelverarbeitung interessante Optionen. Sie können die neuen Namen aus bis zu sechs Elementen komponieren, darunter Dokumentname, Erweiterung, zweistellige Seriennummern sowie das Datum.

Sollen alle Dateien mit demselben, neuen Begriff beginnen - zum Beispiel »Aufträge November 2001« - , so tippen Sie diesen Begriff in das gewünschte Klappmenü, links oben im Bereich Dateibenennung. Oben im Bereich Dateibenennung zeigt Photoshop einen Beispielnamen auf Basis Ihrer Vorgaben. Verwenden Sie mindestens ein Element, das sich bei jeder Datei ändert, zum Beispiel eine Seriennummer oder den Dokumentnamen.

Machen Sie Ihre Häkchen im Bereich Kompatibilität, wenn der Dateiname auch in anderen Betriebssystemen korrekt erscheinen soll. Mac OS-Kompatibilität bedeutet zum Beispiel, dass der neue Name nicht mehr als 31 Zeichen umfassen wird.

Wenn es einfach nur beim angestammten Dateinamen bleiben soll, so geben Sie Dokumentname im ersten Datenfeld an, die Inhalte aller anderen Felder löschen Sie oder Sie wählen im Klappmenü den Eintrag Ohne.

Ablauf der Stapelverarbeitung

Im Dialogfeld geben Sie eine Aktion und einen Set an. Photoshop zeigt hier zunächst die Aktion, die in der Aktionenpalette markiert ist. Befehle, die Sie in der Aktionenpalette ausgeschaltet haben, werden nicht ausgeführt. Haben Sie in der Aktionenpalette die Anzeige von Dialogfeldern vorgesehen, werden Sie auch bei der Stapelbearbeitung damit behelligt. Soll es ohne Ihr Zutun vorangehen, schalten Sie am besten durch einen Klick auf das Dialogfeldsymbol  neben dem Namen der Aktion sämtliche Dialogfelder aus.

Mit der Esc-Taste setzen Sie der Stapelbearbeitung vorzeitig ein Ende. Das Programm fragt, ob Sie die verbleibenden Dateien noch abarbeiten wollen. Sie haben sogar die Möglichkeit, mitten ins Prozedere hinein Befehle anzuklicken.

Auch wenn Sie Windows-Kompatibilität vorgegeben haben, kann es passieren, dass Photoshop bei der Benennung der neuen Dateien keine Dateiendungen wie ».tif« oder ».jpg« anhängt. Sie sollten die Erweiterung also generell als letzten Namensbestandteil wählen. Erst diese Angabe führt zu einer ordentlichen Benennung.

Fehlermeldungen

Bei Problemen blendet Photoshop eine Meldung ein und wartet auf Ihre Anweisungen. Zum Beispiel kann es sein, dass die Aktion eine Auswahlmarkierung oder einen anderen Farbmodus oder Bildteile aus der Zwischenablage benötigt. Oder eine schadhafte Datei ist nicht lesbar. Damit hat die Stapelverarbeitung ein Ende. Dies entspricht der Vorgabe Bei Fehlern anhalten im Bereich Fehler.

Wollen Sie unliebsame Unterbrechungen vermeiden, unterbinden Sie die Fehlermeldungen mit der Option Fehler in Protokolldatei. In diesem Fall schreibt Photoshop seine Mitteilungen in eine Textdatei und arbeitet über Probleme ungerührt hinweg. Sie definieren Name und Ort dieses Protokolls mit der Schaltfläche Speichern unter. Photoshop meldet anschließend, dass eine Textdatei für Sie auf der Platte liegt.

Soll die Aktion wirklich ohne jede Unterbrechung durchlaufen, unterbinden Sie den Aufruf jeglicher Dialogfelder. Schalten Sie das Einblenden der Dialoge vor Aufruf der Stapelverarbeitung in der Aktionenpalette ab; neben dem Namen der Aktion - nicht neben einem Einzelbefehl - verwenden Sie dazu das Symbol Dialog aktivieren/deaktivieren  .

1.9.9 Aktionenverwaltung

Sie haben vielfältige Möglichkeiten, Aktionen zu bearbeiten. Häufig lassen sich diese Funktionen gleichermaßen auf Aktionen wie auf aufgezeichnete Einzelbefehle anwenden.

Befehle verschieben und hinzufügen

Befehle können Sie durch Ziehen mit der Maus verschieben - auch in eine andere Aktion. Sie können einen neuen Befehl überdies nachträglich zu einer Aktion hinzufügen: Der Befehl wird ans Ende der Aktion angehängt, wenn Sie den Namen einer Aktion in der Palette markieren, oder hinter einen Einzelbefehl, wenn Sie diesen im Listenmodus markieren. Klicken Sie einfach auf das Aufzeichnen-Symbol  und führen Sie den Befehl oder die Befehle aus; dann klicken Sie auf das Symbol, das die Aufzeichnung beendet. Die aktuelle Aktion wird um diese Befehle ergänzt.

Alternative: Der Palettenmenü-Befehl Menübefehl einfügen. Im Gegensatz zum Aufzeichnen-Symbol führt dieser Weg den gewählten Befehl nicht gleich an der aktiven Datei aus.

»Aktion erneut aufzeichnen«

Sie können eine komplette, fertige Aktion mit neuen Werten aufzeichnen. Dazu wählen Sie den Palettenbefehl Aktion ... erneut aufzeichnen. Bei jedem Dialogfeld haben Sie die Möglichkeit, neue Werte einzutippen. Klicken Sie auf Abbrechen, bleiben die bisherigen Werte erhalten. - Um einen einzelnen Befehl erneut aufzuzeichnen, klicken Sie doppelt auf diesen Befehl im Listenmodus; dann können Sie die Werte ändern. Dieser Weg ist oft übersichtlicher als das Aufzeichnen einer ganzen Aktion, selbst wenn Sie mehrere Befehle hintereinander anklicken.

»Aktionseinstellungen«

Um Tastaturkürzel, Name oder Farbe der Aktion zu ändern, klicken Sie doppelt auf die Aktion; oder Sie wählen, bei markierter Aktion, den Palettenbefehl Aktionseinstellungen. Photoshop zeigt dann das Dialogfeld, das Sie schon beim Neu-Erstellen der Aktion zu Gesicht bekamen.

Aktionen duplizieren

Nützlich ist auch das Duplizieren einer Aktion; damit können Sie weitere Varianten einer interessanten Befehlsfolge austesten, ohne das bereits gefundene Ergebnis zu ruinieren. Ziehen Sie eine Aktion oder einen Befehl mit gedrückter Alt-Taste an eine neue Position. Alternativen dazu:

  • Sie markieren Aktion oder Befehl und verwenden den Palettenbefehl Duplizieren: ... - Oder:
  • Ziehen Sie die Aktion auf das Symbol Neue Aktion  . Die kopierte Aktion erscheint am Ende der Aktionenpalette.
  • Ziehen Sie die Aktion in ein anderes Set.

In Photoshop können Sie auch Sets duplizieren.

Aktionen entfernen

Aktionen oder Befehle markieren Sie, dann klicken Sie auf das Papierkorb-Symbol  in der Palette, um sie zu löschen. Klicken Sie mit gedrückter Alt-Taste, wenn Sie auf Photoshops Bitte um Rückbestätigung verzichten können. Oder zerren Sie das Ding kurzerhand in den Mülleimer.

Aktionen speichern

Die Aktionen speichert Photoshop zunächst in seinem Grundeinstellungsdokument »Actions Palette.psp«. (Unter Windows 98 finden Sie diese Datei im Verzeichnis »Windows\Anwendungsdaten\Adobe\Photoshop\6.0\Adobe Photoshop 6-Einstellungen«; am Mac heißt es »Photoshop 6.0/Photoshop-Aktionen«; abweichende Pfade in anderen Betriebssystemen nennt die Textdatei »Photoshop 6.0 bitte lesen« aus dem Photoshop-Verzeichnis.) Das heißt: Ohne weiteres Zutun bleiben Ihnen jegliche neue Aktionen erhalten, auch geladene oder frisch aufgezeichnete. Wenn Sie Photoshop jedoch nicht ordnungsgemäß beenden, gehen ganz neue Aktionen verloren. Sie können die Aktionen in Dateien exportieren und an andere Rechner weitergeben. Dabei speichert Photoshop jeweils den kompletten Inhalt eines Sets; ein solches Set muss auch in der Aktionenpalette markiert sein, sonst finden Sie den Befehl Aktionen speichern im Palettenmenü nicht vor.

Drücken Sie Strg+Alt bei Anwahl des Befehls, um die Aktionen eines Sets als Textdatei abzulegen - Sie können diese Informationen beispielsweise drucken, analysieren oder weitergeben, aber nicht mehr als Aktion in Photoshop verwenden.

Aktionen laden und ersetzen

Wenn Sie Aktionen laden, werden die auf Platte gesicherten Aktionen an die bereits vorhandenen Aktionen angehängt. Wählen Sie dazu aus dem Palettenmenü den Befehl Aktionen laden. Wenn Sie Aktionen ersetzen, verschwinden die bisherigen Aktionen aus der Palette. Adobe liefert mehrere Aktionen-Sets mit, die Sie über das Palettenmenü nachladen können. Im Photoshop-Verzeichnis »Vorgaben/Photoshop-Aktionen« finden Sie überdies das Dokument »Aktionen.pdf«, das alle mitgelieferten Aktionen illustriert.

Die Aktionen aus Photoshop und ImageReady lassen sich nicht im jeweils anderen Programm verwenden.

1.9.10 Aktionen und Droplets bei ImageReady  

Befehlsfolgen (Aktionen) und Konvertierungen des Dateiformats nach Vorgaben aus der Optimieren-Palette speichert man bei ImageReady als so genanntes Droplet. Während der Stapelbearbeitung mit einem ImageReady-Droplet erscheint eine Statusmeldung, mit der Sie den Vorgang abbrechen oder anhalten können. Photoshop produziert mit dem Befehl Datei: Automatisieren: Droplet erstellen auch Droplets nach Art von ImageReady. Hersteller Adobe sollte sich dringend zu einer einheitlichen Aktionenverwaltung aufraffen.

Abbildung 1.63:  Während der Stapelbearbeitung mit einem Droplet von ImageReady erscheint eine Statusmeldung, mit der Sie den Vorgang abbrechen oder anhalten können.

Optimieren-Einstellungen als Droplet ablegen

Haben Sie eine gute Vorgabe für JPG- oder GIF-Dateien in der Optimieren-Palette gefunden? Sie können nun mehrere Dateien en bloc mit den gewählten Voreinstellungen in dieses Format mit Ihren Voreinstellungen verwandeln. Stimmen die Vorgaben in der Optimieren-Palette, haben Sie zwei Möglichkeiten. So legen Sie ein Droplet am einfachsten an:

1. Klicken Sie auf den Droplet-Pfeil  rechts oben in der Optimieren-Palette.
2. Ziehen Sie diesen Pfeil auf den Desktop (Schreibtisch) Ihres Rechners. Dort erscheint neben dem Mauszeiger ein Plus-Zeichen.
3. Sobald Sie die Maustaste loslegen, sehen Sie ein neues, pfeilförmiges Symbol auf dem Desktop. Es trägt eine Bezeichnung wie »GIF erstellen (Auto Farben, World Wide Web, 100 Prozent Dither).exe«.

Dabei entsteht eine neue Datei von rund 20 Kbyte. Wenn Sie das Droplet-Symbol  nicht auf den Desktop ziehen, sondern einfach anklicken, erhalten Sie ein Speichern-Dialogfeld. Hier können Sie Name und Speicherplatz für das Droplet frei wählen.

Aktionen in ImageReady als Droplet ablegen

Sie können nicht nur die Einstellungen aus der Optimieren-Palette als Droplet ablegen, um so die Verwandlung in andere Dateiformate zu automatisieren. Auch die Aktionen aus ImageReady lassen sich als Droplets abspeichern:

1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine Aktion in der Aktionenpalette von ImageReady.
2. Wählen Sie im Kontextmenü den Befehl Droplet erstellen.
3. Danach erscheint ein Speichern-Dialog, indem Sie Dateiname und Speicherort festlegen.

Alternative zu diesem Prozedere: Ziehen Sie die Aktion einfach auf den Desktop Ihres Betriebssystems; das frische Droplet kann dort umbenannt und auch verschoben werden. Einige Droplets für Photoshop und ImageReady finden Sie innerhalb Ihres Photoshop-Verzeichnisses im Unterverzeichnis »Beispiele/Droplets«.

Abbildung 1.64:  Links: Klicken Sie in ImageReady auf den Pfeil in der Optimieren-Palette und ziehen Sie den Mauszeiger auf die Arbeitsfläche von Windows oder Mac.  Rechts: Auf der Arbeitsfläche entsteht ein Droplet-Symbol; ziehen Sie Bild -Ordner über dieses Symbol, um die Stapelverarbeitung zu starten.

Verewigen Sie sinnvolle Dateiformatvorgaben aus der Optimieren-Palette in der ImageReady-Aktion. Wenn Sie dies nicht tun, speichert ImageReady die Bilder während der Stapelverarbeitung mit den Optimieren-Vorgaben, die bei Erstellen des Droplets zufällig galten - möglicherweise in sehr schlechter Qualität. Richten Sie also sinnvolle Dateiformatvorgaben ein; dann ziehen Sie das Droplet-Symbol  aus der Optimieren-Palette an die gewünschte Stelle in der Aktionenpalette. Oder ziehen Sie ein bereits gespeichertes Droplet auf die Aktionenpalette.

Droplets auf dem Desktop anwenden

Wurde ein Droplet auf dem Desktop abgelegt, so haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Um einzelne Dateien mit den per Droplet gespeicherten Vorgaben zu verändern, markieren Sie diese Dateien in einem Ordner und ziehen sie auf das Droplet-Symbol. ImageReady speichert die Dateien im Herkunftsordner unter einem neuen Namen. Aus »Test.tif« wird zum Beispiel »Test-01.jpg«.
  • Ziehen Sie den gesamten Ordner auf das Symbol, um alle Bilder aus diesem Ordner zu verändern.
  • Klicken Sie doppelt auf das Droplet, um ImageReady zu starten. Dabei erscheint ein Dialogfeld mit dem Namen des Droplets, das an die Aktionenpalette erinnert. Hier können Sie einzelne Befehle verschieben oder löschen; sobald Sie das Dialogfeld schließen, werden Sie gefragt, ob Sie das Droplet mit den Korrekturen speichern möchten.

Droplets in Verzeichnissen anwenden

Vielleicht haben Sie Ihr ImageReady-Droplet nicht auf dem Desktop abgelegt, sondern in einem anderen Verzeichnis gespeichert. Nutzen Sie die folgenden Möglichkeiten:

  • Um einzelne Dateien mit den per Droplet gespeicherten Vorgaben zu verändern, markieren Sie diese Dateien in einem Ordner und ziehen sie auf die Droplet-Datei.
  • Ziehen Sie den gesamten Ordner auf die Droplet-Datei, um alle Bilder aus diesem Ordner zu verändern.
  • Klicken Sie doppelt auf das Droplet, um ImageReady zu starten. Dabei erscheint ein Dialogfeld mit dem Namen des Droplets, das an die Aktionenpalette erinnert. Hier können Sie einzelne Befehle verschieben oder löschen; sobald Sie das Dialogfeld schließen, werden Sie gefragt, ob Sie das Droplet mit den Korrekturen speichern möchten.
  • Ziehen Sie die Droplet-Datei auf den Windows-Desktop, um sie von dort bequemer starten zu können.

Droplets bearbeiten

Um ein Droplet zu bearbeiten, klicken Sie das Symbol doppelt an. Damit öffnet sich das Droplet-Fenster in ImageReady; es erinnert an eine vereinfachte Aktionenpalette. Hier können Sie auf die übliche Art Befehle löschen, korrigieren oder verschieben (siehe vorhergehender Abschnitt).

»Stapelverarbeitungsoptionen«

Wie die Befehle im Droplet abgearbeitet werden, das regeln Sie mit den Stapelverarbeitungsoptionen. Sie lassen sich wie folgt aufrufen:

  • Bevor Sie eine Aktion in ein Droplet verwandeln, markieren Sie den Namen der Aktion in der Palette und wählen Sie im Palettenmenü die Stapelverarbeitungsoptionen.
  • Öffnen Sie ein bereits existierendes Droplet per Doppelklick und klicken Sie doppelt auf das Objekt Stapelverarbeitungsoptionen ganz oben in der Liste.

Im Bereich Speichern legen Sie zunächst fest, ob Sie die Original-Datei im Original-Dateiformat am ursprünglichen Platz speichern wollen. Die Vorlage wird dadurch überschrieben. Alternativ wählen Sie die Option Optimiert. Als Speicherort nennen Sie hier unter anderem Denselben Ordner wie Original oder Bestimmten Ordner.

Beim Schreiben der optimierten Version kann es passieren, dass neue und alte Dateien mit identischem Namen aufeinander stoßen. Für diese Situation bietet ImageReady im Klappmenü Bei doppeltem Dateinamen verschiedene Strategien an - beispielsweise können Sie eine Nummer an die neue Datei hängen oder die ursprüngliche Datei mit oder ohne Bestätigung überschreiben. Auch das Abspielen des Droplets lässt sich steuern:

  • Im Hintergrund ausführen verbirgt ImageReady bei der Durchführung, Sie können in anderen Programmen arbeiten. Achtung: Alle Befehle, die eigentlich Benutzereingaben erwarten, laufen nun ohne Ihr Zutun ab. ImageReady taucht erst wieder auf, wenn das Droplet mit der Arbeit fertig ist.
  • Bilder einblenden zeigt Ihnen die Vorlagen bei der Bearbeitung.
  • Unterbrechen vor dem Speichern verhindert das automatische Speichern - entscheiden Sie selbst, ob Sie das Ergebnis speichern oder verwerfen.

Und so verhält sich das Droplet im Fall von Fehlern: Die Option Stop sorgt für Stillstand, bis Sie die Fehlermeldung klickend bestätigen. Die Option Schritt überspringen ignoriert fehlerträchtige Arbeitsschritte, während Datei überspringen die ganze Problemdatei links liegen lässt. Eine Logbuch-Datei wie Photoshop verfasst ImageReady also nicht.

Abbildung 1.65:  In den Stapelverarbeitungsoptionen legen Sie fest, wie eine als Droplet gespeicherte Aktion ausgeführt wird.

Aktionen speichern, laden und löschen in ImageReady

ImageReady speichert jede Aktion unter Windows 98 als Einzeldatei mit der Endung ».isa« im Ordner »Windows/Anwendungsdateien/Adobe/Photoshop/6.0/Adobe Photoshop 6.0 Einstellungen/ImageReady-Actions«. Wollen Sie von außerhalb ImageReady-Aktionen hinzufügen, ziehen Sie diese in den besagten Ordner; danach verwenden Sie aus der Aktionenpalette den Befehl Aktionsordner erneut durchsuchen. (Beim nächsten Programmstart wird die Aktionenpalette ohnehin aktualisiert.)

Sie können auch entsprechende Dateien aus dem Ordner herausziehen und an anderer Stelle zwischenlagern; Sie erscheinen dann nicht mehr in der Aktionenpalette von ImageReady. Dies gilt auch für Unterordner innerhalb des Hauptordners für Aktionen. Wenn Sie die Aktion dagegen auf den Papierkorb der Aktionenpalette  ziehen, verschwindet sie im Papierkorb von Windows oder Mac. Sie können die Aktion dort wiederherstellen.

Protokoll-Objekte in Aktionen übernehmen

Sie können - nur in ImageReady - einzelne Befehle aus der Protokollpalette in eine geöffnete Aktion in der Aktionenpalette ziehen. Dabei lässt sich der Befehl bereits präzise an der gewünschten Stelle der Befehlsfolge einbauen. Der Befehl läuft in der Aktion zunächst mit den Einstellungen ab, die Sie bei seiner Aufzeichnung in der Protokollpalette verwendet haben.

In die Aktionenpalette herüberziehen können Sie aber nur solche Protokollobjekte, die »actionable« sind - also die meisten Dialogfelder, aber eben keine Pinselstriche. Funktionen, die sich nicht für die Aktionenpalette eignen, erscheinen auf der ImageReady-Protokollpalette kursiv.

Droplets auf unterschiedlichen Betriebssystemen anwenden

Wenn Sie ein Droplet aus Windows auf einem Mac-Rechner weiterverwenden, ziehen Sie das Droplet dort auf das Photoshop-Symbol  . - Bringen Sie das Droplet vom Mac zu Windows, hängen Sie einfach die Endung ».exe« an den Dateinamen, zum Beispiel »Droplet.exe«. Damit lässt sich das Droplet in beiden Rechnerwelten verwenden.

1.10 »Voreinstellungen«

Bevor Sie etwas Ernsthaftes beginnen, klären Sie die Voreinstellungen ab, erreichbar über das Bearbeiten-Menü oder über Strg+K. Hier machen Sie die Einträge, die das spätere Verhalten Ihres Bildbearbeitungsprogramms steuern. Viele Dinge, die Ihnen vielleicht merkwürdig vorkamen, lassen sich hier regeln. Im Folgenden besprechen wir einige allgemeine Voreinstellungen. Manches finden Sie aber auch exakt an der passenden Stelle im Buch, wie etwa die Vorgaben für Raster und Hilfslinien im entsprechenden Abschnitt, und wir behandeln es hier knapp oder gar nicht. Eine Übersicht über sämtlicher Kommentare zu Voreinstellungen finden Sie unter dem Stichwort »Voreinstellungen« im Index. Wir besprechen hier die Voreinstellungen von Photoshop. Wichtige Abweichungen bei ImageReady erscheinen an den entsprechenden Stellen im Buch.

1.10.1 Rücknahme von Einträgen

Auf verschiedene Arten können Sie Ihre Korrekturen in den Voreinstellungen wieder zurücksetzen:

Rücknahme von aktuellen Einträgen

Wollen Sie geänderte Werte auf die Werksvorgabe zurücksetzen, bemühen Sie die Alt-Taste auf der Tastatur. Damit verwandelt sich die Schaltfläche Abbrechen wie üblich in die Schaltfläche Zurück. Sie haben jetzt die Möglichkeit, das entsprechende Dialogfeld auf die Voreinstellungen zurückzusetzen. Wenn Sie die Schaltfläche Abbrechen anklicken, schließt sich das Dialogfeld, ohne dass Änderungen wirksam werden.

Starten mit Standardvorgabe

Sie können unmittelbar bei Programmstart alle Voreinstellungen auf die Werksvorgabe zurücksetzen. Unter Windows wie auch am Mac drücken Sie dazu unmittelbar bei Programmstart Strg+Umschalt+Alt. Photoshop blendet eine Meldung ein, die Sie bestätigen müssen.

Windows: Datei für Voreinstellungen

Photoshop für Windows hortet seine Voreinstellungen in der Datei »Adobe Photoshop 6 Prefs.psp«; unter Windows 98 finden Sie diese Datei im Verzeichnis »Windows\Anwendungsdaten\Adobe\Photoshop\6.0\Adobe Photoshop 6-Einstellungen«. Entfernen Sie die Datei, wenn Sie alle Voreinstellungen zurücksetzen wollen oder wenn Photoshop sich wunderlich verhält. (Verzeichnisse für andere Windows-Varianten nennt die Datei »Photoshop 6.0 bitte lesen« aus dem Photoshop-Verzeichnis.)

Mac: Datei für Voreinstellungen

Photoshop für Mac sichert Voreinstellungen in der Datei »Adobe Photoshop 6 Prefs«. Möchten Sie Voreinstellungen zurücksetzen oder löschen, weil Photoshop sich ungebührlich verhält, gehen Sie am Mac so vor:

  • Öffnen Sie den »Preferences«-Ordner im Systemordner, dann löschen Sie die Datei »Adobe Save For Web 2.0 prefs«.
  • Aus dem Ordner »Adobe Photoshop 6-Einstellungen« innerhalb der »Preferences« entsorgen Sie diese Kandidaten: »Adobe Photoshop 6 Prefs«, »Actions Palette«, »Farbeinstellungen«, »Konturen.psp«, »EigeneFormen.psp«, »Muster.psp«, »Werkzeugspitzen. psp«, »Verläufe.psp« und »Stile.psp«. Für ImageReady entsorgen Sie bei Bedarf »Adobe ImageReady 3.0 Prefs«.

Die Programme erzeugen beim nächsten Start neue Voreinstellungsdateien.

Abbildung 1.66:  Grundlagen: Photoshops Voreinstellungen sind entscheidend für das Verhalten des Programms in der täglichen Arbeit.

1.10.2 »Voreinstellungen: Allgemeine«

Unter Voreinstellungen: Allgemeine geben Sie vor, welchen Farbwähler Sie in Photoshop verwenden: Hier nutzen Sie in der Regel den Photoshop-eigenen Farbwähler, der weit praktischer ist als das Windows-eigene Pendant - dies gilt besonders, wenn Sie spezielle Funktionen für Internet-Design oder Druckvorstufe benötigen.

Interpolationsmethoden

Besonders wichtig ist die passende Interpolationsmethode: Verändern Sie die Pixelzahl eines Bildes oder eines Bildteils, zum Beispiel durch Vergrößern, Verkleinern, perspektivisches Verzerren oder durch Drehen, manipuliert Photoshop den Originalpixelbestand: Bildpunkte werden dazugerechnet oder entfernt. Und dafür bietet das Klappmenü unterschiedliche Methoden:

  • Die Pixelwiederholung verdoppelt einfach vorhandene Pixel; diese Methode spart Rechnerzeit, lässt aber schnell Treppen und Zacken im Bild erkennen. Sie eignet sich jedoch für plakative Grafiken, für dünne Schriften und Screenshots mit ihren harten Tonwertübergängen, die ohne Kantenglättung entstanden: Hier schafft die bikubische Interpolation durch Ermitteln von Zwischenwerten plötzlich unerwünschte sanfte Übergänge zwischen hart aufeinanderprallenden Farb- und Dichtezonen, die Wirkung weicht auf. Darum arbeiten Sie besser mit der Pixelwiederholung, auch wenn dadurch einzelne Linien dicker oder dünner aussehen können. Ganz dünne, ein Pixel breite Linien gehen zuweilen gänzlich unter. Wie die Pixelwiederholung wirkt, sehen Sie schon an Photoshops Bildschirmanzeige: Wenn Sie eine Auswahl oder eine Ebene mit dem Befehl Frei Transformieren (Strg+T) verzerren, zeigt Photoshop zunächst eine schnelle Vorschau, errechnet per Pixelwiederholung - sie wirkt deutlich grob. Erst wenn Sie durch Doppelklick in die Auswahl oder in das Objekt hinein bestätigen, wird - je nach Vorgabe - zum Beispiel die bikubische Interpolation angewendet; Sie erkennen, wie sich das Bild glättet. Auch beim Zoomen bekommen Sie einen Vorgeschmack auf die Schwächen der Pixelwiederholung, insbesondere bei krummen Maßstäben wie 123,45 Prozent.
  • Bilinear, dieses Verfahren errechnet aus den Farbübergängen zwischen darüber und darunter liegenden Pixeln die neuen Bildpunkte; im Zweifelsfall ist auch hier noch ein leichter Wiederholungseffekt zu erkennen.
  • Bikubisch ist noch genauer - und langsamer - als Bilinear. Das Verfahren berücksichtigt alle umliegenden Pixel. Es zeigt Vorteile gegenüber Bilinear vor allem bei kleineren Dateien. Ganz generell sollten Sie dieses Verfahren für übliche Farbbilder verwenden. Verbessern Sie nach dem bikubischen Rechenmanöver das Bild durch den Scharfzeichnungsfilter: Unscharf maskieren.

Wenn Sie für Multimedia-Zwecke eine Grafik per Pixelwiederholung vergrößern, erzielen Sie die besten Ergebnisse mit Vergrößerungen in 50- oder 100-Prozent-Schritten.

Abbildung 1.67:  Bei grafischen Bild ern mit nur wenigen Tonwerten wirkt die bikubische Interpolation (links) störend, da die Mittelwertberechnung neue Zwischentöne einfügt, die das Bild aufweichen. Die Originalschriftzüge (jeweils oben) wurden um zehn Prozent vergrößert beziehungsweise verkleinert.

Diese Vorgaben gelten, wenn Sie eine Ebene oder eine Auswahl oder auch das ganze Bild Rotieren, Verzerren oder sonstwie umformen. Verwenden Sie indes den Befehl Bildgröße, bietet das Dialogfeld nochmal ein Listenfeld mit den drei Interpolationsmethoden. Jedes Mal, wenn Sie die Bildgröße neu starten, zeigt Photoshop zunächst die Interpolationsmethode, die Sie in den Voreinstellungen gewählt haben - unabhängig davon, ob Sie im Dialogfeld Bildgrösse schon 17mal etwas anderes anwählten.

Um das Bild nicht unnötig umzurechnen, verzichtet man in vielen Fällen freilich beim Befehl Bild: Bildgröße auf Neuberechnen und nimmt dafür eine andere Druckauflösung in Kauf. Beim Verzerren setzen Sie auf den Befehl Frei Transformieren (Strg+T), der mehrere Arbeitsschritte hintereinander abwickelt, ohne zwischendurch interpolieren zu müssen.

Abbildung 1.68:  Pixelwiederholung: Die Pixelwiederholung empfiehlt sich bei Grafiken wie dem eingebauten Bild schirmelement. Die Pixelzahl des Originals (Links) wurde um 190 Prozent (Mitte) und, schonender, um 200 Prozent (Rechts) vergrößert. Sie erkennen, wie die Kontur der Hand Pixelkanten zeigt. Dateiname: Interpol.

Abbildung 1.69:  Bilinear und bikubisch: Die Pixelzahl des Originals wurde bilinear (Links) und bikubisch (Mitte) vergrößert. Die bikubische Variante, die zu besseren Ergebnissen führt, wurde anschließend geschärft (Rechts). Die Hand wird schonender verändert, aber die Kanten in dem Grafikelement weichen auf.

Weitere Optionen in den allgemeinen Voreinstellungen

Unter anderem bieten die allgemeinen Voreinstellungen diese weiteren Optionen:

  • Gelegentlich blendet Photoshop Warnungen ein, zum Beispiel für Fehler beim Farbmanagement. Jede einzelne Warnmeldung bietet die Option Nicht mehr anzeigen, sie lässt sich also dauerhaft verbannen. Wollen Sie die Hinweise doch wieder sehen, klicken Sie in den allgemeinen Voreinstellungen auf die Schaltfläche Alle Warnmeldungen zurücksetzen. - In ImageReadys Voreinstellungen schalten Sie dagegen alle Warnungen dauerhaft an oder ab.
  • Alle Werkzeuge zurücksetzen stellt alle Werkzeugoptionen auf die Werksvorgabe zurück. Diese Möglichkeit bietet auch das Kontextmenü zu den Werkzeugoptionen.
  • In Photoshop können Sie bis zu 100 Arbeitsschritte (Protokoll Status) aufzeichnen, die Sie mit der Protokollpalette wiederherstellen. ImageReady erlaubt 199 Widerrufen-Schritte. Begrenzen Sie die Schritte jedoch eventuell, um Arbeitsspeicher zu sparen. Außerdem geben Sie an, welche Tastenkombination als Wiederholen-Taste dient. Details zu diesen Punkten finden Sie jeweils im Abschnitt zu den Widerrufen-Funktionen ab Seite 96.
  • Umschalttaste für Wechsel zu anderen Werkzeugen verwenden heißt, dass Sie zum Umschalten zwischen Werkzeugen mit identischer Kurztaste jeweils den erforderlichen Buchstaben und eben die Umschalt-Taste drücken müssen. Um etwa zwischen Auswahlrechteck  und Ellipsen-Auswahl  zu wechseln, müssten Sie Umschalt+M verwenden. Aber Sie können auch auf die Umschalt-Taste verzichten - allerdings schalten Sie dann leichter ein unerwünschtes Werkzeug ein, das über dieselbe Kurztaste erreichbar ist wie das benötigte Werkzeug. Natürlich können Sie auch einfach mit der Maus umstellen. Eine Liste zu den Werkzeug-Kurztasten finden Sie im »Service«-Teil ab Seite 946.
  • Mit Palettenpositionen speichern lässt sich ankreuzen, ob Photoshop bei der nächsten Sitzung alle Kontrollpaletten wieder dort öffnen und auf dem Monitor platzieren soll, wo sie sich zuletzt befanden. (Mit dem Befehl Fenster: Palettenpositionen zurücksetzen platzieren Sie alle Paletten wieder nach Werksvorgabe.)
  • Außerdem bestimmen Sie, ob die Software jeden Vorgang mit Signalton abschliessen soll - eine nützliche Erinnerung bei sehr langen Rechenjobs oder bei der Stapelverarbeitung.
  • Tastatur-Zoom zur Änderung der Fenstergrösse bedeutet: Wenn Sie mit Strg+Plus-Taste oder Strg+Minus-Taste die Zoomstufe ändern, ändert sich auch die Größe des Bildfensters. Dadurch können andere Bilder überdeckt werden. Wollen Sie nicht gleich die ganze Option abschalten, drücken Sie zusätzlich zur Strg-Taste die Alt-Taste - auch so halten Sie die Fenstergröße konstant.
  • Sie können die Zwischenablage exportieren, um aus Photoshop heraus kopierte Bilder oder Bildteile via Zwischenablage in andere Programme zu bugsieren. Photoshop verwendet zunächst seine hauseigene Zwischenablage, um etwa ein ausgeschnittenes Bildteil zwischenzulagern. Erst wenn Sie zu einem anderen Programm wechseln, packt Photoshop das Objekt auch in die allgemeine Zwischenablage Ihres Betriebssystems - sofern Sie das wollen. Planen Sie allerdings keinerlei Export via Zwischenablage, dann verzichten Sie auf die Option, um Arbeitsspeicher und Zeit zu sparen und weil Sie so den Inhalt der allgemeinen Zwischenablage nicht überschreiben.
  • Dynamische Farbregler bedeutet, alle Farbfelder und Farbanzeigen ändern sich unmittelbar mit, sobald Sie am Farbwähler einen neuen Wert einstellen.
  • Werkzeug-Tips anzeigen blendet zu jedem Element der Photoshop-Fläche - auch für manche Dialogfeldoptionen - eine kurze Erklärung und die zugeordnete Tastenkombination ein. Lassen Sie den Mauszeiger einen Moment über der betreffenden Stelle ruhen. Die Option empfiehlt sich für Einsteiger.
  • Laden Sie die Bilddateien später in Layout- oder Illustrationsprogramme wie PageMaker, Quark Xpress oder Illustrator, sollten Sie auch Kurze PANTONE-Namen aktivieren: Damit werden die Grundfarben der Konvention entsprechend benannt.
  • Die Option Dateien autom. aktualisieren aktualisiert automatisch ein Bild in Photoshop, das Sie zwischenzeitlich in ImageReady verändert haben. Wenn Sie darauf verzichten, lässt sich ein in Photoshop bearbeitetes Bild anschließend nicht mehr in ImageReady bearbeiten.
  • Asiatische Textpoptionen einblenden erweitert die Zeichen-Palette, die zum Textwerkzeug  gehört, um Optionen für chinesische, koreanische und japanische Schriftzeichen.
  • Wählen Sie Schriftnamen auf Englisch anzeigen, damit Schriftnamen nicht in der Herkunftssprache, sondern in Englisch angezeigt werden.

1.10.3 »Voreinstellungen: Bildschirm- und Zeigerdarstellung«

Im Dialogfeld Bildschirm- und Zeigerdarstellung bestimmen Sie Teile des Erscheinungsbildes (Strg+K, dann Strg+3). Alle Änderungen, die Sie hier machen, haben keinerlei Auswirkung auf die Bilddatei selbst - Sie ändern nur die Darstellung.

Abbildung 1.70:  Darstellungsfrage: Die Voreinstellungen regeln, wie sich die Photoshop-Anzeige verhält.

»Mit Diffusion Dither«

Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Arten der Farbdarstellung auf dem Schirm bei Rechnern, die nur 256 oder weniger Farben zeigen (also mit acht oder weniger Bit Farbtiefe arbeiten). Bei solch einer mageren Farbtiefe, bedingt durch zuwenig Speicher auf der Grafikkarte oder falsche Systemeinstellung, muss Photoshop jene Farben irgendwie simulieren, die er nicht unmittelbar mit ihrem eigentlich in der Bilddatei gespeicherten Wert vorzeigen kann.

Als Vorgabe verwendet Photoshop das Verfahren Pattern Dithering, das zu einer störenden Musterbildung führen kann. Die Software bietet alternativ das Diffusion Dither (Streuraster) an, eine andere Form des Rasterns: Durch ein Streumuster täuscht dieses Verfahren nicht darstellbare Farben relativ elegant vor. Dabei werden Bildpunkte mit benachbarten darstellbaren Farben eng nebeneinander gestreut, die ungenaue Farbdarstellung verteilt sich auch noch auf benachbarte Pixel, so dass keine harten Übergänge entstehen. Baut Photoshop aber einen Teil des Bildes neu auf - etwa beim Malen oder Rollen - entstehen vielleicht harte Übergänge zwischen den unterschiedlichen Bildbereichen.

»Pixelverdopplung verwenden«

Sie können die Vorschau für Veränderungen durch Effektfilter, Korrekturbefehle oder Werkzeugeingriffe beschleunigen. Mit der Option Pixelverdopplung verwenden berechnet Photoshop zunächst nur jeden zweiten Bildpunkt im korrigierten Bereich. Die fehlenden Bildpunkte werden vorübergehend einfach durch Verdopplung dargestellt.

»Farbauszüge in Farbe«

Farbauszüge in Farbe bedeutet: Die einzelnen Farbauszüge eines CMYK- oder RGB-Bildes erscheinen in der Kanälepalette und bei Einzelkanalbetrachtung in der Datei nicht in Graustufen, sondern in ihrer jeweiligen Grundfarbe: Der Cyan-Kanal erscheint zum Beispiel in Grünblau statt in Graustufen, der Magentakanal erscheint Magenta statt in Graustufen.

Darstellung der Werkzeuge über der Datei

Wichtig sind die Einstellungen für den Werkzeug-Zeiger: Agieren Sie mit dem Pinsel  oder einem anderen Mal- oder Retuschewerkzeug im Bild, kann Photoshop das Werkzeug auf gleich drei Arten anzeigen: Im Standard-Modus zeigt Photoshop jedes Werkzeug auch über der Bilddatei mit seinem aus der Werkzeugpalette bekannten Logo: Der Airbrush  erscheint über der Datei als Airbrush-Symbol, der Wischfinger  als Wischfinger.

Mit dem Werkzeugsymbol über dem Bild erkennen Sie jedoch nicht genau, wie weit sich die Farbe eigentlich beim nächsten Pinselstrich verteilt. Sie wissen nie genau, ob bestimmte benachbarte Bildbereiche vom nächsten Retuschestrich mit überdeckt werden oder nicht. Darum lässt man sich die Malwerkzeuge lieber als Spitze zeigen: Photoshop stellt die Werkzeuge dann als Kontur in der Originalpixelgröße dar. Liegt ein Bildteil noch unter dem Werkzeugkreis, dann bekommt er auch Farbe ab - und sonst nicht. Dabei stellt Photoshop auch unregelmäßige Pinselformen konturgenau dar. Unübersichtlich wird die Anzeige nur bei weichen Pinselspitzen: Die im Bild sichtbare Kontur umfasst nur den Bereich, in dem der Pinsel  zu mehr als 50 Prozent wirkt. Auch mit dem Außenbereich einer weichen Pinselspitze tragen Sie ja durchaus noch etwas Farbe auf - diese Zone liegt dann aber außerhalb der Pinselanzeige.

Auswahlwerkzeuge, aber auch Malgeräte, stellt Photoshop auch als Fadenkreuz dar - das erlaubt präziseres, pixelgenaues Zielen über dem Bild.

Abbildung 1.71:  Vielfalt: Photoshops Werkzeuge können Sie als Werkzeugsymbol, als Präzisionszeiger oder - bei Mal- und Retuschewerkzeugen - als Umriss in der gewählten Werkzeugspitzengröße über der Datei darstellen.

Das Umschalten vom Standard- und vom Spitze-Modus zum Fadenkreuz bewerkstelligt auch die Feststell-Taste.

1.10.4 »Voreinstellungen: Transparenz und Farbumfang-Warnung«

Mit den Voreinstellungen für Transparenz und Farbumfang-Warnung (Strg+K, dann Strg+4) legen Sie fest, wie Photoshop transparente Bildteile anzeigen soll und wie er Sie bei nicht druckbaren Farben alarmiert.

Abbildung 1.72:  In den »Voreinstellungen« für »Transparenz & Farbumfang-Warnung« bestimmen Sie, wie transparente Bild teile und nicht druckbare Tonwerte markiert werden.

Transparenz-Darstellung

Wenn Sie Bildteile montieren, müssen Sie zwischen deckend weißen Flächen einerseits und transparenten, durchsichtigen Partien andererseits unterscheiden können: Ist zum Beispiel ein bestimmtes Objekt von weißer Farbe umgeben oder ist das Umfeld dieses Objekts durchsichtig, so dass benachbarte Bildelemente voll durchkommen können? Darum zeigt Photoshop transparente Flächen mit einem Karomuster an und nicht etwa in Weiß, wie man es zunächst vermuten könnte. Im Dialogfeld bestimmen Sie Größe und Farbe dieser Karos.

Durch Klicken auf eines der Farbfelder kommen Sie an den Photoshop-Farbwähler, der eine freiere Auswahl der Farben ermöglicht als die Listenfelder. Klicken Sie Keines an, erscheinen transparente Flächen ganz in Weiß, aber das ist in der Regel nicht ratsam. Die mögliche Transparenz des Bildpunkts unter dem Mauszeiger können Sie auch in der Infopalette als Wert »Dk« für Deckkraft ablesen, sofern Sie das vorgeben.

Abbildung 1.73:  Transparente Flächen ohne jeden Pixelinhalt kennzeichnet Photoshop durch ein Karomuster. Größe und Farbe können Sie einstellen.

Farbumfang-Warnung

Nicht alle Farbtöne, die in den Farbmodellen RGB und HSB vorkommen, lassen sich dann mit den CMYK-Druckfarben auch zu Papier bringen: Besonders sehr reine, plakative Farben und Neonfarben kommen im CMYK-Farbraum gar nicht vor. Details finden Sie in den Abschnitten zu Farbmanagement (Seite 146) und zum CMYK-Farbmodus (Seite 435).

Diese nicht-druckbaren Farben markiert Photoshop unter anderem durch Ausrufezeichen in der Infopalette oder durch das Warndreieck  im Farbwähler und Farbregler. Sie können die nicht-druckbaren Farben aber auch durch Alarmfarben in der Datei selbst hervorheben: Wählen Sie den Befehl Ansicht: Farbumfang-Warnung (Umschalt+Strg+Y), damit die Alarmfarben im Bild erscheinen. Welche Farbe Photoshop zum Überdecken verwendet und wie dick er dabei aufträgt, das regeln Sie in den Voreinstellungen. Nach einem Klick auf das Farbfeld öffnet sich der Farbwähler zur freien Farbwahl. Dieser Tonwert sollte sich deutlich abheben von den Farben, die im aktuellen Bild vorherrschen. Zur Klarstellung: Die Farbumfang-Warnung verändert die Datei nicht. Sie stellt sie nur anders dar.

1.10.5 »Voreinstellungen: Zusatzmodule & Virtueller Speicher«

Im Bereich Zusatzmodule &Virtueller Speicher geben Sie Photoshop vor, wo sich Zusatzmodule (Plug-ins) und die Auslagerungsbereiche auf der Festplatte befinden (Strg+K, dann Strg+7).

Zusatzmodule

Durch Zusatzmodule - häufig auch Plug-ins genannt - können Sie die Leistungsfähigkeit von Photoshop erweitern. Es handelt sich um Zusatzfunktionen von Drittherstellern; diese Dateien mit der Endung ».8bf« kopieren Sie in einen bestimmten Ordner, so dass Photoshop sie beim Programmstart einlesen kann.

Photoshop bietet die neuen Funktionen dann in Menüs wie Filter, Datei: Importieren oder als neues Dateiformat in den Öffnen- und Speichern-Dialogen an. Die Filter-Plug-ins erscheinen generell in eigenen Unterverzeichnissen. Wenn Sie jedoch zu viele Plug-ins installieren, entdecken Sie die neuen Zusatzmodule eventuell auch im Untermenü Filter: Sonstige Filter.

Viele Photoshop-Filter sind von Haus aus als Plug-ins ausgelegt; sie lassen sich bei Bedarf entfernen, indem man sie in ein anderes Verzeichnis verschiebt. Seine hauseigenen, mitgelieferten Zusatzmodule im Photoshop-Verzeichnis »Zusatzmodule« lädt Photoshop ohnehin. Sie können jedoch noch einen weiteren Ordner angeben, der sich nicht innerhalb des Photoshop-Verzeichnisses befindet. Dazu aktivieren Sie die Option Zusätzliches Zusatzmodul-Verzeichnis und nennen nach dem Klick auf die Schaltfläche Wählen einen Ordner an. Weitere Informationen über nützliche Plug-ins und Internet-Adressen finden Sie an verschiedenen Stellen im Buch und im »Plug-ins«-Abschnitt des »Filter«-Kapitels ab Seite Bild 878.

Generell stehen Plug-ins ImageReady und Photoshop gleichermaßen zur Verfügung. Möchten Sie jedoch ein Plug-in nur in einem der Programme nutzen, kopieren Sie es in den Ordner »Adobe Image Ready only« beziehungsweise »Adobe Photoshop only« innerhalb des »Zusatzmodule«-Verzeichnisses in Ihrem Photoshop-Verzeichnis.

Abbildung 1.74:  Außenlager: Geben Sie Photoshop vor, wo sich Zusatzmodule und Auslagerungsbereiche auf der Festplatte befinden.

Arbeitsvolumes

Bildteile, die nicht mehr in die Arbeitsspeicher-Chips passen, bringt Photoshop vorübergehend in einem so genannten virtuellen Speicher auf der Festplatte unter; dieser Bereich heißt hier Arbeitsvolume. Das klingt praktisch, doch es verlängert die Rechenzeit erheblich. Photoshop interessiert sich weniger für den virtuellen Speicher, den Sie in Ihrem Betriebssystem zugeteilt haben, sondern verwendet seine eigenen »Arbeitsvolumes«. Der Speicherbedarf hängt von vielen Faktoren ab: Pixelzahl, Farbmodus, Zahl der Ebenen, Zahl der geöffneten Bilder, Art der Bearbeitung, Zahl der widerrufbaren Arbeitsschritte. Entscheidend ist die Größe der geöffneten Datei, nicht die Größe der Datei auf Festplatte - diese kann durch Kompressionsverfahren viel niedriger sein.

Alles, was die schnellen Arbeitsspeicher-Chips nicht aufnehmen, lagert Photoshop auf der Festplatte zwischen. Im Dialogfeld nennen Sie dem Programm bis zu vier Laufwerke zum Auslagern. Das Startvolume ist dasjenige Laufwerk, auf dem Sie auch Photoshop installiert haben. Es sollte natürlich ein schnelles Laufwerk sein, also lieber die schnellste Festplatte im Haus als ein Wechselplattenlaufwerk - und möglichst nicht das vom Betriebssystem verwendete Auslagerungslaufwerk. Das Arbeitsvolume sollte defragmentiert sein und mindestens einige Dutzend Mbyte Platz bieten.

Die Auslagerungsdateien können Sie unter Windows mit dem Explorer leicht im Auslagerungslaufwerk aufspüren; sie haben Namen wie ~PST1234.TMP und eine Größe von drei bis mehr als 333 Mbyte. Bei Programm- oder Systemabstürzen werden diese Hilfsspeicher eventuell nicht planmäßig gelöscht und müssen von Hand entsorgt werden. Beim Mac lagern die Dateien im unsichtbaren Ordner »Cleanup at startup«.

Den gesamten Photoshop-Speicherbedarf nennt die Informationenleiste in der Statuszeile, wenn Sie das entsprechende Menü auf Arbeitsdatei-Größen oder Effizienz stellen (siehe Seite 109). Damit Photoshop möglichst schnell arbeitet und möglichst selten auf die Festplatte auslagert, brauchen Sie vor allem drei Dinge: Arbeitsspeicher, Arbeitsspeicher und Arbeitsspeicher. Achten Sie deshalb auch darauf, dem Programm nicht zu wenig Arbeitsspeicher zuzuteilen (siehe nächster Abschnitt).

Teilen Sie Photoshop mehr Auslagerungskapazität als Arbeitsspeicher zu. Photoshop nutzt nur soviel Megabyte Arbeitsspeicher, wie an Auslagerungsplatz auf der Festplatte zur Verfügung steht. Das heißt: Wenn Sie 512 Mbyte Arbeitsspeicher besitzen, aber nur 5,1 Mbyte »Arbeitsvolume« zuteilen, wird Photoshop auch nur 5,1 Mbyte Arbeitsspeicher verwenden.

1.10.6 »Voreinstellungen: Arbeitsspeicher & Bild-Cache«

Wichtiger als virtueller Speicher ist für Photoshop der Arbeitsspeicher, von dem er nie genug kriegen an.

Abbildung 1.75:  Speicherverwaltung: Wie Photoshop mit dem Arbeitsspeicher umgeht, regeln Sie in den Voreinstellungen.

Bild-Cache

Photoshop verwendet einen Bild-Cache - einen Zwischenspeicher -, um den Aufbau von Bildern mit vielen Ebenen am Monitor zu beschleunigen. Dabei wird die Darstellung großer Dateien aus heruntergerechneten Varianten erzeugt. Je höher der Bild-Cache - Werte von 1 bis 8 sind möglich -, desto mehr Speicher kostet das, desto schneller kann es aber auch gehen. 4 ist ein akzeptabler Mittelwert, bei sehr großen Dateien sollten Sie darüber hinausgehen.

Die Option Cache für Histogramme verwenden beschleunigt entsprechend den Aufbau der Histogramme; sie werden damit aus verkleinerten Bildversionen errechnet. Das Histogramm - bei Photoshop eine detaillierte Information über die Häufigkeit bestimmter Tonwerte in einem Bild, siehe Seite 466 - wird mit dieser Option freilich leicht ungenau. Photoshop erzeugt ein Histogramm bei den meisten Kontrastkorrekturen aus dem Untermenü Bild: Einstellen, etwa bei Tonwertkorrektur, Gradationskurven oder Helligkeit/Kontrast - auch wenn Sie es nicht immer zu sehen kriegen. Die Dialogfelder öffnen sich deutlich schneller, wenn die Histogramm-Information aus dem Cache geholt wird. Der Befehl Bild: Histogramm nennt sogar den verwendeten Cache-Level, so dass man vor möglichen Ungenauigkeiten gewarnt ist. Wenn Sie häufig mit großen Bildern arbeiten, sollten Sie den Cache für Histogramme verwenden. Wenn Sie den Befehl Bild: Histogramm (siehe Seite 466) bei gedrückter Umschalt-Taste aufrufen, berechnet Photoshop das Gesamtbild und verzichtet auf schnelle Cache-Unterstützung.

Auf starken Rechnern läuft Photoshop schneller, wenn Sie den Bild-Cache einsetzen und auch »für Histogramme verwenden«. Dies gilt insbesondere, wenn Sie mit großen Dateien arbeiten, die Sie häufig in Zoomstufen wie 50 Prozent oder noch kleiner betrachten.

Physikalischer Speicher

In den Speicher-Voreinstellungen teilen Sie Photoshop mit, wie viel Prozent vom verfügbaren physikalischen Arbeitsspeicher er für sich reservieren darf. Grundsätzlich sollten Sie Photoshop mindestens 75 Prozent gewähren, damit das Bildprogramm schnell arbeitet. Nur wenn Sie keine große Auslagerungsdatei zustandebringen, reduzieren Sie den Wert; dadurch wird Photoshop etwas langsamer, aber die Arbeit mit mehreren Programmen gleichzeitig erleichtert sich. Auch kann es sein, dass eine 100-Prozent-Speicherzuteilung für Photoshop allen anderen Programmen das Wasser abgräbt.Sie können den benutzten Speicher auf dem Arbeitsvolume abfragen. Dazu halten Sie die Maustaste auf das Dreieck links unten in der Info-Leiste und wählen Arbeitsdatei-Größen im Untermenü. Damit zeigt das Datenfeld links daneben die Größen des Arbeitsspeichers an. Sie lesen links, wie viel Speicherplatz für alle Bilder benötigt wird, rechts, wie viel Arbeitsspeicher insgesamt zur Verfügung steht. Wenn die erste Zahl für die geöffneten Bilder größer ist als die zweite Zahl für den verfügbaren Speicher, dann muss Photoshop Daten auf die Festplatte auslagern (siehe auch Seite 109). Immerhin: Sofern genug Auslagerungsplatz vorhanden ist, öffnet Photoshop durchaus auch das Drei- bis Zehnfache derjenigen Datenmenge, die der Arbeitsspeicher überhaupt fasst. Es knirscht jedoch auf der Festplatte.

1.10.7 »Voreinstellungen: Maßeinheiten & Lineale«

Ob Lineale und Infopalette die Bildmaße in Pixel, Zentimeter, Prozent, Punkt oder Inch angeben, legt man im Dialogfeld für die Maßeinheiten fest. Außerdem nennen Sie eine Maßeinheit für Schrift (Pixel, Zentimeter oder Punkt) und geben vor, ob Sie die Punktgröße traditionell oder nach den PostScript-Konventionen einrichten wollen. Beim Ausdruck mit PostScript-Geräten wählen Sie die Einstellung »PostScript«. Zeitschriften-Grafiker nennen gleich noch Spaltenbreiten und den Spaltenabstand ihres Blatts; die Befehle Bildgröße und Arbeitsfläche bieten Spalten als Maßeinheit an.

Die vorgewählte Maßeinheit berücksichtigt Photoshop überdies im Info-Feld links unten in der Info-Leiste. Sie erhalten es, wenn Sie in der Info-Leiste mit gedrückter Alt-Taste in das Feld für die Systembeanspruchungsanzeige klicken: Steht Ihre Vorwahl auf Pixel, verrät Photoshop die Pixelwerte; haben Sie dagegen Zentimeter angeklickt, nennt Photoshop Pixel und Zentimeter nebeneinander - eine Mitteilsamkeit, von der sich die Infopalette eine Scheibe abschneiden könnte.

Die Voreinstellungen für Masseinheiten & Lineale erhalten Sie auch nach einem Doppelklick auf die Lineale (die Sie mit Strg+R einblenden). Alternative: Das Kontextmenü über den Linealen bietet die Maßeinheiten ebenfalls an. Weitere Möglichkeit: Stellen Sie die Maßeinheiten in der Infopalette um, indem Sie auf das Maßeinheiten-Symbol  in der Palette klicken.

Wenn Sie Aktionen (automatisch ablaufende Befehlsfolgen) aufzeichnen, sollten Sie vorab eine sinnvolle Maßeinheit einrichten. Verwenden Sie Prozent, wenn Photoshop sich unabhängig von der Bildgröße immer an bestimmten Proportionen orientieren soll. Verwenden Sie Pixel, wenn immer die gleiche Zahl an Bildpunkten bearbeitet wird. Dies gilt zum Beispiel für Befehle wie Arbeitsfläche und Bildgröße oder auch für das Freistellwerkzeug  .

Abbildung 1.76:  Legen Sie fest, welche Maßeinheiten Lineale und Infopalette verwenden sollen. Sie können die Vorgabe auch im Kontextmenü der Lineale oder mit den Symbolen der Infopalette ändern.

1.11 »Farbeinstellungen«

Mit dem Befehl Bearbeiten: Farbeinstellungen sorgen Sie dafür, dass Photoshop Bilddateien so am Monitor zeigt, wie sie auch im Druck aussehen. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Denn selbst Geräte derselben Baureihe stellen Bildpunkte mit identischen Farbwerten unterschiedlich dar - Monitore, Drucker, Scanner oder Digitalkameras.

Um die Farbdarstellung zu vereinheitlichen, verknüpfen Sie Ihr Dokument mit einem so genannten Farbprofil, das auch »Tag« (Englisch für »Anhänger«) genannt wird; dieses Profil definiert das tatsächliche Aussehen der Farbe. Eine Änderung des Profils ändert die Farbwiedergabe, aber nicht die Farbwerte in der Datei. Das Gesamtverfahren heißt auch »Farbmanagement« oder »Farbverwaltung«. Sie nutzen vordefinierte Einstellungen verwenden oder legen eigene Einstellungen fest. Mit dem Befehl Ansicht: Farbproof (Strg+Y) simulieren Sie die Druckwiedergabe bereits am Monitor (Details ab Seite 76).

Die Funktionen aus diesem Abschnitt finden Sie nur bei Photoshop, nicht bei ImageReady.

1.11.1 Vorbedingungen

Sie benötigen Farbmanagement vor allem, wenn Sie mit unterschiedlichen Dienstleistern zusammenarbeiten oder auch nur wechselnde Geräte verwenden. Arbeiten Sie dagegen in einer geschlossenen Umgebung, in der alle Produktionsbedingungen vereinheitlicht sind, ist Farbmanagement eventuell überflüssig. Web-Designer benötigen Farbmanagement kaum, denn sie haben keine Kontrolle über die Monitore, auf denen ihre Bilder erscheinen; allerdings bieten die Farbeinstellungen mit der Vorgabe Standard für Web-Grafiken eine nützliche Möglichkeit, die typische Wiedergabe von Farbmonitoren zu simulieren.

Abbildung 1.77:  Der Befehl »Bearbeiten: Farbeinstellungen« erlaubt die Farbverwaltung. Hier wurde bereits der »erweiterte Modus« für zusätzliche Funktionen eingeschaltet. Sobald Sie den Mauszeiger über eine Option halten, erscheint unten im Dialogfeld eine »Beschreibung«.

Arbeitsbedingungen

Denken Sie bei der Prüfung der Farbdarstellung an Folgendes:

  • Der Monitor sollte seit einer halben Stunde an sein.
  • Die Raumbeleuchtung sollte nach der Kalibration konstant gehalten werden, die Helligkeits- und Kontrastregler am Monitor sollten unberührt bleiben.
  • Achten Sie auf neutrale Wandfarben.
  • Achten Sie auf einen neutralgrauen Programmarbeitsbereich (vergleiche Seite 47).
  • Prüfen Sie Ihre Drucke unter Normlicht.
  • Prüfen Sie die Monitor-Hardware - stimmt die Konvergenz nicht, wirkt das Bild leicht unscharf. Denkbar sind auch kissen- oder tonnenförmige Verzerrungen an den Bildrändern; viele Fehler lassen sich korrigieren.

1.11.2 Vordefinierte Einstellungen für das Farbmanagement

Für die Farbverwaltung bietet Photoshop eine Reihe vordefinierter Einstellungen, die Sie ganz oben im Dialogfeld zum Befehl Bearbeiten: Farbeinstellungen wählen. Die wichtigsten:

  • Farbmanagement aus: Photoshop verhält sich wie Programme, die Farbmanagement nicht unterstützen. Dateien erhalten keine Tags für Profile. Die Einstellung eignet sich vor allem für Online-Design.
  • Standard für Druckvorbereitung - Europa: Diese Einstellung ist auf die übliche europäische Druckvorstufe ausgerichtet.
  • Standardeinstellungen für Web-Grafiken: Die Vorgabe imitiert typische Farbmonitore.
  • Photoshop 4 emulieren: Die Vorgabe simuliert das Farbverhalten der Mac-Versionen von Photoshop 4.0 und früher.
  • Photoshop 5 Standardfarbräume: Die Vorgabe verwendet die Arbeitsfarbräume aus Photoshop 5.
  • ColorSync-Workflow: Diese Vorgabe existiert nur bei der Mac-Version. Sie verwendet das ColorSync-System mit den im ColorSync-Kontrollfeld gewählten Profilen ab ColorSync 3.0.

1.11.3 Eigene Einstellungen

Sie können Photoshops Farbmanagement-Vorgaben vielseitig anpassen. Wir besprechen hier die wichtigsten Möglichkeiten.

»Speichern« und »Laden«

Sobald Sie ein Detail einer vordefinierten Einstellung ändern, wechselt die Bezeichnung oben im Klappmenü Einstellungen. Statt, zum Beispiel, Standard für Druckvorbereitung heißt es dann Eigene. Eine solche eigene Einstellung können Sie speichern und laden. Die Vorgabe erscheint überdies als Angebot im Klappmenü Einstellungen und lässt sich auch von anderen Adobe-Programmen nutzen, sofern Sie die folgenden Verzeichnisse wählen: unter Windows »Programme/Gemeinsame Dateien/Adobe/Color/Settings«, am Mac »Systemordner/Application Support/Adobe/Color/Settings«.

»Arbeitsfarbräume« und »Farbmanagement-Richtlinien«

Die vordefinierten Einstellungen legen einen so genannten »Arbeitsfarbraum« fest. Photoshop verwendet den Arbeitsfarbraum als Profil für Dokumente ohne eigene Farbprofil-Information. Zu Konflikten kommt es in diesen Situationen:

  • Sie öffnen eine Datei, deren Farbprofil vom aktuellen Arbeitsfarbraum abweicht.
  • Sie öffnen Dateien ohne Farbprofil.

Das Verhalten in solchen Konflikten legen Sie in den Farbmanagement-Richtlinien des Dialogfelds Farbeinstellungen fest. Sie können Eingebettete Profile beibehalten, das Dokument in Arbeitsfarbraum konvertieren oder auf Farbmanagement in Konfliktfällen ganz verzichten (Option Aus). Im Bereich Profilfehler bestimmen Sie, wann Photoshop Meldung machen und Ihnen Optionen anbieten soll - zum Beispiel beim Öffnen oder beim Einfügen.

Profil von Hand ändern

Sie können das Profil der aktuellen Datei von Hand ändern. Folgende Möglichkeiten haben Sie:

  • Der Befehl Bild: Modus: Profil zuweisen kann das vorhandene Profil löschen, gegen den aktuellen Arbeitsfarbraum austauschen oder die Monitordarstellung auf ein neues Profil ausrichten. Es wird jedoch kein neues Profil dauerhaft in die Datei gerechnet.
  • Mit dem Befehl Datei: Speichern unter (Seite 224) legen Sie fest, ob Sie das aktuelle ICC-Profil (Windows) oder Farbprofil (Mac) einbetten möchten; dies gilt für die Dateiformate PSD, JPG, TIFF, EPS, DCS und Pict. Sie können auch die aktuellen Proof-Einstellungen verwenden, die Sie mit dem Befehl Ansicht: Proof einrichten machen, allerdings nur bei PDF, EPS, DCS 1.0 und 2.0.
  • Der Befehl Bild: Modus: In Profil konvertieren konvertiert die Farben der Datei in ein anderes Profil.

Abbildung 1.78:  Mit dem Befehl »Bild : Modus: Profil zuweisen« ändern Sie das Farbprofil der aktuellen Datei.

Geräteprofile hinzufügen

Sie können Profile für Ihre Geräte dem System hinzufügen und im Dialogfeld Farbeinstellungen verwenden. Die erforderlichen Dateien werden für Scanner, Monitore oder Drucker meist auf Datenträger mitgeliefert. Sofern es keine automatische Installation gibt, kopieren Sie die Dateien unter Windows 2000 in das Verzeichnis »WinNT/System/Spool/Drivers/Color«, unter Windows NT in »WinNT/System32/Color«, unter Windows 98 wählen Sie »Windows/System/Color«, am Mac heißt es »Systemordner/ColorSync Profiles«.

Sie können für Ihren Monitor überdies ein eigenes ICC-Profil erstellen. Unter Windows wählen Sie Start: Einstellungen: Systemsteuerung, dann klicken Sie doppelt auf Adobe Gamma; am Mac finden Sie Adobe Gamma in den Kontrollfeldern. Verwenden Sie hier das Schrittweise Vorgehen, bei dem Sie zu jedem Aspekt eine genaue Erklärung erhalten.

Am Mac nutzt Photoshop generell das Monitorprofil aus dem ColorSync-Kontrollfeld.

1.12 Drucken

Drucken können Sie nur mit Photoshop. ImageReady ist von Kopf bis Fuß aufs Internet eingestellt, da muss man nichts mehr drucken. Wollen Sie alle eine Arbeit aus ImageReady drucken, wechseln Sie mit der Schaltfläche  zu Photoshop.

Kontext

Beachten Sie im Zusammenhang mit dem Drucken auch folgende Passagen im Buch:

  • Wie Sie eine Datei eventuell für den Schwarzweißdruck rastern, beschreibt der Abschnitt Bitmap-Modus ab Seite 447.
  • Die Separation einer Datei für den Farbdruck schildert der Abschnitt »CMYK-Modus« ab Seite 435.
  • Eine Graustufen-Treppe für den Druckertest erzeugt bei Bedarf der Befehl Bild: Einstellen: Tontrennung (ab Seite 508).

1.12.1 Einzelbild drucken

So drucken Sie schnell ein Einzelbild aus:

  • Wählen Sie Datei: Drucken oder Strg+P.
  • Drücken Sie die Alt-Taste, dann wählen Sie Datei: Einmal drucken oder drücken Sie Strg+Umschalt+Alt+P. Nun kommt Photoshop ganz ohne Dialogfeld zur Sache.

Beachten Sie, dass Photoshop mit den Befehlen Kontaktabzug 2 und Bildpaket aus dem Untermenü Datei: Automatisieren auch mehrere Bilder auf eine Seite packt (siehe unten).

1.12.2 »Druckoptionen (Einführung)«

Mit dem Befehl Datei: Druckoptionen (Strg+Alt+P) bestimmen Sie die Druckmaße für das Einzelbild und viele weitere Optionen.

Abbildung 1.79:  Mit dem Befehl »Datei: Druckoptionen« legen Sie die Druckmaße für den aktuellen Druck fest. Hier wurden auch »Passermarken« und andere Eigenschaften im Bereich »Ausgabe« angewählt. Im Bereich »Farbmanagement« legen Sie das Farbprofil fest.

Druckmaße ändern

In der Druckbildvorschau erscheint Ihr Werk zunächst in der eingespeicherten Druckgröße. Diese lässt sich nun frei verändern: Verschieben Sie das Bild einfach frei über dem Seitenschema und ziehen Sie an den Rändern des Bildes, um die Größe zu ändern. Alternativ tippen Sie neue Koordinaten und Bildmaße in die Datenfelder unter Position und Skalierte Ausgabegrösse. Sie können natürlich freier gestalten, wenn Sie die Optionen Bild zentrieren und Auf Mediengrösse skalieren abschalten.

Die Option Begrenzungsrahmen einblenden spendiert Ihrer Druckbildvorschau überdies einen Rechteckrahmen mit Anfasspunkten - nützlich zum Beispiel bei Bildern mit sehr hellem oder weißem Randbereich. Wählen Sie Auf Mediengrösse skalieren, um Ihr Material möglichst flächendeckend zu bedrucken.

Bei diesem Vorgang ändern Sie nur die Maße für das gedruckte Bild. Die ursprünglichen, in der Datei gespeicherten Druckmaße bleiben erhalten. Überdies ändern Sie bei diesem Verfahren nicht die Größen von Passermarken und anderen Ausdruckzutaten (siehe unten); verwenden Sie dagegen in den Optionen zu Ihrem Drucker eine andere Skalierung als 100,00 Prozent, schrumpfen oder wachsen auch Passermarken und Co.

Eine schematische Darstellung der bedruckten Papierfläche zeigt Photoshop auch, wenn Sie auf die Systembeanspruchungsanzeige in der Info-Leiste klicken. Außerdem erkennen Sie die Druckmaße, indem Sie die Lineale mit Strg+R einblenden und nach einem Doppelklick auf ein Lineal die Maßeinheiten auf Zentimeter stellen.

Wollen Sie ein Bild mehrfach in derselben Größe drucken, sollten Sie die in der Datei gespeicherten Druckmaße korrigieren; dann müssen Sie nicht jedes Mal von Hand neue Maße in den Druckoptionen einrichten. Wählen Sie also Bild: Bildgröße, schalten Sie dort die Option Neuberechnen ab und tippen Sie neue Zentimetermaße ein (Details ab Seite 177).

1.12.3 Weitere Druckoptionen

Wenn Sie Weitere Optionen einblenden, können Sie im Klappmenü die Ausgabe wählen. Sie können nun verschiedene Druckeigenschaften steuern. (Viele dieser Optionen bietet Photoshop überdies, wenn Sie Datei: Seite einrichten aufrufen; die Druckoptionen haben jedoch den Vorteil der Vorschau.) Optionen, die Ihr Drucker nicht zulässt, zeigt Photoshop abgedimmt und unzugänglich. Allemal gilt - Sie verändern nur den Ausdruck, nicht aber die Datei selbst.

»Druckkennlinie«

Jeder Drucker druckt anders. Für manche Geräte müssen Sie die Schatten massiv anheben, andere Geräte brauchen ein Lifting in den Mitten. Mit dem Befehl Druckkennlinie korrigieren Sie die Helligkeitsverteilung eines Bildes nur für den Ausdruck - die eigentliche Datei ändert sich nicht. Für jeden Tonwert innerhalb einer Bilddatei wird eine neue Ausgabedichte festgelegt. Das geschieht über eine Gradationskurve, wie sie das Kapitel »Kontrast und Farbton« ausführlich beschreibt (ab Seite 466). Sie können hier allerdings 13 Wertepaare präzise eintippen statt nur eines und die Kurve verläuft grundsätzlich von Weiß (0 Prozent) nach Schwarz (100 Prozent).

Stellen Sie zum Beispiel mit einem Densitometer fest, dass ein Drucker oder Belichter den Tonwert 60 Prozent stets mit 65 Prozent ausgibt, dann ziehen Sie im Dialog Druckkennlinie für den Eingabewert 60 fünf Prozent ab, notieren also 55 Prozent. Um einen bestimmten Bereich grundsätzlich aufzuhellen, ziehen Sie den entsprechenden Abschnitt der Kurve nach unten. Wollen Sie nur den Punktzuwachs ausgleichen, verwenden Sie besser den Befehl Bearbeiten: Farbeinstellungen.

Abbildung 1.80:  Mit der Druckkennlinie ordnen Sie den Bild tonwerten neue Druckertonwerte zu. Diese Einstellung verändert nicht die Bild datei, nur den Ausdruck.

Zusätzliche Möglichkeiten tun sich auf, wenn Sie die Alt-Taste drücken: Die Schaltfläche Laden heißt jetzt <- Standard, die Schaltfläche Speichern erscheint als -> Standard. Die Funktionen:

  • Klicken Sie auf -> Standard, wird die aktuelle Druckkennlinie als Grundeinstellung gespeichert.
  • Klicken Sie auf <- Standard, lädt Photoshop die als Vorgabe gespeicherte Druckkennlinie.

Wollen Sie die spezielle Druckkennlinie zusammen mit einer EPS-Datei speichern und im Ausdruck verwenden, wählen Sie außerdem die Option Standardfunktionen des Druckers überschreiben. Im Dialogfeld zum Speichern einer EPS-Datei ergreifen Sie dann das Angebot Druckkennlinie mitspeichern. Auf diese Art können Sie auch die Rastereinstellungen der Druckereinrichtung zusammen mit einer EPS-Datei speichern. Man wendet das an, wenn maßgeschneiderte Druckkennlinien für das angepeilte Ausgabegerät auf Lager sind. Bei allen anderen Dateiformaten außer EPS sind Sie gezwungen, beim Ausdruck die Vorgaben der Druckereinrichtung zu übernehmen. Details finden Sie im Abschnitt zum EPS-Dateiformat ab Seite 247.

»Rasterung« (»Bildschirm«)

Die meisten Drucker - zum Beispiel Laserdrucker, Farbtintenstrahler oder Laserbelichter - können keine Halbtöne ausgeben, sondern nur »Farbe« oder »keine Farbe«. Mitteltöne simulieren diese Geräte, indem sie je nach Helligkeit unterschiedlich viele Druckerpunkte zu einem Bildpunkt zusammenfassen: Drängeln sich viele Druckerpunkte zu einem Bildpunkt, dann bleibt wenig weiße Fläche übrig; der entsprechende Bildteil wirkt dunkel. Wird die gleiche, einem Bildpunkt vorbehaltene Fläche aber nur von wenigen Druckerpunkten eingenommen, scheint viel Weiß durch. Aus normalem Betrachterabstand wirkt diese Bildpartie dann hell.

Das bedeutet: Gedruckt werden nie die Originalpixel Ihrer Bilddatei. Für den Druck oder für die Belichtung wird das Bild immer umgerechnet in ein spezielles Druckraster. Die entsprechende Funktion erreichen Sie in den Druckoptionen mit der falsch eingedeutschten Schaltfläche Bildschirm (»Screen« im Englischen); im Dialogfeld Seite einrichten verwenden Sie die Schaltfläche Rasterung. (Sie können die Photoshop-Befehlsbezeichnungen verändern, wenn Sie die Datei »tw10428.dat« aus dem Photoshop-Verzeichnis »Required« öffnen.)

In der Rasterung stellen Sie ein, wie viele Bildpunkte pro Zentimeter oder Inch Sie ausgeben wollen (Rasterweite). Die Datei hat idealerweise die doppelte oder wenigstens eineinhalbfache Auflösung, um Detailverluste durch schräge Rasterwinkel auszugleichen.

Außerdem regeln Sie die Rasterwinkelung: Laufen die Druckerpunkte nicht exakt horizontal oder vertikal durchs Druckgebilde, wirken sie viel weniger aufdringlich. Bei Graustufenbildern ist 45 Grad üblich und bei Vierfarbdrucken sollten Sie die vorgeschlagenen, für jeden CMYK-Farbauszug individuellen Rasterwinkel einhalten: Nur so erreichen Sie eine gleichmäßige Farbwirkung ohne Störeffekte durch schillerndes Moiré.

Als Form nennen Sie übliche Rasterformen wie Raute oder Punkt. Sie können auch eine Eigene Rasterform als PostScript-Befehl eintippen. Die hier verwendeten Werte werden innerhalb von EPS-Dateien mitgesichert und kommen beim Ausdruck in der Regel auch zum Tragen.

Häufig verzichtet man gänzlich auf die Rasterung von Hand und überlässt die Aufgabe dem Druckertreiber oder einer anderen Instanz im Druck- oder Belichtungsprozess. Vor allem bei Graustufendateien kann es jedoch Sinn machen, schon vorab ein Duplikat der Datei zu rastern und gerastert zu speichern und zu drucken. Sie beschleunigen die Druckausgabe und Sie haben Kontrolle über jeden einzelnen Druckpunkt. Dazu verwenden Sie den Befehl Bild: Modus: Bitmap (Seite 447).

Abbildung 1.81:  Wie die Datei beim Druck gerastert wird, regeln Sie im Dialogfeld »Rasterung«.

Nur für Farbauszüge ist die Schaltfläche Auto gedacht, die ins Dialogfeld Auto Rasterung führt. Hier nennen Sie die Auflösung Ihres Ausgabegeräts und die gewünschte Rasterweite für Ihr Bild. Photoshop errechnet jetzt die optimalen Rasterweiten und -winkel und trägt die Werte im Dialogfeld Rasterung ein.

Accurate Screens verwenden Sie, wenn Ihr Gerät PostScript Level II oder einen Emerald Controller hat. Alle diese Werte lassen sich selbstverständlich für den nächsten Print speichern. Auch hier kommen Sie wieder mit der Alt-Taste zu erweiterten Möglichkeiten:

  • Die Schaltfläche -> Standard speichert die aktuellen Werte als Grundeinstellung.
  • Die Schaltfläche <- Standard lädt just das, was Sie früher als Grundeinstellung gespeichert hatten.

»Mit Vektordaten«

Einige Bildelemente basieren nicht auf einzelnen Bildpunkten, sondern auf Pfaden und Vektoren - zum Beispiel Textebenen oder Vektorformebenen. Die Option Mit Vektordaten verhindert bei PostScript-Druckern, dass dieses Material bereits beim Aufbau des Druckbildes in Druckpunkte gerastert wird. Statt dessen gelangt es als auflösungsunabhängiges Vektormaterial zum Ausgabegerät und wird über das Rasterbild gedruckt. So erhalten Sie eventuell schärfere Konturen, aber auch größere Druckdateien.

»Encoding«

In der Regel sollten Sie die Speicherplatz und damit Zeit und Geld sparende binäre Codierung verwenden, um Druckdaten zum Rechner zu schicken. Nur für einige sehr alte Geräte oder für einige Netzwerke schalten Sie auf das ausladendere ASCII um. Noch kleiner und schneller werden JPG-codierte Druckdateien; diese Option sollten Sie nur für Drucker ab PostScript Level 2 verwenden (siehe Abbildung 1.82).

Abbildung 1.82:  Viele der Optionen aus dem Dialogfeld »Druckoptionen« enthält auch das Dialogfeld »Seite einrichten«. Sie erreichen es über das »Datei«-Menü oder über Schaltflächen in den Dialogfeldern »Drucken« und »Druckoptionen«. Das Dialogfeld »Seite einrichten« bietet keine Vorschau.

Weitere »Ausgabe«-Optionen

Auszugsbeschriftung, Schnittmarken oder Farbskala druckt Photoshop nur mit, wenn das Papier dazu noch Platz lässt. Zu den weiteren Optionen im Einzelnen:

  • Die Option Auszugsbeschriftungen verewigt den Namen des Dokuments und des Kanals auf dem Papier.
  • Die Option Schnittmarken platziert Schnittmarken an den Ecken des Bildes, die anzeigen, wo das Bild beschnitten werden soll.
  • Falzmarken sind zusätzliche Markierungen in der Mitte jedes Bildrands.
  • Per Anschnitt setzen Sie die Schnittmarken in ein Bild hinein, wenn das Werk innerhalb der Darstellung beschnitten werden soll.
  • Im CMYK-Modus bekommen Sie außerdem eine Farbskala.
  • Passermarken sind Markierungen, mit denen die Filme für die einzelnen Farbauszüge passgenau übereinander gelegt werden, sowie Marken für die Detailauflösung, mit denen der Laserstrahl des Druckfilmbelichters geprüft werden kann.
  • Die Option Negativ druckt ein negatives Bild. (Brauchen Sie generell eine negative Bildversion, können Sie auch den Bild-Befehl Einstellen: Umkehren (Strg+I) bemühen.)
  • Die Option Schichtseite hinten dreht das übliche Verfahren um, nachdem der Text im Film seitenrichtig zu erkennen ist, wenn man die matte Schichtseite nach vorn hält. Fragen Sie Ihre Druckerei, ob sie einen negativen Film mit der Schichtseite hinten wünscht (normalerweise nicht).
  • Bei der Interpolation können Sie verlangen, dass das pixelige Aussehen von Bildern mit geringer Auflösung geglättet wird; dies geht jedoch nur bei einigen PostScript-Level-II-Druckern, ansonsten wird der Befehl ignoriert.
  • Erreichbar über die Schaltfläche Rand, verpassen Sie dem Bild ein schwarzes Rähmchen; Sie geben die Maßeinheit und einen Wert (auch dezimal) vor. Häufig wirkt es bequemer und vielseitiger, den Rand in Photoshop selbst anzubringen - entweder dauerhaft (Strg+A, dann Bearbeiten: Kontur füllen, siehe Seite 548) oder als korrigierbaren Ebeneneffekt (ab Seite 778).
  • Als Bildunterschrift druckt Photoshop auf Wunsch jenen Text, den Sie mit dem Befehl Datei: Datei-Information im Feld Objektbeschreibung eingetippt haben, und zwar in 9punkt Helvetica.
  • Auf Wunsch füllt Ihr Bildprogramm die Seite mit einer Hintergrund-Farbe um das Bild herum. Das kann etwa bei Dias nützlich sein, wenn Sie nicht genau wissen, ob die Bilddatei das Format des Diarahmens komplett füllt. Ohne mitgelieferte Hintergrundfarbe erhalten Sie rings um das Bild Weiß.

1.12.4 »Farbmanagement«-Option

Schalten Sie im Dialogfeld Druckoptionen die Weiteren Optionen ein und verwenden Sie im Klappmenü die Vorgabe Farbmanagement. Sie steuern die Farbqualität nun in zwei Schritten:

1. Sie legen zunächst den Quellfarbraum fest - jene Farben also, die an den Drucker gesendet werden sollen. Dabei können Sie das aktuelle Farbprofil verwenden oder dasjenige Profil, das Sie mit dem Untermenü Ansicht: Proof einrichten festgelegt haben; damit erhalten Sie die Farben, die mit dem Befehl Ansicht: Farbproof (Strg+Y) am Monitor entstehen.
2. Im Bereich Druckfarbraum beschreiben Sie den Drucker, damit Photoshop exakte Farben senden kann.

1.12.5 »Kontaktabzug II«

Der Befehl Datei: Automatisieren: Kontaktabzug II erzeugt einen Bildkatalog mit Reihen von Miniaturen aller Bilder eines Verzeichnisses. Dabei entstehen neue Bilddateien. Der Befehl verschafft Auftraggebern oder dem Kunstschaffenden Übersicht über die Produktion. Sie können auch den Dateinamen anzeigen (ohne die Dateiendung) und Unterverzeichnisse mit erfassen. (In der klassischen Dunkelkammer legte man Negativ- oder Diastreifen direkt auf das Fotopapier, statt sie per Vergrößerer einzeln auf Papier zu belichten; ein solcher »so genannter« Kontaktabzug zeigt schnell und klein viele Aufnahmen auf Papier.)

Beachten Sie, dass Sie alternativ auch einen Bildkatalog im internet-tauglichen HTML-Format erzeugen können, der für die Betrachtung am Bildschirm oft praktischer ist - Sie haben dort die Möglichkeit, Einzelbilder durch Klick auf eine Miniatur vergrößert anzuzeigen (siehe Seite 260). Wollen Sie häufiger Bildübersichten drucken, sollten Sie die vielseitigen Möglichkeiten einer Bilddatenbank wie Cumulus, PhotoImpact, IrfanView oder ThumbsPlus nutzen.

Im Unterverzeichnis »Praxis/Sammlungen« auf der CD zu diesem Buch finden Sie drei Bildsammlungen mit drei, sieben und 23 Bilddateien für eigene »Kontaktabzüge«.

Optionen

Bevor Sie das Dialogfeld Kontaktabzug II öffnen, sollten alle Dateien aus den gewünschten Verzeichnissen geschlossen sein. Sie nennen Druckgröße oder Pixelmaße pro »Einzelblatt« sowie die Druck-Auflösung. Vorsicht: Wenn Sie A4-Seiten mit hoher 300-dpi-Auflösung bestellen, kommen schnell sehr hohe Datenmengen zustande. Sie bestimmen die Zahl der Spalten und Zeilen. Rechts nebenan errechnet Photoshop die maximal mögliche Pixelgröße pro Miniatur, zum Beispiel 100x80 Pixel. Auch wenn Sie Alle Unterverzeichnisse einschliessen, reiht die Software Ihre Werke insgesamt streng alphabetisch auf.

Schalten Sie im Klappmenü Plazieren auf Zuerst von oben nach unten, wenn Photoshop die Bilder von oben nach unten aufbauen soll; sollen sich die Bilder von links nach rechts aufreihen, verwenden Sie Zuerst von links nach rechts. Schließlich entscheiden Sie, ob Sie den Dateinamen als Objektbeschreibung verwenden möchten und nennen eine Schriftart. Im Ergebnisbild erscheinen die Texte freilich als übliche Bildpunkte, nicht als Textebene.

Dann rattert Photoshop los, lädt jede Datei, verkleinert sie, kopiert sie in neue Dateien und überschreibt nebenbei permanent die Zwischenablage. Die Protokollpalette verrät, was Ihre Software da im Einzelnen treibt; unterbrechen Sie die Betriebsamkeit bei Bedarf mit der Esc-Taste. Werden GIF-Animationen geladen, erhalten Sie eine Warnung, dass nur das erste Bild im Kontaktbogen erscheint - sofern Sie diese Meldung nicht bereits mit der Option Nicht mehr anzeigen vom Schirm verbannt haben. Passen nicht alle Miniaturen auf einen Kontaktbogen, entstehen mehrere »Kontaktabzüge« in separaten Dateien. Die Miniaturen liegen gemeinsam auf einer »Ebene 1«. Die »Hintergrund«-Ebene darunter ist weiß.

Objekte, die im Photoshop-Dateiformat freigestellt über einem transparenten Hintergrund gespeichert wurden, erscheinen im »Kontaktabzug« mit weißer Umgebung.

Abbildung 1.83:  Ein »Kontaktabzug« zeigt die Bild er eines Verzeichnisses stark verkleinert in einer Datei.

Weitere Bearbeitung

Mit üblicher Bildbearbeitung gestalten Sie Ihren »Kontaktabzug« weiter:

  • Die Ebeneneffekte legen einen Schlagschatten oder einen Schein nach aussen um Ihre Miniaturen. Der Effekt Abgeflachte Kante und Relief modelliert die Bildchen plastisch heraus.
  • Das erforderliche Dialogfeld Ebenenstil zeigt Photoshop nach einem Doppelklick auf den Ebenennamen, etwa auf »Eine Miniatur« (Details zu Ebeneneffekten ab Seite 778). Beachten Sie, dass einige Effekte die Miniaturen vergrößern, so dass sie eventuell über die Bildunterschrift oder über den sichtbaren Bildrand ragen.
  • Mit dem Ebeneneffekt Kontur erzeugen Sie ein Rähmchen. Sofern Sie Bildunterschriften verwenden, geben Sie im Dialogfeld Ebenenstil zur Kontur als Position am besten Innen an, nicht Aussen oder Mitte; dann überdeckt die Kontur zwar den Rand Ihrer Miniaturen - die Buchstaben blähen sich jedoch nicht auf.
  • Möchten Sie eine andere Hintergrundfarbe oder ein Hintergrundmuster, so arbeiten Sie am besten mit einer neuen Ebene, nicht mit der vorhandenen, weißen »Hintergrund«-Ebene. Die neue Ebene legen Sie in der Ebenenpalette mit der Schaltfläche Neues Objekt  an und ziehen sie bei Bedarf unter die Ebene »Eine Miniatur«. Füllen Sie die Ebene zunächst mit einer beliebigen Farbe (Umschalt+Rückschritt-Taste). Nun klicken Sie wieder doppelt auf den Ebenennamen in der Palette und verwenden beispielsweise die Effekte Musterüberlagerung oder Farbüberlagerung für eine Füllung.
  • Alternativ ziehen Sie ein komplettes Bild mit dem Verschieben-Werkzeug  unter die Miniaturenebene. Dämpfen Sie das Bild eventuell mit Kontrastkorrekturbefehlen oder Weichzeichner (Beispiele auf Seite 496).
  • Probieren Sie, ob eine Scharfzeichnung die Miniaturenebene verbessert.
  • Interessante Effekte liefern die Befehle aus dem Untermenü Filter: Verzerrungsfilter. Sie können die Gesamtdarstellung hier verzerren und verwirbeln.
  • Falls Sie noch eine Überschrift oder andere Elemente montieren wollen, erweitern Sie den Bildbereich mit dem Befehl Bild: Arbeitsfläche.
  • Möchten Sie den Kontaktabzug auch so knapp wie möglich zuschneiden? Dann achten Sie darauf, dass die unterste Ebene komplett einfarbig ist (dies zum Beispiel durch den Effekt Farbüberlagerung), und verwenden Sie Bild: Zuschneiden (Details ab Seite 199). Prüfen Sie jedoch, an welchen Seiten Sie den Kontaktbogen tatsächlich kappen wollen.

Mitunter möchte man Bildunterschrift und Miniaturbild separat bearbeiten. Verteilen Sie die Elemente am besten auf separate Ebenen. Dazu markieren Sie die Bildunterschriften mit dem Auswahlrechteck  und wählen Ebene: Neu: Durch Ausschneiden (Strg+Umschalt+J). Natürlich können Sie auch einzelne Teile einer Ebene mit einem Auswahlwerkzeug markieren und bei gedrückten Strg+Alt-Tasten verschieben (siehe Abbildung 1.84).

Abbildung 1.84:  Bei diesem »Kontaktabzug« haben wir die Miniaturen mit dem Effekt »Abgeflachte Kante und Relief« bearbeitet; weitere Effekte sind momentan ausgeschaltet. Die Bild unterschriften wurden zuvor mit dem Auswahlrechteck markiert und mit Strg+Umschalt+J auf eine separate Ebene gehoben. Außerdem haben wir eine neue Ebene erzeugt und mit dem Effekt »Musterüberlagerung« ausgefüllt.  Datei: Kontaktabzug

Abbildung 1.85:  Links: Hier verwenden wir die Ebeneneffekte »Kontur« und »Schlagschatten«.  Rechts: Die Miniaturenebene wurde mit dem Verzerrungsfilter »Strudel« bearbeitet, die Bild textebene haben wir ausgeblendet.

1.12.6 »Bildpaket«

Damit Sie teures Druckpapier optimal ausnutzen, packt Photoshop ein Einzelbild mehrfach eng nebeneinander auf eine Seite. Dazu wählen Sie den Befehl Datei: Automatisieren: Bildpaket (vormals Picture Package).

Im Dialogfeld nennen Sie zunächst das gewünschte Bild:

  • Entweder klicken Sie auf die Schaltfläche »Wählen«, um ein Bild von der Festplatte anzugeben.

Oder Sie klicken auf »Vorderes Dokument verwenden«; damit verwenden Sie das zuletzt aktive Bild.

Abbildung 1.86:  Der Befehl »Datei: Automatisieren: Bild paket« packt ein Bild mehrfach auf eine Seite. So können Sie teures Druckpapier optimal ausnutzen.

Das Layout

Im Layout-Klappmenü bietet das Programm eine Reihe von Seitenaufteilungen. Sie können zum Beispiel vier oder acht gleich große Bilder wählen. Alternativ nutzen Sie eins der Layouts mit ein oder zwei großen, vier oder acht kleinen und eventuell zwei mittleren Größen. Rechts unten sehen Sie ein Schema mit der Seitenaufteilung.

Die Maße aus dem Menü geben den maximal verfügbaren Platz an. Bei sehr schmalen oder fast quadratischen Bildern wird mehr Papierweiß sichtbar bleiben. Die Bilder werden generell nicht unproportional verzerrt. Photoshop dreht das Bild allerdings bei Bedarf um 90 Grad, damit zum Beispiel ein Hochformat besser auf einen Querformat-Platz passt.

Die verschiedenen Layouts für das Bildpaket speichert Photoshop als Textdatei im Verzeichnis »Vorgaben/Layouts«. Dort und in der Hilfe-Datei finden Sie nähere Erklärungen zum Speichern eigener Layouts.

Weiterbearbeitung

Ähnlich wie beim Kontaktabzug II liegen auch beim Bildpaket alle Bilder auf einer Ebene namens »Bild 1« über einer weißen »Hintergrund«-Ebene«. Sie können die Bilder immer noch mit einem Rähmchen umgeben, mit Schatten oder plastischen Kanten ausstatten. Nähere Hinweise finden Sie im Abschnitt »Kontaktabzug« (siehe oben). Möchten Sie Ihr »Bildpaket« auf möglichst knappen Raum zusammenstutzen, verwenden Sie den Befehl Bild: Zuschneiden.

Das Bildpaket ist auf das Papierformat US-Letter eingestellt und nutzt nicht die volle Höhe einer A4-Seite; Sie können aber andere Dokumentgrößen und Layouts einrichten. Dazu erstellen Sie eine neue Textdatei im Photoshop-Ordner »Vorgaben/Layouts«. Eine detaillierte Beschreibung liefert die Hilfe-Datei.

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Elektronische Fassung des Titels: Photoshop 6.0 Kompendium, ISBN: 3-8272-5831-6 Kapitel: 1 Oberfläche und Grundfunktionen